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Zeitschrift 



des 



Vereins für hessisehe Gesehiehte 
und Landeskunde. 



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Neue Folge. Neunundzwanzigster Band. 

(Der ganzen Folge XXXIX. Band.) 



--^«IMiÄfr- 



Kassel. 

Im Kommissionsverlage von Georg Dufayel. 
1905. 



Die Artillerie- und Genieschule im Königreich 
Westfalen. 

Mitteilungen aus den Papieren eines ihrer 
früheren Zöglinge. 

Von 
Dr. jur. P. v. Oppermann. 



He folgende Schilderung der Artillerie- und Genie- 
schule im Königreich Westfalen und der Ereignisse 
bei der Auflösung dieser Anstalt ist wörtlich *) den Er- 
innerungen entnommen, die der verstorbene Königlich 
Hannoversche Oberfinanzrat a. D. Eduard August 
Oppermann während seiner letzten Lebensjahre nieder- 
geschrieben hat. Der Verfasser wurde 1793 in Göttingen 
als ältester Sohn des Notars und Kommissärs des Uni- 
versitätsgerichts Georg August Oppermann geboren und 
erhielt seine Schulbildung auf dem dortigen Gymnasium. 
Michaelis 1810 begann er daselbst auf der Universität 
unter Leitung der Hofräte Thibeaut und Mayer das Stu- 
dium der Mathematik und Baukunst. Veranlaßt durch 
die ihm drohende Konskription und angelockt durch die 
günstigen Aussichten, die die militärische Laufbahn in den 
damaligen kriegerischen Zeiten bot, änderte er aber bald 
seine Zukunftspläne und beschloß Soldat zu werden. In 
dieser Absicht meldete er sich 1812 zum Eintritt in die 
in Cassel bestehende Ecole royale d'artillerie et du genie 
des Königreichs Westfalen und erhielt darauf vom Kriegs- 

! ) Auch die Orthographie des Originals ist beibehalten. Fehlende 
Schrift- und Interpunktionszeichen sind dagegen ergänzt, ebenso sind 
offenbare Schreibfehler verbessert. 

N. F. BD. xxix. 1 



— 2 — 

ministerium die Aufforderung, sich am 20. Dezember beim 
Kommandanten der Schule, Major von Heinemann, zur 
Aufnahmeprüfung zu melden. 

„Das Schul-Examen nahm", so erzählt Oppermann, 
„am 21. December in Gegenwart sämmtlicher Aspiranten 
im Schulgebäude seinen Anfang. Als Examinator fungirte 
Professor Thibeaut allein, da nur in den mathematischen 
Kenntnissen eine Prüfung Statt fand. Für jeden Exami- 
nanden war die Prüfung auf eine Stunde Zeit beschränkt. 
Ich wurde am 22 sten dazu aufgerufen, und erhielt verschie- 
dene Aufgaben aus der Lehre von den Gleichungen und 
der analytischen Geometrie, die ich so glücklich gewesen 
bin, zur Zufriedenheit der Examinations-Commission zu 
lösen, wie mir Professor Thibeaut schon am 24g*gg December, 
an welchem Tage das Examen beendet wurde, vertraulich 
mittheilte, und wovon ich natürlich auch sofort meinen 
Eltern Kenntniß gab. Tags darauf setzte mich der Major 
von Heinemann vorläufig davon in Kenntniß, daß meine 
Aufnahme in die Schule unzweifelhaft sey, und daß ich, 
wie mein Vater nachgesucht habe, eine volle Freistelle 
erhalten haben würde, wenn noch zwei solcher Freistellen 
disponibel gewesen wären. Da dies aber nicht der Fall 
sey, und ein anderer Aspirant Namens Fesca mit mir ein 
gleiches Examen gemacht und gleiche Ansprüche habe, 
so müsse ich mit diesem die ganze und eine halbe Frei- 
stelle theilen, so daß wir jeder d U der Pension von 800 
Franks frei erhielten. 

Am 1. Januar 1813 erfolgte die förmliche Ernennung 
zum Eleven der Artillerie- und Genie-Schule durch Patent 
des Kriegsministers Grafen von Hone, und noch an dem- 
selben Tage bezog ich die mir angewiesene Wohnung in 
dem Gebäude der Schule, wo ein jeder Eleve sein beson- 
deres Wohn- und Schlafzimmerchen, etwa 8 Fuß breit und 
14 Fuß tief, bekam. Solcher Zimmerchen waren an der 
Hofseite des Gebäudes 30, in den drei Geschossen über 
dem Erdgeschosse je 10, vorhanden ; von denen derzeit in 
dem obersten oder dem Dachgeschosse aber nur einige 
besetzt wurden, da außer den zwei beim letzten Schluß- 
Examen zu Ende des vorigen Jahres noch nicht zum Ein- 
tritt in den activen Dienst als Second-Lieutenants in der 
Artillerie reif gefundenen nur 19 neue Eleven aufge- 
nommen wurden. 

Sämmtliche Eleven führten den Titel „Souslieutenant" 
und trugen die Artillerie-Officiers-Uniform mit den Rang- 



— 3 — 

abzeichen eines Unterlieutenants auf den Epauletten und 
am Tschako. Bezüglich des eventuellen Zeitraums des 
Verlassens der Schule und des Eintritts in den activen 
Dienst, das Bestehen des vorgeschriebenen Examens vor- 
ausgesetzt, wurden die Eleven in zwei Classen mit theil- 
weis getrenntem Unterrichte abgetheilt, von welchen für 
die ljte nur ein einjähriger Unterricht, für die 2^ ein zwei- 
jähriger Unterricht festgestellt wurde. 

Die lfte Classe bildeten die beiden vom vorigen Jahre 
zurückgebliebenen Eleven Lademann und Augener, wel- 
chen zugleich der Dienst als Schul- Adjudanten aufgetragen 
wurde, und die neuen Eleven Püttmann, von Sichart, 
Oppermann, Fesca, Ludowieg und Wiegrebe, die 2^ Classe 
Petri, Struve, Scheffer, Robert, Borekenstein 1 ), Jaeger, 
Wolf, Praöl, Grüson, Martin, Elzler, Sudorf, von Hadelen. 

Ich hatte das Glück der l|ten Classe zugetheilt zu 
werden, und Nro. 3 der neu eingetretenen Eleven zu er- 
halten, womit zugleich eine Wohnung im Hauptgeschosse 
verbunden war. 

Das Aufsichts- und Verwaltungs-Personal bestand 
aus einem Commandanten (Major später Oberst von Heine- 
mann), 1 Hauptmann (Hauptmann Ruperti früher in Hes- 
sischen Diensten), 1 Quartiermeister (Premier-Lieutenant 
a. D. Dieterich) und 1 Hausmeister, welcher zugleich die 
Speisung der Eleven zu besorgen hatte. Unter dem Haus- 
meister standen, außer seinem sonstigen Dienstpersonal, 5 
Hausdiener, von welchen je einer die Aufwartung bei 4 
Eleven hatte, und welche abwechselnd den Portier-Dienst 
und die Aufwartung beim gemeinschaftlichen Frühstück 
und dem Mittagessen der Eleven verrichteten. Alle bei 
der Schule Angestellten incl. die Hausdiener hatten eine 
Dienstwohnung im Schulgebäude, der Commandant und 
der Hauptmann Familienwohnungen im Hauptgeschosse, 
der Hausmeister eine solche im Souterrain. Hier waren 
auch die Hausdiener logirt, während der unverheirathete 
Premier-Lieutenant in einer Einzelwohnung der oberen 
Geschosse untergebracht war. 

Als Lehrer waren angestellt: 1. Professor Wildt, 
früher in Göttingen, als Lehrer der Mathematik für die 
l ste Classe; 2. Hauptmann Bergmann, früher in Chur- 
Hannoverschen Diensten, als Lehrer der Mathematik für 
die 2^e Classe; 3. Professor Meinecke für Physik und 

l ) Der Name ist sehr unleserlich geschrieben. 

1* 



— 4 — 

Chemie; 4. Repetent Hartwig desgl.; 5. Professor Schlei- 
cher, früher Hauptmann in der Churhessischen Artillerie, 
als Lehrer der Artillerie und Fortification ; 6. Hauptmann 
Bach für practische Geometrie, Situations- und Plan- 
zeichnen ; 7. Professor Niemeyer für Geschichte und deut- 
schen Styl; 8. Director Schröder, früher Director der 
Bildergallerie zu Salzdehlen, für freies Handzeichnen; 
9. ein Fechtmeister. 

Nr. 1 bis 6 incl. hatten Dienstwohnungen im Schul- 
gebäude. Mit Ausnahme der Mathematik war der Unter- 
richt für beide Classen der Eleven gemeinschaftlich und 
wurde nur in den Anforderungen der Lehrer an die 
Schüler der beiden Classen ein Unterschied gemacht ; eine 
Einrichtung, welche für die Schüler der lf^? Classe aber 
nicht sehr förderlich war, da sie deren raschere Ausbil- 
dung nur hemmen konnte, auch wohl nur darin ihren 
Grund gehabt haben mag, daß es an Zeit und dabei an 
Lehrkräften fehlte, um allen wissenschaftlichen Unterricht 
für beide Classen zu trennen. Der durch den traurigen 
Feldzug in Rußland herbeigeführte außerordentlich große 
Verlust an Artillerie-Officieren mußte so rasch als möglich 
ersetzt werden, daher denn auch für die ljte Classe nur 
ein einjähriger Cursus bestimmt war. 

Von den Lehrern verstanden es nur wenige anregend 
auf die Schüler einzuwirken, und fast allein blieb es dem 
eigenen Triebe der Einzelnen überlassen, ob sie sich für 
ihr Fach genügend ausbilden wollten, weshalb sich denn 
auch unter mehreren Eleven der l^ten Classe ein Verein 
bildete, der es sich zur Aufgabe machte, einen Theil der 
Freistunden, welcher im Ganzen genommen nicht sehr 
viele waren, zum gemeinschaftlichen Nachstudium der vor- 
getragenen Gegenstände zu benutzen. Zu diesem Verein 
gehörten Fesca, Wiegrebe, v. Sichart, Ludowieg und ich. 
Der von allen Schülern am meisten verehrte und am an- 
regendsten wirkende Lehrer war der Professor Meinecke, 
am wenigsten genügte der Professor Schleicher, der seiner 
absonderlichen Persönlichkeit wegen nach und nach das 
Stichblatt des Scherzes der Schüler der l|ten Classe wurde. 
Unter anderem wurde er durch Zureden sehr häufig 
bewogen, in dem Artillerie-Vorträge mit den Eleven 
der 2 ten Classe Repetitionen anzustellen, wenn wir Andern 
wünschten uns für die Repetitionen in der Chemie und 
Physik vorzubereiten, deren Vortrag auf den der Artillerie 
folgte. 



— 5 — 

Im übrigen herrschte strenge Disciplin sowohl inner- 
halb der Unterrichtsstunden als außerhalb derselben. An 
den Alltagen durften die Freistunden von 6V2 bis 9V2 
Uhr Abends nur mit Erlaubniß des Hauptmanns außer- 
halb des Gebäudes zugebracht werden. Ein Urlaub zum 
längeren Ausbleiben, der übrigens nur sparsam ertheilt 
wurde, bedurfte der Genehmigung des Commandanten. 
Nur an den Sonn- und Festtagen konnte die Zeit von 
IIV2 Uhr Morgens bis 9V2 Uhr Abends nach Belieben 
verwandt werden. 9V2 Uhr Abends mußte jeder Eleve 
auf seinem Zimmer seyn und durfte dasselbe bis zum 
Schlafengehen nicht wieder verlassen, um andere im Hause 
zu besuchen. Einer der Adjudanten visitirte um diese 
Zeit die Zimmer. Länger als 11 Uhr Abends durfte kein 
Licht gebrannt und später als 10 Uhr nicht mehr das 
Feuer im Ofen unterhalten werden. 

Die Tagesordnung, womit der Unterricht am 2 *en 
Januar begonnen wurde, war folgende: 5^2 Uhr Morgens 
Weckung durch den Diener; 6 — 7 3 U Uhr Unterricht in 
der Mathematik (für die ljt£ Classe DifFerenzial- und Inte- 
gral-Rechnung); 7 3 /4 — 8 Uhr Imbiß eines gereichten Bröd- 
chens . . . *), wozu auf eigene Kosten Milch oder Bier beim 
Hausmeister zu trinken gestattet war; 8 — 9 Uhr Vortrag 
der Artillerie- Wissenschaft; 9 — 11 Uhr Physik und Chemie; 
11 — 12 Frühstück ä la fourchette an gemeinschaftlicher 
Tafel und Ruhe; 12 bis 2 Uhr Nachmittags Infanterie- 
und Artillerie - Manual - Exercice und tactische Übungen 
oder Fechtstunde; 2 — 4 Uhr Nachmittags an 2 Tagen 
freies Handzeichnen und an 4 Tagen Plan- und Terrain- 
Zeichnen; 4 bis 5 Uhr Nachmittags Fortifications-Lehre ; 
5—6 Uhr Geschichte, Deutscher Styl etc.; 6 Uhr Abends 
Mittagessen an gemeinschaftlicher Tafel unter Vorsitz des 
Lieutenants und Quartiermeisters; 6V2 bis 9 1 /* Uhr Abends 
frei; 9 1 /* Uhr Appell. 

In den Sommer-Monaten fielen an den Mittwochen 
und Sonnabenden die Übungs- und Unterrichtsstunden 
nach dem Frühstück aus, und traten an deren Stelle 
Übungen im Feldmessen und Croquiren in der Umgegend 
von Cassel. Zu passenden Zeiten wurden außerdem die 
Kanonen-Gießerei und die Pulvermühlen in und bei Cassel 
besucht 2 ) 

*) Hier folgt ein unleserliches Wort. 

2 ) Hier folgen Bemerkungen über den privaten Verkehr des Ver- 
fassers, die kein allgemeines Interesse haben. 



— 6 — 

Der Unterricht in der Schule, welchem Fesca, v. Sichart 
und ich noch einen Privat-Unterricht im Radiren und 
Ätzen in Kupfer beim Professor Schröder hinzufügten, 
nahm, nur durch die Oster- und Pfingst-Festtage, für 
welch letztere ich Urlaub zu einem Besuche bei meinen 
Eltern in Göttingen nahm, unterbrochen, ungestört seinen 
Fortgang, und schon fingen wir Eleven an, uns zum Aus- 
tritts- beziehungsweise Aufrückungs-Examen, das im De- 
cember Statt finden sollte, vorzubereiten, als ganz uner- 
wartet und plötzlich Cassel in den Schauplatz des Befrei- 
ungskrieges hineingezogen wurde. Der kühne und ge- 
wandte Streifzug des russischen General-Majors von Czer- 
nicheff, welcher in fast unglaublich kurzer Zeit von der 
Elbe her *) über Mühlhausen mit einem Corps von etwa 
2000 Mann Cosacken und 2 Geschützen am 28 sten September 
1813 früh Morgens gegen 6 Uhr vor Cassel erschien, 
machte dem Unterricht einstweilen ein Ende. 

Nichts ahndend hatten wir am 28 s ^££ 6 Uhr Morgens 
unsere mathematische Stunde begonnen, als gleich nach 
dem Anfange der Oberst von Heinemann in dem Lehr- 
saal der lften Classe in vollständigem Dienstanzuge er- 
schien, den Unterricht aufhob und den Eleven befahl, sich 
sofort in vollen Dienstanzug zu werfen und dann unver- 
züglich zum Zeughause zu begeben. Höchst gespannt 
auf die Enthüllung dieser unerwarteten Maaßregel, die 
sich, wie sich bald herausstellte, nicht allein auf die Ele- 
ven der lsten Classe, was diese anfänglich zu der Ver- 
mutung brachte, sie sollten schon jetzt in die marsch- 
fertigen Batterien eintreten, sondern auf sämmtliche Eleven 
erstreckte, beeilten wir uns, uns 2 ) auf den bezeichneten 
Sammelplatz zu begeben. Auf den dahin führenden 
Straßen war es noch ganz öde und leeit Da hörten wir 
das Pfeifen einer Kanonenkugel, bald darauf das einer 
zweiten und erstaunt fragten wir einen endlich einmal 
vorbeieilenden Menschen, was denn los sey ? und erhielten 
die Antwort: „Wissen Sie es denn nicht, die Russen sind 
vor dem Thore". So mögen wohl viele Casselaner erst 
durch die Kanonenschüsse aus dem Schlafe geweckt seyn ! 
Beim Zeughause fanden wir unseren Oberst bereits vor, 
der uns zu verschiedenen Geschäften vertheilte. Mehrere 
von uns, unter andern auch v. Sichart und Wiegrebe, 

*) Der Verfasser macht hier in einer Anmerkung einige Litte- 
raturangaben. 

2 ) Im Original fehlt „uns". 



— 7 — 

wurden den Batterien zugetheilt, welche mit dem König 
auf der Strasse nach Marburg ausrückten, andere wurden 
sofort bei der Verbarricadirung und der Vertheidigung 
der Fuldabrücke verwandt, einige im Zeughause zur Aus- 
gabe von Waffen an die in Cassel weilenden versprengten 
Franzosen aus der Schlacht bei Jüterbock, ich zunächst 
zum Aufsuchen und Zusammenbringen der Artillerie- 
Ouvriers, welche sich in den Häusern versteckt hatten, 
was mir jedoch nur theilweise gelang, denn wenn ich auch 
keinen directen Widerstand zu dulden hatte, so war ich 
doch nicht im Stande, sie zusammenzuhalten, wenn ich 
meine Nachforschungen weiter fortsetzte. 

Nach Beendigung dieses Auftrages erhielt ich mit 
einigen anderen Cameraden unter denen sich auch Fesca 
befand, die Anweisung, uns zur Fuldabrücke zu begeben 
und uns dort zur Verfügung zu stellen. Hier bekümmerte 
sich aber Niemand um uns, da das einzige hier wirkende 
Geschütz hinreichend bedient war. Um dem Feuer nicht 
unnöthiger weise ausgesetzt zu seyn, zogen wir uns hinter 
eine Straßenecke zurück und warteten hier längere Zeit, 
hungrig und unmuthig, denn noch, es war etwa gegen 
9 Uhr Morgens, waren wir vollständig nüchtern. Nach 
längerem Harren wurde der Entschluß gefaßt nach dem 
Zeughause zurückzukehren und unsere Nichtbeachtung zu 
melden. Hier wurde unsere Rückkehr nicht sehr günstig 
aufgenommen, doch fand sie Nachsicht, und mir wurde 
nun der Befehl, unter Beihülfe einiger Ouvriers und 
späterhin von Pferde- und Trainknechten zwei in den 
Straßenj rückwärts der Fuldabrücke liegende demontirte 
Geschütze (6 ^/der) montiren und auf der Höhe vor dem 
Friederichs-Thore auffahren zu lassen. Dies Geschäft war 
bis zum Mittag vollzogen. 

Bei meiner Ankunft fand ich am Friederichs-Thore 
bereits zwei 6 //der in Batterie aufgestellt, die dann 
mit meinen beiden Geschützen unter den Befehl des Ca- 
pitän Berson *) gestellt wurden. Zur Action gelangten wir 
aber nicht, da um diese Zeit die Russen anfingen, sich 
von Cassel wieder zurückzuziehen. Nun meldete sich aber 
der Magen sehr dringend, und ich bat daher den Capitän 
Berson, mir und ihm, der auch noch nüchtern war, einen 
Imbiß von meiner in der benachbarten Carlsstraße wohnen- 



*) Anmerkung des Verfassers: „Derselbe war am Tage zuvor 
von Spanien zurückgekommen. Er diente später in der Hannoverschen 
Infanterie als Hauptmann." 



— 8 — 

den Cousine Backhaus zu holen. Diese spendete uns denn 
auch einen ganzen Korb voll Speisen und Getränke, und 
wir ließen es uns herrlich schmecken. 

Sechs Uhr Abends wurde mir der Befehl, mich zum 
Schulgebäude zurückzubegeben, wo ich die meisten meiner 
Cameraden schon versammelt fand. Nach kurzer Ruhe 
wurden wir *) sämmtlich zum Ordonnanz-Dienst beim kom- 
mandirenden General Allix, welcher auch unser Chef war, 
beordert. Wir wurden deshalb in der Nähe der Mairie 
einquartiert, in welcher Allix sein Hauptquartier genommen 
hatte. 2 ) Zwei und zwei hatten abwechselnd Dienst zu 
leisten und mußten während dieser Zeit sowohl in dieser 
Nacht als auch an dem darauf folgenden Tage und der 
Nacht des 29^ September bis zum Mittag des 3Q ten 
September in dem Vorzimmer des Generals seiner Befehle 
harren. 

Da die Russen sich mehrere Meilen zurückgezogen 
hatten, so gingen die Nacht vom 28 sten auf den 29^ und 
ebenso der 29 ste und die darauf folgende Nacht ruhig vor- 
über. Die Besatzung von Cassel war inzwischen auch 
durch das Zandtsche Corps verstärkt, das von Göttingen 
her am Nachmittage des 29|^en September auf Umwegen 
durch den Solling einmarschirte und zum größten Theile 
auf dem Friedrichsplatze bivuacquirte. 

Am Vormittage des 30 sten September lief die Meldung 
ein, daß die Russen wiederum vom Kauffunger Walde 
aus im Anzüge seyen. Der General Allix war mit seinem 
Stabe gerade in der Mairie bei einem opulenten Früh- 
stücke 3 ), an welchem auch ich als Ordonnanz-Officier Theil 
nahm, beschäftigt. Die Tafel wurde daher sofort auf- 
gehoben, die Pferde vorgeführt, (auch ich wurde mit einem 
dem Oberstlieutnant Kellermann von der Artillerie ge- 
hörenden Pferde versehen) und zunächst eine Recogno- 
scirung vom Weinberge vor Cassel aus vorgenommen, wo 
wir deutlich verschiedene Colonnen aus dem Walde her- 
vorbrechen sahen, und danach die Vertheidigungs-Maß- 
regeln vom General getroffen. Als zwischen 3 und 4 Uhr 
Nachmittags die Kanonade der Russen von der Forst aus 
begann und von der aus 4 6$fdern bestehenden Batterie 
am Friederichs-Thore (damals Aue-Thor benannt) lebhaft 



2 ) In 



„Wir" fehlt im Original. 
Im Original steht „hat". 
8 ) Im Original steht: „Bei einem in der Mairie opulenten Früh- 
stücke". 



— 9 — 

erwidert wurde, hielt ich in der Suite des Generals auf 
dem Friedrichs-Platze, von wo mir mehrere kurze Aufträge 
ertheilt wurden, und welchen der General mit seinem Stabe 
erst kurz vor Beendigung der Kanonade gegen 5 Uhr 
verließ, um sich unter Begleitung eines Theiles der Jerome- 
Husaren aus dem Cölner Thore zu begeben. In welcher 
Absicht ist mir nicht bekannt geworden. 

Die Kanonade hörte inzwischen auf, und ehe wir das 
Thor erreichten, beauftragte mich der Adjudant des Generals 
Allix mit ihm in die Stadt zurückzureiten, um dort einen 
Auftrag des Generals auszurichten. Kaum waren wir aber 
an den Friederichsplatz zurückgelangt, als uns ein Cheveau- 
leger-Officier mit einen Kosacken-Officier, als Parlamen- 
tär, dem man die Augen verbunden hatte, am Zügel, und 
von einer ungeheueren Menschenmenge begleitet, welche 
unaufhörlich „Es lebe Kaiser Alexander!" schrie, begeg- 
nete, und der Cheveauleger-Officier sich bei uns erkundigte, 
wo er den General Allix finden könne. Der Hauptmann 
Dietrich, so hieß der Adjudant, den ich begleitete, wies 
mich an, dem Officier dies zu zeigen und mit ihm umzu- 
kehren. Als wir eine Strecke auf der Cölner Chaussee 
stets in Begleitung der großen Menschenmenge fortgeritten 
waren, und der General uns noch immer nicht zu Gesicht 
kam, stieg in mir der Gedanke auf, es mögte, da es sich 
offenbar um eine Capitulation handle, für mich, der ich 
keineswegs ein Anhänger der Franzosen-Herrschaft war, 
gerathener seyn, ein Wiederzusammentreffen mit dem Gene- 
ral zu vermeiden, damit er mich nicht am Ende zwinge, 
ihm bei einem sehr wahrscheinlichen Rückzuge zu folgen. 
Rasch entschloß ich mich daher dem Cheveauleger-Officier 
zu sagen, er möge in der eingeschlagenen Richtung nur 
weiterreiten, dann werde er den General antreffen, und 
darauf mein Pferd umzuwenden, um in die Stadt zurück- 
zukehren, von einem dunkeln Gefühle geleitet, daß dies 
für mich das Beste seyn werde. Kaum hatte ich mein 
Pferd gewandt, als das begleitende Volk mir zurief: „Das 
ist recht, daß Sie nicht mitgehen!" und mehrere Stimmen 
mich aufforderten mit ihnen zu kommen, um mich in Sicher- 
heit zu bringen. Wegen des mir übergebenen Pferdes, 
für dessen Rückgabe an den Oberstlieutenant Kellermann 
ich mich verpflichtet hielt, konnte ich aber nicht darauf 
eingehen und ritt deshalb durch das nicht abbrechen wol- 
lende Menschengewühl bis zum Friederichsplatze zurück, 
wo ich unter mehreren Bekannten vom Civil auch meinen 



— 10 — 

Universitätsfreund Böning 1 ), derzeit beim Westphälischen 
Finanz-Ministerium employirt, antraf, welcher mich beredete, 
zu ihm zu kommen und bei ihm Civilkleidung anzulegen. 
Ich ging darauf ein unter der Bedingung, zuvor mein Pferd 
in Sicherheit gebracht zu haben, und stieg ab, um mich 
den Blicken der noch fortwährend mit Zurufen mich über- 
häufende Menge zu entziehen. Der General Allix war 
inzwischen glücklich aufgefunden und kam mit dem Par- 
lamentär zur Stadt zurück, um auf der Mairie eine Ca- 
pitulation mit den Russen abzuschließen. Glücklicherweise 
hatte ich das Pferd bereits am Zügel, als er mir mit seiner 
Suite begegnete, so daß ich unbemerkt blieb. 

Um mein Pferd los zu werden, eilte ich nun zunächst 
zur Wohnung des Oberstlieutenant Kellermann, als ich 
diese aber verschlossen fand, in eine nicht weit von der 
Stadtmauer entfernte und auf diese von der untern König- 
straße ab stoßende Nebenstraße, in welcher außer einem 
in einem Thorwege stehenden Mann Niemand zu sehen 
war. Diesem Manne, dem ich meine Verhältnisse aus- 
einandersetzte, und dem glücklicherweise der Oberstlieute- 
nant Kellermann bekannt war, entschloß sich endlich nach 
längerem Widerstände auf meine Bitte einzugehen, das 
Pferd auf seinem Hofe, jedoch ohne jechliche Verantwortung 
dafür, aufnehmen zu wollen. Ich habe späterhin Nichts 
wieder davon gehört, darf also annehmen, daß das Pferd 
seinen Eigenthümer wieder gefunden hat. 

Gleich nachdem ich das Pferd abgegeben hatte und 
auf dem Wege zu Böning war, mußte ich noch der Be- 
sorgniß entgegentreten, in den verödeten Straßen von 
einem starken Trupp Karren gefangener, welche sich aus 
dem Gefängnis befreit hatten, gemißhandelt zu werden. 
Aber dieselben hatten mit ihren Befreiungs-Gedanken zu 
viel zu thun, um sich bei mir aufzuhalten. Ich ließ sie 
und sie mich ruhig passiren. Böning traf ich zu Haus, 
und, nachdem ich mich in seine Kleidungsstücke gesteckt 
hatte, traten wir beide eine Wanderung in die Stadt an, 
um zu erforschen, was sich inzwischen ereignet habe. Die 
Capitulation war abgeschlossen, die Franzosen hatten freien 
Abzug erhalten, den Westphälischen Officieren war es frei- 
gestellt, unter dem Versprechen ein Jahr gegen die Ver- 
bündeten nicht zu dienen, zurückzubleiben oder mit den 



*) Anmerkung des Verfassers: „Böning starb als Steuerdirector 
in Celle." 



— 11 — 

Franzosen abzuziehen, vor 10 Uhr Abends durfte Cassel 
von den Czernicheffschen Corps nicht besetzt werden etc., 
das waren die Hauptgegenstände, die wir in Erfahrung 
brachten. 

Ein mir begegnender Camerad machte mir die Mit- 
theilung, daß unser Commandant, der Oberst von Heine- 
mann, wünsche, sämmtliche Eleven mögen Civilzeug an- 
legen und in diesem zum Schulgebäude kommen, wohin 
denn auch ich mich noch vor 10 Uhr Abends begab. 
Kurz darauf hatte eine Abtheilung Kosacken Cassel be- 
setzt, und die Schule erhielt 2 Mann als Wache zur Ver- 
hinderung des Wegschleppens von Staats- und Privat- 
Eigen tum. 

Am folgenden Tage, dem Igten October, ertheilte der 
Oberst allen Eleven bis auf Weiteres Urlaub, in Folge 
dessen ich beschloß, am anderen Morgen, dem 2 ten October 
1813, zu meinen Eltern zu gehen. Vorher mußte ich aber 
darauf Bedacht nehmen, meine Privat-Effecten in Sicher- 
heit zu bringen. Mit mehreren Cameraden, die gleichfalls 
zu ihren Angehörigen gehen wollten, vereinigte ich mich 
daher dahin, die Cosacken- Wache trunken zu machen und 
während ihres Schlafes dann unsere Sachen durch unseren 
Bedienten forttragen zu lassen. Es gelang uns dies voll- 
kommen. 

Meine Effecten gab ich meinen Verwandten Back- 
haus in Verwahrung. Auch meine Taschenuhr ließ ich 
dort zurück, um sie der Gefahr nicht auszusetzen, mir 
durch die Cosacken- Vorposten abgenommen zu werden. 
Am 2^en October Morgens 6 Uhr trat ich begleitet 
vom schönsten Herbstwetter meine Wanderung zu Fuß 
in Gemeinschaft mit Wiegrebe und Prael nach Göttingen 
an. Nach kurzer Vernehmung ließen uns die russischen 
Vorposten passiren, und ohne weiteres Hinderniß langten 
wir am Abend in Göttingen an zur großen Freude meiner 
lieben Eltern und Brüder, von denen die Ersteren meinet- 
halben in banger Sorge während der letzen ereignißvollen 
Tage geschwebt hatten. 

Das Czernicheffsche Corps passirte Göttingen am 
3ten October auf seinem Rückzuge nach der Elbe mit 
allen in Cassel erbeuteten Kriegstrophäen und unter Mit- 
führung des Präfecten und des Maire von Cassel als 
Geißeln. Mehrere Cosacken erschienen dabei in West- 
phälischer Generals-U uniform, welche sie als Überzieher 
über ihre Montirung benutzten. 



— 12 — 

Als in den darauf folgenden Tagen die Kunde nach 
Göttingen gelangte, daß, nachdem CzernichefF in Cassel 
eine provisorische Regierungs-Commission niedergesetzt 
habe, dasselbe von den Russen völlig geräumt sei, faßte 
ich den Entschluß, meine in Cassel zurückgelassenen 
Kleidungsstücke, Wäsche und sonstigen Effecten von dort 
abzuholen, und benutzte dazu eine am 7 ten October sich 
findende Gelegenheit. An der Ausführung meiner Ab- 
sicht wurde ich aber unerwartet gehindert, da am Nach- 
mittage ein französisches Corps unter dem Befehl des 
General Allix wieder in Cassel eingerückt war, und wir 
bei der Ankunft vor dem Leipziger Thore das Thor von 
Franzosen besetzt fanden. Ohne uns verdächtig zu machen, 
konnten wir nicht umkehren, wir fuhren also in die Stadt 
ein, erfuhren aber dort bald, daß Niemand wieder heraus- 
gelassen werde. Unter solchen Umständen hielt * ich es 
für das Gerathenste, mich sofort beim Schul-Commandanten 
zu melden, der mir dann auch sagte, daß er bereits Be- 
fehl erhalten habe, die beurlaubten Eleven sofort wieder 
einzuberufen. Meinen Eltern gab ich am anderen Tage 
von der Ursache meines Ausbleibens durch einige Zeilen 
Nachricht, welche ich einer Frau von Geiso, einer Schwester 
der Generalin Allix, welche die Erlaubniß erhalten hatte, 
Cassel zu verlassen, und welche über Göttingen reisete, 
mitgab. 

Das Einrücken französischer Truppen unter Führung 
des General Allix, den der König zu seinem Lieutenant 
ernannt hatte, und der als ein strenger Despot bekannt 
w r ar, war *) schon an und für sich für alle diejenigen ein 
trauriges Ereigniß, welche keine Freunde der Franzosen- 
Herrschaft waren. Ihre Verstimmung mußte aber noch 
bedeutend zunehmen, als die Kunde erscholl, daß sämmt- 
liche Mitglieder der provisorischen Regierungs-Commission, 
welche Czernicheff zur Erhaltung der Ruhe und Ordnung 
nach seinem Abzüge eingesetzt hatte, auf Befehl des 
General Allix verhaftet und ins Castell in strenge Ge- 
wahrsam gebracht seyen. Auch auf mich machte diese 
ungerechte feindliche Maaßregel, von der man sich die 
schlimmsten Folgen für die Verhafteten versprach, einen 
tief ergreifenden bitteren Eindruck, zumal unter den Ver- 
hafteten sich auch der alte brave Tribunal-Richter Wetzell 
befand. Drei Wochen lang schwebten die Familien in 



') Fehlt im Original. 



— 13 — 

Todesangst über das Schicksal ihrer Häupter, da fort- 
während das Gerücht sich erhielt, sie sollten vor ein 
Kriegsgericht gestellt und erschossen werden. Die Ver- 
hafteten selbst wurden in der strengsten Isolirung ge- 
halten, aber dessen ungeachtet gelang es doch hin und 
wieder, ihnen heimliche Nachrichten zugehen zu lassen. 
So hatte sich die Wetzeirsche Familie die Erlaubniß er- 
wirkt ein etwas über ein Jahr altes Grosskind, während 
des von der Magd gebrachten Mittagessens bei dem Groß- 
vater zu lassen, dem dann jedesmal ein Billet in den 
Rücken des Kleides gesteckt wurde, auf dessen Vorhanden- 
seyn der Verhaftete durch ein richtiges Gefühl geleitet 
worden war. Speisen und Esskorb waren jedesmal auf 
das Genaueste untersucht worden; daß das unschuldige Kind 
der Träger einer Correspondenz sein könne, daraus hatte 
man kein Arg. Am 25!^? October endlich, der alte Wetzell 
mit 4 seiner Collegen erst am 26^£ October, wurden die 
Gefangenen freigelassen, ohne Zweifel in Folge der ein- 
gegangenen Nachrichten von der großen Niederlage des 
französischen Heeres bei Leipzig und des Vorrückens eines 
starken russischen Corps von der Elbe her. 

In der Artillerie-Schule hatte der Unterricht alsbald, 
nachdem der größte Theil der Eleven wieder eingetroffen 
war, von Neuem begonnen, dauerte jedoch nur bis zum 
27sten October, an welchem Tage die Schule aufgelöst 
wurde, nachdem ein Gleiches schon am Tage zuvor mit 
der Westphälischen Armee geschehen war. Die Franzosen 
zogen an demselben Tage in aller Stille von Cassel ab 
und machten einem am 29 sten Oktober einrückenden starken 
russischen Corps Platz. 

Die Eleven der Artillerieschule zerstreuten sich rasch, 
nur ich mußte noch einige Tage dort verweilen, da ich 
kurz vor der Auflösung krank geworden war und der 
Reconvalescenz wegen noch nicht abreisen konnte. Ich 
erlebte dabei auch noch den Jubel des feierlichen Einzuges 
des Kurprinzen Wilhelm von Hessen am 30 sten October, 
der leider den Hoffnungen, welche die Casselaner damals 
von ihm hegten, als späterer Regent und Mensch nicht 
entsprochen hat." 

Damit enden die Erinnerungen an die Casseler Zeit. 
Der Wunsch, seinem Vaterlande bei der allgemeinen Er- 
hebung zu dienen, trieb Oppermann bald darauf nach Han- 
nover, wo er als Leutnant bei der Organisierung des Land- 
wehr-Bataillons Hannover bis Ende März 1814 verwendet 



— 14 — 

wurde. Dann trat er seinen früheren Studien und Nei- 
gungen entsprechend in das neu errichtete hannoversche 
Ingenieurkorps ein und avancierte in diesem bis zum Stabs- 
kapitän. 1840 wurde er zum Major in der Artillerie er- 
nannt, aber bereits 1843 schied er aus dem Militärdienst aus, 
um als erstes technisches Mitglied der Domänenkammer 
mit dem Titel eines Kammerrats und später auch in der 
Klosterkammer als Mitglied für Bauangelegenheiten die 
Leitung des gesamten Hochbauwesens im Königreich mit 
Ausnahme der Eisenbahnbauten zu übernehmen. Bei der 
1858 erfolgten Auflösung der Domänenkammer und der 
Errichtung einer besonderen Abteilung für die Domanial- 
verwaltung im Finanzministerium erhielt er den Titel eines 
Oberfinanzrats, ohne daß sich dadurch sein Geschäftskreis 
wesentlich änderte. Diese Stellung hatte er bis zur An- 
nexion Hannovers inne. Anfang 1867 nahm er seinen Ab- 
schied, 1869 starb er. 



Die Demobilmachung und die Wiedermobil- 
machung des kurhessischen Armeekorps im 
August des Jahres 1814. 

Von 

Hauptmann Frhr. von Dalwigk in Oldenburg. 

(Nach bisher nicht veröffentlichten Akten des großen Generalstabes 

zu Berlin.) 



Bie Völkerschlacht bei Leipzig hatte dem Königreiche 
Westfalen ein Ende gemacht und den Hessen ihr 
angestammtes Herrscherhaus wiedergegeben. Aber nur 
unter der Bedingung, daß das Land ein Korps von 24000 
Mann stelle, hatten die verbündeten Mächte die Wieder- 
herstellung des Kurfürstentums zugegeben. Trotz der 
großen Schwierigkeit, eine solche Truppenmasse aus den 
Resten der stark gelichteten westfälischen Regimenter 
und ungeübten Rekruten zu bilden, gelang diese Aufgabe 
in wenigen Monaten, dank der Opferwilligkeit der Be- 
völkerung und der rastlosen Tätigkeit des Kurprinzen 
Wilhelm. Dieser hatte dann seine Hessen ins Feld geführt, 
wo sie zwar nicht Gelegenheit hatten, ihre altbewährte 
Tapferkeit in offner Schlacht zu beweisen, aber doch bei 
der Einschließung und Beobachtung der Festungen Luxem- 
burg, Diedenhofen und Metz ihre Feuerprobe ehrenvoll 
bestanden 1 ). 

Mitte Juni kehrten die hessischen Truppen in ihre 



x ) Vgl. Renouard, die Kurhessen im Feldzuge von 1814, Gotha, 
1857 und meine demnächst erscheinende Geschichte der Stammtruppen 
des Inf. Rgts. v. Wittich. 



— 16 — 

Heimat zurück, nur einige die Besatzung von Luxemburg 
bildende Teile blieben dort bis zur Ablösung durch preu- 
ßische Truppen, die Anfang Juli erfolgte. 

Hessen war durch die rasch aufeinander folgenden 
Kriege, die ihm einen großen Teil der Arbeitskräfte ent- 
zogen und viele andere Lasten mit sich brachten, in einem 
beklagenswerten Zustande; ganz besonders aber hatten 
die russischen „Befreier" das Land in der rücksichtslosesten 
Weise ausgesogen (siehe unten). Dies veranlaßte den 
Kurfürsten, die in die Heimat zurückkehrenden Regimenter 
bis auf ganz schwache Stämme (Bei jeder Komp. 8 Uff., 
2 Sp., 29 M.) zu entlassen, eine Maßregel, die den Ver- 
trägen der verbündeten Mächte vom 31. Mai und 4. Juni 
1814 widersprach. 

Nach diesen Verabredungen sollten die deutschen 
Truppen so lange unter preußischem und österreichischem 
Oberbefehl bleiben (die bisher unter Rußland gestanden 
hatten, übernahm jetzt Preußen), bis die politische Neu- 
gestaltung Deutschlands geregelt sein würde i ). 

In welcher Weise Preußen den Kurfürsten veranlaßte, 
sein Armeekorps wieder mobil zu machen, werden die 
nachfolgenden Auszüge aus den Akten des großen General- 
stabes ergeben, die ein sehr wertvolles Material zur Kennt- 
nis der damaligen Zustände in Deutschland und besonders 
in Hessen liefern. Meines Wissens sind diese Vorgänge 
bisher nirgends eingehend geschildert worden, meist werden 
sie vollkommen mit Stillschweigen übergangen. Der un- 
glückselige Zwist zwischen Vater und Sohn, der im Hause 
Brabant beinahe in jeder Generation vorkommt, tritt auch 
hier grell hervor. Am 4. August 1814 befahl der kom- 
mandierende General der preußischen Truppen am Nieder- 
rhein, Feldmarschall Gr. Kleist v. Nollendorf, dem Oberstlt. 
v. Rudolphi, sich nach Kassel zu begeben mit folgender 
Instruktion: (K. A. Cap. V. A. No. 12). 

„Der Kurprinz von Hessen, als kommandierender 
General des IV. Deutschen Armeekorps, hatte dem Feld- 
marschall gemeldet, daß der Kurfürst seine Truppen auf 
Friedensfuß gesetzt und Befehl erteilt habe, daß sie aus- 
einandergingen, was auch geschehen sei. Da diese Maß- 
regel den mir (d. h. Kleist) gegebenen Allerhöchsten 
Weisungen widerspricht, so hat sich p. Rudolphi sofort zum 
G.-L. v. Thielemann in Koblenz zu begeben, und ihm den 



J ) Pertz, Steins Leben IV. 32. 



— 17 — 

Befehl zu überbringen, das 3. Deutsche Armeekorps x ) in 
Hessen einrücken zu lassen. Rudolphi bleibt während 
der ersten Märsche bei Thielemann und begibt sich dann 
mit einem Schreiben zum Kurprinzen von Hessen, in dem 
diesem mitgeteilt wird, daß ich (Kleist) den Befehl zum 
Einrücken gegeben habe. Sollte diese Maßregel wirken, 
so bleibt Rudolphi bei der Person des Kurprinzen, be- 
obachtet das Fortschreiten der Mobilmachung und bezeich- 
net mir den Punkt, wo ich die hess. Truppen mustern 
kann. Ich befehle dem p. Rud. zu erklären, daß ich mit 
Schmerz mich gezwungen sehe, durch diese Maßregel der 
Demobilisierung der Truppen des IV. A. K., welche ganz 
gegen die Verabredungen der hohen verbündeten Mächte 
streitet, einem Teile von Deutschland wehe zu tun, dessen 
Einwohner sich zu allen Zeiten durch ihre Tapfer- 
keit, wie durch ihre Anhänglichkeit an ihren 
rechtmäßigen Herrn ausgezeichnet haben. 

(Folgen die Marschrouten der 2 Kolonnen, die am 7. 
und 8. August bei Koblenz den Rhein überschreiten und 
am 12. und 13. in der Gegend von Marburg eintreffen 
sollen.) 

Diese Truppen sollen im Kurfürstentum stehen bleiben 
und ihre Verpflegung daher beziehen. Sollte die hessische 
Regierung die Truppen Mangel leiden lassen, so müssen 
die Quartiere bis Kassel ausgedehnt werden. 

Bericht Bndolphis d. d. Kassel, 12. August 1814* 

„Um 6° morgens am 11. d. kam ich in Kassel an. 
Ich erfuhr, daß S. D. der Kurfürst im Bade zu Hofgeis- 
mar sich befände und ging sogleich dahin ab. Der Kur- 
prinz war bereits vor zehn Tagen nach Berlin abgereist. 
General v. Thümmel stellte mich dem Kurfürsten vor, 
nachdem er mir über das Verhältnis zwischen diesem und 
dem Kurprinzen ungefähr folgendes gesagt hatte: 

„Der Kurfürst gab den Regiments-Commandeurs vom 
Corps des Kurprinzen auf, alle Tage an ihn, den Kur- 
fürsten, Rapport einzuschicken. Der Kurfürst sagte in 
einer Danksagung an die freywilligen Jäger bey ihrer 
Auflösung: „Ihr habt Eurem bisherigen Anführer pp." 
Beydes nahm der Kurprinz so auf, als habe ihn der Kur- 
fürst des Commandos entsetzt, vergaß alle Pflichten, welche 



l ) Aus den Sachsen bestehend, deren Schicksal damals noch 
nicht entschieden war. 

N. F. BD. xxix. 2 



— 18 — 

er gegen den Vater hatte, ließ um eine Audienz bitten, 
welche ihm zugestanden wurde, ungeachtet der Kurfürst 
erklärte, er begreife nicht, wie sein Sohn darauf komme, 
noch erst um eine Audienz zu bitten, da ihm von jeher 
der Zutritt jeden Augenblick frey gestanden habe. Jetzt 
erschien der Kurprinz in Civilkleidern vor ihm. Der Kur- 
fürst nahm dies sehr übel auf und fragte den Kurprinzen, 
ob er nicht mehr das Corps commandiren wolle. Der Kur- 
prinz erwiderte, daß der Kurfürst ihm ja das Commando 
abgenommen habe. Es entstand eine heftige Szene, in 
welcher der Kurprinz erklärte, er wolle unter diesen Um- 
ständen mit dem Armee-Commando weiter nichts zu thun 
haben. Von jetzt an nahm er keine weiteren Rücksichten ; 
als ihm der Kurfürst in der Comedie die Hand reichte, 
nahm er sie nicht an, als ihn der Kurfürst vor der Tafel 
bewillkommnend küssen wollte, trat er zurück. Den Abend, 
ehe er nach Berlin abging, sagte er dem Kurfürsten blos : 
„Ich gehe nach Berlin". Durch dies Betragen ist der Kur- 
fürst nun freylich aufs äusserste gegen ihn aufgebracht 
und wird sehr schwer dahin zu bringen seyn, ihm wieder 
das Commando zu geben. Es ist wahr, der Kurfürst hat 
einen großen Theil der Truppen beurlaubt, allein theils 
waren die Leute dem menschenarmen Lande zu nothwen- 
dig, theils war die Ausgabe von 115 000 *^, welche sie 
kosteten, unerschwinglich. Die Pferde der Artillerie, des 
Trains pp. sind zum Theil den Bauern zur Erndte gegeben 
worden, wogegen sie selbige erhalten (d. h. unterhalten, 
ernähren), allein Pferde sowohl als Menschen können in 
einem Zeitraum von 8 Tagen wieder zusammengezogen 
seyn. Eine Batterie ist ganz mobil geblieben. Aller Vor- 
stellungen der Minister ungeachtet kann sich der Kur- 
fürst nicht in die Idee finden, dass in Seinem 
Lande irgend ein anderer, als er allein, Seinen 
Truppen Befehle geben solle." 

Nachdem ich mich mit dem General v. Thümmel 
über manches verständigt und mich überzeugt hatte, daß 
er die Zeitverhältnisse in ihrer richtigen Gestalt sehe, 
gingen wir zum Kurfürsten. 

Der Kurfürst, mit welchem mich Thümmel allein 
ließ, war anfangs, ungeachtet ich meinen Auftrag mit 
möglichster Schonung ausrichtete, in einem schwer zu 
schildernden Zustande. Dem mir gegebenen Befehle ge- 
mäß stellte ich die genommene Massregel als eine rein 
militärisch nothwendige fest, richtete aber anfangs wenig 



— 19 — 

auf ihn aus, wobey der König von Würtemberg 
mir unaufhörlich zum Beyspiel aufgestellt wurde, der 
öffentlich erklärt habe, „es sey absurd, nur einmal 
zu glauben, dass der Fürst Schwarzenberg 
seinen Truppen in seinem Lande etwas zu 
befehlen habe, der König von Würtemberg sey da- 
mit durchgekommen*' (eigne Worte des Kurfürsten), er 
werde es daher auch nicht leiden x ). 

Ich erwiderte, S. D. hätten traktatenmäßig ein Corps 
stellen müssen, dies Corps sei auseinandergegangen, ob 
dies Recht sey oder nicht, darüber maße sich der com- 
mand. General die Entscheidung keineswegs an, da es 
ihm aber militairisch nothwendig sey, hier ein Corps zu 
haben, so trete die angekündigte Maaßregel ein. Ich 
sollte mich jetzt in eine Diskussion einlassen, wie in hie- 
siger Gegend ein Corps nothwendig seyn könne. Dies 
lehnte ich ab als nicht zu meinem Ressort gehörig, und 
nun versicherte der Kurfürst, in Frankreich denke Nie- 
mand an Krieg, das wüßten wir auch alle recht gut, wir 
stellten uns blos deshalb so, als wenn von daher etwas 
zu besorgen wäre, damit wir die teutschen Fürsten 
um ihre Souveränitätsrechte bringen könnten. 

Ich erwiderte, soviel mir bekannt, sey der Wille des 
Königs, meines Herrn, nur, S. D. den Kurfürsten vor dem 
Unglück des Jahres 1806 zu bewahren, übrigens betrach- 
teten Se. Exe. der Graf Kleist sowie alle Preußen 
die Hessen seit langer Zeit als ihre Brüder. 

Der Kurfürst warf jetzt alle Schuld auf den Kur- 
prinzen, jedoch ohne besondere Bitterkeit gegen ihn zu 
äußern. Ich konnte nicht umhin zu bemerken, daß die 
Demobilisierung der Truppen doch nur von S. D. dem 
Kurfürsten ausgegangen seyn könne und daß es doch auf 
diese hier vorzüglich ankomme. Ich erhielt darauf die 
bestimmte Erklärung, der Kurfürst werde sich nie 
des Rechts begeben, in seinem Lande mit sei- 
nen Truppen zu machen, was er wolle, wer den 
Oberbefehl über seine Truppen weggebe, der gebe auch 
seine Souveränitätsrechte weg, nur durch Truppen könne 
man diese behaupten, dabey war von Ausrücken des 
Landsturms, der Landwehr u. s. w. die Rede. Ich bat 
nun, mich vorläufig wegen Verpflegung der einrückenden 

l ) Über diese Vorfälle findet sich in den mir zugänglichen Druck- 
werken nichts. Auch eine diesbezügliche Anfrage beim k. würtem- 
j)ergi«chen Staats-Archiv blieb erfolglos. 



— 20 — 

20000 Mann beym Ministerio zu accreditieren, und da ich 
jetzt erst bemerkte, daß S. D. das Einrücken fremder 
Truppen nur für eine leere Drohung hielten, so gab ich 
mein Ehrenwort, daß ich sie schon bey Montabaur im 
Marsch gefunden und daß sie den ganz bestimmten Be- 
fehl hätten, am 13. ins Hessische einzurücken. 

Dadurch änderte sich manches und der Gedanke an 
Exekution, den ich durchaus nicht gelten ließ, bewirkte, 
daß wir in Unterhandlungen treten konnten. Ich glaube 
behaupten zu können, daß ohne diese 20 000 Mann S. D. 
auch nicht um einen Fußbreit von ihrem angenommenen 
System gewichen wären. Nach zweystündigen Unter- 
handlungen kamen wir endlich dahin überein, daß ich dem 
G.-L. v. Thielemann den Vorschlag machen wolle, eine 
Division in die Grafschaft Hanau und in die niedere Graf- 
schaft Katzenellenbogen, die beyden anderen Divisionen 
aber ins Oberfürstentum Hessen (Marburg und Umgegend) 
zu verlegen. Der Kurfürst versprach dagegen, 14 000 
Mann in die Gegend von Ziegenhayn, Hirschfeld (Hers- 
feld), Eschwege, Cassel, Wolfhagen und Fritzlar zusammen- 
zuziehen und zwar sollen diese bis zum 19. d. M. zusam- 
menseyn. Da durch diese Maaßregel die Punkte von 
Ziegenhayn und Hirschfeld besetzt werden, so habe ich 
geglaubt, den G.-L. von Thielemann ersuchen zu dürfen» 
dies zu bewilligen. Die Stadt Hanau und Langenschwal- 
bach wünscht der Kurfürst, erstere mit 1 Regiment, letz- 
tere mit 1 Grenad.-Bat. besetzt zu behalten. 

Abends war ich beym Minister v. Schmerfeld, um 
mit ihm wegen Verpflegung der Truppen Rücksprache 
zu nehmen. Er sagte mir, dass der Kurfürst am andern 
Morgen hierher nach Cassel kommen würde, um im Ge- 
heimen Rath zu präsidieren, alle seine Geheimen 
Räte wären von der Nothwendigkeit undRich- 
tigkeit der Maaßregel überzeugt, welche der com- 
mand. General Graf Kleist getroffen habe, sie würden da- 
her, was sie heute schon schriftlich gethan, im Geh. Rath 
mündlich in den Kurfürsten dringen, alles anzuwenden, 
um den lästigen Besuch los zu werden, ich möchte daher 
meine Berichte, sowie das Schreiben an Thielemann nicht 
vor beendigtem Geh. Rath abgehen lassen, welches ich 
versprach. 

Um 11 ° abends kam General v. Thümmel von Geis- 
mar auf Befehl des Kurfürsten zu mir, um mich zu fragen, 
ob ich nicht bevollmächtigt sey, den Marsch der Sachsen 



— 21 — 

anzuhalten, im Fall er seine Truppen so schnell als mög- 
lich zusammenzöge, wozu er sogleich die Befehle geben 
wolle. Ich wiederholte, was ich schon am Morgen darüber 
erklärt hatte und Thümmel versicherte, dass alles Mög- 
liche geschehen sollte, um die Truppen schnell zusammen- 
zuziehen, er hoffe, dass am 19. d. alles zusammen sein 
würde. 

Am 12. Vormittags ward ich an Ihro K. H. die Kur- 
prinzeß vorgestellt. Ihre K. H. sagten mir, daß an der 
Sache nur das schlechte Verhältniß zwischen dem Kur- 
prinzen und seinem Her in Vater Schuld sey, dass Sie 
weder das Betragen des einen noch des andern billigen 
könnte, dass aber der Kurprinz in seinem Rapport an den 
Gr. Kleist viel zu weit gegangen sey und mehr gesagt 
habe als wahr sey. Der Kurfürst habe sich an die (so!) 
Idee gestoßen, daß er gewissermaßen unter seinem 
Sohne stehen solle, und der Kurprinz habe dies Ver- 
hältniß bei weitem nicht delicat genug behandelt. Sehr 
schmerzlich sey es I. K. H., daß der command. General 
dadurch gezwungen worden sey, dem armen Heßenlande 
eine Last aufzulegen, welche die Familie des Kur- 
fürsten verhaßt machen müßte, ich möchte daher 
Se. Exe. dringend bitten, die fremden Truppen sobald als 
möglich wieder aus dem Lande zu ziehen." 



Darauf erwiderte Kleist den 15., Rudolphi möge ihn 
der Kurprinzeß zu Füßen legen und ihr die Versicherung 
geben, daß die vom Kurprinzen gemachten Mitteilungen 
über die Demobilmachung der heßischen Truppen keines- 
wegs übertrieben hätten, er habe von anderer Seite die- 
selben Nachrichten über das Auseinandergehen des Korps 
erhalten. Er habe Thielemann angewiesen, die Vorschläge 
der heßischen Regierung bezüglich einer andern Dislo- 
kation abzuweisen, auch nicht den Unterkunftsrayon seines 
Korps durch die Zusammenziehung der Hessen bei Mar- 
burg einengen zu lassen. Wörtlich: „Die Zusammenzie- 
hung muß zwischen Hirschfeld, Ziegenhayn und Roten- 
burg stattfinden, damit Thielemann sich event. bis über 
die Eder ausbreiten kann. Sobald ich mich überzeugt 
habe, daß das IV. deutsche Armee-Korps beisammen ist, 
werde ich ein Corps (?) aus Heßen herausziehen. Ich 
hatte geglaubt, S. K. D. etwas Angenehmes zu erzeigen, 
als ich das IV. D. A.-K. aus dem Luxemburgischen ins 
Heßische verlegte, denn ich hätte ebenso gut jedes ******* 



— 22 — 

dahin rücken lassen können. Wenn aber Höchstdieselben 
die Ansicht haben, daß es sich mit der Schicklichkeit nicht 
verträgt, das Heßische Corps in Höchstihrem Staate als 
ein Theil (so!) eines großen Ganzen unter meinem Ober- 
befehl stehen zu laßen, so werde ich es mir zur beson- 
deren Pflicht machen, das IV. D. A.-K. stets von seinem 
Vaterlande entfernt zu halten.** 



Am 17. August erhielt Kleist folgendes Schreiben 
des Kurfürsten d. d. Geismar, 12. August 1814. 

„Ich habe von dem mit E. E. Schreiben vom 7. d. M, 
anher abgeschickten Oberstlt. v. Rudolphi ungern dabey 
j die mündliche Mittheilung erhalten, daß Sie durch eine 

j vermeintliche Demobilisierung Meines Armee- Corps 

I sich veranlaßt gefunden, ein auf 21 000 Mann Sächsischer 

j Truppen angegebenes Corps in Meine Lande zurücklegen 

j zu wollen, ohne einmal, wie Ich nach Meinen Beziehungen 

mit Seiner Königl. Majestet, und E. E. sonstigen persön- 
lichen Gesinnungen wohl erwarten zu können geglaubt 
! hätte, über die nähere Bewandniß der Sache bey Mir erst 

| Erkundigung einzuziehen. Wenn Ich, auf der einen Seite, 

j aus landesväterlicher Fürsorge, hauptsächlich die Noth- 

i wendigkeit in Betracht gezogen habe, wenigstens auf 

( einige Zeit, dem Lande mehrere arbeitende Hände wieder- 

i zugeben, ohne welche dasselbe besonders bey der jetzt 

i bevorstehenden Erndte, allzusehr zurückgesetzt werden, 

■ viel weniger die Lasten etwaiger fernerer Durchmärsche 

und Lieferungen zu tragen im Stande seyn würde, habe 
j ich auf der anderen Seite bey dieser Maasregel, wodurch 

j nur ein Theil Meines Corps beurlaubt worden, um so we- 

: niger einen Anstand finden können, als Ich, wie selbst 

' t von den verbündeten Mächten anerkannt ist, mit einer, 

die hiesigen Kräfte weit übersteigenden Anstrengung, 
| gegen 21 000 Mann wirklich aufgestellt und fast ganz im 

Felde gehabt; statt daß man schon mit 12 000 Mann zu 
Meinem Contingent zufrieden seyn wollen und, nach dem 
Verhältniß mit anderen Fürsten, solches noch geringer 
hätte seyn können. 

In dieser Stärke, mit allem dazu Erforderlichen, ist 

• dasselbe auch noch solchergestalt vorhanden, daß es bey 

j eintretender Notwendigkeit sofort in der kürzesten Zeit- 

! frist um so leichter zusammengezogen werden und wieder 

ausrücken kann: weil die Beurlaubung von den Regimen- 



— 23 — 

tern blos in die nahen Umkreise deren Cantonirungen 
geschehen. 

Indem also, bey diesen Umständen, selbst in dem 
unterstellten Fall irgend einiger Gefahr, es einer solchen 
Besetzung durch fremde Truppen nicht bedürfen würde, 
so hoffe Ich, durch den Überbringer dieses, Meinen Major 
und Flügel-Adjutanten von Dalwigk zu vernehmen, daß 
E. E. dem Marsch dieses anrückenden Corps eine andere 
Richtung geben zu laßen und damit Meine Lande einer 
weiteren Verpflegungslast zu überheben geneigt seyn 
werden, die sie, neben der Unterhaltung der eignen 
Truppen, unmöglich ertragen könnten. 

Der Ich mit wahrer Hochschätzung verbleibe 

E. E. dienstwilligster wahrer Freund 
Wilhelm Kf. von Hessen. 



Am 21. August berichtete Rudolphi wieder aus Kassel, 
indem er beilegte 

1. Ein Schreiben des Kurfürsten, worin dieser den 
kommandierenden General am Niederrhein (d.i. 
Kleist) auch als solchen für die hessischen 
Truppen anerkennt und verspricht, daß für die Folge 
keine Beurlaubungen ohne Erlaubnis desselben vorfallen 
sollten. 

„Sollte dies Schreiben", fügt Rudolphi hinzu, „nicht 
ganz in denjenigen Ausdrücken abgefaßt sein, welche E. E. 
zu fordern befugt sind, so muß ich es damit entschuldigen, 
daß es ein Kriegsrath concipirt hat, und die Zeit fehlte, 
es noch vor der Unterschrift zu sehen, da die Kurprinzeß 
unvermuthet nach Wilhelmshöh kam, und ich den Feld- 
jäger an Thielemann wegen Verpflegung der Cavallerie 
noch heute abfertigen mußte. Übrigens ist der Kurfürst 
jetzt Gott sei Dank in den allerbesten Dispositions, nach- 
dem er mich bisher auf eine ganz unglaubliche Art mit 
Inconsequenzen aller Art und — ich muß es sagen — auch 
mit Unwahrheiten gequält hat. Ich muß beinahe vermuthen, 
daß er von Berlin ganz in der Stille Weisungen bekommen 
hat, welche besser gewirkt haben als alle meine Be- 
mühungen. Die Zurückkunft des Majors v. Dalwigk hat 
auch dazu beygetragen ; denn seitdem scheint der Kurfürst 
sich erst zu überzeugen, daß E. E. der Zustimmung Seiner 
Majestät des Königs gewiß sind." 

2. Die Dislokation der hessischen Truppen. Ru- 
dolphi fügt hinzu : „Thümmel mustert morgen die 3 Batte- 



— 24 — 

rieen, das Gren.-B. Loßberg und das Jäger-Bat., ich soll 
dabei sein, um mich zu überzeugen, daß sie komplet. Wäre 
es möglich, daß E. E. die hessischen Truppen selbst mu- 
sterten, würde dies den Kurfürsten unendlich weniger 
kränken, als wenn Thielemann dies thäte, den er garnicht 
liebt, ungeachtet er von allen Seiten hört, daß die Sachsen 
sich musterhaft in seinem Lande betragen." 

Dislokation des mobilen kurhess. A.-K. am 

14. August 1814. 

(Ein Teil der Truppen blieb immobil, s. unten!)] 

3 Batterien, „Staabswacht Husaren", Gren.-B. Loßberg 

in Kassel. 
R. Kurfürst in Wolfhagen, Zierenberg, Niedenstein und 

Naumburg. 
R. Kurprinz in Hanau und Gelnhausen. 
R. Landgr. Karl in Hersfeld, Rotenburg und Vacha. 
R. Pr. Solms in Eschwege, Allendorf und Witzenhausen. 
Gren.-B. Haller in Langenschwalbach. 
1. Regiment Landwehr in Fritzlar, Felsberg, Wabern 

und Zennern. 
Jäger-Bat. in Waldau bei Kassel. 
Leib-Drag.-R. in Hofgeismar und Grebenstein. 
Husaren-Regiment in Homberg und Gudensberg. 

3. Den Rapport des IV. Deutschen A.-K. Rudolphi: 
„Wenn auch noch nicht alles komplett, so höre ich doch 
von Reisenden, daß die Beurlaubten mit Macht einkommen." 

Der Rapport, von Thümmel unterschrieben, weist bei 
einer Sollstärke von 403 Offizieren, 15 344 M. und 1530 
Pferden eine Iststärke von 334 Offizieren, 12 903 M. und 
1438 Pferden nach. 

4. Eine Aufforderung der hessischen Regierung an 
die Beurlaubten. Rudolphi: „Die Äußerung des Kur- 
fürsten, die Armee koste in diesem Monat 70 000 ^ mehr 
wie im Juli, beweist, daß stark beurlaubt war *). Es ist 
bekannt, daß Heßen mehr als der größte Theil 
von Teutschland gelitten hat. Czernitschef und 
sämtliche Russen haben das Land recht mit Methode aus- 
gesogen. Man rechnet, daß der russische Kommandant 
von Cassel, Major Ratzen, gegen 80, schreibe achtzigtausend 
Thaler hier erworben hat. Der Kurfürst hat zwar keine 



*) Beim Regiment Prinz Solms waren von 1394: M. der Iststärke 
1097 beurlaubt! (K. A.) 



— 25 — 

neuen Auflagen zur Errichtung von Truppen gemacht, allein 
er hat den größten Theil der Ouvriers noch nicht bezahlt. 
Die russischen Durchmärsche haben das letzte weg- 
genommen. Der Unterthan ist — ohne Ausnahme — 
höchst mißvergnügt und die „Sächsische Execution", wie's 
der Kurfürst nennt, kränkt zwar den Stolz des Kurfürsten 
ganz unglaublich, schadet aber seinem Geldbeutel wenig. 
Das Land ist in hohem Grade ausgesogen, indessen halte 
ich es für meine Pflicht, E. E. zu gestehen, daß mir die 
Thränen der Frau Kurprinzeß imponiren und daß 
ich gegen ihre Wünsche, daß diese Maßregel, welche ihre 
Familie verhaßt machen müsse, aufhören möchte, nichts 
zu sagen weiß. Hierzu kommt, daß der Kurprinz noch 
immer nicht zurückkommt, wahrscheinlich, so sagt das 
ganze Land, weil er sich freut, daß sein Herr Vater 
unterm Druck ist. Am 16. hat der Kurfürst den Geh. 
Rath Lennep zum Staatskanzler nach Berlin geschickt." 

Inzwischen schickte König Friedrich Wilhelm III. 
seinen Generaladjutanten v. Gaudi nach Kassel, um dem 
Kurfürsten vorzustellen, daß es sowohl in allgmeinem In- 
teresse als in seinem eignen liege, ein Korps von wenigstens 
14 000 M. mobil zu behalten, bis der neue Besitzstand 
entschieden und gesichert sei, und bis die Militär- Verfassung 
des Deutschen Bundes das von den Staaten des Kurfürsten 
zu haltende Kontingent bestimmt sein werde. Wegen der 
Beurlaubungen wurde nachgegeben, daß solche in die 
Nähe der Garnisonen stattfinden dürften, doch solle alles, 
was das Armeekorps bedarf, „um ohne Aufenthalt agiren 
zu können", in vollkommenem Stande bei den Truppen 
vorhanden sein. Demnächst solle Gaudi die hessischen 
Truppen besichtigen, um sich von ihrem Zustande zu 
überzeugen. 

Am 4. Sept. schreibt Kleist an Rudolphi, er solle 
zurückkommen, und gleichzeitig an den Kurfürsten, daß 
S. M. der König den Befehl zum Abmarsch der Sachsen 
gegeben habe, und das IV. Deutsche A.-K. nunmehr seine 
Stellung zwischen Marburg, Kassel und Hersfeld un- 
gehindert einnehmen könne. Gegen die Besetzung von 
Hanau durch 1 Regiment liege nichts vor. 

Nach v. Schönberg, Geschichte des L-R. 106, erhielten 
die Sachsen am 5. August den Befehl, nach Hessen zu mar- 
schieren, brachen am 9. auf, erreichten am 13. und 14. Mar- 
burg und Umgegend, verließen dies wieder am 8. Sept. (!) 
und trafen am 15. Sept. in Koblenz ein. Während 



— 26 - 

ihres Aufenthalts in Marburg spielte sich die Adressen- 
angelegenheit der sächsischen Offiziere ab, die auf die 
Wiedereinsetzung ihres Königs abzielte und durch General 
v. Müffling beigelegt wurde 1 ). 

Noch am 4. Sept. schrieb Rudolphi an Kleist: 
„Ungeachtet der Kurfürst den verzögerten Abmarsch 
der Sachsen mit mehr Resignation erträgt, als ich er- 
warten konnte, so muß ich doch bedauern, daß S. M. der 
König den Courier, welcher von Berlin erst am 29. ab- 
gegangen ist, nicht über Cassel nach Aachen dirigiret 
haben. Der Umweg, welchen diese Depeschen über 
Aachen machen, muß den Kurfürsten auf den Gedanken 
bringen, daß er zum warnenden Beyspiel fürs 
übrige Teutschland ausersehen sey, und dadurch 
wird er immer weniger geneigt, sich in die Ideen zu 
fügen, welche S. M. zwar zu wünschen scheinen, welche 
aber in den Instructions des Generals v. Gaudi keines- 
wegs so laut ausgesprochen sind, daß davon ein glück- 
licher Erfolg zu erwarten steht. Hier hilft kein anderes 
Mittel als das der Gewalt, und die Acquisition von 
Fulda, welche man dem Kurfürsten im Hintergrunde zeigt, 
bewegt ihn zu nichts, denn er betrachtet sie als den 
wohlverdienten Lohn für die ungeheuren Auf- 
opferungen, welche er Preußen 1806 gemacht haben 
will. Er behauptet, Bonaparte habe ihm damals die Kö- 
nigswürde und ansehnliche Vergrösserungen antragen 
lassen, und führt Bayern, Würtemberg, vorzüglich aber 
seinen Erbfeind Darmstadt als Beweise an, daß es nicht 
so ganz übel gewesen sey, sich Bonaparte in die 
Arme geworfen zu haben. Das Betragen des Kur- 
prinzen seit seiner Zurückkunft von Berlin ist keineswegs 
dazu geeignet, dem Kurfürsten weniger Eifersucht zu 
geben. Er zeigt es zu offen, daß er sich auf den Schutz 
des Königs verläßt. Der Haß zwischen Vater und Sohn 
hat hier zu tiefe Wurzeln geschlagen, und die Umgebung 
des Kurprinzen hofft auf baldigen Tod des Kurfürsten, 
ein Calcul, welcher sie leicht bitter betrügen könnte, da 
ich mit mehreren der Meynung bin, daß der Kurfürst den 
Kurprinzen überlebt. Ich habe nach dem Wunsche des 
Kurfürsten mit dem G.-M. v. Thümmel die Husaren, das 
Jäger-Bataillon, 3 Batterieen und ein Gren.-Bat. (Loßberg) 
gesehen. Diese sind vollzählig, und nach allem, was ich 
höre, sind es die andern auch. 

x ) Pertz, Steins Leben, IV. 82. 



— 27 — 

Das Husaren-Regiment ist sehr schön, hat sehr 
gute Pferde, junge, gesunde, ziemlich gut dressierte 
Menschen, ein sehr anständiges Corps Offiziers und einen 
Commandeur, Oberstlt. SchaefFer, der sich in Spanien den 
Ruf eines ausgezeichneten Cavallerie-Offiziers erworben hat. 

Das Jäger-Bataillon besteht aus gelernten Jägern, ist 
hübsch und jung. Der Major Boedecker, der es führt, hat 
sich gegen Czernitschef hier bei Cassel wie ein Mann 
von Ehre geschlagen. Deshalb will ihm der Kurfürst 
nicht recht wohl und dies letztere ist Grund genug für 
den Kurprinzen, ihn zu protegiren. Das Bataillon scheint 
viel guten Willen zu haben, denn es schreyt alles 
und läuft alles wild durcheinander. Der leichte 
Dienst ist ihnen noch fremd. 

Die Artillerie wird von G.-L. Engelhard befehligt, 
ein Mann, der zuletzt den Kurfürsten im Exil begleitete. 
In Cassel wollten ihn die Franzosen nicht leiden, weil er 
oft heimlich vom Kurfürsten erhaltene Gelder an seine 
alten Diener verteilte. Er soll kein großer Artillerist seyn r 
wohl aber wird der unter ihm stehende Major Köhler von 
den Artillerieofficiers ungemein geschätzt und geliebt. Er 
soll vorzüglich in Rücksicht aufs Material ganz unge- 
wöhnliche Kenntnisse besitzen. 

Die 3 Batterieen haben sämtliche Geschütze mit ziem- 
lich guten Pferden bespannt, aber per Batterie nur 5 Mu- 
nitionswagen. Der Train hat keine Pferde, sowie die 
Fahrzeuge der Infanterie. Der Kurfürst versichert, dass 
diese Pferde bey den Bauern aufgeschrieben sind und im 
Augenblick eingezogen werden können. 

Das Gren.-Bat. Lossberg scheint vollzählig und macht 
die Evolutions der schweren Infanterie mit Mühe. 

Der Kurfürst hat mir mehrmals öffentlich gesagt, 
daß es ihm lieb sey, daß E. E. mich zu diesem Geschäft 
gewählt hätten, ich habe nach allen Kräften gesucht, im 
Sinne E. E. menschenfreundlicher Denkungsart zu han- 
deln und wenn ich dadurch so glücklich gewesen bin, 
E. E. Zufriedenheit zu erlangen, so wird mich dies nicht 
allein vollkommen für die Stürme entschädigen, welche 
ich hier zuweilen aushalten mußte, sondern es wird mich 
auch darüber beruhigen, daß S. M. der König zu glauben 
scheinen, daß ich hier nicht auf meinem Posten war/ 4 



— 28 — 

Am 12. September schrieb Gaudi an Kleist aus 
Gießen : 

„E. E. beehre ich mich hierdurch anzuzeigen, daß 
nach dem erfolgten Abmarsch des Sächsischen Armee- 
korps die kurheßischen Truppen sich in Bewegung gesetzt 
haben, um die in der Anlage näher bezeichneten Dislo- 
cationen zu beziehen. 

In diesem Augenblicke bin ich damit beschäftigt, 
sämtliche Truppen des kurheß. mobilen Armeekorps zu 
besichtigen. Ich habe davon bereits einen Theil, der in 
der Nähe von Cassel stand, gesehen, und werde die übri- 
gen in den neuen Cantonnirungen, welche diese Truppen 
jetzt beziehen, revidiren, wobey mich des Kurprinzen von 
Heßen Durchlaucht begleiten. 

Soviel ich bis jetzt von diesen Truppen gesehen 
habe, sind sie in gehöriger Verfassung und mit allem Er- 
forderlichen, was zum Marsch ins Feld gehört, versehen, 
nur die Pferde fehlen diesem Corps, indem man selbige 
dem Lande zurückgegeben hat, sonst aber sind alle Be- 
urlaubte wieder eingezogen worden, und es wird nur erst 
ein Theil derselben aus den neuen Cantonnirungen auf 
Urlaub entlaßen werden, von wo sie jedoch spätestens 
binnen 4 Tagen bey den Fahnen wieder versammelt 
seyn können. 

Die anliegenden Tageslisten w T eisen den effektiven 
Stand sowohl der immobilen als mobilen Kurheß. Truppen 
nach. Letztere sind ganz nach Preußischem Fuß organi- 
siert und eingeübt, nur habe ich gefunden, daß sie in ihrer 
Dreßur, besonders was die Manövrirfähigkeit betrifft, noch 
sehr zurück sind, was sie sich jedoch jetzt bey der Ruhe, 
die ihnen gegeben wird, sehr füglich werden erwerben 
können ; ein Übelstand ist jedoch bey diesen Truppen der, 
daß sie verhältnismäßig nur sehr geringe besoldet sind; 
es wird indeßen hierin wohl nicht eher eine Abänderung 
getroffen werden können, als bis die neue Militair- Ver- 
faßung des Deutschen Staatenbundes auf dem Wiener 
Congreß regulirt sein wird." 

Die Tagesliste der immobilen Truppen (Die Regi- 
menter Garde, Gardegrenadier, Biesenrodt, Garde-du-Corps 
und Leib-Curassier, der Leib Husaren-Eskadron, die Leib- 
Artillerie-Batterie) ergab bei einer Sollstärke von 114 Of- 
fizieren, 3421 M. und 913 Pf. eine Iststärke von 68 Offi- 
zieren, 2858 M. und 201 Pferden. Die Batterie hatte 



— 29 - 

z. B. nur 12 Pferde, das Leib-Cüras;ier-Regiment bei einer 
Mannschaftsstärke von 132 M. nur 43 Pferde! 

Die Tagesliste des mobilen Korps, zu dem außerdem 
auf S. 24 angegebenen Truppen das 2. und 3. Landwehr- 
Regiment, 1 vierte Fußbatterie und. 2 Parkkolonnen ge- 
hörten, wies eine Sollstärke von 544 Off., 21 270 M. und 
1868 Pf. (außerdem 64 Trainknechte), eine Iststärke von 
447 Off, 16111 M. und 1391 Pf. (außerdem 48 Train- 
knechte) auf. 

Damit schließen die Akten über diese unerquickliche 
Episode aus der Geschichte Kurhessens. Beinahe bis zum 
Jahresschluß scheint das kurhessische Armeekorps mobil 
geblieben zu sein ; denn nach anderen Akten rückte z. B. 
das Regiment Prinz Solms erst am 10. Dez. in seine 
normalen Standorte wieder ein. Wenige Monate später 
brach der Krieg gegen den Erbfeind von neuem aus und 
die kurhessischen Truppen nahmen in einer Stärke von 
etwa 11 000 M. an ihm teil. Aber auch im Jahre 1815 
war es ihnen nicht vergönnt, an den großen Entscheidungen 
des Feldzuges mitzuhelfen; die Beobachtung und Ein- 
schließung der Festungen an der Maas bot nur wenig 
Gelegenheit zur Auszeichnung. 



«• » ♦ ^ ♦» 



Der Fall Winz und die theologische Fakultät 
zu Marburg. 

Von 
Professor D. Friedrich Wiegand. 



„Zwey merkwürdige Geschichten von protestantisch- 
inquisitorialischer Intoleranz welche sich im Jahr 1788 in 
Deutschland ereignet haben. Altona." So lautet der Titel 
eines zwei Bogen starken wenig bekannten Pamphletes, 
das jüngst in meinen Besitz überging. Sein Inhalt ist 
herzlich unbedeutend ; man erfährt eigentlich nur, daß die 
damalige theologische Fakultät zu Marburg aus „stroher- 
nen Köpfen" bestanden hat, deren Intoleranz ein recht- 
schaffener Prediger Namens Winz in Neuwied gerade zum 
Opfer zu fallen droht. „So, liebe deutsche Nation! steht 
jezt die Sache. Denke, urtheile, schaudre — und erwarte 
von mir nächstens den weitern Verfolg. 4 ' 

Zu diesem weiteren Verfolge scheint es nun zwar nicht 
gekommen zu sein. Wohl aber bietet die Veranlassung- 
zu dem anonymen Herzenserguß eine charakteristische 
Episode aus der Zeit der Aufklärung, die ich um so lieber 
der Vergessenheit entreiße, als Universitätsbibliothek x ) 
und Archiv in Marburg die Mittel zu einer Rekonstruie- 
rung der einen der beiden „merkwürdigen Geschichten" 
bequem an die Hand geben. 



*) Vgl. besonders (Degenhard Pott) Briefe angesehener Gelehrten, 
Staatsmänner, und anderer, an den berühmten Märtyrer D. Karl Fried- 
rich Bahrdt, seit seinem Hinweggange von Leipzig 1769 bis zu seiner 
Gefangenschaft 1789. Leipzig 1798. IV. S. 233—310. — Das Religions- 
Edikt. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen. Eine Skizze. Von Nicolai dem 
Jüngern (K. F. Bahrdt). Thenakel 1789. Bes. 2. Aufzug 8. Scene 
S. 58—65. 



- 31 — 

Philipp Jakob Winz hatte kaum die Mitte der Zwan- 
ziger überschritten und war erst drei Jahre in seiner pfälz- 
ischen Heimat Pfarrer gewesen, als er 1785 einen Ruf 
als erster Pfarrer an die reformierte Gemeinde nach Neu- 
wied erhielt. Theologisch gehörte er der Aufklärung an. 
Er predigte nach eigener Aussage „blos über Gut und 
Bös", indem er „seine Zuhörer für das eine zu erwärmen 
und vor dem andern zu warnen suchte". Auf die Lehre 
der Kirche hingegen ging er nur soweit ein, als er es 
„vor Gott, der Vernunft und Schrift glaubte verantworten 
zu können". Dem jungen Prediger fiel die Gemeinde 
rasch zu; mancher fühlte sich von tausend quälenden 
Zweifeln befreit und zu einem tatkräftigen Leben ange- 
spornt. Nur einen der fleißigsten Kirchgänger stieß diese 
moderne Predigtweise rasch ab, den regierenden Fürsten 
von Wied. Denn Johann Friedrich Alexander war in der 
Luft des Pietismus aufgewachsen und konnte sich, obwohl 
sonst ein charmanter Herr und als weise und duldsam be- 
kannt, mit seinen fünfundachtzig Jahren nicht mehr in eine 
andere kirchliche Richtung hineinfinden, als er von klein 
auf gewohnt war. Bei dem neuen Prediger fehlten aber 
nicht nur völlig die bekannte pietistische Redeweise und 
Terminologie, sondern Johann Friedrich Alexander ver- 
mißte auch die .Trinität, die Gottheit Christi, das blutige 
Versöhnungsopfer auf Golgatha, die Erbsünde; bald war 
ihm geradezu alles in Winzens Predigten anstößig; Winz 
selbst erschien ihm als Sozinianer. Nun hatte zwar nach 
gut reformierter Weise die Gemeinde ihren Pfarrer gewählt 
und berufen, auch lebte man auf dem Boden des tole- 
ranten Rheinlandes, aber dessenungeachtet fühlte sich 
Johann Friedrich Alexander als Landesherr und Summ- 
episkopus geradezu verpflichtet, den der heiligen Schrift 
und dem Heidelberger Katechismus widersprechenden Pre- 
digten Einhalt zu tun. Der alte Herr hörte nicht mehr gut. 
Dieser Umstand gab einen passenden Vorwand ab, um 
von Winz hier und da eine Predigt im Manuskripte einzu- 
fordern und sie kopieren zu lassen. Und es fehlte nicht 
an solchen Personen, die sich gern in die Lektüre dieser 
Abschriften vertieften. Da waren der Kanzleidirektor 
Beckmann und der lutherische Pfarrer Engel, die, obwohl 
sie nicht zur Winzschen Gemeinde gehörten, sich gleich- 
wohl der Angelegenheit aus allgemeinem Eifer für die 
alte Orthodoxie widmeten. Daß die Brüdergemeinde in 
^Neuwied und die „Gesellschaft zur Beförderung der reinen 



— 32 — 

Lehre" für Winz wenig übrig hatten, lag auf der Hand. 
Kurzum, es ballte sich allmählich gegen den beliebten 
Prediger eine Opposition zusammen, an ihrer Spitze der 
gewissenhaft-ängstliche Fürst, der, wenn er in Bälde vor 
dem Richterstuhle Christi erscheinen mußte, ein gutes Ge- 
wissen haben wollte. Kanzleidirektor Beckmann nahm die 
Sache schließlich in die Hand. Er veranlaßte, daß die 
Abschrift einer Winzschen Predigt über das bekannte 
Wort Joh. 3, 16: Also hat Gott die Welt geliebet, daß er 
seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn 
glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben 
haben, durch den ersten Geistlichen des Landes, den In- 
spektor Cäsar, Pfarrer zu Rengsdorf, im Juli 1787 an die 
theologische Fakultät zu Marburg geschickt und daß diese 
„um ein gründliches theologisches Bedenken nach einer 
kollegialischen Erwägung" gebeten wurde. 

Die Marburger Fakultät war seit der Rekonstituie- 
rung der Universität im Jahre 1653 verfassungsgemäß 
reformiert gewesen und bot deshalb für die reformierten 
Gemeinden des Rheinlandes die am nächsten gelegene 
Instanz. Sie bestand damals aus drei Ordinarien: Coing, 
Pfeiffer, Endemann. 

Der Nassauer Johann Franz Coing hatte seit fünfund- 
zwanzig Jahren in Marburg von der Pike auf gedient. 
Als Mitglied der philosophischen Fakultät erwarb er sich 
Verdienste um die Bibliothek, wurde bei Wyttenbachs zu- 
nehmendem Alter erst dessen Suppleant, endlich 1778 dritter 
Professor der Theologie. Er gehörte zu den Stillen im 
Lande. Als Jung-Stilling nach Marburg kam, war „das 
erste Haus, welches ihm und seiner Frau die Arme der 
Freundschaft öffnete", das Coingsche. Denn, wie Jung, 
sagt, „Coing war Professor der Theologie und ein wahrer 
Christ ; mit beiden Eigenschaften verband er einen freund- 
lichen, sanften, gefälligen und geheim wohltätigen Cha- 
rakter". Coing ist später Jung-Stillings Schwiegervater 
geworden, und es mag nicht am wenigsten die Atmosphäre 
des Coingschen Hauses und Freundeskreises gewesen sein, 
was Jung-Stilling half, in Marburg über religiöse Zweifel 
und aufklärerische Anwandlungen hinwegzukommen. 

Ein Jahr später war der Kasseler Pfarrer Johann Ja- 
kob Pfeiffer in die Fakultät als zweiter Professor einge- 
treten. Auch er vertrat durchweg die althergebrachte 
Orthodoxie, aber nicht ohne zugleich an die neuen Ideen 
in Theologie und Philosophie mit lebhaftem Verständnis 



— 33 — 

heranzutreten und speziell den Aufklärüngstheologen mit 
Vertrauen zu begegnen. 

Die^ eigentlich interessante Persönlichkeit in der Fa- 
kultät war indessen der jüngste von allen, der trotzdem 
die erste Professur innehatte und dessen Berufung vor 
sechs Jahren von eigenartigen Erscheinungen begleitet 
gewesen war. Drei Wochen nach dem Tode Duysings 
hatten sich nämlich „Unterbürgermeister und Rathsvierer 
nebst Zünften und Gemeine der Stadt Marburg" an den 
Landgrafen mit der^itte gewandt, die erledigte Professur 
„mit einem recht geschickten, würdigen und auf andern 
Universitäten berühmten Manne hinwieder landesväterlich 
besetzen" zu wollen. Marburg habe keinen Ackerbau, 
keine Fabriken oder inneren Produkte; seine Nahrung be- 
stehe lediglich in dem Handel und Gewerbe, welche aus 
Regierung, Universität und Militär der Stadt zuflössen. 
Nun fehle dermalen die Garnison, und die Universität 
stehe nicht mehr in Flor wie zu den Zeiten Christian 
Wolffs. In der Tat hatte sich das von Landgraf Frie- 
drich IL begünstigte Collegium Carolinum in Kassel zu 
einer respektablen Akademie ausgewachsen, die mit Namen 
wie Casparson, Georg Forster und Johannes von Müller der 
Marburger Universität Licht und Luft zu rauben drohte. 
Aber komisch mutet uns doch dieses Stimmungsbild an: 
die Wohnungen leer, die Kneipen verödet, die Geschäfte 
ohne Käufer, blos weil es der Universität an einem „recht 
geschickten" Manne fehlt. 

Nun läßt sich ja freilich ein „recht geschickter" Mann 
nicht ohne weiteres aus der Erde stampfen. Auch sieht 
man es einem neu zu berufenden Professor leider nicht 
am Gesicht an, ob er sich über kurz oder lang zu einem 
großen Manne auswachsen wird. Aber immerhin die 
landgräfliche Regierung tat ihr möglichstes. Und Minister 
von Fleckenbühl gen. Bürgel berief von Hanau den 
„wirklichen Konsistorialrat, Inspektor aller evangelisch- 
reformierten Kirchen der Grafschaft und Professor Prima- 
rius der Gottesgelahrtheit und deren heiligen Sprachen bei 
dasiger hohen Landesschule wie auch Ersten Pfarrer der hoch- 
deutschen evangelisch-reformierten dasigen Stadtgemeinde", 
Herrn Samuel Endemann. Zum Zeichen, wie viel ihr an 
seinem Kommen gelegen war, ging die Regierung auf 
alle von ihm gestellten Bedingungen bereitwillig ein. Die 
Wahl war nicht ungeschickt. Endemann hatte sich be- 
reits als Pfarrer und Gymnasialprofessor durch eine zwei- 

N. F. BD. XXIX. 3 



— 34 — 

bändige Dogmatik und eine zweibändige Ethik als einen 
Gelehrten ausgewiesen, der in seiner Weise wissenschaft- 
lich zu arbeiten wußte. Er hat dann freilich als Ordi- 
narius in Marburg nur noch Kompendien zusammenge- 
stellt: aber immerhin er war und blieb ein gut durchge- 
bildeter Theologe, der seine Sache verstand. Er arbeitete 
nach den Rezepten der landläufigen reformierten Ortho- 
doxie. Mehr brauchte er nicht, mehr wollte er nicht. 
Gerade in dieser Beschränkung fühlte er sich als Meister. 
Zudem hatte er als Konsistorialrat und Inspektor zu re- 
gieren gelernt; im Lustspiel erscheint er boshafterweise 
als Papst und die Aufklärer erweisen ihm die Ehre, ihn 
als einen der „Vornehmsten" unter den Schafsköpfen der 
Zeit zu bezeichnen. Alles in allem, es wurde ihm leicht 
sofort als Führer und geborener Senior in der Fakultät 
aufzutreten. . 

An diese drei Herren, den gutmütigen Coing, den 
billig denkenden und wohlwollend abwägenden Pfeiffer 
und den herrschgewaltigen Endemann kam also der 
Winzsche Handel zur Entscheidung. 

Nach einigen Präliminarien wurde die Fakultät mit 
dem Responsum rasch fertig. Auf Grund der Separat- 
voten von Coing und Pfeiffer stellte es Endemann zwischen 
dem 17. und 19. August zusammen und ließ es, nachdem 
die Kollegen noch einige Ausstellungen gemacht hatten, 
am 28. August, gerade fünf Wochen nach dem Eintreffen 
des Cäsarschen Briefes nach Neuwied abgehn *). 

Nach Ausweis der Vota sind die drei Herren an die 
Arbeit herangetreten mit der besten Absicht, gerecht und 
wohlwollend zu verfahren. So tadeln sie den fehlerhaften 
Zustand der ihnen eingeschickten Predigtkopie. Eine Ab- 
schrift, die zu einem solchen Gebrauche bestimmt sei, 
müßte billig ganz korrekt sein. Besonders Pfeiffer gibt 
sich sichtliche Mühe, aus der Predigt herauszuholen, was 
an ihr zu loben ist: das Zeugnis für die Vernünftigkeit des 
Christentums, die Warnung vor den beiden Abwegen des 
Aberglaubens und des Unglaubens, den Kampf gegen die 
Identifizierung von christlichem Glauben und kirchlicher 
Rechtgläubigkeit. Aber die ganze Lebensauffassung war 
denn doch so grundverschieden, die Ansichten in be- 

*) Abgedruckt unter dem Titel: Erstes Gutachten der Theolo- 
gischen Facultät in Marburg über eine Predigt über Joh. III, 16, ge- 
halten am Sonntage Rogate Morgens 1787, in den „Briefen angesehener 
Gelehrten u. s. w." IV S. 273—286. 



— 35 — 

stimmten Punkten so divergierend, daß die Fakultät eben 
nicht umhin konnte, diesen Dissensus zwischen ihr und 
Winz zum Ausdruck zu bringen. 

Schonend wird die Eitelkeit des jungen Aufklärers 
gerügt, seine blumenreichen Naturbetrachtungen, sein 
Prunken mit schöngeistigen Zitaten; schärfer die belei- 
digenden Ausdrücke, mit welchen er alle, die nicht seiner 
Ansicht sind, kurzer Hand abtut. „Ein solcher Ton darf 
nicht auf unsere Kanzeln kommen." Vor allem aber, man 
wußte in Marburg nur allzugenau, woran man mit Winz 
war. Seine Predigt zeugte an mehr als an einer Stelle von 
dem fleißigen und interessierten Studium der Schriften 
Karl Friedrich Bahrdts. Und es war nicht zufällig, wenn 
gerade Pfeiffer mit Nachdruck hierauf den Finger legte. 
Eben weil Pfeiffer in der Marburger Fakultät noch am 
ersten ein Verständnis für die neuere Theologie hatte und 
im Gegensatze zu seinen Kollegen dem Andersdenkenden 
gern mit Duldung gegenübertrat, so hatte er auch in erster 
Linie Veranlassung, sich vor den verhängnisvollen Kon- 
sequenzen zu verwahren, die jenes enfant terrible der Auf- 
klärung auf allen Gebieten zog. Die kollegiale Entschei- 
dung konnte also nur dahin ausfallen, daß die eingereichte 
Predigt in allen wichtigen Punkten mit der heiligen Schrift 
und dem Heidelberger Katechismus in offenbarem Wider- 
spruche stehe. Auch die Anklage auf Sozinianismus wird 
wiederholt erhoben ; denn mit diesem landläufigen Schelt- 
worte sollte die Theologie der Aufklärung insofern ge- 
troffen werden, als sie die Gottheit Christi, die Persön- 
lichkeit des heiligen Geistes und den Opfertod Christi 
leugnete. 

Damit hatte die Fakultät getan, was sie von ihrem 
Standpunkt aus schließlich nicht vermeiden konnte. Man 
war in Marburg weit davon entfernt, mit einer Aufklärung 
ä la Bahrdt zu paktieren. Dies klar auszusprechen war 
also nur eine Forderung der Ehrlichkeit, gegen die man 
um so weniger etwas einwenden konnte, als es Pfeiffer 
gelungen war, alle unnützen Schärfen und persönlichen 
Spitzen, die Endemann in das Responsum hineinpraktiziert 
hatte, aus demselben wieder auszumerzen. Und doch 
brachte gerade Pfeiffers große Subtilität die ganze Sache 
schließlich auf eine schiefe Bahn. In der wohlwollenden 
Erwägung nämlich, daß man auf Grund einer einzigen 
Predigt unmöglich über den Mann und seine Lehrmei- 
nungen ein entscheidendes Urteil fällen könne, schlug 

3* 



— 36 — 

Pfeiffer vor, dem Pfarrer Winz noch eine Reihe von be- 
stimmten Fragen zur Beantwortung vorzulegen, eine Idee, 
die dann von Endemann sofort aufgegriffen und in dem 
Gutachten durchgeführt wurde. Damit überschritt die 
Fakultät ihre Kompetenz, denn sie war nach der Predigt 
gefragt und nicht nach dem Mann und seinen Lehrmei- 
nungen. Und sie brachte sich damit in das schiefe Licht, 
als wünsche und billige sie ein, zumal in Glaubenssachen, 
unbedingt verwerfliches Inquisitions verfahren. 

Es waren sechs Punkte, über die sich Winz noch 
deutlicher und bestimmter erklären sollte. Sie decken sich 
etwa mit dem Inhalte dessen, was Karl Friedrich Bahrdt 
acht Jahre zuvor in keckem Tone als sein „Glaubensbekennt- 
nis" hatte ausgehen lassen, und sie umschreiben die wich- 
tigsten Differenzpunkte zwischen Altgläubigen und Auf- 
klärern in damaliger Zeit. Denn sie fragen nach der Gott- 
heit Christi, nach Christi Sendung als Lehrer und Auf- 
klärer der Menschen bezw. nach seinem Versöhnungstode, 
nach der Dreieinigkeit bezw. nach der Persönlichkeit des hei- 
ligen Geistes, nach den natürlichen Kräften des Menschen 
bezw. nach der Erbsünde; endlich was Winz von Tod, 
Auferstehung, Himmelfahrt und Wundern Jesu halte. 

Der an und für sich wenig glückliche Vorschlag der 
Marburger Fakultät entwickelte sich unter den täppi- 
schen Händen der Konsistorialräte von Neuwied rasch zu 
einem allgemeinen Skandal. Es ist freilich nicht leicht, 
die Zeitungsstimmen über den Fall Winz in jenen Mo- 
naten zu sammeln. Daß der Streit indessen sehr bald leb- 
hafte Wellen schlug und weitere Kreise in Anspruch 
nahm, dafür gibt es ein Zeugnis aus Halle, wo man sich 
über das Marburger Responsum bereits unterhielt, noch 
ehe es fertig war. Denn Johann Salomo Semler er- 
wähnt es schon in seinem Briefe an einen Marburger Kol- 
legen, vermutlich den Orientalisten Schröder, vom 30. 
August, also zwei Tage nachdem es von der Fakultät 
unterzeichnet war. „Eine auswärtige Anfrage bringt mich, 
freilich ganz leicht, dazu, durch einige Zeilen meine fort- 
dauernde Hochachtung zu erneuern, und ergebenst anzu- 
fragen, ob es an dem ist, daß dasige theologische Facultät 
in der Sache des reformirten Pfarrers, zu Neuwied, Winz, 
ein responsum ausgefertiget habe? und wenn es ist, ob 
nicht copia davon zu erlangen sey, welche ganz gewis 
nicht publice oder nachtheilig gebraucht werden solle. 
Ich denke, daß mich an Niemand dort zuverlässiger wen- 



— 37 — 

den kann, als an E. Wohlgeb. — Gönnen Sie mir über 
jene Frage, dieses responsum betreffend, einige gütige 
Antwort. 14 x ) 

Von der Winzschen Predigt ist fortan überhaupt nicht 
mehr die Rede, sondern alles dreht sich darum, wie An- 
geklagter die Marburger Fragen zu beantworten denke. 

Winz wehrte sich energisch. Er bestritt ein Über- 
greifen des fürstlichen Episkopalrechtes in das Wahl- und 
Vozierungsrecht der Gemeinde, er appellierte an des Für- 
sten durch fünfzig Jahre hindurch betätigte Toleranz, er 
erklärte nur zur Rechenschaft über seine öffentlichen Vor- 
träge, nicht aber über seine Privatmeinungen und vor 
allem nicht zur Antwort auf irgendwelche von irgendje- 
mandem ihm vorgelegte Fragen verpflichtet zu sein. Erst 
als man ihm die Marburger Sätze als den Extrakt seiner 
am Sonntage Rogate gehaltenen Predigt bezeichnete, ließ 
er sich zu einer Beantwortung herbei. Natürlich nicht 
mit einem glatten Ja oder Nein, sondern in Form von 
theologischen Exkursen, mit denen das hochwürdige Kon- 
sistorium von Neuwied nun seinerseits wieder nichts anzu- 
fangen wußte. Cäsar rief aufs neue gegen den wider- 
spenstigen Diözesahen die Marburger Fakultät um Hilfe 
an. und diese replizierte faktisch und unglaublicherweise 
im Januar 1788 mit einem zweiten Gutachten. Zwar 
Pfeiffer wäre mit dem Handel fernerhin gern unbehelligt 
geblieben, aber der Fakultätslöwe Endemann hatte ent- 
schieden Blut geleckt. 

Dieses zweite Gutachten 2 ) ist nicht nur höchst uner- 
freulich, sondern geradezu unwürdig. Mit Cajus, so nennen 
die Marburger jetzt den Pfarrer Winz, wird darin umge- 
sprungen wie mit einem Delinquenten. Er ist unbe- 
scheiden, unartig, stolz, unhöflich, seicht, grob; er gebraucht 
elende Ausflüchte. Sodann wird ihm vorgehalten, nicht 
nur wie er die sechs Fragen hätte beantworten sollen, 
sondern sogar was er als reformierter Prediger in seinen 
Predigten hätte vortragen müssen. Auch was er nicht 
sagt, erweist ihn als Sozinianer. Drum gibt die Fakultät 
dem Konsistorium an die Hand, den Cajus zu zwingen, 
daß er sich völlig ein wandsfrei über alle sechs Fragen 
nunmehr äußere, sowohl negativ zur Abgrenzung gegen 
den Sozinianismus wie positiv zur Anlehnung an die re- 

*) Das Original des Briefes befindet sich in meinem Privatbesitz. 
*) Abgedruckt in den „Briefen angesehener Gelehrten u. s. w. u 
IV S. 287-296. 



— 38 — 

formierte Kirche oder vielmehr die heilige Schrift. Einen 
Verweis wegen Unbescheidenheit gegen Brüder und Vor- 
gesetzte verdiene Cajus jedoch sofort. Im übrigen möge 
man die Sache nicht inquisitorisch traktieren, sondern vor- 
läufig noch in der Stille, bis etwa der moralische Cha- 
rakter des Cajus eine etwas ernsthaftere Behandlungsart 
erfordere. „Gott gebe, daß diese Sache auf eine für die 
Wahrheit der christlichen Religion, auch für den Cajus 
auf eine heilsame und nützliche Weise beendiget werden 
möge." Gez. D. Samuel Endemann, h. a. decanus. 

Also eine vollständige Entgleisung der " Fakultät. 
Statt die eingesandte Predigt zu begutachten, stellt sie 
Fragen; statt dem Neuwieder Konsistorium die weitere 
Verfolgung der Sache zu überlassen, geriert sie sich selbst 
als Inquisitionstribunal. Und die guten Neuwieder trotten 
gehorsam auf diesem Wege hinter der Fakultät her. Frei- 
lich diesmal erst recht ohne Glück. Der Formfehler wurde 
Winzens Rettung. Er weiß sich vollkommen im Rechte, 
wenn er sich auf nichts anderes als auf die Verteidigung 
seiner Predigten und Vorträge einläßt. Woche für Woche 
muß er dieselben bei Hofe einliefern, dazwischen erhält 
er kleine Reprimanden von Serenissimus, nicht sozinia- 
nisch, sondern reformiert zu predigen. Endlich aber schien 
die Sache ernst zu werden, denn der Fürst stellte ihm die 
Wahl, freiwillig sein Amt niederzulegen oder einen un- 
günstigen Prozeß über sich ergehen zu lassen. Winz ent- 
scheidet sich für das letztere und bittet um die Akten 
d. h. um die mit Marburg gewechselten Schriftstücke. 
Der Fürst verweigert die Auslieferung der Marburger 
Responsa, er reduziert eigenhändig die dem Winz vorzu- 
legenden Fragen auf fünf: Trinität, Personalität des hl. 
Geistes, Versöhnungsopfer Christi, ewige Gottheit des 
Sohnes, Erbsünde, und verlangt deren Beantwortung strikte 
und bestimmt mit einem Ja oder Nein. Eine Weigerung 
oder Unbestimmtheit werde pro negativa angesehn werden. 

Es ist natürlich unzulässig, die schwierigsten Pro- 
bleme dsr Theologie auf die juristische Schneide von Ja 
oder Nein zu stellen. Aber für Winz lag die Sache dop- 
pelt schlimm, da er als ehrlicher Mann unmöglich mit Ja 
antworten konnte und er sich doch auch wieder nicht ohne 
Not zum Märtyrertume hindrängen wollte. So trat denn 
der geistliche Gerichtshof zusammen, drei Juristen und als 
einziger Theologe der wiederholt genannte Inspektor Cäsar. 
Nur Regierungs- und Konsistorialrat Greyß war ein Mo- 



— 39 — 

derner, Winz hatte die Majorität also unbedingt gegen sich. 
Vierzehn Tage blos waren ihm als Bedenkzeit gelassen. 

In diesem kritischen Momente trat zwar die Gemeinde 
für den bedrängten Winz ein und überreichte dem Fürsten 
eine von neunzig Mitgliedern unterzeichnete Supplik. 
Aber Winz hielt es doch für wünschenswert, sich nach 
einem noch kräftigeren Advokaten umzusehen. In seiner 
Verlegenheit wandte er sich nämlich an das Orakel der 
Zeit, an Karl Friedrich Bahrdt. 

Dieser Doktor und Professor der Theologie hauste 
damals bereits mit seiner Magd, der dicken Christine, auf 
dem Weinberge bei Halle, machte mit viel Glück den Ca- 
fetier und Gastwirt für hunderte von Studenten und Offi- 
zieren, fabrizierte aus derselben Traube sowohl Medoc wie 
Ungarwein und überschüttete zugleich die Welt mit auf- 
klärerischen Brochüren, deren Stil immer roher wurde. 
Es ist dies die wenig ansprechende Pose, in welcher Karl 
Friedrich Bahrdt in der Kirchengeschichte weiter lebt. 
Und doch war Bahrdt mehr als ein versumpfter Schürzen- 
jäger und geldgieriger Epikuräer, und jedenfalls, er war 
einst mehr gewesen. Nur schwer können wir uns heute 
eine Vorstellung davon machen, welche Rolle dieser zucht- 
lose Geselle in der Geschichte der deutschen Aufklärung 
gespielt hat. An Lessing und Moses Mendelssohn hielt 
sich zunächst doch nur die geistige Elite. Dagegen nahm 
die breite Masse der Mittelmäßigen, zu denen auch 
die meisten Kandidaten und jungen Pfarrer gehörten, das, 
was sie an neuer Weisheit brauchten, aus den eilig zu- 
sammengerafften, mit gelehrtem Zierrate leidlich aufge- 
putzten, in der Hauptsache aber gründlich oberflächlichen 
Tendenzschriften Karl Friedrich Bahrdts. In diesen Krei- 
sen bedauerte man wohl die moralische Lebenshaltung des 
Meisters, aber man schätzte deshalb seine theologischen 
und philosophischen Aussprüche nicht geringer. Auch war 
dieser sonderbare Seelenarzt gegen ein leidliches Honorar 
jederzeit für eine Konsultation oder ein Gutachten zu haben. 

Kein Wunder also, daß auch der in der Klemme 
sitzende Winz sich an ihn wandte. Daß sie sich zweimal 
flüchtig gesehen, daß sie gemeinsame Freunde haben, spielt 
dabei keine Rolle. Vielmehr schreibt Winz: „Was mehr 
als das alles ist, ich kenne, schätze, liebe und verehre Sie 
durch Ihre Schriften. Diesen habe ich meine besten Ein- 
sichten, meine Liebe, meine Wärme für Religion zu danken. 
Und alles Geschrei und Lärmen Ihrer Gegner und bos- 



— 40 — 

haften Feinde konnte mich nicht irre machen. Offenherzig 
und dankbar erkenne ich mich für Ihren Schüler". 

Bahrdt ging natürlich sofort auf das Winzsche An- 
liegen ein. Was er ihm zunächst riet, erschien indessen 
Winz eher schädlich als nützlich. Das kecke va banque- 
Spielen eines Bahrdt war nicht nach jedermanns Ge- 
schmack. Auch war Winz klug und vorsichtig genug, 
die Beziehungen zu dem kompromittierenden Halleschen 
Freunde nicht laut werden zu lassen, zumal er ihn bald 
überhaupt nicht mehr brauchte. Denn nachdem Winz die 
fünf Fragen schließlich sehr diplomatisch und doch mit 
Ja beantwortet hatte, geriet Serenissimus von Neuwied 
seinerseits in Verlegenheit, so daß er, wie Winz meinte, 
nicht anders als nach Urteil und Recht, d. h. also durch 
Niederschlagen des Prozesses, wieder herauskäme. Die 
Sache lief immer mehr in die Breite. Bald hieß es, daß 
die Marburger an einem dritten, diesmal freundlicheren 
Responsum arbeiteten; dann sollte wieder eine andere 
Fakultät mit hineingezogen worden sein. Vermutlich hat 
man den ganzen Handel endlich einschlafen lassen. Denn 
Winz, bei dem Jung-Stilling 1790 abstieg, hat sein Neu- 
wieder Pfarramt bis 1812 ungestört innegehabt. J ) 

War somit Bahrdt als eigentlicher Rechtsbeistand 
für Winz überflüssig geworden, so konnte er immerhin 
als Ehrenretter noch für ihn in Frage kommen. In der 
Tat hat das kleine Pamphlet, von dem ich ausging, keinen 
Geringeren als Karl Friedrich Bahrdt zum Verfasser. Denn 
obwohl es keiner der Bahrdtbibliographen, weder Meusel 
noch Frank noch Strieder, erwähnt, so geht doch die 
Bahrdtsche Autorschaft mit unzweideutiger Gewißheit aus 
den Winzschen Briefen hervor. Schon im zweiten der- 
selben, am 13. Mai 1788, schreibt Winz: „Wenn Sie ein- 
mal eine gute jovialische Laune haben, so könnte es nicht 
schaden, wenn Sie des Neuwieder Consistorii intolerantes 
Verfahren nur nach dem, was Sie wissen, ins Licht setzten". 
Ferner am 30. Mai: „Es könnte nichts Erwünschteres für 



*) Über Winz teilte mir Herr Pfarrer Lic. zur Linden in Neuwied 
gütiger Weise u. a. folgendes mit : Philipp Jakob Winz war hier refor- 
mierter Pfarrer von 1785 — 1812. Nachkommen von ihm leben noch 
hier. Er gehörte der Loge an und war Mitbegründer und Mitarbeiter 
der „Freymaurer-Zeitung", welche von Neujahr 1787 bis 15. Oktober 
1787 hier in 79 Nummern erschienen ist. Nach einer mündlichen 
Überlieferung war Winz der letzte Meister vom Stuhl der Loge Karo- 
line zu den drei Pfauen. Er starb, nachdem er Konsistorialrat und 
Oberhofprediger gewesen war, am 19. Juni 1813 zu Neuwied. 



™ 41 -* 

mich geschehen, als wenn gerade jetzo eine Druckschrift 
erschiene, die die Gemeinde in ihrem Enthusiasmus er- 
hielte. Ich vermag es nicht auszudrücken, verehrungs wür- 
diger Mann, wie sehr mich die Nachricht erfreuet hat, 
daß ich vielleicht schon binnen acht Tagen so etwas haben 
soll". Indessen traf erst am 22. Juni das erste Exemplar 
in Neuwied ein, während in Marburg schon Tags zuvor, 
am 21. Juni, alles zu Buchhändler Krieger lief, um sich 
für zwei Batzen die „Zwey merkwürdigen Geschichten" 
zu kaufen. Aus dieser Entstehung erklärt sich auch das 
Lückenhafte der Brochüre; denn ihr Verfasser verfügte 
nur über einige briefliche Mitteilungen und noch nicht 
über die Akten. 

Damit stehen wir also wieder auf Marburger Boden 
und hören, dass die Fakultät inzwischen milder über den 
Winzschen Handel denkt. Gleichwohl hat sie alles gegen 
sich, alles ist für Winz. Man freut sich schon, wie sich 
Endemann auf den Märtyrer, der um des Glaubens willen 
beschimpft wird, hinausspielen wird. Man bedauert Pfeiffer, 
den duldsamen Mann von gereinigten Begriffen, der nur 
aus Schwachheit dem tyrannischen Endemann gefolgt ist. 
Niemandem aber in ganz Marburg machte die Niederlage 
der Fakultät eine solch unbändige Freude als dem Ge- 
heimen Rate Baidinger. Ihm dankte Marburg, daß das 
Pamphlet so rasch hier zum Vertriebe kam; er schleppt 
jeden Kollegen am Sonnabend Morgen in die Buchhand- 
lung ; er schickt sofort ein Exemplar nach Kassel, obwohl 
Endemann beim Landgrafen wie beim Minister in Gunst 
steht. Und er wird nicht müde, neue Endemanniana nach 
Ost und West zu lancieren. 

Der Geheime Rat Ernst Gottfried Baidinger ist einer 
von den Menschen, die, wo man sie anpackt, ein persön- 
liches Interesse einflößen. Schon die Personalakten dieses 
Mannes haben einen verdächtigen Umfang. Und wer 
sittengeschichtliche Feinschmeckereien liebt, wird in ihnen 
reiche Ausbeute finden. Heutzutage würde vielleicht der 
dritte Teil dieser Prügeleien, Schimpfereien und Prozesse 
genügen, um einen Marburger Professor gesellschaftlich 
unmöglich zu machen. Es ging eben im Hause Baidinger 
noch temperamentvoller zu als bei Karl Friedrich Bahrdt. 
Und doch wäre es töricht, sich bei diesem Klatsch und Skandal 
aufhalten zu wollen. Denn Baidinger gehört fraglos zu 
den Großen seiner Zeit. Seit er die reichen Erfahrungen 
aus den Lazaretten des siebenjährigen Krieges in seinem 



— 42 — 

vielgelesenen Buche „Von den Krankheiten der Armee" 
niedergelegt hatte, galt er als gemachter Mann. 

Ueber Jena, Göttingen und Kassel fand er seinen Weg 
nach Marburg mit dem Auftrage Landgraf Wilhelms IX., 
die in Verfall geratene medizinische Fakultät aufs neue 
zu heben, was ihm denn auch glänzend gelungen ist. Da- 
neben aber hatte dieser Organisator der Marburger Insti- 
tute und Kliniken, dieser Restaurator des medizinischen 
Unterrichtes, dieser vielseitige Fachschriftsteller und viel- 
beschäftigte Arzt, von dessen verblüffender Diagnose noch 
lange nach seinem Tode allerlei Anekdoten in der Stadt 
zirkulierten, obendrein die ausgesprochene Neigung, über die 
Stacheldrähte seiner eigenen Fakultät hinwegzublicken, 
links in den Garten der hochwürdigen theologischen Fa- 
kultät und rechts in die verschiedenen Höfe der hohen 
philosophischen Fakultät, und während sich daheim Mai- 
tresse, Tochter und mißratener Schwiegersohn schimpfen 
und prügeln, dort für das Recht der Aufklärung und hier 
für die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung rück- 
haltlos einzutreten. Er konnte geradezu wild werden, 
wenn er etwas fand, das wie Schranke, Zwang oder Tra- 
dition aussah. Der ' Parteifanatismus machte Baidinger 
taub und blind. Er war Aufklärer mit jeder Faser seines 
Herzens. Aus dieser Quelle strömte sein heiliger Eifer 
für die Hebung der Universität, seine Arbeit im Dienste 
der allgemeinen Bildung, sein in tausend Beziehungen zum 
Ausdruck kommendes Menschheitsinteresse. Mit dieser 
Aufklärung hing aber nicht minder das Rücksichtslose 
und Zügellose in seinem Charakter zusammen. Bahrdt 
wie Baidinger sind echte Typen jener gärenden Jahre 
vor der französichen Revolution : regen und vielseitigen 
Geistes, aber moralisch zuchtlos, obwohl sie die Moral 
stets im Munde führen. 

Natürlich machte Baidinger aus seinem Herzen keine 
Mördergrube. Er erzählte sowohl am Biertische wie wenn 
einer der vielen zugereisten Fremden ihn besuchte, was 
er von den Marburger Kollegen im allgemeinen und von 
den theologischen im besonderen halte. Auch kam es 
ihm dabei auf eine Hand voll Ungenauigkeiten nicht an. 
Es genügte, daß eine Sache die Unterschrift Endemanns 
trug, und flugs war die Anklage auf blutige Intoleranz da. 

So hatte er zwei Jahre früher von der theologischen 
Fakultät verlangt, sie solle im Interesse der Studenten für 
die Einrichtung von katholischen Gottesdiensten sorgen; 



— 43 — 

und als diese erwiderte, daß sie gegen die Sache als solche 
nichts einzuwenden habe, daß man aber doch nicht gerade 
ihr zumuten könne, in dieser Angelegenheit die Initiative 
zu ergreifen, so schlug Baidinger sofort einen unsinnigen 
Lärm, drohte mit allen liberalen Zeitungen und wünschte 
in den Marburger Bierlokalen die Fakultät öffentlich zum 
Teufel, eine Lieblosigkeit, die ihm alsbald einen Rüffel des 
Ministers eintrug. 

Dann brachte das Jahr 1788 den Streit über die Zu- 
lassung der Philosophie Kants in Marburg. J ) Unter den 
Gutachten der einzelnen Professoren, die sich mit dieser 
Angelegenheit befassen, nimmt das Endemannsche natür- 
lich einen ablehnenden Standpunkt ein; ja es ist sogar so 
gut wie sicher, daß es Endemann war, der durch seine 
Denunziation den Minister von Fleckenbühl gen. Bürgel auf 
Bering als auf den Marburger Vertreter dieser neuen reli- 
gionsgefährlichen Richtung in der Philosophie aufmerksam 
gemacht hatte. Hingegen tritt wieder Baidinger in scharf 
pointierten Sätzen mit viel Leidenschaft und verhaltener 
Wut für die unbedingte Lehrfreiheit als eine Grundbedin- 
gung des Gedeihens der Universität ein und lehnt jegliche 
Einschränkung des wissenschaftlichen Fortschrittes als 
eine unhaltbare und deshalb törichte Maßregel ab. „Das 
Ketzergeschrei thut der Universität wahren Tort. Sere- 
nissimo wäre unterthänigst vorzustellen daß libertas sen- 
tiendi philosophandique der Universität apud exteros Em- 
pfehlung sein würde. Was hat Dr. Lange sein Gekreisch 
wider Wolff geholfen ? Wenn das auswärts bekannt wird, 
daß es hier so ketzerisch zugehe, so schickt kein Vater 
den Sohn hierher." „Ich wünsche also aus Liebe vor die 
Universität daß die Sache in der Stille hätte beigelegt 
werden können — denn je mehr darüber votirt u. s. w. 
wird, desto mehr publicitaet bekommt der Umgang und 
die Journalisten — deren jetzt soviel wie Insekten sind — 
beurtheilt jeder die Sache nach seiner Weise". 

Just in dieselben Monate wie diese aufregenden Ver- 
handlungen über Kant fielen nun aber die theologischen 
Gutachten über Winz und die Bahrdtsche Brochüre. Man 
versteht nunmehr Baldingers leidenschaftlichen Eifer, Hoch 
und Niedrig gegen die Fakultät in Aufregung zu bringen 
und die diskreditierende Brochüre in alle Welt zu ver- 



*) Näheres darüber in meinem Aufsatze: Kant in Marburg, in 
der Zeitschrift „Hessenland" 1904 S. 74 ff. 



— 44 — 

breiten. Die Aufklärung kämpfte um ihre Existenz, eben- 
sowohl gegen die alte Orthodoxie wie gegen die von Ber- 
lin her drohende Reaktion Wöllners; und die Marburger 
Konflikte bilden nur eine Episode in diesem . allgemeinen 
Kriege. 

Daß Baidinger dabei siegen mußte, liegt auf der 
Hand. Denn das Neue behält immer recht, weil es das 
Lebenskräftigere ist. Gewiß konnten Männer wie Coing, 
Pfeiffer und selbst Endemann in moralischer Hinsicht gut 
den Vergleich aushalten mit Karl Friedrich Bahrdt, Baidinger 
und Ehren Winz. Aber die größere geistige Potenz war 
gegen sie. Hinter Bahrdt und Baidinger stand die sieg- 
reiche Armee der Aufklärung, gegen die mit den Kompen- 
dien der hergebrachten Orthodoxie und Moral nichts mehr 
auszurichten war. Dazu haben die drei Marburger Theologen 
ihren Zusammenstoß mit Winz und Baidinger nur um we- 
nige Jahre überlebt. Und mit ihrem Abtreten ändert sich 
sofort das Bild. Kant und die Rationalisten fassen festen 
Fuß an der Hochschule. Diesen gegenüber will es wenig 
besagen, wenn der zu hohem Alter gelangte Arnoldi noch 
bis zum Jahre 1829 den Faden der reformierten Ortho- 
doxie weiterspinnt, ja die Endemannsche Summa dogma- 
tica geradezu seinen Vorlesungen zu Grunde legt. Die 
Zukunft der Fakultät steht nicht bei ihm, sondern bei dem 
durchaus anders gearteten Wilhelm Münscher. 

Mag deshalb dem Winzschen Prozesse an sich immer- 
hin eine nennenswerte historische Bedeutung nicht zu- 
kommen, so bezeichnet doch ohne Frage der in ihm gip- 
felnde Prinzipienstreit zwischen Endemann und Baidinger 
eine zeitliche Abgrenzung wie einen scharfen Bruch mit 
der Vergangenheit. Die orthodox-reformierte Fakultät, die 
sich seit 1653 ziemlich auf gleicher Linie fortbewegt hatte, 
wurde damals von der neueren Fakultät verdrängt, die 
wieder wie in den Tagen Philipps konfessionell neutral 
ist und zugleich in der wissenschaftlichen Forschung die 
allein maßgebende Richtschnur findet. 



* ■» X' l 



__ Die Verhaftung des niederländischen Ge- 
sandten Graf von Wartensleben zu Cassel 
im November 1763. 

Ein Beitrag zur Geschichte der Errichtung des frei- 
adeligen Damenstiftes Wallenstein. 

Von 
G. Eisentraut. 



Quellen: 

1. Vorläufige Beantwortung der von hessen-cassePscher Seite heraus- 
gegebenen kurz gefaßten Information wegen des von der fürstlichen 
Regierung zu Cassel wider den Herrn Grafen v. Wartensleben ver- 
hängten Personal-Arrestes. Gedruckt in Cassel 1763. 

2. Aktenmäßige Species facti betreffend der verwittweten Freifrau 
M. A. v. Görtz geb. v. Wallenstein errichtetes Stift Wallenstein und 
das Betragen des Executoris Testamenti und Direktors besagten 
Stiftes, Herrn C. F. Grafen v. Wartensleben, u. s. w. Mit Beilagen. 
Cassel 1764. 

3. Verteidigung des Herrn Graf v. Wartensleben gegen die hessen- 
cassel'schen Beschuldigungen. Nebst Beilagen. 1764. 

4. Kurzgefaßte Anmerkungen über die durch den Druck bekannt ge- 
wordene so betitelte Verteidigung des Herrn Graf v. Wartensleben 
gegen die hessen-cassePsche Beschuldigung, wodurch deren allent- 
halbiger Ungrund kürzlich gezeiget und zugleich unumstößlich be- 
wiesen wird, daß nicht nur dasjenige, was den Grafen C. F. v. 
Wartensleben in dem hessen-casseFschen aktenmäßigen Species 
facti zur Last geleget wird, sondern noch weit mehreres sich aus 

• diesem seinem eigentlichen impresso vollends unwidersprechlich 
zu Tage lege. Mit Beilagen. Cassel 1765. 

5. Unparteiische Prüfung der im Druck zum Vorschein gekommenen 
kurz gefaßten Anmerkungen über die Verteidigung des Herrn Graf 
v. Wartensleben gegen die hessen-cassersche Beschuldigung u. s. w. 
Cassel 1766. 

6. Prozeß- Akten Wartensleben-Diehl im Staatsarchiv* zu Frankfurt a. M. 



— 46 — 

7. Briefe der Erbprinzessin Maria v. Hessen-Cassel an ihren Sohn 
Wilhelm 1755-1772 l ). 

8. Ein kleinstaatlicher Minister (v. Hardenberg) des 18. Jahrhunderts. 
Leipzig 1877. 

9. Graf v. Wartensleben. Nachrichten von dem Geschlecht der Grafen 
v. Wartensleben. Berlin 1858. 



Der Schauplatz dieser merkwürdigen Begebenheit 
ist das alte schöne Patrizierhaus in der Obersten Gasse 
zu Cassel, das zweite Haus zur rechten Hand, wenn man 
vom Martinsplatz kommt. Es ist bekannt unter dem Na- 
men Schulze'sche oder Eissengarthen'sche Brauerei und 
trägt heute (1905) die Nummer 61; auf dem First seines 
hohen der Straße zugewandten Giebels steht eine kleine 
Pyramide, an der sich die Jahreszahl 1622 befindet 2 ). Das 
Haus fällt auf durch das ungewöhnlich weite und hohe 
Tor und durch den geräumigen schattigen Torweg. Aeußer- 
lich und innerlich scheint es dieselben Formen bewahrt 
zu haben, die ihm sein Erbauer vor bald dreihundert 
Jahren gegeben hat. Das Ereignis aber, das sich in seinen 
Mauern bald nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges 
zugetragen und Cassel und Hessen eine Zeit lang in Auf- 
regung gehalten hat, scheint gänzlich in Vergessenheit 
geraten zu sein. 

In Hessen gab es einst ein altes Adelsgeschlecht 
von Wallenstein, dessen Stammsitz die jetzt in 
Trümmern liegende Burg gleichen Namens unweit des 
Städtchens Homberg im heutigen Regierungsbezirk Cassel 
war. Die letzten männlichen Vertreter dieses Geschlechtes, 
der Geheime Rat Friedrich Wilhelm und der Geheime 
Kriegsrat August Gottfried v. Wallenstein standen beide 
in hessen-casserschen Diensten. Als sie 1733 bezw. 1745 
ohne Nachkommen gestorben waren, lebte als letzter Sproß 
des v. Wallenstein'schen Stammes nur noch die Schwester 
dieser Brüder, die Witwe des schon im Jahr 1719 zu 
Cassel verstorbenen Geheimen Kriegsrats Freiherr v. Görtz. 

Frau Marie Amalie v. Görtz wohnte in dem schon 
erwähnten ihr gehörigen Hause in der Obersten Gasse 
zu Cassel. Sie war kinderlos. Ihr Vermögen stammte 

*) In Privatbesitz und noch nicht veröffentlicht. 
a ) Nebelthau nennt in seiner Schrift „die ältesten und altern 
Gebäude Gasseis 4 ' die Jahreszahl 1619. 



— 47 — 

im wesentlichsten aus der v. Hardenbergischen Familie, 
denn ihre Mutter war eine geb. v. Hardenberg gewesen. 
Frau v. Görtz hatte auch ihre beiden Brüder beerbt. Wenn 
sie auch bei ihren Ansprüchen auf deren Lehnsvermögen 
in einem Rechtsstreite abgewiesen und das Lehen an 
Hessen zurückgefallen war, so konnte die Witwe doch 
immer noch als sehr reich gelten. Außer dem Hause in 
Cassel besaß sie noch ein sog. burgfreies Haus zu Hom- 
berg, in dem ihre Mutter gelebt hatte. 

Es soll hier gleich erwähnt werden, daß Frau v. Görtz 
die Stifterin jenes freiadeligen Damenstiftes geworden ist, 
das den Namen Wallenstein führt, zuerst in Homberg 
errichtet wurde, seit 1832 aber sich in der Stadt Fulda 
befindet. 

Nach den auf uns gekommenen Oelbildern l ) muß 
Frau v. Görtz in jüngeren Jahren eine schöne Erscheinung 
gewesen sein. Bei aller Hochachtung, die ihr als der ehr- 
würdigen Stifterin eines freien Damenstiftes zukommt, 
darf es aber doch nicht verschwiegen werden, daß sie in 
späteren Jahren eine gar wunderliche, mißtrauische Dame 
geworden ist und daß sie im Rufe des Geizes stand. 

In einem Briefe, den die Erbprinzessin Marie, die 
von ihrem Gatten getrennt lebende Gemahlin des nach- 
maligen Landgrafen Friedrich IL von Hessen-Cassel am 
14. IL 1757 aus Cassel an ihren ältesten Sohn Wilhelm 
schrieb (den späteren Landgraf Wilhelm IX., der damals 
mit seinen Brüdern, Prinz Carl und Friedrich in Kopen- 
hagen erzogen wurde) findet sich folgende Bemerkung: 
„Madam Görtz ist gestern sehr schwer erkrankt; man 
glaubt sie wird sterben und Du weißt, wie sehr mir das 
leid tun würde. Wenn sie sterben sollte, würde allerdings 
nur eine Närrin weniger auf der Welt sein. Sie wird ge- 
wiß so sterben wie sie gelebt hat : ihre Dienerschaft wird 
keinen Heller erhalten. Wenn sie doch nur ihren Mops 
an Deinen Bruder Karl vererben wollte ! Weißt Du noch, 



*) In einem Vorderzimmer des ersten Stock des v. Görtz'schen 
Hauses zu Cassel befanden sich seit alter Zeit bis vor kurzem zwei 
in Oel gemalte Damen-Brustbilder in vergoldeten ovalen Rahmen, 
von denen das eine durch die auffallende Aehnlichkeit mit einem im 
Wallenstein-Stift zu Fulda befindlichen Brustbild der Frau v. Görtz 
"als ein Bildnis dieser Bame aus jüngeren Jahren erkannt wurde. Das 
andere, weniger gut erhaltene Bild konnte bisher leider nicht be- 
stimmt werden. Die jetzige Besitzerin des alten Hauses (Aktien-Ge- 
sellschaft Herkules -Brauerei zu Cassel) hat vor kurzer Zeit diese 
beiden Bilder dem Stift zu Fulda überwiesen. 



— 48 — 

wie unausstehlich er immer diesen Hund fand, wenn wir 
ihm in der Karlsaue mit seiner lieben Herrin und Fräu- 
lein Baumbach begegneten?" 

Und vierzehn Tage später schreibt Maria wieder an 
den Sohn : „Sage doch Deinem Bruder Karl, die alte Görtz 
hätte sich anders besonnen und würde noch nicht sterben. 
Aus der Mops-Erbschaft könnte also nichts werden, was 
mir herzlich leid tut". 

Jedenfalls war es eine Folge ihrer hier erwähnten 
schweren Erkrankung, daß Frau v. Görtz drei Tage nach 
dem Datum des zuerst erwähnten Briefes der Erbprin- 
zessin nun doch ein Testament machte. Sein Inhalt ist 
nicht bekannt geworden; sie hat es zwei Jahre später 
wieder aufgehoben. 

Fünf Monate nach der Erkrankung der Dame, im 
Juni 1757, war infolge des Bündnisses, das Landgraf Wil- 
helm VIII. mit England und Preußen geschlossen hatte, 
auch Hessen-Cassel in den Siebenjährigen Krieg verwickelt 
und Cassel und das gesamte hessische Land, das seit mehr 
als hundert Jahren keinen Feind innerhalb seiner Grenzen 
gesehen hatte, von den Franzosen besetzt. Der alte, da- 
mals körperlich schon schwer leidende Landgraf hatte mit 
der Erbprinzessin Maria und dem Hofstaat in Hamburg 
eine Zufluchtsstätte gefunden, auch viele Standespersonen 
wären aus Cassel geflohen. Aber Frau v. Görtz, die da- 
mals schon sechs und sechzig Jahre zählte, war in Cassel 
zurückgeblieben. Man erzählte sich, daß sie hier gern ihr 
Leben beschließen und neben ihrer Mutter in der Martins- 
kirche beerdigt sein wollte. 

Trotzdem die Franzosen mit außerordentlichen Be- 
drückungen und Gelderhebungen gegen Hessen vorgingen, 
um den Landgrafen zum Abfall von seinem Bundesgenossen 
zu bewegen, und trotzdem die in Cassel zurückgelassene 
Regierung fast unerschwingliche Geldsummen aufbringen 
mußte, scheint Frau v. Görtz zunächst von Bedrohungen 
und Anzapfungen frei geblieben zu sein. — Auch Frau 
v. Hardenberg, die mutige Gattin des von den Franzosen 
glühend gehaßten Minister des Landgrafen, eine Ver- 
wandte der Frau v. Görtz, war in Cassel wohnen geblieben, 
Sie schreibt am 19. II. 1758 an ihren in Hamburg be- 
findlichen Gemahl: „Die Görtz ist in tödlicher Angst um 
ihr Geld. Bewahre einen doch der Himmel, sich so an 
das irdische Hab und Gut zu hängen". 

Als nun im März 1758 die Franzosen Cassel vor- 



— 49 — 

übergehend räumten, wurde mit ihnen seitens der hessischen 
Regierung vereinbart, daß die rückständige Kriegssteuer 
von 2 000000 livres in drei Terminen von sechs zu sechs 
Monaten bezahlt werden sollte. Als aber die Franzosen 
nach der Schlacht bei Sandershausen im Juli 1758 wieder 
in Cassel eingerückt waren, forderten sie ohne Rücksicht 
auf die getroffene Vereinbarung den ganzen Rückstand 
auf einmal. Da sich die hessische Regierung hierzu nicht 
verstehen wollte noch konnte, griffen die Franzosen zu 
unerhörten Maßregeln. Sie schickten den berüchtigten 
Parteigänger Oberst Fischer im Anfang des Monat Au- 
gust an alle Behörden, an den Magistrat, an die damals 
in Cassel anwesenden Abgeordneten von den Prälaten, 
von der Ritterschaft und Landschaft, sowie in die Häuser 
der als reich bekannten Einwohner der Residenz, um durch 
Drohungen so viel Geld als möglich von ihnen zu er- 
pressen. 

Hiervon wurde nun auch Frau v. Görtz betroffen. 
Fischer hatte öffentlich auf dem Casseler Rathause ge- 
droht, er würde in der Stadt von Haus zu Haus gehen 
und alles Silberzeug wegnehmen, und bei den reichen 
Leuten, unter denen er Frau v. Görtz namentlich genannt, 
genug Gold und Silber finden. Nachdem er sich bei der 
alten Dame mit aller Förmlichkeit hatte anmelden lassen, 
erschien er in ihrer Wohnung und forderte unter Dro- 
hungen von ihr hundert tausend Taler, die sie, wie er 
sagte, leicht bezahlen könnte. 

In ihrer Angst — Fischer soll sogar mit der Pistole 
gedroht haben — ließ sich Frau v. Görtz bestimmen, ihm 
zwanzig tausend Taler zu versprechen, wogegen sie sich 
aber eine landständige Obligation und außerdem einen 
französischen Paß ausbat, um Hessen verlassen zu können. 

Wer jemals in die Notwendigkeit versetzt gewesen 
ist, in Feindes Land Vorräte oder Lebensmittel einzutreiben, 
der weiß auch, daß sich der Unwille der von solchen Bei- 
treibungen betroffenen Einwohner in vielen Fällen nicht 
so sehr gegen den Feind richtet, der sie an ihrem Eigen- 
tum schädigte, als gegen die eigene Behörde. Man wirft 
ihr bei solchen Gelegenheiten nur zu leicht vor, entweder, 
daß sie die Einwohner nicht genügend in Schutz genommen, 
oder daß sie selbst dem Feinde gegenüber den Angeber 
gespielt habe. 

So scheint es auch bei Frau v. Görtz der Fall ge- 
wesen zu sein. Nach dem Urteil des Mannes, dem sie in 

N. F. BD. xxix. 4 



— 50 - 

ihren letzten Lebensjahren ihr größtes Vertrauen schenkte, 
war sie sehr mißtrauisch. Und ihr Mißtrauen veranlaßte 
sie zu glauben, daß Oberst Fischer von keinem andern 
als von der hessischen Regierung angestiftet gewesen sei, 
von ihr das Geld zu fordern. Sie wurde in diesem Glauben 
noch bestärkt, als die hessische Regierung nicht so schnell 
als Frau v. Görtz es wünschte, die gerichtliche Sicherheit 
über die herausgegebenen zwanzig tausend Taler erteilte 
und dies erst durch Vermittelung des französischen Heer- 
führers, des Herzogs v. Broglio, geschah. 

Schon längst übrigens war Frau v. Görtz unwillig 
über die heimische Regierung. Sie hatte eine jährliche 
Pension und Rente von dieser zu beanspruchen, die in 
jenen Kriegsjahren von der Dame vergeblich angefordert 
und seitens der Regierung nicht gezahlt zu sein scheint. 

Frau v. Görtz hatte dem Oberst Fischer einen Wechsel 
über die schon genannte Summe ausstellen müssen, der 
zur Einlösung nach Frankfurt a. M. gesandt w T urde. Als 
diese Angelegenheit in Ordnung gebracht war, packte 
Frau Marie Amalie ihre Habseligkeiten in ihre alte Kutsche 
und fuhr auf Nimmerwiedersehen aus der Stadt Cassel, 
die ihr jetzt gründlich verleidet war. Im Spätherbst 1758 
traf sie in Frankfurt a. M. ein. Hier wollte sie vorläufig 
bleiben. 

Sie scheint ihre Abreise von Cassel geheim gehalten 
zu haben, vielleicht weil sie fürchtete, daß man sich ihr 
widersetzen würde, besonders seitens der hessischen Re- 
gierung. Bei ihrem großen Vermögen und bei ihrer Sorge 
um dasselbe ist auch wohl anzunehmen, daß sie nicht mit 
leerer Hand nach Frankfurt gekommen ist, sondern daß 
sie von ihrer Barschaft, von Obligationen und Schmuck- 
sachen recht viel mit dorthin genommen hat. Vieles aber, 
das sie nicht mitnehmen konnte, ließ sie in ihren Häusern 
zu Cassel und Homberg. Eine wertvolle goldene Toilette 
z. B. übergab sie dem Rentmeister Opitz zu Cassel zum 
Aufheben. In ihrem Hause zu Homberg aber, das unter 
dem Schutze ihres Sekretär Thomas stand, waren in ge- 
heimen Behältnissen mehrere Koffer eingemauert, die nach 
dem allgemeinen Gerücht mehrere hundert tausend Taler 
in bar und viele Kostbarkeiten enthalten sollten. 

Unter den Bekannten, die Frau v. Görtz in Frank- 
furt wiedersah, war auch ein Baron v. Höckell, ein men- 
schenfreundlicher alter Herr, ein Freund des Landgrafen 
Wilhelm VIII. von Hessen, der in den Briefen der Erb- 



— 51 — 

Prinzessin Maria häufig als Gast des Landgrafen in Cassel, 
Hofgeismar und Hamburg genannt wird. An ihn wandte 
sich Frau v. Görtz mit der Bitte, ihr bei der Errichtung 
eines neuen Testaments behülflich zu sein. Das Testament, 
das sie vor zwei Jahren in Cassel aufgesetzt hatte und das 
in Cassel niedergelegt war, war ihr verleidet; sie wollte 
es widerrufen. Baron von Höckell sollte ihr einen Mann 
vorschlagen, dem sie ihr ganzes Vertrauen schenken könnte, 
der Mut genug besäße, ihren letzten Willen auch gegen 
solche Schwierigkeiten durchzusetzen, die vielleicht seitens 
der hessischen Regierung in den Weg gelegt werden 
könnten. 

Baron v. Höckell empfahl ihr zu diesem Zweck den 
Grafen v. Wartensleben. 

Da dieser Mann eine Hauptfigur in der nachfolgen- 
den Begebenheit darstellt, so müssen wir uns auch ein- 
gehend mit ihm beschäftigen. 

Reichsgraf Carl Friedrich v. Wartensleben entstammte 
einem alten freiherrlichen Geschlecht, dessen Stammsitz in 
Exten bei Rinteln lag und das viele verdiente Männer 
hervorgebracht hat. Während des spanischen Erbfolge- 
krieges gab es unter den Offizieren des Landgraf Carl 
von Hessen schon vier Freiherrn v. Wartensleben, von 
denen der eine bei Speyerbach, ein anderer bei Castiglione 
gefallen ist. Auch der Vater des Grafen Carl Friedrich 
stand in hessischen Diensten. Er erhielt 1702 das neu 
errichtete Regiment seines Namens, mit dem er alle Feld- 
züge in den Niederlanden, am Rhein, in Bayern und Ita- 
talien mitmachte. 1706 wurde er Brigadier; er gab dann 
1709 sein Regiment an den Prinzen Georg von Hessen 
ab und wurde auf kurze Zeit Kommandant von Ziegen- 
hain. Im Jahr 1713 nahm er den Abschied und starb im 
folgenden Jahr zu Cassel als Oberhofmeister und Ober- 
kämmerer bei der regierenden Landgräfin Marie Amalie. 

Sein Sohn Carl Friedrich ist 1710 entweder zu Cassel 
oder zu Ziegenhain geboren und war zu der Zeit, da er 
in den Rahmen dieser Begebenheit eintritt, ein schöner 
stattlicher Mann von 52 Jahren. Im vierundzwanzigsten 
Lebensjahr war er als Stabskapitän im niederländischen 
Heere angestellt, dort Oberst geworden und hatte unter 
Feldmarschall v. Khevenhüller bei den österreichischen 
Truppen an dem Feidzuge von 1743 teil genommen. Im 
Jahr 1745 war er vom Kaiser mit allen andern Reichs- 
freiherrn v. Wartensleben in den Reichsgrafenstand er- 

4* 



— 52 — 

hoben, dann niederländischer Generalmajor und darauf 
Generalleutnant geworden. Nun trat er von dem Militär- 
dienst zur diplomatischen Laufbahn über. Als nieder- 
ländischen bevollmächtigten Minister finden wir ihn 1748 
am Hofe des Kurfürsten von Köln und bald darauf wurde 
er auch zum Gesandten bei den andern geistlichen Kur- 
fürsten von Mainz und Trier, sowie bei dem ober- und 
niederrheinischen und dem westfälischen Kreise ernannt. 
In dieser Stellung als Gesandter ist er verblieben bis zu 
seinem im Jahr 1778 erfolgten Tode. 

Seit sechs Jahren war Graf v. Wartensleben zum 
zweiten Male verheiratet und seine jetzige Gemahlin Frie- 
derike war eine geb. Rheingräfin von Solms-Grumpach. 

Der Gesandte wohnte in Mainz, doch führte ihn seine 
Stellung häufig auch nach dem nahen Frankfurt, wo er 
stets bei einem ihm befreundeten Ratsherrn, dem Schöffen 
Moors, abstieg. 

Auf den Vorschlag des Baron v. Höckell ließ Frau 
v. Görtz im Anfang des Jahres 1759 den ihr bis dahin per- 
sönlich noch fremden Grafen v. Wartensleben einladen, 
zu einer Unterredung mit ihr nach Frankfurt zu kommen. 

Wenn man bedenkt, daß diese Unterredung die erste 
Bekanntschaft zwischen der Freifrau und dem Grafen ver- 
mittelte, so erscheint es fast rätselhaft, wie die geizige 
und mißtrauische Dame schon nach wenigen Monaten 
dem Grafen ihr höchstes Vertrauen geschenkt und dieses 
unbegrenzte Vertrauen in ihrem Testament und in einer 
besondern Vollmacht für den Grafen zum Ausdruck ge- 
bracht hat. 

Es läßt sich dies kaum anders erklären als durch 
die Geschicklichkeit und Bereitwilligkeit, mit der Graf v. 
Wartensleben auf ganz besondere Absichten, Vorschläge 
und Forderungen der Frau v. Görtz eingegangen ist, Ab- 
sichten, die zunächst geheim gehalten und später mit Ge- 
wandtheit und Festigkeit verwirklicht werden sollten. 

Am 10. Juni 1759 hat Frau v. Görtz in Frankfurt a. M. 
das von ihr aufgesetzte Testament in Gegenwart von sieben 
Zeugen unterschrieben, unter denen sich auch der schon 
genannte Ratsherr, Schöffe Moors, befand. 

Zum Verständnis des nachfolgenden ist es notwendig, 
die Hauptpunkte des Testaments bekannt zu machen. 

Frau v. Görtz erklärt in ihrem Testament, daß sie 
in Ermangelung irgend welcher Brüder, Schwestern oder 
sonstiger Verwandten sich entschlossen hätte, eine Stif- 



— 53 — 

tung unter dem Namen eines gräflich oder frei- 
adeligen Fräuleinstiftes „zum Vorteil beider 
protestierenden, evangelischen und reformier- 
ten Religionen" aufzurichten. Die Einrichtung des 
Stiftes würde sich aus der Stiftungs-Urkunde er« 
geben, die sie neben diesem Testament aufgestellt habe, 
und die so angesehen werden sollte, als wenn sie Wort 
für Wort in dem Testament stünde. 

Das Fräuleinstift sollte ihr Universal- und einziger 
Erbe sein, so daß ihre ganze Verlassenschaft mit allen be- 
weglichen und unbeweglichen Gütern u. s. w. auf die Stif- 
tung fallen und vererben sollte. 

Sie behielte sich ausdrücklich vor, unter ihrer Hand 
Legate zu machen und durch Codicille ihrem letz- 
ten Willen etwas hinzuzufügen, doch ohne der 
Stiftung selbst zu schaden. 

Sie setze den Hochgeborenen Grafen und Herrn, 
Herrn Carl Friedrich Graf v. Wartensleben, beider Kaiser- 
lichen Majestäten wirklichen Kammerherrn, Generalleut- 
nant und außerordentlichen Gesandten der Herrn General- 
staaten der vereinigten Niederlande, zu dessen Geschick- 
lichkeit, Redlichkeit und Rechtschaffenheit sie vollkommen 
Vertrauen hege, als Exekutor ihres Testaments ein, ebenso 
auch zum ersten Direktor und Rat ihrer Stiftung und zum 
Administrator ihrer Verlassenschaft. Sie verlange von 
ihm, daß er sofort nach ihrem Tode in ihrem Sterbehause 
alle Anstalten zu ihrer Beerdigung treffe, daß er sich dann 
in ihr Haus zu Cassel und in den von ihrer 
Mutter ererbten Burgsitz zu Homberg begebe, 
um an diesen Orten das Amt als Exekutor und Direktor 
anzutreten. Dort sollte er ihre gesamte Verlassenschaft 
in seinen Besitz und alle ihre Habseligkeiten an sich 
nehmen und ein Inventarium darüber errichten. 
Dann sollte er alles zu Gelde machen, die Legate von 
der Hauptsumme absondern und austeilen lassen, kurz 
alles tun, was er zum besten der Stiftung für nötig und 
ersprießlich hielte, so wie sie, die Erblasserin, es selbst 
getan haben würde. 

Sie hätte den Wunsch, daß die Stiftung in 
ihrem freien Burgsitz zu Homberg in Hessen 
errichtet werde und der Herr Exekutor und Direktor solle 
dahin streben, daß das Stift nun auch dort errichtet werde 
und bleibe. Doch unter der ausdrücklichen Be- 
dingung, daß der zeitliche hohe Herr Landes- 



— 54 — 

fürst (also der Landgraf von Hessen) die von ihrer 
Mutter und ihr selbst genossenen Freiheiten 
nicht allein dort belasse, sondern auch dem 
Stifte noch mehr Freiheiten und Gerechtsame 
erteile und er dem Stift zu einem ganz besondern 
Glänze und Ansehen im Lande verhelfe. 

Hauptsächlich gehe ihre Absicht dahin, daß den- 
jenigen Damen des Stiftes, die sich zur Augsburg ischen 
Konfession bekennten, das göttliche Wort zu verkünden 
und das heilige Abendmahl zu erteilen ohne weiteres 
immer erlaubt sei. 

Wenn dies alles erlangt würde, so sollte der Burg- 
sitz zu Homberg zu der Stiftung gewidmet sein und 
dem hessischen Lande der Nutzen der Stiftung in erster 
Linie verbleiben. Sollte aber gegen Vermuten 
über diese und andere zu suchende Freiheiten 
Schwierigkeiten gemacht werden, so behalte sie sich, 
wie auch ihrem Direktor und dessen Nachfolgern vor, 
alles in Hessen zu verkaufen und diese ihre 
Stiftung in ein anderes protestierendes Land 
zu bringen, wie es überhaupt den Stiftsdamen immer- 
hin freistehen sollte, aus Hessen zu ziehen, wenn sie sich 
anderwärts vorteilhaft niederlassen könnten. 

Die in dem Testament erwähnte Stiftungs-Ur- 
kunde oder die Stiftssatzungen enthalten alle Bestim- 
mungen über die Errichtung und Einrichtung des Stiftes, 
über die Zahl und die Aufnahme der Mitglieder, Verord- 
nungen über den Gottesdienst, Vorschriften über die in- 
nere Ordnung, über die Führung der Wirtschaft u. s. w. 

Testament und Stiftungs-Urkunde haben auf Wunsch 
der Stifterin die Genehmigung und Bestätigung durch 
Kaiser Franz I. erhalten. 

Außer dem Testament und der Stiftungs- Urkunde 
hatte Frau v. Görtz noch eine besondere Vollmacht für 
den Grafen als Exekutor des Testaments aufgestellt, durch 
die ihm die weitgehendsten Befugnisse eingeräumt wurden 
und worin die Stifterin alle Reichsgerichte ersucht, ihren 
Testamentsvollstrecker und Stiftsdirektor auf das kräftigste 
zu unterstützen, ja selbst gegen den eigenen Lan- 
desherrn zu schützen, im Falle dieser sich an- 
maßen sollte, der letztwilligen Verfügung und 
Stiftung entgegen zu treten. 

Es war, wie schon gesagt wurde, notwendig, diese 
Stellen des Testaments und der Vollmacht besonders her- 



— 55 — 

vorzuheben, weil sie die Ursache aller der Verwicklungen 
bilden, die später in dieser Stiftungsangelegenheit ent- 
standen sind. 

Wer das Testament unbefangen liest, muß glauben, 
daß der Stifterin in erster Linie daran gelegen war, das 
Stift wirklich in der Stadt Homberg und wirklich zum 
Nutzen des Landes Hessen aufzurichten. Und der Leser 
wird diese löbliche Absicht als eine natürliche Folge der 
treuen Anhänglichkeit der Stifterin an ihre hessische Hei- 
mat auffassen. 

Aus dem nachfolgenden aber wird sich ergeben, daß 
Frau v. Görtz zu der Zeit, als sie ihren letzen Willen in 
Frankfurt a. M. aufsetzte, dieser hessischen Heimat bereits 
durchaus entfremdet war. Die Ursachen der in ihr gegen 
Hessen entstandenen Abneigung sind schon angeführt. 

Daß Frau v. Görtz selbst niemals wieder nach Cassel 
oder nach Hessen zurück zu kehren beabsichtigte, wurde 
später von ihren Bekannten, von ihrem Seelsorger, Pfarrer 
Stark in Frankfurt, und eidlich von ihren Dienstleuten be- 
zeugt. Oft hatte sie die Absicht geäußert, die in Homberg 
in den geheimen Verschlagen verborgenen Koffer mit 
Geld und Geschmeide persönlich von dort abzuholen oder 
mit deren Abholung andere zu beauftragen. Ihr schwäch- 
licher Gesundheitszustand und schließlich der Tod hatten 
diese Absicht vereitelt. 

Ferner ist erwiesen, daß sie beabsichtigte, ihre Häuser 
zu Cassel und Homberg zu verkaufen. Sie hatte sich 
in dieser Angelegenheit an den ihr befreundeten hessischen 
Minister v. Donop gewandt, der in einem im Nachlaß der 
Frau v. Görtz aufgefundenen Briefe vom Juni 1762 sich 
erbietet, ihr bei dem Häuserverkauf behülflich zu sein. 
Der im November desselben Jahres eingetretene Tod 
v. Donops scheint die Erledigung des Handels verhindert 
zu haben. Es läßt sich aber die im Testament ausge- 
sprochene Absicht, das Stift in dem Burgsitz zu Homberg 
zu errichten und die Absicht, diesen Burgsitz zu ver- 
kaufen, schlechterdings nicht vereinigen. 

Dazu kommt noch, daß nach der Behauptung des 
Grafen von Wartensleben ihn Frau v. Görtz wiederholt 
und flehentlich gebeten hat, das Stift doch ja nicht in 
Homberg, überhaupt nicht in Hessen zu errichten. Der 
Graf hat später einen Brief vorgelegt, den Frau v. Görtz 
wenige Wochen vor ihrem Tode an ihn geschrieben hat, 
und in dem die Stifterin klagt, daß sie wegen ihr' 



— 56 — 

in Sorge sei. „Sie wolle es absolut nicht in Hessen haben, 
das solle der Graf ihr mit einem Eide versprechen; denn 
dort in Hessen sei keine Freiheit für das Stift zu hoffen 
und die wollte sie doch haben." 

Es sei hier gleich bemerkt, daß der erwähnte Brief 
wie so manches andere Beweisstück, das der Graf vor- 
gezeigt hat, später — mit Unrecht — seitens der Casseler 
Regierung als unächt, als gefälscht bezeichnet worden ist. 

Graf v. Wartensleben berichtet dann weiter, daß er 
infolge dieses Briefes nach Frankfurt gereist sei und dort 
das von der Frau v. Görtz geforderte eidliche Versprechen 
geleistet habe, alles aufzubieten, damit das Stift außerhalb 
Hessens errichtet würde. 

Er behauptet, daß die Stifterin unter der im Testa- 
ment für das Stift geforderten besonderen Freiheit die 
Reichsunmittelbarkeit gemeint habe. Das Stift 
sollte nach ihrem letzten Willen immediat sein, also 
nicht dem Landesfürsten, sondern allein dem Kaiser unter- 
stellt sein; und durch die erbetene und erlangte Bestäti- 
gung ihrer Stiftssatzungen durch den Kaiser habe sie ge- 
glaubt, die Unmittelbarkeit der Stiftung wirklich erlangt 
zu haben. 

Dies kommt auch in der Trauerrede zum Ausdruck, 
die an ihrem Sarge gehalten ist und in der der Pastor 
Stark ausdrücklich sagt, die von der Verstorbenen errich- 
tete Stiftung werde von nun an ein kaiserlich freies Stift 
sein. 

Es ist auch erwiesen, daß, nachdem die von Frau 
v. Görtz aufgestellten Satzungen des Stiftes die kaiserliche 
Bestätigung bereits erhalten hatten, die Stifterin an diesen 
Satzungen in ihrem Sinne immer noch zu bessern suchte 
und Zusätze besonders solchen Stellen der Satzungen an- 
fügte, durch welche sie ihrem Stift die Eigenschaft als 
reichsunmittelbar beigelegt zu haben glaubte. 

Unter Berücksichtigung dieser Zusätze ließ sie etwa 
ein Jahr nach Aufstellung der ersten oder Original-Satz- 
ungen ein neues Exemplar derselben anfertigen, das von 
dem vom Kaiser bestätigten Original durch die gedachten 
Zusätze sich unterschied. 

Irrtümlicher Weise ist dieses zweite vermehrte Exem- 
plar nach ihrem Tode bei der Beglaubigung ihrer Unter- 
schrift durch den Frankfurter Notar Diehl als mit der 
Urschrift wörtlich übereinstimmend bezeichnet. Dieser 
Umstand ist später für den Grafen v. Wartensleben sehr 
verhängnisvoll geworden. 



— 57 — 

Der Graf hat später auch behauptet: Frau v. Görtz 
habe sogar schon bei Errichtung ihres Testaments nicht 
ernstlich daran gedacht, ihre Stiftung in Homberg zu er- 
richten, obwohl sie es im Testament so ausgedrückt habe. 
Bei ihrer Wunderlichkeit und ihrem Mißtrauen hätte eine 
ganz eigene Politik die alte Dame bewogen, den nur 
wenig Raum für ein Damenstift bietenden Burgsitz zu 
Homberg als Stiftsort zu nennen. Das sei nur geschehen, 
um nach dem Tode der Stifterin für den Testamentsvoll- 
strecker die Einsetzung in die Erbschaft, die sog. Immission, 
von seiten der hessischen Regierung leichter zu erlangen. 
Es wäre voraus zu sehen gewesen, daß seitens Hessens 
niemals die Reichsunmittelbarkeit des Stiftes zugestanden 
würde, daß man dort niemals darauf eingehen würde, 
einen Staat im Staate errichten zu lassen. 

Es hätten also von vornherein diejenigen Schwierig- 
keiten eintreten müssen, bei welchen eine Verlegung des 
Stiftes in ein anderes „protestierendes" Land durch das 
Testament angeordnet war. 

Man wird nun hier ebenso, wie es damals die hes- 
sische Regierung getan hat, fragen: Weshalb hat Frau 
v. Görtz ihre Absicht nicht klar und deutlich in ihrem 
Testament ausgesprochen? Weshalb hat sie das Testa- 
ment nicht durch besondere Codicille abgeändert, erläutert? 
Weshalb ist im Testament nicht ausdrücklich festgesetzt 
worden, daß das Stift nicht in Homberg, nicht in Hessen 
aufgerichtet werden sollte? 

Es läßt sich hierauf nur das erwidern, was der Graf 
v. Wartensleben später hierauf vorgebracht hat: daß Frau 
v. Görtz durch die Nennung des Burgsitzes Homberg als 
Stiftsort zunächst die hessische Regierung zur Gewährung 
der Immission an den Testamentsvollstrecker gefügig 
machen wollte, um sodann diejenigen Schwierigkeiten sich 
entwickeln zu lassen, bei deren Auftreten der Auszug des 
Stiftes aus Hessen festgesetzt war. 

Ueber diesen Punkt ist zwischen dem Grafen v. War- 
tensleben und der hessischen Regierung lange und heftig 
gestritten worden. Aber es ist hier nicht der Ort, auf die 
zahlreichen Beweise und Gegenbeweise einzugehen, die 
von den streitenden Parteien hierüber aufgestellt worden 
sind. Es muß die einfache Erzählung von der Entwick- 
lung und dem Ausgang des Streites genügen. 

Frau v. Görtz starb nach kurzem Krankenlager am 
letzten Tage des Jahres 1762. Sie wurde am folgenden 



— 58 — 

Dienstag, den 4. Januar, in der französischen Kirche zu 
Frankfurt a. M., der heutigen Weißfrauenkirche, beigesetzt 
Die am Sarge vor dem Altar der Kirche gehaltene Trauer- 
Rede auf die Letzte des uralten Geschlechtes derer von 
Wallenstein ist gedruckt und noch in mehreren Exem- 
plaren erhalten. 

Da die Frankfurter Wohnung *) der Verstorbenen 
nur bis zum Jahresschluß gemietet war und für den neuen 
Mieter schleunigst geräumt werden mußte, so bestimmte 
Graf v. Wartensleben, daß der ganze Nachlaß sofort nach 
Mainz in seine dortige Gesandten -Wohnung gebracht 
würde. Der Nachlaß konnte aber wegen der winterlichen 
Eisverhältnisse nicht über den Rhein gebracht werden 
und mußte zunächst mehrere Wochen in Wiesbaden bei 
einem Verwandten des Grafen stehen bleiben, wodurch 
sich auch die durch das Testament angeordnete Inven- 
tarisation des Nachlasses in unliebsamer Weise verzögerte. 
Größere Stücke der Erbschaft hatte der Graf an Bekannte 
und Freunde der Verstorbenen in Frankfurt zur vorläu- 
figen Aufbewahrung gegeben, so z. B. an den Schöffen 
Moors, an eine Gräfin v. Berleburg, u. a. 

Die nach Mainz gebrachten Stücke bestanden haupt- 
sächlich in Kästchen und Beuteln mit Gold, in Tafel-Ge- 
brauchsstücken von Silber und Porzellan, in Silbergeräten, 
Juwelen, Perlen, Uhren u. s. w. Die Dienstboten des 
Görtz'schen Hauses, die weder durch das Testament, noch 
durch besondere Legate berücksichtigt waren, nahm der 
Graf vorläufig mit nach Mainz und in seine Dienste. 

Er handelte im Sinne der Verstorbenen, wenn er 
ohne Verzug die in Homberg im Görtz'schen Hause ver- 
steckten Gelder in seinen Besitz zu nehmen suchte. Durch 
das Testament war er hierzu verflichtet. — Da er selbst 
für dieses Unternehmen keine Zeit fand, so beauftragte er 
hiermit einen Freund, den in französischen Diensten ste- 
henden, damals in Mainz anwesenden Oberst Graf v. Witt- 
genstein, den er mit einer schriftlichen Vollmacht versah, 
die für diesen Fall schon früher von Frau v. Görtz aus- 
gestellt gewesen zu sein scheint. Seitens der hessischen 
Regierung ist diese Vollmacht später als gefälscht be- 
zeichnet worden. 

Leider kann hier nicht näher auf die Fahrt des Grafen 
v. Wittgenstein nach Homberg eingegangen werden. Die 



*) Ueber die Lage der Wohnung ist nichts bekannt. 



- 59 — 

von dem Hausverwalter Sekretär Thomas in Homberg 
auf Grund der Vollmacht an den genannten Grafen heraus- 
gegebenen Koffer waren schon für die Ueberführung nach 
Frankfurt auf einen Wagen geladen, als die Hornberger 
Obrigkeit dazwischen trat und die Geldkoffer wieder in 
die geheimen Verschlage des Burgsitzes zurücksetzen ließ. 
Der Versuch, das in Homberg liegende Barvermögen der 
Verstorbenen von dort abzuheben war also fehlgeschlagen. 
Graf v. Wittgenstein mußte unverrichteter Sache nach 
Frankfurt zurückkehren. Es geschah dies in den ersten 
Tagen des Jahres 1763. 

Der Krieg zwischen England und Frankreich, der 
länger als fünf Jahre in Westdeutschland und ganz be- 
sonders hart in der Landgrafschaft Hessen getobt hatte, 
war seit etwa sechs Wochen beendet, der Friede in das 
verwüstete Hessenland zurückgekehrt. Hier war Land- 
graf Friedrich IL seinem am 31. Januar 1760 zu Rinteln 
verstorbenen Vater Wilhelm VIII. in der Regierung ge- 
gefolgt. Sein Regierungsantritt hatte sich zu einer Zeit 
vollzogen, in welcher zufällig die Franzosen Cassel und 
Niederhessen vorübergehend geräumt hatten. Doch war 
auch der neue Landgraf fünf Monate später durch die 
kriegerischen Ereignisse gezwungen worden, Hessen zu 
verlassen. Ueber zwei Jahre hatte er sich im Auslande 
aufhalten müssen. Jetzt, nach dem Friedensschluß, war 
Landgraf Friedrich — am Sonntag, den 2. Januar 1763 — 
still und heimlich über Wilhelmsthal nach Cassel zurück- 
gekehrt; die Casseler Bürgerwehr und die Schützen-Kom- 
pagnie hatten sich vergeblich zu seiner feierlichen Ein- 
holung in Bereitschaft gehalten. 1 ) 

Aehnlich wie einst nach dem großen Religionskriege 
in Deutschland waren jetzt auf allen Gebieten die größten 
Anstrengungen notwendig, um im Lande die Wunden des 
langen Krieges zu heilen, Zerstörtes wieder herzustellen, 
die traurigen Verhältnisse der hessischen Untertanen aller 
Stände zu bessern. 

Landgraf Friedrichs Regierung ist milde und men- 
schenfreundlich gewesen; verhältnismäßig schnell ist es 
dem Fürsten gelungen, sein Land aus dem Elend des 
Krieges herauszuheben und gewiß hat er an jenem Sonn- 

*) Nach dem Frankfurter Journal 1763 Nr. 16: Aus Hessen, 
23. Januar. Hiernach wäre Friedrich am 3. Januar in Cassel ange- 
kommen, während es tatsächlich am 2. Januar geschah. 



— 60 — 

tag mit den besten landesväterlichen Absichten das Schloß 
seiner Väter wieder betreten. 

Ein eigentümlicher Zufall wollte es, daß wenige Tage 
nach seiner .Rückkehr nach Cassel der Landgraf das vom 
3. Januar datierte Schreiben des Grafen v. Wartensleben 
aus Frankfurt erhielt, worin dieser von dem Ableben der 
Frau v. Görtz und deren Stiftung Meldung erstattete und 
sich als Testaments- Vollstrecker dem allergnädigsten Schutze 
des Landgrafen empfahl. Gleichzeitig hatte der Graf an 
die Casseler Regierung, zu Händen des Regierungs-Prä- 
sidenten Freiherrn v. Dörnberg, das v. Görtz'sche Testa- 
ment nebst der Kaiserlichen Bestätigungs-Urkunde, nicht 
aber die Stiftssatzungen, übersandt und gebeten, dem von 
ihm mit Vollmacht versehenen Advokat Vietor zu Cassel 
das Dekret zur Einsetzung in die Erbschaft auszuhändigen. 

Für den Landgrafen und seine Regierung mußte sich 
aus dieser Benachrichtigung die hocherfreuliche Tatsache 
ergeben, daß eine hessische Erblasserin ihr ganzes Ver- 
mögen zu einer frommen Stiftung gewidmet und diese 
dergestalt zum Universal-Erben eingesetzt hatte, daß die 
Stiftung im Görtz'schen Burgsitz zu Homberg angelegt 
und, wenn der Landesfürst die alten auf dem Burgsitz 
ruhenden Freiheiten bestätigte und neue gewährte, dem 
hessischen Lande der Nutzen der Stiftung bleiben sollte. 
Wenn auch das zu errichtende Stift für alt-adelige Damen 
nicht nur aus Hessen, sondern aus dem ganzen deutschen 
Reiche, offen stand, so mußte die Aussicht auf die Grün- 
dung eines solchen Stiftes besonders in Hessen wie ein 
freundlicher, warmer Sonnenblick nach langer kalter, trüber 
Witterung erscheinen. Auf das freudigste werden hier 
Fürst und Regierung die unerwartete Mitteilung des Grafen 
v. Wartensleben begrüßt haben. 

Der Landgraf dankte dem Grafen sofort in einem 
besondern Schreiben und verhieß der Stiftung seinen gnä- 
digen Schutz. Die Regierung zu Cassel aber ging den 
Weg des Gesetzes, verlangte zu wissen, ob und welche 
Intestat-Erben etwa vorhanden und übergangen seien und 
forderte den Grafen auf, die im Testament genannten 
Stiftssatzungen der Casseler Regierung vorzulegen. Der 
Graf lehnte dies letztere mit der Begründung ab, daß der 
Inhalt der Satzungen mit der von ihm verlangten Ein- 
setzung in die Erbschaft nichts zu tun habe und daß er 
die kostbare Urkunde nicht gern aus der Hand geben 
möchte. 



— 61 — 

Obgleich nun Frau v. Görtz in ihrem Testament be- 
reits erklärt hatte, daß sie weder Leibeserben noch Ver- 
wandte hinterließe, so erging doch seitens der Regierung 
zu Cassel ein öffentlicher Aufruf an etwa vorhandene In- 
testaterben ; und erst, nachdem der vorgeschriebene Zeit- 
raum von sechs Monat verstrichen war, ohne daß sich 
natürliche Erben gemeldet hätten, erkannte die Regierung 
am Ende des September 1763 endlich auf Einsetzung des 
Grafen in die Erbschaft. Dies geschah natürlich im Ver- 
trauen darauf, daß der Testaments- Vollstrecker nun auch 
den Bestimmungen des Testaments in dem Sinne nach- 
kommen würde, wie es nach Auffassung des Landesfürsten 
und seiner Räte zu geschehen hatte. Dem Grafen wurde 
gleichzeitig zugestanden, daß er an Stelle der Urschrift 
eine beglaubigte Abschrift der Satzungen des Stiftes be- 
schaffen und vorlegen dürfte. 

Zur Uebernahme der Erbschaftsmasse traf Graf v. 
Wartensleben am 12. Oktober von Mainz in Homberg 
ein, wo er von den dortigen Beamten die Grundstücke, 
sowie die zum Burgsitz gehörigen Mobilien übernahm. 
In Betreff der dort verborgenen Gelder und Schmuck- 
sachen hatte man sich doch gewaltig getäuscht. In einem 
durch Siegel geschützten Verschlag am Kamin auf dem 
sog. Haus-Aehren, d. h. im Hausflur des Görtz'schen Hauses 
zu Homberg, befanden sich drei Koffer mit Geld. Sie 
wurden in Gegenwart der Beamten und des Grafen ge- 
öffnet und enthielten — meist in geringen Silbersorten 
und einzelnen Goldstücken — anstatt der vermuteten 
200 000 nur 15 200 Taler ; von Geschmeide keine Spur. 

Das Geld nahm der Graf in zwei Koffern mit nach 
Cassel. Eine große Menge von Bett- und Tischleinen, 
sowie mehrere Dutzend Porträts sollten ihm nach Cassel 
nachgesandt werden. Den Armen in Homberg schenkte 
der Graf bei seiner Abreise aus Homberg (15. Okt.) 100 Taler. 

In Cassel stieg Graf v. Wartensleben zunächst im 
Schwarzen Adler am Altmarkt ab. Am folgenden Tage 
machte er dem Landgrafen Friedrich seine Aufwartung. 
Als ein bevollmächtigter Minister und Gesandter wurde 
er mit allen Ehren ernpfangen, wenn er auch nach An- 
sicht des Landgrafen nicht in der Eigenschaft eines Ge- 
sandten, sondern lediglich als Privatmann und Testaments- 
Vollstrecker in Cassel erschienen war. Als Generalleut- 
nant erhielt er auch zwei Schildwachen vor die Wohnung. 

Der Landgraf wies ihn mit seiner Angelegenheit an 



— 62 — 

seine Minister und Räte. Doch dauerte es zum Befremden 
des Grafen vier Tage, ehe ihm das Görtz'sche Haus in 
der Obersten Gasse übergeben wurde und er mit den 
ehemaligen Bedienten der Frau v. Görtz und seinen zwei 
Hornberger Geldkoffern dort einziehen konnte. Da die 
vorderen Räume des ersten Stocks mit den noch zu über- 
gebenden Meubeln und dem Hausgerät der Erblasserin 
gefüllt, der zweite Stock aber vermietet war, so benutzte 
der Graf während seines Aufenthaltes im Görtz'schen 
Hause die im rechten Seitenflügel des ersten Stocks nach 
dem Hofe hinaus gelegenen Wohnräume. Sie bestanden 
aus mehreren hinter einander gelegenen Zimmern, von 
denen die beiden vordersten heute als Küche und Vor- 
ratsraum benutzt werden, durch ihre gut erhaltene Holz- 
täfelung und die teilweise verzierten Deckbalken aber 
die frühere Bestimmung als Wohnzimmer erkennen lassen. 

Nur wenige Meubel wurden dem Grafen zunächst 
übergeben ; die übrigen sollten ihm nach Anweisung der 
Regierung Stück für Stück in den nächsten Tagen zur 
Verfügung gestellt werden. 

Im Besitz der hauptsächlichsten Güter der Erbschaft 
überreichte nun Graf v. Wartensleben einige Tage später 
— 17. Oktober 1763 — zum großen Erstaunen der Re- 
gierung eine Denkschrift des Inhalts, daß nach der Ab- 
sicht der Erblasserin und nach Inhalt der vom Kaiser be- 
stätigten Stiftssatzungen das Stift ganz frei und unmittel- 
bar sein sollte, folglich keine gerichtliche oder staatliche 
Anerkennung und Gerichtsbarkeit gebrauche noch ver- 
trage. Und da wohl nicht anzunehmen sei, daß der Herr 
Landesfürst in seinem Lande einen besondern Staat im 
Staate dulde, so beantrage er, der Graf als Testaments- 
Vollstrecker, freien Abzug für das Stift aus Hessen unter 
gleichzeitigem Erlaß der Abzugsgelder. *) 

Durch diesen Antrag und durch die damit verbun- 
denen Eröffnungen geriet natürlich die ganze Angelegen- 
heit in ein anderes Fahrwasser. Die Regierung stellte 
sich auf den Standpunkt des klaren Wortlautes des Testa- 
ments, der Graf auf den Standpunkt, der ihm durch die 
geheimen Abmachungen mit der verstorbenen Frau v. 
Görtz angewiesen sein sollte. So standen sich Regierung 

*) Abzugsgelder mußten von außer Landes gehenden Erbschaften 
und anderen Gütern und Geldern nach der Hess.-Cassel. Landes-Ord- 
nung vom 6. Juni 1738 § 6 gezahlt werden. 



— 63 — 

und Testaments- Vollstrecker mit einem Male gespannt, 
ja feindlich gegenüber; es begann der Krieg, vorläufig 
noch ein Federkrieg. In mehreren Denkschriften erklärte 
der Graf, daß er sich eidlich der Erblasserin gegenüber 
verpflichtet habe, ein unmittelbares Stift außer- 
halb Hessens zu errichten. Noch immer weigert 
er sich, die Stiftssatzungen vorzulegen, stützt sich aber 
auf einen Auszug aus denselben, den er der Regierung 
vorlegt, und auf seine Vollmacht. Er gibt auch der Re- 
gierung bekannt, daß die ersten Stellen in dem zu er- 
richtenden Stifte, entsprechend der Absicht der Stifterin, 
an seine junge Tochter und an mehrere Damen seiner 
Verwandtschaft und Bekanntschaft vergeben seien und 
daß seine eigene Gattin die Stelle der Stifterin im Stift 
einzunehmen bestimmt sei. 

Diese Eröffnungen mußten natürlich bei der hessi- 
schen Regierung den Argwohn erwecken, daß der Graf 
seine Stellung als Testaments- Vollstrecker zur Erreichung 
persönlicher Vorteile mißbrauchen wollte. Und während 
sie an ihrer Auffassung des Testaments festhielt, befahl 
sie, daß für die Sicherheit und das Zusammenbleiben der 
Görtz'schen Erbschaftsmasse gesorgt werden sollte, damit 
nichts außerhalb des Landes gebracht würde. Die Aus- 
händigung der Erbschaftsstücke an den Grafen wurde 
nicht weiter fortgesetzt, das bereits Uebergebene wurde 
wieder von ihm zurückgefordert. - 

Als er sich hierüber bei dem Minister, Geh. Rat Waitz, 
beschwerte, erhielt er als Antwort die Mitteilung, daß man 
die Verfugung, durch die er in die Erbschaft eingesetzt 
sei, wieder zurückgezogen habe. 

Am empfindlichsten aber traf den Grafen die Auf- 
forderung der Regierung, die Hornberger Gelder wieder 
herauszugeben, weil hierbei der Argwohn der Regierung, 
daß der Testaments-Vollstrecker diese Gelder unrecht- 
mäßig verwenden könnte, offen zu Tage trat. 

Am 2. November erschien der Regierungs-Sekretär 
Krafft in der Wohnung des Grafen, um die genannten 
Gelder unter Regierungssiegel zu legen. Der Graf aber 
weigerte sich entschieden, die Gelder wieder herauszu- 
geben und meinte, er wolle nicht hoffen, daß man ihn mit 
Gewalt dazu nötigen würde. Ohne seinen Zweck erreicht 
zu haben, mußte Krafft wieder abziehen. 

Um die Hornberger Gelder nutzbringend anzulegen, 
hatte Graf v. Wartensleben einem Herrn v. Keudell und 



— 64 — 

einer Frau v. Maas, beides hessische Untertanen, gegen 
in Hessen liegende Hypotheken Darlehne versprochen, 
Herrn v. Keudell 1000 Taler, Frau v. Maas 6650 Taler. 
Da die genannte Dame das Geld ins Ausland schicken 
wollte, das Hornberger Geld aber in schlechter Münzsorte 
bestand, so hatte der Graf die 6650 Taler an den Bankier 
Herz x ) in Cassel gesandt, um diese Summe in Gold um- 
zuwechseln. Dies war ohne jede Heimlichkeit geschehen 
und sofort zur Kenntnis der Regierung gekommen. Sie 
ließ das Geld bei dem Juden Herz mit Beschlag be- 
legen. 

Die für Herrn v. Keudell bestimmten 1000 Taler 
übergab der Graf am 6. November seiner Cousine, der 
Frau des ritterschaftlichen Ober-Einnehmers v. Boyneburg, 
einer geb. Gräfin v. Wartensleben. Sie war in einer vier- 
spännigen Kutsche von ihrem Gute Wichmannshausen bei 
Sontra nach Cassel gekommen und hatte im Görtzschen 
Hause übernachtet. Ihr Wagen hatte während der Nacht 
im Torweg des alten Hauses gestanden und Frau v. 
Boyneburg war sechsspännig wieder davongefahren. Das 
hatte natürlich den Verdacht der Regierung erweckt. 
Offenbar hatte Frau v. Boyneburg irgend welche Erb- 
schaftssachen oder Geld aus dem Görtz'schen Hause mit 
sich genommen. Aber man hatte doch nicht gewagt, auf 
diesen Verdacht hin ihr Gepäck am Tor untersuchen zu 
lassen und erst einige Tage später wurden auf Befehl der 
Regierung in Wichmannshausen die genannten 1000 Taler 
beschlagnahmt. 

Falsche Gerüchte verbreiteten sich in der Stadt, daß 
der Graf v. Wartensleben heimlich verschiedene Meubel 
aus der Görtz'schen Erbschaft aus Cassel fortgeschickt habe. 

Am 7. November fand sich der Regierungs-Sekretär 
Krafft von neuem beim Grafen ein, um den Rest des 
Hornberger Geldes, ungefähr 7550 Taler und die Stifts- 
satzungen, wenn nötig mit Gewalt, dem Grafen abzu- 
nehmen. Als dieser erklärte, er habe über die Gelder be- 
reits verfügt, bat ihn der Sekretär, der Graf möchte es 
doch nicht zum äußersten kommen lassen. „Ach was", 
fuhr der Graf heraus, „ich bin holländischer Generalleut- 
nant und Gesandter bei vier kurfürstlichen Höfen: ich 
will sehen, wer mir das Meinige mit Gewalt fortnehmen 

*) Er wohnte unweit des Görtz'schen Hauses in einem Hause 
an der Ecke der Mittel- und Druselgasse, heute Gambrinushalle. 



— 65 — 

will und ich sage Ihnen, der Erste, der mir ins Zimmer 
kommt, um meine Sachen anzurühren, den schieße ich mit 
meiner Pistole auf den Kopf!" Schließlich ließ sich der 
Graf aber besänftigen und überreden, die Koffer vor- 
zeigen und öffnen zu lassen. Sie waren leer. 

Am Abend des nächsten Tages befand sich der Graf 
trotz der zwischen ihm und der fürstlichen Regierung ein- 
getretenen Spannung, wie schon oft vorher, wieder auf 
einer Abendgesellschaft im landgräflichen Schlosse. War 
er hier schon vor acht Tagen vom Landgrafen sehr un- 
gnädig behandelt, so wurde er heute von Sr. Hochfürst- 
lichen Durchlaucht mit ganz besonderer Heftigkeit ange- 
redet. Als Probe der Ausdrucksweise in den später er- 
schienenen Verteidigungsschriften des Grafen möge über 
diese Unterhaltung hier nachstehendes angeführt werden: 
Der Landgraf sagte: „Frau v. Boyneburg wäre ja 
wie die Katze vom Taubenschlag davon gegangen! Der 
Graf schiene unter dem Namen der Stiftung für sich und 
seine Familie eine kleine Souveränetät aufrichten zu wollen. 
Aber Er, der Landgraf, wolle ihm schon lehren von Allem 
Rechenschaft zu geben, denn Er sei Herr und Meister 
und wohl im Stande, das auszuführen, was er für gut hielte. 
Der Graf solle sich unterwerfen, sonst würde man ihn 
schon zu zwingen wissen. Die Stiftung solle und müsse 
in Hessen sein und bleiben und von den törichten Frei- 
heiten könnte gar keine Rede sein! Ohne Widerrede 
habe der Graf dasjenige auszuliefern, was er von der Erb- 
schaft in Händen habe. Abzugsfreiheit zu verlangen wäre 
Possen !" 

Der Graf konnte, wie er erzählt, bei diesem gleich bei 
Beginn der Cour eröffneten Ansturm nur durch Achsel- 
zucken seine Verwunderung ausdrücken, sagte aber end- 
lich kaltblütig, es schiene ihm doch „anständiger", wenn 
man ihn die Unterhandlungen wegen der strittigen Punkte 
mit den Herrn Ministern fortsetzen ließe. S. Hochfürstl. 
Durchl. aber fuhren im Zorn heraus : „Ich verstehe zu reden, 
ich kann reden und ich werde reden!" 

Die Regierung unterzog am folgenden Tage sämt- 
liche in Cassel anwesende ehemalige Bedienstete der ver- 
storbenen Frau v. Görtz einem eingehenden Verhör, aus 
dem sie irrtümlicher Weise entnehmen zu müssen glaubte, 
daß der Graf v. Wartensleben die ihm durch die Voll- 
macht vorgeschriebenen Pflichten in Bezug auf genaues 
Inventarisieren und Zusammenhalten der Erbschaft in 

N. F. BD. XXIX. 5 



— 66 — 

Frankfurt und Mainz vernachlässigt und sogar kostbare 
Stücke derselben auf die Seite gebracht habe. 

Sofort erging an die Mainzer Regierung und an den 
Frankfurter Magistrat die Aufforderung seitens Hessens, 
alle in jenen Städten befindlichen zur Görtz'schen Erb- 
schaftsmasse gehörigen Gelder u. s. w. mit Beschlag zu be- 
legen und darüber nach Cassel zu berichten. Regierungs- 
Sekretär Krafft aber erhielt den Befehl, im Namen des 
Landgrafen von Hessen den Grafen aufzufordern, daß er 
die in Frankfurt und an andern Orten zu sich genommenen 
Erbschaftsstücke und Gelder sofort wieder herbeischaffe, 
ein vollständiges Verzeichnis darüber aufstelle und endlich 
die schon so oft geforderten Stiftssatzungen herausgebe. 
Im Weigerungsfalle sollte Krafft diese Urkunde mit Ge- 
walt fortnehmen, außerdem aber dem Grafen, bis er alle 
Forderungen erfüllt habe, den Personal- Arrest an- 
kündigen. 

So nahm also diese verwickelte Angelegenheit einen 
höchst unerwünschten Ausgang. Die Regierung glaubte 
die Beweise in Händen zu haben, daß der Graf über die 
Absicht des Testaments hinausgehen und sich eine will- 
kürliche Verwendung der Erbschaft aneignen wollte. Graf 
Wartensleben hatte sich außerdem bei der Regierung da- 
durch aufs äußerste verdächtig gemacht, daß er die Erb- 
schaftsgüter heimlich außer Landes zu bringen beabsich- 
tigte und gezeigt, daß er sich um die Befehle und Ver- 
fügungen der hessischen Regierung mitten in der fürst- 
lichen Residenz gar nicht kümmerte. 

So blieb der Regierung also weiter nichts übrig, als 
wegen der Sicherstellung der Erbschaftsmasse den Grafen 
zu verhaften, obwohl der Graf in einer letzten Denkschrift 
noch erklärt hatte: Wenn ich auch bei Sr. Hochf. DurchL 
dem Landgrafen von Hessen nicht als Gesandter beglau- 
bigt bin, so bleibe ich doch immer ein öffentlicher, bevoll- 
mächtigter Minister im Reiche und wird mir diese Würde 
durch meinen Aufenthalt in Ihro Hochf. Durchl. Landen 
nicht entzogen". Nach dem Völkerrecht glaubte der Graf 
niemals, daß man in Cassel wagen würde, ihn zu verhaften. 

Am 12. November nachmittags 1 Uhr begab sich 
Sekretär Krafft mit dem Leutnant v. Wrede vom 2. Garde- 
Bataillon nebst 1 Unteroffizier und 6 Garde-Grenadieren 
nach der Wohnung des Grafen und trat, nachdem er sich 
dort hatte anmelden lassen, mit dem Offizier in das Wohn- 
zimmer. 



— 67 - 

In Cassel war der Streit zwischen dem landgräflichen 
Hofe und dem Grafen v. Wartensleben schon längst das 
wichtigste Stadtgespräch, und das Erscheinen des Re- 
gierungs-Sekretärs in Begleitung eines Wachtkommandos 
auf dem Wege von der im Renthof gelegenen Kanzlei 
nach der Oberstadt um die Mittagszeit mußte großes Auf- 
sehen erregen. 

Neben dem Görtz'schen Hause lag das sog. Lange'- 
sche Haus (heute Nr. 59 der Obersten Gasse) und in ihm 
wohnte u. a. der Kanzleischreiber Klocke. Von den nach 
dem Hof gehenden Fenstern seiner Wohnung konnte er 
über den Nachbarhof hinüber grade in die nahe anein- 
anderstoßenden Fenster der Wohnung des Grafen v. War- 
tensleben schauen und dessen Wohnzimmer übersehen. 
Schon oft hatte Klocke in den letzten Wochen den Ge- 
sandten heimlich beobachtet, wenn dieser Abends bei 
Kerzenschein an dem am Fenster stehenden Tisch mit 
Schreiben beschäftigt war. 

Der Schreiber Klocke stand grade am Fenster seiner 
Schreibstube im Renthof, als der Regierun gs- Sekretär 
Krafft mit der Wache von dort abmarschierte. Um Zeuge 
des sich hier vorbereitenden Ereignisses zu sein, läuft 
Klocke schnell nach Hause. Seiner später zu den Akten 
genommenen Aussage über das, was er von seiner Woh- 
nung aus gesehen, verdanken wir nicht allein manche, 
wenn auch geringfügige Einzelheiten über die Verhaftung 
des Grafen, sondern auch die Möglichkeit festzustellen, 
daß das alte Görtz'sche Haus äußerlich sich seit 150 Jahren 
auch in seinem Seitenflügel nicht verändert hat. 

Sekretär Krafft und Leutnant v. Wrede waren in 
das Zimmer des Grafen eingetreten, der im Schlafrock 
und mit einer Morgenmütze auf dem Haupt in der Nähe 
des Fensters stand. Während der Offizier an der Tür 
stehen blieb, trat Krafft dem Grafen gegenüber an das 
erste Fenster links und verlas seinen Auftrag : „Im Namen 
des Landgrafen". Wie gewöhnlich wollte hierauf der Graf 
den Sekretär mit einem „Kompliment an die Regierung" 
und mit der Versicherung, daß er erst gestern wieder 
eine Denkschrift an den Geh. Rat Waitz abgeschickt habe, 
abfertigen. Da kündigt ihm Krafft den Personal- Arrest 
an! Heftig erwidert der Graf: „Sagen Sie mein Kompli- 
ment, aber nicht an die Regierung, sondern an Seine 
Hochfürstliche Durchlaucht selbst, und ich protestierte aufs 
äußerste gegen alle dergleichen unerhörte Gewalttätig- 

5* 



— 68 — 

keiten. Das ist ein ganz unrechtmäßiges Verfahren und 
man sucht mit Gewalt durchzusetzen, wozu man nicht be- 
fugt ist. Ich bin eine publique Person, ein Gesandter an 
vier kurfürstlichen Höfen. Man hat mir hier nichts zu 
befehlen und ich werde mich zu dem Verlangten nicht 
verstehen und wenn ich in Stücken hier aus der Stube 
kommen sollte!" 

KrafFt antwortete, der fürstlichen Regierung sei nicht 
bekannt, daß der Herr Graf auch an dem hiesigen Hofe 
accreditierter Gesandter sei ; sondern, wie man nicht anders 
wüßte, sei er nur in der Eigenschaft als Görtz'scher Testa- 
ments-Vollstrecker nach Cassel gekommen. 

Nachdem dem Grafen gestattet worden, rasch ein 
Billet an den Geh. Rat Waitz zu schreiben, erinnerte jetzt 
KrafFt nochmals an die Herausgabe der Stiftssatzungen 
und besänftigte den Grafen soweit, daß dieser das Doku- 
ment nun eigenhändig aus einem Koffer herbeiholte. Es 
war dies das schon erwähnte, mit Zusätzen der Frau v. 
Görtz versehene Exemplar, ein in blauen Sammet gebun- 
denes Buch, das der Graf vor sich auf den Tisch legte. 

So wenigstens ist es nach übereinstimmender Aus- 
sage des Sekretär KrafFt, des Leutnant v. Wrede und des 
stillen Beobachters im Nachbarhause geschehen, während 
der Graf in seinen Verteidigungsschriften später darüber 
klagt, daß der Regierungs-Sekretär, seinem Auftrag ent- 
sprechend, die im Zimmer befindlichen Papiere und Bücher 
des Grafen durchsucht und dabei das blausammete Buch 
selbst gefunden und an sich genommen habe. 

Auf Befragen erklärte der Graf, das sei nicht das 
Original der Stiftssatzungen, wohl aber eine beglaubigte 
Abschrift derselben. Er siegelte das Buch in Papier und 
übergab es dem Sekretär, der sich im Laufe des erregt 
geführten Gesprächs es einige Male verbeten hatte, als 
der Graf ihn geringschätzig mit „Er** anredete. 

KrafFt entfernte sich schließlich mit Ausdrücken per- 
sönlichen Bedauerns. Leutnant v. Wrede blieb im Zimmer 
des Verhafteten, während im Hause einige Soldaten auf- 
gestellt wurden, „um weiteres Fortschaffen von Erbschafts- 
gütern zu verhindern". Der Degen des Grafen wurde dem 
Gouverneur von Cassel, Generalleutnant v. Böse, über- 
bracht. 

Der Verhaftete wurde streng überwacht. Die Tor- 
wachen von Cassel hatten Befehl, keinen seiner Leute 
hinaus zu lassen. Aber sein Lauf er entkam, indem er sich 



— 69 — 

mit Mühe und Gefahr zwischen den Häusern durchdrückte, 
über eine Mauer kletterte und verkleidet zum Tor hinaus 
ging. Zu Fuß lief er bis zur nächsten Poststation; von 
dort fuhr er nach Mainz, wo er die Gemahlin des Grafen 
von dem Vorgefallenen benachrichtigte. 

Fünf Tage nach erfolgter Verhaftung erbot sich die 
Regierung den Grafen frei zu lassen, wenn er an Eides 
Statt eine Bescheinigung ausstellen würde, „daß er nichts 
weiter von hier wegbringen, vielmehr das schon Weg- 
gebrachte wieder herbeischaffen, von der gesamten Erb- 
schaftsmasse ein vollständiges Verzeichnis errichten und 
der Regierung übergeben, und die ganze Masse vorläufig 
der Regierung in Verwahrung geben wollte". 

Anfangs weigerte sich der Graf, doch ließ er sich 
schließlich auf Zureden seines in Cassel erschienenen 
Vetters, des kaiserlichen Generals Graf v. Wartensleben, 
herbei, die verlangte eidliche Versicherung auszustellen. 

Er durfte nun auch an seine eigene Regierung Be- 
richt erstatten. 

Am 21. November, also nach neuntägiger Haft, 
brachte man ihm den Degen zurück; man nahm ihm die 
Wache ab und setzte ihn wieder in Freiheit. Sofort legte 
der Graf gegen die Verhaftung Verwahrung ein und er- 
klärte, nicht eher von Cassel abreisen zu wollen, bis er 
von seinen Souverains auf den Bericht, den er nach dem 
Haag gesandt, dazu Befehl erhalten habe. 

An demselben Tage, an dem der Gesandte aus der 
Haft entlassen war, erhielt der Landgraf von Hessen von 
den Generalstaaten der Vereinigten Niederlande ein 
Schreiben, in dem sie in drohender Weise Vorstellungen 
machten und die sofortige Haftentlassung ihres Gesandten 
forderten. Der Landgraf antwortete durch die einfache 
Erzählung des Geschehenen. 

Graf v. Wartensleben reiste am 28. November von 
Cassel ab, nachdem er dasjenige Geld aus der v. Görtz'- 
schen Erbschaftsmasse, das er noch in Händen gehabt, 
dem Regierungs-Sekretär Krafft übergeben und ver- 
sprochen hatte, das noch fehlende aus Mainz zu übersenden. 
Dort angekommen, protestierte er von neuem und ganz 
feierlich gegen das mit ihm eingeschlagene Verfahren, 
wobei er erklärte, die von ihm ausgestellte schriftliche 
Verpflichtung sei durchaus ungültig, da man sie von ihm 
mit Gewalt erpreßt habe und da ihr Inhalt gegen das 
Testament und die eigentliche Meinung der Erblasserin 
verstoße. 



— 70 — 

Die niederländische Regierung hatte die Verhaftung 
ihres Gesandten sehr empfindlich berührt; sie sah dieses 
Vorgehen der hessischen Regierung als eine Verletzung 
des Völkerrechts an, mithin als eine schwere Beleidigung. 
Unter Drohungen forderte sie Genugtuung. Der Land- 
graf Friedrich II. hingegen behauptete: er wisse von 
keinem Gesandten an seinem Hofe. Der Graf v. Wartens- 
leben habe die Gerichtsbarkeit der hessischen Regierung 
von vorn herein anerkannt und angerufen ; man habe mit 
ihm in Cassel lediglich in der Eigenschaft eines Verwal- 
ters der v. Görtz'schen Hinterlassenschaft zu tun gehabt. 

Die Generalstaaten schrieben zurück: der Graf sei 
auch zu Cassel in der Eigenschaft eines Gesandten zu be- 
trachten gewesen. Worauf der Casseler Hof erwiderte: 
Man könne auch einen Gesandten verhaften, wenn er sich 
gegen die Gesetze des Landes verginge. 

Schließlich verlangten die Generalstaaten Genug- 
tuung in Form der Absendung eines besonderen bevoll- 
mächtigten hessischen Gesandten nach dem Haag, der das 
Betragen der hessischen Regierung förmlich entschuldigen 
sollte. Dazu aber wollte sich der Landgraf nicht ver- 
stehen. Er forderte dagegen Genugtuung durch Bestra- 
fung des Grafen v. Wartensleben, war aber höflich und 
nachgiebig genug, um hinzuzufügen, daß er bei diesem 
ganzen Vorgang niemals gewillt gewesen sei, den Rechten 
und Würden der niederländischen Republik zu nahe zu 
treten. 

Da nun aber die Generalstaaten darauf bestanden, 
daß, weil die Beleidigung öffentlich geschehen sei, nun 
auch diese Erklärung des Landgrafen durch einen be- 
sonderen Gesandten geschehen müsse, und dabei erklärten, 
daß in diesem Falle auch wegen der Vergehungen des 
Grafen Untersuchung und nötigenfalls Genugtuung er- 
folgen sollte, so schickte der Landgraf von Hessen im 
Juli 1764 seinen Geheimen Rat v. Moser zur Erledigung 
der Angelegenheit nach dem Haag. 

Durch den diplomatischen Takt dieses Mannes ge- 
lang es im August desselben Jahres, die „Irrungen" 
zwischen beiden Regierungen glücklich und vollständig 
beizulegen. 

Der Streit des Grafen v. Wartensleben contra Hessen- 
Cassel spann sich aber noch weiter fort und trieb sonder- 
bare Blüten. 

Zunächst veröffentlichte der Graf in der Kölnischen 



— 71 — 

Zeitung (Beilage vom Dienstag, den 27. Dezember 1763) 
einen „genauen Bericht über die zu Cassel verübte Ver- 
gewaltigung des Herrn Grafen v. Wartensleben, bevoll- 
mächtigten Ministers der Hochmögenden Herrn General- 
Staaten". Die hessische Regierung ließ dagegen eine 
„kurz gefaßte Information wegen des von ihr verhängten 
Personal-Arrestes" drucken. Nachdem der Graf hiergegen 
eine „kurze Beantwortung" veröffentlicht hatte, erschien 
in Cassel eine umfangreiche Schrift, ein „species facti" der 
hessischen Regierung nebst vielen wichtigen Beilagen. 
Und so setzte sich der immer schärfer und rücksichts- 
loser geführte Kampf beinahe drei Jahre hindurch fort. 
Der Graf nannte das erwähnte „species facti" der hessi- 
schen Regierung eine „Mißgeburt, deren Quelle man in 
einer erhitzten Einbildungskraft und in einem zu boshaftem 
Argwohn und Verdachte geneigten Herzen ganz allein 
zu suchen habe", wobei er natürlich den Landgrafen von 
Hessen im Auge hatte. Er selbst aber wurde von der 
hessischen Regierung der „Urkundenfälschung und Unter- 
schlagung" verdächtigt, worauf Graf v. Wartensleben dem 
Landgrafen „Habsucht und Eigennutz" vorwarf. 

In den Verdacht der Urkundenfälschung war der 
Graf auf folgende Weise gekommen. Es ist bereits mit- 
geteilt, daß er bei seiner Verhaftung die bisher so be- 
harrlich verweigerten Stiftssatzungen endlich zum Vor- 
schein brachte und herausgab. Es war die sauber auf 
Pergament geschriebene und in blauen Sammet gebundene 
Ausgabe, von der der Graf auf Befragen dem Regierungs- 
Sekretär erklärt hatte, es sei eine beglaubigte Abschrift 
des Originals. Das war nicht ganz zutreffend. 

Allerdings hatte der Advokat Diehl zu Frankfurt 
beglaubigt, daß diese Abschrift Wort für Wort gleich- 
lautend sei mit dem vom Kaiser bestätigten Original. 
Aber diese Versicherung war, wejin auch in gutem Glauben, 
doch irrtümlich und in Uebereilung erfolgt. Original und 
Abschrift waren in mehreren Teilen verschieden gefaßt. 
Die in blauen Sammet gebundene neuere Ausgabe ent- 
hielt verschiedene Zusätze, die, wie der Graf behauptet 
und auch bewiesen hat, von der Erblasserin in ihrem 
letzten Lebensjahre ausdrücklich noch in die Satzungen 
eingefügt worden sind, trotzdem die Satzungen in ihrer 
ursprünglichen Fassung bereits die kaiserliche Bestätigung 
gefunden hatten. 

Bei der Weigerung des Grafen, die Satzungen heraus- 



— 72 — 

zugeben, hatte er wiederholt darauf hingewiesen, daß man 
diese ohne Schwierigkeit von der kaiserlichen Kanzlei in 
Wien würde erhalten können, die bei Gelegenheit der 
Bestätigung gewiß eine Abschrift des Testaments und der 
Satzungen zurückbehalten hätte. Die hessische Regierung 
hatte endlich diesen Weg beschritten und die kaiserliche 
Kanzlei um eine Abschrift der Stiftssatzungen gebeten. 
Die Abschrift war in Cassel eingetroffen bald nachdem 
Graf v. Wartensleben die Stadt verlassen hatte. Die in 
blauen Sammet gebundene Ausgabe hatte man ihm wieder 
zurück gegeben, von ihr aber eine Abschrift zurück- 
behalten. Wie erstaunte nun die hessische Regierung, 
als sie bei Vergleichung beider Abschriften bemerkte, „daß 
die vom Grafen herausgegebenen Satzungen in allen 
denjenigen Punkten völlig verfälscht seien, auf die er sich 
wegen der Exportation der Erbschaft (d. h. wegen der Er- 
richtung des Stiftes außerhalb Hessens) gestützt hatte". 

Um diesen Punkt drehte sich nun vornehmlich der 
Streit zwischen den Parteien. Aus den von der hessischen 
Regierung hierüber veröffentlichten Akten gewinnt man 
den Eindruck, als habe Graf v. Wartensleben in gewinn- 
süchtiger Absicht gehandelt, als sei schon vor dem Tode 
der Frau v. Görtz seinerseits alles vorbereitet gewesen, 
um die ihm erteilten Vollmachten zu seinem und seiner 
Familie Vorteil und zum Nachteil der Stiftung auszunutzen. 
Jeder seiner Schritte seit dem Tode der Erblasserin wurde 
in diesem Sinne gedeutet: der Versuch sich nächtlicher 
Weise in den Besitz der Hornberger Koffer zu setzen, die 
Zerstreuung des Hausgerätes der Verstorbenen, das Unter- 
lassen der Aufstellung eines Inventars, die Weigerung, 
die Satzungen herauszugeben u. s. w. 

In seinen Verteidigungsschriften widerlegt der Graf 
alle Anklagen der hessischen Regierung. Auch in diesem 
Falle muß man Anklage und Verteidigung eingehend stu- 
dieren, wenn man sich ein eigenes Urteil über die ver- 
worrene Angelegenheit verschaffen will. 

Wahrscheinlich auf Veranlassung der Generalstaaten 
hatte Graf v. Wartensleben im Jahr 1765 beim Reichs- 
hofrat in Wien den Antrag gestellt, ihn seiner Verpflich- 
tungen als Testaments- Vollstrecker und Stiftsdirektor zu 
entheben und diese Verbindlichkeiten dem Grafen Friedrich 
August v. Isenburg-Büdingen und Wächtersbach zu über- 
tragen. Der Kaiser schlug dies zwar ab, beauftragte aber 
den Fürsten Karl v. Usingen mit der kommissarischen 



— 73 — 

Verwaltung des v. Görtz'schen Nachlasses, wie auch mit 
der Errichtung des Stiftes. 

Schließlich reichte der Graf v. Wartensleben im Ja- 
nuar 1766 beim Kaiserlichen Reichshofrat in Wien eine 
Klage gegen den Landgrafen von Hessen-Cassel ein. Der 
Kaiser verordnete aber, daß der Graf mit seiner Klage 
abzuweisen sei, wie auch sein Antrag, daß die Stiftung 
unmittelbar sein müsse. Das Stift sollte in Homberg auf- 
gerichtet werden. 

Aber erst im Juli 1783 ist die Stiftung in Homberg 
wirklich zu Stande gekommen und hat in dem kaiserlichen 
Kammerherrn Freiherr Rau v. Holzhausen ihren ersten 
Stiftsdirektor erhalten. 

Graf v. Wartensleben hat diesen Ausgang seiner An- 
gelegenheit nicht mehr erlebt. Er war bereits fünf Jahre 
vorher gestorben. 

• Es ist nicht leicht, sich eine richtige Vorstellung da- 
von zu machen, was Frau v. Görtz und ihr Direktor 
eigentlich anstrebten. Besser wäre es für den Ruf des 
Grafen gewesen, wenn er sich auf die Durchführung einer 
so eigentümlichen und verworrenen Erbschaftsangelegen- 
heit gar nicht eingelassen hätte, bei der er so leicht in 
den Verdacht kommen konnte, unlautere Zwecke zu ver- 
folgen. Das aber darf man auf Grund seiner Verteidigung 
behaupten, daß er die Verdächtigungen nicht verdient hat, 
die die hessische Regierung auf ihn häufte, um ihr gegen 
ihn angewandtes Verfahren zu rechtfertigen, das allerdings 
einer Verletzung des Völkerrechtes nahe kam. Sonst 
wäre er wohl nicht bis zu seinem Lebensende in der 
ehrenvollen Stellung eines Gesandten und bevollmäch- 
tigten Ministers „Ihrer Hochmögenden der Herrn General- 
staaten der Vereinigten Niederlande" geblieben. 

In vorstehendem sollte versucht werden, seine Hand- 
lungsweise nach den zur Verfügung stehenden Quellen 
aufzuklären und zu entschuldigen. Gleichzeitig aber auch 
sollte das Interesse geweckt werden für das alte Haus in 
der Obersten Gasse zu Cassel und für das, was sich vor 
mehr als 140 Jahren dort ereignet hat. 



Gibt es einen Vertrag von Friedewald 
ans dem Jahre 1551 ? *) 



Von 
Albert Huyskens. 



1. Stand der Frage. 

Bei den großen Fortschritten, die unsere Kenntnis 
vom Zeitalter der Reformation im verflossenen Jahrhundert 
durch Veröffentlichung zahlreicher Quellen und scharf- 
sinniger Forschungen gemacht hat, bleibt es um so wunder- 
barer, daß über ein wichtiges politisches Ereignis ersten 
Ranges wie das Bündnis der deutschen Protestanten mit 
König Heinrich IL, das Deutschland den Verlust von 
Elsaß und Lothringen bringen sollte, noch bis heute wider- 
sprechende Nachrichten umlaufen können. 

Der Gegensatz der Meinungen prägt sich am knapp-, 
sten in der Darstellung von Bruno Gebhardts Handbuch 
der deutschen Geschichte aus, das sich bemüht, den gegen- 
wärtigen Stand der Forschung wiederzuspiegeln. Hier 
heißt es: „Die letzten Verhandlungen hierüber (nämlich 
über die Vertragspunkte) mit den deutschen Verbündeten 
fanden im Oktober 1551 in Lochau statt, Ende 1551 kam 
auf die genannten Bedingungen hin der Vertrag von 
Friedewalde (irrtümlich für Friedewald) zu stände, der 
von Heinrich IL am 15. Januar 1552 in Chambord unter- 
zeichnet wurde" (2. A. 1901, IL Bd., S. 81). Wäre diese 
Darstellung richtig, so wären die endgültigen Abmach- 
ungen nach einander auf dem sächsischen Jagdschlosse 



*) Vortrag gehalten am 25. Febr. 1903 im Zweigverein des Ver- 
eins für hessische Geschichte zu Marburg. 



— 75 — 

L o c h a u J ), dem hessischen Friedewald 2 ) und dem unter 
Franz I. in einer eigentümlichen Mischung von mittel- 
alterlicher Burg und Renaissanceform prächtig erbauten 
Schlosse Chambord bei Blois geschlossen worden. 

Während nun alle Darstellungen die Verhandlungen 
in Lochau und Chambord erwähnen, fehlt der Name 
Friedewald in vielen völlig u. a. schon in Rankes Deut- 
scher Geschichte (V, S. 157 ff.). Die neuste französische 
Darstellung des Pariser Universitätsprofessors Lemonnier 
(in Lavisse, Histoire de France V, 2, 1904, S. 146) gibt 
nur den Vertrag von Chambord, gleitet aber leider über 
die Verhandlungen mit den Worten hinweg: En octobre 
et novembre, les negociations s'engagerent ä fond. 3 ) Die 
Frage, die sich bei diesen verschiedenen Darstellungen 
von selbst aufdrängt, gibt es eine Zusammenkunft, einen 
Vertrag von Friedewald oder nicht? haben sich, soweit 
ich sehe, nur zwei Bearbeiter dieser Zeit vorgelegt, Aug. 
von Druffel in seinen Beiträgen zur Reichsgeschichte 
1546/52 (3 Bde. 1873-1882) und E. Schlomka in 
seiner Erstlingsschrift „Die politischen Beziehungen zwi- 
schen Kurfürst Moritz und Heinrich IL von Frankreich 
von 1550 bis zum Vertrag von Chambord (1. Teil Halle 
1884). Während der letztere (S. 23 ff.) die Frage ganz 
in unserem Sinne aufwirft und dann — allerdings ohne 
Gründe zu nennen — gegen Friedewald entscheidet, bietet 
Druffel (III, S. 348 ff.) außer der Ablehnung einer Ver- 
sammlung zu Friedewald (I, 766) eine kurze Entstehungs- 
geschichte der Vertragsurkunde und noch eine kleine 
Untersuchung darüber, ob vielleicht die letzte Hand an 
die Urkunde erst nachher gelegt worden sei, in der Ver- 

*) Jetzt Annaburg im preuß. Reg.-Bez. Merseburg, Kreis Torgau. 

2 ) Flecken am Seulingswald, Reg.-Bez. Kassel, Kreis Hersfeld, 
wegen des wildreichen Seulingswaldes Lieblingsaufenthalt der hessi- 
schen Landgrafen, besonders Philipps des Großmütigen, vgl. Landau, 
Beschreibung des Kurfürstentums Hessen, 1842, S. 522. 

8 ) Eine ähnliche unklare Stellung zu unserer Frage nehmen 
noch ein Maurenbrecher (Karl V. und die deutschen Protestanten, 
Düsseldorf 1865, S. 271), G. A. Cornelius (Zur Erläuterung der Po- 
litik des Churfürsten Moritz von Sachsen im Münchener Historischen 
Jahrbuch für 1866, S. 267 ff.), F. W. Schirrmacher (Johann Al- 
brecht I., Herzog von Mecklenburg. Wismar 1885, I, S. 151 ff.) und 
Joh. Janssen (Geschichte des deutschen Volkes, 3. Bd. 16. A. 1892 
S. 684 ff.), ferner L. Häusser in seiner Geschichte des Zeitalters der 
Reformation (hera. v. W. Oncken, Berlin 1868, S. 255 ff.) und G. Egel- 
haaf (Deutsche Geschichte im sechzehnten Jahrhundert bis zum Augs- 
burger Religionsfrieden. 2. Bd. 1892, S. 558). Richtiger urteilt I ß 1 e i b 
in seinen Aufsätzen (s. u.). 



— 76 — 

Sammlung, die nach dem Zustandekommen des Vertrags 
erwiesener Maßen zu Friedewald stattgefunden hat. Wir 
werden darauf noch zurückkommen, jedenfalls trägt 
v. Druffel durch die letzte Untersuchung nichts zur Ent- 
scheidung unserer Frage bei, ob es vor Chambord eine 
Zusammenkunft in Friedewald gegeben hat. Der Wider- 
spruch würde längst endgiltig gelöst sein, wenn nicht alle, 
auch Schlomka, es unterlassen hätten festzustellen, auf 
welche Quellen die widersprechenden Nachrichten zurück- 
gehen. 

2. Ein Vertrag von Friedewald den Akten unbekannt. 

Überschauen wir deshalb selbst zunächst das, was 
unmittelbar von jenen Vertragsverhandlungen auf uns ge- 
kommen ist. Lückenlos fast liegen da die Akten der be- 
teiligten Regierungen vor uns. Die hessischen von dem 
damaligen Kammerrat Simon Bing, dem Vertrauten des 
gefangenen Landgrafen, selbst geführten und numerierten 
Akten läßt uns jetzt das von Küch herausgegebene „Po- 
litische Archiv des Landgrafen Philipp des Großmütigen 
von Hessen" Leipzig 1904 in den Nrn. 1038—1055 voll- 
ständig übersehen. *) Viele der dort kurz verzeichneten 
Aktenstücke und auch die wichtigsten anderen aus den 
Archiven von Dresden, Berlin, Königsberg, Schwerin sind 
längst von Druffel, v. Langenn, Christian Meyer, Schirr- 
macher u. a. im vollen Wortlaut veröffentlicht worden, 
selbst die geheimsten Aktenstücke. 2 ) Der Vertrag von 
Chambord ist — französisch — in Lünigs Deutschem 
Reichsarchiv VIII, S. 293 ff. Leipzig 1712 und in Du 
Mont, Corps universel diplomatique du droit des gens 
tom. IV, partie III, S. 31 ff. Amsterdam et ä la Haye 
1726, — deutsch — bei v. Druffel III, S. 340 ff. schon 
im Wortlaut gedruckt. Auch an den Verhandlungen zu 
Lochau läßt sich nach der Fülle der darüber erhaltenen 
Akten (z. B. Küch Nr. 1046, 1047 und v. Druffel I, 
S. 763 ff.) schlechterdings nicht zweifeln. Nur über einen 

*) Der vorliegende Aufsatz ist unmittelbar aus der Mitarbeit 
an der Neuordnung dieser Aktengruppe hervorgegangen. 

2 ) F. A. v. Langenn, Moritz Herzog und Churfürst zu Sachsen. 
2 Bde. Leipzig 1841 , vgl. auch von demselben Christoph von Carlowitz, 
eb. 1854. Chr. Meyer, Zur Geschichte der Lochauer Verhandlungen 
(in den Forschungen zur deutschen Geschichte. 19. Bd. Göttingen 1879). 
v. Druffel und Schirrmacher a. a. 0. 



— 77 — 

Vertrag oder über eine Zusammenkunft in Friedewald 
sind keine Akten vorhanden. Es bleibt uns also nichts 
übrig als ihretwegen die Tradition zu befragen. 

3. Die Tradition für Friedewald: Rommel-Dilich. 

Gehen wir die Reihe der Historiker durch, die von 
Friedewald sprechen, die Schriften von Ed. Rud. Grebe, 
Gg. Winter, Woldemar Wenck, Joh. Voigt, Friedr. Alb. 
v. Langenn und Christoph v. Rommel *), so bemerken wir 
mit Erstaunen, daß nur einer selbständig diese Frage ge- 
löst hat, alle anderen aber ihm vertrauensvoll mit und 
ohne Zitat gefolgt sind. Diese scheiden demnach alle für 
die Beurteilung unserer Frage aus. Der eine war Die- 
trich Christoph v. Rommel, Bibliothekar in Kassel, 
der gelehrte Begründer der modernen hessischen Terri- 
torialgeschichte. Rommel gibt uns seinerseits in seiner 
Geschichte von Hessen (4. Bd. Kassel 1830 Anm. S. 352) 
als Quelle an Dilichs Chronik und Lucas handschriftliche 
Beschreibung von Rotenburg. Damit sind wir zum Ur- 
sprung der Erzählung von Friedewald gekommen. 

Der eine seiner beiden Gewährsmänner Friedrich 
Lucae war ehemals Hofprediger zu Liegnitz, und kam 
dann, als Österreich nach dem Aussterben des Herzogs- 
hauses von dem Lande Besitz ergriff, nach Hessen. Wenn 
er auch Mitglied des historischen Reichskollegs war, so ist 
er doch nur als ein Historiker mit viel gutem Willen, 
aber — abgesehen von seiner Selbstbiographie — ohne 
viel Können bekannt. 2 ) Seine vielen Werke verzeichnet 
Strieder (Grundlage zu einer hessischen Gelehrten- und 



*) Ed. Rud. Grebe, Philipp der Großmütige, Landgraf von 
Hessen, Cassel 1904, S. 55. Georg Winter (im Handbuch der deut- 
schen Geschichte hera. v. Br. Gebhardt 2. Bd., 1901, S. 81, s. oben). 
Woldemar Wenck, Kurfürst Moritz und die Ernestiner in den Jahren 
1551 und 1552 (in den Forschungen zur deutschen Geschichte, 12. Bd., 
1872, S. 22, 23). J. Voigt, Der Fürstenbund gegen Kaiser Karl V. 
(in Raumers Historischem Taschenbuch, Leipzig 1857, S. 144). von 
Langenn, Moritz 1. c. 1. Teil S. 484. Chr. v. Rommel: 1. Die 
fünfjährige Gefangenschaft des Landgrafen Philipp von Hessen und 
der Befreiungskrieg gegen Kaiser Karl V. 1547 — 1552 (in Band V alte 
Folge dieser Ztschr. Kassel 1849, S. 153), 2. Philipp der Großmütige, 
Landgraf von Hessen, 3 Bde. Gießen 1830, BcL I, S. 547, 3. Geschiche 
Ton Hessen Bd. 1—10, 1. Marburg u. Kassel 1820—58, Bd. IV, 1830, S. 340 ff. 

f ) Über Lucae s. Fr. X. v. Wegele, Geschichte der deutschen 
Historiographie seit dem Auftreten des Humanismus, München u. 
Leipzig. 1885, S. 726 und die dort angegebene Literatur. 



— 78 — 

Schriftsteller - Geschichte VIII, S. 111 ff.), darunter auch 
das von Rommel angezogene: „Das edle Kleinod an der 
hessischen Landeskrone oder Vorstellung der fürstlichen 
Residenz Rotenberg an der Fulda". Lucae war seit 1696 
Oberpfarrer, Dechant des Elisabethstifts und Metropolitan 
in Rotenburg und ist dort am 14. Mai 1708 gestorben. 
Ich benutzte die Beschreibung der Stadt Rotenburg in 
einer aus dem Besitz des kurhessischen Regierungarchivars 
Konrad Wilhelm Ledderhose stammenden Abschrift im 
Staatsarchive Marburg (H. 178). Die von Rommel an- 
gezogene Stelle fand sich darin nicht, ist von Rommel 
vielleicht auch nur irrtümlich zitiert worden. Lucae scheidet 
deshalb für unsere Frage um so eher aus, als von ihm ja 
doch keine zuverlässige eigene Nachricht zu erwarten ge- 
wesen wäre. Es bleibt also nur noch Dilich. 

Wilhelm Scheffer gen. Dilich 1 ) war geboren 
1571, spätestens 1572 zu Wabern in Niederhessen, stand 
den Ereignissen also zeitlich und örtlich am nächsten. 
Seine hessische Chronika aber, die er als angestellter 
Geographus und Historikus des Landgrafen Moritz schrieb, 
erfreute sich zwar, wie er selbst sagt, der Beiträge vieler 
vornehmen Leute u. a. des hessischen Vizekanzlers Johann 
Antrecht, litt aber daran, daß ihm anscheinend der Zugang 
zu den Archivalien nicht offen gestanden hat. Er klagt 
selbst, daß er vieler guter Sachen über sein vielfältiges 
Bemühen nicht habe mächtig werden können. Rommel 
scheint seine Chronik allerdings, namentlich ihrer reinen 
deutschen Sprache wegen besonders hoch geschätzt zu 
haben (Geschichte von Hessen II, 477). Dilich sagt in 
seiner Chronik (Ausgabe Cassel 1605, IL Bd. f. 318 T / 
319) folgendes: „1551. Vermahnet (sc. Ldgr. Wilhelm) 
und erinnert darum erstlich H. Moritzen und den Marg- 
grafen / Churfürsten / welche / als sie Landgraf Philipsen 
sich beym Keyser inzustellen beredet / sich gegen die 
junge Fürsten zu Hessen den vatter ohne einige gefahr 
widerumb zu liefern verpflichtet / ihrer Obligation und 
bürgeschafft: / und bewegt sie hiermit ihm mit hülfe bey- 
zuspringen : unnd kamen derowegen der Landtgraf / Chur- 



l ) Über Dilich vergl. Wegele 1. c. 443, J. Cäsar, Über Wilhelm 
Dilich's Leben und Schriften (im 6. Bande dieser Zeitschr. N. F. 
S. 313 ff.) und Helfrich Bernhard Wenck, Hessische Landesgeschichte, 
1. Bd. Darmstadt u. Gießen 1783, S. XXVII ff. Das Geburtsdatum 
nach E. T h e u n e r, Einleitung zu Wilhelm Dilichs Ansichten hessischer 
Städte aus dem Jahre 1591, Marburg 1902. 



— 79 — 

fürst Moritz / Marggraf Albrecht und Joannes Franxineus 
Bajonensis episcopus, dess Königes inn Franckreich ab- 
gesandter zu Friedewalt in Hessen zusammen. 

Wie sie nuhn im raht beysammen / und den krieg 
beschlossen / kommet ohngefehr ein heHer plitz unnd 
donnerschlag / der das gantze schloß dermassen erschüt- 
tert / dass auch die Fürsten erschrocken es vor ein böses 
zeichen achten wolten. Aber Fraxineus, ein belesener 
man / rieff laut mit frölicher stimm / dass solchs einen 
guten aussgang ihres intents anmeldet und bedeutet / in 
massen dann auss etlichen dergleichen exempeln zu er- 
wiesen. Auch hat sichs im aussgang warhafft befunden / 
dass dieser zug nicht allein dem gefangenen Fürsten / 
sondern auch gantzer Teutscher nation zum guten auss- 
geschlagen". 

Wir sind nun von vornherein geneigt, Dilichs An- 
gaben wenig Glauben zu schenken, nachdem wir festge- 
stellt haben, daß die Akten, die doch ungleich höheren 
Quellenwert besitzen, nichts über Friedewald enthalten. 
Werfen wir aber noch einen Blick auf die Ereignisse, die 
den Bündnisverhandlungen selbst vorangingen und lesen 
dann in den Akten nach, wie sie im einzelnen vor sich 
gegangen sind. 

4. Der Verlauf der Bündnisverhandlungen mit 
Frankreich nach den Akten. 

Auf dem Schlachtfelde von Mühlberg war der Schmal- 
kaldische Bund in Trümmer geschlagen und sein Haupt, 
der Kurfürst von Sachsen, gefangen genommen worden. 
Philipp von Hessen, die zweite Säule des Bundes, war 
dann vertrauensselig genug, der schriftlichen Bürgschaft 
der Kurfürsten Moritz und Joachim folgend, in Halle sich 
dem Kaiser zu stellen und sich damit in lange, seiner 
Lebensart besonders unerträgliche Gefangenschaft zu lie- 
fern. Keine noch so peinlich genaue Erfüllung seiner 
Kapitulationsbedingungen hatte ihn bisher daraus zu be- 
freien vermocht. Dem kaiserlichen Hoflager folgend saß 
er nun von spanischen Soldaten streng bewacht seit 
Herbst 1548 in den Niederlanden gefangen, obendrein 
von der Sorge gequält, vielleicht gar noch in das ver- 
haßte Spanien verbracht zu werden. Seine treue Gattin 
Christine, seine Söhne besonders Wilhelm und seine er- 
gebenen Beamten, vor allen Bing, taten umsonst alles, 



— 80 — 

seine Freilassung zu erwirken. Die Kurfürsten von Sachsen 
und Brandenburg, deren Bürgschaft sich so wertlos 
erwiesen hatte, setzten vergebens beim Kaiser alles in 
Bewegung. Auf der anderen Seite forderte die land- 
gräfliche Familie sie immer wieder auf, ihrem Scheine ge- 
treu, nun selbst zur Haft bei ihr einzureiten und bedrohte 
sie im Weigerungsfalle mit Schandgemälde und Schmäh- 
schrift. *) Ihr guter Name stand auf dem Spiel. So 
mußte ihnen, namentlich Moritz, dem Schwiegersohn Phi- 
lipps, sich allmählich der Gedanke aufdrängen, daß nur 
Gewalt den kaiserlichen Starrsinn erschüttern könnte, den 
gütliche Vorstellungen nicht zu erweichen vermocht hatten. 

Noch ein letztes Mittel wurde von den Getreuen des 
Landgrafen zu seiner Befreiung ersonnen, die Flucht. *) 
Frankreich sollte dann Philipp und seinem Sohne Wilhelm 
eine Zuflucht bieten. Ein Bündnis zwischen Sachsen, 
Hessen und Frankreich sollte Hessen in diesem Falle vor 
einem Überzug durch kaiserliche Truppen schützen. Der 
Hesse Heinrich von Schachten und der Sachse Heinrich 
von Gleisenthal verhandelten seit Anfang 1550 darüber 
mit König Heinrich II. von Frankreich und vermochten 
ihn sogar, seine Feindschaft gegen Moritz beiseite zu 
setzen. Doch auch diese letzten Pläne scheiterten, da im 
Dezember 1550 die Flucht Philipps mißlang und seine 
Helfershelfer in Gefangenschaft gerieten. Nun waren die 
Zeiten passiven und defensiven Verhaltens vorüber, nur 
die Waffen konnten noch einen Umschwung herbeiführen. 
Namentlich Bing hat das damals mit voller Klarheit er- 
kannt und mit allen Mitteln erstrebt. Landgraf Philipp 
selbst hätte sich zu einem offensiven Vorgehen damals 
wohl nicht mehr entschlossen. Nach seiner Heimkehr hat 
er von Bing genaue Rechenschaft gefordert von den 
Verhandlungen, von denen er erst nachträglich erfuhr. 8 ) 

Im Februar 1551 gewannen die Kriegspläne schärfere 
Gestalt. Landgraf Wilhelm kam mit Moritz in Dresden 
zusammen und beriet mit ihm über einen Bund, in den 
neben Frankreich Markgraf Hans, Preußen, Pommern, 

*) Diese Übersicht beruht auf den hessischen Akten. Der um- 
fangreiche Briefwechsel mit den Kurfürsten bei Küch, Politisches Archiv 
1. c. Nr. 1012 ff. Vergl. über die Verhandlungen die Aufsätze von 
S. Iß leib im Neuen Archiv f. sächs. Gesch.: Moritz v. Sachsen gegen 
Karl V. (N. A. VI. u. VII), Hans v. Küstrin u. Moritz v. Sachsen (N. A. 
XXIII) und Moritz v. Sachsen u. die Ernestiner (N. A. XXIV). 

2 ) Vgl. dazu die Aktenregesten bei Küch 1. c. 1035 ff. Vieles 
daraus ist schon von Rommel u. a. veröffentlicht. 

8 ) Vgl. die bei Küch 1. c. 1163 verzeichneten Akten. 



— 81 — 

Mecklenburg, Württemberg, ja die Ernestiner und auch 
England und Polen hineingezogen werden sollten. *) 

Im Mai desselben Jahres wurde zu Torgau ver- 
handelt, neben Moritz und Wilhelm waren jetzt auch 
Markgraf Hans von Küstrin und Herzog Albrecht von 
Mecklenburg anwesend. In ihrem Auftrage ging Frie- 
drich von Reiffenberg mit dem Angebot eines Angriffs- 
bündnisses gegen den Kaiser nach Frankreich ab. Gegen 
Subsidien wurde König Heinrich Unterstützung seiner 
Kaiserwahl und Neutralität in allen Kriegen gegen Frank- 
reich versprochen. Die Aufnahme Reiffenbergs war bei 
dem Widerstände, den der allmächtige Connetable Mont- 
morency dem Bündnisse entgegenstellte, günstig zu 
nennen. 2 ) 

Noch im August traf darauf in Marburg der erprobte 
Diplomat Heinrichs IL, Johann de Fresse, Bischof von 
Bayonne, der schon als Student zu Wittenberg mit den 
deutschen Verhältnissen bekannt geworden war, in aller 
Stille ein — als „Faktor" eines Handlungshauses. 3 ) Nach 
einer Unterredung mit dem Landgrafen Wilhelm zu 
Weißenstein (jetzt Wilhelmshöhe) bei Kassel 4 ), begab er 
sich mit den hessischen Bevollmächtigten Wilhelm von 
Schachten und Simon Bing nach Sachsen auf das Jagd- 
schloß Loch au unweit der Wahlstatt von Mühlberg. 
Hier wurde man sich über die wesentlichsten Punkte 
einig, nachdem der immer noch nur zur Defensive bereite 
Markgraf Hans persönlich beleidigt sich vom Bunde ge- 
trennt hatte. 5 ) Es war am 3. Oktober nach Mittag, wie 

1 ) Die Dresdener Tagung bei Küch 1042. Die dort verzeich- 
neten Akten 1042 ff. sind auch Quelle für die nachfolgende Darstellung, 
soweit keine andere genannt ist, um so mehr, da über die ersten 
Verhandlungen bis jetzt wenig gedruckt ist. Einzelne Aktenstücke 
über die Dresdener Handlung sind gedruckt bei v. Langenn, Moritz 
a. a. 0. II, S. 321, 323 und bei v. Druffel I, Nr. 586, 587, vgl. auch 
607, 609, 610, 618. 

2 ) Die hessischen Akten über die Torgauer Zusammenkunft bei 
Küch 1044. Das Memorial für Reiffenberg gedruckt bei v. Langenn 
II, 327, ein Gutachten über die Verhandlungen mit England vom 
14. Juli 1551 ebendort II, 328. Weitere Aktenstücke bei v. Druffel I, 
Nr. 658, 661, 662, 687, 690, 702—705, 709. 

8 ) Die Anzeige seiner Ankunft gedruckt bei v. Druffel I, Nr. 711. 
Über de Fresse, Fraxineus vergl. v. Druffel I, Nr. 733 Anm. und 
Schlomka a. a. 0. S. 20. 

4 ) Vergl. v. Druffel I, Nr. 711, Anm. 2. 

5 ) Die hessischen Akten über die Verhandlungen zu Lochau bei 
Küch 1046, 1047, Drucke bei v. Druffel I, Nr. 714, 722, 725, 733, 743, 
763, 767, 773, 774, 779, 782, vergl. 786, 787. 

N. F. BD. XXIX. 6 



— 82 — 

Bing in seinem Protokoll (bei Küch 1047) schreibt, als 
man bereits einig war und Bing befahl, das Bündnis ein- 
mal ins Reine aufs Papier zu bringen. Am Abend des- 
selben Tages schied indessen Markgraf Hans, der auch 
vom Herzog von Preußen und Heinrich von Mecklenburg 
bevollmächtigt war, in Unfrieden von dannen. Dadurch 
traten die Verhandlungen wieder in ein neues Stadium. 
Vielleicht wäre es in Lochau schon zum endgiltigen Ver- 
tragsabschluß gekommen, wenn nicht de Fresse erklärt 
hätte, dazu reichten seine Vollmachten nicht aus. l ) 

So verfiel man auf den Ausweg, den Markgrafen 
Albrecht von Brandenburg an den König selbst zu 
schicken, um ihm die Beschlüsse von Lochau zur Rati- 
fikation vorzulegen. Diese bestanden neben dem Heinrich 
zu unterbreitenden Bündnis aus einer von Moritz und 
Albrecht von Mecklenburg vereinbarten „Nebenabred zur 
offension". 2 ) Letztere war ebenso wie das dem Markgrafen 
mitgegebene Memorial zu Lochau am 5. Oktober datiert. 

Nach dieser Anweisung 3 ) sollte Albrecht um den 
21. Oktober in oder bei Kassel ankommen und von 
Schachten und Bing folgendes empfangen: 1. eine von 
den Fürsten mit Ausnahme von ihm besiegelte Kredenz- 
schrift, 2. ein von allen Fürsten unterschrie- 
benes Bündnisexemplar und zwei reine Kopien. 
Es ist sehr durchsichtig, warum Albrecht diese Stücke 
erst in Hessen in Empfang nehmen sollte. Landgraf 
Wilhelm war ja in Lochau nicht persönlich dabei gewesen 
und sollte erst jetzt Kredenzschrift und das eine Rein- 
exemplar des Bündnisses unterschreiben und besiegeln. 
Ob die hessischen Gesandten die Schriftstücke von Lochau 
mitnahmen oder ob sie sonst geschickt wurden, können 
wir dahin gestellt sein lassen. Das Verfahren der Aus- 
fertigung selbst war ja etwas durchaus Übliches. Mark- 
graf Albrecht traf in Ziegenhain mit Landgraf Wilhelm 
persönlich zusammen, am 24. Oktober fertigte ihn dieser 
aus Ziegenhain ab und gab ihm Leute bei, die ihn sicher 
durchbringen sollten. 4 ) Die Sendung Albrechts galt ins- 

*) Nach dem Bericht Schachtens und Bings bei Druffel I, Nr. 779. 

f ) Das ist das Aktenstück bei v. Druffel 1, Nr. 774 Daß nur 
Moritz und Hans Albrecht daran beteiligt waren, geht schon aus 
der Bestimmung über die Geiseln (S. 769) hervor. Doch trägt es 
auch nur deren Unterschrift. 

8 ) Gedruckt bei v. Druffel I, Nr. 773. 

4 ) Nach dem bei Druffel I, Nr. 795 im Auszug mitgeteilten 
Schreiben. 



— 83 — 

besondere der Festsetzung der französischen Subsidien- 
sumrae. Diese war in alle drei Bündnisexemplare nicht 
eingetragen, ebensowenig wie der Ort, wo und die Zahl 
der Monate, für die sie geliefert werden sollte. Albrecht 
sollte dem Könige eine von den beiden Kopien zeigen 
und ihm zu verstehen geben, daß der König, wenn er 
einverstanden sei, statt dessen eine von den Fürsten be- 
siegelte und unterzeichnete Ausfertigung erhalten könne. 
Diese könne dann von Albrecht oder wen er damit be- 
auftrage ausgefüllt werden. Der König möge sie dann 
auch unterschreiben, besiegeln und mit einem Eide be- 
stätigen. Für Moritz und den Landgrafen aber solle der 
König die beiden anderen Kopien besiegeln und unter- 
schreiben, damit diese sie dann auch besiegeln und unter- 
schreiben und darauf dem Gesandten de Fresse einen 
Eid leisten könnten. 1 ) Diese beiden Urkunden sollten in 
den Händen der beiden deutschen Fürsten diesen als 
Unterpfand für die Erfüllung der königlichen Versprechen 
dienen. Fragen wir noch in welcher Sprache die drei 
Aktenstücke abgefaßt waren, so geht daraus, daß der 
König sich die ihm vorgelegte Kopie getreulich verdol- 
metschen lassen sollte 2 ), hervor, daß die Kopien und folg- 
lich auch die bereits besiegelte Bündnisurkunde nicht in 
französischer, also in deutscher Sprache abgefasst waren. 
Am 6. November traf Markgraf Albrecht am fran- 
zösischen Hofe ein. 3 ) Der Bruder des Rheingrafen, den 
er unterwegs getroffen hatte, hatte ihn sicher durch Loth- 
ringen geleitet. 4 ) Am 13. hatte er dann eine Unter- 



*) Alles nach dem „Memorial" bei v. Druffel I, 773. 

f ) v. Druffel will (I, S. 767, Anm. 4) unter der zu verdolmet- 
schenden Kopie die „Nebenabrede" verstehen. Abgesehen aber 
davon, daß diese ihrem ganzen Inhalte nach lediglich die deutschen 
Verbündeten angeht, sollte Albrecht dem Könige doch gerade das 
Bündnis mit den deutschen Fürsten zur Ratifikation vorlegen. 

8 ) Die folgende Darstellung vorzugsweise nach dem Bericht 
Albrechts bei v. Druffel III, Nr. 819. Die in diesem Briefe gegebenen 
Daten können aber unmöglich stimmen. Albrecht zeigte nicht nur 
schon am 6. Nov. (zwei Schreiben verz. bei Küch 1048) seine An- 
kunft am französischen Hofe an, auch seine erste Audienz fand nach 
ihrer Aufzeichnung in den Akten Albrechts (bei Küch 1054) am 11. No- 
vember und nicht am 15. statt (in die Martini). 

4 ) Nach seinem bei v. Druffel I, Nr. 797 abgedruckten Schreiben 
aus „Daun". Wahrscheinlich ist diese Deutung des Ausstellungs- 
ortes richtig. Die Albrecht zu Ziegenhain zugestellte Reiseroute 
befindet sich bei seinen Akten (Küch 1054). Sie lautet „Sanct Gewehr, 
Kirn, Kochern, Frawenberg, Finstingen, Angivile, Nivile, Vaculir, Sant 
Disir"; sollte dieser Weg nicht sicher genug sein, so sollte er ziehen 

6* 



— 84 — 

redung mit dem Connetable Montmorency, bei der nur 
der Dolmetscher Baptiste Praillon zugegen war. Sie ließ 
ihn schon die Schwierigkeiten ahnen, die hier seinem Auf- 
trage entgegenstanden. Am 11. November empfing ihn 
der König selbst; von Montmorency und anderen um- 
geben und nahm von Albrecht seine Werbung und eine 
der Kopien des Bündnisses entgegen, um die Sache weiter 
zu überdenken. Albrecht, ein derber Kriegsgesell, wurde 
des Parlamentierens schon jetzt überdrüssig, obwohl ihm 
der am französischen Hofe weilende Schertlin von Burten- 
bach auf höheren Wunsch gute Gesellschaft leistete. Nach- 
dem er noch einmal am 15. Nov. mit Heinrich um die 
Höhe der Subsidien gestritten (vgl. v. Druffel III, 819 III), 
verlangte er stürmisch seine Abfertigung, als er merkte, 
daß wieder die ganze Verhandlung dem in Deutsch- 
land bei Landgraf Wilhelm zurückgebliebenen Bischof 
von Bayonne übertragen werden solle. Er erhielt darauf 
seinen Abschied und 1600 fl. noch als Verehrung. Am 
20. morgens sollte er abreisen. Aber in letzter Stunde 
wurde er noch nachdenklich, vollends durch ein Gespräch 
mit Schertlin. Schon wollte er auf persönliche Verant- 
wortung noch Verhandlungen anknüpfen, als ein am selben 
Abend eintreffender Brief des Landgrafen Wilhelm (bei 
v. Druffel I, Nr. 803, vergl. 804, 809) ihm die Möglichkeit 
gab, um eine neue Audienz mit der Begründung zu bitten, 
daß er seine Forderungen ermäßigen könne. Aber auch 
diese, die ihm am 20. gewährt wurde, verlief ergebnislos, 
die Entscheidung sollte den Verhandlungen des de Fresse 
in Deutschland überlassen bleiben. Heinrich IL ritt ruhig 
von dannen und ließ den tatendurstigen Albrecht in seiner 
Langweile sitzen. 

Inzwischen kamen Landgraf Wilhelm und der bis 
jetzt bei ihm weilende de Fresse mit Kurfürst Moritz in 
Dresden zusammen. 1 ) Hier wurde der Franzose zwar 
hinsichtlich der übrigen französischen Bedenken namentlich 
über die Verhinderung eines Religionskrieges und der 
Schädigung der deutschen geistlichen Fürsten mit den 
Verbündeten einig, aber die finanzielle Hauptfrage blieb 



über „Coblenz die Mosell hinauff uff Vinstingen, Angivile, Vaculir etc." 
Mit ihm reiste auch nach seinen Berichten Baptiste Praillon, könig- 
licher Dolmetscher und bis dahin Schreiber des de Fresse nach 
Frankreich. 

*) Die hessischen Akten bei Küch 1049—1051, Drucke bei 
v. Druffel I, Nr. 832, 836, III. 845; vgl. ebenda I, 849. 



— 85 .— 

auch hier in den Tagen vom 17. bis zum 26. Dezember 
ungelöst. De Fresse mochte nicht mehr Subsidien als 
50000 Kronen monatlich bewilligen und soviel dünkte 
namentlich Moritz zu wenig, um mit Hoffnung auf Erfolg 
ins Feld zu ziehen. Der Franzose schickte sich nun an 
mit dem einzigen, aber doch recht wichtigen Ergebnis der 
Dresdener Verhandlung, nämlich mit der „Erklärung" des 
Lochauer Vertrags nach Frankreich zurückzukehren, um 
dort Bericht zu erstatten und zu versuchen, mit Albrecht 
zusammen doch noch die Sache zu Ende zu bringen. 
Dieser erhielt von den Fürsten aufs schleunigste noch zu- 
vor seine Anweisungen, eher das Bündnis zu zerreißen 
und zu verbrennen, als unter 80000 Kronen herunter zu 
gehen, jedenfalls sollte er um den 25. Januar wieder in 
der Heimat sein (v. Druffel I, 850). Am folgenden Tage, 
nachdem diese Weisungen schon abgegangen waren, hatte 
de Fresse noch eine Unterredung mit dem nachgiebigeren 
Landgrafen Wilhelm und dem Herzog Hans Albrecht 
von Mecklenburg. Sie bestimmte diese, Albrecht aufs 
neue, diesmal etwas nachgiebiger zu schreiben, und auch 
Moritz um sein Einverständnis mit noch einigem Nach- 
lassen zu bitten. Moritz lehnte indessen alle weiteren 
Zugeständnisse ab (v. Druffel I, 851, 852, II, 878, 887). 

Unterdessen w r ar am französischen Hofe schon eine 
günstigere Stimmung eingetreten. Am 31. Dezember er- 
hielt de Fresse, der noch in Kassel weilte, Briefe von 
dort, die ihn vor Freude aufhüpfen ließen. Montmorency, 
das Haupthindernis jeder Verständigung, der bis jetzt 
„Thomas* 4 gewesen, fing nun an, an den Ernst der Ver- 
handlungen zu glauben. Daß nach der Kapitulation Magde- 
burgs Moritz sein Heer versammelt hielt, ließ seine letzten 
Zweifel schwinden. De Fresse begab sich sofort am 
1. Januar voller Hoffnung auf den Weg, in 25 Tagen 
wollte er wieder zurück sein (v. Druffel II, 873). Daß es 
seinem Könige nun ernst war, ging schon daraus hervor, 
■daß schon am 5. Januar bei dem Rheingrafen am hessi- 
schen Hofe der Befehl eingelaufen war, Truppen für 
Frankreich zu werben (v. Druffel II, 883). Allerdings 
lehnte der König es ab, mit Albrecht abzuschließen, bevor 
der Bischof von Bayonne zurückgekehrt sei. Nach dessen 
Heimkehr kam man dann auch bald zum Schluß. Am 
15. Januar wurde man einig und König Heinrich leistete 
zu Chambord seinen Eid auf die Bündnisurkunde. Am 
28. Januar traf die Nachricht davon durch den von 



— 86 — 

de Fresse geschickten Schreiber Reckerodes in Kassel 
ein. *) Erst am 3. Februar traf auch Kunde von Albrecht 
ein, der hocherfreut nun seinem „babylonischen Gefängnis" 
entrann, um sich ins Feldgetümmel zu stürzen. ' Die beiden 
für Sachsen und Hessen bestimmten Exemplare des Bünd- 
nisses mochte er nicht bei sich führen, sondern schickte 
sie allein voraus. Sobald sie in Kassel eintrafen, sandte 
Landgraf Wilhelm das sächsische Exemplar mit den Rhein- 
grafen und Simon Bing an Moritz ab. Unterwegs erhielten 
die Abgesandten aber einen Brief des Kurfürsten, daß er 
am 9. oder 10. Februar beim Landgrafen in Friedewald sein 
wolle, um mit dem Markgrafen, de Fresse und dem Rhein- 
grafen dort die Vorbereitungen des Feldzuges zu be- 
sprechen und darauf kehrte Bing und sein Begleiter zu- 
rück. 2 ) In Friedewald wurden dann um den 12. Fe- 
bruar jene letzten Bestimmungen getroffen über Aus- 
rüstung, Fahnen, Ausschreiben, Musterung, Behandlung 
der Neutralen u. s. w., von denen Druffel III, Nr. 987 
einen Auszug gibt. 3 ) 

5. Die drei Ausfertigungen des Bündnisses mit Frank- 
reich. Das Ergebnis der Untersuchung. 

Uns bleibt nun noch übrig einen Blick auf die 
Exemplare des Bündnisses zu werfen, die auf uns ge- 
kommen sind. Nach unserem Überblick über die Ver- 
handlungen hat es drei Ausfertigungen gegeben, eine für 
Frankreich bestimmt, die Albrecht bereits besiegelt mit- 
nahm und die König Heinrich behielt und je eine für 
Hessen und Sachsen, die Albrecht vom König unter- 
schrieben und besiegelt heimschickte und die nachträglich 
von den deutschen Fürsten unterschrieben und besiegelt 
werden sollten. Druffel kannte nur ein Exemplar, das 
sächsische im Dresdener Archive (abgedruckt in 
III, 902). Außerdem kannte man bis jetzt nur einen von 
Du Mont veröffentlichten französischen Text, von dem 
Druffel schon mit Recht vermutete, daß er nicht aus der 
französischen Urkunde genommen sein könnte. Das fran- 



x ) Nach einem Schreiben des Ldgr. Wilhelm an Moritz vom 
28. Jan. 1552, Konz. St.-A. Marburg, P. A. 1052. 

2 ) Quelle die Akten bei Küch 1052. 

8 ) Die von Druffel gesuchte Vorlage dieses Auszuges befindet 
sich im Königl. Preuß. u. Großherzogl. Hess. Samtarchiv zu Marburg, 
vergl. Küch 1053. 



— 87 — 

zösische Bündnisexemplar kannte man bis jetzt aber ebenso 
wenig, wie das hessische. Beide sind uns aber noch er- 
halten. Das hessische befindet sich im Kg]. Preuß. 
und Großherz. Hess. Samtarchiv zu Marburg 
und das französische in den Archives Natio- 
nales zu Paris, obwohl die Verwaltung nach einer mir 
erteilten Auskunft selbst davon keine Kenntnis hatte. 

Für das französische Exemplar *) ergab sich zunächst 
die unvermutete, aber mit unserem Überblick ganz im 
Einklang stehende Tatsache, daß auch diese Ausfertigung 
in deutscher Sprache geschrieben ist. Gemeinsam ist allen 
drei Urkunden, daß alle diejenigen Bestimmungen, über 
die solange noch verhandelt wurde, nachträglich durch 
die Hand des Dolmetschers Baptiste Praillon in die 
Urkunden eingesetzt wurden. Druffel hat diese Zusätze 
in seinem Abdruck kenntlich gemacht. Mit DrufFels Ab- 
druck stimmten die Marburger und Pariser Urkunde auch 
inhaltlich vollständig überein mit Ausnahme der Unter- 
schriften und Siegel. Die Pariser Urkunde trägt Unter- 
schrift und Siegel 1. des Königs, 2. von Moritz, 3. von 
Albrecht und 4. des Landgrafen Wilhelm. In der Mar- 
burger Urkunde fehlt Unterschrift und Siegel Albrechts 
und in der Dresdener außer diesem auch noch die des 
Landgrafen. Daß Albrecht die beiden Exemplare nicht 
unterzeichnete, kann nicht besonders auffallen, da den 
Fürsten auf ihn wohl wenig ankam; wohl muß es be- 
fremden, daß in dem Dresdener Exemplar die Unterschrift 
des Landgrafen fehlt, das ist um so auffallender, als wir 
oben hörten, daß Simon Bing und der Rheingraf von 
Wilhelm mit dem Exemplar für Sachsen abgeschickt 
wurden, dann aber wieder zurückkehrten. Wilhelm dürfte 
doch sicher zuvor Unterschrift und Siegel eingesetzt haben. 
Ich möchte also behaupten, daß das jetzt in Dresden ru- 
hende Bündnisexemplar eigentlich das hessische ist, daß 
also beide verwechselt wurden. Wir haben nämlich ge- 
naue Nachricht, daß die sächsische Urkunde in Hessen 
zurückblieb und erst nach Moritz' Tode im Jahre 1555 
von Kurfürst August reklamiert wurde. Landgraf Philipp 



') Für dessen sorgfältige Untersuchung bin ich meinem Freunde 
Dr. jur. E d. J a c o b in Paris zu großem Danke verpflichtet. Die Sig- 
natur des Archivkastens J 995 A— B, der den Vertrag enthält, verdanke 
ich dem freundlichen Entgegenkommen des Herrn Professors der neu- 
eren Geschichte Dr. Hans Glagau in Marburg. 



— 88 — 

gab damals auf den Bericht seines Registrators in Ziegen- 
hain, daß dort zwei Originale des Bündnisses vorhanden 
wären, am 26. Juli 1555 den Befehl, eins an Sachsen aus- 
zuliefern. *) Der Registrator hat dann das mit den meisten 
Unterschriften und Siegeln versehene behalten und das 
andere ausgeliefert. 

Vergleichen wir den Befund der Urkunden mit un- 
serer Erzählung der Verhandlungen, so ergibt sich mit 
voller Sicherheit: Albrecht nahm drei Exemplare des 
Bündnisses nach Frankreich, eins besiegelt, zwei unbe- 
siegelt, alle drei wurden dann von König Heinrich am 
15. Januar 1552 zu Chambord vollzogen und zwei Exem- 
plare darauf den Fürsten zugestellt und von diesen, aller- 
dings ohne besondere Sorgfalt auch besiegelt. Geschrie- 
ben sind die Urkunden (wenigstens die Marburger und 
Pariser) von einer hessischen Kanzleihand. Das Wasser- 
zeichen des hessischen Exemplars — ein Krug — weicht 
von dem bei DrufFel genannten ab, doch ist das bei einem 
nicht am Sitze der Kanzlei entstandenen Aktenstücke un- 
erheblich. 

Ziehen wir aus allem aber nun unsere Schlüsse für 
unsere Kontroverse, so bleibt uns nur ein Vertrag von 
Chambord vom 15. Januar 1552. Erst mit der Ratifikation 
des Königs erlangte die Urkunde Rechtskraft, nur von 
einem zu Chambord ratifizierten Vorvertrag von Lochau 
kann daneben die Rede sein. Andererseits haben die 
nachfolgenden Verhandlungen zu Friedewald nur die Be- 
deutung Ausführungsbestimmungen zu vereinbaren. Den 
dortigen Beratungen lag ein fest geschlossen er Vertrag zu- 
grunde, soviel auch Moritz über dessen ungünstige Be- 
stimmungen sich ereifern mochte. Die Besiegelung durch 
Hessen muß zudem, wie wir oben sahen, lange vor Friede- 
w 7 ald schon geschehen sein. Auch ein Eid auf die Bünd- 
nisurkunde scheint zu Friedewald nicht geleistet zu sein 
(v. Druffel III, S. 350). 

6. Die Quellen der irrigen Tradition Dilichs: 
Treutier, Lauze. 

Nachdem wir nun festgestellt haben, daß Dilich irrt, 
wenn er glaubt, daß in Friede wald der Vertrag geschlossen 



*) Nach einem in der aus Zink hergestellten Urkundenkapsel 
liegenden Zettel. 



— 89 — 

worden sei, so bleibt uns noch übrig, den Quellen seines 
Irrtums nachzugehen. Hier können wir gleich feststellen, 
daß er nicht zuerst geirrt hat. Seine Erzählung findet 
sich mit allen Einzelheiten fast wörtlich übereinstimmend 
in der lateinischen Leichenrede auf Landgraf Wilhelm IV., 
die i. J. 1592 der Professor der Rhetorik an der Universität 
Marburg Hieronymus Treutier in feierlicher Sitzung 
seiner Hochschule hielt und zu Marburg drucken ließ. 1 ) 
Die Übereinstimmung ist so genau, daß entweder Dilich 
diese Leichenrede benutzt haben muß, oder daß beide eine 
gemeinsame dritte Quelle für ihre Erzählung gehabt haben 
müssen. Ohne große Mühe ist diese Frage nicht zu ent- 
scheiden. Jedenfalls hat eine sehr starke hessische Tra- 
dition den Abschluß des Vertrags von Chambord nach 
Friedewald verlegt, von dem auch der Historiograph J o h. 
Just Winckelmann in seiner hessischen Chronik sagt: 
„Dieser abgelegener ort ist bequem geheime und wichtige 
Sachen zu tractiren und wegen deren im jähr 1551 allhier 
zwischen Frankreich / Sachsen / Brandenburg und Hessen 
aufgerichteten Bündnis berühmt".*) In Kreisen, die den 
Verlauf dieser so streng geheim gehaltenen Verhand- 
lungen nicht kannten, mußte die kurz vor dem Ausbruch 
des Krieges gehaltene Zusammenkunft in Friedewald mit 
dem schon abgeschlossenen Vertrage selbst in Zusammen- 



*) Eine Übersicht über die damals entstandenen Leichenreden 
gibt Rommel, Gesch. v. Hessen V, S. 841. Den Hinweis auf Treutier 
verdanke ich dem Direktor des Marburger Staatsarchivs Herrn Geh. 
Archivrat Dr. Gustav Könnecke. 

Hieronymus Treutier war geboren am 14. Februar 1565 
zu Schweidnitz, hatte in Straßburg Philosophie und Rechtswissenschaft 
studiert und sich dort den Magistergrad erworben, 1588 wurde er 
Lehrer am Pädagogium zu Marburg, 1589 Professor am akademischen 
Gymnasium zu Herborn und 1591 Professor der Rhetorik an der Uni- 
versität Marburg und hielt als solcher auch juristische Vorlesungen, 
nachdem er 1590 noch Dr. jur. geworden war. Er starb 1607 als 
Treutier von Kroschwitz, Appellations- und Lehnsrat zu Bautzen. 
Unter seinen vielen, zum Teil noch lange aufgelegten Schriften, von 
denen Strieder, auf den diese Mitteilungen beruhen, im 16. Bd. S. 231 ff. 
ein Verzeichnis gibt, dürfte diese mit viel Sorgfalt und historischen 
Einzelheiten geschriebene Leichenrede die geschichtlich wertvollste sein. 

Dilich scheint auch noch an einer anderen Stelle Treutier be- 
nutzt zu haben, wo er aus dem Jahre 1546 erzählt, wie Landgraf 
Wilhelm nach der Schlacht bei Mühlberg unter großen Gefahren von 
Straßburg in die Heimat zurückkehrte (vgl. Treutier S. 24, 25). 

f ) „Gründliche und wahrhafte Beschreibung der Fürstentümer 
Hessen und Hersfeld", Bremen 1697, 266 b. Vgl. H. B. Wenck, Hess. 
Landesgesch. a. a. 0. I, S. XXXV. 



— 90 — 

hang gebracht, verwechselt werden. Während der Ver- 
sammlung soll, wie alle Chronisten so dramatisch wir- 
kungsvoll erzählen, Blitz und Donner das einsame Wald- 
schloß in seinen Grundfesten erschüttert und alle Ver- 
sammelten in tiefen Schrecken versetzt haben bis auf den 
Franzosen de Fresse, der in den Schriften der Alten be- 
lesen den donnernden Juppiter als Juppiter victor be- 
grüßte. Das kann rhetorische Ausschmückung sein. Es 
ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß diese ganze Schil- 
derung mit den Tatsachen übereinstimmt. Das Frühjahr 
1551 war besonders reich an Unwettern. Die Fulda und 
die Lahn führten damals starkes Hochwasser und richteten 
große Verwüstungen an. Wir besitzen außer von Dilich 
auch eine eingehende Schilderung des Unwetters im Ja- 
nuar von Wigand Lauze und von Landgraf Wilhelm 
selbst. Dieser schrieb damals am 15. Januar, dem Tage, 
an dem der Vertrag zu Chambord abgeschlossen wurde, 
an Kurfürst Moritz von Sachsen *) : „wir haltens pro omine 
futurae mutationis. Gott geb glück uff unser seiten u . 



x ) Konzept im St.-A. Marburg, Pol. Arch. 1052. Dilich scheint 
für die Schilderung des Unwetters die ausführliche Erzählung Wigand 
Lauzes in dessen „Leben Philipps des Großmütigen" (2. Supplement- 
band dieser Ztschr. A. F. Kassel 1847, S. 225 ff.) benutzt zu haben. 
Ob nicht auch Lauzes „ganz heller und erschrocklicher blick" (S. 326) 
dem — Professor der Rhetorik — Treutier den Anlaß zu der drama- 
tischen ßlitzszene zu Friedewald gegeben hat? 



Das Familien-Fideikommiss des Kurfürstlich 

Hessischen Hauses in seiner geschichtlichen 

Entwicklung. *) 



Von 
Dr. Friedrich Renner. 



I. Abschnitt. 

I. Das Hessische Gesamt-Haus und seine ein- 
zelnen Linien. 

Das Kurfürstlich Hessische Haus stellt sich nach der 
Einverleibung Kurhessens in den Preußischen Staat und 
nach dem in 1875 erfolgten Tode des letzten Kurfürsten 
Friedrich Wilhelm zur Zeit als die ältere nicht regie- 
rende Hauptlinie des Hessischen Fürstenhauses dar. Das 
Großherzoglich Hessische Fürstenhaus dagegen bildet jetzt 
die jüngere regierende Hauptlinie des von Heinrich L, 
genannt das Kind, gestorben 1308, gegründeten Hessischen 
Gesamthauses. 

Gemeinsamer Stammvater beider Hauptlinien ist, wie 
die dieser Denkschrift beigegebene Stammtafel ergibt, Land- 
graf Philipp der Großmütige, geboren 1504, gestorben 
1567, der in seinem Testament vom 6. April 1562 sein 

l ) Die nachfolgenden Darlegungen (I, II, III) bilden die Ab- 
schnitte II, III, IV einer als Manuskript gedruckten „Denkschrift be- 
treffend die Erbansprüche Seiner Königlichen Hoheit des Landgrafen 
Alexander Friedrich von Hessen und des Hessischen Fürstenhauses 
auf den eventuellen Anfall des Fürstlich Hanauischen Fideikommisses 
Horzowitz" von Dr. Friedrich Renner, Geheimer Justizrat in Cassel. 
Als Manuskript gedruckt. Cassel 1905. Druck von Friedrich Scheel. 
Der Redaktions-Ausschuss hat der Anregung des Herrn Verfassers, 
diese Partieen der Denkschrift hier wiederzugeben dankbar Folge ge- 
geben, denn er ist überzeugt: sehr viele unserer Vereinsmitglieder 
werden sich gern von dem kundigsten Führer über den Verlauf der 
Angelegenheiten unterrichten lassen, welche schließlich zur Neube- 
gründung eines dem gesamten Hessischen Fürstenhause und eines den 
Philippsthaler Linien gewidmeten Familien - Fideikommisses geführt 
haben. 



— 92 — 

Land seinen vier Söhnen vererbte, welche dasselbe im 
Brüder- und Erbvergleich vom 20. Mai 1568 dergestalt 
unter sich verteilten, daß der älteste Sohn Wilhelm IV. 
genannt der Weise, gestorben 1592, Hessen-Cassel und 
der jüngste Sohn Georg L, gestorben 1596, Hessen- 
Darmstadt erhielt. Der zweite und dritte Sohn, Ludwig 
und Philipp II., erhielten Hessen-Marburg und Hessen- 
Rheinfels, starben aber bald kinderlos und die beiden 
überlebenden Brüder verständigten sich über die an sie 
zurückgefallenen Landesteile, so daß nur die beiden Haupt- 
linien Hessen-Cassel und Hessen-Darmstadt übrig geblie- 
ben sind. 

Von der Hessen-Casseler Hauptlinie wurde der erste 
Sohn des im Jahre 1785 verstorbenen regierenden Land- 
grafen Friedrich IL, Landgraf Wilhelm, wieder re- 
gierender Herr. Er führte zunächst als Landgraf den 
Namen Wilhelm IX., dann nach dem Reichs-Deputations- 
Hauptschluß von 1803 als Kurfürst den Namen W i 1 h e 1 m L, 
starb im Jahre 1821 und hinterließ als Regierungsnach- 
folger seinen Sohn den Kurfürsten Wilhelm II., dessen 
Sohn und Nachfolger der letzte im Jahre 1875 verstorbene 
Kurfürst Friedrich Wilhelm I. war. Der zweite Sohn 
des regierenden Landgrafen Friedrich IL, der in 1837 
verstorbene Landgraf Friedrich, wurde der Stifter der 
Linie Hessen-Rumpenheim und hinterließ als Fideikommiß- 
nachfolger den in 1867 verstorbenen Landgrafen Wilhelm, 
dessen Sohn Landgraf Friedrich Wilhelm bei dem im 
Jahre 1875 erfolgten Tode des Kurfürsten als dessen 
nächster ebenbürtiger Agnat der Rechtsnachfolger des 
Kurfürsten und Chef der Casseler Hauptlinie wurde. 

Der Landgraf Friedrich Wilhelm ist im Jahre 1884 
mit Hinterlassung dreier ebenbürtiger Söhne verstorben, 
von welchen der älteste Friedrich Wilhelm Nikolaus 
sein Fideikommißnachfolger und Chef des Casseler Hauses 
wurde. Dieser verstarb aber schon im Jahre 1888 plötz- 
lich auf einer Reise um die Welt und wurde nach seinem 
kinderlosen Tode sein Bruder, Landgraf Alexander 
Friedrich von Hessen, der Fideikommißnachfolger 
und das Haupt des früheren Kurfürstlichen Hauses, 
der jetzigen älteren nicht regierenden Hessen-Casseler 
Hauptlinie, die außerdem noch von Sr. Hoheit dem Prinzen 
Friedrich Carl von Hessen und dessen sechs Söhnen ge- 
bildet wird. 

Von der Casseler Hauptlinie hatte sich schon früher, 
gestiftet von dem nachgeborenen Sohn des Landgrafen 



— 93 — 

Wilhelm VI., Philipp (gestorben 1721), die sogenannte 
Philippsthaler Linie abgezweigt, welche sich unter dessen 
Söhnen Carl (gestorben 1770) und Wilhelm (gestorben 
1761) wieder in zwei Linien spaltete, die Linie Philippsthal, 
welche gegenwärtig durch den Landgrafen Ernst und 
Prinzen Carl von Hessen repräsentiert wird, und die 
Linie Hessen- Philippsthal- Barchfeld, die gegenwärtig nach 
dem am 16. August erfolgten Tode des Landgrafen Alexis 
von Hessen durch die Söhne seines verstorbenen Bruders 
des Prinzen Wilhelm von Hessen, den Landgrafen 
Chlodwig und den Prinzen Christian von Hessen-Philipps- 
thal-Barchfeld, sowie des ersteren Sohn, repräsentiert wird. 

Das Großherzogliche Haus wird nur repräsentiert 
durch Se. Königl. Hoheit den Großherzog Ernst Ludwig 
von Hessen und bei Rhein. 

Die vorerwähnten Linien und dermaligen Mitglieder 
des Hessischen Hauses sind übersichtlich aufgeführt im 
Gothaischen Hofkalender 1905 (Seite 29—32). 

II. Die Rechtsverhältnisse des Hessischen Hauses 
und das Hausvermögen desselben nach den Haus- 
gesetzen bis zum Beginn des XIX. Jahrhunderts. 

Die Rechtsverhältnisse des Hessischen 
Hauses, insbesondere die Erbfolge in die Regierung 
und in das Hausfideikommiß, Veräußerungen, Testamente, 
Wittum, Aussteuer sind durch eine Reihe gemeinsamer 
Hausgesetze und Ordnungen geordnet, welche bei HefFter : 
Sonderrechte der souveränen und mediatisierten Häuser 
Deutschlands, Berlin 1870, Seite 250 und folgende, auf- 
geführt sind. 

Für das Gesamthaus kommen insbesondere in Betracht 
die älteren Hausgesetze und Ordnungen des Hessischen 
Fürstenhauses, insbesondere die Erbverbrüderungen der 
beiden Landgrafen Heinrich II. und Hermann des 
Gelehrten mit den Landgrafen zu Thüringen und Mark- 
grafen zu Meißen von 1373, vielfach erneuert, zuletzt 1614, 
ferner die Erbeinigung mit Sachsen und Brandenburg von 
1435, 1457, zuletzt 1614, das Testament Philipps des 
Großmütigen vom 6. April 1562, der Brüder- und Erb- 
vergleich seiner Söhne vom 20. Mai 1568, ferner das Her- 
kommen des Hauses. 

Durch diese Ordnungen war bei dem Gesamthause 
die Nachfolge in die Landesherrschaft auf den vom Stamm- 
vater des Hauses Heinrich L, das Kind (gestorben 1308), 



— 94 — 

abstammenden Mannesstamm aus ebenbürtiger Ehe be- 
schränkt. Die Töchter waren ausgeschlossen. 

Nachdem bereits früher einzelne Teilungen vorge- 
nommen waren, ordnete, wie schon oben erwähnt, Land- 
graf Philipp der Großmütige durch sein Testament die 
Teilung des Landes unter seine vier Söhne in vier selb- 
ständig regierende Linien an, von welchen die beiden 
überlebenden Linien (Hessen-Cassel und Hessen- Darmstadt) 
in der Folge getrennt geblieben sind. (Vergl. Estor: 
Origines juris publ. Hassiaci S. 166 ff. Rommel: Hessische 
Geschichte II, Seite 103, 124, 172, 346 Zachariae: Denk- 
schrift, Wegfall der Primogenitur in Hessen betreffend, 
Seite 33 u. ff., Seite 39.) 

In dem Brüdervergleich der Söhne Philipps des 
Großmütigen ist für den Fall des Aussterbens des Mannes- 
stammes einer Hauptlinie die Nachfolge der überlebenden 
Linie in „Land und Leute auch sonst alle Verlassenschaft" 
der ausgestorbenen Linien ausdrücklich angeordnet und 
vorbehalten. 

Erst durch den Primogeniturvertrag vom Februar 
und März 1627 und das Kaiserliche Primogeniturdiplom 
vom 8. Juni 1628 wurde für die Landeshoheit und Landes- 
regierung in Hessen-Cassel die Unteilbarkeit und die Erb- 
folgeordnung nach dem Erstgeburtsrecht hausgesetzlich 
bestimmt, wie dies schon seit 1606 in Hessen-Darmstadt 
der Fall gewesen war. (Zachariae : Denkschrift, Seite 39 ff.) 

Die Bestimmung des Primogeniturvertrags, daß in 
Hessen-Cassel nur e i n regierender Herr sein soll, wurde, 
nachdem Landgraf W i 1 h e 1 m von Hessen-Cassel und 
Landgraf Georg von Hessen-Darmstadt durch den 
Hauptakkord vom 1. Februar 1628 sich für beide Linien 
über die Einführung der Primogeniturerbfolge für die 
Landesherrschaften verständigt hatten, durch das Kaiser- 
liche Diplom vom 8. Juni 1628 dahin bestätigt: „daß zu 
jeder Zeit nur ein einziger regierender Landesfurst und 
Herr, aus der ältesten Geburtslinie posterirend, in der 
Fürstlich Hessen -Casselschen Linie sein und nach dem 
Rechte der Erstgeburt admittiret werden, nach dessen 
Hintritt aber seine Mann-Leibs-Lehnserben — nach dem 
Rechte der Erstgeburt — die Administration und unver- 
schiedene Landesregierung und Succession an allen Landen 
und Leuten und allen davon dependirenden Rechten und 
Gerechtigkeiten haben und überkommen sollen." 

Das Familienbesitztum des Hessischen Fürstenhauses 



— 95 — 

wurde in den Hausgesetzen und nach Herkommen in 
gleicher Weise wie die Landeshoheit lediglich im eben- 
bürtigen Mannesstamm vererbfallt und war, die Fälle 
echter Not ausgenommen, unveräusserlich. 

Die Vererbung geschah seit 1628 ebenfalls nach der 
Linealfolge und dem Erstgeburtsrecht, so dass der regie- 
rende Herr immer auch Nutzniesser des solchergestalt 
fideikommissarisch gebundenen Hausvermögens wurde. 

Die Töchter waren von der Nachfolge ausgeschlossen 
und erhielten nur bestimmte Ausstattungen und Ab- 
findungen gegen Leistung des Erbverzichtes. 

Jedes Glied des Hauses, welches einen Anteil an dem 
landesfürstlichen Besitztum hat, ist hausgesetzlich ver- 
pflichtet, seinem Nachfolger im landesfurstlichen Besitz 
nicht allein die ererbten Stammbesitzungen, sondern auch, 
was er selbst erworben hat und was bei seinem Ableben 
noch vorhanden ist, fahrende Habe eingeschlossen, zu 
hinterlassen. (Vergl. Heffter a. a. O. Seite 252, 253; 
ders. : Die Rechte des Kurhauses Hessen an der Verlassen- 
schaft des Landgrafen Viktor Amadeus zu Rotenburg, 
Berlin 1835.) Das Fideikommißvermögen wurde nach den 
Hausgesetzen und dem Herkommen mit der Landes- 
herrschaft als Eigentum des gesamten Fürstenhauses an- 
gesehen und musste bei demselben und dessen berufenen 
Nachfolgern und den Erb verbrüderten verbleiben. (Heffter 
a. a. O;) 

In den Hausgesetzen, Testamenten und Erbver- 
brüderungen wurde vorgeschrieben, daß neben „Land und 
Leuten' 4 die Güter, obrigkeitliche und grundherrliche Nutz- 
zungen und andere nutzbaren Rechte als Ganzes bei dem 
gesamten Fürstenhause erhalten werden sollten. 

Abgeteilten Söhnen und Linien wurden wohl ein- 
zelne Besitzungen als Apanagegüter zur Benutzung oder 
Unterhalt und Deputat überwiesen, welche dann später 
an das Haus zurückfielen. 

Das Familiengut bildete neben der Regierung ein 
selbständiges Besitztum des fürstlichen Hauses und der 
Regent bezog die Nutzungen des Hausvermögens nicht 
als Regent, sondern als sukzessionsberechtigter Nutznießer 
des Familiengutes. (Vergl. Zachariae : Wegfall des Primo- 
geniturrechts im Hessischen Hause, Seite 30 u. 31.) 

Da die Einkünfte dieses Hausvermögens aber vom 
Fideikommiß-Inhaber auch zu den Kosten der Hofver- 
verwaltung und der zur Zeit des Territorialsystems als 



— 96 — 

lediglich fürstliche Angelegenheit behandelten Staatsver- 
waltung verwendet wurden, so machte sich mit der Aus- 
bildung des modernen Staates auch die Notwendigkeit 
einer Trennung des Vermögens des Hessischen Fürsten- 
hauses vom Staatsvermögen fühlbar. 



Abschnitt IL 

Die Trennung des Staatsvermögens vom Ver- 
mögen des Kurfürstlichen Hauses und die Ge- 
staltung des letzteren in Kurhessen vor der Ein- 
verleibung Kurhessens. 

Kapitel I. 

Sonderling- des Staatsvermögens yorn Fideikommißrermögen des 
Kurfürstlichen Hauses. 

Das Hausvermögen des Hessen- Casselschen Fürsten- 
hauses, wie sich dasselbe im Territorialstaat als Eigentum 
dieses Hauses auf Grund der Hausgesetze, Testamente, 
Familienverträge und Erbeinigungen in den früheren Jahr- 
hunderten gestaltet hatte und zu Anfang des 19. Jahr- 
hunderts darstellte, war von sehr bedeutendem Umfange. 
Dasselbe umfaßte im 18. und. 19. Jahrhundert die sehr 
umfangreichen fürstlichen Kammergüter, Zinsgüter; Hufen- 
güter, Vorwerke, Meiereien, Mühlen, die ständigen Erb- 
zinsen von den Städten, Erbgütern, Hufen, von herrschaft- 
lichen Zinsgütern, die Pachtzinsen der Meiereien. In den 
Hessischen Landesordnungen werden alle diese nutzbaren 
Besitzungen als „herrschaftliche Güter", „Unsere Vorwerke** 
usw., „Unsere eigentümlichen Domanial- und Kammer- 
güter" bezeichnet. (Vergl. Rechnungsausschreiben vom 
11. November 1745, Steuerreglement vom 16. Oktober 
1764.) Die Güter wurden verwaltet von der Fürstlichen 
Rentkammer, in deren Kasse auch die Einkünfte flössen. 

Ausserdem gehörten zu dem Hausgut die Barbestände 
der Ersparnisse der Fürsten, welche auf den Fideikommiß- 
nachfolger übergingen und in der Kabinettskasse ver- 
wahrt wurden. 

Nach dem Untergang des Königreichs Westfalen 
entstanden zunächst in den Jahren 1815 und 1816 zwischen 
dem in seine Staaten zurückgekehrten Kurfürsten Wil- 
helm I. und seinen Ständen Verhandlungen über eine 



— 97 — 

Konstitution (Verfassung) und über die genauere Trennung 
des Staats- von dem Fideikommißvermögen des Kurfürst- 
lichen Hauses. 

Der Kurfürst gab in letzter Richtung hierbei am 
18. März 1815 folgende Erklärung ab: 

„Die Kammergüter bilden ein unveräußerliches 
Familien - Fideikommißvermögen des Hessischen 
Fürstenhauses und der regierende Fürst (s. c. aus 
diesem Hause) bestreitet daraus seinen Hofstaat 
usw. Die Kammergüter und alle unter dem Namen 
Kammerintraden bekannten Einkünfte sind nach 
den Gesetzen des Fürstlichen Hauses Fideikommiß 
und der Primogenitur, sowie der ausschließlichen 
Direktion der regierenden Landesfürsten unter- 
worfen, und diese Bestimmung gründet sich auf 
die uralte, bei den deutschen Fürsten herkömm- 
liche Verfassung und in Kurhessen auf die Be- 
stimmung der Landtagsabschiede." 
Von den Kammergütern unterscheidet der Kurfürst 
die aus den Kontributionen und Steuern sich bildende 
Kriegskasse, es stehe den Ständen nach der Landesver- 
fassung bezüglich der Steuern ein Bewilligungsrecht zu; 
allein bezüglich der bei der Kasse schon verwalteten 
Kapitalien sei ihre Mitwirkung nach der Verfassung aus- 
geschlossen usw. 

Der Kurfürst sondert also die Kammergüter ganz 
wesentlich von dem Staatsvermögen ab ; während für Be- 
stimmung des letzteren die Landesverfassung maßgebend 
und das Mitwirkungsrecht der Stände, wie erwähnt, er- 
forderlich sein soll, seien die Grundlagen der Kammer- 
güter die Hausgesetze des Fürstlichen Hauses Hessen und 
die bei den deutschen Fürsten herkömmliche Verfassung 
unter Ausschliessung jeder ständischen Mitwirkung. 

Die Stände erkannten das Fideikommißvermögen als 
unveräusserliches Familiengut an, nahmen aber den Be- 
stand der Fürstlichen Kasse und die nutzbaren Kammer- 
güter teilweise für das Land in Anspruch und machten 
den Vorschlag, ein gewisses Hausvermögen festzulegen. 
Diese Verhandlungen von 1815/1816 führten zwar 
zu keinem Abschluss, bildeten aber die Grundlage für die 
Verhandlungen der Stände von 1830/31, welche sich außer 
der Beratung der Verfassungsurkunde x hauptsächlich um 
die Feststellung des Staatsvermögens und Absonderung 
des Kurfürstlichen Familien-Fideikommisses von demselben 

2f. F. BD. XXIX. 7 



— 98 — 

bewegten. (Vergl. Pfeiffer : Geschichte der landständischen 
Verfassung, Seite 242, 251, 257.) 

Da die in 1816 nicht zustande gekommene Konsti- 
tution in 1831 zur Wirklichkeit gelangte und hierdurch 
allererst der Staat, unterschieden vom Landesherrn, als 
juristische Persönlichkeit ins Leben trat, der Träger von 
Rechten und Pflichten und namentlich auch von sämt- 
lichen, seither vom Landesherrn aus den Einkünften des 
Fürstlichen Vermögens getragenen Ausgaben des Staats- 
bedarfs wurde (vergl. § 143 der Verfassung vom 5. Januar 
1831), so erschien es nunmehr allerdings nötig und ge- 
boten, dem Staat auch ein Vermögen zur Verwendung 
für seine Ausgaben und Zweck zu überweisen. (Vergl. 
Pfeiffer a. a. O., Seite 300—302.) 

Kapitel II. 

Feststellung des Familieu-Fideikommisses des Kurfürstlichen 
Hauses durch die Vereinbarung yon 1830/31« 

Die Absonderung des Staats- vom Familien-Fidei- 
komm iß vermögen des Kurfürstlichen Hauses geschah der- 
gestalt, daß von dem seitherigen Fürstlichen Hausvermögen 
die in § 139 der Verfassung aufgeführten Kammergüter 
(Domänen), Gefälle, Forsten, Jagden, Fischereien, Berg-, 
Hütten- und Salzwerke, nutzbare Regalien usw., sowie 
die eine Hälfte der sämtlichen vorhandenen zwischen dem 
Landesherrn und den Ständen in 1815 streitig gewesenen 
Kapitalien als Staatsvermögen, die Kapitalien hälfte 
insbesondere als Staatsschatz der Staatsverwaltung 
überwiesen und von den hiernach noch verbleibenden Ge- 
genständen des Fürstlichen Familien-Fideikommisses ge- 
sondert wurden. (§ 140 der Verfassung.) Den Rest des 
früheren Hausgutes, bestehend aus den Fürstlichen 
Schlössern und Park-Anlagen, sowie der anderen Hälfte 
der gedachten Kapitalien (dem kurfürstlichen Hausschatz) 
behielt darnach das Fürstliche Haus als unveräußerliches, 
aber nunmehr von allen Staatslasten befreites Fideikommiß 
und ausschließliches Eigentum, während gleichzeitig für 
den Regenten und seine Linie eine Dotation des Bedarfs 
des Kurfürstlichen Hofes an Geld und Naturialien aus- 
geworfen wurde, die sogenannte Hofdotation, radiziert 
auf Domänen und Gefälle, an denen die Rechte des Kur- 
fürstlichen Hauses vorbehalten blieben. 

Diese gesamte Vereinbarung wurde im § 140 der 



- 99 - 

Verfassungsurkunde aufgeführt und unter den Schutz der 
Verfassung gestellt. 

Das solchergestalt festgelegte Vermögen des Kur- 
fürstlichen Hauses ist in der Schlussvereinbarung, sog. 
Hofdotationsurkunde vom 9. März 1831 als un- 
veräußerliches Fideikommißvermögen des Kur- 
fürstlichen Hauses anerkannt worden und bestand, 
von der sog. Hofdotation abgesehen, im wesentlichen 

1. in einer Anzahl von Schlössern, Gebäuden, 
Park-Anlagen und anderen Grund- 
stücken, deren wichtigste in Cassel und Um- 
gegend gelegen sind, wie solche in einer der 
sog. Hofdationsurkunde vom 9. März 1831 bei- 
gegebenen Anlage im näheren aufgeführt sind, 
einschließlich des Inventars und Mobiliars, 
darunter die sog. Silberkammer. (Vergleiche 
die Drucksachen des Abgeordnetenhauses von 
1881, No. 201, Seite 28 und folgende.) 

2. aus dem Hausschatze, der bei der oben 
erwähnten Auseinandersetzung dem Kurfürst- 
lichen Hause durch die geheime Verordnung 
vom 27. Februar 1831 und das dieselbe aus- 
zugsweise veröffentlichende Kurhessische Gesetz 
vom 27. Februar 1831 (Kurhessische Gesetz- 
sammlung Seite 57) als Fideikommiß-Kapital- 
vermögen zu unbezweifeltem und ausschließlichen 
Eigentum überwiesen wurde, das niemals unter 
dem Vorgeben irgend einer anderen Eigenschaft 
für den Staat oder sonst sollte in Anspruch 
genommen werden können. 

Für die Nutznießung und Vererbung des Fideikom- 
misses blieben die früheren Bestimmungen der Hausgesetze 
maßgebend, die dann auch noch gesetzlichen Ausdruck 
gefunden haben. 

In § 4 des Hausschatzgesetzes ist gesagt, daß die 
Einkünfte des Hausschatzes dem Landesherrn gehören, 
jedoch nur in der Eigenschaft eines Nutznießers des Kur- 
fürstlichen Familien - Fideikommisses vom Tage seines 
Regierungsantrittes bis zu seinem Ableben. 

In gleicher Eigenschaft bezog der Chef des Hauses 
die Nutznießung der zum Familien - Fideikommisse des 
Kurfürstlichen Hauses gehörigen Immobilien. 

Für die Vererbung der Landesregierung und der 

7* 



— 100 — 

Nutznießung des Fideikommisses gelten die Bestimmungen 
des § 3 der Kurhessischen Verfassungsurkunde vom 5. Ja- 
nuar 1831, wonach die Regierung des Staates erblich ist, 
vermöge leiblicher Abstammung aus ebenbürtiger Ehe 
nach der Linealfolge und dem Rechte der Erstgeburt mit 
Ausschluss der Prinzessinnen. 

Unter den jFideikommißbesitzungen waren besonders 
wertvoll: die Residenzschlösser zu Cassel, das Hoftheater, 
das Museum, das Schloß mit Park und Anlagen zu Wil- 
helmshöhe, das Schloß zu Wilhelmsthal, Fulda, Hanau, 
Fasanerie, Philippsruhe, Wilhelmsbad etc. 

Das Kapitalvermögen des Hausschatzes betrug nach 
einer von den Preussischen Behörden im Jahre 1881 auf- 
gestellten Berechnung zirka 18417000 Mark, die Jahres- 
zinsen betrugen 831633 Mark. 



III. Abschnitt. 

Die Schicksale des Familien-Fideikommisses des 

Kurfürstlichen Hauses nach der Einverleibung 

Kurhessens. 

Kapitel I. 

Die Preußischen Verfügungen über das Hessische Familien- 
Fideikommiß. 

Durch die Auseinandersetzung zwischen dem Kur- 
fürsten Wilhelm IL und den Ständen von 1830/31 war 
das Fideikommiß des Kurfürstlichen Hauses von dem 
Staatsvermögen gesondert, von allen Beitragsleistungen zu 
den Kosten der Staatsverwaltung entlastet und rechtlich 
zu einem Privatvermögen des Kurfürstlichen Hauses erklärt 
worden, an dem dem Staat hinfort keine Ansprüche mehr 
zustehen sollten. Ebenso war das Staatsvermögen genau 
festgestellt. Von einer Zugehörigkeit dieses im Jahre 1831 
neugestalteten Kurfürstlichen Haus-Fideikommisses zur 
Landesregierung war niemals die Rede gewesen; das 
Fideikommiß hätte hiernach auch durch die in 1866 erfolgte 
Einverleibung Kurhessens in den Preußischen Staat nicht 
berührt werden dürfen. Gleichwohl wurde mit der kriege- 
rischen Besitzergreifung auch das Fideikommißvermögen 
des Kurfürstlichen .Hauses als Zubehör der jeweiligen 
Landesregierung und demgemäß als miterobert behandelt 



— 101 — 

und von der Preußischen Staatsregierung alsbald mit in 
Besitz genommen. Es fanden dann bezüglich des Fidei- 
kommißvermögens eine Reihe von Rechtsakten statt, 
wodurch das Fideikommißvermögen als erobertes Gut der 
Verfügung der Krone Preußen unterstellt wurde. 

I. Zunächst ließ sich der nach Stettin als Kriegsge- 
fangener abgeführte Kurfürst FriedrichWilhelml. 
bewegen, mit der Krone Preußen den sog. Stettiner 
Vertrag vom 17. und 18. September 1866 ab- 
zuschließen. Bei dem Vertragsabschluß wurde als 
unabänderliche Voraussetzung festgesetzt, daß die 
Eidesentbindung der früheren Kurfürstlichen Unter- 
tanen, Truppen, Hof- und Zivildienerschaft seitens 
des Kurfürsten stattfinde. Im übrigen waren die 
wesentlichen Bestimmungen die folgenden: 

1. daß die Krone Preußen bezüglich des Haus- 
schatzes und der durch die Hofdotationsurkunde 
von 1831 zum Fideikommiß des Kurfürstlichen 
Hauses gehörigen Immobilien, Mobilien und 
Berechtigungen das lebenslängliche Recht des 
Kurfürsten auf die Nutzungen anerkannte, 
soweit nicht die Erreichung der Staats- 
zwecke und politische Rücksichten dem 
entgegenständen, 

2. daß bezüglich des Hausschatzes die Bestellung 
einer Direktion auf Vorschlag des Fideikommiß- 
Besitzers durch die Krone Preußen erfolgen 
solle und die Verwaltung des übrigen Fidei- 
kommiß Vermögens ebenwohl durch Fideikommiß- 
Beamte zu geschehen habe, 

3. daß Seiner Majestät dem König von Preußen 
über die Benutzung der Schlösser zu 
Cassel und Wilhelmshöhe die alleinige 
Bestimmung zustehe und 

4. daß Seine Königliche Hoheit der Kurfürst das 
alleinige ungehinderte Benutzungsrecht der 
Schlösser in der Provinz Hanau sich vorbehielt 
und auf die eigene Benutzung der in den übrigen 
Landesteilen gelegenen Schlösser verzichtete. 

IL Sodann wurde durch das Gesetz vom 20. September 
1866 (Gesetz-Sammlung S. 555) das Kurfürstentum 
Hessen unter Einführung der Preußischen Verfassung 
für immer mit der Preußischen Monarchie vereinigt 



— 102 — 

und durch Allerhöchstes Patent vom 3. Oktober 1866 
(Gesetzsammlung Seite 638) die Besitznahme von 
Kurhessen vollzogen. 

III. Durch Allerhöchste VerordnungSeiner Majestät 
des Königs von Preußen vom 22. September 1867 
(Gesetzsammlung S. 1638) wurde die Verwaltung des 
Hausschatzes der Königlichen Direktion des Kur- 
fürstlichen Hausschatzes und die Verwaltung des 
übrigen Fideikommißvermögens der Königlichen 
Generalverwaltung des Kurfürstlichen Haus-Fidei- 
kommisses übertragen. 

IV. Durch Allerhöchsten Erlaß vom 25. JSep- 
tember 1867, betreffend die Revenuen des 'Kur- 
fürstlichen Hausschatzes (Gesetzsammlung Seite 1684), 
behielt sich Seine Majestät der König von Preußen 
die Beschlußfassung über den Bezug der Einkünfte 
des Kurfürstlichen Haus-Fideikommisses nach dem 
Ableben Seiner Königlichen Hoheit des Kurfürsten 
bis auf weiteres vor, indem er zugleich bestimmte, 
daß die jährlichen Revenuen des zur Sukzession in 
das Kurhessische Familien-Fideikommiß berufenen 
Familiengliedes bis auf Höhe von 250000 Talern 
aus den Revenuen des Hausschatzes ergänzt werden 
sollten, sow T eit die Erträge des letzteren dazu aus- 
reichen würden. 

V. Durch Gesetz vom 24. Januar 1868 wurden die 
Schlösser am Friedrichsplatz in Cassel mit Zubehör 
unbeschadet der Rechte Dritter der Benutzung des 
Königs überwiesen. 
VI. Durch das sogenannte Beschlagnahmegesetz vom 
15. Februar 1869 (Gesetzsammlung Seite 321) 
wurden die dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm 
vonHessen durch den Stettiner Vertrag zuerkannten 
Bezüge zwecks Verwendung derselben zur Abwehr 
feindseliger Unternehmungen des Kurfürsten gegen 
den Preußischen Staat mit Beschlag belegt mit der 
Bestimmung, daß aus den mit * Beschlag belegten 
Objekten und Revenuen mit Ausschluß der Rech- 
nungslegung an den Kurfürsten die Kosten der Be- 
schlagnahme und Verwaltung sowie der Maßregeln 
zur Überwachung und Abwehr feindseliger Unter- 
nehmungen des Kurfürsten und seiner Agenten zu 
bestreiten seien. Diese Revenuen sind auch bis zur 



— 103 — 

Wiederaufhebung der Beschlagnahme nach dem Tode 
des Kurfürsten durch das Preuß. Gesetz vom 26. Juli 
1875 (Gesetzsammlung S. 583) von der Preußischen 
Staatsverwaltung verbraucht worden und eine Rech- 
nungsablage an die Erben des Kurfürsten ist niemals 
erfolgt. 

Die Rechtslage des Fideikommisses des Kurfürstlichen 
Hauses war also bei dem im Jahre 1875 eingetretenen 
Tode des Kurfürsten die, daß das gesamte Fideikommiß 
von der Preußischen Regierung als Zubehör der Landes- 
herrschaft über Kurhessen in Besitz genommen war, daß 
ferner die Revenuen dieses Fideikommisses, soweit solche 
noch durch den Stettiner Vertrag dem Kurfürsten belassen 
worden waren, angeblich zur Abwehr feindseliger Unter- 
nehmungen des Kurfürsten demselben entzogen worden 
sind, so daß er als vollständig aus dem Besitz gesetzt 
gestorben ist und ihm keinerlei Verfügung über das Fidei- 
kommiß mehr zustand, und daß ebensowenig seinen Erben 
gegenüber irgend ein Teil der Nutzungen herausgegeben 
ist. Die Versuche der Erben, auf dem Petitions wege und 
Klagewege Rechnungslegung und Herausgabe der Re- 
venuen zu erwirken, sind erfolglos geblieben und der 
Gerichtshof zur Entscheidung der Kompetenzkonflikte, 
welchem die Klagen überwiesen wurden, hat die Zu- 
lässigkeit des Rechtsweges verneint. 

Kapitel II. 

Der Staatsvertrag zwischen der Preußischen Staatsregierung und 

dem Landgrafen Friedrich Wilhelm von Hessen vom 

26. März 1873. 

Durch die kriegerische Eroberung Kurhessens, den 
Stettiner Vertrag und die weiter dargestellten Maßnahmen 
der Krone Preussen und der Königlichen Staatsregierung 
war das Familien-Fideikommiß des Kurfürstlichen Hauses 
dem letzteren jedenfalls tatsächlich entzogen und als ein 
Zubehör der durch die Eroberung und Einverleibung 
Kurhessens auf Preussen übergegangenen Landesherrschaft 
bzw. als Preußisches Staatseigentum behandelt worden, 
so daß das Kurfürstliche Haus tatsächlich vollständig aus 
dem Besitze seines Fideikommißvermögens gesetzt war 
und ihm auch das Recht auf das Haus-Fideikommiß- 
vermögen durchaus bestritten wurde. Den zur Fideikommiß- 
folge berufenen Agnaten blieb nur übrig, entweder den 
wegen der publizistischen Beziehungen des Fideikommisses 



— 104 — 

immerhin sehr mißlichen Weg der Klage vor dem zu- 
ständigen Preußischen Zivilgerichte zu betreten oder mit 
Preußen ein bestimmte Rechte für die Zukunft dauernd 
gewährleistendes Abkommen zu treffen. 

Der nach der Kurhessischen Verfassung vom 5. Ja- 
nuar 1831 zur Regierungsnachfolge im Kurfürstentum 
Hessen und nach den Hausgesetzen auch zur Nachfolge 
im Fideikommiß des Kurfürstlichen Hauses berufene nächste 
Agnat des Kurfürsten, der Chef der älteren sogenannten 
Rumpenheimer Linie des Kurfürstlichen Hauses, Seine 
Hoheit der Landgraf Friedrich Wilhelm von 
Hessen, fand sich bei dieser Sachlage schließlich nach 
mehrjährigem Zögern veranlaßt, einen ihm von der 
Krone Preußen angebotenen Ausgleich durch Abschluß 
des Vertrages vom 26. März 1873, betreffend das Fidei- 
kommißvermögen des Kurfürstlich Hessischen Hauses und 
die künftigen Verhältnisse Seiner Hoheit des Landgrafen 
Friedrich von Hessen und Höchdessen Familie, für 
sich und seine Familie anzunehmen. 

Der Landgraf verfolgte hierbei zunächst den Zweck, 
aus dem seitherigen von der Preußischen Staatsverwaltung 
in Besitz genommenen Fideikommisse des Kurfürstlichen 
Hauses noch zu retten, was möglich war, und sodann für 
das Kurfürstliche Haus aus diesen geretteten Bestandteilen 
des früheren Fideikommisses an Stelle des letzteren ein 
neues Familien-Fideikommiß für das Hessische Haus zu 
bilden. 

Aus dem Vertrag vom 26. März 1873 kommen hier 
insbesondere in Betracht: 

Artikel 1. 
Seine Hoheit der Landgraf Friedrich er- 
kennt die Einverleibung des vormaligen Kurfürsten- 
tums Hessen in die Preußische Monarchie als einen 
unabänderlichen staatsrechtlichen Akt an und entsagt 
für sich und Seine Deszendenz zugunsten der Krone 
Preußen allen Ansprüchen auf die Regierung des 
früheren Kurstaates, sowie allen damit zusammen- 
hängenden Rechten und Bezügen, insbesondere auch 
auf die Hofdotation. 

Artikel 2. 
Das gesamte sog. Fideikommißvermögen des 
Kurfürstlichen Hauses wird als Preußisches Staats- 
vermögen anerkannt. Dies gilt insbesondere: 



— 105 — 

a) sowohl von allen zum Fideikommiß gehörigen 
Immobilien, Mobilien und Berechtigungen, als 
auch 

b) von dem unter der Bezeichnung Kurfürstlicher 
Hausschatz gebildeten und bisher in Gemäßheit 
des Kurhessischen Gesetzes vom 27. Januar 1831 
(Sammlung von Gesetzen für Kurhessen de 1831, 
Seite 55) resp. der Allerhöchsten Verordnung 
vom 22. September 1867 (Preußische Gesetz- 
sammlung de 1867, S. 1638) verwalteten Kapi- 
talienbeständen . 

Seine Hoheit der Landgraf Friedrich überträgt 
alle Rechte, welche Ihm und Seiner Familie an dem 
bisherigen Fideikommißvermögen des Kurfürstlichen 
Hauses (einschließlich des bisherigen Kurfürstlichen 
Hausschatzes) zustehen, auf die Krone Preußen, welche 
diese Rechte als ihre eigenen auszuüben fortan be- 
fugt sein soll. 

Artikel 3. 

Dagegen verpflichtet sich die Krone Preussen, 
nach dem Ableben Seiner Königlichen Hoheit des 
Kurfürsten Friedrich Wilhelm an seine Hoheit 
den Landgrafen Friedrich oder an denjenigen aus 
ebenbürtiger Ehe entsprossenen Agnaten des Kurfürst- 
lichen Hauses, 'welcher nach der Linealfolge und dem 
Rechte der Erstgeburt zur Sukzession zunächst be- 
rufen sein wird, 

I. aus den Revenuen des Kurfürstlichen Haus- 
schatzes eine vierteljährlich zahlbare jährliche 
Rente von 202240 Talern zu gewähren, deren 
dauernde Entrichtung im unverkürzten Betrage 
die Krone Preußen gewährleistet, 
II. verschiedene bisher zum Fideikommißvermögen 
des Kurfürstlichen Hauses gehörig gewesene 
Vermögensobjekte zu überweisen, nämlich: 

A. an Grundeigentum: 

a) das Stadtschloß zu Fulda, 

b) das Schloß Fasanerie zu Fulda, 

c) das Schloß Philippsruhe bei Hanau, nebst 
der dazu gehörigen Fasanerie beim Wil- 
helmsbad. 



— 106 — 

B. an Mobilien: 

a) Die Silberkammer und die zum Fidei- 
kommiß des Kurfürstlichen Hauses ge- 
hörigen Schmucksachen und Pretiosen mit 
Ausschluss derjenigen, welche Bestand- 
teile von Krön- und Reichsinsignien sind; 

b) verschiedene näher aufgeführte Mobilien 
aus dem Schlosse Bellevue in Cassel und 
dem Jagdschlosse zu Wabern. 

Artikel 4. 

Die Krone Preussen verpflichtet sich die in 
dem Artikel 3 ad I. zugesicherte Rente auf den 
Betrag von jählich 216000 Talern, geschrieben: „Zwei- 
hundert und sechszehntausend Talern" zu erhöhen, 
wenn bis zum Schlüsse des Jahres 1874 sämtliche 
großjährigen Agnaten der Nebenlinien Hessen-Philipps- 
thal und Hessen - Philippsthal - Barchfeld und der zu 
der ersteren Linie gehörige Prinz Carl Alexander, 
welcher erst im nächsten Jahre die Großjährigkeit 
erreichen wird, diesem Vertrage rechtsgiltig beitreten. 

Artikel 5. 

Aus dem Hebungsrechte auf die in dem Artikel 3, 
ad I, resp. im Artikel 4 zugesicherte Rente, sowie aus 
den im Artikel 3, ad II. aufgeführten Grundstücken 
und Mobilien wird ein Privat-Familien-Fideikommiß 
der Kurhessischen Fürsten familie gebildet, welches 
in allen seinen Bestandteilen unveräußerlich und un- 
verpfändbar sein, und welches sich mit Ausschluß der 
Prinzessinnen in der ehelichen männlichen Deszendenz 
aus ebenbürtiger Ehe forterben soll, dergestallt, daß 
nach den zeitigen Verhältnissen Seine Hoheit der 
Landgraf Friedrich zur Sukzession in dieses Fidei- 
kommiß berufen sein, und dessen Linie die beiden 
Nebenlinien Hessen-Philippsthal und Hessen-Philipps- 
thal-Barchfeld ausschließen wird. 

Mit dem Aussterben der zur Nachfolge in das 
Fideikommiß berufenen Linien der Kurhessischen 
Fürstenfamilie fällt das Fideikommiß an die Krone 
Preußen zurück, welche alsdann für eine angemessene 
Dotierung der überlebenden Prinzessinnen zu sorgen 
haben wird. 



— 107 — 

Seine Hoheit der Landgraf Friedrich oder der 
zur Zeit des Ablebens Seiner Königlichen Hoheit 
des Kurfürsten Friedrich Wilhelm zur Sukzession 
zunächst berufene Agnat wird binnen Jahresfrist nach 
dem erwähnten Zeitpunkte die erforderlichen weiteren 
Maßnahmen treffen, um das Fideikommiß unter Be- 
rücksichtigung der vorstehenden Bestimmungen rechts- 
gültig zu konstituieren. 

Artikel 12. 

Das neue Privat-Familien-Fideikommiß der Kur- 
hessischen Fürstenfamilie tritt erst mit dem Ableben 
Seiner Königlichen Hoheit des Kurfürsten in Wirk- 
samkeit. 

Es wurde also dem Landgrafen Friedrich Wilhelm 
vonHessen von den Zinsen des Hausschatzes, welche nach 
der von der Preußischen Hausschatzdirektion aufgestellten 
Berechnung zur Zeit der Einverleibung überhaupt 831 633 
Mark jährlich betrugen, eine Jahresrente von 606 720 Mark 
überwiesen und deren dauernde Entrichtung von der 
Krone Preußen gewährleistet, ferner wurden ihm aus den 
Fideikommiß-Besitzungen die genannten Schlösser, ferner 
die Silberkammer und eine Reihe sonstiger Mobilien 
überwiesen, und die Errichtung eines Familien-Fidei- 
kommisses der Kurhessischen Fürstenfamilie, d. h. des 
vormals Kurfürstlichen Hauses Hessen-Cassel, aus dem 
Hebungsrechte der Rente und aus den überwiesenen 
Grundstücken und Mobilien vereinbart, welches nach der 
früher für die Kurhessische Thronfolge und für das alte 
Kurfürstliche Haus-Fideikommiß maßgebenden Sukzessions- 
ordnung lediglich im ebenhürtigen Mannesstamm mit 
Ausschluß der Prinzessinnen nach der Linealfolge mit 
Erstgeburtsrecht forterben und gleich dem früheren Haus- 
Fideikommiß unveräußerlich und unverpfändbar sein soll. 

In den Artikeln 7 und 10 wurden die beiden Philipps- 
thaler Linien, wenn sie nicht binnen einer bestimmten 
Zeit dem Vertrag beitreten, oder wenn sie den Rechtsweg 
beschreiten würden, aller Ansprüche an dem neuen Privat- 
Familien-Fideikommiß für verlustig erklärt. 

Für den Fall des Aussterbens der sukzessionsbe- 
rechtigten Deszendenz des Landgrafen Friedrich Wil- 
helm hatte sich die Krone Preußen zugleich im Artikel 8 
den Rückfall des Fideikommisses an Preußen vorbehalten. 



— 108 — 

Auf Grund dieses Vertrages vom 26. März 1873 hat 
dann der Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen, 
welcher seit dem Tode des Kurfürsten den Titel „König- 
liche Hoheit" führte, unter dem 26. August 1878 ein 
Fideikommiß-Statut errichtet, das unten noch näher be- 
trachtet werden wird. 

Dieser Stiftungsurkunde ist von Seiner Majestät dem 
Kaiser und König Wilhelm I. am 23. Dezember 1878 
die landesherrliche Genehmigung erteilt worden. 

Kapitel III. 

Stellungnahme der Kurhessischen Agnaten der jüngeren (sogen. 
Philippsthaler) Linien, Rechtsstreit und Vergleich vom 13. De- 
zember 1880. 

Der Vertrag vom 26. März 1873 ermangelte noch 
der Zustimmung der Agnaten der jüngeren sog. Philipps- 
thaler Linien des kurhessischen Hauses. 

Die Agnaten dieser Linien, nämlich: 

1. der Landgraf Ernst, 

2. der Prinz Carl von Hessen -Philippsthal, 

3. der Landgraf Alexis und 

4. der Prinz Wilhelm von Hessen-Philippsthal-Barchfeld 
hatten es vorgezogen, gegen die Krone Preußen und den 
Preußischen Staat auf Anerkennung ihrer agnatischen und 
sonstigen Rechte an dem alten Kurfürstlichen Haus- 
Fideikommiß von 1830/31 und zwar sowohl an dem 
Fideikommiß- Grundvermögen als an dem Hausschatz, 
insbesondere der Sukzessionsrechte, des Rechts zu Kon- 
senserteilungen bei Veräußerungen usw. klagbar zu werden, 
und hatten in erster Instanz bei dem Königlichen Kriegs- 
gericht zu Cassel am 22. Februar und 8. November 1877 
im wesentlichen obsiegende Erkenntnisse erwirkt. 

Das Kreisgericht ging hierbei in Übereinstimmung 
mit den klägerischen Ausführungen von der Ansicht aus, 
daß das Fideikommiß Privateigentum des Kurfürstlichen 
Hauses und deshalb von der Eroberung und Einverleibung 
Kurhessens nicht berührt worden, mithin die einseitig 
von der Preußischen Staatsregierung zur Ausschließung 
der Rechte der Agnaten vorgenommenen Dispositionen 
ungerechtfertigt seien, nur der Allerhöchste Erlaß vom 
25. September 1867 (siehe oben Seite 12 Nr. IV) wurde 
aufrecht erhalten. 

Gegen diese Urteile erwirkte der Preußische Staat 



— 109 — 

dem Prinzen Wilhelm gegenüber in der Berufungsinstanz 
Urteile des Königlichen Oberlandesgerichts zu Cassel vom 
23. Juni 1880, wodurch die Klagen zurückgewiesen wurden. 

Das Oberlandesgericht wurde hierbei von der Er- 
wägung geleitet, daß das Familien-Fideikommiß der Kur- 
hessischen Fürstenfamilie keinenfalls als freies Eigentum 
dieser Familie, sondern als ein teils durch die Stellung 
dieser Familie als einer regierenden bedingtes, teils durch 
öffentliche Rechte des Landes publizistisch gebundenes 
Eigentum anzusehen sei, welches der Staatserbfolge unter- 
liege, weshalb die erhobene Klage auf Anerkennung des 
Privateigentums der Familie und der fideikommissarischen 
Berechtigung des Klägers infolge der Einverleibung Kur- 
hessens unbegründet erscheine. 

Das Oberlandesgericht sprach sich aber gleichzeitig 
dahin aus, daß die ausgleichende Gerechtigkeit erfordere, 
daß das Kurfürstliche Haus für den Verlust seiner Rechte 
am Fideikommiß durch einen nach politischen und finan- 
ziellen Rücksichten zu bewirkenden öffentlich rechtlichen 
Ausgleich entschädigt werde. 

Der Prinz Wilhelm von Hessen-Philippsthal-Barch- 
feld legte gegen dies Urteil die Revisionsbeschwerde ein, 
die Sache wurde jedoch auf Antrag der Königlichen 
Staatsregierung dem Gerichtshof zur Entscheidung der 
Kompetenzkonflikte überwiesen. 

Schon bevor die Urteile auf die Berufungen des 
Preußischen Staates gegen den Prinzen Wilhelm von 
Hessen-Philippsthal-Barchfeld ergingen, waren zwischen 
den drei anderen Herren Agnaten und der Preußischen 
Staatsregierung bereits seit November 1879 Vergleichs- 
verhandlungen eingeleitet worden, denen nach der durch 
das Oberlandesgericht erfolgten Abweisung seiner Klage 
auch der genannte Prinz Wilhelm von Hessen-Philipps- 
thal-Barchfeld beitrat. 

Zwischen der Königlich Preußischen Staatsregierung 
und den sämtlichen vier Agnaten der Philippsthaler Linien 
des Hessischen Fürstenhauses wurde dann am 13. Dezember 
1880 ein Vertrag betreffend die Ansprüche der Agnaten 
der Philippsthaler Linie des Hessischen Fürstenhauses an 
das Fideikommißvermögen des vormals Kurhessischen 
Hauses, abgedruckt in den Drucksachen des Abgeordneten- 
hauses von 1881 Nr. 201 Seite 5, abgeschlossen. Durch 
den Artikel 1 dieses Vertrages traten die vier Agnaten 



— 110 — 

Landgraf Ernst und Prinz Carl von Hessen-Philippsthal 
und Landgraf Alexis und Prinz Wilhelm von Hessen- 
Philippsthal-Barchfeld dem obenerwähnten Vertrag vom 
26. März 1873 zwischen Seiner Majestät dem Kaiser und 
König und Seiner Königlichen Hoheit dem Landgrafen 
Friedrich Wilhelm von Hessen bei und übertrugen 
auch ihrerseits die ihnen und ihrer Deszendenz an dem 
Familien-Fideikommisse des Kurfürstlichen Hauses, insbe- 
sondere am Hausschatze und den zum Fideikommisse 
gehörigen Grün dbesitzun gen und Mobilien zustehenden 
Rechte an die Krone Preußen ; dagegen wurde ihnen 
durch Artikel 2 und 3 des Vertrages vom 13. Dezember 
1880 seitens der Krone Preußen eine jährliche Gesamt- 
rente in Höhe von 300000 Mark und die zum Kurfürst- 
lichen Fideikommiß gehörig gewesenen nachbenannten 
Grundbesitzungen : das Stadtschloß zu Hanau, das Schloß 
zu Rotenburg, das Lustschloß zu Schönfeld bei Cassel und 
ein Pavillon des Bellevueschlosses zu Cassel mit der Maß- 
gabe übergeben, daß aus dem Hebungsrechte der Rente 
und den Besitzungen ein un verpfändbares und unveräußer- 
liches Fideikommiß der Philippsthaler Linien des Hessischen 
Fürstenhauses zu bilden und hierüber ein von Sr. Majestät 
dem Kaiser zu genehmigendes Statut aufzustellen sei, was 
dann auch in der Folge geschehen ist. 

Ferner wurde durch Artikel 4 des Vertrages bestimmt, 
daß für den Fall der Mannesstamm der älteren (sog. Rumpen- 
heimer) Linie des Hessischen Fürstenhauses vor der jüngeren 
(Philippsthaler) Linie aussterben sollte, die letztere Linie 
zur Sukzession in das zufolge Artikel 5 des Vertrages 
vom 26. März 1873 konstituierte Privat- Familien- 
Fideikommiß der Hessischen Fürstenfamilie 
unter Festhaltung und entsprechender Ergänzung der für 
dies Familien-Fideikommiß ergangenen Bestimmungen 
nach der Linealfolge und dem Rechte der Erstgeburt 
berufen sein solle, und zwar zunächst die ältere der beiden 
Philippsthaler Linien und dann die jüngere, die sog. 
Philippsthal-Barchfelder Linie. 

Die Jahresrente von 606 220 Mark wird mit dem 
Eintritt der Philippsthaler Linie in die Sukzession auf 
540000 Mark ermäßigt. 

Das Fideikommiß der beiden Philippsthaler Linien 
soll mit dem Aussterben der letzteren oder dem Eintritt 
der jüngeren der beiden Linien in die Sukzession des 



— 111 — 

Fideikommisses des Hessischen Fürstenhauses an die Krone 
Preußen zurückfallen. 

Nach Artikel 7 des Vertrages vom 13. Dezember 
1880 sind von der in das Fideikommiß des Hessischen 
Fürstenhauses sukzedierenden Philippsthaler Linie die 
überlebenden Prinzessinnen der älteren (Rumpenheimer) 
Linie angemessen zu dotieren. 

Nach Artikel 9 des Vertrages sollen sämtliche noch 
schwebenden Rechtsstreite als durch diesen Vertrag er- 
ledigt betrachtet werden. 

Kapitel IV. 

Beitritt der Großherzoglichen Linie durch Vertrag vom 
13. Januar 1881. 

Dem Großherzoglichen Hause war, wie oben dar- 
gelegt worden ist, durch den Brüdervergleich zwischen 
den Söhnen Philipps des Großmütigen und spätere Ver- 
träge und Hausgesetze ebenwohl das Nachfolgerecht in 
die Landesregierung und das Hausvermögen der Casseler 
Linie und umgekehrt vorbehalten, was auch heute noch 
rechtsgültig und insbesondere dadurch anerkannt ist, daß 
durch die Hessen-Darmstädtischen Gesetze vom 27. März 
und 19. Juli 1902 für den Fall des kinderlosen Todes 
Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs das Erbfolge- 
recht der Hessen-Casseler Linie in die Regierung des 
Großherzogtums ausdrücklich anerkannt und gesetzlich 
festgelegt worden ist. Diesen Grundsätzen entsprechend 
ist denn auch endlich Seine Königliche Hoheit der Groß- 
herzog von Hessen für Sich und die Großherzogliche 
Linie des Hessischen Fürstenhauses unter Zustimmung 
der volljährigen Großherzoglichen Agnaten durch Vertrag 
vom 13. Januar 1881, abgedruckt in Drucksachen des Ab- 
geordnetenhauses 1881 Nr. 201 S. 15, mit Seiner Majestät 
dem Deutschen Kaiser und König von Preußen betreffend 
die Ansprüche der Großherzoglichen Linie an das Fidei- 
kommißvermögen des vormals Kurfürstlichen Hauses, 
den vorgedachten beiden Verträgen der Krone Preußen 
vom 26. März 1873 und 13. Dezember 1880 mit der älteren 
und den jüngeren Linien des Hessen-Casselschen Fürsten- 
hauses beigetreten und hat ebenfalls die ihm und der 
Großherzoglichen Linie am Fideikommiß des Kurfürstlichen 
Hauses, namentlich am Hausschatz und an den in der 
Hofdotation vom 9. März 1831 aufgeführten Immobilien 



— 112 — 

zustehenden Rechte auf die Krone Preußen übertragen. 
(Artikel 1.) Dagegen ist der agnatischen Großherzoglichen 
Familie in gleicher Weise, wie derselben die Sukzession 
in die Regierung von Hessen-Cassel und in das Haus- 
Fideikommiß von 1830/31 nach Linealordnung und Primo- 
genitur zustand, durch Artikel 2 für den Fall des Aus* 
Sterbens des Mannesstammes der Casseler Linien die 
Sukzession in das durch den Vertrag vom 26. März 1873 
konstituierte Privat-Familien-Fideikommiß der Kurhessi- 
schen Fürstenfamilie unter Festhaltung und entsprechender 
Ergänzung der statutarischen Bestimmungen nach der 
Linealfolge und dem Rechte der Erstgeburt in dem den 
Philippsthaler Linien gewährleisteten Umfange eröffnet 
und zugesichert. Für den Eintritt des Sukzessionsfalles 
hat die Großherzogliche Linie für angemessene Dotierung 
der überlebenden Prinzessinnen der Casseler Linie Sorge 
zu tragen und mit dem Aussterben des Mannesstammes 
der Großherzoglichen Linie fällt das Privat-Familien- 
Fideikommiß der Hessischen Fürstenfamilie an die Krone 
Preußen zurück. 

Kapitel V. 

Gesetz, betr. das Fideikommiß vermögen des vormals Kurhessischei 
Hauses vom 16. März 1881. 

(Preußische Gesetzsammlung Seite 140.) 

Die in dem Abschnitt III, Kapitel I, aufgeführten 
Verfügungen der Preußischen Staatsregierung über das 
Fideikommißvermögen des Kurfürstlichen Hauses, sowie 
die im Abschnitt III, Kapitel II — IV, aufgeführten Ver- 
träge über dasselbe wurden in Gemäßheit Allerhöchster 
Ermächtigung vom 31. Januar 1881 mit einem Gesetz- 
entwurf über das in Rede stehende FideikommißvermögeD 
im Februar 1881 mit einer ausführlichen Denkschrift dem 
Landtag der Monarchie zur verfassungsmäßigen Beschluß 
fassung von den Preußischen Ministerien vorgelegt und 
erfolgte auf Grund der deshalbigen Landtagsverhandlungei 
der Erlaß des Gesetzes über das Fideikommißvermögei 
des vormals Kurhessischen Hauses vom 16. März 1881,; 
durch welches die stattgefundene vertragsmäßige Regelui 
der Vermögensverhältnisse der Mitglieder des Kurfta 
liehen Hauses genehmigt und diejenigen zu dem frühen 
Fideikommiß des Kurfürstlichen Hauses gehörigen Ve 



— 113 — 

mögen sgegenstände, welche im Eigentum und Besitz des 
Preußischen Staates verbleiben würden, als Staatseigentum 
mit der Maßgabe anerkannt wurden, daß die für das Staats- 
eigentum allgemein geltenden Vorschriften auf dieselben 
Anwendung erleiden sollten, während die Grundstücke, 
welche vertragsmäßig Bestandteile des neuerrichteten 
Familien-Fideikommisses der Hessischen Fürstenfamilie 
und der Philippsthaler Linie zu bilden hatten, als solche 
im Grundbuch eingetragen und die Ausgaben zur Er- 
füllung der auf dem Hausschatz ruhenden rechtlichen Ver- 
pflichtungen, sowie die den Mitgliedern des Hessischen 
Fürstenhauses überwiesenen Renten in den Staatshaushalt 
aufgenommen werden sollten. 

Solchergestalt ist auch das neue Privat-Familien- 
Fideikommiß des Kurhessischen Fürstenhauses als ein 
unveräußerliches nach der Linealfolge mit Erstgeburtsrecht 
zunächst in der älteren sog. Rumpenheimer, dann in der 
jüngeren sog. Philippsthaler Linie des Hessen- Casselschen 
Hauses und endlich im Hessen-Darmstädtischen Hause 
forterbendes Familien-Fideikommiß gesetzlich anerkannt 
worden. 

Kapitel VI. 

Ergänzung der Stiftungsurkunde yom 23° Dezember 1 1878 durcn 

Nachtraff vom 5 ' oktober i903 
aacntrag vom 7 DezembeP 1903 . 

Endlich ist die von Sr. Königlichen Hoheit dem Land- 
grafen Friedrich Wilhelm von Hessen aufgestellte 
Stiftungsurkunde vom 26. August 1878 (vgl. oben S. 108), 
landesherrlich genehmigt am 23. Dezember 1878, durch 
einen von Seiner Königlichen Hoheit dem Landgrafen 
Alexander Friedrich von Hessen errichteten, von 
Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser genehmigten Nach- 
trag vom if-^ — ~k~~ 1903 dahin abgeändert bezw. ergänzt 
worden, daß nach dem Aussterben der dermaligen Casseler 
L Hauptlinie (Rumpenheimer) auch die Fideikommißfolge 
* der Agnaten der jüngeren (Philippsthaler) Linie des Kur- 
*. fürstlichen Hauses, sowie der Großherzoglichen Linie an- 
^ erkannt und festgestellt worden ist und hierdurch das 
^neue Hessische Fideikommiß auch formell zu einem dem 
^gesamten Hessischen Hause gewidmeten Familien-Fidei- 
t 'Kommiß erklärt worden ist, so daß dies neue Hessische 
N. F. BD. xxix. 8 



— 114 — 

Fideikommiß jetzt auch formell als an die Stelle des in 
1830/31 begründeten früheren Familien -Fideikommisses 
des Kurhauses getreten ist. 

Der die Rechtsnachfolge feststellende § 2 der Stif- 
tungsurkunde mit den im Nachtrage enthaltenen Ver- 
änderungen hat jetzt folgenden Wortlaut: 

§ 2. 

1. (Nach der Stiftungsurkunde.) Nach Unserem Ableben kom- 
men also zunächst die in Unserer Ehe mit Unserer 
geliebten Gemahlin Landgräfin Marie Anna Frie- 
derike, Königliche Hoheit, geborenen Söhne, von 
denen gegenwärtig die Prinzen 

a) Friedrich Wilhelm Nikolaus Carl, 

b) Alexander Friedrich Wilhelm Albrecht 
Georg, 

c) Friedrich Carl Ludwig Constantin 

am Leben sich befinden, mit ihrer ebenbürtigen 
männlichen Deszendenz als die Nächstberechtigten 
in Betracht. 

(Die Absätze 3, 4, 5 der Stiftungsurkunde, wodurch die Philipps- 
thaler Linien von der Rechtsnachfolge ausgeschlossen waren, sind 
in dem vorerwähnten Nachtrag durch folgende Bestimmungen 
ersetzt :) 

2. Sollte wider Verhoffen die direkte männliche Des- 
zendenz des Stifters, d. i. der Mannesstamm der im 
Vertrag vom 26. März 1873 genannten älteren (so- 
genannten Rumpenheimer) Linie, nach göttlichem 
Ratschluss vor dem Mannesstamm der jüngeren 
(Philippsthaler) Linien des Hessischen Fürstenhauses 
aussterben, so sollen in Gemäßheit des zwischen den 
letzteren und der Krone Preußen am 13. Dezember 
1880 abgeschlossenen Vertrages die Philippsthaler 
Linien als die Nächstberechtigten zur Sukzession in 
das Privat-Familien-Fideikommiß der Kurhessischen 
Fürstenfamilie unter Festhaltung und entsprechender 
Ergänzung der für dasselbe geltenden stiftungs- 
mäßigen Bestimmungen nach der Linealfolge und 
dem Rechte der Erstgeburt mit der Maßgabe be- 
rufen sein, daß von dem Eintritt dieser Sukzession 
an die im § 1 der Stiftungsurkunde aufgeführte jähr- 
liche Rente von 202240 Talern gleich 606720 Mark 
sich auf den Betrag von 540000 Mark, in Worten: 
Fünfhundertvierzigtausend Mark, ermäßigt. 



— 115 — 

Das in Rede stehende Fideikommiß gelangt 
zunächst an die ältere der beiden Linien, die soge- 
nannte Philippsthaler Linie, und nach deren Aus- 
sterben an die jüngere, die sogenannte Philippsthal- 
Barchfelder Linie. 

3. Sollte der Mannesstamm der Kurfürstlichen Linie der 
Hessischen Fürstenfamilie vor dem Mannesstamm 
der Großherzoglichen Linie aussterben, so soll in 
Gemäßheit des zwischen der letzteren und der Krone 
Preußen abgeschlossenen Vertrages vom 13. Januar 
1881 die Großherzogliche Linie zur Sukzession in 
das in Rede stehende Privat-Familien-Fideikommiß 
der Kurhessischen Fürstenfamilie, unter Festhaltung 
und entsprechender Ergänzung der für das Fidei- 
kommiß ergangenen stiftungsmäßigen Bestimmungen 
nach der Linealfolge und dem Rechte der Erstgeburt 
in dem unter Ziffer 2 vorstehend für den Fall der 
Sukzession der Philippsthaler Linien festgesetzten 
Umfang berufen sein. 

4. Mit dem Aussterben sämtlicher zur Fideikommißfolge 
berufenen Linien der Hessischen Fürstenfamilie fällt 
das Privat-Familien-Fideikommiß des Kurhessischen 
Hauses an die Krone Preußen zurück. 

5. Der Krone Preußen sind die nach Artikel 5 des 
Vertrages vom 26. März 1873 von derselben zur 
angemessenen Dotierung der überlebenden Prin- 
zessinnen der älteren (Rumpenheimer) Linie für den 
Fall des Aussterbens dieser Linie aufzuwendenden 
Summen von den Nachfolgern in das Privat-Familien- 
Fideikommiß der Kurhessischen Fürstenfamilie zu 
ersetzen, und wenn die Großherzogliche Linie in die 
Sukzession gelangt, so haben die Nachfolger in das 
gedachte Fideikommiß in die von der Krone Preußen 
nach Artikel 7 des Vertrages vom 13. Dezember 1880 
übernommene Verpflichtung, für eine angemessene 
Dotierung der überlebenden Prinzessinnen der Philipps- 
thaler Linie Sorge zu tragen, einzutreten. (Artikel 7 
des Vertrages vom 13. Dezember 1880 und Artikel 2 
des Vertrages vom 13. Januar 1881.) 



— 116 — 

Kapitel VII. 

Ergebnisse. Auflösung des Fideikommisses von 1830/31. Bildung 

des Neuen Hessischen Hausfldeikommisses und des Familien-Fidei- 

kommisses der Philippsthaler Linien. 

Aus den vorstehenden Betrachtungen im Abschnitt III, 
Kapitel 1 — VI ergibt sich Folgendes: 

Dem bis zum Jahre 1866 regierenden Kurfürstlich 
Hessischen Hause wurde infolge der Eroberung, Besitz- 
ergreifung und Einverleibung Kurhessens durch Preußen 
in 1866 mit der Landesherrschaft auch zugleich das von 
Preußen als Zubehör der letzteren betrachtete, durch die 
Vereinbarung des Kurfürsten mit den Landständen 1830/31 
gebildete Familien-Fideikommißvermögen des Hessischen 
Hauses entzogen. Dasselbe wurde von Preußen in Besitz 
und Verwaltung genommen und schließlich zum Preußischen 
Staatseigentum erklärt. Es wurden von der Krone Preußen 
mit dem Kurfürsten und den verschiedenen Linien des 
Hessischen Hauses Verträge abgeschlossen, durch welche 
die Mitglieder des Kurfürstlichen Hauses auf die Re- 
gierungsnachfolge und das Familien- Fideikommiß verzich- 
teten 'und letzteres als Preußisches Staatseigentum aner- 
kannten. Auf Grund eben dieser Verträge wurde aber 
zugleich weiter aus verschiedenen Bestandteilen des seit- 
herigen Familien-Fideikommisses des Kurfürstlichen Hauses 
ein neuesFideikommiß für das Kurhessische Fürsten- 
haus gebildet, und allen zur Sukzession berechtigten 
Linien dieses Hauses, sowie auch weiter dem agnatischen 
Hause Hessen-Darmstadt die Rechtsnachfolge in dieses 
Fideikommiß nach Maßgabe der auch für die Nachfolge 
in das frühere Fideikommiß maßgebend gewesenen Grund- 
sätzen der Linealfolge mit Erstgeburtsrecht eröffnet. Über 
dies neue Fideikommiß wurde eine von Seiner Majestät 
dem Deutschen Kaiser genehmigte Stiftungsurkunde mit 
Nachtrag erlassen. 

Der Verzicht der verschiedenen Linien des Hessischen 
Hauses enthielt keine freiwillige Veräußerung des Familien- 
Fideikommisses, welche ja auch unstatthaft gewesen wäre, 
sondern nur das Aufgeben des ohnehin nutzlosen und 
vom Oberlandesgericht Cassel durch Urteil vom 23. Juni 
1880 zurückgewiesenen Widerspruchs der Hessischen 
Agnaten gegen die von der Krone Preußen mit der Ein- 
verleibung Kurhessens geschehene Besitzergreifung des 
Kurfürstlichen Fideikommisses und Ueberw eisung zum 
Preußischen Staatseigentum, welche dann schließlich wie 



— 117 — 

auch die Errichtung* des neuen Privat-Familien-Fideikom- 
misses der Hessischen Fürstenfamilie und des Fideikom- 
misses der Philippsthaler Linien durch das Gesetz vom 
16. März 1881 auerkannt worden sind. 
Durch diese Vorgänge ist nun 
I. bezüglich der zu dem früheren Fideikommiß des 
Kurfürstlichen Hauses gehörigen Vermögens 
gegenstände der Fideikommiß verband überhaupt 
erloschen, indem die Liegenschaften des Fidei- 
kommisses den Preußischen Staats-Domänen einge- 
reiht und teilweise an die einzelnen Linien des 
Hessischen Fürstenhauses überwiesen worden sind, 
der Hausschatz aber mit den Preußischen Staats- 
kapitalien vereinigt worden ist. Das frühere Kur- 
fürstlich Hessische Haus-Fideikommiß ist also voll- 
ständig aufgelöst und die einzelnen Bestandteile des- 
selben haben jeden rechtlichen Zusammenhang unter- 
einander verloren und sind als selbständige Vermögens- 
gegenstände in das Preußische Staatsvermögen über- 
gegangen. 
IL Dagegen ist aus Bestandteilen des früheren Kur- 
hessischen Fideikommisses ein neues, dem ge- 
samten Hessischen Fürstenhause gewidmetes, 
im Mannesstamm desselben nach der Linealfolge und 
dem Erstgeburtsrecht vererbliches Familien- Fidei- 
kommiß unter Zustimmung aller Linien gebildet, 
welches somit für das gesamte Hessische Fürstenhaus an 
Stelle des früheren Familien-Fideikommisses getreten 
und dessen Inhaber der jeweilige Chef der Hessischen 
Fürstenfamilie ist. Der in der Stiftungsurkunde vor- 
gesehene Rückfall an Preußen nach Aussterben des 
Hessischen Mannesstammes entspricht auch den alten 
Erbverbrüderungen zwischen Hessen und Brandenburg. 
Während die zu diesem neuen Fideikommisse über- 
wiesenen Grundbesitzungen im Verhältnis zu den 
an Preußen übergegangenen von untergeordnetem 
Wert sind, dagegen aber auch zu ihrer Verwaltung 
und Instandhaltung keinen großen Verwaltungsapparat 
und keinen bedeutenden Kostenaufwand erfordern, 
so erreicht die zu dem Fideikommiß überwiesene 
Jahresrente von zirka 606000 Mark fast Dreiviertel 
der Einkünfte des früheren Hausschatzes. x ) 

J ) Der Schluß dieser Schrift von hier ab bis zum Ende findet 
sich nicht in der Denkschrift und ist bei diesem Abdruck zugesetzt. 



— 118 — 

Das als Bestandteil, dieses Fideikommisses über* 
wiesene Stadtschloß zu Fulda ist unter Zustimmung 
aller berufenen Agnaten mit Allerhöchster Geneh- 
migung Seiner Majestät des Kaisers und Königs im 
Jahr 1893 an die Stadt Fulda verkauft und der Kauf- 
preis als Fideikommißkapital angelegt worden. Gegen- 
wärtiger Inhaber dieses neuen Familien-Fideikommisses 
des Hessischen Fürstenhauses ist der am 25. Januar 
1863 geborene Landgraf Alexander Friedrich von 
Hessen Königliche Hoheit zur Zeit noch un vermählt 
und kinderlos, nach welchem als nächster Agnat zur 
Fideikommißfolge berufen ist der am 1. Mai 1868 
geborene Bruder des Landgrafen Seine Hoheit Prinz 
Friedrich Carl von Hessen, vermählt am 25. Juni 
1893 mit Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Mar- 
garethe von Preußen, aus welcher Ehe bis jetzt sechs 
zur Fideikommißfolge berechtigte Söhne geboren sind. 
III. Neben diesem neuen Privatfamilien-Fideikommiß des 
gesamten Hessischen Fürstenhauses ist nun aber, wie 
oben im Kapitel III näher erörtert wurde, auf Grund 
des die langjährigen sog. Agnatenprozesse beendigen- 
den Vertrags oder Vergleichs vom 13. Dezember 
1880, *) weiter ein neues nur den Philippsthaler 
Linien des Hessischen Hauses gewidmetes aus dem 
Hebungsrecht einer Jahresrente von 300 000 Mark 
und den S. 110 oben genannten 4 Schlössern be- 
stehendes Fideikommiß gebildet worden, durch welches 
die finanzielle Lage dieser Linien gegen früher wesent- 
lich aufgebessert worden ist. 

Auf Grund des über dies Fideikommiß errichteten 
und von Seiner Majestät dem Kaiser am 22. Oktober 
1883 genehmigten Statuts hat jeder der vier Herren 
Agnaten eines der Schlösser übernommen und ein 
Viertel der Jahresrente mit je 75000 Mark zu beziehen. 
Das an Seine Hoheit den Landgrafen Ernst gefallene 
Stadtschloß zu Hanau ist inzwischen mit Zustimmung 
der Herren Agnaten unter Allerhöchster Genehmigung 
an die Stadt Hanau veräußert und der erzielte Erlös 
als Fideikommißkapital dem Anteil Seiner Hoheit 
des Landgrafen Ernst von Hessen zugewachsen, 



l ) In diesen Prozessen sowie bei dem Vertragsschlusse hat der 
Verfasser dieser Schrift die Herren Agnaten, den Landgrafen Ernst, 
den Prinzen Carl und den Landgrafen Alexis, teilweise auch den Prinzen 
Wilhelm von Hessen vertreten. 



— 119 — 

während Seine Hoheit Prinz Carl von Hessen-Philipps- 
thal das ihm zugefallene Lustschloß Schönfeld bei 
Cassel noch besitzt. *) Von der Philippsthal-Barchfelder 
Linie ist Seine Hoheit Prinz Wilhelm im Jahr 1890 
verstorben und dessen Anteil an der Jahresrente und 
das Schloß zu Rotenburg auf seinen ältesten eben- 
bürtigen Sohn und Fideikommißnachfolger Seine 
Hoheit den damaligen Prinzen Chlodwig von Hessen 
geboren 30. Juli 1876 übergegangen, welcher vor 
kurzem auch mit dem Landgrafentitel das Renten- 
anteil und den Bellevue-Pavillon seines im August 
1905 verstorbenen Herrn Oheims Seiner Hoheit des 
Landgrafen Alexis von Hessen als dessen nächster 
Agnat geerbt hat, sodaß er zur Zeit Inhaber einer 
Jahresrente von 150000 Mark und der beiden ge- 
nannten Schlösser ist. 

Landgraf Chlodwig hat aus seiner Ehe mit I. D. der 
Prinzessin Caroline zu Solms-Hohensolms-Lich, der 
Schwester der regierenden Großherzogin von Hessen, 
einen zur Fideikommißfolge berufenen Sohn. 

Da seine Herren Vettern der Philippsthaler Linie 
Landgraf Ernst geboren 20. Dezember 1846 und Prinz 
Carl von Hessen-Philippsthal geboren 3. Februar 1853 
noch unvermählt und kinderlos sind, so werden vor- 
aussichtlich auch deren Anteile später Seiner Hoheit 
dem Landgrafen Chlodwig oder seinem berufenen 
Rechtsnachfolger zufallen, sodaß dann das gesamte 
neue Familien-Fideikommiß der Philippsthaler Linien 
in Einer Hand vereinigt sein und somit auch die 
schon jetzt gute finanzielle Lage dieser Linie und 
ihres Hauptes sich noch wesentlich günstiger ge- 
stalten wird. 



Schlussbemerkung. 

Der vorstehende kurze Überblick über die geschicht- 
liche Entwickelung des Familien-Fideikommisses des Kur- 
fürstlichen Hauses hat somit das interessante Ergebnis 
geliefert, daß dies Fideikommiß verschiedene an die jeweilige 
Veränderung der Landesverfassung sich anschließende 
rechtliche Umgestaltungen erlitten hat, daß es schließlich 

*) Wegen Übertragung dieser Besitzung auf die Stadt Cassel 
schweben zur Zeit Verhandlungen. 



— 120 — 

mit dem Lande Kurhessen der Eroberung unterworfen 
worden und aus der Einverleibung in der neuesten Form 
des dem ganzen Hessischen Fürstenhause gewidmeten 
Neuen Hessischen Hausfideikommisses in Begleitung des 
neuen Familien-Fideikommisses der Philippsthaler Linien 
wieder aufgetaucht ist. 

Ferner ist bemerkenswert, daß über die rechtliche 
Natur des alten Hessischen Fideikommisses von einander 
abweichende prozeßgerichtliche Entscheidungen zweier 
Instanzen ergangen sind. 

Wenn auch das Kurfürstliche Haus den Verlust seines 
alten Familien-Fideikommisses ebensowenig als den seiner 
Landesherrschaft jemals verschmerzen wird, so ist doch 
durch die Bildung des Neuen Hessischen Hausfidei- 
kommisses und des Fideikommisses der Philippsthaler Linien 
immerhin in finanzieller Beziehung ein Ausgleich geschaffen, 
der einerseits das Kurhessische Haus für die Zukunft 
finanziell sicher stellt und andererseits zugleich die Garantie 
bietet, daß die zum alten Hessischen Hausfideikommiß 
gehörig gewesenen, an den Preußischen Staat überge- 
gangenen wertvollen Besitzungen und Kunstinstitute 
(namentlich Schloß und Park zu Wilhelmshöhe, Schloß 
Wilhelmsthal, Gemäldegallerie, Museum etc.) in würdiger 
Weise im öffentlichen Interesse auf Kosten des Preußischen 
Staates erhalten werden. 

Durch die neu gebildeten Fideikommisse im Verein 
mit dem sonstigen allodialen und Fideikommißbesitz des 
Kurhessischen Hauses ist eine sehr günstige finanzielle 
Lage des letzteren und seiner Linien geschaffen, welche 
unter Hinzutritt der durch Vermählungen wieder neu be- 
gründeten nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zum 
deutschen Kaiserhause, zum Großherzoglich Hessischen 
Hause und zu anderen regierenden deutschen Fürsten- 
häusern die erfreuliche Aussicht eröftnet, daß das Kur- 
hessische Fürstenhaus trotz des Verlustes der Landesherr- 
schaft und seines alten Familien-Fideikommisses auch in 
Zukunft eine seiner ruhmreichen Vergangenheit würdige 
angesehene Stellung unter den deutschen Fürstenhäusern 
einnehmen und behalten werde, welche ihm hoffentlich auf 
recht lange Zeiten beschieden sein wird. 



Die hessisch-französischen Regimenter. 
1806 bis 1808. 



Von 
August Woringer. 



Quellen: 

a. Handschriften. 

Tagebuch des Adjutantmajors Karl Müldner. Im Archiv der Familie 

Müldner v. Mülnheim in Spangenberg. 
Brief des Rittmeisters v. Firnhaber an den Vorgenannten, vom 22. Juli 

1807. Ebenda. 1 ) 
Akte, bezeichnet: „Hessen-Cassersche Kriegssache. Die französische 
Occupation derHessen-Casserschen Lande, insbesondere die Errich- 
tung mehrerer Infanterie-Regimenter zum Behuf des französischen 
Dienstes betr. 1806." Im Staatsarchiv zu Marburg. 
Biographische Notizen über westfälische Offiziere, aufgezeichnet vom 

Landesbibliothekar Dr. Bernhardi. Im Archiv der Stadt Kassel. 
Erinnerungen des Hofrats Becker in Kassel. (Auszug). Bibliothek des 

Vereins f. hess. Geschichte u. Landeskunde. 
Proces verbal d'Organisation, d. d. Phalsbourg, 30. 9. 1807. Ebenda. 
Tagebuch des Grenadiers Renber. Landesbibliothek in Kassel. Ms. 

hass. 8°. 46. 
A-vertissement des Majors v. Müller, d. d. Kassel, 3. 12. 1806. Ebenda. 
R.egimenUordre ohne Datum. Ebenda. 

b. Druckschriften. 

^ieffe, Geschichte der Fremd-Truppen im Dienste Frankreichs. Deutsch 
von F. Symon de Carneville. München, 1860. 2. Band, S. 226. 

Kasselische Polizey- und Commerzien-Zeitung. 1806 bis 1808. 

Tagebuch des Handelsmanns S. G. Finger in Frankfurt a/M. Archiv 
für Frankfurts Geschichte, N. F., Band 6, S. 283, 284. 

') Für die Genehmigung der Benutzung dieser Handschriften ist 
d«r Verf. Herrn und Frau Forstmeister v. Marschall in Spangenberg 
UBd Herrn Hauptmann Müldner v. Mülnheim in Hildesheim zu be- 
sonderem Danke verpflichtet. 



— 122 — 

Correspondance de Napoleon te Paris, 1863. Band 13, S. 486. 

Lynker, Geschichte der Insurrektionen. Cassel, 1857, S. 29. 

Rogge-Ludwig, Carl Müldner von Mülnheim. Kassel, 1885, S. 3. 

v. Hohenhausen, Biographie des Generals von Ochs. Cassel, 1827, 
S. 161 bis 163. 

Aus dem Leben des Generallieutenants Bauer. Beihefte zum Militär- 
Wochenblatt. Berlin, 1887, S. 90. 

Wagner, Geschichte der Stadt Allendorf a. d. Werra. Marburg 1865, S. 79. 



Am 1. November 1806 waren Marschall Mortier und 
der König von Holland in Cassel eingerückt. Die kur- 
hessische Armee war an diesem und den folgenden Tagen, 
ohne einen Schwertstreich zu tun, entwaffnet worden. 
Wohl hatten hier und da einzelne der alten Soldaten, von 
denen manche noch in Amerika, die meisten aber 1792 bis 
1795 in der Champagne, am Rhein und in den Niederlanden, 
nicht immer siegreich, aber stets ruhmvoll, gefochten, lieber 
ihre Waffen zerbrochen, als sie dem Feinde überliefert 
Aber im ganzen war die Entwaffnung doch ruhig und 
ohne bedenkliche Zwischenfälle vor sich gegangen. Das 
Unglück war zu plötzlich über die alten Krieger herein- 
gebrochen, als daß sie es sogleich in seiner ganzen Schwere 
hätten empfinden können. Auch die Offiziere fügten sich 
der Notwendigkeit. Um so mehr fiel es unter diesen Um- 
ständen auf, daß der Major im Flügelgrenadierbataillon 
des Gardegrenadierregiments Georg Carl Gerhard v. Müller 
bei der Entwaffnung seines Truppenteils seinen Säbel, den 
er in mehreren Feldzügen ehrenvoll geführt, zerbrach. 

War es nun auch bei der Entwaffnung nicht zum 
Kampfe gekommen, der schwere Gefahren für das Hessen- 
land heraufbeschworen haben würde, so waren die Folgen der 
Entwaffnung doch sehr bedenkliche für das Land. Mehrere 
tausend alte Soldaten, die, auf das Kriegshandwerk an- 
gewiesen, keine anderen Mittel zu ihrem Unterhalte besaßen, 
waren plötzlich brotlos geworden. Der Groll über die 
schmähliche Niederlage wurde bei ihnen nun verstärkt 
durch Hunger und Not. Es war daher sehr zu befürchten, 
daß diese verzweifelte Menge sich auf Kosten des Landes 
mit Gewalt zu erhalten versuchen würde, was wieder zum 
unerwünschten Einschreiten der Franzosen führen mußte. 
Noch ehe diese Gefahr aber der hessischen Landesregierung 
selbst wohl recht klar geworden war, hatte der Mann, 
der sie herbeigeführt, auch an ihre Beseitigung gedacht 



— 123 — 

Schon unterm 6. November 1806 hatte Napoleon dem von 
Mortier als Generalgouverneur von Hessen zurückgelassenen 
Divisionsgeneral Lagrange befohlen, im ehemaligen Kur- 
staate ein Korps von 3 Bataillonen für den Dienst des 
Königs von Neapel zu bilden, zu dem die Mannschaften 
und Offiziere der aufgelösten hessischen Truppen, — wie 
besonders betont wird, auch diejenigen der Garde, — ver- 
wendet werden sollten. Die Organisation sollte in Hagenau 
nach französischem Muster vorgenommen werden. Als 
Bewaffnung sollte das Korps hessische Gewehre erhalten. 

Lagrange ging alsbald ans Werk und fand einen 
eifrigen Helfer in dem oben erwähnten Major v. Müller, 
den der Groll über die klägliche Politik des Kurfürsten 
und der Kummer über das traurige Ende der kurhessischen 
Armee in das feindliche Lager getrieben hatten, und der 
daneben wohl auch die redliche Absicht hegte, den notlei- 
denden Offizieren und Soldaten Hilfe zu bringen. Unterm 
11. November 1806 teilte Lagrange bereits dem mit der 
Leitung des Kriegsministeriums innerhalb der noch be- 
stehenden hessischen Landesregierung betrauten Staats- 
minister Friedrich Siegmund Waitz, Freiherrn von Eschen 
mit, daß er in Anbetracht der großen Zahl hessischer 
Soldaten, welche sich ohne Subsistenzmittel befänden, be- 
fohlen habe, ein Infanterieregiment zu 3 Bataillonen aus- 
zuheben. Das Regiment solle — wie ja Napoleon angeordnet 
hatte — genau nach dem Vorbilde der französischen 
Regimenter gebildet werden, sowohl bezüglich des Soldes, 
der bei den französischen Regimentern höher als bei den 
hessischen war, wie auch bezüglich der inneren Einrichtung. 
Die Soldaten, die in das Regiment eintreten wollten, 
sollten sich bei ihrer Ortsobrigkeit melden und sich dann 
nach Kassel begeben, wo das Regiment zusammentreten 
sollte. Seine Organisation sollte dann in Hagenau i/Elsass 
vollendet werden. Die zum Eintritt geneigten Offiziere 
und Unteroffiziere sollten sich bei dem hessischen Kriegs- 
kolleg melden. Lagrange versprach, unter den tüchtigsten 
und felddienstfähigsten Offizieren und Unteroffizieren die- 
jenigen auszuwählen, welche die geringsten Mittel zu ihrem 
Unterhalte besäßen. Um die nötigen Verhandlungen 
zwischen ihm und dem Kriegskolleg zu beschleunigen, 
hatte er den Major v. Müller *) beauftragt, das zunächst 



*) Im Original steht zwar : „Major de Malle", was aber wohl auf 
einem Schreibversehen beruht. 



— 124 — 

Vorzunehmende in die Wege zu leiten. Von einer Be- 
stimmung des Korps für den Dienst des Königs von Neapel 
war weder jetzt, noch später die Rede. 

v. Waitz wies noch am 11. November das 1. Depar- 
tement des Kriegskollegs an, das Schreiben durch den 
Druck vervielfältigen zu lassen und im Lande zu verbreiten. 
Am 18. November setzte er Lagrange hiervon in Kenntnis 
und machte ihn darauf aufmerksam, daß ein großer Teil 
der hessischen Soldaten — diejenigen der Garnisons- und 
der Landregimenter — Familienväter und Grundbesitzer 
seien, die jährlich nur etwa 2 Monate zum Exerzieren 
einberufen und niemals außer Landes verwendet worden 
wären. Von diesen könne man nicht verlangen, daß sie 
sich für den französischen Kriegsdienst melden sollten. 
Lagrange möge deshalb sein Versprechen, nur Freiwillige 
anzunehmen, genau erfüllen und bei der ganzen Angelegen- 
heit mit Mäßigung und Umsicht handeln, da nur hierdurch 
Ruhe und Ordnung im Lande erhalten werden könnten. 
Zugleich überreichte v. Waitz eine Liste der kurhessischen 
Generale und ihrer bisherigen Dienstbezüge und bat, den 
alten Generalen v. Wilmowsky, v. Schenck, v. Schallern, 
v. Offenbach und v. Todenwarth, welche anstatt eines Ruhe- 
gehalts wenig einträgliche Zivilstellen erhalten hätten, 
diese zu belassen, damit sie nicht in Not gerieten. 

An demselben Tage (18.) übersandte Lagrange's 
Adjutant de Galbois J ) dem hessischen Kriegsminister einen 
zweiten Aufruf des Generalgouverneurs vom 17. November 
1806 an die hessischen Offiziere und Soldaten, der nach 
lobender Erwähnung der Ruhmestaten der hessischen 
Armee wiederum die Aufforderung zum Eintritt in die 
neuzubildenden Regimenter enthält. Man ist also schon 
einen Schritt weiter gegangen und denkt an die Errichtung 
mehrerer Regimenter. Neu ist in diesem Aufrufe ferner 
die Versicherung, daß die Regimenter die bisherige, also 
die hessische Uniform beibehalten sollen. 

Trotz alledem war aber von einem Erfolg der Auf- 
forderungen zum Eintritt nichts zu verspüren. Deshalb 
fühlte sich v. Müller veranlaßt, mit seinem eigenen Namen 
bei seinen Kameraden für die von ihm vertretene Sache 
Stimmung zu machen. Unterm 3. Dezember 1806 ver- 
öffentlichte er folgendes: 



l ) „Einen Apollo in Husarenuniform" nennt ihn Becker, „dem 
es gelang, bald die Blicke vieler Schönen ins Schlepptau zu nehmen.* 



— 125 — 

„Avertissemant. x ) 

Se. Exellenz der General Gouverneur La Grange 
hat mich bevollmächtigt, den Hessischen Offizier Corps 
anzukündigen, daß mehrere Hessische Infanterie Re- 
gimenter errichtet und auf den Fuß der Kayßerlich 
Königlich Französischen Regimenter organisirt werden 
sollen. 

Bey dieser neuen Organisation werden Zwey 
und Zwey Regimenter mit einander combinirt. Die 
Officiers sowohl wie die Soldaten (sollen) soviel möglich 
bey ihren Bataillons und Compagnien bleiben, dieselbe 
Uniform tragen, und jeder Officier, der dabe)' angestellt 
wird, genau nach seinem Grad und seiner Enciennität 
placirt werden. 

Diese Regimenter sollen blos aus Hessen bestehen 
und beständig an Hessen attachirt bleiben. 

Da die Einrichtung dieser Regimenter haupt- 
sächlich den Zweck hat, die brave Officiers auf eine 
ehrenvolle Art zu placiren, Sr. Exellenz auch die 
Pflichten, die jeder rechtschafne Officier sich und seinem 
Vaterlande schuldig ist, zu hochachten, als den ge- 
ringsten Antrag zu thun, der diesen Pflichten und der 
Ehre des Officiers zu wider laufen könnte, so erwarten 
Hochdieselbe von sämmtliche Officiers eine schnelle 
Entscheidung, ob sie bey diesen Regimentern angestellt 
zu seyn wünschen. Im entgegen gesezten Fall erklären 
Sr. Exellenz, daß mit der Errichtung ohnverzüglich 
angefangen, alle Stellen besezt und diejenigen, die 
sich nicht gemeldet, es sich selbst werden bey zu- 
messen haben, wenn alsdann alle fernere Gesuche 
um Anstellung oder Unterhalt nicht angenommen 
werden können. 

Da mit den Regimentern Garde, Garde Grenadier 
und dem Füselier Bataillon von Tode nwarth der Anfang 
gemacht werden soll, so haben sich die Herren Officiers, 
die dabey angestellt zu seyn wünschen, sobald wie 
möglich bey mir zu melden, um Sr. Exellenz dem 
Herrn General Gouverneur vorgestellt zu werden. 

Cassel, den 3^ Decembre 1806. 

C. von Müller." 



! ) Die Rechtschreibung des Originals ist beibehalten. 



— 126 — 

Es sollte also zunächst aus den beiden hessischen 
Garderegimentern und einem leichten Bataillon ein neues 
Regiment gebildet werden. Daß man aus je 2 hessischen 
Regimentern je eins der neuen Regimenter zusammen- 
setzen wollte, dazu zwang der geringe Mannschaftsbestand 
der hessischen Regimenter. Ob man bei diesem schwachen 
Bestände an die Bildung von 5 Regimentern, deren Zahl 
allerdings nach dem erwähnten Verhältnis den 8 hessischen 
Infanterieregimentern und 3 leichten Bataillonen etwa ent- 
sprechen würde, wirklich gedacht hat, wie Lynker und 
v. Hohenhausen behaupten, erscheint doch wohl fraglich. 
Das aus den erwähnten hessischen Regimentern zu bildende 
1. Regiment sollte nach einer „Regimen tsordre" „unter dem 
Namen des Regiments Garde beständig als das erste 
Regiment des Regenten von Hessen angesehen worden." 
Die Bezeichnung „Garde" ist später indessen nicht an- 
gewendet worden. 

In einem Punkte läßt das Avertissement schon eine 
Änderung des bisherigen Verfahrens ahnen. Neben der 
freundlichen Aufforderung zum Eintritt erscheint bereits 
die Drohung, spätere Meldungen unbeachtet lassen zu 
wollen. Man hatte sich wohl auch schon mit dem Ge- 
danken vertraut gemacht, den Mannschaften gegenüber 
Gewalt anzuwenden, wenn auf anderem Wege nichts zu 
erreichen sei. Vermutlich war dem Kaiser Napoleon die 
Errichtung der Regimenter als sicher zu erreichen bezeichnet 
worden, und nun war man in Verlegenheit. Denn jeden- 
falls ist es nicht ohne vorherige günstige Berichte Lagrange's 
geschehen, daß Napoleon unterm 14. Dezember 1806 aus 
dem Hauptquartier Posen ein Dekret erließ, dessen Ein- 
gang lautet: 

„In Erwägung, daß eine große Anzahl Militairs 
der hessen-kasselschen Truppen den Wunsch aus- 
gedrückt haben, die edle Waffenlaufbahn fortsetzen 
zu können, haben wir uns entschlossen, ihnen hierzu 
die Mittel zu erleichtern pp." 

Im übrigen enthält das Dekret die Anordnung alles 
dessen, was man bisher bezüglich des Übertritts in den 
alten Graden, des höheren französischen Soldes und der 
Beibehaltung der hessischen Uniformen versprochen hatte. 
Im 1. Artikel wird die Werbung von zwei Regimentern 
zu je 3 Bataillonen angeordnet. 

Wie gesagt, man war in Verlegenheit. Mit Milde 
war nichts zu erreichen — nun versuchte man es mit 



— 127 — 

Strenge. Bereits Mitte November wurden die hessischen 
Stabsoffiziere und Kapitäne, die keine französischen Dienste 
nehmen wollten, — und das waren weitaus die meisten, 
— in Mainz und Luxemburg interniert. Die hessischen 
Soldaten aber erhielten anfangs Dezember den Befehl, sich 
regimenterweise an bestimmten Orten am 15. Dezember 
und den folgenden Tagen zu stellen, wo dann die feld- 
diensttüchtigsten für die neuzubildenden Regimenter heraus- 
gezogen werden sollten. Garde und Gardegrenadiere 
sollten sich am 15. (nach dem Tagebuche des Grenadiers 
Reuber am 17.) Dezember 1806 in Kassel stellen. Aber 
es erschienen nur die ältesten, im Felde nicht mehr ver- 
wendbaren Leute. Reuber schreibt: 

„es wahrener aber noch nicht Viehle einkomm en, 

als Lauder Alte und die jugend plieb außen und 

Verbarg sich." 

Für den 19. Dezember wurde nun abermals ein Apell 
dieser beiden Regimenter angesetzt, der auf dem Kirch- 
hofe von Kirchditmold bei Kassel stattfand ; das Ergebnis 
war nicht besser als das erste Mal. Lagrange, der selbst 
zugegen war, ritt kopfschüttelnd davon. Bei den an an- 
deren Orten zusammengezogenen Regimentern hatte man 
keinen bessern Erfolg; ja die Soldaten wurden sogar hier 
und da von der Landbevölkerung verhindert, die Sammel- 
plätze aufzusuchen. Das Regiment v. Wurmb, das bis 
zum 1. November mit 2 Bataillonen in Eschwege und mit 
1 Bataillon in Allendorf a. W. gelegen hatte, war zum 
15. Dezember nach Kassel einberufen. Als aber die Sol- 
daten, die dem Befehle nachkommen wollten, auf ihrem 
Wege dorthin Walburg erreichten, wurden sie von den 
Bauern gezwungen, wieder umzukehren. Der Groll, der 
in ihren Kreisen herrschte, kam durch dies Beispiel der 
Landbevölkerung zur Entladung. Unter Führung eines 
Fouriers Schumann und später des Kapitäns v. Uslar 
brach beim Regiment v. Wurmb in Eschwege offener 
Aufstand aus. 

Man erkannte nun in Kassel, daß man zu weit ge- 
gangen sei. In einer Proklamation an die hessischen Sol- 
daten vom 22. Dezember 18(X) suchte Lagrange zu be- 
ruhigen. Wer als Familienvater oder als „Güterbesitzer" 
nicht mehr dienen könne, solle von einer aus 2 Mitglie- 
dern des Kriegskollegs und 2 Offizieren seines Regiments 
bestehenden Kommission gehört und, wenn tunlich, vom 
Dienste befreit werden. Den Aufständischen wurde mit 



— 128 — 

der Strenge des Gesetzes gedroht. Weitere zur Ruhe 
mahnende Ausschreiben des hessischen Konsistoriums und 
der hessischen Landesregierung folgten am 25., 28., 30. De- 
zember, eine letzte Proklamation Lagrange's am 28. De- 
zember 1806. Aber es war zu spät. Die Soldaten der 
übrigen Regimenter folgten dem Beispiel ihrer Eschweger 
Kameraden. In Allendorf, Ziegenhain, Schmalkalden, Hers- 
feld, Rotenburg, Marburg, Melsungen, Fritzlar, Gudens- 
berg, Homberg, Frankenberg, überall kam es zur Empö- 
rung gegen die französischen Machthaber. Es würde hier 
zu weit führen, in eine ausführliche Schilderung dieser 
bekannten Ereignisse einzutreten. Es möge nur daran 
erinnert werden, daß der Aufstand überall mit Waffen- 
gewalt unterdrückt wurde, zahlreiche Erschießungen von 
Rädelsführern stattfanden, die einzelnen Orte sehr bedeu- 
tende Kontributionen und Einquartierungslasten tragen 
mußten und andere, wie Eschwege, nur durch Lagrange's 
Milde und Bestechlichkeit, und Hersfeld durch Lingg v. 
Linggenfelds Edelmut der völligen Vernichtung entgingen. 
Die Schuld, dieses Unglück über Hessen heraufbeschworen 
zu haben, muß in erster Linie dem Major v. Müller zuge- 
schrieben werden. Daß Lagrange seinem Berater ver- 
traute und dessen Vorschlägen folgte, war bei seiner völ- 
ligen Unkenntnis der hessischen Verhältnisse erklärlich 
und verzeihlich; v. Müller aber mußte seine alten Kame- 
raden, Offiziere wie Mannschaften, besser kennen und 
durfte sich durch seinen, wenn auch wohlgemeinten, Eifer 
zur Empfehlung der erwähnten Zwangsmaßregein nicht 
hinreißen lassen. 

Die Organisation der neuen Regimenter war durch 
den Aufstand natürlich ins Stocken geraten, wurde aber 
nach dessen Niederwerfung alsbald wieder mit frischen 
Kräften aufgenommen. Man hatte zur Beruhigung der 
empörten Soldaten allerdings von einer Aushebung der 
althessischen Soldaten absehen und zugestehen müssen, 
daß die Regimenter lediglich aus freiwillig sich Meldenden 
zusammengesetzt werden sollten. Für letztere errichtete 
man in mehreren Städten, namentlich in Kassel für das 
1. und in Eschwege für das 2. Regiment, Werbebüreaus, 
die dann auch einigen Zuspruch fanden. Mangel und Not 
trieben die brotlosen Soldaten dazu, Dienste zu nehmen. 
Nicht anders stand es mit einem Teile der Offiziere. Von 
ihrem vertriebenen Landesherrn erhielten sie keinerlei 
Unterstützung — was blieb den vermögenslosen Offizieren 



— 129 — 

anders übrig, als die dargebotene Hilfe der französischen 
Regierung anzunehmen ? „In ärmlichster Zivilkleidung, 
reich an Hunger, aber arm an Geld und Kredit", so schildert 
sie Becker und v. Hohenhausen, Bauer und Müldner be- 
zeugen ausdrücklich, daß der größte Teil der eintretenden 
Offiziere durch ihre und ihrer Familienangehörigen hilflose 
Lage zu diesem Schritte getrieben sei. Mancher mochte 
auch ein schnelles Vorwärtskommen in der französischen 
Armee erwarten. So wenigstens ist nur zu erklären, daß 
auch einige junge Leute aus guter Familie als Kadetten 
in die Regimenter eintraten. Auch einen Franzosen finden 
wir später im 2. Regiment, den Kapitän Eduard Legras, 
der im Conde'schen Korps gedient und sein Ehrenwort 
gegeben hatte, nie unter einem Usurpator Frankreichs zu 
dienen, der aber doch für Frankreichs Sache kämpfen 
wollte. Wir geben in der Anlage ein Verzeichnis der 
Offiziere, die Lagrange's Aufruf folgten, soweit es möglich 
war, sie zu ermitteln. 

Als Stabsoffiziere traten zum 1. Regiment der mehr- 
erwähnte Major v. Müller als Großmajor (dem kurhessischen 
Oberstleutnant entsprechend), zum 2. Regiment Oberstleut- 
nant Schraidt vom bisherigen Regiment Biesenrodt, ein 
Mann mit großer Familie und ohne Vermögen, als Oberst 
und Regimentskommandeur und der Oberst Bröske vom 
Garnisonsregiment Bröske als Großmajor. Bröske, der 
Oberstleutnant im Regiment Kurprinz in Hanau gewesen, 
1805 aber als Chef eines Garnisonsregiments nach Eschwege 
versetzt war, soll sich diese Versetzung durch „leichtfertiges 
Leben" zugezogen haben ; vielleicht trieb ihn jetzt der Groll 
über diese Zurücksetzung in die Reihen des Feindes. Das 
Kommando des 1. Regiments hatte man dem tüchtigen 
und bei den Soldaten sehr beliebten Oberstleutnant v. Ochs 
bestimmt und ihn deshalb, als die übrigen hessischen Stabs- 
offiziere nach Luxemburg und Mainz geschickt wurden, 
im Lande zurückgelassen, v. Ochs weigerte sich aber 
standhaft, den Posten zu übernehmen, und erhielt infolge- 
dessen am 28. Januar 1807 ebenfalls den Befehl, binnen 
24 Stunden sich nach Luxemburg zu begeben. An seine 
Stelle als Kommandeur des 1. Regiments trat nun Bröske, 
während an dessen Stelle der Kapitän im bisherigen Re- 
giment Kurfürst Gissot als Bataillonschef (dem hessischen 
Major entsprechend; trat. v. Müller blieb später beim 
Ausmarsch der Regimenter als ihr Vertreter beim General- 
kommando in Kassel zurück und wurde beim 1. Regiment 
n. v. BD. xxix. 9 



— 130 — 

durch den Major im bisherigen Kadettenkorps Montier 
de Benneville als Bataillonschef ersetzt. Da beide Re- 
gimenter über die Stärke eines Bataillons nie hinauskamen, 
sind sie tatsächlich stets von Benneville und Gissot geführt 
worden, während Bröske und % Schraidt bei den Depots in 
Hessen zurückblieben. FiefFe nennt deshalb Benneville 
und Gissot als Regimentskommandeure, was nicht zutrifft. 

Die Mannschaften stammten natürlich von den ver- 
schiedensten hessischen Regimentern und behielten zunächst 
ihre alten Uniformen bei. So zeigte denn das 1. Regiment 
bei seiner ersten Kirchenparade an einem Januarsonn tage 
des Jahres 1807 ein recht buntscheckiges und die Kasselaner 
um so mehr zum Spotte über die „hessische Legion" heraus- 
forderndes Äußere, als das Korps zunächst keine Gewehre 
führte, sondern nur mit Seitengewehren ausgerüstet war, 
die die Mannschaften beim Parademarsch blank zogen. 
Das verschaffte ihnen im Munde des Volkes den Namen 
der „Säbelhessen." *) Amtlich führten die beiden Regimenter 
die Bezeichnung „1. bezw. 2. hessisches Linien-Infanterie- 
Regiment." Später erhielten beide Regimenter die Uniform 
der kurhessischen Garde: blaue Röcke mit ponceauroten 
Kragen und Abzeichen, weiße Hosen, Hüte mit weiß-roten 
Federbüschen und dreifarbigen französischen Kokarden. 
Die Offiziere trugen silberne Contreepauletten mit fran- 
zösischen Rangabzeichen. Als Bewaffnung führten beide 
Regimenter neben den bereits erwähnten Seitengewehren 
hessische Gewehre. Wie bei den französischen Regimentern 
bestand jedes Bataillon aus 1 Grenadier-, 4 Füsilier- und 1 
Jäger- (Voltigeur-) Kompagnie. Die Regimenter führten 
Trommler (die Jägerkompagnien je 2 Hornisten) und 
türkische Musik, mit deren dienstlichen Beaufsichtigung 
ein Leutnant (beim 2. Regiment Leutnant Hildebrand) 
beauftragt war. Die fehlenden Musiker, wie auch die 
fehlenden Chirurgen suchte man durch Ausschreiben der 
Stellen in den Kasseler Zeitungen zu erlangen. 

Mancher der Eingetretenen mochte wohl bald seinen 
Schritt bereuen. Wenn uns auch keine Nachricht über 
Desertionen der Soldaten überliefert ist, so finden wir 
dagegen in der „Kasselischen Polizey- und Commerzien- 
Zeitung" eine von dem Kriegsgericht des 2. Regiments 



*) Daß die Musik bei dieser Parade nur durch 2 Pfeifer vertreten 
wurde, die als Parademarsch „Freut euch des Lebens" spielten, mag 
auch nicht ernst gestimmt haben. 



— 131 — 

unterm 23. Mai 1807 an den Leutnant v. Dallwigk, „der 
sich ohne Urlaub aus seiner Garnison entfernt, auch wieder- 
holt an ihn ergangener Ordres ohngeachtet sich noch nicht 
wieder beim Regiment eingefunden hatte", gerichtete Auf- 
forderung, sich binnen 14 Tagen beim Regiment zu melden, 
widrigenfalls er als Deserteur kriegsrechtlich verurteilt 
werden würde. — Die eingetretenen Soldaten mochten wohl 
um so eher aushalten, als der höhere französische Sold 
ihnen sehr willkommen war, auch manche Erleichterung 
geboten wurde, die der hessische Dienst nicht gekannt 
hatte. So deutet z. B. die große Anzahl der vor dem 
Abmarsch aus Hessen von Soldaten geschlossenen Ehen 
auf eine mildere Behandlung bezüglich des Ehekonsen- 
ses hin. 

Wie bereits oben erwähnt, hatte man die Bestimmung 
des Korps für den Dienst des Königs von Neapel ver- 
schwiegen, wohl auch mittlerweile selbst aufgegeben. Daß 
die Organisation in Hagenau beendet werden sollte, war 
aber bei Offizieren und Mannschaften ziemlich in Ver- 
gessenheit geraten. Als nun die Regimenter soweit in 
ihrer Bildung vorgeschritten waren, daß man ihre ersten 
Bataillone in Marsch setzen konnte, und deshalb der Befehl 
zum Abmarsch nach dem Elsaß erfolgte, kam dieser Befehl 
Offizieren und Mannschaften sehr überraschend. In aller 
Eile mußte man sich marschfertig machen. Wann das 
1. Bataillon des 1. Regiments, welches stets in Kassel 
gestanden hatte und' dort auch sein Depot zurückließ, aus- 
rückte, war nicht zu ermitteln. Wir gehen aber wohl nicht 
fehl, wenn wir annehmen, daß die am 2. Mai 1807 in Frank- 
furt a. M. eingetroffenen und am folgenden Tage nach 
Frankreich weitermarschierten „270 Mann hessischer Gre- 
nadiere, die in französischen Dienst getreten sind", sowie 
die am 18. Juni 1807 durch Frankfurt gekommenen „für 
den französischen Dienst geworbenen Hessen 4 * Teile des 
1. Regiments waren. Dessen Ausmarsch aus Kassel würde 
dann — nach der Marschroute des 2. Regiments berechnet 
— etwa am 27. April 1807 erfolgt und später ein Teil des 
Regiments nachgesandt sein. Das Regiment marschierte 
zunächst nach Weissenburg, wo am 21. Juni 1807 seine 
Organisation für beendet erklärt wurde. Von dort rückte 
das Regiment nach Hagenau, wo es lediglich mit Garnisons- 
dienst beschäftigt wurde; ein Teil des Regiments scheint 
in Weissenburg zurückgeblieben zu sein. 

Das 2. Regiment war zunächst in Eschwege zusammen- 

9* 



— 132 — 

getreten, wo nach Niederwerfung des Aufstandes die 
Organisation vom 13. Januar 1807 ab fortgesetzt wurde. 
In Eschwege blieb auch das Werbebüreau zurück, als das 
Regiment im April oder Mai 1807 nach Kassel verlegt 
wurde. Am 6. Juli 1807 erhielt das 1. Bataillon des Regiments 
hier den Befehl zum Ausmarsch und verließ am 8. Kassel. 
Es marschierte an diesem Tage bis Fritzlar, erreichte am 
9. Gemünden, am 10. Marburg, am 11. Gießen, am 12. Fried- 
berg — Müldner schildert die schöne Aussicht, die man 
bei diesem Marsche auf die Gredierwerke von Nauheim 
und die dahinter sichtbare Burg Friedberg hatte — und 
am 13. Frankfurt a. M. Hier ereignete sich ein Zwischen 
fall, der, an sich unbedeutend, doch erkennen läßt, wie 
sehr die in französischen Dienst getretenen Offiziere, 
namentlich aber der als rechte Hand Lagrange's geltende 
Major v. Müller, in der Achtung ihrer früheren Kameraden 
gesunken waren. In Frankfurt wurde nämlich der Ad- 
jutantmajor Müldner bei der Mutter des vormaligen kur- 
hessischen Stabsrittmeisters Johann Konrad Firnhaber v. 
Eberstein vom Regiment Garde du Corps einquartiert. Als 
der Bursche Müidners mit dessen Gepäck im Quartier 
erschien und den Namen seines Herrn nannte, wurde 
ihm die Aufnahme verweigert. Müldner sandte hierauf 
v. Firnhaber eine Duellforderung, die dieser zwar annahm, 
wobei er aber die Angelegenheit dahin aufklärte, daß man 
bei der Meldung des Burschen statt „Adjutant major 
Müldner" verstanden habe: „Major v. Müller". Nur diesem 
letzteren, nicht aber Müldner habe man die Aufnahme ver- 
sagen wollen. Da v. Müller eine durchaus ehrenhafte 
Persönlichkeit war, kann nur sein Eintreten für die fran- 
zösische Regierung die Veranlassung zu dem Benehmen 
der Familie v. Firnhaber gewesen sein. 

Am 14. Juli 1807 marschierte das 2. Regiment von 
Frankfurt a. Main nach Mainz, wo es Ruhetag hatte und 
wo der Rhein mit der Schiffbrücke, den Schiffsmühlen 
und den vielen Schiffen die Bewunderung der Hessen 
erregte. Am 16. erreichte man Guntersblum, am 17. Rox- 
heim, wo die Offiziere eine vergnügte Rheinfahrt unter- 
nahmen. Über Frankenthal marschierte das Regiment 
dann am 18. bis Mutterstadt, am 19. nach Schwercken- 
heim, am 20. nach Landau, wo am 21. Ruhetag war. Am 
22. traf man in Weissenburg die Kameraden vom 1. Re- 
giment. Am 23. hatte das Regiment einen durch die 
Hitze und eine große Menge Stechfliegen sehr beschwer- 



— 133 — 

liehen Marsch bis Hagenau, am 24. gelangte es nach Za- 
bern und erreichte am 25. seine künftige Garnison Pfalz- 
burg, von der Müldner schreibt: „Pfalzbnrg, eine nicht 
ganz unbedeutende Festung in Lothringen, liegt auf einem 
Berg, wo man eine außerordentlich schöne Aussicht hat. 
Auch sind die Environs recht hübsch; vorzüglich gut 
haben mir die Ruinen der alten Lützelburg, welche mitten 
in den Gebirgen auf einem schroffen Felsen liegt, gefallen". 

Die Organisation des 1. Bataillons 2. Regiments wurde 
nun hier fortgesetzt und am 30. September 1807 für voll- 
endet erklärt. An diesem Tage ließ der französische pro- 
visorische Kriegskommissariats -Adjunkt und stellvertre- 
tende Revuen-Inspekteur der 4. Militär-Division Jean Bap- 
tiste Nicolas Louis Robert, wie er sich sehr weitläufig 
nennt, auf Veranlassung des Kommandanten dieser Divi- 
sion, des Divisionsgenerals Gilot, das Bataillon die Revue 
passieren und stellte seine Stärke fest. 

Die nachstehende, der über die Revue aufgenom- 
menen Verhandlung entlehnte Zusammenstellung ergibt, 
daß das Bataillon bei weitem nicht die Sollstärke erreicht 
hatte, die es nach einem Schreiben Berthiers an den Mar- 
schall Kellermann vom 30. März 1807 haben sollte. 







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die in Hessen 


Kompagnien. 


















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Kapitän Kebr 
war am 11, 7, 


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1807 krank in 
Marburg zu- 
rückgeblieben. 


zusammen . . 


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und 




















Mannschaften» 




















Unterstab. 




















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gamaschen- 
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(Füsiliere). 




















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Sergeanten . . . 


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271 


555 





Dazu gehörten noch : Soldatenfrauen 47 

Soldatenkinder, Knaben . . 20 
„ Mädchen . 15. 

Das Bataillon hatte also nicht einmal die Hälfte sei- 
ner Sollstärke erreicht. Die stärkste Kompagnie war die 
2. Füsilierkompagnie mit 35 Soldaten, die schwächste die 
Jägerkompagnie mit 27 Soldaten. Bei letzterer kam auf 
9 Mann 1 Offizier, auf 3 Mann 1 Unteroffizier ! 



— 135 - 

Nach der Revue wurden die Offiziere einzeln, die 
Unteroffiziere und Mannschaften gemeinsam durch den 
Platzmajor Moulin für den Kaiser der Franzosen vereidigt. 
Die von Robert aufgenommene Verhandlung, die auch 
ergibt, dass das Bataillon seit seinem Übergang über den 
Rhein seinen Sold für französische Rechnung bezog, zeigt 
einen Abdruck des Regimentssiegels: den französischen 
Adler mit der Umschrift: 1er Regiment de ligne. Gissot 
unterschreibt „Le major Gissot du 1er Regiment de ligne 
Westphalienne" *). 

Daß das Bataillon in Pfalzburg bei seiner geringen 
Stärke nur zum Garnisonsdienst verwendet werden konnte, 
ist selbstverständlich. Aus dieser Zeit des Aufenthalts in 
Pfalzburg wird uns nichts weiter berichtet, als daß am 
17. August 1807 die Prinzessin Katharina von Württem- 
berg, die Braut des Königs Jeröme von Westfalen, auf 
der Reise zu ihrer in Paris stattfindenden Hochzeit Pfalz- 
burg berührte. Sie schreibt darüber am 19. August 1807 
an ihren Vater, den König Friedrich von Württemberg: 
„A Phalzbourg, oü nous avous dejeune avant- 
hier et qui est un petit fort, je n'ai trouve en garni- 
son que des Hessois, qui ont paru charmes de me 
voir. Je ne puis vous dire quelle Sensation j'ai eprou- 
vee en leur entendant parier l'allemand." 
Die Erwähnung des westfälischen Königspaares führt 
uns zu den Veränderungen, die mittlerweile mit und in 
Hessen vorgegangen waren. Durch den am 9. Juli 1807 
abgeschlossenen Frieden von Tilsit war Kurhessen ein 
Teil des neugebildeten Königreichs Westfalen geworden, 
anstelle des französischen Generalgouverneurs Lagrange 
war eine provisorische westfälische Regierung getreten 
und dann am 7. Dezember 1807 das Königspaar auf Wil- 
helmshöhe eingezogen. Nun galt es, möglichst schnell 
eine Armee für das neue Königreich zu schaffen und 
dazu kamen die hessischen Regimenter in Elsaß sehr 
gelegen. Ihre Übernahme in westfälische Dienste er- 
folgte am 11. Dezember 1807, worauf ihr Rückmarsch 
nach Hessen alsbald angeordnet und schon am 3. Januar 
1808 den Regimentern der langersehnte Befehl zum Auf- 
bruch erteilt wurde. Nachdem die Offiziere des 2. Regi- 



*) Der Übertritt des Bataillons in westfälische Dienste stand 
also schon in Aussicht. In der Verhandlung selbst wird das Regi- 
ment noch „2. Regiment de Hesse-Cassel" genannt. 



— 136 — 

ments am 5. Januar noch einem von der Pfalzburger Ge- 
sellschaft ihnen gegebenen Abschiedsballe beigewohnt, 
marschierte das Regiment an den folgenden Tagen über 
Zabern (6.), Hagenau (7.), Weissenburg (8.), Landau (9. und 
Ruhetag 10.), Speyer (11.), Oggersheim (12.), Worms (13.), 
Nierstein (14.), Mainz (15. und Ruhetag 16.), Frankfurt a. 
M. (17.), Friedberg (18.), Giessen (19.) nach Marburg, wo 
es am 20. eintraf. Gissot und sein Adjutant Müldner 
hatten von Speyer und Oggersheim Ausflüge nach Mann- 
heim und Heidelberg gemacht, am ersteren Orte das da- 
mals berühmte Theater besucht, am letzteren mit dem 
Obersten Lingg (später v. Linggenfeld), dem Retter Hers- 
felds, den sie wohl von Hessen her kannten, und mit dem 
früheren Leutnant im kurhessischen Regiment Erbprinz 
Peternel, der in badische Dienste gegangen war, zu Mittag 
gespeist und der Prinzessin Stephanie Napoleon (Beau- 
harnais) ihre Aufwartung gemacht. In Marburg blieb das 
Regiment zunächst stehen und zog am 21. Januar sein 
Depot aus Eschwege an sich. Am 26. erhielt es den Be- 
fehl, zur Revue in Kassel zu erscheinen, wohin über Gil- 
serberg (27.), Fritzlar (28.), Niederzwehren (29.) marschiert 
wurde. Am 30. fand die Revue statt, bei welcher das 
Regiment zum 2. Bataillon des kgl. westfälischen 1 . Linien- 
Infanterie-Regiments bestimmt wurde. Das erste, was 
Müldner als Adjutant des neuen Bataillons zu besorgen 
hatte, war der Empfang von 12 000 scharfen Patronen. 

In Kassel war am 22. Januar 1808 auch das 1. hes- 
sische Regiment unter Benneville's Führung eingetroffen 
und hatte in der Umgegend Quartier bezogen. Bei der 
erwähnten Revue wurde es mit dem 2. hessischen Regi- 
ment derart vereinigt, daß es das 1. Bataillon des neuen 
westfälischen 1. Regiments bildete. Am 1. Februar 1808 
marschierte das neue Regiment über Gilserberg (Nacht- 
quartier) nach Marburg zurück. 

Wir dürfen wohl noch einen kurzen Blick auf die 
weiteren Schicksale des neuen Regiments werfen. Es 
galt zunächst, die ungenügenden Stämme der übernom- 
menen hessischen Regimenter zu ergänzen. Am 9. Fe- 
bruar 1808 erließ deshalb Gissot als Kommandeur des 2. 
Bataillons in den Zeitungen einen Aufruf zum freiwilligen 
Eintritt. Da jetzt das neue westfälische Konskriptions- 
gesetz drohte, dem gegenüber der freiwillige Eintritt man- 
cherlei Vorteile bot, füllten sich die Reihen des Regiments 
bald. Seine Garnisonen wechselte es dann sehr oft. 1809 



— 137 — 

nahm das Regiment am Feldzug gegen Schill und in 
Sachsen teil und bildete 1812 und 1813 einen Teil der 
Besatzung von Danzig, nach dessen Kapitulation der größte 
Teil des Regiments mit den nichthessischen Offizieren im 
Januar 1814 in Preußische Dienste trat. Die übergetre- 
tenen Offiziere und Mannschaften wurden zur Bildung des 
Reservebataillons des Eibinfanterieregiments verwendet, 
welches laut Armeebefehl d. d. Wien, 25. März 1815, mit 
einigen anderen Truppenteilen das Infanterieregiment Nr. 
27 bildete. So sehen wir die aus der althessischen Armee 
hervorgegangenen beiden hessischen Regimenter noch 
heute im Infanterieregiment Prinz Louis Ferdinand von 
Preußen (2. magdeburgischen) Nr. 27 fortleben. — Die 
hessischen Offiziere des westfälischen 1. Regiments kehr- 
ten zum größten Teil in die Heimat zurück und traten 
wieder in kurhessische Dienste. 

Für die Stabsoffiziere der beiden hessischen Regi- 
menter sollte aber die Wiederherstellung des Kurstaates 
böse Folgen nach sich ziehen. Am schlimmsten erging 
es dem würdigen, alten Obersten Schraidt, der bereits 
1772 als Fähnrich in das hessen-kasselische Regiment Mir- 
bach eingetreten war, eine lange Reihe von Feldzügen 
hinter sich hatte — mit besonderer Auszeichnung hatte 
er am 7. September 1793 bei Hondschotten gekämpft — 
und, wie oben erwähnt, lediglich deshalb französische 
Dienste genommen hatte, weil er sich und die Seinen dem 
Hunger preisgegeben sah. Er war in das westfälische 
1. Regiment mit übergetreten, aber schon im September 

1808 zum Kommandanten von Braunschweig ernannt und 

1809 pensioniert worden. Als Bröske und er nun nach 
der Rückkehr des Kurfürsten Wilhelm I. um Wiederan- 
stellung baten, wurde ihnen diese nicht nur versagt, son- 
dern auf Befehl des Kurfürsten Untersuchung gegen sie 
eingeleitet, weil sie, ohne ihren Abschied erbeten zu haben, 
in feindliche Dienste getreten waren. Ihre damalige Not- 
lage wurde ebensowenig berücksichtigt, als der Umstand, 
daß es ihnen unter den obwaltenden Verhältnissen ganz 
unmöglich gewesen sein würde, den Abschied zu erlangen. 
Die Untersuchung wurde durch den Generalmajor v. Gräf- 
fendorf und den Obersten v. Hanstein vom Regiment 
Garde unter Zuziehung des Auditeurs Lotz geführt. Nach 
ihrer Beendigung erstattete das 1. Departement des Kriegs- 
kollegs dem Kurfürsten Bericht, worauf Schraidt durch 
höchstes Reskript „wegen seines pflichtwidrigen Betragens 



— 138 — 

und der von ihm gleich nach der Occupation Unserer 
Lande bei dem Feinde genommenen Kriegsdienste, ohne 
vorher von Uns seine Entlassung geziemend nachgesucht 
oder das Schicksal seiner Kameraden geteilt zu haben, 
statt einer wohlverdienten härteren Strafe zu zehnjährigem 
Festungsarrest nach Spangenberg condemniert" wurde. 
Dies Urteil wurde durch Verfügung des Kriegskollegs 
vom 7. April 1814 „zum warnenden Beispiel" öffentlich 
bekannt gemacht. Wie eine weitere Bekanntmachung vom 
1. Mai 1814 ersehen läßt, hatte der Kurfürst aber „der 
Ehefrau und den Kindern des Obersten Schraidt aus 
höchsteigener Bewegung eine angemessene Pension huld- 
reichst zu verwilligen geruht". Diese Pension betrug für 
die ganze Familie 16 Taler monatlich! Am 16. Mai 1819 
wurde Schraidt begnadigt, aber ihm Ziegenhain zur Woh- 
nung mit der Weisung bestimmt, ohne Erlaubnis des dor- 
tigen Kommandanten den Ort nicht zu verlassen, insbe- 
sondere aber die Städte Kassel, Marburg, Hanau, Fulda, 
Schmalkalden und Rinteln gänzlich zu meiden. Die der 
Frau und den Kindern bewilligte Pension wurde nun auf 
ihn übertragen, aber nicht erhöht. Der Kommandant von 
Ziegenhain mußte sich in den n onatlichen Rapporten stets 
über Schraidt's Aufführung und Umgang aussprechen. 
1824 ist Schraidt dann in Ziegenhain gestorben. 

Bröske, der bereits 1771 als Fähnrich in das Regiment 
v. Mirbach eingetreten war, wurde anfangs 1808 pensioniert 
und zum Kapitän der westfälischen Departementalkom- 
pagnie des Saaledepartements ernannt. Mit dieser fiel er 
am 30. Mai 1813 beim Überfall Halberstadts durch Tscher- 
nitscheff in russische Gefangenschaft und wurde nach Berlin 
abgeführt. Infolgedessen war er in der Lage, sich der 
auch über ihn verhängten Untersuchung entziehen zu können. 
Nach Schraidts Verurteilung wurde ihm deshalb am 7. 
April 1814 auf höchsten Befehl eröffnet, daß ihn eine gleiche 
Strafe treffen würde, wenn er sich in den kurhessischen 
Landen betreten lassen werde. Davor hütete er sich aber, 
zeigte vielmehr bald darauf aus Hessen bei Halberstadt 
dem kurhessischen Kriegskollegium in bitteren Worten an, 
daß er das Glück gehabt habe, vom Könige von Preußen 
die Bestätigung seiner provisorischen Anstellung als Oberst 
und Chef der 13. (Halberstädter) Invalidenkompagnie zu 
erhalten und nun, da er während seiner 45 jährigen Dienst- 
zeit sein Vermögen zugesetzt habe, in seinem Alter seine 
höchst bedürftige Familie versorgt wisse. Er starb nach 1827. 



— 139 — 

Von den beiden Bataillonskommandeuren war Benne- 
ville im März 1808 Major und Kommandeur des west- 
fälischen 4. Infanterieregiments geworden. 1809 zum 
Obersten befördert, führte er sein Regiment mit Auszeich- 
nung im spanischen Feldzug dieses Jahres, wurde 7. Februar 
1810 Oberadjutant des Pallastes und stieg nach und nach 
bis zum Gouverneur des Residenzpallastes in Kassel, wo 
er seit 20. April 1813 auch die Nationalgarde kommandierte. 
Die Wiederanstellung im kurhessischen Dienste wurde 
ihm verweigert und er nur gegen eine geringe Vergütung 
bei der Finanzkammer in Kassel beschäftigt, bei der ihn 
Kurfürst Wilhelm II. endlich im Jahre 1821 zum Karten- 
inspektor ernannte. Als solcher ist er 1824 gestorben. 

Gissot blieb im westfälischen 1. Infanterieregiment, 
wurde 1809 Kommandeur des 5. Regiments und starb als 
solcher 1812 während des Feldzugs in Rußland zu Dorogo- 
busch. 

Wir haben zum Schluß noch über das Ende des 
Mannes zu berichten, der, in ehrlicher Vaterlandsliebe und 
vom besten Willen beseelt, durch seinen Übereifer schweres 
Unglück über einen großen Teil seines Vaterlandes und 
unsäglichen Kummer über die zahlreichen hessischen 
Familien gebracht hat, deren Väter oder Söhne den Auf- 
standsversuch der althessischen Soldaten mit ihrem Leben 
bezahlen mußten. Major v. Müller, der 1807 im General- 
stab Lagrange's in Kassel zurückgeblieben war, trat 1808 
in den westfälischen Generalstab als Großmajor ein und 
folgte der 2. Brigade von Morio's Division als General- 
stabsoffizier nach Spanien. Vor Gerona war zum Kom- 
mandeur des in der Nacht vom 8. auf den 9. Juli 1809 
beabsichtigten Sturmangriffs auf den Montjouy der Kom- 
mandeur des westfälischen 2. Regiments, Oberst Legras, 
der frühere Kapitän im 2. hessischen Regiment, bestimmt. 
Am Abend vor dem Sturm redete Morio diesen seinen 
Landsmann an: „Pourquoi vous exposer? votre fortune est 
faite; je donnerai le commandement au Majeur Müller; 
s'il en revient, son sort sera fait." Legras nahm den Tausch 
an. v. Müller führte 12 westfälische Elitenkompagnien 
gegen den Montjouy. Das Hauptwerk wurde genommen, 
v. Müller, der Wunder der Tapferkeit tat, durch einen 
Schuß in den Unterleib schwer verwundet. Er starb nach 
einigen Tagen. Eine unverbürgte Nachricht behauptet, 
er habe sich, von unerträglichen Schmerzen gequält, durch 
einen Pistolenschuß selbst den Tod gegeben. 



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Die ältesten Salbücher des Amtes Marburg. 



Von 
Friedrieh Küch. 



Einleitung. 

Die alte Landgrafschaft Hessen ist arm an mittel- 
alterlichen Urbarien. Planmäßige Zusammenstellungen zum 
Zwecke einer geregelten lokalen Finanz Verwaltung, Über- 
sichten über die so verschiedenartigen Einkünfte der 
Landesherren, die dessen Beamten als Grundlage für die 
Erhebung dienen konnten, sind uns erst aus einer ver- 
hältnismäßig späten Zeit erhalten. Dafür treten sie aber 
^uch gleich in einer hoch entwickelten Form auf. Sie 
^ind vorbildlich geblieben für lange Zeit hinaus und bilden 
^omit ein wertvolles Denkmal für die Verwaltungsge- 
schichte des hessischen Territorialstaates. 

Die Kodifikationen der landesherrlichen Einkünfte 
des Amtes Marburg, die unten veröffentlicht werden, um- 
iassen die Jahre 1374 bis etwa 1464 und sind angelegt 
und weitergeführt von den landgräflichen Rentmeistern. 
Über die Behandlung des Textes bei der Herausgabe und 
dessen Überlieferung wird am Schlüsse berichtet werden. 
Hier mögen einige Bemerkungen über die Entstehung 
des Verwaltungssprengels und zur Geschichte seiner Or- 
gane, hauptsächlich der Finanzbeamten, vorausgeschickt 
werden. 



Die allgemeinen Vorgänge bei der großen Umord- 
nung der lokalen Verwaltungsorganisation im 13. Jahr- 
hundert, die die Ausbildung der Landesherrschaften im 
H. 7. BD. xxix. 10 



— 146 — 

Gefolge hatte, sind bekannt. l ) Nach dem Zerfall der alten 
fränkischen Gerichtsverfassung trat in doppelter Hinsicht 
eine Neubildung ein: die größeren und kleineren Gerichte 
unterschieden sich nicht mehr nach Sachen, sondern nach 
Ständen, und an die Stelle der Lehenleute traten landes- 
herrliche Beamte als Richter. Zum Zwecke der Verwal- 
tung wurden um eine landesherrliche Feste kleinere Ge- 
richte und sonstige Besitzungen zu Verwaltungssprengeln, 
zu Ämtern zusammengeschlossen und einem Beamten 
unterstellt, der in der Regel gleichzeitig der Gerichts- 
beamte war. Im Einzelnen aber bieten die Vorgänge, 
unter welchen sich diese Umwandlungen auf beiden Ge- 
bieten vollzogen, ein so mannigfaltiges Bild, daß sich hier 
für die Spezialforschung ein dankbares und noch wenig 
bearbeitetes Feld eröffnet. 

Diese Aufgabe für einzelne Territorien zu lösen haben 
in neuerer Zeit Körnicke 2 ) für Berg und vor kurzem 
Peters 3 ) für Hildesheim unternommen. Für Hessen hat 
Stölzel in seiner „Entwicklung des gelehrten Richter- 
thums" 4 ) dankenswerte, nur leider auf unzureichendes 
Material gestützte Vorarbeiten geliefert, nachdem bereits 
Landau diesen Dingen eingehende Beachtung geschenkt 
hatte. 5 ) Hier soll nur ein einzelnes Amt dem nächsten 
Zwecke entsprechend berücksichtigt werden, aber gerade 
die spezielle Behandlung eröffnet Gesichtspunkte, die auch 
für die allgemeine Forschung nicht ohne Interesse sind. 
Daß hierbei in der Hauptsache ungedrucktes Material be- 
nutzt w r erden mußte 6 ), liegt an dem Stande der hessischen 
Quelleneditionen; nur für die ältere Zeit war das Ur- 
kundenbuch von Wyß 7 ) eine feste Grundlage und ver- 
hältnismäßig ausgiebige Quelle. 

*) Ich verweise besonders auf G. v. Below Territorium uncLÄ 
Stadt S. 288 ff. und Schröder Rechtsgeschichte (IV. Aufl.) S. 586 ff— - 
607 ff. 

2 ) Entstehung und Entwicklung der Bergischen Amtsverfassun^S 
bis zur Mitte des 14 Jahrh. Bonn. Diss. 1892. 

8 ) Die Entstehung der Amtsverfassung im Hochstift Hildesheinca* 
(ca. 1220— 133ÖJ Ztschr. des hisLor. Ver. f. Niedersachsen Jahrg. 190ö^» 
auch als Buch Hannover 1905. 

4 ) Besonders S. 142 ff. 

5 ) Hervorzuheben sind Die Territorien in Bezug auf ihre Bil- 
dung und ihre Entwicklung (1854) und Das Salgut (1862). 

6 ) Es ist fast ausschließlich Material aus dem Staatsarchive i*^ 
Marburg herangezogen worden. In den Zitaten ist daher nur die betr. 
Abteilung angegeben. 

7 ) Publikationen aus den Preuß. Staatsarchiven Bd. III, XIX und 
LXXIIL hier zitirt als Wyß I, II, III. 



— 147 — 

Zunächst ist auf einen Punkt von allgemeiner Be- Bedeutu: 
ltung hinzuweisen, auf den gerade die Betrachtung der^. r s * ädt€ 
isischen Verhältnisse führt, nämlich auf die Rolle, die t J® *™ 

Städte bei der Neuordnung der Verwaltungsorgan!- sation. 
ion als wichtiger Faktor gespielt haben. Die Ent- 
hung der ältesten hessischen Städte landgräflich thü- 
gischen Besitzes fällt gerade in die frühe Zeit der Bil- 
ig der Landesherrschaften. Sie sind sämtlich Grün- 
tigen der Landgrafen *), und es sind nur wenige Jahr- 
mte, etwa von 1190 bis 1230, in denen bei Städten wie 
Lssel, Wolfhagen, Gudensberg, Melsungen, Witzenhausen, 
>mberg, Frankenberg, Marburg, Alsfeld, Grünberg u. a. 
h die ersten Nachweise von ihrer Existenz als Stadt • 
wegen. Dies läßt auf eine gewisse Planmäßigkeit 
iließen. Viele von diesen Städten sind aber auch 
tuptorte der Ämter und Sitze der Verwaltung geworden, 
erzu waren sie besonders geeignet, da sie, zumal in 
rbindung mit den landesherrlichen Burgen 2 ), an die sie 
h anzulehnen pflegten oder die gleichzeitig errichtet 
rden, starke militärische Stützpunkte bildeten, und so- 
: den geeigneten Sitz abgaben für die Amtleute, deren 
"nehmste Aufgabe die militärische Sicherung ihres 
rengels bildete. Sie boten damit aber auch geeignete 
Ltze für die Aufbewahrung der Erträgnisse des Amtes, 
nentlich für die Naturallieferungen ; gefüllte Proviant- 
gazin e in zweckmäßiger Verteilung über das Land 
ren für die damalige Kriegführung das dringendste Er- 
dernis. Die Städte trugen aber auch selbst als steuer- 
iftigster Faktor des Amtes einen wesentlichen Anteil 

dessen Erträgnissen, namentlich an barem Gelde bei. 
e Anlage erfolgte in der Regel an der Grenze ver- 
liedener Gerichtsbezirke. Das Stadtgericht wurde von 
sen Gerichten eximiert und die städtischen Schöffen- 
llegien mußten bald an Ansehen über die ländlichen 
hoffen emporsteigen. Damit war die Vorbedingung für 
i Bildung neuer Gerichtsbezirke, die mit den Verwal- 
igsbezirken, allerdings unter gewissen Modifikationen, 

wesentlichen zusammenfallen mußten, gegeben. Der 
:z dieser neuen Gerichte wurde natürlich wieder die Stadt. 

*) Vgl. Landau Hessengau S. 246. In den Kasseler Statuten 
l 1239 (Kuchenbecker Analecta Hass. IV S. 202) ist ausdrück- 
i_von den constructores huius ville die Kode. 

') Vgl. das Verzeichnis der hessischen Städte und Bürgen aus 
n Jahre 1372 Landau Die Rittergesellschaften in Hessen S. 116. 

10* 



— 148 — 

)ie Stadt Die Burg Marburg 1 ) ist auf der Grenze mehrerer 

Marburg. Gerichte (Reizberg, Caldern und Ebsdorf) erbaut. Die 
früheste Nachricht, wenn nicht von der ^Existenz einer 
Stadt, so doch von der einer Münze und somit von wirt- 
schaftlichem Leben, stammt aus dem Jahre 1194. 2 ) Da- 
mals werden zuerst Marburger Denare erwähnt. Etwa 
20 Jahre später lernen wir den ersten Verwaltungsbeamten 
des Amtes Marburg, Bruno, villicus des Landgrafen Her- 
mann, kennen 3 ) ; auch der älteste Pfarrer Marburgs, Werner, 
wird gleichzeitig mit ihm genannt. Vermutlich ist Marburg 
damals bereits Stadt gewesen, wenn wir auch eine un- 
zweideutige Nachricht erst aus dem Jahre 1227 besitzen. 4 ) 
mdesherri. Die Einkünfte, die die Landgrafen aus der Stadt 

S "J kü g ft ^ zogen, bestanden abgesehen von den Grundzinsen und 
'Gerichtsbußen 5 ) in Bede, Zoll und Schlagschatz. 

Zoll und Schlagschatz waren durch Landgraf Hein- 
rich IL der Stadt überwiesen worden, wofür diese gewisse 
Schulden des Landgrafen zu verzinsen hatte. 6 ) Die Ver- 
teilung der Bede auf die einzelnen Bürger war Sache der 
Stadt, der es gelungen war, den Betrag zu fixieren und 
zwar auf die Höhe von 300 Mark. Dies geschah im Jahre 
1311 durch Bischof Ludwig von Münster, dem damals 
vom Landgrafen Otto Marburg mit dem Zehnten zu Ebs- 
dorf und dem hessischen Teil an Wetter zum Leibgedinge 
überwiesen worden war. 7 ) Als Heinrich der Eiserne 
nach Ludwigs Tode 1357 der Stadt ein Privileg aus- 
stellte 8 ), behielt er diese Summe bei, fügte aber 130 Schil- 
linge Zinsen an das St. Stephansstift zu Mainz und ferner 
die vielsagende Klausel hinzu: „Were abir, daz uns odir 

*) Das Folgende nach Landau Zeitschr. IX S. 367, Schenk 
zu Schweinsberg Zeitschr. N. F. S. 215 ff. u. Archiv d. Hist. Ver. f. 
d. Großh. Hessen XIII S. 422 ff. Bückin g, Geschichtl. Bilder aus 
Marburgs Vergangenheit S. 1 ff. 

2 ) Schenk zu Schweinsberg Das Alter d. Stadt Marburg 
(Arch. d. Hist. Ver. f. d. Großh. Hessen XV S. 701 ff.) 

8 ) Dobenecker Regesta historiae Thuringiae 1585, 1719. 

*) Damals (Apr. 16) wurde die Pfarre Marburg von der Mutter — 
kirche in Oberweimar abgetrennt (E s t o r Orig. jur. publ. Hass. S. 224)_ 

6 ) Nach dem später wiederholt erneuerten Privileg vom 6. Dez ^ 
1357 fielen die an den vier ungebotenen Dingen einkommenden Bußem: 
zur Hälfte an den Landgrafen, zur Hälfte an die Stadt (Stadtarchiv — ■ 
Depositum d. Staatsarchivs). 

6 ) Urkunden von 1360 und 1363 Gen. Rep. Marburg. Nach deiM 
Stadtbuch (Stadtarch.) beliefen sich gegen 1390 Zoll und Schlagschat -= 
auf 92 Pfd. weniger 2 Schillinge. 

7 ) Wenck Hess. Landesgesch. III. ÜB. S. 178. 

8 ) S. o. Anm. 5. 



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— 149 — 

unse erbin sulche groze unde redeliche nod antrede, dar- 
zcu wir unsir stede gemeinlich sture und volleist bedorftin, 
darzcu soldin sii uns volleyst tun noch ire möge und 
mogelichekeit als andirs unse stede". Von diesem Vor- 
behalte hat namentlich Hermann IL, dessen Geldbedürf- 
tigkeit durch seine zahlreichen Kriege außerordentlich ge- 
steigert wurde, weitgehenden Gebrauch gemacht. Wie 
stark die einzelnen oberhessischen Ämter infolge des 
Sternerkrieges durch Verpfändung belastet waren, zeigt 
eine im Dezember 1377 gemachte Aufstellung. 1 ) Die 
Stadt selbst mußte dem Landgrafen nach Beendigung des 
Krieges eine außerordentliche Steuer von 4000 Gulden 
zahlen. 2 ) Im Jahre 1375 führte er, wie bei anderen Städten 
so auch in Marburg ein Ungeld, eine indirekte Steuer auf 
Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände, ein, wobei er 
allerdings auf die Bede verzichtete. 3 ) Die Neuerung, die 
in Niederhessen den heftigsten Widerstand hervorrief, 
wurde auch in Marburg auf das drückendste empfunden. 
3000 Gulden mußte die Stadt zahlen, damit Landgraf 
Hermann das Ungeld wieder abschaffte. 4 ) Dies geschah 
wahrscheinlich anfangs der achtziger Jahre. Nicht lange 
darauf gaben Verfassungsstreitigkeiten zwischen den 
Schöffen und der Gemeinde dem Landgrafen abermals 
Gelegenheit, von der Stadt 1600 Gulden einzuziehen, „daz 
he sin Unwillen abetet". 5 ) Alle diese Summen mußten 
natürlich seitens der Stadt wieder von einzelnen Personen 
gegen gute Verzinsung aufgebracht werden. 

Die Bede stellte also in bewegter Zeit nicht die volle 
Höhe der städtischen Steuerleistung dar. Sie lief übrigens 
nur zum kleinen Teil in den Säckel des Landgrafen, viel- 
mehr wurde sie zur Zinszahlung an dessen Gläubiger, 
ebenso wie Zoll und Schlagschatz, verwandt. Im Jahre 
1374, zur Zeit als das älteste Salbuch aufgestellt wurde, 



') Landau Rittergesellschaften S. 160 ff. Der Abdruck ist fehler- 
haft. Abgesehen von kleineren Fehlern ist auf S. 160 nach dem 4. 
-Absatz einzuschalten : „Item Johanne von Lynden ist vorsatz Wypoldis- 
liusen, Aldinferse unde Rymershusen vor 150 Schill, thor.", S. 161 Z. 2 
Bedelingehusen statt Rodelingehusen, Z. 6 „loOguldin" statt „200guldin". 
*) Stadtbuch im Stadtarchiv. 

•) Urk. vom 26. Okt. Mit dem Privileg vom J. 1357 stand diese 
Neuerung in direktem Widerspruch, damals war ausdrücklich bestimmt, 
daß die Stadt das Ungeld im Interesse der öffentlichen Bauten, wie 
sie es von Alters überkommen habe, behalten solle. 
Stadtbuch. 
Ebenda. 



3 



— 150 — 

wurden von dem Rentmeister an barem Geld noch 81 Mark 
4 Schill, vereinnahmt, um 1390 blieben nur 5 Pfd. übrig, 
und 1460 betrugen die von der Stadt für den Land- 
grafen gezahlten Zinsen sogar noch 6 Pfd. mehr. 3 ) 
erichts- Wenn durch solche direkte „Verweisungen" die 

Zlrk * Steuerkraft der Stadt in den Rechnungen des landgräf- 
lichen Rentmeisters nur ganz unvollkommen zum Aus- 
drucke kam, so trifft dies in geringerem Maße auch auf 
den ländlichen Amtsbezirk zu, dessen Umfang durch Ver- 
pfändung einzelner Teile wechselte. Wie groß die Aus- 
dehnung der villicatio zur Zeit der Stadtgründung war, 
wissen wir nicht. Als die heilige Elisabeth nach ihrem 
Wittum Marburg zog, gehörte mindestens Wehrda, das 
einen selbständigen Gerichtsbezirk bildete, dazu. 2 ) Alter 
landgräflicher Besitz war das Gericht Caldern. Das Ge- 
richt Lohra wurde nach 1223 wahrscheinlich von den 
Herren von Merenberg erworben. Das Gericht Ebsdorf 
kam auf Zeitpacht gegen einen bestimmten Zins, der auf 
die Stadt Marburg angewiesen wurde, von dem Mainzer 
St. Stephansstifte an die Landgrafen. 3 ) Von dem Stifte 
zu Wetzlar erwarb Bischof Ludwig im Jahre 1334 die 
villicatio in Bürgein und Kölbe zu Erbleihe 4 ); das Gericht 
Schönstadt besaßen später die Landgrafen gemeinsam mit 
dem Geschlechte v. Flecken buhl. 5 ) Ferner waren die Ge- 
richte Niederweimar und Oberwalgern, Teile des Gerichtes 
Reizberg, im 14. Jahrhundert im Besitze der Landgrafen. 
Nach der Gründung der Burg Frauenberg wurde aus 
dieser ein besonderer Amtsbezirk mit dem Gerichte Witteis- 
berg 6 ) gebildet, zeitweise war sie dagegen mit dem Amte 
Marburg vereinigt. 7 ) 



*) Stadtrechnung. 

2 ) Elisabeth hielt sich dort eine Zeitlang auf (M e n c k e Scriptores- 
II 2021 C). Wahrscheinlich bildete Wehrda ursprünglich einen Teil 
des Gerichts Caldern, wie Kappel von Ebsdorf. In der unten auf- 
geführten Stelle aus der Rechnung von 1386 treten beide als Gerichte 
auf. Vgl. auch die ebenfalls unten wiedergegebene Stelle aus dem 
Marburger Stadtbuch. Ein Schöffe zu Wehrda kommt 1389 vor 
(Wyß III 1229). 

8 j Die betr. Urkunden s. bei Würdtwein Dioeces. Moguntina 
VIII S. 293, 301, 303. 

4 ) Kopp Ausführl. Nachricht d. alt. u. neueren Verfassung der 
geistlichen u. Civil-Gerichten I Beil. S 171. 

5 ) Teilungsurkunden von 1395 Apr. 18 Gen. Rep. Schönstadt. 

6 ) Ein besonderer Amtmann von Witteisberg Heinrich v. Holz- 
hausen wird 1358 genannt Wyß II 975. 

7 ) Vgl. Landau Ritterburgen II S. 204. 



— 151 — 

In einer Rechnung des Rentmeisters Heinrich von 
Schönstadt vom Jahre 1386 ist folgender Einnahmeposten 
verzeichnet: „Item saste ich in daz lant eine sture 45 gül- 
den, daz gaben dii gericht Ebistorff 12' gülden, item 
Frauwinberg 5 gülden, item Cappil 2 gülden, item Wimar 
4 gülden, item Lare 11 gülden, item Caldern 5 gülden, 
item Werde 6 gülden." Hiermit sind die Gerichte be- 
zeichnet, die damals zum Amte Marburg gehörten. Frauen- 
berg war damals von den Herren von Treffurt heim- 
gefallen und wurde erst im folgenden Jahre an Ritter 
Johann von Schwalbach amtsweise übergeben. *) Es fehlt 
dagegen das Gericht Schönstadt, da die Auseinander- 
setzung mit Johann v. Fleckenbühl erst am 18. April 1395 
stattfand. 2 ) 

Den durch die Zusammenlegung dieser Gerichte neu 
gebildeten Gerichtssprengel könnte man als Amtsgericht 
Marburg bezeichnen. 3 ) Es wurde besetzt von den Burg- 
mannen in Marburg, den StadtschöfFen daselbst und den 
Landschöffen, und es fungierte als Oberhof für die kleinen 
Gerichte, wie aus folgendem Eintrag aus dem Jahre 1396 
in dem öfters zitierten Marburger Stadtbuch hervorgeht: 
„Anno domini Ixxxx sexto feria secunda post Letare 4 ) ist 
eyn recht gewist uff dem radhuse, da vil ryttere unde 
knechte, dii burgman, scheffln unde rat unde dii landschefin 
von Ebestorff, von Lare, von Wymere, von Caldern unde 
von Werde bii waren, umme büße, mit namen also, daz 
Rynken erben hatten gekümmert unde geclagit uff eyne 
wysen zu Betzigendorf unde waren darin gesast worden 
mit gerichte alse recht ist. Dez quam Conrad von Treys- 
pach unde für mit gewalt uff dii wysen unde hat dii 
gemat gemacht unde daz hewe enweg gefurt unde den 



*) Landau a. a. 0. S. 205. 

») Vgl. o. S. 150 Anm. 5. 

8 ) Dieser moderne Ausdruck ist der Zeit allerdings fremd, wenn 
er auch die Sache besser trifft, als das anscheinend in doppelter Be- 
ziehung gebrauchte „Landgericht." Hierunter wird einmal das mit 
Hinzuziehung der Landschöffen gebildete Gerichts des Amtes bezeichnet 
(vgl. Landgericht zu Homberg a. 0. im J. 1359 bei Wyß II 987), als 
auch das oberste, das ganze Land an der Lahn umfassende Gericht. 
So fasse ich die Notiz in einer Marburger Rechnung von 1385 (Zschr. 
N. F. XDC S. 48) : „uff den seibin dienstag waz lantgerichte, du aß der 
grebe von Herbern uff der borg". Ob der um 1320 „officiatus domini 
lantgravii in partibus superioribus" genannte Volpertus de Hohenfels 
(A. Heldmann Zschr. N. F. XX S. 252 Nr. 54) als Oberrichter für das 
Land an der Lahn aufzufassen ist, lasse ich dahin gestellt. 

*) März 13. 



— 152 — 

kümmer gebrochin. Nu fragite der Schultheiß umme dii 
büße unde hette gerne große unde dicke unde vil büße. 
Dez wart da eintrechtlichen von allen den, dii da waren, 
ubirkomen unde gwist: also dicke Conrad unde syne 
knechte unde meyde adir wer daz were, von synen wegin 
in dii wysen unde darinne geerbeid, ez were zu wilchir 
zciit daz were, komen, ez sii zu mehin, zu machin unde 
enweg zu furne, also dicke sal icglich mensche dii hohisten 
büße vorbrochin han, dii da in dem gerichte gewonlich 
ist." Betziesdorf gehörte zum Gerichte Schönstadt, vor 
dem also die Einweisung der Kläger in die Wiese er- 
folgt sein wird. Die dortigen Schöffen sind beim Finden 
des Rechtsspruches nicht beteiligt. 1 ) 
ferwal- Vergleicht man mit dem aus den genannten Gerichten 

bezirk * zusammengesetzten Gerichtsbezirk Marburg den Verwal- 
tungsbezirk, so ist zunächst wieder zwischen der Finanz- 
verwaltung und der sonstigen Verwaltung zu unterscheiden. 
Rente und Amt sind, wie später gezeigt werden soll, be- 
reits seit dem Anfange des 14. Jahrhunderts unabhängig 
von einander gewesen. Der geographische Kreis der Ört- 
lichkeiten, aus denen Einkünfte in die landgräfliche Kasse 
flössen, ist größer, als der Gerichtsbezirk, da eine ganze 
Reihe von Abgaben aus solchen Orten stammen, die unter 
fremder Gerichtshoheit standen. Vor allem aber gehörte 
der ganze hessische Teil der Grafschaft Wetter unter das 
Marburger Rentamt. Diese Zusammengehörigkeit datiert 
mindestens schon seit der Zeit, als Bischof Ludwig Mar- 
burg, Wetter und Ebsdorf zum Leibgeding empfing, also 
seit 1311; vielleicht hat dieser Vorgang und die lange 
Vereinigung dieses Gebietes bewirkt, daß sie auch später- 
hin zusammenblieben. 

Was den Wirkungskreis des Amtmannes, soweit er 
nicht gerichtlicher Natur war, betrifft, so macht sich all- 
mählich ein zentralisierender Zug bemerkbar, der sich zu- 
nächst in der Vereinigung mehrerer Ämter in einer Hand 
ausdrückte, dann' aber dahin führte, daß sich aus der 
Marburger Amtmannsstelle ein provinzialer Verwaltungs- 
posten für das Land an der Lahn, auch das Land dies- 
seits (bezw. jenseits) des Spießes und später Oberhessen 
genannt, herausbildete. Die folgende Übersicht über die 
Entwicklung der Beamtenorganisation in dem uns hier 

*) Frauenberg mit Witteisberg war damals an Johann v. Schwal- 
bach verpfändet. Landau Ritterburgen II S. 205. 



— 153 — 

interessierenden Zeitraum möge dies näher veranschau- 
lichen. 

Daß Gerichts- und Amtsverwaltung einschließlich Di e erste 
der Finanzverwaltung ursprünglich in der Hand desselben vllllc j ur } 
Beamten lag, darf auch für Marburg als Tatsache ange- 
nommen werden. Ja es ist sehr wahrscheinlich, daß er 
in der frühesten Zeit des städtischen Lebens auch gewisse 
kommunale Funktionen an der Spitze der Stadtverwaltung 
ausgeübt hat. Eine genaue Scheidung der verschiedenen 
Ämter wird erschwert durch die Unsicherheit der Termi- 
nologie. Der erste bekannte villicus von Marburg, Bruno, 
wurde bereits erwähnt. Er erscheint 1214 Mai 29 ') als 
zur „familia" des Landgrafen Hermann von Thüringen 
gehörig und vermittelt in einer undatierten, zwischen die 
Jahre 1211 — 1216 fallenden Urkunde an der Spitze an- 
derer landgräflichen Getreuen einen Gütertausch zwischen 
den Klöstern Wetter und Aulisburg (Haina). 2 ) Im Jahre 
1228 scheint Amtmann in Marburg A. v. Nordeck ge- 
wesen zusein 3 ), 1238 wird „Heinricus quondam scultetus" 
erwähnt. 4 ) 

Aus diesen kargen Notizen ist zu entnehmen, daß 
der oberste landesherrliche Beamte aus dem Ritterstande 
und wahrscheinlich aus der Zahl der Marburger Burg- 
mannen genommen wurde. Um so auffälliger ist es, daß 
in einer Urkunde des Jahres 1248, die allerdings ohne 
Monatsdatum ist 5 ), ein Marburger Bürger, Rudolf Rau- 
stein, ein auch sonst öfter erwähntes Mitglied des städt- 
ischen Schöffenkollegs, als Schultheiß genannt wird. Man 
geht wohl nicht fehl, wenn man diese Tatsache, ein Zeichen 
großer Selbständigkeit der Stadt, als eine Folge der nach 
dem Tode Heinrich Raspes herrschenden Zustände an- 
sieht. Das Erscheinen der Herzogin Sophie in Marburg 
änderte das Verhältnis alsbald wieder : noch in demselben 
Jahre, im Juni, finden wir wieder einen ritterbürtigen 
Schultheißen Konrad von Rotenstein, der mindestens noch 
1252 dieses Amt bekleidete 6 ) ; Rudolf Raustein tritt in das 
Schöffenkolleg zurück. Auf Konrad v. Rotenstein folgten 
der Ritter Senand v. Buseck, 1259—1270 nachweisbar 7 ), 

*) Dobenecker a. a. 0. II 1585. 

») Ebenda 1719. 

8 ) Ebenda III 25. 

*) Urk. d. Klost. Caldera. 

5 ) Wyß I 84. 

•) Wyß I 88, Register S. 559. 

7 ) Wyß I 160, 166, 206, 207, 216—219, 231, 257. 1272 Mai 6 



— 154 — 

und Philipp 1272 Jan. 10 1 ), dessen Familienname nicht 
bekannt ist. Die Amtszeit eines ritterbürtigen Schultheißen 
Ludwig ist nicht näher bekannt; 1283 kommt ein Lude- 
wicus, filius quondam Ludewici sculteti de Marburg vor. 2 ) 

Die Tätigkeit dieser villici oder sculteti war eine sehr 
vielseitige. Sie bestand 1. in dem militärischen Schutz der 
Burg und des Amtes, 2. in der Verwaltung der landes- 
herrlichen Einkünfte, 3. in dem Vorsitz beim Gericht und 
4. wie bereits angedeutet wurde, in der Leitung der 
städtischen Verwaltung. So lange der Amtsbezirk klein 
war, war eine derartige Vereinigung verschiedener Be- 
fugnisse in einer Hand möglich, 
nehrung Mit dem Anwachsen des Amtsbezirks stellte sich die 

Stellen. Notwendigkeit einer Teilung der Befugnisse und einer 
Vermehrung der Stellen heraus. Wenn neben dem land- 
gräflichen officialis, dem Deutschordensritter Hermannus de 
Capella 3 ), 1284 erwähnt, ein anscheinend nicht ritterlicher 
Schultheiß Walther v. Thine (Dyene), 1279— 1286 4 ) genannt, 
vorkommt, so bedeutet dies offenbar die Gründung einer 
neuen, lediglich richterlichen Beamtenstelle, und wenn 
gleichzeitig, am 30. Juni 1284 5 ), zum ersten Male ein Bürger- 
meister von Marburg erwähnt wird, so ist damit die Los- 
trennung der kommunalen Funktionen von dem Amte des 
alten villicus und scultetus und deren Übertragung auf 
die Stadt angedeutet. 

Die Entlastung der richterlichen Tätigkeit des Amt- 
mannes geschah im Vergleiche mit benachbarten Gebieten 
keineswegs besonders früh, so finde ich 1261 bereits einen 
Henricus de Warolderode als vicesculthetus in Wil- 
dungen 6 ), 1265 Heinricus und Wernherus de Waldecken 
als vicejudices in Fritzlar. 7 ) In Amöneburg kommt 1282 
Henricus de Heimersdorf 8 ), in Frankenberg 1298 (Jan. 21) 
Ditmar Beseler 9 ) als vicescultetus vor. Einen gleich schar- 
fen Unterschied in der Bezeichnung machen nicht alle 



wird er quondam scultetus genannt, Wyß II 273, in einer Urkunde 
des Klosters Kaldern von 1265 villicus. 

*) Wyß I 269. 

2 ) Gudenus cod. dipl. I 802. 

8 ) Wyß I 435. 

*) Ebenda 359, 461. 

5 ) Ludwig v. Fronhausen. Wyß I 435. 

6 ) Klost. Cappel. 

7 ) Kopialb. d. Klost. Haina II 205. 

8 ) Wyß I 404. 

e ) Kopp Gerichtsverfassung I Beil. S. 149. 



— 155 — 

Urkunden; wenngleich in Marburger Dokumenten der 
Ausdruck officialis und officiatus für den Amtmann von 
jetzt ab der gebräuchliche wird, so kommt doch hin und 
wieder auch der „scultetus" als Amtsbezeichnung für ihn 
vor, während andererseits noch spät im 14. Jahrhundert 
Schultheiß, Unterschultheiß, Amtmann und Unteramtmann 
abwechselnd für dieselbe Person, d. h. den Schultheißen 
gebraucht wird. 

Daß die neue Schultheißenstelle keineswegs eine Ver- 
drängung des Amtmanns aus dem Richteramte bedeutet, 
geht schon aus der Bezeichnung vicescultetus u. s. w. her- 
vor. Der Schultheiß war nur der Vertreter des Amt- 
manns in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Gerichts 
und es können für das Amt Marburg zahlreiche Belege 
aufgeführt werden, daß dieser selbst den Verhandlungen 
beigewohnt hat. Nur ein Beispiel sei erwähnt. Im Jahre 
1370 gab Landgraf Heinrich seine Zustimmung dazu, „daz 
unser stad zu Marpurg schriber, wer der zu zciiden ist, 
bie unserm gerichte, wanne daz unser amptman 
ader Schultheiß zu Marpurg sitzen, sin sal und 
sal igliche personen unde sache, die vor demselben un- 
serm gerichte zu schuldigen und zu clagen haben, die des 
müden und iß heischen und wer eyn kommer an dem ge- 
richte thede, beschriben und czeichenen, uff daz man zu 
andern richtedagen deste baß wissen muchte, waz sache 
vor gerichte gehandelt werden und daz man sich auch 
darnach gerichten muge", — übrigens das erste Beispiel 
fiir die Anlegung von Gerichtsbüchern in Hessen. 1 ) 

Die Frage liegt nahe, ob nicht auch die finanzielle Abzwei 
Funktion des alten villicus und scultetus in dieser Zeit der FlE 
abgezweigt worden ist. Daß die Einsammlung der ver- verwa 
schiedenen Abgaben, die Anordnung zur Bewirtschaftung 
<ter nicht in Leihe und Pacht gegebenen land gräflichen 
Güter, die Auszahlung der Gelder für die laufenden Aus- 
üben und die Verrechnung der Einnahmen und Aus- 
üben gegenüber dem Landesherrn nicht von dem Amt- 
j^nne selbst ausgeführt wurden, liegt auf der Hand. Es 
r"^gt sich nur, ob ein Diener des Amtmanns, ein Unter- 
£ e ^mter von ihm, oder aber ein selbständiger Rechnungs- 
"^amter diese Verrichtungen ausgeführt hat. Die auch 
*^nst interessante älteste Belegstelle, welche über diese 
r ^ge Auskunft gibt, sei hier im Wortlaute wiedergegeben. 

») Vgl Stolz el a. a. 0. S. 177 f. 



— 156 — 

Es ist ein kurzes Ausgaberegister des Greben von Ebs 
dorf aus dem Jahre 1316 *): 

„Anno domini MCCCXVI Cristianus centurio in Ebes- 
torf hec distribuit. 

Primo domino Hartmanno capellano 2 talenta preter 
1 sol. de propria precaria, eidem 34V2 sol. de pecunia 
que data fuit pro vectura lignorum et pro minuta decpma]. 
Item pro optimalibus 3 lib. et 2 sol. predicto domino 
Hartmanno. Item pro feno 14. sol. Conrarfo Calcifici. Item 
Happelom de Ludenhoben 16V2 sol. pro feno. Item Gotzoni 
de Wicztesberg 10 sol. pro feno. Item cuidam in Mar- 
torf 1 marcam pro feno. Item Abe relicte Osperti 27 sol. 
pro feno. Item in Kirchain 30 sol. pro feno. Item cu- 
stodi porcorum 8 sol. pro precio. Item venatoribus 1 Hb., 
quam consumpserunt inexpensara. Item canibus 1V2 mal. 
avene, quam emi pro 30 sol. Item 10 sol. pro catinis 
Thome. Item Kegelere 12 sol. pro urciis. Item predicto 
Thome 1 sol. pro vasis. — Item oiüciali 1 lib. de ex- 
cessu Ludowici de Wernbrachtishusen, quam presentavit 
Eckehar^s Wolfrode. 2 ) Item cuidam famulo, qui init 
Wederebiam, 1 sol. Item Alberto ex Curia 3 ) 6 marcas. 
Item 9 sol., quos consumpserunt dominus Hartmannus 
capellanus, Gerlacus (?) de Mychelbach 4 ), Flamme, Gotzo 
de Wicztisberg, Eckehardws Wolf, Hermannus centurio. 
Item anno prescripto Kegelere 3 sol. pro urciis. Item 
Hetzechom* de Husen 2 sol. Item Thome 2 sol. pro ur- 
ciis. Item 28 (38 ?) sol. pro feno universitati in Heisticheim. 
Item messoribus 10 sol. Item 6 sol. quos consumpserunt 
dominus Hartmannus et sui famuli. Item 18 dn., cum 
quibus redemi pallium, quod obligaverant venatores. Item 
dno Hartmanno . Summa 90 lib. et 34V2 sol." 

Wir können aus diesem Register zweierlei ent- 
nehmen : Ein Kapellan Hartmann, wahrscheinlich der Burg 
zu Marburg 5 ), übt die Funktionen des späteren Rent- 
meisters aus, er nimmt die von dem Greben des Gerichts 
Ebsdorf eingesammelten Abgaben ein ; die Gerichtsbußen 
werden nicht an ihn, sondern an den Amtmann (officialis) 
abgeliefert. Daraus ergibt sich, daß der Finanzbeamte 
schon damals nicht unter dem Amtmann stand, sondern 



1 ) Gen. Rep. Ebsdorf. 

2 ) Vgl. Wyß II 83. 

8 ) Damals Schöffe in Marburg Wyß II 294 

*) Vgl. Wyß II 287. 

5 ) Wyß II 555 III 1292 zu Sept. 9. 



— 157 - 

selbständig unter dem Landesherrn. Es entspricht dies un- 
gefähr dem Zustand wie er noch in dem letzten Viertel 
des Jahrhunderts bestand und im Jahre 1381 in der Be- 
stallung des Amtmanns Kuno v. Rodenhausen *), dem 
außer Marburg auch Gießen, Königsberg und Hermann- 
stein unterstanden, ausdrücklich festgelegt wurde. Nach- 
dem seine Bezüge an Naturalien aufgeführt sind, wird ihm 
gestattet, Gerichtsbuße bis zu 5 Schillingen für sich zu 
erheben. Höhere Buße soll er nur mit Wissen des Land- 
grafen oder des Rentmeisters in Marburg aufheben, ohne 
Geheiß des Landgrafen nichts davon ausgeben, auch in 
jedem Jahre Rechnung darüber ablegen. Kost und Zeh- 
rung sollen ihm vom Rentmeister ersetzt werden. „Hir- 
pobin", heißt es dann weiter, „sal Cüne mit keyn unsir 
rente nicht zu schickene habin adir sich der undirwinden, 
sundern her sal unsir rentmeistere, dynere und knechte, 
den wir daz unsir bevelen, helfen und raden" u. s. w. 

In anderer Weise wird diese Trennung der Finanz- 
von der übrigen Amts Verwaltung in der Bestallungs- 
urkunde für Eckart Riedesel vom 24. Mai 1415 2 ) aus- 
gesprochen. Er wird zum Amtmann zu Marburg und 
über die anderen Schlösser an der Lahn (also zum Land- 
vogt) ernannt, wohnt aber nicht in Marburg, sondern auf 
dem Frauenberg, dessen Erträgnisse ihm zur Nutznießung 
zugewiesen werden. Der Rentmeister in Marburg liefert 
ihm nur 30 Malter Korn, 60 Malter Hafer, 7 Fuder Bier 
und 7 Kühe, die Fischereien sollen ihm dienen, solange 
keine Hofhaltung in Marburg ist; außerdem erhält er 
Hufschlag, Heu und Stroh für sechs Pferde und Ersatz 
des reisigen Schadens. 

Wenn auch diese Form der Bestallung nur bei we- 
nigen Ämtern angewandt worden ist, so ist sie doch be- 
zeichnend für das System der mittelalterlichen Verwaltung. 
Die Bedingungen, unter denen die Ämter verliehen zu 
werden pflegten, sind ja bekanntlich äußerst mannigfaltig. 
In vielen Fällen war die Verleihung eines Amtes lediglich 
das Mittel zur Aufbringung eines Kapitals oder zur Ver- 
zinsung einer Schuld. Die Einkünfte des Amtes wurden 
entweder ganz oder zum Teil, mit der Bedingung der 
Rechnungsablage oder ohne sie an Personen ritterlichen 
Standes überwiesen. Durch die Klausel, daß der Inhaber 



*} Abt. Bestallungen, Amtleute. 

f ) Kopialb. d. Landgr. Ludwig f. 91. 



— 158 — 

die armen Leute nicht mit Bede und Dienste übernehmen 
wolle, suchte man die Untertanen vor Ausbeutung zu 
schützen, ein Ziel, das freilich um so weniger erreicht 
werden konnte, als die Ämter in raschem Wechsel von 
einer in die andere Hand überzugehen pflegten. Einzelne 
Ämter, wie eben Marburg, hat man aber niemals in dieser 
Weise als Objekte für Finanzoperationen benutzt, sondern 
sie in der Hauptsache für die Bedürfnisse des Hofes frei- 
gehalten. Den Mißbrauch der Einkünfte durch den Amt- 
mann suchte man dadurch zu verhüten, daß man den 
Finanzbeamten unabhängig stellte. Anderwärts ist man 
noch weiter gegangen, man hat, wie z. B. im benachbarten 
Grünberg, zeitweise nur mit einem nicht dem Ritterstande 
angehörigen Rentbeamten, Heinrich Kluder, gewirtschaftet, 
der infolgedessen auch in der Regel den Titel Amtmann 
führte. *) Zum Ersatz für die militärischen Funktionen 
des Amtmanns wurde dann im Kriege ein besonderer 
Marschall ernannt. 2 ) 
Eügnisse Y)[ e Befugnisse, die für den Amtmann nach dieser 

~~~* Vermehrung der Beamtenstellen zurückblieben, waren 
außer der zum Teil beibehaltenen richterlichen Funktion 
hauptsächlich die Sorge für die Sicherheit der Amtsein- 
gesessenen, die Aufrechterhaltung des Landfriedens und, 
damit zusammenhängend, die Ausübung des Geleitsrechts, 
die Bewachung der ihm anvertrauten Festen und die lo- 
kale Kriegführung in Zeiten der Fehde. Die Burgmannen 
standen ihm beratend und helfend zur Seite. 

In allen Amtmannsbestallungen dieser Zeit ist diese 
militärische Verpflichtung des Amtmanns in den Vorder- 
grund gestellt, manche Amtleute sind lediglich für die 
Dauer einer bestimmten Fehde ernannt, die Gefangenen- 
schatzung und der dem Amtmanne zukommende Teil der- 
selben spielen eine große Rolle. Die früheste Bestallungs- 
urkunde eines Marburger Amtmanns ist vom 11. August 
1351. 3 ) Ritter Heinrich v. Roishausen und Volprecht 
Schabe verpflichten sich in diesem Revers, „daz wir das 
ampt Marpurg und allis daz darczu gehorit, truwelichin 
verteydingin und beschirmin sollin nach alle unsir macht 
und sollins verhaldin mit vügin, daz daz land daselbis bi 
uns fride habe, so wir beste mügin". Geht es nicht länger 



8 Amt- 
lanns, 



*) Über ihn vgl. weiter unten. 

2 ) Zeitschr. N. F. XIX S. 131. 

3 ) Abt. Bestallungen. 



— 159 — 

mit Fug, so sollen sie „greifin uf eine gewer nach heiße 
und nach rade unsis herrin lantgrebin Heinrich von Hessin 
und unses jungherrin Ottin sins süns und ouch nach rade 
der burgman zu Marpurg czu Bydinkap und czu Frawin- 
berg". Dies ist alles, wozu sich die Amtsinhaber ver- 
pflichten. 

Außerdem aber übt der Amtmann und später der 
Landvogt die allgemeinen Regierungsbefugnisse im Namen 
und als Vertreter des Landesherrn, allein oder an der 
Spitze der übrigen Beamten aus, er schließt Rechtsge- 
schäfte für den Landgrafen ab *), vermittelt und entscheidet 
bei den Streitigkeiten zwischen Stadtrat und Gemeinde 
oder zwischen den Zünften untereinander, und er hält 
Sitzungen mit den Vertretern der Stadt in solchen An- 
gelegenheiten ab, bei denen der Landesherr mitzuwirken 
berechtigt ist. 2 ) Die Befugnisse wachsen natürlich mit 
der Umwandlung der Amtmannsstelle in die eines Land- 
vogts an der Lahn, der Landvogt erhält ein Aufsichtsrecht 
über andere Ämter, er setzt im Namen des Landgrafen 
Beamte ein 3 ), er steht an der Spitze einer provinzialen 
Landesverwaltung, der „Räte an der Lahn" 4 ). Auf der 
anderen Seite aber führte der zentralisierende Zug der 
Zeit dahin, daß auch zwischen dem Landvogt an der Lahn 
und dem Landgrafen eine Zwischenstufe geschaffen wurde, 
die seine Selbständigkeit einschränkte. In der bereits er- 
wähnten Amtmannsbestallung Eckhard Riedesels vom 
Jahre 1415 heißt es: „er soll dem ubirsten amptmann in 
unserm furstenthum, nemelich Eghart von Rorenfurt, ge- 
horsam sin, und was her ime schribet und in heißet von 
unsir wegin, das sail her thun glich uns selbs aislange biß 
das wir in eyn andirs heißen". 

Dies sind bereits deutliche Zeichen einer mit Bewußt- 
sein einsetzenden strafferen Verwaltungsorganisation, die 
dann im Beginne des 16. Jahrhunderts zur vollen Aus- 
bildung kam. Äußerlich drückt sich diese neue Richtung 
dadurch aus, daß der häufige Personal Wechsel stetigeren 
Verhältnissen Platz macht. 



*) Wyß II 533. 

f ) Beispiele im Marburger Stadtbuch und den Stadtrechnungen 
zahlreich. 

8 ) Zeitschr. N. F. XIX S. 181 Nr. 199. 

*) 1-419 Mai 30 trifft Landgraf Ludwig eine Verfügung nach rate 
*" e * unser rete von Hessen unde von der Loyne (Stadtbuch Marburg). 



— 160 — 

ttmänner Es erübrigt noch, die oben begonnene Reihe der 

i Schult- Amtleute und Schultheißen seit der Verzweigung in den 
erenZeit letzten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts fortzuführen. 
Nach Walther v. Thine (Dyene) kommen 1288 Erwin 1 ), 
1300 Gerlacus de Lynne 2 ) mit dem Titel scultetus vor; 
letzterer war ritterlicher Herkunft. Dagegen scheint Hein- 
ricus Theolonearius, der 1313 den Titel officialis führt 8 ), 
nur Schultheiß und dem Schöffen geschlecht dieses Namens 
angehörig gewesen zu sein. Sicherlich ist Gottfridus miles 
de Hatzfeld, der 1318 4 ) und 1320 5 ) officiatus genannt wird, 
Amtmann gewesen. Von 1329—1333 ist Ritter Kraft 
Schabe als officiatus, ammitman nachweisbar. 6 ) Neben 
ihm wird in einer Urkunde vom 25. Aug. 1329 7 ) gleich- 
zeitig der Edelknecht Eckart v. Bicken als officiatus in 
Marburg genannt. Am 24. Jan. 1335 8 ) erscheint Volprecht 
v. Dernbach als Amtmann, am 9. Juni 1347 der Ritter 
Rudolf Scheurenschloß als Schultheiß. 9 ) Am 11. Aug. 1351 
w r urden Heinrich v. Roishausen und Volprecht Schabe zu 
Amtleuten über Marburg, Biedenkopf und Frauenberg er- 
nannt 10 ), es folgen Ritter Wigand v. Sichertshausen (1353, 
1354) 1! ), Ritter Johann v. Breidenbach (1360) 12 ), Ritter 
Gottfried v. Hatzfeld (1368) 13 ), Kraft Vogt (1370) u ), Ritter 
Kraft Rode (1371), der aber wieder Schultheiß genannt 
wird 15 ), und Gerhard v. Seelbach (1378). 16 ) 

Dann beginnt die Reihe der Landvögte. In seinem 
Bestallungsrevers vom 27. Juli 1381 wird Kuno v. Roden- 
hausen zwar nicht ausdrücklich so genannt, sondern erst 
in einer Urkunde vom 16. Jan. 1384. 17 ) Die Bezeichnung* 
„Landvogt an der Lahn" führt, so weit ich sehe, zum 

J ) Wyß I 492. 

2 ) Ebenda II 7. 

8 ) Wyß II 227. 

*) Gen. Rep. Marburg 1318 Dez. 28. 

5 ) Wyß II 379. Vgl. Landau Ritterburgen IV S. 127. 

6 ) Wyß II 524, 533, 570, 586. 
h Wyß II 533. 

8 ) Quittungen. 

9 i Wyß II 810. 
10 ) Bestallungen. 

") Wyß II 893 Quittungen 1354 Apr. 28. 
12 ) Klost. Caldern 1360 Septr. 1. 
18 ) Landau Ritterburgen IV S. 136. 

14 j Er rechnete 1370 Mai 12 mit dem Landgrafen ab wegen d eS 
ihm befohlenen Amtes zu Marburg (Gen. Rep. Marburg). 

16 ) Wyß III 1118. 

lfl ) Vgl. Zeitschr. N. F. XIX S. 5 Anm. 2. 

17 ) Wyß III 1190. 



— 161 — 

ersten Male sein Nachfolger Gilbracht v. Radenhausen 
(1386 0, 1387) 2 ). Ferner finde ich 1391—1395 Volprecht 
v. Schwalbach 3 ), 1399 Heinrich Schenk zu Schweinsberg 4 ), 
1403—1405 Gerlach v. Breidenbach 5 ) und von 1406—1408 6 ) 
Dietrich Rode. Nach diesem ziemlich bunten Wechsel 
folgt, wie ich schon andeutete, eine Periode größerer 
Stetigkeit: Eckart Riedesel, der auch den Titel „oberster 
Amtmann" führt, ist mindestens von 1410— 1428 7 ), Sittich 
v. Berlepsch 1448— 1457 8 ) als Landvogt nachweisbar. 

Ist schon die Reihe der Amtleute sehr der Vervoll- 
ständigung bedürftig, so bietet die der Schultheißen, zu- 
mal bei der schwankenden Terminologie, noch größere 
Lücken. Während anderwärts in Hessen die Bezeichnung 
„Unterschultheiß 1 ', wie wir sahen, schon nach der Mitte 
des 13. Jahrhunderts nachweisbar ist, findet sich dieser 
Titel in Marburg erst um die Mitte des 14. Jahrhunderts. 
Ruprecht Weißgerber, der Sohn eines Marburger Bürgers 
wird 1351 Unteramtmann, 1363 Schultheiß, 1365 Unter- 
schultheiß, 1374 Amtmann und Schultheiß, 1381 Schultheiß 
genannt 9 ), ohne daß seine Stelle gewechselt hätte. Seine 
Nachfolger waren Ludwig Stintz (1388—1401) 10 ), Ruprecht 
Reese (1403) ll ), Ludwig Stoppelnberg (1405— 1411). 12 ) 
Dann, spätestens seit 1424, verschmolz das Schultheißen- 
amt, wie das in anderen Ämtern schon längst der Fall 
war, wieder mit dem des Rentmeisters. 

Wenn wir zum Schlüsse dem Rentmeisteramte, seiner Die R 
Bedeutung und seinen Inhabern etwas näher zu kommen meis 
versuchen, so sind wir auch hier auf zerstreute und lücken- 

1 ) Urk. von 1386 Juli 8 im Hausarchive zu Darmstadt (Mitteilung 
*on Dr. 0. Grotefend). 

2 ) Amtsrechnung von 1387, wo „Gilbracht der lantfaut" erwähnt 
wird. 

D a ) Wyß III 1236, 1245, 1253, 1256, Baur Hess. ÜB. 1 1217, Gen. 

*ep. Marburg 1395 Aug. 2. 

*) Stadtbuch Marburg (1399 Aug. 25) fol. 53. 

5 ) Zschr. N. F. XIX S. 181 ff. 
1ino ' Bestellt 1406 Dez. 13 (Samtarchiv zu Marburg), Quittungen 

j 7 ) Regest Gen. . Rep. Marburg 1410 Juli 13, Stadtarch. 1428 

8 ) Gen. Rep. Biedenkopf u. Elmshausen. 
io** 9 ) Wyß II 871, Gen. Rep. Marburg 1363 Nov. 8, Klost. Hachborn 
P** 5 Sept. 27, ürkk. d. Farn. Weißgerber 1374 Jan. 8 u. März 7. Gen. 
ne P- Hermannstein 1381 Apr. 30. 

10 ) Wyß III 1221, 1225, 1252, 1265, Klost. Kaldern 1401 Juli 26. 

") Gen. Rep. Marburg. 

») Klost. Kaldern 1405 Nov. 27. Stadt Marburg Dep. 1411 Okt. 18. 

*• f. BD. XXIX. 11 



— 162 — 

hafte Nachrichten angewiesen, die aber doch, zumal in 
Verbindung mit den erhaltenen Salbüchern und Rech- 
nungen, ein anschauliches Bild gewähren. Über die An- 
fänge dieses Amtes ist schon gesprochen worden. Wir 
dürfen annehmen, daß bereits dem Amtmann der frühen 
Zeit für die Finanzgeschäfte ein Schreiber geistlichen 
Standes beigegeben war. Den Kaplan Hartmann fanden 
wir bereits 1316 als selbständigen, vom Amtmanne unab- 
hängigen Finanzbeamten, der die Geschäfte eines Rent- 
meisters ausübt, wenn er auch noch nicht diesen Titel 
führt, sondern vielleicht nur den eines „Schreibers". *) Es 
lag nahe, daß die Landgrafen für einen solchen Ver- 
trauensposten eine ihnen nahestehende Persönlichkeit 
wählten ; Hartmann ist darum auch nicht der einzige Burg- 
kaplan, der uns als Finanzbeamter begegnet. Von be- 
sonderem Interesse ist, daß zu Hartmanns Zeit bereits 
ein Salbuch für Marburg angelegt worden ist. Eine Re- 
pertoriennotiz des 18. Jahrhunderts 2 ) besagt, daß ein vom 
Jahre 1319 datiertes Verzeichnis der Güter und Einkünfte 
des Bischofs Ludwig von Münster existiert hat. Es ist 
leider nicht mehr vorhanden. 

Der erste Rentmeister, der diesen Titel trägt, ist 
Dietrich von Eckoldishusen (Eckeishausen). Nach einer 
Urkunde vom 11. Jan. 1351 3 ) hatte Bischof Ludwig seine 
Gülte zu Marburg damals an die Brüder Johann und Vol- 
precht v. Dernbach verpfändet und wollte diese Pfand- 
schaft nach zwei Jahren ablösen. Es heißt dann weiter 
„und sal her Thiderich von Eckoldishusin unse rentemeistir 
czu Marpurg daz virrichten und dün von unsir weine, als 
he daz unsin liebin nebin lantgrebin Heinrich von Hessin 
und Ottin sime sune geredit hait zu thüne. Wer ouch, 
daz der selbe her Thiderich von todis weine abeginge 
oder daz wir yn entseztin hiebinnin, wer dan an sine stad 
kümit, der sal unsin nebin daz selbe redin zu düne". 
Dietrich verpflichtet sich dann noch selbst unter Besiege- 
lung der Urkunde dem Landgrafen gegenüber, die Ab- 
lösung in der genannten Zeit vorzunehmen. Auch dies 
zeigt wieder die Selbständigkeit in der Stellung des da- 
maligen Rentmeisters. Dietrich war übrigens, wie aus der 
Bezeichnung Herr und aus seinem Siegel mit xps im 

*) In einer Urk. des Klost. Kaidern von 1331 Dez. 13 kommt 
„Hartmann der schriber" vor. 
2 ) Gen. Rep. Marburg. 
8 ) Ebenda. 



— 163 — 

Siegelfelde hervorgeht, ebenfalls Geistlicher, ja vermutlich 
auch Burgkaplan in Marburg. *) Er blieb auch nach dem 
Tode des Bischofs Ludwig im Dienste, führte die erste er- 
haltene Amtsrechnung, ein Fruchteinnahmeregister aus 
den Jahren 1357 — 1359 2 ) und kommt zuletzt am 6. Jan. 
1363 als Rentmeister vor. 3 ) 

Sein Nachfolger Dietrich Imhof war bereits nicht 
geistlichen Standes. Er war Angehöriger einer sehr an- 
gesehenen Marburger Bürgerfamilie und ist vermutlich iden- 
tisch mit dem Dietrich Imhof, der uns 1359 — 1366 als Schöffe 
und Bürgermeister begegnet. 4 ) Als Rentmeister ist er 
nachweisbar in den Jahren 1367 5 ) und 1370. 6 ) 

Ihm folgte im September 1371 7 ) wieder ein Geist- 
licher, der Pfarrer Heinrich zum Ecichisberge (Ettesberg, 
Eckerichsberg, heute Meiches), Altarist zu Alsfeld, der für 
uns besonderes Interesse hat, da unter ihm das Salbuch 
vom Jahre 1374 aufgestellt worden ist. In Alsfelder Ur- 
kunden finden wir ihn bereis 1362. 8 ) Er war, noch ehe 
ihm die Marburger Rente anvertraut wurde, Rentmeister 
in Alsfeld 9 ) und in dieser Stellung Nachfolger eines an- 
deren landgräflichen Finanzbeamten, des Pastors Stephan 
zu Alsfeld 10 ), der gleichzeitig in den Ämtern Alsfeld und 
Grünberg Rentmeister war li ) 1 und in Alsfeld mindestens 
seit 1355 und noch 1365 dies Amt bekleidete. 12 ) Stephan 



*) 1358 Okt. 22 bekennen Heinrich u. Gumpracht v. Weiters- 
hausen, daß „her Dyderich cappellan uns gnedigen herrn" ihnen eine 
gewisse Summe bezahlt habe. Abt. Quittungen. 



a ) Papierrotulus in der Rechnungsabteilung. 



Abt. Quittungen 1362 erscheint neben ihm als Zeuge : Jungher 
Bertholt v. Lydirbach mynes hern bottelere. 
*) Wyß Register Bd. III S. 597. 

5 ) Quittungen 1367 Aug. 13 (A. Heldmann in Zschr. N. F. XX 
S. 273 Nr. 140, mit Datum Aug. 4). 

6 ) Er stiftete am 30. Dez. ein Seelgerede für seine Eltern und 
sich. Wyß III 1114, 1115. Er war anscheinend unverheiratet. Das 
Siegel und die fehlende Bezeichnung „Herr" weisen auf weltlichen 
Stand hin. 

7 ) Vgl. den Anfang seiner Anitsrechnung aus den Jahren 1372 
bis 1373 Zschr. N. F. XVII S. 429. 

8 ) Ebel Regesten zur Geschichte der Stadt Alsfeld in Mitteilungen 
d. Oberhess. Geschichtsvereins in Gießen N. F. V S. 113. 

9 ) 1371 Mai 10 Regest Gen. Rep. Alsfeld. 

,0 ) Ebel a. a. 0. S. 116, 118, 119, 121, 122, 125, 128, 129. 132. 
") Wyß II 944. 

») Urkunden von 1355 Febr. 11, 1365 Jan. 29 und Juli 4. Abt. 
Quittungen. 

11* 



— 164 — 

war zugleich landgräflicher Kapellan auf der Altenburg 
bei Alsfeld *) und starb 1386. 2 ) 

Für die Geschichte des hessischen Behördenwesens 
hat dieser Geistliche, der Abkömmling einer Alsfelder 
SchöiFenfamilie 3 ), deshalb besondere Bedeutung, weil er in 
der Finanzverwaltung gewissermaßen Schule gemacht und 
nicht nur seinen Altaristen Heinrich von Ecichisberg, son- 
dern anscheinend auch seinen Nachfolger im Alsfelder 
Pfarramte Heinrich von Schönstadt zu Rentmeistern aus- 
gebildet hat. Sein Einfluß und seine Tätigkeit als Berater 
des Landgrafen in Finanzangelegenheiten muß auch über 
die Grenzen der Rentverwaltung der beiden Ämter hin- 
ausgegangen sein, wie folgender Vorgang zeigt, der durch 
eine Urkunde des Jahres 1363 überliefert ist. 4 ) Es han- 
delt sich um eine der vielen Ämterverpfändungen dieser 
Zeit und es ist nicht ohne Interesse zu verfolgen, in wel- 
cher amtlichen Form diese zu Stande kamen. Ritter 
Wigand v. Sichertshausen, den wir bereits als Amtmann 
von Marburg kennen gelernt haben, wünschte im Ja,hre 
1361 5 ) von seiner Pfandschaft Königsberg loszukommen 
und dafür das Amt Blankenstein zu erhalten. Er wendet 
sich zu diesem Zwecke an den Pfarrer Stephan von Als- 
feld, den er im Deutschen Hause in Marburg in der 
Kammer auf dem neuen Bergfried aufsucht und dem er 
auseinandersetzt, wie er Königsberg für den Landgrafen 
von dem v. Breidenbach ablösen will und dafür die beiden 
landgräflichen Teile an Blankenstein zu erhalten wünscht; 
das dritte Teil will er von den v. Bicken lösen. Stephan 
reist nach Kassel zu dem Landgrafen Heinrich und er- 
hält von ihm die Zustimmung, mit Wigand v. Sicherts- 
hausen zu verhandeln, kehrt nach Marburg zurück unA- 
entbietet den Ritter zu sich zum Deutschen Hause, wo ecr 
die Bedingungen mit ihm festsetzt. Dann reitet er aber — 



x ) Ebel S. 122. Urk. von 1355 im Staatsarch. Darmstadt (Alten 

bürg Nr. 3). Mitteilung von Dr. 0. Grotefend. 

2 ) 1386 Febr. 23 kommt er noch urkundlich vor. In demselbeK= 
Jahre aber, am 7. Nov., praesentirte Landgraf Hermann Heinrich voi^* 
Schönstadt zu seinem Nachfolger. Staatsarchiv Darmstadt (Alsfel-^ 
Nr. 31). 

8 ) Das Siegel (Urk. von 1363 Aug. 4 Gen. Rep. Blankenstein^ 
enthält auch das Familienwappen und dies scheint mit dem der Familk- * 
Stephan in Alsfeld (vgl. Wyß III 1010) überein zu stimmen. 

4 ) Gen. Rep. Blankenstein 1363 Aug. 4 

ö ) Ebenda sind zwei auf die Verpfändung von Blankenste»^ 3 
bezügliche Urkunden aus diesem Jahre. 



— 165 — 

mals nach Kassel, hält dem Landgrafen Vortrag und dieser 
gibt seinem Schreiber Johannes Rymph x ), Pfarrer zu Mel- 
sungen, Befehl, mit Stephan zu dem Ritter zu reisen, um 
den Wortlaut der Urkunde festzusetzen. Dies geschieht. 
Die beiden Beamten reisen wiederum nach Kassel und lesen 
den Landgrafen Heinrich und Otto den vereinbarten Text 
vor. Dann endlich ward die Urkunde mundiert und mit 
den Siegeln beider Landgrafen untersiegelt, der Schreiber 
Johannes Rymph muß sie dem Ritter zustellen. 

Man sieht, dieser Finanzbeamte verhandelte direkt 
mit dem Landgrafen. Eine Zwischeninstanz, wie es später 
der Kammermeister war, scheint nicht bestanden zu haben, 
wenn nicht eben Stephan eine solche Stellung eingenommen 
hat. Von seinem Nachfolger in Alsfeld, Heinrich von 
Ecichisberge, der, wie erwähnt, zugleich das Marburger 
Rentamt verwaltete, wissen wir dergleichen nicht. Von 
ihm besitzen wir außer dem Salbuche 2 ) eine Einnahme- 
und Ausgaberechnung aus der Zeit des Stern erkrieges, 
die ich auszugsweise im 17. Bande dieser Zeitschrift ver- 
öffentlicht habe. 

Sein Nachfolger Tyle Spede scheint weltlichen Standes 
gewesen zu sein. Wir finden einen Schultheißen dieses 
Namens in den Jahren 1364—1366 in Neustadt. 3 ) Am 
26. Nov. 1374 4 ) stellte ein Thiderich Spede 5 ) eine Ur- 
kunde aus, worin er bekennt, „daz ich mich vorstryckit 
und vorbundin habe mit dem hochgeborn furstin . . . Her- 
manne deme lantgraven zu Hessin, also daz ich sin ge- 
truwe diner sin sal unde sal sin beste vorekerin in alle 
sinen sachin getruwelichin unde sinen schadin warnen, 
wor ich den weiß adir irfore, unde ensal mich mid lybe 
a <3ir mid gude nummer uß eme gekerin noch wendin in 
keyne wiis". Wir dürfen annehmen, daß trotz dieser all- 
gemeinen Form der Dienerverpflichtung hiermit die An- 
*? a hme zum Marburger Rentmeister verbunden war. Wir 
fi nden ihn in Urkunden der Jahre 1375 und 1377 6 ) und 

*) Der Zuname ist aus dem Siegel ersichtlich. 
, *) Urkundlich kommt er zuletzt 1374 Apr. 8 (Quittungen) vor, 

tjr^ das 1374 Okt. 8 datierte Salbuch ist von derselben Hand, die die 
rie olinung von 1372 geschrieben hat; 

a ii *) Urkunden Gen. Rep. v. Leimsfeld. — Es kommt in dieser Zeit 
^»lerdings auch ein Geistlicher Thielemann Spede vor, der 1377 Altarist 
ür ** Frauenberg wird. Gen. Reg. Frauenberg. 
4 ) Bestallungen. 
5 V Im Siegel Thile Sphede. 
v •) Quittungen 1375 Aug. 1 u. 1377 Jan. 14, Gen. Rep. Franken- 

***g 1376 Sept. 18. * P 



— 166 — 

wissen, daß er am 24. April sein Amt an Kunz Grebe 
abgetreten hat. 1 ) 

Kunz Grebe war bürgerlichen Standes. Er stammte 
anscheinend aus Ebsdorf 2 ) und kommt noch 1384 als 
Marburger Einwohner vor. 3 ) Wir besitzen von ihm ein 
Fruchtregister aus dem ersten Jahre seiner Amtsführung". 4 ) 
Von seinen Nachfolgern Peter und Gyse wissen wir weder 
Stand noch Familiennamen; sie kommen nur je einmal 
urkundlich vor, jener 1381, dieser 1382. 5 ) 

Dann wurde am 6. Dez. 1383 wieder ein Geistlicher, 
Heinrich von Schönstadt, zum Rentmeister bestellt. 6 ) Die 
von ihm geführten Rechnungen beweisen, daß er min- 
destens bis zum Dezember 1387 dies Amt verwaltet hat. 
Nach dem Tode des Pfarrers Stephan von Alsfeld prä- 
sentierte ihn, wie erwähnt, der Landgraf zu dessen Nach- 
folger und er kommt auch nach Niederlegung seines Mar- 
burger Amtes in dieser Stellung noch vor. 7 ) 

Dessen Nachfolger Heinrich Cluder begegnet uns in 
den achziger Jahren als „Amtmann" oder auch seltener als 
„Vogt" zu Homberg a. O. und Grünberg. 8 ) Seitdem 
Dietrich Schutzbar am 17. Juli 1389 Amtmann in Grün- 
berg und Homberg geworden war 9 ), führt er dagegen 
den Titel Rentmeister. Außer diesen beiden Ämtern ver- 
waltete er aber auch noch, und zwar spätestens seit dem 
2. Nov. 1389 10 ), das Marburger Rentamt. Er starb vor 
dem 11. Nov. 1396 n ), muß aber bereits einige Zeit vor- 
her seine Marburger Stellung aufgegeben haben. 12 ) 

Nach ihm erscheint, wie aus dem Salbuche ersicht- 
lich ist 13 ), ein Rentmeister Friedrich Hobeherr oder Frie- 

*) Diese Zeitschrift N. F. XIX S. 4 

2 ) Der Name, ursprünglich Amtsbezeichnung, kommt dort vor; 
vgl. auch das Verzeichnis seiner dem Landgrafen hinterlassenen Güter 
im Salbuch C. 

8 ) Wyß III 1193. 

4 ) Auszug Zschr. XIX S. 7 ff. 

6 ) Gen. Rep. Hermannstein 1381 Apr. 30 ; Quittungen 1382 Juni & 

6 ) Zschr. XIX S. 46. 

7 ) Ebel a. a. 0. S. 136. 

8 ) 1383 März 25 Gen. Rep. Marburg, 1384 Gen. Rep. Schenk zu 
Schweinsberg, 1385 Okt 18, Gen: Rep. Liesberg, 1385 Dez. 8, 1386 
Jan. 19, Nov. 13, 1387 Okt. 10, Dez. 12 Quittungen. 

•) Baur, Hess. ÜB. I 1191. 

10 ) Abt. Quittungen. 

11 ) Ebenda. 

12 ) 1395 Aug. 20 kommt schon Rule (v. Schönbach) als Rent- 
meister vor (Stadtbuch). 

18 ) Diese chronologische Einordnung ergibt sich aus den Schreiber- 
händen, die die Nachträge eingetragen haben. — Vgl. unten S. 176 c). 



— 167 — 

drich v. Seelheim. Da ein Zweig des ritterbürtigen Ge- 
schlechtes der Hobeherren auch den Namen v. Seelheim 
führte 1 ), so möchte ich die in dem Salbuche einmal so, 
das andere Mal so genannten Rentmeister für identisch 
halten, obgleich auch ein bürgerlicher Friedrich v. Seel- 
heim in Marburg im Jahre 1375 nachweisbar ist. 2 ) Frie- 
drich Hobeherr kommt mehrfach, so 1379 als Inhaber 
eines Burglehens in Kirchhain, vor. 3 ) 

Rule v. Schönbach (Schonenbach) ist seit dem August 
1395 als Marburger Rentmeister und noch 1404 4 ) nach- 
weisbar. Er muß hörigen Standes gewesen sein, denn als 
er vor dem 29. Oktober 1407 seinen Posten aufgegeben 
hatte, stellte er eine Urkunde aus 5 ) in der bezeugt, „daz 
ich des hoichgeborn fursten . . . junghern Hermans lant- 
graven zu Hessin eygen bin und sal und wil ich under 
dem egenanten myme junghern und sinen erbin wonende 
sin unde bliebin zcü Marpurg, diewiele ich leben, myn lip, 
myn gut, daz ich itzund han ader hernach gewinne, nicht 
uß Marpurg wenden noch zcu entfremeden in keyne wise 
und auch wider den egenanten mynen junghern, sine er- 
bin und herschafft zu Hessin nicht tun mit Worten oder 
mit wergkin". Rechtsstreitigkeiten mit landgräflichen 
Untersassen will er nur an dem Marburger Gericht an- 
hängig machen. Ein Bruder von ihm, Hermann, scheint 
Leibeigner oder Landsiedel des Landgrafen in Hachborn 
gewesen zu sein. 6 ) 

Ihm folgte für kurze Zeit Nolde v. Rudenhausen, der, 
ähnlich wie Heinrich Cluder, schon vorher als „Amtmann" 
<*ter „Schultheiß" die Rentverwaltung der Ämter Horn- 
ig" a. O. und Grünberg geführt hatte. 7 ) Er ist vom 

*) Wyß Register zu Bd. III S. 591. 
2 ) Wyß 1141. 
•) Gen. Rep. Kirchhain. 
4 ] Zschr. XIX S. 211. 
5 ) Fehde- u. Sühnebriefe, 
p 6 ) Vergl. im Salbuch C unter den heimgefallenen Gütern Kuntz 

F , 7 ) Zschr. XIX S. 157 Anm. Sein Nachfolger in Homberg a. 0. 

Rtai? v. Uffhusen war ritterlicher Herkunft und wird in seiner Be- 
WM-Vung (1415 Mai 14) Amtmann genannt. Seine Funktionen scheinen 
?r fe ^ lediglich in der Rentverwaltung bestanden zu haben, denn in der 

ea *allung ist ausschließlich davon die Rede. Am Schlüsse heißt es, 

J* Solle dem Landgrafen über Einnahmen und Ausgaben „rechnunge 

?|** in allirmaße als unser schultheiße vor ime daz inne gehabt und 

$™*Udin han". Kopialb. d. Landgr. Ludwig fol. 89. vgl. Stolz el a. a. 

"• S. 156 Anm. 47. So hatten sich also hier allmählich die Dinge in 



— 168 — 

16. November 1407 bis zum 13. Februar 1408 als Rent- 
meister von Marburg nachweisbar. *) Bereits am 27. April 
1408 begegnet uns Nolde v. Terse, jedenfalls ein Glied 
des Rittergeschlechtes v. Dersch. 2 ) Dieser kommt noch 
am 28. Dez. 1412 als Rentmeister vor. 3 ) 

Die folgende Zeit sei hier nur kurz berührt. Am 
24. Juni wurde Heinrich Cluder, wohl ein Verwandter 
seines gleichnamigen Vorgängers, zum Rentmeister be- 
stellt 4 ) und ist noch 1416 nachweisbar, 1417 wird Johann 
Frankenberg genannt 5 ), 1422 Heinrich v. Leimbach 6 ), 1424 
bis 1430 kommt Fritz Wynold als Rentmeister und Schult- 
heiß vor. 7 ) Im Juli 1433 wurde Henne Sattler (Sadeler, 
Sedeier) Rentmeister 8 ), aber bereits 1435 durch Gernand 
von Thusintbach abgelöst. 9 ) Anscheinend war er bei dem 
Landgrafen in Ungnade gefallen, denn er und seine Frau 
mußten diesem im Jahre 1437 für den Fall ihres Todes alle 
ihre Güter, darunter drei Häuser in der Krämergasse zu 
Marburg und einen von Henne Riedesel gekauften Hof 
daselbst, auflassen. Zwei Jahre später wurde er aber wieder 
zu Gnaden angenommen. Zwar blieb die Verschreibung 
von 1437 bestehen, es wurde den Eheleuten aber gestattet, 
zeitlebens im Renthofe zu wohnen und ihre Erbgüter und 
Einkünfte zu genießen. 10 ) Die Übergabe des Rentamts 
an ihn erfolgte am 30. November 1439. Noch im Jahre 
1459 verwaltete er sein Amt. n ) Als neuen Verwaltungs- 
posten lernen wir in der letzten Zeit seines Wirkens neben 
ihm einen landgräflichen Keller auf dem Schlosse kennen. 12 ) 
meister Wir hatten bei dieser Übersicht über die Inhaber des 

^" des 'Marburger Rentamtes die bemerkenswerte Erscheinung 
festzustellen, daß sie vom Landgrafen aus den allerver- 

umgekehrter Folge zurückgebildet. Der hauptsächlich mit militärischen 
Aufgaben betraute Amtmann wird wieder zum Verwalter der landes- 
herrlichen Einkünfte. 

*) Quittungen. 

2 ) Vgl. A. Heldmann in Zschr. XXIV S. 227. 

8 ) Quittungen. Heldmann a. a. 0. S. 175 Nr. 95. Außerdem 
Gen. Rep. Fronhausen 1412 Okt. 30. 

*) Rechnung. Stolz el a. a. 0. S. 156 Anm. 47 hält sie für 
identisch. 

5 ) Deutschorden; Nov. 3. 

6 ) Marburger Stadtbuch. 

7 ) Stadtarch. Marburg 1424 Okt. 4 u. 1430 Mai 24. 
b ) Rechnung. 

e ) Deutschorden. 

10 ) Gen. Rep. Marburg 1437 Aug. 8 und 1439 Nov. 26. 
1! ) Amtsrechnung. Deutschorden 1459 Mai 30. 
lf ) Burkart Rode. Deutschorden 1451 Nov. 25 und 1456 Apr. 27. 



— 169 — 

schiedensten Ständen ausgewählt wurden. Geistliche und 
Bürger, Ritterbürtige und Hörige bekleiden einen Posten, 
dessen Bedeutung und Verantwortlichkeit durch die Über- 
tragung mehrerer Amtsbezirke auf eine Person noch er- 
heblich gesteigert wurde. Je größer aber der Wirkungs- 
kreis und dabei, wie wir sahen, die Unabhängigkeit der 
Rentmeister war, um so größer war auch die Gefahr, daß 
sie ihre Stellung zu selbstsüchtigen Zwecken, zu ihrer 
eigenen Bereicherung auf Kosten des Landgrafen und 
seiner Untertanen mißbrauchten. 

Die Landesherren haben sich gegen die materiellen 
X^achteile, die ihnen durch ihre Beamten zugefügt werden 
lconnten, auf verschiedene Weise, in der Regel aber durch 
«3-ie Möglichkeit, auf deren meist beträchtliches Privat- 
vermögen Beschlag zu legen, schadlos zu halten gesucht. 
So mußte sich, wie wir sahen, Tile Spede im Jahre 1374 
"verpflichten, . seinen Leib und seine Güter nicht von dem 
Landgrafen zu kehren. Von dem Erbteile Kunz Grebes sind, 
wie wir aus dem Salbuch entnehmen können, beträchtliche 
Teile an den Landgrafen gekommen und Rule v. Schön- 
bach mußte nach seiner Entlassung sein Hörigkeitsverhält- 
nis zum Landgrafen mit der Verpflichtung beurkunden, 
Leib und Gut nicht aus Marburg zu wenden. In ähn- 
licher Weise hat im Jahre 1404 ein Unterbeämter *) An- 
dreas Grebe in Ebsdorf urkundlich seine ererbte Leib- 
eigenschaft anerkennen und geloben müssen, den Grund 
von Ebsdorf nicht verlassen zu wollen 2 ), und der Rent- 
meister Henne Sattler hat, wie wir sahen, dem Landgrafen 
seinen ganzen Besitz verschreiben müssen. 

Diese Vermögensauflassungen von Beamten sind in 
jener Zeit recht häufig, ohne daß eine Verschuldung der 
Auflasser vorzuliegen braucht. Es seien noch zwei Bei- 
spiele erwähnt. Im Jahre 1416 übergeben der Franken- 
berger Schultheiß Henne Spuler und seine Ehefrau dem 
Landgrafen Ludwig alle ihre augenblickliche und zukünftige 
liegende und fahrende Habe und versprechen, in des Land- 
grafen und seiner Erben Dienste zu bleiben, so lange sie 
das vermögen und es von ihnen begehrt wird ; sie wollen 
sich aus dem Fürstentum Hessen nicht wenden und sich 
nirgendwo anders „verherren". 3 ) Da der Schultheiß 

*) Nach einer Amtsrechnung Heinrichs v. Schönstadt lieferte er 
1386 die Abgaben aus Ebsdorf an jenen ab. 
») Gen. Rep. Ebsdorf. 
*) Gen. Rep. Frankenberg 1416 Juni 10. 



— 170 — 

im Amte bleibt, ist eine Verfehlung seinerseits ausge- 
schlossen. 

Etwas anders liegt ein Fall, der sich im Jahre vor- 
her in Melsungen ereignete. Der dortige Schultheiß 
Heinrich Kirchhain, der schon seit mindestens 1400 im 
Amte war, streckte dem Landgrafen Ludwig 600 Gulden 
vor, welche dieser dazu benutzte, um eine Schuld von den 
v. Wallenstein zu lösen. Die Zinsen dieser Schuld waren 
aus der Rente des dortigen Gerichtes gezahlt worden und 
die Stadt Melsungen hatte die Rente selbst erhoben, „was 
uns", wie der Landgraf sagt, „in demselbin unserm sloße 
und regirunge unsers amptis daselbs faste swerlich und 
hinderlich ist gewest". Dem Schultheißen wird nun die 
Rente lebenslänglich verschrieben. Wenn er sein Amt 
krankheitshalber nicht mehr verwalten kann, will ihm der 
Landgraf den Burgsitz der v. Slutwinsdorf einräumen, 
wohin ihm auch der Genuß der Rente bis zu seinem Tode 
folgen soll. Dafür soll aber seine ganze Hinterlassenschaft 
nach seinem Tode an den Landgrafen fallen, „als her", 
so heißt es in der Urkunde, „das ouch unserm vatir seligen 
und uns in synem furdern briefFe vorschrieben hait". *) 
Eine Vermögensauflassung ist also auch hier schon lange 
vorher, wahrscheinlich nach Antritt seines Dienstes, erfolgt. 

Es begegnen uns allerdings auch öfters bei Beamten 
und Nichtbeamten Fälle, daß solche Auflassungen in Folge 
irgend einer Übertretung an Stelle einer hohen Buße, die 
verwirkt ist, stattfinden. Gerade unser Salbuch führt eine 
Reihe von Erbfällen auf, die den Besitz des Landesherrn 
nicht unerheblich vergrösserten, so von Ruprecht Weiß- 
gerber, Peter Junge, Kunz Grebe und Johann Imhof. Kunz 
Grebe war, wie wir sahen, Rentmeister. Peter Junge von 
Bauerbach ließ 1398 zum zweiten Male dem Landgrafen 
ohne ersichtlichen Grund Güter auf. 2 ) Es ist kein An- 
haltspunkt außer der Gleichheit des Vornamens dafür vor- 
handen, daß er etwa mit dem 1381 vorkommenden Rent- 
meister Peter identisch wäre. Bei Johann Imhof, einem 
Marburger Bürger, der Schöffe und Bürgermeister ge- 
wesen war, dürfen wir auf einen Zwist mit dem Land- 
grafen schließen, denn er wie sein Bruder Luckeley mußten 
im Jahre 1401 Urfehdebriefe ausstellen. 3 ) 



*) Kopialbuch d. Landgr. Ludwig, fol 83. 

2 ) Vgl. unten die Anmerkung zum Texte des Salbuchs C. 

8 ) Fehde- und Sühnebriefe 1401 Febr. 3 u. 4. 



— 171 — 

Eine interessante Persönlichkeit ist der uns bereits 
als Marburger Schultheiß bekannte Ruprecht Weißgerber. 
Er war Sohn eines Marburger Bürgers Wenzel Weißgerber 
und tritt urkundlich zum ersten Male im Jahre 1341 auf. 
Sein Reichtum ist am deutlichsten aus der großen Zahl 
der mit den Gütern in landgräfliche Gewalt gekommenen 
Besitzurkunden ersichtlich. J ) Wie angesehen seine Stellung 
war, läßt sich daraus entnehmen, daß ihn 1359 Graf 
Johann von Sayn zum Burgmanne in Freußburg 2 ), Land- 
graf Hermann aber 1371 zum Burgmann in Marburg 
machte. Er kommt urkundlich zum letzten Male am 3. 
Juli 1385 vor und wird im Januar 1387 als gestorben be- 
zeichnet. 8 ) Daß der reiche Besitz, über den er verfügte, 
von dem Landgrafen zum Nachteil eines noch unmündigen 
Kindes 4 ) eingezogen wurde, läßt sich nur durch besondere 
Ereignisse erklären. Wenn wir berücksichtigen, daß in 
den heftigen Konflikten, welche die hessischen Städte in 
dieser Zeit mit dem Landgrafen Hermann zu bestehen 
hatten, die Schultheißen mehrfach eine Rolle spielten, 
welche ihnen die Ungnade des Landgrafen zuzog 5 ), so 
werden wir versucht, den gleichen Fall auch hier anzu- 
nehmen, um so mehr, als, wie bereits erwähnt, auch die 
Stadt Marburg die Ungnade des Landgrafen wegen der 
in diese Zeit fallenden Verfassungsstreitigkeiten durch eine 
größere Geldsumme abwenden mußte. 

Noch mit wenigen Worten sei schließlich des zweiten 
lokalen Finanzbeamten gedacht, des Rentschreibers. Auch 
der Rentmeister hatte, zumal wenn er viel mit der land- 
wirtschaftlichen Besorgung der landesherrlichen nicht ver- 
meierten Güter zu tun hatte 6 ), oder wenn die Geschäfte 
durch die Vereinigung mehrerer Rentämter auf eine Per- 
son gesteigert waren, eine Hilfskraft nötig. Wir sahen, 



*) Aus diesen sind auch die folgenden Daten zusammengesteltt. 

f J Dies aus einem Regest im Gen. Rep. 

•) Amtsrechnung. 

4 ) Der Landgraf scheint die Erziehungskosten bezahlt zu haben. 
In der Marb. Amtsrechnung von 1387 heißt es zu Freitags S. Johanns- 
tage (Dez. 28) : „Item uff denselben frytag andelagete ich 4 pund heller 
von Rupracht Wißgerwirs kinde zcu czihende siner eldermuter." 

6 ) Ich erinnere nur an die Schultheißen Hermann Herrn Curdes 
und Gerlach Tuker in Kassel (Armbrust Gesch. v. Melsungen S. 18.) 

e ) Diese Tätigkeit der Rentmeister ist stellenweise recht um- 
fangreich gewesen, wie die von Landau, Salgut S. 232, veröffentlichte, 
zum Jahre 1414» gehörige Melsunger Urkunde (Kopialbuch d. Landgr. 
Ludwig fol. 80) zeigt. 



Rent 
schreit 



— 172 — 

wie schon der Kaplan Hartmann mit mehreren Dienern 
seine Amtsreisen ausführte und in der Rechnung Hein- 
richs von Ecichisberg vom Jahre 1372 sind zweimal zwei 
Pfund für einen Sommer- und Winterrock für seinen 
„Schüler" Johann ausgeworfen. Der Schüler wird in dem 
Salbuche als „Schreiber" bezeichnet, denn dieser er- 
hält dieselben Bezüge wie jener. Das Amt finden wir 
im Jahre 1396 im Besitze eines Heinrich v. Reimershausen, 
der in Urkunden der Jahre 1384 — 1396 als Marburger 
Bürger auftritt. 2 ) Er wird zunächst als „schriber des irluch- 
tin Fürstin jungnern Hermans lantgr. zu Hessin und synes 
renthemeisters zu Marpurg" 2 ), 1399 aber zum ersten Male 
mit dem Titel „rentschribir zu Marpurg" 3 ) bezeichnet. Er 
wurde wenige Jahre darauf Stadtschreiber von Marburg. 4 ) 

*) Wyß III 1198, 1221, 1271. 

2 ) Klost. Hachborn 1396 Aug. 12. 

3 ) Quittungen 1399 Okt. 8. 

4 ) Klost. Hachborn 1406 Okt. 18. 



I. Salbuch vom Jahre 1374. 

l a Dit ist die gulde unde rente, die zcu Marpurg zcu gehörig 
anno domini M°c c c°lxxnn ipso die Dyonisii. *) 

Walpurgis. Voydiezins. 

Primo uff sante Walpurge tag gefellit uz dem zcinse 
zcu Amenauwe 2 ) von der voydie wegin der herren zcu 
sante Stephane zcu Mentze: 

Könne Schribern von Amenauwe 2 phunt hellir unde 
1 Schilling pennyge. 

Item Folpracht von Hoenfels 3 ) 21 gross. a ) 

Item uff denselbin tag hern Echardis 4 ) erbin von 
Asfe eyne halbe marg» 

a) Zusatx Nota zcu Amennow. 

b) halbe durchstrichen und darüber geschrieben halbe von zcehencfeft 
zcu WarzenbacA. 



1 ) 9. Oktober. 

2 ) Kam mit anderen Besitzungen des St. Stephansstiftes zu Mainz an 
Hessen. Würdtwein Dioecesis Moguntina IX S. 294. 

8 ) Vgl. A. Heldmann in dieser Zeitschrift N. F. XX S. 370. 
*) Eckard v. Hohenfels Pfarrer zu Asphe. Wyß II n. 556. Held- 
mann a. a. O. S. 371. 



— 173 — 

Item die a ) Eyneckirn V2 marg zcu der seibin ziit. 

Item Echart der Wolf 4 Schillinge pennyge unde 
zwene pennyge» 

Item die Struben 4 Schillinge phennige unde zwen 
phennyge. 

Item Sybodis erbin zcu Wettere 33 Schillinge phen- 
nyge unde 7 hellir. 

Item von der Doppilsteynen c) gut zcu Schrigkede 
7 Schillinge pennyge. 

Item d) Lodewicus meistir Thyderiches *) schuler 6 
gross, von dren eckirn die wile he lebit, unde wan he 
nyt lengir inist, so sin die eckir ledig myns herren. 

Item Johan Holtzfurstir zcu Wettir 1 sol. phennyge 
von zweyn. eckirn, lit eyner by der Hart unde eyner by 
Amenauwe. 

Item uff die seibin ziit her Johan 2 ) der alteriste zcu 
Sweynsberg von dem vierteyl dez zehinden zcu Monchusen 
unde Wolmar 2 Schillinge tornas. 

Item frauw Metze, hern Knyben 3 ) dochtir, von dem 
andirn vierteyl da selbis 2 phunt. 

Item her Craft unde her Wilhelm Voyde zcu Fron- 
husen von dem dritten vierteyl dez zehinden zcu Monchusen 
unde Wolmar 2 Schillinge tornas. 

Item Craft unde Gerlach von Dydenshusen unde 
Folprachtis erbin von Weyfenbach von dem vierden vierteil 
dez zehinden zcu Monchusen unde Wolmar 2 phunt hellir. 

Item Deynhart von Duntzelshusen von dem zehinden 
zu Asphe 4 ) 1 marg. 

a) Die geändert in Fige. 

b) Zusatz zcu Treyspach. 

c) Darüber geschrieben Henne Wedrult. 

d) Darüber geschrieben Disse ecker sin ledig unde sin gelegen 
Contzen zu Beltirshusen. Die drei letxten Worte geändert in Contze Greben. 

*) Meister Dietrich Imhof, Kanonikus des St. Stephansstiftes, f 1376 
Juli 21. Wyß III S. 246. Das Jahr nach dem Nekrolog des Stephans- 
stiftes im Neuen Archiv der Gesellsch. f. ältere d. Geschichtskunde 19, 699. 
Wyß a. a. O. Anm, 2 gibt irrig 1372 an. 

*) Johann von Hohinburg, Kapellan der Schenken zu Schweinsberg. 
Vgl. Wyß III n. 1157, 1378 März 7. 

■) 1271 Sept. 1 reversieren sich die Gebrüder Mengot und Wigand 
▼. Ebilzdorf, daß ihnen das Stephansstift den vierten Teil ihres Zehnten zu 
Münchhausen und Wollmar gegen einen auf Walpurgis zu zahlenden Jahres- 
zins von einem Pfund Geldes Marb. Währung übergeben habe. (Urkk. d. 
St. Stephansstiftes zu Mainz ) — 1311 Sept. 4 stellte Ludwig, Sohn Ludwigs 
t. Wolmere, einen Revers aus über die unter der gleichen Bedingung erfolgte 
Obergabe eines anderen Viertels desselben Zehnten (Gen. Rep. Münchhausen). 

*) Ein Viertel des dortigen Zehnten gehörte den v. Hohenfels. Vgl. 



— 174 — 

Item her Johan von Therinbach unde hern Wernher 
unde Ebirhart Toringis erbin von dem zehinden zcu Ke- 
rinbach 1 marg uff Walpurpis zcu bezcalene. 

lb Walpurgis. Fehegelt. 

Item uff sante Walpurge tag die von Ciriaci Wimar 
28 Schillinge hellir von erym fehe, daz in die Sneyde get. 

Item uff den seibin tag die von Muschede 1 phund 
hellir von erym fehe. 

Item die von Cappele von erym fehe uff den seibin 
tag 1 phund hellir. 

Item die von Wershusen uff den seibin tag 6 gross, 
von erym fehe. 

Item die von Ybernczhusen *) von erym fehe 6 gross. 

Item die von Gosselberg von erym fehe 4 gross. 

Item der von Widenhusen fehe, wie sie gedingen uff 
die seibin ziit. 

Item der stad fehe, ob ez in den walt get, y die ku 
2 tor. odir mynner, daz sted an eyme rentmeistir. 

Item daz fehe uz dem fronhobe ouch also die seibin 
ziit Walpurgis. 

Walpurgis. Mychahelis. Ebistorf bede. 

Nota uff die seibin ziit gefellit von den eygin luden 
in dem gründe zcu Ebistorf zcu ey gener bede 12 phund 
hellir. *) 

a) Auf besonderem Zettel : Nota ez ist zu wißin umme dy dorffe 
ymme gerichte Ebistorff genand Obernhusin und Niedernhusin, daz 
Niddernhusin alwegen von aldirs wegen czwey teyle allir bede, allis 
dinstis unde allis dez, daz der hirschaff zu Hesin geborte, gegebin, ge- 
dynet unde getan han, unde Obernhusin daz dritteil unde nicht me, 
alse lange bis Nidernhusin von Ebirhard Schenken unde den sinen 
virbrand ward. 2 ) Du ward funden unde in dem besten gemacht, daz 
dii vorgenanten zwey dorff iclichs gliche feie geben unde thun sulde, 
alse lange bis daz Nidernhusin widdir gebuwit unde widder queme, so 
sulde ez dan widir daz czweyteil gebin, dynen unde thun alse vor 
unde alse sy von aldirs wegen getan hette[n], unde Obernhusen sulde 
dan widir daz dritteil gebin unde thun alse vorgerurit ist ane alle 
geverde, unde sprechen wir Thomas, Girlach Kese unde Heintze Beckir 
von Husen uff unser eyde, dy wir unserm gnedigen junchern dem 
lantgraven getan han, dat dit also war unde gesehen ist. 

Held mann Zschr. XX S. 259. 1350 März 30 belehnte Arnold v. Hohen- 
fels, Wäppner, die Töchter der f Frau Elsebeth v. Wesinpach Katharine, 
Metze und Gele, sowie* der letzteren Hauswirt Ruprecht Weißgerber mit 
einem Viertel des Zehnten zu Ober-Asphe (Gen. Rep. Asphe). 

*) Wüstung bei Marburg. Landau Historisch-topographische Be- 
schreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen (Suppl. VII 
dieser Zeitschr.) S. 287. 

■) Dieses Ereignis fällt einige Zeit vor den 28. Febr. 1388. Damals 



— 175 — 

Item von den eygin luden zcu Martdorf 12 Schillinge hellir. 

Item dyße vor gen ante bede gefellit uff Mychahelis 
auch alse vyle. 

Item die schatzunge zcu Ebistorf a ) ist uff Walpurgis 
unde Michahelis, wie sie mit eyme rentmeistir ubirkommen. b) 

Walpurgis. Mychahelis. Lare unde Walgirn. 

Nota der von Lare bede zcu Walpurgis unde Mycha- 
helis ist, wie sie geredin mit eyme rentmeistir. 

Item der von Obirnwalgirn <0 bede zcu den seibin 
geziiden ouch also. 

a) Vorlage Ebistorft. 

b) Zusatz, Die beyde zcu Walpurgis zcu Nydirnwimmar 5 marg 
und Michaelis 5 marg und eygenir beyde 1 marg. Item 6 maldir 
korns und 4 maldir habern und 4 avene zcu grebinfuder. Item werdin 
hern Hosin 1 ) ouch zcu yder beyde 4 marg. 

c) Auf besonderem Zettel: Nota uff den montag nach Egidii alle jar 
heldit man ungeboden ding zu Nederwymar, und soln da uff denselben 
tag alle eygin lüde der herschaff zu Hessen geinwortig sin an gerichte, 
mit namen dy eygen lüde, dy zu Walgirn und zu Nedirwymar zuge- 
horin, und sal man diit halden myt dynstluden und mit ungnoßen 
glich als mit den eygen luden, und wer nicht dar queme, den rüget 
man an gerichte vor 5 s. pen., und wer eyn amptman ist zu Wymar 
von der herschaff wen, der sal disse eygen lüde, dynstlude und ungnoßen 
an gerichte rügen und daz gerichte besitzin. — Item uff den donrstag 
vor Thome 2 ) han ich mit Gelen Andresen getedingit von myns jung- 
hern dez lantgraven wegen, und hat sy myme junghern daz huß und 
gadem und hobestad gentzlichen und gruntlichen uff gelaßen und ge- 
gebin mit allem rechte als sy daz biis uff dissen hudigen tag gehat 
und besessen hat, mit namen gelegen zu Czelbach 8 ), daz vorwilen 
waz Andres Duborn dem god gnade. — Item uff den selben tag han 
ich umbe dy selben Gelen gekaufft 5 1 /« morgen landis bii Burbach ge- 
legen und sal ich er darvor geben 8 gülden. — Item disses han 
ich er gegeben 4 tor., 1 gülden und 1 motte korns. — Auf der Rück- 
seite dieses Zettels stehen von anderer, späterer Hand folgende durehstrichenen 
Notixen: Item ich Fredevich von Seiheim rentmeyster han geluwin 
czu erbe Heynkemanne myns junchern budenbendir eyn habestad ge- 
legen in der Budinbendirgaßin czuschin Hemiches huse von den 
Giessin unde dez Swarczen Hermans huse vor 5 Schillinge heller 
geldis. — Item Hentz Czugkeswert (geändert aus Drache) gebit von 
eyme gude czu Michelbach, daz waz Ruprachtes, 9 Schillinge penge, 
eyne gans und eynen hanen. 

wurde die Fehde Eberhard Schenks mit dem Landgrafen Hermann gesühnt. 
Vgl. Landau, hessische Ritterburgen I. S. 252. Der Tag nach einem 
Regest im Repertorium Fehde- u. Sühnebriefe. Die Urkunde selbst scheint 
verloren zu sein. 

x ) Volpert Hose, Ritter. Eine Gülte von 30 Gulden jährlich aus der 
Ebsdorfer Bede hatte 1371 Jan. 14 Landgraf Heinrich von Volpert Hose 
und dessen Ehefrau Juliane wieder abgelöst. (Quittungen.) 

f ) Wahrscheinlich im Jahre 1379 (dann also Dez. 15), da dieselbe 
Hand noch zwei andere datierte Zettel in demselben Jahre angefertigt hat. 

») Landau Wüste Ortschaften S. 289. 



— 176 — 

Item die von Nyderwalgirn geben 1 marg pennyge, 
heyßet lantbede, zcu Walpurgis unde zcu Mychahelis ouch 
alse vyle. 

Item von den eygin luden da selbis 38 Schilling 
pennyge Walpurgis unde Mychahelis alse vyle. 

Item von den eygin ludin zcu Badelingehusen *) 3 
phund hellir Walpurgis und Mychahelis alse vyle. 

2 a Walpurgis. Mychahelis. Kaldirn. 

Nota daz gerychte zcu Kaldirn gybit Walpurgis unde 
Michahelis, wie sie gedingen mit eyme rentmeistir umbe 
ere schatzunge unde bede. 

Item von den eygin luden in dem seibin gerychte 
gefellit Walpurgis 4 x /2 phund hellir unde zcu Michahelis 
auch alse vyl. 

Item a ) uz dem seibin gerychte gefellit uff Micha- 
helis 5 lib. hll., daz heyßet rindergelt, unde Walpurgis ge- 
fellit ez nyt. 

Item von den eygin luden zcu Antzenfar, die da 
heyßen uz dem Rodenbol, gefellit uff Walpurgis 7 phund 
hellir unde uff Michahelis alse vyle. 

Item die von Cappele geben uff Walpurgis zcu bede 
2 marg pennyge unde geben uff sante Mychels tag alse vyle. 

Item die uz der Marpach geben zcu Walpurgis 4 
phund hellir zcu bede unde uff sante Mychels tag alse vyle. 

Item die von Werde sind virwiset mit erir bede an 
die cappellen zcu Frauwenberg unde uff die bürg zcu 
Marpurg an sante Katherinen altir. 

Wettere. 

Item die von Wettere geben uff Walpurgis 26 phund 
zcu bede unde Michahelis alse vyle. 

Item die lantbede zcu Wettir ist uff Walpurgis 20 
phund unde uff Mychahelis alse vyle. 

Item zcu voytbede da selbis Walburgis unde Mycha- 
helis ye die ziit 12 phunt. 

Item uff Mychahelis sunderlingen fellit da selbis von. 
dem lande 6 phund zcu rindergelde. 

Item da selbis 1 marg zcu hundegeld. 

Item uff Mychahelis sunderlingen von der stad l 1 /* 
phund hellir zcu bruwegelde. 

a) Am Rande Nota bene. 



*) Bellnhausen a. d. Lahn, südl. von Marburg. 



— 177 — 

Item uz dirre vorgenanten bede ist virsastz (!) hern 
Crafte von Hatzfelt uff Walpurgis alleyne 30 phund hellir. *) 

Item so ist hern Folkewins 2 ) erbin virsast uz der 
vorgenanten bede zcu ye der ziit Walpurgis unde Mycha- 
helis Vh phund hellir. 

Phingisten. 2 b 

Item uff den fridag in der crutzewochen 7 Schillinge 
pennyge von dem voytgerychte unde voytluden zcu Ebis- 
torf gehorin. 

Item uff den phingistdag 1 Schilling tor. von Ebis- 
torf, heyßet lemerkauf. 

Bartholomei. 

Item uff sante Bartholomeus tag gefellit von deme 
voytgerychte zcu Ebistorf von den voytluden da selbis in 
gehorin 27 Schillinge phennyge. *) 

Item uff den seibin tag geben die von Heyne daz 

a) Zusatz der wysen sie 7 tor. uff myns junchern hob, der 
Steindeckirs waz 8 ), unde uff myns junchern hob 5 tor., da Stubuß uffe 
sitzit. 4 ) 



») 1387 Okt. 16 wurde das ganze Amt Wetter für 1130 Pfund Heller 
an Kraft v. Hatzfeld und seine Söhne Guntram, Kraft und Wigand ver- 
pfändet (Gen. Rep. Wetter). 

») 1366 Apr. 20 wies Landgr. Heinrich die Stadt Wetter an, dem dort 
"wohnenden Priester Volkwine jährlich 30 Schillinge Thurnoser zu entrichten. 
37ach dessen Tode sollte die eine Hälfte an den Landgrafen fallen, die 
andere an Volkwins Erben, bis der Landgraf sie mit 150 Schill, ablösen 
Triirde (Begl. Abschr. Gen. Rep. Wetter. Vgl. auch Wyß II n. 921). 

8 ) 1388 Aug. 14 verkauft Hermann Steyndeckir dem Landgrafen Her- 
nann sein Halbteil an folgenden von seinen Vorfahren ererbten Gütern und 
Gefällen : Der große Vogthof und der kleine Vogthof zu Ebsdorf, die Menger 
jetzt inne hat (6 Gänse und 6 Hühner), Hofstatt nnd Gelände an dem 
Anger daselbst, worauf der Schmied wohnt (7 Schill. Pfenn., 2 Gänse und 
2 Hühner), Gut und Hofstatt, worauf Mathies wohnt (9 1 /* Schill., 2 Gänse 
nnd 2 Hühner), die Hofstatt, die Molnir hat (5 Schill., 2 Gänse und 2 Hühner}, 
die Hofstatt, die Wigand Mulenbach hat (5 Schill., 1 Gans und 1 Huhn), 
2 Ilofstätte, die Egkel Bachis hat (6 Schill., 1 Gans und 1 Huhn), die Hof- 
«t«t, die lamme Mulenbach hat (4 Schill., 1 Gans und 1 Huhn), Hofstatt 
***«! Garten, „da man geynewessel widder hat zu Ebistorf," 2 Hofstätte vor 
d «m Kirchhof zu E. (5 Schill.) und das Gelände, das Mengoz Figilin hat, 
n «V>st zugehörigen Äckern und Wiesen für 200 Schill. (Gen. Rep. Ebsdorf). 
4 ) 1399 Jan. 9 verkaufen Ritter Dietrich Rode und seine Ehefrau 
*£lse einen Hof zu Ebsdorf, den jetzt Heinrich Stubus unter sich hat, den 
*^tt f Marburger Bürger Mengus Kulbe nebst seiner Hausfrau Gretha dem 
^•xburger Schöffen Johann ymme Höbe verpfändet und den darauf Rode 
ft**" 60 Pfand Heller an sich gelöst hatte, für dieselbe Summe an den Land- 
CFtfen Hermann (Gen. Rep. Ebsdorf). 

X. I. BD. txtx. 12 



— 178 — 

clostir 3 phunt hellir zcu zcinse von Battinhusen unde 3 
Schillinge hellir zcu juchgelde. *) 

Dirre zcins gefellit zcu Verse 2 ) ufF den seibin tag als 
hernach geschreben sted. 

Primo Emrich von Verse a ) von dem Grabengude 27 
Schilling pennyge. 

Item Herman Runpelerty von der Hegirn gude 12 
sol. den. 

Item Craft von Rüden husen c) von vier guden 1 marg. 

Item Schafrule von dez von Breidinbaches gude 12 
sol. den. 9 hll. juchgelt. 

Item derselbe d ) von der Stulfußen gude 3 gross, und 
3 hll. juchgelt. 

Item Rupracht Wisgerbirs e ) lantsydil von der Gulen 
gude 3 ) 12 Schillinge phennyge unde 9 hellir zcu juchgelde. 

Item Herman RunpelerO von Ysenwaldis gude 5 
Schillinge phennyge 3 den. juchgelt. 

Item Heyntze Rushart von den Houbitzgudin 3 gross, g) 

a) Am Rande Ursula dabit. Die Stelle lautet bei G Von Embri- 
chis und von Ursulen gude daselbis genent das Grabingut etc. und 
hat den späteren Zusatz 11 heller juchgelt. Auf besonderem Zettel steht 
Nota disse nochgeschrifosn gulde gebit Orsula von Ferse mym junchern 
jerliche uff sente Bartholmeus dag, mit namen 27 Schill, penge von 
dem Grabingude daselbis zu Ferse gelegen. Item 12 schul, penge von 
Hegirs gude da selbiz gelegen. Item gebit sii mym junchern jerliche 
uff sente Michelis dag 1 motte habern von Hegirs gude unde 1 motte 
habern von dem Grabingude und */ 2 motte von Ysinwaldis gude. AN. 

b) Am Rande Ursula dabit. 

c) Am Rande dii Creften dabit. 

d) Am Rande dii Creften dabit. 

e) Geändert in Johans von Fers AN. Johans erbin von Ferse C. 

f) Geändert in Heynzce Hoße. 

g) Zusätze und 3 hell, juchgelt und daz hat he gekaufft umbe 
40 marg, und wan he nicht enist, so ists myns junghern. 

*) 1358 Aug. 2 bezeugt das St. Stephansstift in Mainz, daß die 3 
Pfund Heller, welche das Kloster Haina jährlich von dem Dorfe Batten- 
hausen zu geben habe, künftig an den Landgrafen gezahlt werden sollen 
(Urkk. d. Klosters Haina). 

8 ) Diese Einkünfte in Vers (Kirchvers) scheinen auch von dem 
Stephansstifte in Mainz herzurühren; dieses verpachtete im Mai 1271 seinen 
Stadilhof daselbt an Ritter Zabel v. Rodheim und Osterlind, die Witwe 
des Ritters Konrad v. Vers, für jährlich 5 Mark (Urkk. d. St. Stephansstiftes). 

8 ) 1363 Aug. 14 verkauften Alheid, die Schwiegermutter Eckart 
Riedesels, und ihre Söhne Johann und Konrad v. Verse ihren Hof zu Verse 
an Ruprecht Weißgerber und Gertrud, dessen Frau; Bürgen waren Eckard 
Riedesel und Konrad Gul von Erde (Gen. Rep. Verse). 



— 179 — 

Item von Habemans gude zcu Aldinferse 5 Schillinge 
phennyge 3 den. juchgelt. a ) 

Michahelis. Schatzunge unde bede alse Walpurgis. 

Item uff sante Mychels tag gybet daz clostir zcu 
Kaldirn von Brungirshusen b) zcu zinse 5 Schillinge pennyge. 

Item uff den seibin tag von Udinhusen eynen vier- 
dung pennyge, daz heyßet hauwegelt. 

Item uff den seibin tag die von Wermirshusen eynen 
vierdung pennyge, heyßet ouch hauwegelt. c) 

Item uff den selben tag die von Beltirshusen 7 schil- 3 a 
linge hellir hauwegelt. 

Item uff den seibin tag die von Schrigkede 7 Schil- 
linge hellir hauwegelt. 

Item uff den seibin tag daz kleyne gefeile in dem 
gründe zcu Ebistorf alse ge wonlich ist von kelbirn, von 
fullind) unde von andirm kleynen gerede. 

Item in dem seibin gründe hebit man den lemer- 
zehinden vierzehin tage vor Mychahelis. 

Item Heyntze Mulsbach von Elinhusen 6 pennyge 
von eyme gudichen da selbis zcu zcinse uff sante Michels 
tag.e) 

Census Martini. 

Nota uff sante Martins tag gefellit von der voydie 
zcu Ebistorff 12 gross. 

Item uff den seibin tag von den wiesen zcu Treys- 
bach 1 marg pennyge. g) 

Item uff den seibin tag gefellit dirre zins als her 
nach geschreben sted: 

a) Darunter summa 8V2 s. torn. (?) und JO s. hll. 4 p. 9 hll. 
geändert in summa 9*/» pund hei. unde 1 sol. pen. 

b) von deme habe zu B. G 

c) Danach auf Blatt 3 oben Item han ich geluwin Concze Langin 
c^^wey lender czuschin dem Wingartin unde dem Dammersberge vor 
c ^wo mesten gewaßis mit wilcherley dii gefruchtigit sin. Fehlt bei G. 

d} Zusatz gensen G. 

e) Danach Item der czehinde czu deme Nedernwalde von follen, 
^ölbern, schoffen, gensen unde hunern unde von swinen ist der hirschaff. 
-^2?. Zusatz und hebit man den als ge wonlich ist G. Danach Item 
J*Vne wese gelegen czu Laudenhabin, heißet Eschenstruit, giibet 6 tor. 
**an Mengil Happel und Metze Kyppel (?) CA 7 . 

f) Zusatx dii wysen sii uff myns junchern hob, der Herman 
^teindeckirs waz. *) Anstatt 12 gross, hat C. 1 punt hellir. Am Rande 

^ontze Grebe von Ebißdorff. 

g) Zusatx die gefellit geyn Wettir G. 

») Vgl. o. S. 177 Anm. 3. 

12 + 



— 180 — 

Primo ») der pherner zcu Marpurg 1 Schilling phennige 
von eyme huse. b ) 

Item die Philen zcu Bulchenstein <0 3 Schillinge pen- 
nyge von eyme huse unde 1 hun. <*) 

Item Heintze Wernher e ) von Contzen Frigkils huse 
5V2 sol. pennyge. 

Item Herman Buckingg) 18 den. von eyme gartin 
uff dem Werde. 

Item Heynrich zcu dem Arin k) 1 Schilling pennyge 
von eyme eckir undir deme Heyne. 

Item Else Boneckirs*) 7*/2 pennyge von eyme huse 
uff der Nuwenstad. k ) 

Item Herman Cleybe von eyme eckir uff der Goßen 
44 phennyge. m ) 

Item Emelud Amenauwirn n) von erme huse uff der 
Nuwenstad 1 Schilling pennyge. o) 

Item die Prediger von eyme gartin 6 phennyge. 

Item [Johan Kirchanp)] von eyme huse unde gartin 
an dem Grynde I6V2 phennyge. 

a) Am Rande dieses und der folgenden Posten vielfach d (edit?) 
oder -f- 

b) Zusatz unde garten ame Grinde unde uff dem Bygen. Zusatz, 
der ist eme gelaißin geyn dem s. d., den der egenante phernir hatte 
uff eyme garten zu Ockirshusen, der Roppracht Wißgerbers waz 0. 

c) Der Ph. z. B. erbin C. 

d) Zusatz, czu Bulchenstein. Zusatx Das ist nü vorfallen und 
haid Rulen rentmeister en die nu gelehen vor eyn s. penge G. Zusatx, 
Heinrich von Lare erblichen. 

e) Geändert in Wedrebir der snyder, dies in Herman von Eychen 
ein snidir, dies in Girlach Pyfirman. 

f) Zusatx in der Werdirgaßin bi dem kompe gelegen G. 

g) Geändert in Heincze Furster. 

h) Darüber geschrieben Den hat der landsedil in der Marpacb 
unde gebit medeme wii man mit eme pachtit AN. den hat myn 
juncher nü selbis in den hob in der Marpach gegeben B. 

i) Geändert in Johan ymme Höbe junior. 

k) Zusatx und ist nü zu deme garthen gemacht undir deme 
gademe, das auch syn (d. h. Johann Imhofs) waz G. 

1) Geändert in Rode und sine brudere. — Henne Rode unde 
syne brudere und ere erbin G. am Rande Contz von Alna. 

m) Zusatx bii dem Hene. hyndir deme Heyne G. 

n^ Geändert in Unser frauwin bumeistere. 

o) Zusatx und ist das huß nü virgangen und liit die habestad 
wüßte G. 

p) Der ursprungliehe nicht mehr lesbare Name [Johan Kirchan B.\ 
geändert in Hene Muntselge. Zusätxe und Hertichin später und Syfrid 
Rospach AN. Hait Hencz Judde GN. 



— 181 — 

Item Gerlach Bruwer von eyme gartin an dem Bye- 
gin 2 tornas. a ) 

Item Elbracht Rinckeb) von eyner fleyschbang 4 3b 
phenynge. <0 

Item Wentzel Schaf mans erbin d) 4 phenyge von eyme 
huse. e ) 

Item Lutze Wilden erbin f) 4 sol. phennyge von der 
smytten in der Nuwenstadt. 

Item Heintze Hoenberg g) 2 Schilling phennyge von 
eyme gartin by dem Kempwasen. 

Item Heynrich Sure h ) 9 hellir von eyme gartin uff 
dem Werde. 

Item Hyllichen Frantzen i) 6 phennyge von eyner 
habestad benyder er in den nuwen husen. 

Item Wigantk) Brunyng 3 gross, von eyme gartin 
an dem Grinde. 

Item Hiltwin Wener 1 ) von sime huse, da he ynne 
wonet, 18 phennyge. m ) 

Item Heyntze Gurtz ») unde Gerbracht von Werde 
18 phennyge von eyner wiesen, die da heyßet der Gult- 
born. 

Item Nunenhusen °) 2 phennyge von eyme huse. p) 

Item Heynrich Zymmerman von Treyse q) von Johan 
Veystin huse 12 Schilling den. r ) 

a) Zusatz Disse 2 tor. geldis hat Rule rentmeister Rukiln Engele 
gegebin gein eyme garten under dem Hene. *) Der Eintrag fehlt bei C. 

b) Geändert in Johan Rode, dies in Sybult. Sibult von den Gißin G. 

c) Darüber Item Elbracht Ringke von eyner fleischschirnen 1 
sol. pennige. Elbracht Rinckin erbin G. 

d) Geändert in Wygil Fryge. 

e) Zusatz gelegen bii Hobesteder AN. zu Widinhusew bie Habe- 
stedirs huß 0. 

f) Geändert in Wigand Smed AN. Fie Smedin G. 

g) Geändert in Wigand Hoenberg, dies in Johan von Eylon. 
Klaus Eylar G. 

10 Heintzen Suren erbin G. 

i) Auf Rasur, vorn hinzugefügt Rechtolt. So auch B. 
k) Geändert in Conczichen AN. Wigand Brüningis erbin G. 
I) Gele Hiltwins G. 
m) Zusatz das was der Dursten, 
n) Geändert in Else Geburiz ; so auch B; vorn hinzugefügt Henne und 

0) Nfinhusen G. 

p) Zusatx in der Keczirbach bii Meynefelde. 

<j) Geändert in Eckard Oleyslegir, dies in Geuche (?) Oleysleger AN. 
^*ouchir 0. 0. 

r) Zusätze von eyme huse bii dem gemolten gadem AN. Hait 
M artin Lantk necht ON. 

1 ) 1402 Febr. 22 (?), vgl. S. 185 Anra. 1. 



— 182 — 

Item Wentzel Kol a ) 22 phennyge von eyme gartin 
unde eyme eckir an dem Grynde. b ) 

Item Mengozc) Kadinbuch d ) 18 phennyge von eyme 
huse unde gartin, da he ynne wonet. 

Item Eltirshusen e ) frauwe 1 k marg von der Noldin 
huse. 

Item Petir der meistirknecht g) 2 Schillinge phennyge 
von eyme gartin by dem Byegin. 

Item Heynrich Elinhusen 6 phennyge von eyme 
gartin an dem Grynde. 

Item die nunen von Hacheborn 1 tornas. von erme 
huse an deme fehemerte. 

Item Rukel Knabelouch h ) 9 phennyge von eyme 
huse unde gartin. i) 

Item der aldek) Heurich 7 Schillinge phennyge an 
dry phenyge von eyme huse unde gartin an dem Leckirs- 
berge. 

Item der selbe Heurich 18 phenyge von eyme gar- 
tin undir dem Heyne. !) 
4 a Item Henne Hyrte von dem falghuse m ) 1 /e marg 

phennyge. 

Item die lange Else 8 n ) Schillinge phennyge von 
eyme huse in der Undirgaßen. <>) 

a) Am Bande Gutgemude. 

b) Zusatx Disse 22 pen. sin Rukiln Engele ouch gegeben geux 
dem garten under dem Hene AN. Fehlt bei G. 

c) Geändert in Herman. 

d) Kadinbach BC. 

e) Darüber geschrieben Ingele unde Katherine. Der Eltirshuserin 
erbin G. 

f) Zusatx ane deme Klingilberge G. 

g) Geändert in Hille von Reymershusin. 

h) Geändert in Czirkil AN. Klaus Czirkil G. 

i) Zusatx da dy Steinperfin inne saß. 

k) Geändert in Heintze AN. Heintze Hourichis erbin G. 

1) Darunter Item Winrich Fischir gibt 15 tor. von der portin, 
da he inne wonit vor dem spitail. Winrich Fischir ist geändert in 
Henne Beckir von Gronenberg, dies in Wolffram und die Zahl 15 in 8, 
dies in Petir Snelhard 8 tor. Statt vor dem spitail hat G by deme 
Dutschen huse. Darunter durchstrichen Item Petir Beltirshusin der 
meisterknecht 4 tor. von eyme garten bii Rukil Engilz gaden AN. 

m) Zusatx undir der Burg G. 

n) Geändert in Heynkeman budenbendir 3. *) Heinckeman Ein- 
hu sin 6. 

o) Zusatx daz hat Wygant Homburg zu erbe intnommen und 
sal disse vorgeschriben zins geben Heynkeman budenbender czu erbe 
vor 3 sol. pen. 

*) Vgl. o. S. 175 c). 



— 183 — 

Item Henne Zan a ) 2 phennyge b ) von eyme gartin. 

Item Gelud Mangenredirn <0 9 phennyge von eyme 
eckir. d) 

Item Bechtold Scherir e ) 14 phennyge von eyme huse, 
höbe unde gartin, daz meistir Elbrachtis dez koches waz. 

Item Könne Schadin f) 14 Schillinge phenyge von 
eyme huse by dem kunpe. g) 

Item Heinrich Hellir der smedh) 14 phennyge von 
eyme huse unde gartin zcu Okirshusen. 

Item der Welkirn kint *) 4 phennyge von eyme huse 
zcu Bulchenstein. k ) 

Item Conrad Smed Heischen eydin 1 Schilling 
phenyge von eyme gartin unde huse undir der Goßen. m ) *) 

Item Gunpracht Dade n ) 1 tornase von eyme eckir 
bii Wimar. 

Item Rupracht Wißgerbir 2 sol. phennyge von eyme 
eckir heyßet daz Lantgrebenstugke unde hatte Celudo) 
(Eelud?) vor. 

Item Happel Hasehart 9 Schillinge hellir von eyme 
huse unde gartin. p) 

Item der selbe Happil q) 3 gross, von eyner schirne r ), 
die der Kragauwern waz. 

a) Geändert in Henrich Cadenbach AN. Kodinbach G. 

b) 2 s. penge G. 

c) Geändert in Contze Wyldener AN., dies in Claus Sboencke (?), 
dies in Syfrid von Roisbach Civ. 

d) Zusatz, bii Hennen Wilden garten. 

e) Henne von Muschede G. 

f) Geändert in Heckeman kannengiessir AN. Herman Heyncke- 
man G. 

g) Statt by dem kunpe hat C yn der Werdirgaßin. 
h) Heinrich Hellirs des smedis erbin G. 

il Geändert in Hencze Hornecke. 

k) Zusatz bii der Pilen. 

V\ Geändert in Heinrich Cremer unde Katherina Rincken dochter. 

m) Zusatz in dem winkil gelegen. Umme disse schul, penge 
kaoi Heinrich unde Katherine vorgenant mym junchern gegebin El- 
**eid Flemmen zu Ginczilndorff unde er kindere, daz dy myns junc- 
**^ra gotzlehin sullen sin alse sii Rincken (Elbracht Rinckin O) vir- 
aast sul 

n^ Gompracht Dadin erbin G. 

o) Gele syn husfrauwe G. Zusatz und Hit der eckir wüste G. 

p) Zusatx bii Heckemane. 

q) Geändert in Sybult von den Giessin. 

r) schüren G. 



l ) Über die Lage dieser Gasse vgl. W. Bücking: Marburg. Ein 
Führer durch die Stadt und ihre Umgebung (1880) S. 23. 



— 184 — 

Item Wigant Widerat a ) 3 gross, von eyme eckir bii 
deme Hunengrunde. 

Item Metze Bornmans b ) 4 phennyge von eyme gar- 
tin uff der Goßen. 

Item Emelut Suren <0 13 1 /» phennyge von eyme gar- 
tin uff dem Werde. 

Item Frederich Steyndeckirs d ) frauwe 1 tor. von eyme 
huse unde gartin. e ) 

Item ElseO Homeistirn 1 Schilling phennyge von 
eyme gartin an dem Grynde. 

Item Elbracht Rinke 1 Schilling phennyge von eyner 
fleischschirne. g) 

Item . . . . h ) 9 phennyge erme huse. *) 

Item Johan Prabistis husfrauwe k) 1 Schilling pennyge 
von eyme huse in der Herbistgaßen. l) 
4b Item Wigantz kinder an dem Berge m ) I9 ] h phennyge 

von eyme huse unde gartin an dem Grynde. n ) 

Item der sychenmeistir zcu dem spytale 18 phennyge 
von wysen unde eckirn in der Huntzelnbach. 

Item der selbe zinsmeistir 10 phennyge von eyme 
eckir an der Hustad. o) 

a) Geändert in Sibult von dem Rode, Herman Fleischauwir von 
Amelburg unde sine ganerbin. 

b^ Bormannes B. Geändert in Wigand Smed AN. Fie Smedin C. 

c) Zusatz erbin C. 

d) Geändert in Emelud Womulczhusin. 

e) von eynir hobestad bie deme renthabe, die Frederichis Steyn- 
deckirs waz G. Zusatz hait Concz von Alna GN. 

f ) Geändert in Happil AN. Eilheid C. Darunter Paulus Giisen 0N. 

g) Durchstrichen. Fehlt, bei G. 

h) Der ursprüngliche Name radiert, darauf Hen under Linden et 
uxor (Henne under der Linden B) darüber Henne Wineke, Metze Kolbin, 
geändert in Ditze Smed AN. Henne Ditzen Smedis son G. 

i) erme huse geändert in eime gartin, dann in erme huse, dann 
in eyme garten bii Sinnichen AN. von eyme huse und garten an 
deme Klingilberge G. Zusatz hoid nu Bernhard von Richenbach und 
Henne von Demshusen (7, darüber Dietmar Bruwir GN. 

k) Geändert in Sybult von den Giessin. 

1) Darunter Item Mertin der snyder haid daz hus entnommen 
und erkeuft (?) .... da he inne wonit vor dem [spitale] unde sal he 
daz hus virwerlich haldin AN. Zusatz hait der keiner CN f geändert 
in Hentz Snider GN. 

m) Geändert in Contze Grebe. 

n) Darüber Item Contze Grebe 12 sol. pen. jerlich von eyner 
hobestad zu Ebistorff \am Rande unde horit kein eckir zu] bii Eckil 
Stephan unde 5 pen. von eyme gertichin an dem Gryende. Geändert 
Contze in Else und der Passus 12 sol. bis Stephan unde gestrichen 0. 

o) Hußstad B. 



— 185 — 

Item der a ) zcinsmeistir zcu dem Tutzschenhuse 8 
iennyge von wiesen zcu der cappellen. 

Item Lotze Brunyngb) unde sine erbin von gartin 
ide eckirn an dem Grynde, uff dem Glassecoppe unde 
u Cappele gelegin 5 Schillinge pennyge ane 5 hellir. c) 

Item Rukel Engil unde sine erbin 4 Schillinge phen- 
r ge ane 5 hellir von gartin uff dem Werde unde eckirn 
F dem Glassecoppe, dez gybet Rukel vorgenant 3 gross. d ) 
ide sin swestir Könne 15 1 /2 den. e ) 

Item Unsir frauwen bumeistir zcu der pfarre 1 tor- 
s. von eyme gartin, der hern Heynrich Rumelengirs waz. 

Item Lodewig uff dem Grabin 2 Schillinge phenyge 
>n eyme eckir hinder dem Win gartin. 

Item der selbe Lodewig g) 6 phennyge h ) von eyme 
ise hinder dem Kerner. 

a) derselbe B. 

b) Geändert in Conrad Gutgemude. Vgl. Anm. e. 

c) Die ganze Stelle gestrichen. Darüber Disse 5 s. hell, sin Ru- 
n Engele gegebin gein eyme garten under dem Hene. 

d) Die Stelle bis hierher gestrichen. Darüber: Nota, disse 3 tor. 
Idis sin Rukiln gelazin gein eym garten under dem Hene. 

e) Zusatz und gibt nu Otte von Sassen. Bei G geht der Posten 
m unsir frauwen buwemeistir vorher, das übrige bis Item der selbe 
»dewig 3 phenyg von eyner habestad, die Rumelengir hatte, ist so 
vndert: Item Konraid Gütgemudis erbin von eyme garten ane deme 
inde, von eyme eckir uff deme Glaßkoppe genand das Byel, die 
idewig Bruningis warin, funff s. hellir an funff hellir und Ruckil 
igil funff s. hellir ane funf^ hellir von denselbin garten und eckirn 
d 22 penge geldis, die Gütgemudis erbin gebin von Wentzil Kols 
rten und eckirn an deme Grinde, und 2 tor. geldis, die EiJheid Bru- 
rn gab von eyme garten uff dem Biegen und 6 penge geldis, die 
anrieh Reymirshusin gap von eyme huse und 3 penge geldis, die 
3e Schurbrendin gap von eynir habestad, die Rumelengirs was. 
ße zinse had Rule von Schonenbach rentmeistir mit mynis junc- 
rn willin gekütit, gewessilt und gegebin Ruckein Engele umme eynen 
rten undir deme burghene zu Marburg, der eme jerlich gap und 
isete 9 s. penge und 1 fastnachth&n, want der garte deme renthobe 
legen ist und her umme, ist dit yn deme besten geschehen und sal 
fn juncher und syne erbin den garten erpliche haben und behaldin, 
d sal Ruckil die zinse auch also behaldin und uffhebin an hindir- 
Je. *) — Item Katherina von den Saßin 15 l /a pennig von dißin seibin 
kirn, dye gefallin myme junchern. — Item Else Schurbrendin 2 s. 
nge von eyme eckir hindir deme Wingarten. 

V\ Geändert in Else Schorbrenden. 
g) Geändert in Heinrich Reymershusen. 

h) Darüber Disse 6 penge geldis hat der rentmeister auch Ru- 
n gegebin gein eym garten under dem Hene. 



*) Der Tausch fand statt 1402 quarta (?) feria post dominicam Re- 
niscere (Febr. 22). Der Inhalt der sehr beschädigten Urkunde (Gen. Rep. 
trborg) kann nach den obigen Angaben ergänzt werden. — Vgl. auch 
en S. 182. 



— 186 — 

Item der selbe Lodewig *) 6 phennyge von eyme 
eckir hin dem Heyne. b ) 

Item der selbe Lodewig 3 phenyg von eyner habe- 
stad, die Rumelengir hatte. 

Item Contze Lange von eyme eckir 6 phennyg.c) 

Item die Klinghertin d ) 13V2 phennyg von eyme gar- 
tin uff dem Werde. 

Item dez riehen Syfredis *) erbin 1 sol. den. von eyner 
sehyrne unde eyme huse geyn dem kirchobe. 

Item dez Pastoris erbin von Gladinbach 3 1 /2 phen- 
nyge von huseren Echartis von Burbach in der Nuwenstad. 

Item Rulen erbin undir der Goßen e ) 9 phennyge 
von eyme huse unde gartin uff der Nuwenstad. 

Item Gerhart Steyndeckir 12 sol. phennyge von 
dem huse, da hey ynne wonet, uffe der Nuwenstad unde 
daz selbe hus unde garte ist eygin myns herren unde 
junchern zeu virlyhen, weme sie wollin. g) 
5 a Item die Tutzschenherren gebin 6 sol. den. von yren 

wiesen zeum Nydernwalde, wan sie nyt virsast insin, zeu 
zehinden. h ) 

Item eyn eckir liit by dem galantzerutze, da galt 
Bechtolt Martorf 4 gross, vone, den gab he uff, unde wer 
yn nu sehit, der gybet fruchte da vone. 

a) Geändert in Else Schorbrenden. 

b) Die Stelle getilgt AN, bei B noch vorhanden. 

c) Zusatz, uff der Husstad gelegen AN. Die Stelle lautet bei G: 
Item Contze Sailwechtirs erbin 6 penge von eyme eckir uf der Hustad 
und 2 mesten fruchte von 2 lendirn tzuschin deme Wingarten und 
deme Dammirsberge, wilchir fruchte die eckir dragen. 

d) Wigand Klinghard G. 

e) Darüber Kneppichin, dies geändert in Lud. Messirsmed und 
Henne Rule AN. Ludewig Meßirsmed und syne ganerbin G. 

f) Geändert in Contze Schibeknecht. 

g) Zusatz daz hat Syfred Zimmerman B. Darunter Item Lucart 
Molnern vom© Kirchene gebit 1 s. pen. von eyme garten czum Kirchen. 
Dies getilgt. Darunter Item Sipe von Elnhusen Fedeckirs (!) son gebit 
1 marg 1 gans 1 hun unde 1 fasnachthun von dez Landgreben gud zu 
Elnhusen AN. Sype von Elnhusen Felteckirs son geändert in Foipilchin 
von Elnhusen GN. 

h) Zusatz Nota disse ses Schillinge penge geldis hat Rule rent- 
meister gegebin Johanni Martorff umme eyn garten under dem burg- 
hene gelegen, genant der Heurynen garten (Hourengarten G). Zusatz 
und ,hait Rüle rentmeistir die Dutschinherren disses zinßes von mynis 
junchern wegen (!) und sie geheißin den Martorffe gebin G. 



!) Sifrid von Biedenkopf, der um 1350 starb. Vgl. Wyß III S. 255 
Anm. 3 und Nr. 1327 u. 1002. Bücking Geschichtl. Bilder aus Marburgs 
Vergangenheit S. 50 ff. 



— 187 — 

Item die Karmeliten *) hattin eyn hus by dem Kerner, 
daz galt 6 phennyge, daz hat myn herre a ) nu der stad vir- 
schryben. b ) 

Item uff den seibin tag Martini Contze <0 Durant von 
Nyderwalgern von eyme huse gartin unde eckir, daz Heyn- 
rich Kern hatte, 6 Schillinge pennyge, zwo gense, zwey 
huner unde eyn fasnachthun. 

Item Lotz Pastoris d ) da selbis 1 sol. den. von eyme 
gartin, der dez smedis waz, unde eyn fasnachthun. 

Item Hermans son in dem Höbe da selbis 2 sol. den, 
von eyner habestad unde gartin. e) 

Item Johan Haben son da selbis von eyme höbe 
unde huse 6 schylling phennyge unde eyn fasnachthun. g) 

Item Heyntze Happeln son uff dem Kellir h) da selbis 
1 sol. den. von eyme eckir. >) 

Item von der Burg k ) zcu Rosphe l) 6 Schillinge pen- 
nyge eyne gans eyn hus unde eyn fasnachthun Martini 
czu zinse. m) 

Item Heynrich Borggrebe von Wimar n ) 5 Schillinge 
phennyge von eckiren bii der Lamersbach, eyn hun unde 
eyn fasnachthun. 

Item Johan von Dydensdorf 5 Schillinge phennyge 
von eyme gude da selbis, eyne gans, eyn hun unde eyn 
fasnachthun. o) 

a) myn herre der lantgrebe selige C. 

b) Darunter Item Goncze Schefir von Culbe 3 Schill, pen. von 
dem waßer uff der Arne gelegin undir der Ybinhart. 

c) Geändert in Rufil. 

d) Geändert in Bechtuld Sellin. 

e) Zusatx czu Nederwalgern. 

f ) Geändert in Heinrich Snuldir AN. Snoldir 0. 

g) Zusatx gelegen czu Nederwalgern. 

h) Geändert in Sipe uff dem Berge AN. C. Geändert in Heintze 
Happiln. Zusatx hoid nu Eghard uf dem Berge CN. 

i) Zusatx czu Nederwalgirn, heißit daz Kellirstugke. 

k} Zusatx Hille Kougilnbach in dem Korbe. 

1) Geändert in Rostorff, davor Obern AN. Hille Kougilnbachis 
yn dem Korbe von der Burg zu Obirn Roistorff G. 

m) Zusatx czu Nederwalgern. 

n) Geändert in Henne Hohenacht (?), Bornmans eyden von Her- 
mershusen. Henne Hohenacht geändert in Kontze Scheffir AN. C. 
Henne Burnman CN. 

o) Dieser Posten fehlt bei C. 



l ) Das Karmeliterkloster in Frankfurt a. M. hatte in Marburg eine 
Terminei. 1446 Apr. 21 wurde dem Karmeliter Johann v. Butzbach, Ter- 
minirer zu Marburg, Conventual zu Frankfurt, eine Leibrente seitens der 
Stadt Marburg verschrieben. (Stadtbuch). 



— 188 — 

Item Metze Rules a ) von Hademshusen 3 Schillinge 
phennige von [eyme] eckir da selbis. 

Item Heynrich Eringisheymer 12 Schillinge phennyge 
von dem höbe in der Marpach. 

Item Johan Snade b ) uz der Marpach 1 sol. den. von 
eyner wiesen bii der Huntzelnbach. 

Item Herman c ) Gunpyn 6 den. von eyme eckir undir 
dem Heyne. d ) 

Item Lukart uz der Marpach e ) 4 sol. den. von eyme 
huse unde gartin da selbis. 

Item Hartman Marpecher 18 phennyge von eckirn bii 
der Hustad, die Herman Osprachtis warin. g) 
5 b Item Henne Fyschers erbin von Cappel h ) 8V2 phen- 

nyge von eyme huse unde gartin da selbis. 

Item von dem gude, da Rule sylige uff sas zcu 
Cappele, 3 Schillinge phennyge. 

Item Wolmar von Rudenhusen k ) bii Kaldirn 2 tor- 
nas. von eyme gudichen da selbis. 

Item Herman Windrude son zcu Ciriakis Wimar 3 
gross, von eckirn unde eyme wiesinfleckin bii Hadems- 
husen. 

Item die Eringisheymern m ) eyn fasnachthun von eyme 
huse. n ) 

Item Metze <>) Ybechern von Kolbe p) 3 sol. hll. von 
eyner wysen. q) 

a) Geändert in Feltdeckir. 

b) Geändert in Girlacb Fehirczel, dies in Dyderich Snade, dies 
in Heinkile Henne Wymen son. 

c) Geändert in Elheid. 

d) Zusatz eynen halben morgen. 

e) Geändert in Eckard Fehirtzel, dies in Henr. Schefir. 

f) Zusatz und 1 fastnachthün von eym huse daselbis, das der 
Eringisheymern was C. 

g) Darunter Item Henne Conbechir gebit 8 sol. penge von eyme 
huse in der Keczirbach, daz Rule Boßewortis waz. Dies nachher getagt. 
Darauf Bl. 5 b Item von dem© huse uffer Bunde, da Heincze inne wonet, 
10 s. pen., da bonit (!) Girhard Gebuer inne AN. Der Posten lautet 
bei G Item Contze Krombechirs 14 tor. von dem huse und garten an 
der Bunden und mag man die vorlihen weme man wil. 

h) Darüber gesehrieben Henne Durred eschin czu Celbach. 
i) Zusatz Daz hat Heyne von Cappil nu und gibt pacht davon, 
geändert in Bloße nu unde gebit 3 mestin oley davon AN. Fehlt bei O. 
k) Geändert in Heynemans husfrauwe zu Caldern. 
1) Zusatz et cetera. 

Darüber Henrich Schefir. 

Dieser Posten von G bereits oben xugesetzt,' vgl. f). 

Geändert in Oymel. 
p) Geändert in Werde. Zusatz und Grede Magis. 
q) Zusatz under dem Heuge AN. Hoge G. 



3 



— 189 -^ 

Item Gele Beyern *) von Gosselberg 3 sol. den. b) 
unde 1 gans unde 1 hun von gartin daselbis. ) 

Oley unde waz uffe Martini. 

Primo d) Johän e) Elwin l h phunt waßes unde eynen 
seftir oleys. 

Item her Hartman von Kaldirn von eyme huse unde 
gartin bii Gambaches gadim zwey phund waßes unde eyne 
mestin oleys. g) 

Item* 1 ) Metze Ybechern von Kolbe 1 phund waßes 
von eyner wysen da selbis. 

a} Geändert in Petir Hirte. 

b) Geändert in 1 mesten oley. 

c) Zusatz unde 1 sefter fruchte wilchirley ez dud von dem 
Steinposche. Dieser Posten von G unter dem Öl und Waehsxins s. v. 
Barne Kirßman gebracht Darunter AN Item Heype von Kolbe 3 gros, von 
eyner wesin am Abindrode gelegin. — Item Gerlach [geändert in Her- 
man] von Gosilberg von eyme lendichen, heißit daz Gissich en */» mutte 
[2 mestin 0] fruchte waz ez dreit. Ein Zusatz, daxu radiert. Zusatz 
das haid Rule rentmeistir nu gelehin Heintzen Stuncken zu mynis 

gnchern habe zu Wimar G. — Item Wentzil Snydir von Biedinkap 
eändert m Cuncze Desche GN] 9 s. penge von eyme husechin und 
garten an syme huse gelegen, da he ynne sitzit ane der Werdir por- 
ten. — Item Heinrich Debirtzhusen [geändert in Egkhard Nachtrave ÖN.] 
16 tor. von eyme gude und wißin zu Kaldirn gelegen, das myme junc- 
hern zu ist gestorbin von der Struchin G. 

d) Darüber folgende getilgten Einträge. Item Lodewig Beckirs gebit 
jerliche */» punt waz von eyme stellich vor syme huse, da he inne sitzit. 
— Item Heinczichin Kulynes (?) gebit 6 punt waz von eckirn zu 
Ockirshusen an dem berge. — Item Ditze Smed gebit von der hobe- 
stad undir Synchin 2 punt waßis 1 mesten oleiz. — Item Bloße gebit 
3 mesten oleiz, 2 gense, 2 hanen, 1 fasnachthun von eyme gude zu 
Cappel, daz Heyne umme pacht hatte. — Diese Posten fehlen bei G. 
Dafür steht Item Henne Kirßman von Goißilberg eyn mesten oleiis und 
1 hfln von czweyn garten daselbis und 1 sefftir fruchte von dem Stein- 
pusche (vgl. oben c). 

e) Geändert in her Ludewig. 1 ) Am Rande Baltzar vom Arn GN. 

f ) Zusatx von syme gadem®. 

g) Geändert bei G in Item eyn altarista uff der bürg zu Marpurg 
sancte Katherinen altaris 2 phunt wassis und 1 mesten oleiis von 
eyme huse und garten an deme Klingilberg zuschin Otten von den 
Sassin und hern Ludewige Eilwinis *) gadin und ingebent die altaristen 
egenant disst* waßir und oleit (!) nit und sprechint, mynis jünchern 
badestobe, die Ruperacht Wißgerbirs was, gelde deme seibin altare 
funff s. penge geldis, und die mole zu Werde 2 punt waßis und be- 
haldin «fit was und dißin oley inne dargeyne und sprechin, myn junc- 
her habe sie das geheißin. 

h) Darüber dii han die forstere. Zusatx und hant die furstere 
gemeit lange ziit, doch mag man die virlihin wan man wil G. 

») Ludwig Elwin, Priester, Pfarrer zu Kappel. Wyß III 1243. 



— 190 — 

Item Luzce ») Wylden 1 phund waßes von eyme huse 
in der Nuwenstad. *>) 

Item Hette <0 Rosphen d) zwey phund waßes unde 
eyne mestin oleys von eyme huse unde gartin. e ) 

Item Contze Flamme f ) vier g) phund waßes unde 
zwo mestin oleys. b ) 

Item Gele von Eltirshusen 1 phund waßes. k ) 

Item Conze von Dudeffe 1 phund waßes unde eynen 
seftir oleys. 

Item Rupracht Wyßgerbir 2 phunt waßes unde zwo 
mesten oleys. m ) 

a) Geändert in Thoniuz unde Gele. 

b) Zusatz, gibid daz closter von Caldern und ist daz nuwe hu3 
uf der Nuwenstaid, darynne Egkel Kannengisser sitzet C. x ) 

c) Geändert in Henrich. 

d) Heinritzen Roisfen kinde C. 

e) Zusätxe am Klingilberge und und had Henne Rychards von 
Selheym CN. Zusatz dazu liget wüste. 

f) Geändert in Wigand Nottich, dies in Nottichis erbin. Am 
Bande Katherine von Saßin unde Ludewig ymme Höbe. 

g) Geändert in 3. 

h) Geändert in 3 sefftir oleys. Zusatz dez gebit Katherine von 
Saßin unde Crumbechir 1 seftir oleiz 1 punt waz (?). Getilgt, der Post-en fehlt 
bei C. Vgl. unten am Ende des Abschnitts. — Darunter der getilgte Ein- 
trag Item Henne Gastknecht gibt V* pund waß und 1 seffter oleys 
von eym halben teile uz der Flemmen schüren in der Ketzerbach. 

i) Gelen Eltirshusen erbin C. 

k) Zusätze von der Noldin huse AN und garten gelegen ane dem 
Klingberge C, han Dumen erbin CN. 

1) Zusatz von eyme huse bii Syfride uff dem Loche. Darüber 
Daz hat Richard Czymerman vor 15 schul, pen. jerlichs czinses zu 
erbe. Fehlt G. — Darunter der getilgte Eintrag Contze Korpir 1 mesten 
oleiz von eyner nuwen schüren in der Marpach. Fehlt 6. 

m) Zusatz und weiß man nit wo vone C. % ) Darunter Item Hey- 
michen (!) der becker [Heinichin Beckir husfrauwe G] 3 sefter oleys von 
dem huse, da Syfred uff dem Loche inne waz AN, von dem huse, da 
sie inne sitzit uff deme Loche C. Zusätze und hoid nu Dipilchen CN, 
hait Eghard Weyner durchstrichen CN — Item Contze Nuspickil [Noß- 
bickils erbin C] l 1 /« punt waß unde 1 mesten oleiz von dem nuwin 
huse, daz he selbiz gebuwit hat. Zusatz Item V* seftir oleiz. Dieser 



! ) 1405 Nov. 27 wurden durch den Schultheißen Ludwig Stopplin- 
berg Streitigkeiten zwischen Henne Moxkis und Peter (Moxkis), Maler, auf 
der einen und Heinz Smed auf der anderen Seite wegen des dem Kloster 
Kaldern gehörigen Hauses aut der Neustadt beigelegt und das Haus dem 
Kloster zugesprochen (Klost. Caldern). 1417 Febr. 2 gab das Kloster seine 
Hofstätte auf der Neustadt bei dem Süsternconvent an Eckard Kannengießer 
in Erbleihe (ebenda). 

2 ) Am 22. Juli 1341 hatte Bischof Ludwig von Münster dem Mar- 
burger Bürger Ruprecht Weißgerber einen Hof in Marburg gegen jährliche 
Entrichtung eines Pfundes Wachs in erblichen Besitz gegeben (Urkk. der 
Familie Weißgerber). 



— 191 — 

Item Herman Schucharte von Werde zwey phund 6 a 
waßes unde eyne mestin oleys, daz nu gybet Johan in dem 
Höbe. *) 

Item Syfred von Hermershusen b ) Va phund waßes 
Von eyme huse.c) 

Item Könne Molenern von Werde d ) von eyme huse 
an dem Klingelberge zwey phund waßes unde eyne mestin 
oleys. e ) 

Item Else Dutzen f) eyn halb phund waßes unde eynen 
seftir oleys. g) 

Item Rule Bosewort eyn phund waßes unde eynen 
seftir oleys. h ) 

Item Rule Ebirtal 1 phund waßes unde eyne mestin 
oleys. 

Item Meffred der smed unde sin geswie k ) eyn phunt 
waßes. !) 

Item Hihtze uz dem Nydernhobe m ) zwey phunt waßes 
unde eyne mesten oleys von eyme huse. n ) 

Item Heydenrich von Werde <>) 1 phund waßes unde 
eyne mesten oleys von eyner habestad. p) 

Zusatx fehlt bei C. Zusätze und gibid Swarzce CN, später hait Buch- 
sack. — Danach auf Bl. 6 oben Item die Duschenhern sulen geben 
1 pund wazes unde 1 mesten oleys von der hobestad gelegen an der 
steynbrugken czuschen der Ketzirbach unde Elsen Uttenduts hus vor 
dem spitale, am Rande anno lxxxvn in die Marci. [von deme nünwen (!) 
huse vor deme spitale, das Heintze Wenir gebuwet haid C.]. 

a) Zusatx Dar gein ist ein eckir gegebin hindir deme Hene ge- 
legen. 

b) Geändert in Syfred uff dem Loche, dies in Frederich Rynnes. 

c) Zusatx daz der Ebilschen waz. Der Eintrag fehlt bei C. Vgl, 
unten am Ende des Abschnitts. 

d) Geändert in Lud. Dymars. Lutzchin Dyemors C. 

e) Zusatx hait der Ketzler CN. 

i) Geändert in Siferd uffem® Loche und Hence von Demeshusin, 
H. v. Demeshusin geändert in Conrad Korbir, dies in Rupichen Molner, 
Zusatx und Frederich Rynnes. 

g) Zusatx von eyme garten vor dem spitail, der Elsen Duczin 
waz. Der Eintrag steht bei C unten am Ende des Abschnitts. 

h) Zusatx von eyme huse in der Ketzirbach, das ganze getilgt, 
fehÜ bei C. 

i) Getilgt, Zusatx von 1 huse an der Keczirbach daz ist vor- 
brand, fehU bei C. 

\l\ Geändert in Elheid Seylirs, dies in Wenczil Kanengißir. 

1) Zusatx von eyme eckir bobir der Elwinsmolen an dem Berge. 

m\ Am Rande Lud. Dymar. 

n) Zusatx bii Otten gaden von den Saßin AN. an deme Klingil- 
berge C. 

o) Geändert in Henne von Frankinberg molnarcz, dies in Henne 
Muschd. 

p) Zusätze czu Bulchenstein. von eyme huse zu Bulchinsteyn, 



— 192 — 

Item Jacob Hut 2 phunt waßes unde eyne mesten 
oleys von eyme huse in der Ketzirbach. a ) 

Item Guntir des zymermans erbin b ) zwei phunt waßes 
eynen seftir oleys. <0 

Item . . . . d ) zwey phunt waßes unde eyne mesten 
oleys von der smyttin. «) 

Item Heynrich WenerO dry phunt waßes unde dri 
seftir g) oleys. h ) 

Item Hartlebins kinder*) zwey phund waßes unde 
eyne mesten oleys. k ) 

Item Bertold Scherir 1 ) 2 phund waßes unde eyne 
mesten oleys. m ) 

Item Hermann von Dyllenberg n ) 1 phund waßes 
unde eyne mesten oleys von husern in der Ketzirbach.©) 

Item Elbracht von Eltirshusen p) eynen seftir oleys. q) 

das Quinsils was C. — Darunter Heynnchin und Paul Hainstein 2 pund 
von der Hartlebin schüren Zusatz unde 2 seftir oleiz AN. Dieser nach- 
getragene Posten fehlt hier bei C. Vgl. unten am Ende des Abschnitts. 

a) Zusatz daz ist vorbrand unde lit wüste. Das ganze getilgt, 
fehlt bei C. 

b) Geändert in Reimbolt von Michelbach, dies in Heincze sins 
bruders son, dies in Wigil Snyder von Fronhusen, dies in Lotze von 
Buchinow, am Rande Lotze von Buchenauwe unde Heinrich Reinbult SoG. 

c) Zusätze vom huse gelegen bii Otten gaden von Saßin AN. 
an deme Klingilberge C. 

d) Der ursprüngliche Name radiert, darüber Henne Wyneke, ge- 
ändert in Metze Kolbin, dies in Ditze Smed. Auf der Rasur under 
Linden. Henne Ditzen Smedis son geändert in Henne Birgeier 0. 

e) Zusätze das Sinnichen sitzit. (Fehlt bei C), ane deme Klingil- 
berge von der smitten geändert in von husin GN. Zusätze haid nu 
Vichard von Richenbach [dies geändert in Dietmar Bruwir] und Heincz 
Demshusen. gibt nu Loynbach der Koch durchstrichen. 

f) Geändert in Curd [Kontze G] Grebe. Zusatz unde Heintze 
Ruße. Fehlt bei G. 

g) 2 punt waßis unde 1 mesten oleys C. 

h) Zusatz von huse unde garten [von husin habestedin C] in 
der Ketzirbach AN. Zusatz Klinghart GN 

i) Geändert in Paulus Hoinstein und Henne Culbe. 

k) Geändert in IV2 seftir oleys. Zusatz von Udendudz hus ge- 
tilgt. Darüber Heynnichin 2 pund von eyner schueren. Das ganze 
fehlt bei C. Darunter Item Henne Omeln von Culbe */« mesten oleiz. 
— Getilgt Item Herman Mulir (?) 1 /a sefter AN. Diese nachgetragenen 
Posten fehlen bei C. 

I) Am Rande Herman Muschede. 

Zusätze von Udendudis huse AN, vor dem spitale C. 
Geändert in der spitalmeistir. 
Zusatz hait der pedanczmeister CN 

p} Ebirhard Eltirshusen erbin C. 

q) Zusätze von eyme huse bii Hennen Elwins gaden AN. heid 
Folpracht Heinczils und die des gaden erben sin vor 2 turn. CN 



— 193 — 

Item von Schurbrandis vor dem spytale») 2 phund 
waßes unde zwo mesten oleys. 

Item Johan in dem Höbe eyn b ) phund waßes unde 
eyne seftir c ) oleys. d ) 

Item Lotze Gambach e ) zwo mesten oleys unde fünf 
phund waßes von dem gadem, gartin unde huseren vor 
dem spytale. 

Item Pedirsche zcum Aren eyn phund waßes von 
husern an dem Grynde. g) 

Uffb) Martini. 

Item gevellit jerlicbin uß Knorchens seligen hüße ane der Werdir- 
porten gelegen, das unser genedige jungher ynne haid, 2 Schillinge penge 
geldis Marpurger were eyme pernier zu Marpurg ufF Martini bodinzinßis 
zu selegerede und sal der das gebin, der dar ynne wonit. 

Item gevellit jerlich eyme phernir zu Marpurg 9 s. d. Marpurger 

a) Geändert in Paul Hoinstein, dies in das orthuß Else Weners* 
Zusatz Niedernhober CN 

b) Geändert in 2. 

c) Geändert in mestin. 

d) Der Eintrag durchstrichen, fehlt bei C, statt dessen Item die- 
selbe (Else Wenirs) */« punt waßiz von dren husen in der Ketzirbach 
und 1 sefftir oleys. 

e) Geändert in Otto von Saßin AN. Katherine von den Saßin C. 

f ) Zusatz durch Rasur getilgt AN. und sprichit sy, myn jüncher 
habe Otten erme huswirte seligen diit gelaßin und sy habe des eynen 
brip von myme junghern C. 

g) Darunter Item Gerhard zum Aren 1 seffter oleyz von eyme 
hobestedichen. Zusätze in der Keczirbach. (Hencz Gambach CN.) Da- 
runter Item Peter von Treise 1 pund waßis von dem wingartin bobir 
der Elwins molin. — Getilgt: Item Contze Korbir von eyme cleynen 
hobestedichin an Girhardis hobestad V 2 pund waßis. Diese beiden 
Posten fehlen bei C, dagegen stehen dort folgende, xum Teil oben bereits 
an anderer Stelle ericahnten Posten. Item Mertin Snydir l x /2 punt waßis 
von l 1 /« morgen landis hindir der Elwinsmolin ane deme berge ge- 
legen, die Henne Fureres hatte. Am Rande Klinghart GN. — Item 
Katherina von den Saüin und Luckelei in deme Höbe 1 pund waßis 
lind 1 mesten oleiis von der Flemmin schüren in der Ketzirbach (Vgl. 
o. S. 190 h). Am Rande Ludwig CN. — Item Hartman Ricman 1 pund 
^waßis und 1 sefftir oleys von eyme huse in der Ketzirbach, das da 
Hußin was. — Item Fryderich Rynnes 1 punt waßis von eyme huse 
das Ebilschen was an deme Leckirberge ( Vgl. o. S. 191 c). Zusatx haid 
Dipilchen von Celle, had Manschin CN. Item Frederich Rennes und 
Rupichin Molner */« punt waßis 1 sefftir oleys von husin und garten 
an deme Klingüberge, die Else Dutzin warin {vgl. o. S. 191 f. g). — Item 
Wigand Noitlichis erbin 2 punt waßis und 1 mesten oleis von eyme 
huse ane deme Klingüberge da Gzeude yn sitzit {vgl. o. S. 190 f—h). Zu- 
satz hait Manschin CN. — Item Gele Heymechins und Henne Emeln 
von Kulbe gebin jerlichin 2 punt waßis und 1 mesten oleys von der 
Hartlebin husen und schüren ane dem Leckirberge {vgl. o. S. 191 j 192 p). 

h) Der folgende Abschnitt bis Census Nycolay findet sich nur bei C. 
N. y. BD. xxix. 13 



— 194 — 

were uß Kisils huß zu Widinhusen, das vortziidin Knossin was und sal 
die der betzaln der dar ynne wonit. 

Item gevellit jerlich dem phernier [zu] Marpurg 2 s. d. von husungen, 
die Arnolt Beckirs hatte von Johann ymme Habe, gelegen ane deme Leckirberge. 

Item gefellit eyme phernir egenant jerlich Martini 4 d. geldis von 
eynir habestad in der Werdirgaßin gelegen, die der Hirtzenhenen was, die 
Heintze Schonepedir und Else Voupiln zu dißir ziid undir en hain. 

Item gefellit eyme phermV 6 d. geldis uß Wigand von Hachen des 
kochinmeisters habe hinder deme Kernir gelegen. 

Item gibbit man jerlich eyme phernir zu Marpurg 2 s. d. geldis uß 
eyme gude zu Oberntzhusen gelegen, das Dorredesche undir eme hatte, das 
nü die hirschafft ynne haid. 

Item gefellit eyme phernir jerlichis 16 s. d. uß deme huse vor den 
Barfußen, das Ruprach Wißgerbirß was, zu selegerede, die Elbracht Rode 
dar gegebin hait. 

Item gefellit deme phernir jerlichis 3 s. d. geldis uß dem huse, das 
Heintzen Wancken was uff" deme merkete ane den broidschirnen gelegen, 
da zu disscr ziit Henne Artz von der hirschafft wegen ynne wonit. 

6 b Census Nycolay. 

Item uff sante Nycolaus tag gefellit von den voyt- 
luden unde voytgerychte zcu Ebistorf 8 phunt hellir unde 
7 Schillinge pennyge. ») 

Winachten. 

Nota uff winachtin gybet die stad zcu Marpurg er 
bede, die nach unvirsast unde virwyset ist, dez waz 81 
marg pennyge unde 4 sol. hll. 

Item uff sante Stephans tag geben die von Werde 
zcu bewisunge 23. den. b ) 

Item uff den seibin tag gybet der molener von Werde 
von der molen da selbis zcu zinse x h marg unde zwey 
phund waßes sante Katherinen off dy bürg. 

Octava Epiphanye. 

Item uff den Achtzendin tag geben die von Fleckin- 
bol 8 marg von der voydie zcu Birgiln. *) 

a) Zusatz der gebit Andres Grebe 21 tor. unde Schikeman 21 
tor. unde Stubuß 12 s. penge unde Getzen hab 14? Schill, penge unde 
Mengir 9 schul, penge unde dii von Muschede 11 schul, penge unde 
dii [von] Wittilsperg 6 Schillinge penge. 

b) Zusatz und 10 1 /* fudir dorriis holtzciis czu bruwinde uff die - 
selben zciit. 



*) Die v. Fleckenbühl gen. Bürgel waren mit der Vogtei von Hess« 
belehnt. Vgl. Kopp Ausführliche Nachricht von der altern u. neuei 
Verfassung der geistlichen u. Civil-Gerichten etc. I. S. 358. 



— 195 — 

Item uflF den seibin tag gefellit von der voydie zcu 
Ebistorf 9 Schilling phennyge. 

Esto michi. 

Item uff den suntag vor Fasnacht geben die von 
Ciriaci Wimar 28 Schillinge hellir von erym fehe. 

Item uff den seibin tag von eyner fleyschbang vor 
Tyderich Schützen hus 5 gross., die sted ytzunt wüste. 

Invocavit. 

Nota der grund zcu Ebistorf gybet uffe den yrstin 
suntag in der vastin 20 marg phennyge, daz heyßet perde- 
gelt, dez get an den von Beltirshusen unde an den von 
Bortzhusen abe vier phund hellir, die wile sie virsast sin. 
So geborit myme herren 32 phund hellir. ») 

Palmen. 

Item uff den fridag vor Palmen gefellit von der 
voydie zcu Ebistorf 14 gross. 

Ostirn. 

Item uff den Ostirabint gybet y der ulener von Husen 
zwey hundert eygir. 

Expliciunt redditus pecunie. 

Dit sint die dynste von fyscherie, die uff daz 
lius zcu Marpurg dynen, durch daz iar alle wochen eyns 
an dem fritage unde in der vastin zwerint in der wochen 
unde in der fronefastin zwerint. 

Primo Henne Fyscher von der fyscherie zcu Widen- 
husen 3 tor. wert. 

Item Contzichen sin brudir von der fyscherie zcu 
Yberntzhusen ') umbe zwen Schill, hell» 

Item von der fyscherie zcu Cappele 4 Schillinge hellir 
wert, c) 

a) Darunter: Item uff dy selben ziit, mit namen wan man vier 
nune gefastit, gefellit eyn motte brymelis uß der molen, da Suß inne 
wonit, mit namen dy mole zu Nedernhusen. 

b) Fehlt bei C. 

c) 2 s. 



penge wert und fißchit Gerhard von Kappil C. 



*) Im J. 1387 mußte Eckel Fischer von Ybirtzhusen 16 Gulden Buße 
zahlen, „umbe daz he myme junghern nicht gedynet hatte«« (Marburger 
Rentmeisterrechnung). 

13* 



— 196 — 

Item von der fyscherie zcu Werde 4 sol. hll. wert. a ) 
Item von der fyscherie zcu Kolbe 4 gross, wert.b) 
Item von der fyscherie zcu Gyttingen dry Schillinge 

hellir wert. c ) 

Item von der fyscherie zcu Kerinbach 6 pennynge 

wert. <*) 

Item von der fyscherie zcu Gosfeldin dri phennyg 

wert. e ) 

7 b Zehinthauwe. 

Dit ist daz hauwe, daz da gefellit in dem gründe 
zcu Ebistorf. 

Primo Hossenhusen daz dorf 4 wenfol hauwes adir 
4 pund hl. dar vore. 

Item daz dorf zcu Erbinhusen 2 wenfol adir 2 pund 
dar vore. 

Item Hacheborn daz clostir 4 wenfol adir 4 pund hl. 
dar vore. 

a) Zusatz Dy ist Winrich halp gelehen unde ist daz ubirste 
teil dez waßirs und daz ander halbeteil hat Henne Fischer und gibt 
ouch 4 s. hll. wert davone. Die Stelle lautet bei C: Item Rotze von 
deme obirwaßir zu Werde 2 tor. wert fische. — Item von deme 
niddirnwaßir zu Werde Winrich 2 tor. wert fische. 

b) Die Stelle lautet bei C: Item von der fischerie zu Kulbe 2 tor. 
wert und fischit Kölhoppe. — Item daselbis zu Kulbe Lolhultz 2 
tornas wert. 

c} Die Stelle fehlt bei C. 

d) 9 pennig wert und fischit Eckil itzunt zu dißir tziid C. 

e) Darunter Sin zu der wochen 15 groß unde 1 den., sin zu 
eyme jare 78 punt unde 2 den. AN. Fehlt bei C, wo folgende Posten 
hinzukommen. Item von der fischerie zu Ronhusen 1 s. penge wert 
fische und fischit Klaus daselbis. — Item Lulhultz gibbit zu iglichir 
fronefastene 6 peng wert von dem stadin Rollynfach. — Item Heyntz- 
chin Anshelm von Seiheim gibbit alle fronefastin 6 tor. geldis vor 
fische von der fischerie uff der Ome. *) — Item Gottschalk 3 s. hellir 
zu Sarnauw. 



x ) Weitere Fischereigerechtsame in der Ohm, die die Landgrafen in 
dieser Zeit erwarben, behandeln folgende Urkunden. 1370 März 23 ver- 
kauften Hermann v. Anzefahr "Wappner, Agnes seine Frau und seine Kinder 
Johann, Katharine u. Hildegard dem L. Heinrich ihre Fischerei vor Anze- 
fahr, die sie an Hermann v. Hachen versetzt hatten (Gen. Rep. Ohm). 
1370 tauscht der Marburger Schöffe Paul Schütz sein Fischwasser auf der 
Ohm, genant Osszachtisstaden, an dem auch Hermann ßreuning beteiligt ist, 
mit dem Landgrafen gegen den Pfuhl und Graben an dem Kämpfwasen 
(Regelt ebenda ; B ü c k i n g Marburg, ein Führer durch die Stadt etc. S. 51). 
1400 März 11 und 1401 März 14 erkaufte L. Hermann von den Brüdern 
Gilbracht, Heinrich und Henne Riedesel, sowie von Hermann Flemmen 
und Genossen noch weitere Fisch ereigerechtsame auf der Ohm (Gen. Rep, 
Ohm). 



— 197 — 

Item Hacheborn daz dorf 6 wenfol adir 6 pund dar 
vüre. 

Item die von Ebistorf 9 l h wenfol adir 9*/2 pund. 

Item Heystinkeym 8 wenfol adir 8 pund der vore. 

Item die von Mulen 3 wenfol adir 3 pund. 

Item die von Husen 1 wenfol adir 1 pund hl. 

Item die von Laudenhobin 4 1 /» wenfol adir 4^2 pund 
hl. der vure. 

Item der hob zcu der Cappellin eynen halbin wen- 
fol hauwis von eyner wiesen, heyßet zcu den obirn erlin 
bii Heystinkeym. a ) 

Nota alle sunabinde durch daz iar gybet ye der 
karre, der saltz her veyle brengit, eynen seftir zcu zolle. b ) 

Zehinden. 

Dit sint die zehindin, die in dy rente zcu Marpurg 
gehorin. 

Primo gybet die zehinde zcu Ebistorf iares, wan man 
en virlyhet, zcu vorhur zwey maldir weyßes, zwey maldir 
gerstin, eyn maldir erbeys, eyn maldir kese, eyne mestin 
oleys, 14 phund waßes unde eynen vierdung phennyge, 
18 elin fleßins duches unde körn unde habirn nach dem, 
als die iar fruchtber sin unde wie man virpechtit. 

Item der zehinde zcu Hacheborne gybet zcu vorhur 
2 maldir weyßes, zwey maldir gerstin, 1 maldir erbeis, 
^yn maldir kese, eyne meste oleys, 14 phund waßes unde 
^ynen vierdung phennyge unde 15 elin duches. 

Item der zehende zcu Laudenhoben gybet zcu vorhur 
^wey maldir weyßes, zwey maldir gerstin, eyn maldir kese, 
^yn maldir erbeis, eyne mestin oleys, 7 phund waßes, 
^ynen vierdung uff den dysch unde 16 elin duches. 

Item der zehinde zcu Heystinkeym gybet zcu vorhur 
xmde der zehinde zu Molen dar mydde zwey maldir weyßes, 
zwey maldir gerstin, eyn maldir erbeys, eyn maldir kese, 
«eyne mestin oleys, syben phund waßes, eynen vierdung 

a) Zusatz Item Schrickede 2 wagen czehenthauwes C. Darunter 
Summa 42 1 /» wenfol hauwes AN. 44 1 /* wagen C. 

b) Darunter Item alle eygen lüde, wilch man sin ungnoßen 
nymmit, der gibt alle jar der herschaff ader der herschaff amptmane, 
der sy plegit czu beden, 2 pund hell, unde 8 hell. Wan nu der man 
gestirbt, so wirt der hirschaff von allem dem, das he gelaßen hat, ein 
czweyteil des guds, unde kinden und wibe gefellit ein dritteteil. Item 
ob der hirschaff eygen frauwe ein 6 (der Satz ist nickt fortgesetzt). 



8a 



— 198 — 

phennyge unde der flaszehinde odir lynen duch davore 
als die andirn, mit namen 18 elen. a ) 
8b Item Husen unde ouch Husen der zehinde gybet zcu* 

vorhur eyn maldir kese, eyne mestin oleys, 7 phunt waßes, 
eynen vierdung phennyge unde 12 b ) elin duches vor den 
flaszehinden. 

Item der zehinde zcu Schrigkede gybet zcu vorhur 
zwey maldir weyßes, zwey maldir gerstin, eyn maldir kese, 
eyn maldir erbeis, eyne mesten oleys, 14 phund waßes, 
eynen vierdung phennyge unde 15 elin duches vor den 
flaszehinden. 

Item von dem zehinden zcu Beltirshusen zcu vorhur 
1 maldir kese, eyne mesten oleys, 7 phund waßes, der 
flaszehinde adir duch da vor c) unde der winkauf 2 s. hell. d ) 

Item der zehinde zcu ßortzhusen gybet zcu vorhur 
1 maldir kese, eyne mesten oleys, zwey phund waßes, 4 
tornas. zcu winkaufe unde der flaszehinde odir duch da- 
vor, e) 

Item der zehinde zcu Hossenhusen gybet 1 h maldir 
kese, eynen seftir oleys zwey phund waßes 2 gross, unde 
der flaszende. g) 

Item der zehinde zcu Erbinhusen gybet zcu vorhur 
V2 maldir kese, V2 mesten oleys, zwey phund waßes, 1 
sol. den. unde 6 elin duches. 
9a Item der zehinde zcu Breydenborne *) gybet zcu vor- 

hur 1 / , 2 maldir kese, eynen seftir oleys, 1 phund waßes 
unde 1 Schilling phennyge. 

Item zcu Wermirshusen der zehinde gybet zcu vor- 
hur 1 maldir kese, eyne mesten oleys, zwey phund waßes, 
1 Schilling phennyge unde der flaszehinde. h) 

a) Darunter Item Heinrich Cremer, Frederich Budelirs son, unde 
Katherina Rincken dochter, sin eliche wirten, han erpliche yirkauft 
mym gnedigen junchern unde sin erbin er teil der dryer wesen czu- 
schen Birgiln unde Schonenstad gelegen, dii Andreas von Fleckinboil 
der eldiste Elbracht Rincken virkaufte, der eyne genand ist dii Hasil- 
wese, dii andere dii Birgwese dii dritte dii Gartenwese. 

b) u a 

c) Zusatz 12 eilen. 

d) Geändert in 9 s. hell. — Darunter Item der zehinde von 
Wittilsberg von yme teyl egkern als man das noch irfarn sal. Zusatz 
das heißit der hubenczehinde. Das Ganze getilgt AN, fehlt bei C. 

e) Zusatz 6 elen C. 

f) Zusatz zu vorhüre C. 

g) Zusatz ader 8 elen duchis davor, 
h) Zusatz adir 6 elin duchis darvor. 

l ) Landau Wüste Ortschaften S. 279. 



— 199 — 

Item der zehinde zcu Udinhusen gybet zcu vorhur 
*/a malder kese, i h mesten oleys, eyn phund waßes, 1 
Schilling phennyge unde 6 elin duches vor den flaszehin- 
din. ») 

Item der zehinde zcu Rosseberg gybet körn odir 
habirn, als man en virlyhen mag, eyn feit, unde daz andir 
feit enzehint nyt. b ) 

Item in dyßen vorgenanten zehinden allin gybet man 
iares daz körn unde den habern, nach dem als die iar 
fruchtber sin unde man sie best virlyhen mag. 

Item yn dyßen seibin vorgenanten zehinden gybet 
man ierliches zehint gense unde zehint hunere, alse ge- 
wonlich unde herkomen ist. c) 

Vorwerg unde höbe unde molen. 9 b 

Nota der hob zcu Okirshusen gybet iares, wie man 
mit eyme lantsydeln, der en ynne hat, virpechtit, wez he 
ierliches dreyt von körne, habirn, weyße unde gerstin. d ) 

Item der hob uff dem Glassekoppe gybet iares, wie 
man mit dem habemanne ubirkommet, der yn erbeydit, 
ouch also, e) 

Item der hob zcu Nyderwalgirn gybet, wie man ubir- 
kommet mit dem lantsydeln ouch also, unde zwo gense 
unde zwey hunere unde 1 fasnachthun. f) 

a) Darunter Item der wissinczehinde czume Kirchen unde czume 
Nedernwalde getilgt, fehlt bei C. 

b) Darunter Jtem der czehinde czume Nedernwalde gibt man 
jaris körn unde habern als he besehen wirt unde man en virlihen 
mag unde gibt [danach die getilgten Worte czu kleyme rechte unde] czu 
Vorhu(re) 1 motte oleys 2 malter kese, 6 sol. pen. czu winkauffe unde 
6 kleyne klaben flaßis unde 1 fuder strohis. Darunter Item der wesen- 
ozehinde czu dem Kirchen und czu dem Nedernwalde. 

c) Darunter Summa der vor hur 10 malder weyßis 10 malder 
fersten und 5 malder erwiis. 

d) Zusatz 2 torn. uff den tyschs und und 1 torn. zcu winkoyuffe. 
— Darunter Item [die] mole von Beltirshusen gebit jerlich czu stendem 
^Dachte 2 motte kornis unde 1 motte habern von eyme gude da selbiz, 
claz waz Frederich Hobeherren, der rentmeister waz. *) Fehlt bei C. 

e) Zusatz gibit das dryteyl allir fruchte (durchstriclien) 2 tor. uff 
clen tyschs und 1 torn. zcu winkoyuf. — Darunter Item ein hobichen 
gelegen czu Ebistorff genant Elbracht Schelkis gud, daz Frederich 
Kobeherren waz *), daz hat Happilchin Porsch (geändert in Andres 
Crebe) unde sal daz virpachten alse bescheidinlich ist, mit namen 
"von der wintirfrucht halb unde von der sommerfrucht daz dritteil AN, 
fehlt bei C. 

f) Zusatz und erbeidit den ytzunt Widdekint Rolen son von 

*) Vgl. o. S. 175 c). 



— 200 — 

Item eyn gut zcu Witteisberg gybet ierliches zcu 
stendim pachte 10 motte kornes unde 10 motte habirn.») 

Item der hob zcu Ebistorff, da Echart Bolan uffe 
sytzitb), der gybet ierliches zcu stendym rechte 4 maldir 
kornes unde 4 maldir habirn, zwo mestin oleys, zwo gense, 
zwey huner unde zwey fasnachthunere. c ) 

Item der hob in der Marpach gybet ierliche zcu 
stendem pachte zwey d ) maldir kornis unde zwey e ) maldir 
habirn. 

Walgirn C. Auf besonderem Zettel steht : Item Henne Widekind zu Nider- 
walgern eyn gudich[en], hatte Gumprecht von Stedebach *), hat 1 morgen 
an czweyn, 1 morgen an eyme lande uff daz ober feit gein Kene. — 
Item uff daz feit gein Obernwalgern 2 morgen an dren stugken. — Item 
uff daz nyderfelt gein der Loyne V 2 morgen an 2 lendern gein Wenke- 
bach uff der straße unde 1 morgen undir dem Hultzpole. — . Item 
Bechult Seilen uff y daz feit 1 morgen an [1] stugke, waz Henne Paffen 
gud. — Item Widekind Rulen son von Walgern von myns junchern 
hob AN Die Stelle lautet bei C. : Item 1 guldichin daselbis (zu Nieder- 
walgern) haid uff ye das feit 1 morgen landis ane stuckin und was 
Henne Paffen und virpechtet man das. — Item eyn gut daselbis, das 
hatte Gompracht von Stedebach und erbeidit nü Henne Widekint, 
haid 1 morgen landis ane tzwein stocken und 1 morgen an eyme 
lande uff dem obirfelde gein Kene und 2 morgen uff das feit geyn 
Obirn Walgirn ane dren stuckin und uff das niddirfelt geyn der Loune 
Wengkebach uff der straße 1 morge an 2 stucken und 1 morgen undir 
deme Hultzebale. — Item 1 gut czü Bechtmanshusen, wie man das 
virlihit und virpechtit by dem Kirchheyne gelegen. 2 ) — Item 1 gut 
zu Langensteyn gelegen bie deme Kirchheyne, wie man das virlyhit 
und virpechtit und lest Gelbrach von Radehusin 8 ) das ytzunt erbeidin. 
— Item andirs feie wisin vor deme Kircheyne, die leßit der rent- 
meistir selbir mehin. — Item eyne molen zum Kirchheyne ist bufellig, 
wie man die virlihit, und haid vortzidin gegebin 4 maldir kornis und 
1 fastnachthün zu erbe. Darunter Item der hob czu dem Nedern- 
walde, wy man en virpechtit mit eym e lantsiddil. — Item der hob czu 
dem Kirchen, wy man en virpechtit AN 

a) Darunter Item der hubenczehinde czu Wittilsberg gibt jerlichis 
wy man en besyt unde virlihen mag. 

b) saß C. Darüber den hat Andreas Capellir under eme AN 
fehlt bei C. 

c) Zusatz hait Endres Albrachtes broider CN 

d) ivi a 

e) iv« a 

f) Zusatz unde hait den ytzunt Henne Clingensteyn CN. 

1 ) Dieser verkaufte 1369 Jan. 4 mit seiner Frau Hylle Abgaben zu 
Niederwalgern an den Marburger Bürger Wippracht v. Biedenkopf (Gen. 
Rep. Walgern). 

2 ) Vgl. Landau Wüste Ortschaften S. 278. 

8 ) Er war im Jahre 1400 Amtmann zu Kirchhain (Gen. Rep. Kirch- 
hain). — Die beiden Höfe waren 1377 Juli 19 an Fye, die Witwe (Ludwig) 
Ubelackers von Eh ringshausen für 700 Gulden, die der Landgraf ihr noch 
schuldig war, zum Pfand gesetzt worden (Gen. Rep. Kirchhain). 



— 201 — 

Item der hob zcu Nyderwymar, der Guntram Schenkin 
virsast waz*), gybet ierliches . . . b ) 

Item Heinrich von Mulsbach c) gybet ierliches von 10 a 
eyme gudichen zcu Elinhusen 6 mesten <*) kornes unde 6 
mesten habirn.e) 

Item Gerlach f) von Elinhusen gybet da selbis von 
eyme gudichen andirwerbe eyn mutte fruchte, eyn iar körn 
unde daz andir habirn, unde eyne gans unde eyn hun. 

Item die nuwe mole vor Marpurg geyn Yberntz- 
husen gelegin, wan die unvirsast ist, so geben die Tutz- 
schen herren ierliches davon uff Mychahelis odir Martini 
11 maldir kornis, 6 maldir weyßes unde 4 phund hellir. 

Item die möle von Werde gybet ierliches 4V2 malder 
kornis unde 2 l h mesten kornis. g) 

Item der hob zcu Steynartzhusen gybet jerliches, wie 
man mit eme virpechtit. h ) 

a) Darüber den hat Heinrich Stungken son. 

b) Die Abgabe ist ausgelassen, später ausgefüllt 6 maldir kornes 
und 4 maldir habern AN, als man en forpechtit C. 

c) Geändert in Caubach Dämmen knecht von Wytirshusen dies 
in Wigand Grebe zu Caldern. 

d) mutte C. 

e) Zusatz und haid nü Engelsgaube (?) CN 

f) Geändert in Henne Pulir. 

g) Zusätze unde ist geluwen Hennen deß Gyczes sone vor 4 
Haider kornes. Die mole ist nu geluwin Ruetzin zu Werde vor 5 mal. 
kornes uff Mertin zu bezcaln unde vor 1 marg geld unde 2 pund 
Wassis gefaln uff sent Kathrinen altar uff die bürg unde sal mym 
gnedigen hern slahen sinen smalcz was he des bedarff an sinem 
rentehaep zu Marpurg CN. 

h) Zusatz der horit gein Wetter. Darunter Summa der vorwerg, 

iiobe und molin 13 maldir korns und 2 mutte korns und V 2 mestin 

korns, item 7 1 /« maldir habryn und 2 1 h mutte, usgenummen 2 höbe 

"Und eyne mole, die gebrant ist AN Der Betrag ist bei C. ausgelassen. 

darunter Item das zehindchen andersiit Elinhusen, daz da heißit umbe 

den Eppinberg. Daruuter Item Feldeckir czu Hademshusen, das myns 

junghern ist, mit namen dry morgen landis unde czwene garten unde 

«zwo wesen. Darunter Item dy mole czum Kirchen ist Heingin von 

Hatzfelt geluwen und hat he sy czu erbe entnomen umbe 3 1 /« maldir 

liartis kornis und umbe 1 faßnachthun, actum des mitwochins nach 

Andree anno lxx vni°. Dieser letzte Eintrag fehlt bei C. Darunter 

Henne Stracke {geändert in Welgsak) hat eyn land intnommen bii Ron- 

• busen, daz ist myns junghern, daruff set man 3 mestin fruchte und 

gibt daz sybinde seil und ist der alte medem«, waz fruchte daruffe 

waßen AN. 



— 202 — 

10b Vorstkorn unde habir. *) 

Primo gebin die von Guntzilndorf b) unde die von 
Nunnenhusen x ) jerliches 10 mestin vorstkorn unde 14 
mestin c ) vorsthabirn. 

Item Cappele 2 motte körn es unde 2 motte habirn 
unde 1 maldir habirn von erim fehe. 

Item Ciriaci Wimar 2 motte kornis unde 2 motte habirn. 

Item zcu Burbach alse menyg plug alse menig mestin 
kornis. 

Item zcu Schrigkede ouch also ye der plug eyne 
mestin kornis. 

Item Lamprachtishusen 2 ) 1 maldir vorsthabirn unde 
y der plug eyne mestin kornes. 

Item Muschede 6 motte vorsthabirn unde ye der plug 
1 mestin kornes unde 6 motte habern von erim fehe wan 
daz in den walt get. 

Item Beltirshusen y der plug eyne mestin kornes. 

Item Bortzhusen 3 motte vorsthabern. 

Item Gosselberg 6 motte vorsthabern unde y der 
plug eine d ) mestin kornes unde . . . e ) mestin f) habern, wan 
er fehe in den walt get. 

Item Okirshusen 5 motte habirn unde y der plug 
eyne mestin kornes. 

Item Yberntzhusen 2 motte habirn unde ye der plug 
eyne mestin kornes. 

Item die Marpecher 1 malder habirn von erym fehe. 

Item Nyderwimar 6 motte habirn von erym fehe, wan 
ez in die sneyde get. 

Item Sarnauw 1 maldir habirn von der Rukishelde. 

Item Gosfeldin 1 maldir habirn von der Rukisheldin. 

Item zcu Husen ye der ulener 1 /e maldir habirn von 
dem walde. g) 

a) Zusatz uff Michelis. 

b) Düntzilndorf C. 

c) Geändert in 1 malder. 

d) y der plug eyne geändert in 6 mesten. 

e) Die Zahl radiert. 

f) Geändert in 1 malder. 

g) Darunter Summa des korns 5 malder und 15*/2 malder habern 
usgenummen die pluge, was die sullen geben und die ulinner. Auf 
besonderem Zettel : Anno lxxix in die Michaelis (geändert aus sexta feria 
ante Galli). Item disse nachgeschreben han gedingit eyn jar in den 
Husir walt alse hernach geschrebin sted. Primo Contze Kleyndoppen, . 

*) Landau Wüste Ortschaften S. 283. 
*) Ebenda S. 288. 



- 203 — 

Medemekorn unde habir. *) n a 

Primo b ) in der Marpach gybet y der man zcu medeme 
1 mestin fruchte unde von dem lande, waz myns herren 
ist, 1 mestin gewaßes. 

Item die von Werde zcu medemen ouch also. 

Item der medeme zcu Obirnwalgirn den virlihet man 
iares nach dem als her besehin wirt unde gegebin mag. 

Item dem medeme zcu Okirshusen nach dem alse he 
virlyhen unde besehen wirt. 

Item der medeme zcu Mychelbach ouch also. 

Item der medeme zcu Nyderwalgirn also. 

Item der medem zcu Cappil also. 

Item der medem bii Kaldirn also. c ) 

Item der medem bii Debirtzhusen, daz da heyßet an 
der Hohenart also. 

Item der medeme an der Lutzeinborg ouch also. 

Item der medeme umbe Elinhusen also unde von dem 
Epinberge der zehinde. 

Item der medeme an dem Ortinberge also. 

Item der medeme zcu Burbach zwuschen Selheymer 
holtz gelegin unde dem Loneberge ouch also wie man en 
besyt unde virlyhet. 

Item der medeme by Ciriaci Wimar also. d ) 

Item der medeme hinder der frauwen hob von Nuren- 
berg also. 

Item der medem an der Casselburg l ) also. 

Item der medeme bobir der Elwinsmolen also. 

Item dar bobe ouch eyn medem also. 

Item der medem buber dem Galgenberge also. 

Item der medeme an dem Hanensteyne bewegen 
«3em cruce also. 

l-^artman Schindußen. Item Thomas Ulnir, Herman Monster, Heincze 
Becker Gerlachs son. Item disser vorgeschr. sal yglicher 12 werbe 
^ydin in deme jare unde sal geben iglicher 3 motte habern uff Michaelis 
"Vinde yglicher 300 eyger uff den Osterabint. Item Andres Gyr sal diit 
*Duch also halden als vorgeschr[ebin] sted. Item 1 quart. wyns. — 
Xtem Heintzeman Türe 3 hundert eyger uff Ostern von dissem jare. 

a) Zusatz uff Michelis. 

b) Darüber Item Conczichin Salwechtir 1 mesten fruchte von 
«yme lendichin czuschen dem Hene unde dem Dammersperg unde 2 
mesten fruchte von eyme eckere, waz Rupracht babir dem Wingarten 
unde bii dem Dammersperge. Fehlt bei C. 

c) Zusatz das da heißit an dem Rimperge. 

d) Zusatz in der Larbach AN Lorbach C. 

*) Landau Wüste Ortschaften S. 197. Heute Kirchspitze. Bücking 
Mitteilungen aus Marburgs Vorzeit S. 60 f. 



— 206 — 

Item eyn hob, der ouch der Heylmennen waz, 
legin bii dem Stege zcu Ebistorf, gybet eyn maldir weyi 

Item 1 mutte weyßes von eyme andirn voytgu 
lyt ouch bii dem Stege zcu Ebistorf, unde hat Bec 
Steyndeckirn. 

Item Herman Kolbe 5 motte weyßes von dem hc 
der bii dem kirchobe liit zcu Ebistorf. 1 ) 

Item die juncfrauwen von Hacheborne 2 maldir ui 
3 mestin von den zweyn guden, der eyns liit zcu Ebisl 
in der Zalgaßen, unde daz andir in dem Vurberg. 

Item der rode Getcze 3 motte weyßes von d 
gude, daz da waz der Hebirmeln, gelegin in dem Stoj 
zcu Ebistorff. 

Summa 7 maldir. 

13b Wettir. Habir. *) 

Dit ist die habir, die uz der graschaf zcu We 
jerliches gefallinde ist. 

Primo zcu Gyttingen 3 mutte habirn. 

Item zcu Sarnauwe 6 motte habirn. 

Item Gosfeldin 6 motte. 

Item Fryengosfeldin 2 ) 1 maldir habirn. 

Item Steynartzhusen 6 motte. 

Item Nunenhusen unde Rudenhusen 2 motte hab 

Item Brungirshusen 2 motte. 

Item Warzebach unde Obirn Amenauwe 4 1 /» mc 

Item Nydern Amenauwe 1 motte habirn. 

Item Dreysbach 6 mestin habirn. 

Item Asfe 6 mestin habirn. 

Item Buttilhusen 3 ) 6 mestin habirn. 

Item Ringishusen 4 ) 6 mestin habirn. 

Item Obir Wettir 5 ) 5 motte. 

Item Dudinhusen 6 ) 5 motte habirn. 

Item Symeshusen 7 motte habirn. 

Item Monichhusen 3*/2 maldir habirn. 

a) Zusatz uff Michelis. 



*) 1398 Sept. 7 bekennt der Frankenberger Schöffe Hermann v. Bai 
berg, einen von seinem Schwiegervater Hermann Kolbe ererbten ha 
Hof zu Ebsdorf zu Lehen erhalten zu haben (Gen. Rep. Ebsdorf ). 

a ) Später Brinigesfelde. Vgl. Landau Wüste Ortschaften S. 

■) Landau a. a. O. S. 208. 

*) Ebenda S. 211. 

») Ebenda S. 205. 

•) Ebenda S. 206. 



— 207 — 

Item Ernshusen 7 motte. 

Item Gebinhusen *) 2 motte habirn. 

Item Warmeshusen 2 ) 2 motte. 

Item Roda 1 maldir habirn. 

Item Wolkirsdorf 1 maldir. 

Item der Vorst 3 ) 1 maldir. 

Item Dalhusen 4 ) 2 mestin unde 1 maldir habirn. 

Item Hergirshusen 5 ) 1 maldir. 

Item Rosindal 3 x /2 maldir habirn. 

Item Bentref 6 ) 5 motte habirn. 

Item Albulshusen 1 maldir habirn. 

Item Brachfe a ) 6V2 maldir habirn. 14a 

Item Swartzenborne 6 mestin. 

Item Redinhusen 3 motte habirn. 

Item Bernsdorf 3 motte habirn. 

Item Nyderrosfe 2 maldir unde zwo mesten. 

Item Mittelnrosfe 6 motte habirn. 

Item Obirnrosfe 7 ) 4 motte habirn. 

Item Nyderwettir 6 motte habirn» 

Weyße zcu Wettir. c) 

Primo zcu Wettir die stad 2 maldir weyßes. 

Item Obirwettir 2 motte weyßes. 

Item Dudenhusen 1 motte weyßes. 

Item Nyderwettir 1 motte weyßes. 

Item Myttelnrosfe 1 motte weyß. 

Item Nydernrosfe 2 motte weyßes. 

Item Gyttingen 1 motte weyßes. 

Item Sarnauwe 2 motte weyßes. 

Item Gosfeldin 10 mestin weyßes. 

Item Fryengosfeldin 1 motte. 

Item Steynershusen 2 motte weyßes. 

Item Rudenhusen unde Nunenhusen 4 mestin. 

Item Wartzebach unde Amenauwe 1 motte. 

a) Brachtfe B. 

b) Darunter Summa avene 45 maldir und 3 mutte habern. 

c) Zusatz uff Michelis AN, B. 



*) Ebenda S. 208. 

') Ebenda S. 206. 

») Ebenda S. 236. 

«) Ebenda. 

») Ebenda. 

•) Ebenda S. 235. 

7 ) Ebenda S. 205. 






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— 209 — 

Item Lodewig Siegeren *) 4 marg. 

Item hern Erwin Lewin 3 marg. 

Item Andres Rodin 5 marg. 

Item Wolf Schenken 2 ) 6 marg. 

Item hern Heydenriche von Therinbache 4 marg.») 

Item hern Gerharte von Seibach 6 marg. b ) 

Item Johanne von Kranporg c ) 3 ) 5 marg. <*) 

Item Johanne von Linden 6 marg. e) 

Item Guntram Schenkin. f) 

Item den von Bydenfeld. g) 4 ) 

Item Crafte von Hatzfelt hern Guntrams sone. h ) 

Item Tammen von Witershusen 4 marg. 1 ) 

Hobegesinde Ion. 15 a 

Dit ist daz hobegesinde, dem man jares plyget rocke, 
körn unde gelt zcu geben. 

Primo zwene portener, gybet man yglichem zcum 
iare eynen rock, zwey maldir kornis unde 4 phund hellir. 
Unde dar umbe sollen sie ouch uff dem huse unde in dem 
höbe gereyde sin zcur erbeit, wan er eyn rentmeistir darf. 
Unde wan unser herschaf selbir zcu Marpurg werin, so 

a) Getilgt. Am Rande der ist dot. 

b) Zusatz der ist doit C. 
c} Krampach C. 

d) Zusatz der ist doit C. 

e) Getilgt. Zusatz ist doit. 

f) Zusatz 5 marg. Die Summe fehlt bei A. 

g) Zusatz 8 marg uff Martini, 
h) Zusatz 5 marg. 

i) Darunter Summa 200 guldin und 44 flor. geändert in 200 pund 
an 18 punt AM Fehlt bei C. 

*) 1366 Apr. 20 stellte Ludewig Slegereyn einen Revers aus über 
seine Belehnung mit 4 Mark Pfennigen zu Erbburglehen, die der zeitige 
Rentmeister zu M. so lange zahlen sollte, bis der Landgraf ihm ein anderes 
Burglehen zu Kirchhain anweisen würde. Dies war der Fall 1371 Juli 31, 
als ihm der Landgraf 8 Morgen Wiesen bei dem Werflohe bei der Stadt 
Kirchhain, die bis dahin zu des Landgrafen Amte daselbst gehörten, über- 
gab (Lehen). Die 4 Mark scheint Ludwig S. trotzdem weiterbezogen zu 
haben. 

*) 1357 Dez. 4 ward Wolf Schenk für 6 Mark Burgmann zu M. 
und gab dafür Lehen zu Homberg a. O. auf (Lehen). 1387 Jan. 13 
wurden (seinem Sohne) Henne Schenk 6 Mark Burglehen bezahlt (Rechnung). 

8 ) 1368 Nov. 29 reversierte sich der Wäppner Johann v. Kranporg 
gegenüber dem Landgrafen Heinrich, seine Mannschaft nimmer aufgeben 
zu wollen (Lehen). 

*) 1387 März 1 wurden Seyfred und Adolf Gebrüder v. Biedenfeld 
mit 8 Mark aus der Bede zu Wetter als Burgmannen zu Frankenberg be- 
lehnt (Lehen). 

n. r. BD. xiix. 14 



— 210 — 

plegit man en von höbe zcu eßen unde zcu drinkin zcu 
geben. 

Item die zwene tornhudir heldit man glych in der- 
selbin wyse. 

Item zwene wechtir uff dem sale in derselbin wise 
ane körn, dez yngybet man en nycht. 

Item dem eynen wechtir uff dem baghuse a ), Gerlache, 
gybet man vier phunt unde eyn maldir kornes, daz he 
hilfet backin unde andirs ouch gereyde ist, wan man sin 
darf, odir b ) e man Syfredin mydete, du gab man eme 
zwei maldir. 

Item dem andirn wechtir uff dem bachuse, Pfyfer, 
gybet man vier phund hellir unde eynen rok unde eyn 
maldir kornes, dar umbe daz he dez heyngartin ouch 
wartit unde andirs gereyde ist, wan man sin darf. 

Item zweyn wechtirn uff dem kornhuse unde eyme 
uff der portin bii der smytten gybet man iares yglichem 
vier phund hellir unde nyt me, hat man mit den zcu 
schigkin. <0 

Item eyme smede, der uff dem huse wanet, gybet 
man iares eynen rock unde zwey maldir kornis, umbe daz 
he gereyde sal sin unsirn herscheffedin zcu eryn pherdin 
unde andirs mit sime hantwerke, wo man sin darf bevornt 
eyme andirn. Unde wan unser herschaf zcu Marpurg ist, 
so phlygit he mit sime knechte zcu höbe gen zcu eßene 
unde andirs nyt, man eneysche en dan. 

Item den grebin spulgete man iares rocke zcu geben, 
dan ez en ytzunt eyn iar odir zwey virhaldin ist unde 
liez man sie selbir koufin. 
15 b Item d ) dem arnbrustir gybet man zcu dem iare eynen 
rok, 5 phund hellir unde 3 maldir kornes. So gybet he 
myme herren alle iar zwey gude steyreif arnbrust undn 
sal ouch unsern herschefdin zcu erin arnbrustin sehin »nH r 
gereyde sin zcu allin geziiden, wo man sin darf, ouch geV l 
he myt syme knechte zcu höbe eßen, wan unser herscha" f 

a) drye wechtir uff deme wachehuse C. 

b) Das Folgende später hinzugefügt. ^^^ 

c) Darunter Summa an gelde 44 punt ane körn und rogke A^^^l. 
Fehlt bei C. 

d) Darüber Actum [omnium sanc]torum (?) anno lxxxm (fe B^m lt 
bei C). Item den schrodern czwein gibt man jares 4 gülden (punt f ^.) 
und er yglichem eynen rogk, und sollen sy darumbe uff dem huse, Mn 
dem höbe und in der stad gereyde sin der herschaff uffczuschrod^fl 
und abczuschrodin, wan man en (er C.) bedarff und zusprichet, \L~xid 
wan sy czu höbe erbeyden, so gibt man en dy kost und andirs nyt, 
man eysche sy dan. 



/ 



— 211 — 

zcu Marpurg [ist.] Eyn rentmeistir gybet eme ouch iares 
bornholtz nach dem als en dunkit, daz sin notdorf sii. 

Item dem steyndeckir gybet man iares eynen rok 
unde zwey maldir kornis. Dar umbe so sal he unsers 
herren husunge iares stoppin, wo ez not ist. Unde ingyt 
man eme dar umbe nyt me, dan wan unser herschaf zcu 
Marpurg were, so get he zcu höbe eßen, ob he andirs zcu 
den geziiden erbeydit. Ouch wan he nuwe werg mechte, 
odir von gründe waz uff breche odir mechte, so gybet man 
eme die kost unde eynen Schilling den. zcu dem tage. 

Item dem zymmermanne gybet [man] iares eynen rok, 
daz he mit sime hantwerke unsirn herscheffedin gereyde ist 
vor allirmenlich, wan man sin darf, unde wan he erbeydit, 
so gybet man eme den tag 1 Schilling pennyge unde die 
kost. 

Item dem bodenbendir gybet man iares eynen rok 
unde 1 wenfol reyfe. Dar umbe sal he gereyde sin vor 
allirmenlich mit siner erbeit in unser herren kellir er fas 
zcu stoppen unde reyf ane zcu legin, wan dez not ist. 
Wan he ouch degeliche erbeit dut mit bindene, mit abelaße 
odir reyfe snyden, so gybet man eme den tag 3 schyllinge 
hellir unde keyne kost dan eyne soppin, odir zwene Schil- 
linge hellir unde die kost. a ) 

Item dem ulener gybet man iares eynen rok unde 
eyn maldir körn es. Dar umbe sal he kruse unde ulen 
doppen uff die bürg unde in den hob gebin, wan unser 
"herschaf zcu Marpurg ist. Wer abir daz kryg were, odir 
man kruse enweg vurte, da dut man eme vor alse ziit- 
lich ist. 

Item dem wingertir gybet man iares eynen rok, 4 
phund hellir unde dry maldir kornis. Dar umbe ist er 

a) Auf besonderem Zettel : Anno lxx°ix° feria quinta ante pente- 
costen (Mai 26) ist man ubirkomen mit eyme bodinbendere, das man 
deme sal gebin ye czu dem firteil jaris 2 1 /« Schilling tor., eynen rog 
czu dem« jare mit deme hobegesinde und eynen wenfol reyfen von 
dem Burgwalde. Hirumbe sal he der hirschaff gereyde sin das jar 
ubir allecziit, wan man sins handwergkis bedarff, mit namen reyffe 
czu cziiden czu hauwen und dy gereyde czu machen cziitlich, czu 
bindene, czu stoppen, czwey nuwe stugke czu walde hauwen und dy # 
bereyden, is sin an boddin an faßen adir an kulczobern, wilch under 
den allir nodiste tud in dem höbe ader uff der bürg. Weris ouch 
das man eme erbeyd müdete ußwendig Marpurg, da sal eme eyn 
rentmeister sunderlichen vone Ionen. Ouch wan he czu walde hau- 
wit czu den achte stugken, so sal eme eyn rentmeister eyn motte 
kornis geben czu sture czu siner kost uff dem felde. Bei C. nicht 
berücksichtigt. 



— 212 - 

eyn hudir unde eyn plegir dez wingartin unde daz dazcu 
gehorit vor allym andirn gescheffede, alse he gelobt unde 
gesworen hat, daz truwelichen zcu bewarin. 

Item eynen (!) fleyschauwer spulgit man iaris zcu 
gebin eynen rok, umbe daz he gereyde ist, fehe abe zcu 
dun unde gereyde ist zcu kaufene, wez man von fehis 
wegin dorfte. Unde dar umb lonet eme ouch eyn rent- 
meistir nach deme als ziitlich unde wonlich ist 
16 a Item die vurstir plegit man iares zcu kleydin. Dar 

umbe sin sy gesworn knechte ubir den walt und unser 
herren, unde sollen a ) sy den huden unde bewaren nach 
dem als en erb) e yt lyp ist unde er ere. Ouch solen sie 
alle büße, die en ensted, rügen unde vor eynen rent- 
meistir brengin unde sollen in vordirn was iares von dem 
walde gefallende ist, gelt, körn unde habirn. 

Item Syfrede dem beckir gybet man iares eynen 
rok unde 1 maldir körn. Dar umbe sal he backin unde 
gereyde [sin] uff dem huse unde in dem höbe, wan man 
sin darf. Ouch hat man biz her die kolen, die uff dem 
huse wordin, den beckirn gelaßen. 

Item den keiner kleydet man iares zwerint unde 
gab eme zwo marg zcu lone. 

Item den schriber kleydet man ouch zwerint in dem 
iare. 

Item der meyde c) in dem höbe gab man zwey phund 
[unde] vier schuwe. 

Item dem karrenknechte 1 marg, vier schuwe unde 
eynen rok. 

Item dem kuwehirtin 1 marg, vier schuwe unde eynen 
kydel. 

Item dem swinhirtin, wie man en dinget. 

Item Ulenfloge *) gybet [man] uff Mychahelis eyn 
mutte kornes, die wile he lebit. d ) 

Item der Tutzschen herren portener Heyntzichen 
gybet man iares uff Mychaelis eyn maldir kornis, die wyle 
he lebit. e) 

a) Zusatz, unde auf Rasur. 

b) Späterer Zusatz. 

c) den meden C. 

d) Durchstriclien. Am Rande der ist dot, fehlt bei C. 

e) Fehlt bei C. Darunter Item Hennen Fischer 1 rock AN, eyme 
Hennen Fischer C. 



l ) 1371 Juni 3 ließen Heinrich Uwelinflog und sein Stiefsohn Kon- 
rad dem Landgrafen Heinrich ihr Haus an dem Burgwege zu Marburg auf 
(Gen. Rep. Marburg). 



— 213 — 

Item eyns rentmeistirs winkauf ist iares von Ebistorf 

1 ye der bede zcu meye- unde zcu herbistbede ye 4 phund, 

Item zcu Kaldirn ye der bede 1 marg, 
Item zcu Lare ye der bede 1 marg, 

Item zcu Obirnwalgirn ye der bede V2 marg, 

Item zcu Cappele ye der bede 9 sol. hll., 

Item in der Marpach ye der bede 9 sol. hll., 

Item von Wettir weyß Johan Schriber 1 ) wol. 



Nota die von Solmeße han in dem gerychte zcu Lare, 16b 
1 yn virsast ist, 6 motte habirn, 6 marg zcu meye- unde 
marg zcur herbistbede unde eyn vierteyl der büße an 
1 fünf schilli[n]gin unde eyn vierteil an den gerychtis- 
nern unde 15 den. zcu lemerkaufe. 

Item in dyßen vorgenanten gerychtin Lare unde 
algirn gefellit iaris von y dem scheffir eyn hamel unde 
jcu gerychtishuner unde eygin huner als sich daz ge- 
rit nach den luden. 

Item in dem gerychte zcu Ebistorf daz selbe. 

Item in dem gerychte zcu Kaldirn unde Wettir gra- 
taf ouch also. 

Item zweyn wechtirn bobir der keltirn unde eyme 
der porten bii der smytten lonet die stad. 

Dyße a ) lüde han sich an mynen herren unde 
ichern gekauft anno etc. lxxin. b ) 

Primo Yde von Rymershusen unde alle ere kind umbe 
-n Frederichen von Bicken. 

Item Heynrich von Wigershusen unde sin gebuseme, 
- sin 19 menschen unde die da von komen. 

Item die Zwigen zcu Elnhusen unde er gebuseme, 
" sin ytzunt zwelf menschen unde die da von kommen. 

a) Darüber Item Gele von Gindernahe und er drii sone, dy zu 
:oldishusen wonen, hören mynem junghern ane. — Item Lukele 
Hertzhasen und er brudere czu Anchingeseße hören ouch mynem 
ghern ane. — Item Contze Snyder, Denhard und Heinkil gebrudere 
1 Lare han sich an mynen junghern gegebin. 

b) Geändert aus lxxmi. 



*) Schreiber ist wohl als Eigenname aufzufassen, vgl. Wyß II 905, 
5, 1189, 1219. Sonst vgl. o. S. 172. 



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— 215 — 

Item 1 maldir weißis, der gibit die stad Wettere 2 
alder und das lant 4 1 /» maldir und gefellit Michaelis. 

Item eyn medeme zu Gittingen, ist myns junchern 
lp und des stiffitis zu Mentze halp. 

Item eyn medeme zu Nedirn Roisphe, genant zu den 
Dxradirn ouch also. 

Item eyn medeme in dem hindirfelde zu Niddir 
etter ouch also. 

Item eyn medeme an dem Dannenberge *) vor Meln- 
g ouch also. 

Item eyn medeme Gebichtinberge züschin Melnhug 
id "Wettere ouch also. 

Item eyn gut medeme Hoynrade auch also. 

Item eyn medeme an deme Rodenbache auch also. 

Item medeme zu Wolmar by Battinburg uff der Breide 
legen ouch also. 

Item eyn gut medeme zu Dreisbach gelegen auch also. 

Item eyn medeme gelegen ane deme Amenrade by 
artzebach ouch also. 

Item eyn medeme zu Nedirn Amenaüwe ouch also. 

Item eyn medeme zu Nonnenhusen by Kaldirn 
legen 2 ) ouch also. 

Item eyn medeme zu Obirn Amenaüwe ouch also. 

Item eyn a ) medeme by deme Wailberge; und disse 
rgeschriben medemen syn mynis junchern halp und 
irnis hern von Mencze halp. 

Item eyn eckir zu Roisphe ane deme Berintale, das 
»demerecht ist mynis junchern halb. 

Item [eyn] eckir zu Roisphe in deme Wickingrunde, 
r medemet myme junchern halb. 

Item zu Dreisbach von den waltwißin gefellit myme 
ighern 1 marg und dem stiffte zu Mentze also feie. 

Item 9 tor. addir 1 pund hellir gebin die hern von 
esintfelt von deme walde und deme steffte also. 

Item 1 phunt hellir gebin die Dutschin herrin von 
m walde von orhulcze, von koln, und disse golde vor- 
schriben gefellit Walpurgis. 

Item 6 penge Martini von eynir wißin by Brungirs- 
sin und Kaldirn. 

Item 1 s. hellir gibit Heintze Sondag uff Martini von 
nir wesin yn dem Burgwalde. 

a) Vorl. eym. 



*) Dami 
*) Lan 



Dammberg ? 

dau Wüste Ortschaften S. 202. 



— 216 — 

Item eyn hob zu Steynirtzhusen ist mynis junchern 
alleyne und haid eynir undir eme, der heißit Konraid 
Rudolfis. 

Item eyn hob zu Monchusin, ist mynis junchern alleyne 
und haid eynir undir eme, heißit Contzichin Rodin. 

Item eyn hap zu Monchusen, haid undir eme Arnult 
Monchobir. 

Item derselbe Arnult Monchobir gibbet myme junc- 
hern jerlich 2 gense, 2 hünir, 1 sefftir oleys von [eyme a )] 
gude zu Monchusin. 

Item 1 tzende zu Gebichinhusen *), den erbeidin die 
von Wesintfelt, und ist der tzehinde mynis junchern 
alleyne und gefellit jerlich 1 punt hellir geldis adir 1 fudir 
hauwis davone. 

Item die eigen lüde geyn Wettir hören gebin myme 
junchern jerliche zu iglichir bede 1 punt hellir. 

Item zu Michaelis gibit die stad Wettere myme junc- 
hern l l /a punt hellir, das heißit brugelt. 

Item uff sente Stephans dag gefellit myme junghern 
gelt zu Amenauwe, das heißit Stephansgelt und inweiß 
Heinrich Wettirman nit, wü feie des ist und wel he das 
gerne irfarin, so he irst mag. 



Nota dye von Franckinberg syn keyne merkere in 
den Burgwalt. Dar umme plegen sye jerlich dar yn zu 
dingen 1 jar von eyme sente Michilsdage bis ane den 
andirn, und dingit daryn, wen den gelustit und gibit iglich 
wegen myme junchern 1 motte habirn und deme stiffte 
zu Mentze also feie und heißit wagenhabire. 

Item alle durffere umme den Burgwalt und Waleberg 
gelegen, die nicht merkere dar ynne syn, plegin jerlich 
dar yn zu dingen, und gibit yeder wagen uß den dorferin 
myme junghern 1 motte habirn und myme hern von Mencze 
also feie und sullin die orhultze weden und lesin, erlin 
und aspen hauwen und burnenhultz, und wer andir hultz 
hauwit, der sal das virbußin. 

Item das kloistir Kaldirn unde der hop Brungirshusin 
han vier wagen und plegen jerlich in der Wailbergir 
[mark b )] zu dingen umme bornehultz, wan sie des gelustit, 

a) Fehlt in der Vorl. 

b) Fehlt in der Vorl. 



*) Landau Wüste Ortschaften S. 208. 



— 217 — 

und gebin von iglicheme wagen myme junchern l k maldir 
habern und dem stiffte zu Mentze auch also feie, das ist 
myme junchern 2 maldir und deme stiffte zu Mentze 2 
maldir habern. 

Item nota disse nochgeschnferc dorffere Ernsthusin, 
Monchusin, Obirn Roispe und Nedirn Roisphe, Mittiln 
Roisphe, Gittingen, Steynirtzhusen, Nedirn Amenawe plegen 
jerlich umme Walpurgis yn den walt zu dingen mit erme 
fehe, und gibit ye das durff 1 maldir habirn me addir mynir, 
wie sie mit der herren knechtin bedingen und dar noch 
sie fehe han und als daz gelegen ist, und heißit das walt- 
habere. a ) 

Item diit ist dy meybede unde herbestbede, 
dy da jerlich myme junghern dem lantgrafen ge- 
feint in dem gerichte zu Ebisdorff. *>) Dy selben 
czwo bede mag myn jungher ader sine nachkommen 
ineren und mynnern nach beßerunge unde ergerunge des 
landes. 

Item daz gerichte zu Ebestorff gibbet zu meybede 
28 margk. 

a) Hiernach auf der nächsten Seite : Dy t syn burglehen zu Grunin- 
berg. Wir Herman von goddis gnaden lantgrave zu Hessen bekennen 
vor uns unde unser erben in dyßem uffen bryffe, daz wir Henne 
Ridesyl den eldesten unsern lieben getruwen zu unserm burgmanne 
han genomen unde entphangen unde han eme unde synen lybeserben 
zu burglehen gelihen unde lyhen in crafft dyßes bryffes dry marg 
geldes Grunberger were, dy en alle jar werden und gefallen sullen 
uff sente Martins dag uß unser bede unde rente da selbis zu Grunin- 
berg unde eynen halben garten gelegen vor unser stad zu den Gyßen, 
den selben garten her Johan Ridesyl ritter unde VolprecM syn.son 
unsern lieben [hier ist anscheinend eine Stelle ausgelassen] auch halp 
han, unde suln Henne Ridesel unde syne liebeslehenserben daz 
burglehen geyn uns virsten virdynen unde von uns haben, als burg- 
lehins recht ist, an geverde unde an argelist. Dyß zu Urkunde han 
wir unser ingesigel vor uns unde unser erben an dyßen hvief laßen 
hencken. Datum anno domini millesimo cccc°vii° feria quarta proxima 

Sost diem beate Lucie virginis. *) — Darunter: Ich etc. lantrichtir zeu 
[essen bekennen yn dißim uffen briffe, daz N zceugir dißes briffes 
den lantfridde gesworen hait unde eyn recht kauffman ist, dit neste 
angehinde jar uff datum dißes briffes syne kauffman schaez suchet 
unde wandert ubir land unde synen zeöl unde geleide gibbet, unde 
habe deß zeu Urkunde myn ingesigel uff dißen briff zeu rucke thun 
drucken. Datum anno domini millesimo quadringentesimo tredeeimo 
dominica Invocavit. 2 ) 

b) Corrigiert aus Mar pur g. 

*) 1407 Dez. 14. 

*) 1413 März 12. Vgl. Rommel Gesch. v. Hessen II Anm. S. 169, 21. 



— 218 — 

Item zu demselben male 12 pund von den eygen luden. 

Item uß dem gerichte czu Lare 22 margk a ), des 
werden graven Johan von Solmße 6 margk, hern Johann 
Moniche von Buchsegke 13 gülden. So wirdet myme 
junghern daz uberige. 

Item daz selbe gerichte gibbet 5 punt eygener bete. 

Item uß dem gerichte zu Wymar gefellit 8 margk. 
Der werden her Hosen kindern zu burglehen 4 margk, 
dy andern werden myme junghern. 

Item 1 margk von den eygen luden. 

Item uß dem gerichte zu Kaldern funff margk und 
4V2 pund eygener bede. 

Item von den eygen luden in dem Rodenbule 7 pund hell. 

Item von den eygen luden zu Martorff 6 Schill, phe- 
nynge Marpurgescher were. 

Item von Muschede 5 margk bede. 

Item dy lüde zu Cappel 2 punt und 4 Schill, phe- 
nynge zu bede. b ) 

Item dyt ist dy herbestbede, dy diße nachgeschrien 
gerichte myme junghern gebin jerlich. 

Item daz gerichte zcu Ebestorff 38 margk. 

Item daz selbe gerichte 12 pund eygener bete von 
eygen luden. 

Item daz gerichte zu Lare 26 margk, der werden 
graven Johanne von Solmße 6 margk hern Johann Moniche 
von Buchsegke 13 gülden und myme junghern daz uberige. 

Item 5 pund eygener bede. 

Item Wymar daz gerichte 8 margk, der werden myme 
junghern 4 margk und hern Hosen Kinder 4 margk zu 
burglehen. 

Item eyne margk eygener bede. 

Item Kaldern 6 margk und eygener bede funftehalb 
pund heller. 

Item von den eygen luden in dem Rodenbule 7 pund. 

Item von Martorff 6 Schilling phennynge. 

Item von Musschede funff margk. 

Item dy lüde zu Cappel 2 pund hellere und 4 Schill, dn. 

Item Obern Walgern ist vorsast c ) *) 

a) Hier folgte herbestbede; wieder durchstrichen. 

b) Darunter Item Obernwalgern 5 margk. 

c) Zusatz und gibbit 6 margk. 



*) Revers des Ritters Emmerich v. Linden und seiner Ehefrau Else 
vom 10. Nov. 1375, daß ihm Landgraf Hermanu versetzt habe „sin ge- 
richte und dorfere zu Abirnwalgern, Brachte unde Eczilmolin, Hulczhusen 



— 219 — 

Item uß dem gerichte zu Schonenstad zu herbestbede 
10 margk und zu meybede nicht. 

Unde diße vorgeschribene bede von den eygen luden 
stet auch hir forne in dißem register. ') 

Nota disse nochgeschriben husunge, eckere, 
garten und zinse sint unsirme genedigen junchern 
deme lantgrebin von Ruperachte Wißgerbir seligen, 
vor zidin schultheißin zu Marpurg, zugefallen. 

Czum ersten eckere vor der stad Marpurg umme 
das heilige crutze und by Ockirshusin gelegen 2 ), alse dye 
sedir Ruperachtis dode geerbeidit syn von unsirs junc- 
hern wegen. 

Item die hüsunge, schüren und stallunge zu Marpurg 
geyn den Barfußin ubir gelegen 3 ), also unsir jungherr die 
sedir Ruprachtes dode besäst und bestalt had. 

Item eigen lüde, die Rupracht selige egenant umme 
Ludewigen von Alnae gekaufft hait und in dem Rotz- 
berge geseßin syn, han lange ziit gegebin zu herbistbede 
drii phunt hellir und syn nü virstorbin, das sie nicht me 
gebin dan eyn punt hellir zu herbistbede und er eygen 
hünir, und bedit und hunirt disse lüde eyn schultheiße zu 
Wimar von unsirs jünghern wegen. 

Item eyn garte a ) zu Marpurg ane deme Klingilberge 
den haid Johannes von Fronhusin b ) zu erbe und gibit da- 
vone uff Martini ses s. penge Marpurgir were, 1 punt 
waßis und 1 sefftir oleys.c) 

Item Henne Pitzsch eyn schuchworte gibbit 5 s. penge 
von eynir schuchschirne gelegen zu Marpurg 4 ) geyn der 
Rosinecken ubir, und haid he der nicht zu erbe. 

a) Zusatz unde hus. 

b) Der Name geändert in Herrn an Colner. 

c) Zusatz hoid nu Contz Weyner. 



und den hob zu Stedebach", seine Rente und Gefalle zu Nydirwalgern, 
sein Dorf Damme, Nandulczbusen und Willirshusen. Gen. Rep. Walgern. 

*) Vgl. o. S. 174 ff. 

f ) 1356 Mai 6 verkaufte der Frankenberger Schöffe Hermann v. Cassel 
Ruprecht W. seine Äcker vor der Stadt M. und zu Ockershausen u. 1380 
Juli 25 verkauften Ritter Volpracht Hose und seine Frau Juliane ebenfalls 
3 Äcker zwischen M. und Ockershausen an ihn. Urkunden der Familie 
Weißgerber. 

8 ) 1362 März 17 verkaufte das Kloster Altenberg Ruprecht W. eine 
Abgabe von 7 1 /* Schillingen aus dem Hause in der Barfüßerstraße zu M. 
und der Schuhschirn daselbst, und 1370 April 26 erkaufte R. W. die beiden 
früher schon lebenslänglich besessenen Häuser des Klosters auf ewig. Ebenda. 

*) Vgl. die vorige Anm. 



— 220 — 

Item Emelud Wigant Hultzschuwirs frauwe gibit zu 
erbe 6 s. penge, 1 phunt waßis und 1 sefftir oleys von 
eyme garten. 

Item Heintze Okirshusin genant in der Klusin a ) gi- 
bit jerlich uff Martini eyn phunt hellir geldis von eyme 
garten zu Okirshusin erplichen. 

Item Rufil Rodichins son gibit 1 punt hellir von 
eyme garten zu Okirshusin erplichen, b) 

Item eyn garthe vor den Barfußin ane dem orte ane 
Diederich Schützen garten, den haid Katherina von den 
Saßin, die sprichit, myn juncher habe er den gegebin. 

Item eyn garte vor den Barfußin, hatte Elbracht 
Scherer czü erbe vor 6 s. penge, den haid nü Petir Syn- 
ning mynis junchern schribir. c ) 

Item eyn garte da selbis vor den Barfußin gelegen 
bobir deme wege haid Rule der rentmeistir zu erbe vir- 
lehin, mit namen eyn stucke Heinckemanne bodinbendir 
vor zwo mestin oleys jerlich uff Martini. 

Item Kontze Fredehelmir d) gibit von eyme stücke 
desselbin garten tzwo mesten oleys ouch erplichen uff 
Martini, e) 

Item Ditwin von Wershusin f ) gibbit von eyme stucke 
desselbin garten 2 mestin oleys erplich uff Martini. 

Item Henne Capellirs g) gibbit jerlich von eyme stucke 
desselbin garten eyn mutte oleys uff Martini. 

Item eyn gud zu Demshusin hatte eynir undir eme, 
hieß Andres, der ist doit und gap uff sente Stephans dag 
jerlich davone 7 tor. und liit nü wüste und 1 gans und 
1 hanen und 1 fastnachthün. 

Item Ortwin gibit von eyme gude zu Lare jerlich uff 
Martini 6 s. penge geldis und galt das vor tzidin 8 s. penge 
und mag man das hoher vorlyhen, wan man kan, und gibit 
1 fastnachthün. 

Item eyn güd zu Nandolshusin, wie man das virlihit, 
und hatte das Loubirbechir b) undir eme und gebit davon 

a) Geändert in Henne Smenkis, dies in Hencze Bickel. 

b) Zusatz haid nü Eghard Bigkel zu erbe vor eyn phunt heller 
geldes. 

c) Petir Synning etc. ist geändert von der gleichen Hand in Heintze 
Stergke, dann die Stelle hatte Elbracht etc. in hait Lotze Hulsbach zu 
erbe vor etc. 

d) Geändert in Henne Wommultshusen. 

e) Zusatz haid nu Contz Brugkeman zu erbe. 

f) Geändert in Eynolff. 

g) Henne Capellirs geändert in Radhose. 

h) Die Stelle geändert in und hat das Herman Sch&stabe. 



— 221 — 

zu dissir ziit 1 punt hellir uff Martini, eyne gans und 1 hun 
und galt vor tzidin 14 s. penge geldis und gibit ouch eyn 
fastnachthun. a ) 

Item eyn gud zu Damme, wie man das virlihit. *) 

Item Heintze Tzockeswert gibit nun s. penge von 
eyme gude zu Michilbach jerlich uff Martini und 1 fast- 
nachthun. *) 

Item eyn huschin an deme Leckirberge babir Heymen 
huse ist wüste und galt vortzidin 8 s. penge. b) 

Item eyn huß abin darane ist wüste und galt vor- 
tzidin 6 s. penge. 

Item Müd zymmirman c ) 3 phunt hellir uß eyme huse 
vor deme Dutschinhuse, dar uß gab Johan Gastknecht 
vorzidin 2 1 /2 marg penge. 

Item Heintze Paules von Werde gibbit uß eyme huse 
daselbis 2 marg penge erplichis zinsis uff Martini. 

Nota disse [noch]geschrebin <*) höbe gude gul- 
de und zinse hant Peter Junge und Ysindrud syne 
husfrauwe myme junchern uffgelaßin und ge- 
gebin. 3 ) 

Primo eyn hap zu Fronhusin ane der Lone und haid 
Girlach Hackingeil undir eme und gibit jerlich da vone 

a) Zusatz hoid nfi Henne Zan umme eyn phunt und haid des 
nicht zu erbe. 

h) Später beigeschrieben Hentz Ganbach. 

c) Geändert in Petir Pytißch. 

d) Die Vorlage hat vorgeschrebin. 



*) 1343 Sept. 30 verkaufte Arnold Beseleyth gewisse Abgaben aus 
seinem Gute zu Tamme an R. W. Urkk. d. Fam. Weißgerber. 

') Die Witwe Hermanns v. Hohenfels, Berloeck, verkaufte 1353 März 11 
an Ruprecht und Gertrud W. ihr Gut zu Michelbach. A. Heldmann 
Zeitschr. XX S. 267 n. 118. Vgl. o. S. 175 c) und 214 a). 

•) Am 27. Sept. 1398 stellten Petir Junge von Bürbach und Ysin- 
drud, seine Ehefrau, dem Landgrafen Hermann eine Urkunde aus: Nach- 
dem sie vorzeiten ihr Eigen und Erbe, das ihnen von Wigand von Hirzin- 
hein, ihrem Schwager und Vetter, auferstorben war, gegeben und aufgelassen 
haben, so lassen sie ihm nunmehr zum andern Mal folgende Güter auf: 4 
Höfe zu Michilbach „unde andirs sundern eckere und garten daselbst", 1 
Hof in der Atzbach zwischen Schrickede und Bürbach, 1 Garten zu Bur- 
bach, */i Malter Korngeldes erblicher Gülte auf Bonensagks Gut zu Schrickede, 
1 Hof zu Hulczhusin vor dem Scheneberge (Sennberg, also Rauisch-H.), 
1 Hof zu Fronhusin an der Loyne, 1 Hof zu Hulczhusin by Stedebach, 1 
Hof zu Wypulczhusin, 1 Gut zu Hulczhusin an dem Strichinberge, 1 Hof 
zu Demtzhusin, 2 Höfe zu Hirtzinhein, 1 Gütchen zu Gindirnae, 1 Hof zu 
Ludenhobin, 8 Mark Geldes auf der Stadt zu Grunenberg, 1 Haus zu Mar- 
burg bei Hans Kuppersmede, ein Haus daselbst bewohnt von Else Böse- 



— 224 — 

9 morgen landis, item 1 morgen wesin gebin 2 fudir 
hauwis und virpechtit man den hap alse der gefruchtigit 
und gewonlich ist. 

Item von demselbin habe 4 gense, 4 hanen und 1 
fastnachthün. 

Item eyn hab zu Fronhusin ane der Loüne, hatte 
Heintze Bickenir undir eme, und haid uff das feit geyn 
Brackinborn *) 8 morgen landis und uff das feit gein Poleis 
wege 8 morgen landis und uff das feit geyn Udinhusin 
8 morgen. 

Item eyne wese, gibit 1 fudir hauwis. 

Item gab he von eynir wesin 1 marg penge zu zinse 
jerlich über den pacht, und ist uß der wesin nü 1 eckir 
wordin. 

Item virpochtit man denselbin hob, alse he gefroch- 
tigit und gewonlich ist. 

Item gibit man jerlich davone 2 gense, 2 hanen und 
1 fastnachthün. 

Item eyn güd zu Ebistorff, das erbeidit Endres Grebe, 
und ist genant das gut in der Steingoßin und gibt jerlich 
darvon 2 maldir kornis und 1 maldir habirn, 1 gans, 1 
hanen und 1 fastnachthün stendis pachtis. a ) 

Item Foupil Henne b ) gibit 6 mesten kornis uff eyn 
jar und 1 motte habirn uff das andir jar und uff das dritte 
jar nicht, von eyme gude da selbis, und erbeidit dit gud 
ytzunt Andres Grebe der junge. 

Item Ludewig Burnschurec) gibit uff eyn jar 6 mestin 
kornis und uff das andir jar eyn motte habirn und uff das 
dritte jar nicht, ouch von eyme güde daselbis, das liit 
ytzunt wüste. 

Item eyn gud zu Ebistorff, das hatte Kontze, Andres 
Grebin eydin <0, undir eme und haid nü der smed undir 
eme und haid das gut eyn habestad in deme dorffe und 
haid uff das feit geyn Hacheborn 3 v n morgen landis und 
uff das feit gein Heistinkeyn 3 morgen landis und uff das 
feit geyn deme Baidirscheide 2 1 h morgen landis, und vir- 
pechtit man das alse gewonlich ist. 

Item so gildit dasselbe güd jerlich und erpliche 6 tor., 

a) Dabei geschrieben Endres Boddenbendir, Albrachtes des grebin 
broidre. 

b) Am Rande Endres. 

c) Am Rande Endres. 

d) Am Rande Endres. 

J ) Vgl. Landau Wüste Ortschaften S. 193. 



— 225 — 

2 gense, 2 hanen und 1 fastnachthün uff den altar zu Windin 
und VI 2 motte habirn. 

Item eyn hop zu Ebistorff erbeidit Eckel Stephanis ») 
und haid der uff iglich feit 9 morgen landis und übiral 
eynen morgen wesen und virpachtit man das, also gewonlich 
ist, und gibt jerlich 2 gense, 2 hanen, 1 fastnachthün. 

Item eyn hop zu Laudinhabin, erbeidit Konckil Glymen 
und haid uff das feit gein Hacheborne 10 morgen landis 
und uff das feit geyn Hirtzhusin 8 morgen und uff das 
feit geyn Heistinkeyn 8 morgen und 1 morgen wisin, gibit 
eyn fudir haüwis und gibit stenden pacht 2 x /2 maldir kornis, 

2 maldir habirn, 2 gense, 2 hanen und 1 fastnachthün.^) 

Item 1 wese genant zu den Stegen, disse wissin leßit 
der rentmeister selbis zu hauwe machin und uß dem gude 
getzogen, und ouch die Korbiswisen und die Pauleswisin. 
Disse egenanten wißin drii haid der rentmeister virlehin 
Endres Grebin dem jungen vor 2 punt hellir uff Martini. <0 

Item eyn güd zu Hacheborne, das hatte Gauwir und 
erbeidit nü Herman des rentmeistirs brudir, und gil^it 
jerlich stendis pachtis 2 maldir habirn und 2 mesten oleys, 

3 gense, 3 hanen und 1 fastnachthün, und haid uff das 
feit geyn Burbach 7 morgen landis und uff das feit Ybin- 
rade 1 ) 6 morgen und uff das feit Rodebach 2 ) 6 morgen 
und 1 wesin vor dem Ebistorffir erlen, die gibit 1 fudir 
hauwis, genant die Santwese. Item die wißin Rudhardis- 
struche und 1 läppe in der Krebisbach gibbit eyn fudir 
hauswis. d ) 

Item [eyn]e) gudichin zu Heistinkeyn, hatte undir 
eme Heintze Smede und haid 4 morgen landis, der ligen. 
2 morgen landis bii Heistinkeim und 2 morgen landis uff 
deme Stockfelde, und höret eyn wese dartzü, die gibit 
jerlich 1 punt hellir und 2 hanen und ist genant die Wil- 
hartswise, und virpechtit man dit alse gewonlich ist. 

Item eyn gudichin zuschin Beltirhusin und Moschede 
gelegen, das was halp Kontzen Grebin und haid undir 



8 



Am Rande Symon Schiintze. 

Am Rande Herrn Helfferichs. Zusatz Dit gudt hait Hermann 
Helffers sin son. 

c\ Am Rande Endres Boddenbender. 

d) Am Rande Henn Luckeln. 

e) Fehlt in der Vorlage. 



Wüste Ortschaften S. 287. 



x ) Landau 
*) Ebenda 28 

N. V. BD. XXIX, 15 



— 226 — 

eme Henne Kaie zu Muschede und düt he davone, wie 
man eme das virlihit. 

Item eyn gudichin zu Ludinhabin, genant Stangen 
gud, und had undir eme Schemel, und gibbit jerlich da- 
vone 6 mesten kornis und V2 maldir kese, und ist dit gud 
und disse gulde mynis junchern eyn dritteil und nicht me. 

Item eyne kleyne wese gelegen by Heistinkeyn vir- 
lihit man jerlich vor 2 s. penge, gelegen in der Herwesin. 

Item eyn sodiln wißin, gelegen bii der Heistinkeymir 
erlin und by erme anespanne, wie man die virlihit. 

Item a ) eyn gudichin zu Schonenstad gelegen, hatte 
Crauwil undir eme, und gab jerlich davon 9 s. penge zinsis 
uff martini und liit wüste. 

Dit sint die habe, gude und zinse, die unserm 
genedigen junghern von Johanne yn dem Habe 
zu gefallin sy[n]. 

Czum ersten 1 groiß hab zu Witteisberg und was 
dit zu gehorit. 

Item eyn hap zu Muschede, den haid myn juncher 
Rulen rentmeistir virschrebin und syn lebetage gelehin. 

Item eyn hap zu Eylon ! ), der lit wüste. 

Item uff den habin zu Debrachtishusin 4 maldir 
kornisgeldis. b ) 

Item 5 maldir korngeldis uff hern Hasin hap zu 
Okirshusin. 

Item das gemalete gadem by deme Dutschin huse 
und die garten daran. 

Item das gadem uff der Nüwenstad und die garten 
darane gelegen. 

Item zu Widinhusin eyn huß, rame, garten und was 
dartzü gehorit, das Habestedirs was. 

Item 2V2 marg geldis uff Hillen Schonenbechin huse, 
da sie ynne wonet, erplich zinsis. 

Item 1 marg geldis erplichis zinsis uff der Habestad 
by Hillen Schonenbechin, und haid die Wigant Klinghard 
undir eme und eyn stal daruff gebuwit. 

a) Dieser Eintrag steht am Anfange eines Blattes mit verzierter 
Initiale und gehört wahrscheinlich nicht zum Vorhergehenden. Der 
Rest des Blattes ist leer, dessen größerer unterer Teil abgeschnitten. 

b) Darunter Item 2 maldir korngeldis uff der Milchelinge höbe 
zu Gossilberg. 

*) Landau Wüste Ortschaften S. 280. 



— 227 — 

Item eyn huß zu Widinhusin in der Kappusgaßin, 
wie man das virlihit. 

Item eyn huß darby, wie man das virlyhit. 

Item eyn garte by den siechin, haid ytzunt Wernhir 
in deme Fronhabe «0, und gibit jerlich 4 s. penge darvone 
und galt vor zidin 9 s. penge. 

Item 1 garte ane deme Grinde und haid Heintze 
Kontzlnty und gibit darvon 4 tor. 

Item eyn schüre ane deme Grinde und was datzü 
gehorit 

Item eyn huß zu Widinhusen und 1 garte ane der 
mittilsten brücken, haid Herman Rynes und gibit daruß 
16 s. penge und 2 f astnachthünere. c ) 

Item die Bußele von Wittilsberg gebin 4 s. penge 
geldis von der Liebin gude da selbis erplich uff Martini. 

Item eyn huß, eyne habestad und eyn garte hindir 
deme gemaleten gadem ist Fegehanen gelehen vor x k 
mesten oleys. 

Item 2 maldir körn geldis uff hern Diederich Rodin 
habe zu Alna. 

Item eyn garte in der Ketzirbach, hatte Johan in dem 
Habe gelehen Heintzen Winkin vor 1 mestin oleis und 1 
punt waßis. 

Disse nochgeschrebin huse, habestede und 
garten haid Heinrich Clüdir rentmeister selige von 
mynis junchern wegen zu erbe virlehin. 

Item 1 garten geyn der Grintmolen ubir der Löne 
"by der lomolin vor 6 s. penge uff Martini, den haid Henne 
von Ebistorff.d) 

Item eynen garten daselbis gelegen Herman und 
Klaus Duborn gebrudirn vor 8 s. penge und gefallin die 
ane den bü unsir lieben frauwin zu der parre gein 8 s. 
pengen geldis und 2 fastnachthüner, die der bu hatte ane 
garten undir dem Hene. Disse zinse haid Rule rentmeistir 
vorwesselt mit mynis junghern wisßin. 

a) Darunter Findeysen. 

b) Geändert in Henne Rode. 

c) Zusätze Had nu Menger.— Dympers unde gibbet dar uß 10 Schill, d. 

d) Zusatx uff gegeben unde hait en daz waßer enweg gefurt 
unde zcubrochen anno etc. xi° in die Martini. 1 ) 



l ) Uli Nov. 11. 



— 228 — 

Item Kontze Lobirs haid 1 stücke landis undir der 
Grintmolen uff deme Kempwaßin und gibit da vone 8 
tor. ») 

Item Sifred uff dem Loche erbin 1 punt waßis und 
1 mesten oleis von eynir habestad vor deme spitale, da 
he ynne saß. 

Item Heinczchin Wechtir gibit uß der grubin under 
dem Hene jerlich 3 s. penge, die was Heinrich zürn Arin. 

Item Bechte Kadinbachis gibit 3 mesten oleys von 
den eckirn undir deme Hene, die Heinrich zum Arin 
warin. b ) 

Item Johan von Eisinbach gibit 1 punt von eyme 
garten gelegen by den manssiechin. 

Item Bloße von Kappil gibit 2 1 h mestin oleys von 
eyme gude zu Kappil, hatte vorzidin Heyne Fischir umme 
pacht 1 gans, 2 hanen c) und 1 fastnachthün. 

Item eyn gudichin gelegin bi Kappil, genant zu 
Diedindorff 1 ) i gult 5 s. penge, 1 gans, 1 hanen, 1 fast- 
nachthün, das haid Henne von Diedinstorff myme jung- 
hern ledig uffgelaßin, und virlihit man das wie man kan. 

Item derselbe Bloiße zu Kappil gibbit von deme 
egenanten gude dem pherner synen seffter oleys Martini 
und tzwei fast n ach thonire übir minis junghern gulde. 

Item disse habestede und garten haid Rule rent- 
meistir zu erbe virlehin. 

Item Henne Gumprachtis gibit jerlich 1 mestin oleys 
von eynir habestad zu Nedirn Wymar gelegin. 

Item Scheppe zu Burbach gibit 2 mestin oleys von 
garten und eckerin daselbis. 

Item Figelin zu Ludinhabin gibbit 2 mestin oleys 
von eckerin daselbis. 

Item Widrad Beckir und Bottinhorn gebin 2 ! /a punt 
und eyn firteil eynis pundis waßis von den wingarten 
ane der Lotzilburg. 

a) Darunter Item gibbet der selbe Cuntze Lowir uff Martini 4t 
mesten oleiß von lande unter dem Glasköpp gelegen unde von dem 
wißechin under deme Knybreche gelegen unde eyn reyn eyn lendechin 
gelegen geyn der Schüczen garten. Zusatz hoid nu Rimershusen (?). 

b) Zusatz hoid Contze Babist. ' 



b) Z 

c) 1 



gans, 2 hanen geändert in 2 gense. 



*) Landau Wüste Ortschaften S. 286 f. 



— 229 — 

. Item Kontze Kaldinbach gibbit V» punt waßis von 
eyme wingarten darbii gelegen. 

Item Kontze Brockinman von dem Nedirnwalde ») 
gibit von eyme huse zu Zelbach, das Rinckin was, 2 
mesten oleys. 

Item Henne Wammesgans gibit 2 1 h mestin oleys 
von eyme huse und garten zu Zelbach, das Endres 
Duborn was. 1 ) 

Item Wigand von Hachen kochemeister gibit 1 mestin 
oleys von eyme garten zu Zelbach bii der porten.b) 

Item Heintze Stüncke von Ronhusin gibit 2 mesten 
oleis von czwein garten bii Ronhusin zu den Boumen. 

Item Kotin gibit 3 sefftir oleys von eckirn hindir 
deme Hene ane deme Dammirsberge. 

Item Heintzchin Wechtirs gibit 1 mestin oleys von 
eckirn daselbis gelegen. 

Item Henne Hirte c) gibit 1 sefftir oleis ouch von 
eckirn bii deme Wingarten. 

Item Natirwortz gibit 3 sefftir oleys von eckirn under 
deme Dammirsberge. 

Item Lutzchin Arnuldis gibit V2 punt waßis von eyme 
stalle vor syme huse. 

Item Henne von Korben und Lütze Korbern sin 
husfrauwe gebin 6 mesten oleys erplichin von deme werde 
züschin der brücken und der Elwinsmolen gelegen, d) 

Item dieselbin gebin V2 punt waßis von eynir schüren 
in der Ketzirbach by eyme huse und 1 mestin oleys. 

Item Lule Kesselir gibit 1 k punt waßis von eynir 
habestad hindir der kessilsmitten und 1 la punt waßis von 
eynir habestad darane. 

Item Herman Czoußils gibit 1 punt und 1 firteil 
waßis von 5 firteil wingarten pabir der Elwinismolen. e ) 

a) Geändert in Pauwils Lysel. 

b) Zusatx hoid nu Kenpichen. — Darunter Item Henne Meisbach 
gibbet jerlichin 2 mesten oleys uff Martini von eym eghir unde struche 
by Wydenhusen gelegen, genant der Wyden — (Lücke), unde galt vor 
3 mesten oleyß unde sal Henne daz behalden und en nymand dar an 
drangen ader hindern, dywyle he syne gulde gutlichen gibbet. 

c) Geändert in Pifürman. 

d) Zusatx hait myn gnediger herre zu eym crutgarten. 

e) Darunter Item Herman Grebe zu Ockirshüsen von eyme garten 
daselbis V* sefter oleys und 1 sefter gewaßis von eyme ackir ane 
dem Tamersberge. — Auf besonderen Zetteln steht noch folgendes : Anno 



*) Ober den Erwerb dieses Hauses durch den Landgrafen Hermann 
vgl. oben S. 175 c). 



— 230 — 

domini m°cccc°xxvi hon diße nochgeschreben das land zu Obirnes- 
husen bii Marpurg gelegen entnomen, waz myns gnedigen hern ist 
uf genesiet der Loyne, ußgescheiden waz zu deme Glasekoppe höret, 
und die garten, die an deme forte under deme were obirgehet gelegen 
sin under deme wege, und solen daz uf daz dritte teil phechtin ubir 
winter und sommer. Können sie des nicht gethon, so solen sie myme 
hern daz dritte teil in sinen hob füren. Sie sollen ouch ubir firzehen 
tagen er iclicher eynen wedetag in die Sneiße haben. Item Hen von 
Asphe, item Gimpel von Hadamshusen, item Glyme, item Der. Nuwen- 
habir, item Hertshusin, item Siferd Koben, item Henne Linczern, item 
Claus Weyner, item Henne von Seiberg, item hon diiselben Mergkelin 
zu en genommen an Hennen Kols staid von Ogkershusen. — Femer: 
Item Herman Eghardes haid myns hern haep intpangen zuSelheym, 
den haid Fritzsche Wynnold rentmeinster ime geluwen von myns hern 
wegin. — Item haid Fritzsche Wynnolt rentmeinster Henne Falsch 
dem jungen einen garten unde wesin bii Rosdorff gelegin geluwen 
von myns hern wen unde sal darvon gebin, alse es plegid zu geben. 



Inhaltsübersicht. 



I. Salbuch vom Jahre 1374. 

Einnahme an Geld. Seite 

Walpurgis (Mai 1) 

Vogteizins. Zehnten 172 

Viehgeld 174 

Eigenbede und Schätzung zu Ebsdorf und Mardorf . . 174 

Bede zu Lohra und Oberwalgern 175 

Landbede und Eigenbede zu Niederwalgern .... 176 
Schätzung und Bede zu Kaldern, Eigenbede und Rinder- 
geld daselbst 17£ 

Eigenbede zu Anzefahr 17& 

Bede zu Kappel, Marbach und Wehrda 17ö 

Bede zu Wetter, Landbede, Vogtbede, Rindergeld, 

Hundegeld, Braugeld daselbst 176 

Pfingsten 

Vogtgericht und Lämmerkauf zu Ebsdorf 177 

Bartholomaei (Aug. 24) 

Vogtgericht zu Ebsdorf 177 

Zins zu Battenhausen, Kirchvers und Altenvers ... 177 

Michaelis (Sept. 29) 

Schätzung und Bede s. Walpurgis. 

Zins zu Brungershausen 179 

Heugeld zu Odenhausen, Wermertshausen, Belters- 

hausen, Schröck 179 

Kleines Gefälle im Ebsdorfer Grunde 179 

Lämmerzehnter daselbst 179 

Zins zu Ellnhausen 179 



— 231 — 

Seite 
Martini (Nov. 11) 

Zins von der Vogtei Ebsdorf, von den Wiesen zu Treis- 

bach und aus der Stadt und Umgegend von Marburg 179 

Öl und Wachs 189 

Zins aus Marburg [Nachtrag der Handschrift C] . . . 193 
Nicolai (Dez. 6) 

Vogteizins zu Ebsdorf 194; 

Weihnachten (Dez. 25) 

Bede der Stadt Marburg , . 194; 

Stephanstag (Dez. 27) 

Wehrda 194; 

Octava Epiphanie (Jan. 13) 

Vogteien zu Bürgein und Ebsdorf 194 

Esto mihi 

Viehgeld von Cyriaxweimar und Zins von einer Fleisch- 
bank in Marburg 195 

Inovocavit 

Pferdegeld aus dem Ebsdorfer Grund 195 

Palmarum 

Vogtei zu Ebsdorf 195 

Ostern 

Töpfer zu Dreihausen 195 

*** ischereidienste 195 

-Natural einnahmen. 

Zehntheu , 196 

Salzzoll 197 

Zehnten 197 

Vorwerke, Höfe und Mühlen 199 

Hierzu vgl. S. 229 c. 

Forstkorn und -hafer 202 

Medemekorn und -hafer 203 

Michelsweizen (Grebenweizen) 204; 

Michelshafer (Grebenfutter) 204; 

Gertrudisweizen 205 

Grafschaft Wetter 

Hafer 206 

Weizen 207 

^urgJehen 208 

Hofgesinde 209 

Gefälle der Grafen von Solms aus dem Gerichte Lohra . . . 213 
Hammel, Gerichtshühner und Eigenhühner aus den Gerichten 
Lohra, Walgern, Ebsdorf, Kaldern und der Grafschaft 

Wetter 213 

Eigenleute, die sich an die Landgrafen gegeben haben . . . 213 
Hierzu vgl. S. 197 b) Eigenleute, die Ungenossen heiraten. 

II. Zusätze in dem Salbuch Rules von Schönbach. 

Gülte, Güter und Medeme in der Stadt und Grafschaft Wetter 214 

Mai- und Herbstbede 217 

Angefallene Güter Ruprecht Weißgerbers 219 

Aufgelassene Güter Peter Junges von Bauerbach 221 

Angefallene Güter Johann Imhofs 226 

Die von den Rentmeistern Heinrich Kluder u. Rule von Schön- 
bach in Erbleihe gegebenen Güter 227 



— 232 — 
Die Handschriften. 

Das erste Salbuch (Erbregister) des Amtes Marburg, von dem 
wir Kenntnis haben, ein Verzeichnis der Einkünfte des Bischofs Lud- 
wig von Münster aus dem Jahre 1319, ist verloren gegangen 1 ). Aus 
der späteren Zeit ist uns nur ein Fruchteinnahmeregister aus den 
Jahren 1357 — 1359 2 ) und ein Einnahme- und Ausgaberegister des 
Rentmeisters Heinrich von Ecichisberge aus den Jahren 1372 — 1373 8 ) 
erhalten. Denselben Beamten müssen wir auch als den Urheber des 
Registers ansehen, dessen Text als Handschrift A dem ersten Teil 
der vorstehenden Veröffentlichung zu Grunde liegt. Die beiden übrigen 
Handschriften, welche das Salbuch bis etwa, zum Jahre 1464; weiter 
führen, sind nur bruchstückweise erhalten. Über den Zustand dieser 
drei Handschriften, über ihre Entstehungszeit, ihr gegenseitiges Ver- 
hältnis und ihre Verwertung bei der Feststellung des Textes sei Fol- 
gendes bemerkt. 

A. Das nach der Überschrift am 9. Oktober 1374 aufgestellte 
mit A bezeichnete Salbuch ist ein durch die Einwirkung der Feuch- 
tigkeit sehr mürbe gewordenes, vielfach beschädigtes, aber im ganzen 
noch lesbares Papierheft in folio von 16 Blättern, in weichem innen 
mit Leinen beklebtem Lederumschlag, auf dessen Außenseite die 
Worte „über reddituum" in gothischen Minuskeln eingeschnitten sind. 
Es befindet sich im Samtarchive zu Marburg. Der Text ist von der- 
selben schönen Hand geschrieben, von der auch die Rechnung der 
Jahre 1372 — 1373 herrührt; es ist wahrscheinlich nicht die des Rent- 
meisters Heinrich von Ecichisberg, sondern seines „Schülers" und 
Schreibers Johann 4 ). Das Buch ist von verschiedenen Händen in der 
Art weitergeführt worden, daß die durch Besitzveränderungen u. s. w. 
notwendig gewordenen Korrekturen und Zusätze teils zwischen den 
Zeilen eingetragen sind, teils neben oder unten am Rande, teils aber 
auch auf besonderen Zetteln, die dem Gebrauche nach am Rücken 
der gehefteten Blätter eingeschoben waren. Die ursprüngliche Lage 
dieser Blätter ist nicht mehr festzustellen. Sie sind im Texte da auf- 
geführt worden, wohin sie sachlich zu gehören schienen. 5 ) 

Einige dieser Nachträge und Änderungen sind datiert, andere 
ließen sich durch Urkunden, deren Inhalt die Zusätze veranlaßt hatte, 
zeitlich bestimmen. Sie sind mindestens noch bis Ende Februar 1402 
fortgeführt worden, da ein am 22. Februar dieses Jahres vollzogener 

*) Vgl. o. S. 162. 

2 ) S. 163. 

8 ) S. 163 Anm. 7. 

*) S. 172. 

5 ) Nur einer von diesen Zetteln scheint in keiner Beziehung zu dem 
Inhalt des Salbuches zu stehen. Er lautet: „Dit sint dy Hennichen von 
Kollen virraden haytte, zu[m] ersten Cunrad Bolan unde Wygel Fryen, 
Cunkel Brunigen, Herman Stetzen, Henne von Hurle, Wetczeln Dypeln, 
Heynrich Dytmarz, Hincze von Deybertzhusen und Herman Getzen, Wygant 
Schleyerer unde mich Peder, unde sprechen daz uff mynen eyd, daz daz 
war ist, unde wyssen daz alle dy von Wildinberg wole, herren unde andir'\ 
Der Verfasser dieser Notiz ist zweifellos derselbe Peter, den wir oben 
(S. 166) als Marburger Rentmeister des Jahres 1381 kennen gelernt haben. 
Dieser Umstand erklärt zur Genüge, daß sich der Zettel gerade in dem Sal- 
buch erhalten hat. Der Inhalt bezieht sich vielleicht auf die Fehde mit den 
v. Hatzfeld (vgl. Landau Ritterburgen IV S. 135). 



— 233 — 

Tausch noch berücksichtigt ist *). Es geschah dies in der Amtszeit 
Rules von Schönbach, den wir bereits 1395 als Marburger Rentmeister 
finden und der wohl nicht lange vor dem 29. Oktober 1407 entlassen 
worden ist 2 ). Da aber einige unter demselben Rentmeister vorge- 
kommenen Besitzveränderungen in A nicht mehr berücksichtigt sind 8 ), 
so ist Handschrift A gegen Ende der Amtszeit Rules nicht mehr im 
Gebrauche gewesen, sondern durch G abgelöst worden. 

Eine genaue zeitliche Bestimmung aller der in diesen drei Jahr- 
zehnten eingetragenen Zusätze ließ sich ebensowenig bewerkstelligen, 
wie eine Unterscheidung der verschiedenen Hände, von denen sie 
stammen. Es sind, wie oben nachgewiesen wurde, in jener Zeit 
mindestens neun Rentmeister im Amte gewesen, deren Handschrift 
wir nicht kennen. Hinzukommen die Rentschreiber, von denen die 
Einträge vielfach herrühren mögen und deren Amtsdauer keineswegs 
mit der der Rentmeister zusammen gefallen sein wird 4 ). Um daher 
nicht zahlreiche Irrtümer zu begehen, habe ich den Versuch, die Zu- 
sätze nach den einzelnen Händen zu bezeichnen, aufgegeben und die 
Nachträge u. s. w. nur einfach als solche eingetragen oder, wo eine 
Verwechselung mit den in den Handschriften B oder C enthaltenen 
Abweichungen, Zusätzen u. s. w. möglich schien, AN hinzugefügt. Da, 
wo B und C diese Zusätze aufgenommen haben, was die Regel ist, 
wurde dies nicht ausdrücklich bemerkt, sondern nur die Abweichungen 
oder weiteren Zusätze mit der Bezeichnung B oder C angemerkt. 

B. Eine Abschrift von A ist in den achtziger Jahren des 14 
Jahrhunderts angefertigt worden und zwar vor dem 14. August 1388, 
da die Eintragungen, welche auf die Urkunde dieses Datums zurück- 
gehen 6 ), von B noch nicht benutzt sind, während z. B. die Zusätze 
und Änderungen S. 180 h, 181 i und n aufgenommen sind. B ist nur 
in zwei kleineren Bruchstücken, zusammen sechs Blätter, erhalten, 
nämlich von „Census Martini" S. 179 bis einschließlich „Item Johan 
Haben son" S. 187 und ferner von „Item Kaldirn 1 maldir habirn" 
S. 205 bis „Item zcu Ringenhusen 3 mesten weyßes" S. 208. Ein 
Stück ist durch ein Versehen des Schreibers ausgefallen (S. 205 g). 

Zu welchem Zwecke B angefertigt wurde, ist nicht ersichtlich. 
Die Handschrift ist nicht weitergeführt worden, sondern die Ände- 
rungen wurden nach wie vor in A eingetragen. Selbständige, d. h. 
nicht auf vorgefundene Eintragungen zurückgehende Abweichungen 
von A sind ganz vereinzelt. Die Handschrift befindet sich im Staats- 
archive zu Marburg und stammt aus den Beständen des hessischen 
Kammer archivs . 

C. Ebendaher stammt auch die dritte der benutzten Hand- 
schriften, 31 Papierblätter in folio und zwei Zettel enthaltend. Auch 
sie ist nicht lückenlos erhalten. Es fehlt der Anfang, und der Text 

l ) Vgl. o. S. 185 Anm. 1. 

») S. 167. 

*S z. B. S. 180 d und 189 c. 

*) Daß die Rentschreiber zugleich als landgräfliche Schreiber im 
Dienste der Kanzlei, wenn der Hof in Marburg war, oder des Landvogts 
an der Lahn, fungiert haben, geht nicht nur aus der S. 172 angeführten 
Bezeichnung „schriber des . . . lantgr. zu Hessen und sines renthemeisters 
zu M.", sondern auch aus der Tatsache hervor, daß zahlreiche oberhessische 
Urkunden von denselben Händen mundiert sind, die die Amtsrechnungen 
dieser Zeit geschrieben haben. 

*) S. 177 a. 



— 234 — 

beginnt erst mit „Item die von Werde sind virwiset" auf S. 176. Darm 
ist eine zweite Lücke von „Mychelshabir" auf S. 204 bis zu „Burg- 
lehen" auf S. 208. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß in dem 
zweiten selbständigen Teile Lücken vorhanden sind, namentlich scheint 
die Handschrift am Schlüsse unvollständig zu sein. 

Die Vorlage von C ist ebenfalls A gewesen. C ist aber nicht 
einfach eine Abschrift von A im Zustande der letzten Redaktion, ob- 
wohl der Text in der Hauptsache zu Grunde gelegt ist, sondern es 
ist eine vollständige Neuredaktion, es enthält Varianten, die in A 
noch nicht eingetragen waren, und bringt unter der Rubrik Martins- 
zins S. 193 und namentlich am Schlüsse ausführliche und wertvolle 
Ergänzungen zu einzelnen Teilen von A, die unter II als selbständiger 
Teil abgedruckt worden sind. Kleinere den Sinn nicht ändernde Ab- 
weichungen oder orthographische Eigentümlichkeiten der Handschrift 
C oder auch unbedeutende Umstellungen einzelner Posten sind, um 
die Noten nicht allzusehr zu vermehren, unberücksichtigt gelassen 
worden. 

C ist angefertigt unter dem Rentmeister Rule von Schönbach, 
wie aus einigen Stellen hervorgeht, die vermuten lassen, daß dieser 
Beamte noch im Amte war, als sie niedergeschrieben wurden, so 
S. 180 d und 186 h. Da diese Einträge sich in A nicht mehr finden, 
und oben nachgewiesen wurde, daß A mindestens noch bis zum 
22. Februar 1402 weitergeführt worden ist, so fällt die Abfassungszeit 
von C in die späte Amtsperiode Rules, also in den Zeitraum zwischen 
jenem Datum und dem 29. Oktober 1407. 

Das neue Salbuch, welches anscheinend nur deswegen angelegt 
worden ist, weil das alte (A) durch die Fülle der Abänderungen un- 
übersichtlich geworden war, ist nun seinerseits durch spätere Rent- 
meister in derselben Weise wie A fortgeführt worden, aber anschei- 
nend nicht mit der gleichen Sorgfalt, da die Nachträge trotz dem 
größeren Zeitraum verhältnismäßig selten sind. Sie sind bei I mit 
CN bezeichnet. *) Wahrscheinlich ist C bis zum Jahre 1464 im Ge- 
brauche geblieben. Damals wurde, wie aus einem Eintrag in dem 
Generalrepertorium hessischer Urkunden des Marburger Staatsarchivs 
hervorgeht, abermals ein neues, leider nicht erhaltenes Salbuch an- 
gelegt. 

1 ) Auf einer leeren Seite sind zwei Einträge später hinzugefügt, die 
mit dem sonstigen Inhalte des Salbuchs sich nicht berühren (S. 217 a), die 
Abschrift einer Belehnungsurkunde für Henne Riedesel mit Burglehen zu 
Grünberg Vom 14. Dez. 1407 und das Formular eines von dem hessischen 
Landrichter auszustellenden Passes für einen Kaufmann mit der Beurkun- 
dung, daß er den Landfrieden beschworen habe. Sie sind wohl als Formu- 
lare für den Rentschreiber anzusehen. Der erstgenannte Eintrag erklärt sich 
daraus, daß Nolde von Rudenhausen, der vom 16. Nov. 1407 bis zum 13. 
Febr. 1408 als Rentmeister nachzuweisen ist, zugleich Rentmeister in Grün- 
berg war. Vgl. o. S. 167. 



235 — 



Orts- und Personenverzeichnis. 

Die Zahlen bedeuten die Seiten. Ein beigesetztes Sternchen be- 
zieht sich auf die erläuternden Anmerkungen (nicht auf die Text- 
varianten). K ist unter C, V unter F, J und Y unter I eingereiht, 
„v." bei Ortsnamen bezieht sich auf ritterbürtige, „von" auf nicht- 
ritterbürtige Personen. 



A. 

Aba. Witwe Osperts (zu Ebsdorf ?) 
156. 

Adelheid (Eüheid, Elheid, Elheit) 
zu Elmshausen landgräfliche Hö- 
rige 214. — von Ammenhausen. 

— Brauer. — von Gundirghausen. 

— Gunpyn. — Homeister. — 
Seiler. 

Agnes v. Anzefahr. 
Albert (Albracht, Elbracht) der 
Grebe zu Ebsdorf 200. 224 — 
(von) Eitershausen. — imhof. — 
der Koch zu Marburg 183. — 
Rinke. — Schelke. — Scherer. 
Albshausen ssö. Rosenthal (Albuls- 

husen). Hafer 207. 

Aldenferse (Aldinferse) s.Altenvers. 

Allna sw. Marburg. Hof Dietrich 

Rotte 227. von A.: Kontz zu 

Marburg 184. — v.A.: Ludwig 219. 

Alsfeld onö. Gießen 147. Altarist 

s. von Meiches. — Pfarrer s. 

von Schönstadt. Stephan. — 

Rentmevster s. von Meiches. 

Stephan. 

Altenberg w. Wetzlar. Nonnen- 
kloster 219*. 

Altenburg s. Alsfeld. Kaplan: 
Stephan. 

Altenvers sw. Marburg (Alden- 
ferse, Aldinverse) 149*. Qreben- 
futter 204. — Jochgeld 179. 

Altershausen s. Eitershausen. 

Arne s. Ohm. 

Amelburg s. Amöneburg. 

Amenauwir s. Amönauer. 

Ammenhausen onö. Gladenbach. 
von A. : Elheid und ihre Töchter 
Hille, Elheid, Hilleburg, Gele, 
Metze u. Hette landgräfl. Hörige 
214. 

Amönau w. Wetter (Amenauwe, 
Obirn Amenauwe, Nydername- 
nauwe) 217. — Äcker 173. — 



Vogteixins 172. — Hafer 206. — 
Medem 215. — Stephansgeld 216. 

— Weiten 207. 208. — von A.: 
Könne s. Schreiber. 

Amönauer (Amenauwirn). Else zu 

Marburg 180. 
Amöneburg ö. Marburg (Amelburg). 

vicescultetus v. Heimersdorf. — 

von — s. Fleischhauer. 
Anchingeseße (Lage?). Landgräfl. 

Hörige 213. 
Andreas (Enders) Bodenbender. — 

Capeller. — zu Damshausen 220. 

— Duborn. — Fleckenbühl. — 
Rode. 

Andresen. Gele zu Marburg (s. 
auch Duborn) 175. 

Anshelm. Heinzchen von Seel- 
heim 196. 

Anton Wilde. 

Anzefahr nö. Marburg. Eigenbede 
176. — Fischerei 196*. — v. A.: 
Hermann Wäppner, Agnes s. 
Frau, Johannes, Katharine u. 
Hildegard s. Kinder 196*. 

Aren, zum (Arn, Arin) zu Marburg. 
Balthasar 189. Gerhard 193. 
Heinrich 180. 228. Pedirsche 193. 

Arnold (Arnult, Nolde) Becker. — 
Beseleith. — v. Dersch. — Monch- 
hobir. — von Rudenhausen. 

Arnuldis. Lutzchen zu Marburg 229. 

Artz. Henne zu Marburg 194. 

Asphfc, Nieder- u. Ober-, nw. Wetter 
173. 174*. Hafer 206. — Pfarrer 
v. Hohenfels. — Zehnter 174. — 
von A. : Hen zu lbernshausen230. 

Atzbach. Wüstung zwischenSchröck 
u. Bauerbach ö. Marburg. Hof 
221*. S. auch unter Seelheim. 

Aulisburg s. Haina. 

B. 

Babist s. Papst. 

Bachis. Eckel in Ebsdorf 177*. 



236 — 



Badelingehusen s. Bellnhausen. 

Balthasar (Baltzar) vom (zum)Aren. 

Battenberg a. d. Eder wsw. Fran- 
kenberg. Grafen Wittekind u. 
Hermann 208*. — von B. : Her- 
mann Schöffe zu Frankenberg206. 

Battenhausen osö. Frankenberg 
(Battinhusen). Jochgeld, Zins 178. 

Bauerbach ö. Marburg (Burbach) 
221*. 225. Einwohner : Scheppe. 

— Forstkorn u. -Hafer 202. — 
Qrebenfutter 205. — Mede?n 203. 

— von — s. Junge. — von B.: 
Eckart zu Marburg 186. Peter 
zu Groß-Seelheim 223. 

Bechte Kadenbach. — Steindecker. 

Bechtmanshusen Wüstung nö. 
Kirchhain bei Langenstein. Gut 
200. 

Bechtold (Bechtuld) Frantzen. — 
Scherer. — Sellin. 

Becker (Beckir) zu Dreihausen. 
Heintze 174 Gerlach u. Heinz 
s. Sohn 203. 

Becker (Beckir) zu Marburg. Ar- 
nold 194. Johann — von Grün- 
berg 182. Heinichen 190. Lud- 
wig 189. Widrad. 228. 

Bedelingehusen s. Bellnhausen. 

Beyer. Gele zu Gisselberg 189. 

Beilstein sw. Herborn. Graf Hein- 
rich 208. 

Bellnhausen s. Marburg (Bade- 
lingehusen,Bedelingehusen)149*. 
Eigenbede 176. 

Beltershausen ssö. Marburg (Bel- 
tirshusen, Beltirshusin) 195. — 
Forstkorn 202. — Mühle 199. — 
Heugeld 179. — Zehnter 198. 

Beltershausen. Peter der Meister- 
knecht zu Marburg 182. — S. 
Contze (Konrad) u. Grebe. 

Bentref. Wüstung so. Rosenthal. 
Hafer 207. 

•^wre, an dem. Wigand zu Mar- 

*r 184. 

uf dem. Sipe u. Eckart 
ler-Walgern 187. 
i n. Witzenhausen, v. B. : 
, Landvogt an der Lahn 

*. Hohenfels. 

ff n. Marburg (Bernsdorf) 

y?. 

•on Reichenbach. 



Beseleith. Arnold 221*. 

Beseler. Ditmar, Viceschultheiß 
in Frankenberg 154. 

Betziesdorf nö. Marburg (Betzigen- 
dorf) 151. 152. Einwohner Rynke. 

Bickel (Bigkel) Henze u. Eckard 
zu Marburg 220. 

Bicken onö. Her bor n. v. B. : Eckart 
officiatus in Marburg 160. Fried- 
rich 208*. 

Bickenir. Heinz zu Fronhausen 
a. Lahn 224. 

Biedenfeld. v. B»: Burgmannen 
zu Marburg 209. 223. Seyfred 
u. Adolf Burg mannen zu Fran- 
kenberg 209.*. 

Biedenkopf nw. Marburg (Bydin- 
kap, Biedinkap). Burg u. Amt 
159. 160. — von B. zu Marburg : 
Siegfried gen. der Reiche 186. 
Wippracht 200*. von — s. 
Schneider. 

Biermann. Wigand u. Katharina 
s. Tochter von Radenhausen 223. 

Bylstein s. Beilstein. 

Birgeier s. Bürgeier. 

Birgiln s. Bürgein. 

Blankenstein Burg bei Gladen- 
bach. Amt s. v. Bicken, v. 
Sichertshausen. — Gericht 214. 

Bloße zu Kappel 188. 189. 228. 

Bodenbender (Boddenbendir, Bu- 
denbender) zu Ebsdorf. Andres 
200. 224. 225. 

Bodenbender zu Marburg. Sieg- 
fried 222*. 

Bolan. Konrad 232. Eckart zu 
Ebsdorf 200. 

Boneckirs. Else zu Marburg 180. 

Bonensagk zu SchrÖck 221*. 

Borggrebe. Heinrich von Nieder- 
Weimar zu Marburg 187. 

Bornmann (Borman, Burnmann) 
von Hermershausen zu Marburg - 
Henne 187. Metze 184. 

Bortshausen s. Marburg (Bortz- 
husen) 195. Forsthafer 202. — - 
Zehnter 198. 

Bosewort, Bosewortis zu Marburg- 
Else 221*. Rule 188. 191. 

Bottenhorn (Bottinhorn) zu Mar- 
burg 228. 

Brabant. Herzogin Sophie 153. 

Bracht s. Rosenthal (Brachfe, 
Brachtfe). Hafer 207. 



— 237 — 



Bracht (Brachte) Wüstung bei 
Stedebach sw. Marburg 218*. 
Grebcnfutter 205. 

Brackenborn. Wüstung bei Fron- 
hausen a. L. s. Marburg (Brackin- 
born) 224. 

Brauer (Bruwir) zu Marburg. Dit- 
mar 184. Eilheid 185. Gerlach 
181. 

Breidenbach sw. Biedenkopf, v. B. 
164. 178. Gerlach Landvogt an 
der Lahn 161. Johann Amt- 
mann in Marburg 160. 

Breitenborn Wüstung ssw. Amö- 
neburg zwischen Holzhausen u. 
Dreihausen (Breydenborne). Gre- 
bcnfutter 205. — Zehnter 198. 

Breuning. Hermann zu Marburg 
196*. S. auch Bruning. 

Brinigesfelde s. Freiengoßfelden. 

Brockinman (Brugkeman) von deme 
Niederwalde zu Marburg 229. 
Contz 220. 

Brücke bei Amöneburg (Brücke). 
Einwohner: Stoßil. 

Brungershausen nw.Marburg(Brun- 
ffirshusen) 179. 215. 216. Gre- 
bentaeizen 204. — Hafer 206. 

Bruning, Brunig zu Marburg. Con- 
zichen 181. Kunkel 232*. Lotze 
185. Wigand 181. — S. auch 
unter Breuning. 

Bruno villicus in Marburg 148. 

Buchenau so. Biedenkopf (Buchi- 
now). ton B. : Lotze zu Marburg. 

Buchsack zu Marburg 191. 

Budelir zu Marburg. Friedrich u. 
Heinrich Cremer s. Sohn 198. 

Budenbender s. Bodenbender. 

Burbach s. Bauerbach. 

Burkhard Rode. 

Bürgein nnö. Marburg (Birgiln). 
vülicatio 150. — Vogtei 194 u. *. — 
Flurnamen: Birgwiese, Garten- 
wiese, Haselwiese 198. under 
dem Hauge, neder der Specken, 
der WegiLhane 204. 

Bürgeier (Birgeier). Henne zu 
Marburg 192. 

Burgwald Wald nö. Wetter 215. 
Market 216. 

Burnschure. Ludwig zu Ebsdorf 
224. 

Buseck onö. Gießen, v. B.: Se- 
nand Schultheiß zu Marburg 153. 



Bußele zu Witteisberg 227. 

Buttelhausen Wüstung bei Nieder- 
asphe nw. Wetter (ßuttilhusen). 
Hafer 206. — Weizen 208. 

Butzbach s. Gießen, von B.: Jo- 
hann, Konventual der Karmeliter 
in Frankfurt a. M. Terminirer 
zu Marburg 187*. 

C und K. 

Kadenbach (Kadinbach, Kadinbuch, 
Kodinbach. Kaldinbach) zu Mar- 
burg. Bechte 228. Konze 229. 
Heinrich 183. Hermann 182. 
Mengoz 182. 

Calcifex. Konrad zu Ebsdorf 156. 

Caldern wnw. Marburg (Kaldirn) 
213. 215. Bede, Schätzung HS. — 
Eigenbede 176. 218. — Eigen- 
hühner 213. — Einwohner: De- 
birtzhusen. Heyneman. Nacht- 
rave. Die Struchin. — Gericht 
148. 150 u. *. — Gerichtsgefälle 
213. — Grebenfutter 205. — Gre- 
beniceixen 204. — Ixindschbffen 
151. — biedern 203. — Nonnen- 
kloster 179. 190. 216. — Rinder- 
geld 176. — von C: Hartmann 
Altarist auf der Burg zu Mar- 
burg 189. 

Kaie. Henne zu Moischt 226. 

Kannengießer (Kanengißir) zu Mar- 
burg. Eckel (Eckart) 190. Wen- 
zel 191. 

Kapeller (Capellir). Andreas zu 
Ebsdorf 200. 

Kapeller. Henne zu Marburg 220. 

Kapelle Hof n. Frauenberg bei 
Marburg. Zehntheu 197. s. auch 
Hahnenstein. 

Kappel s. Marburg (Cappele. Cappil) 
185. 189. 204. 213. Bede 176. 
218. — Eimcohner: Bloße. 
Fischer. Gerhard. Heyne (Heyn- 
chin). Rule. — Viehgeld 174. — 
Fischerei 195. — Forstkorn u. 
-hafer 202. — Gericht 151. — 
Gut 228. — Medem 203. — v. C. : 
Hermann officialis inMarburg 154. 

Kassel 147. 165. Schultheißen: 
Herrn Curdes. Tuker. 

Casselburg Berg bei Marburg 
(Kirchspitze). Medem 203. 

Katharina v. Anzefahr. — Bier- 
mann. — Eitershausen. — Rink. 



— 238 — 



-- von (den) Sassen. — v. Wie- 
senbach. 

Caubach Knecht Dammes v. 
Weitershausen 201. 

Kegeler zu Ebsdorf 156. 

Kehna sw. Marburg (Kene) 200. 
Einwohner: Folkhard. Winck. 

Celle s. Zelle. 

Keiler, auf dem. Happel u. Heinz 
zu Nieder-Walgern 187. 

Celud s. Gelud. 

Kene s. Kehna. 

Kenpichen s. Kneppichen. 

Kern. Heinrich zu Nieder-Wal- 
gern 187. 

Kernbach nw. Marburg (Kerinbach) 
Mnwohner: Eckel. — Fischerei 
196. — Orebenfutter 205. — 
Orebenweixen 204. — Zehnter 174. 

Kese. Gerlach zu Dreihausen 174. 

Kesselir. Lule zu Marburg 229. 

Ketzler zu Marburg 191. 

Christian Grebe zu Ebsdorf 156. 

Kippe. Hermann zu Leidenhofen222. 

Kyppel. Metze zu Leidenhofen 179. 

Kirchhain ö. Marburg (Kirchen) 
156. Amtmann: v. Radenhausen. 

— Burglehen 209 *. — Einwohner: 
v. Hatzfeld. Molner. — Hof 200. 

— Mühle 200. 201. — Wiesen- 
xehnter 199. 

Kirchhain. Heinrich Schultheiß 
zu Melsungen 170. 

Kirchhain. Johann zu Marburg 180. 

Kirchvers sw. Marburg (Verse). 
Einwohner: Habeman. Rushart. 
Schafrule. Stulfuß. — Oreben- 
futter 204. — Oüter : Grabengut, 
Hegirsgut, Houbitzgüter, Ysin- 
waldisgut 178. — Jochgeld 178. 
-- Zins 178. 

Cyriaxweimar sw. Marburg (Ciriaci 
Wimar). Einwohner: Hermann 
Sohn der Windrude. Zuck- 
schwert. — Viehgeld 174. 195. 

— Flurnamen: in der Larbach 
(Lorbach) 203. Die Sneyde 174. 

— Forstkorn u. -hafer 202. — 
Medem 203. 

Kirßman. Henne zu Gisselberg 189. 

Kisil zu Weidenhausen (Marburg) 
194. 

Klaus Duborn. — Eylar. — Folk- 
hard. — zu Ronhausen 196. — 
Sboenke. — Weyner. — Zirkel. 



Klause, in der (in der Klusin) s. 
Ockershausen. 

Cleybe. Hermann zu Marburg 180. 

Kleyndoppen. Contze zu Drei- 
hausen 202. 

Klingenstein. Henne zu Marbach 
200. 

Klinghard (Klinghart) zu Marburg 
192. 193. Wigand 186. 226. Die 
Klinghertin 186. 

Kluder (Cludir). Heinrich Amt- 
mann (Vogt, Rentmeister) zu 
Homberg a. Ohm u. Grünberg, 
Rentmeister zu Marburg 158. 
166. 168. 227. 

Knabelouch s. Knoblauch. 

Kneppichin (Kenpichin) zu Mar- 
burg 186. 229. 

Knibe, Ritter u. Metze s. Frau 173. 

Knoblauch (Knabelouch). Rukel 
zu Marburg 182. 

Knorchen zu Marburg 193. 

Knosse zu Weidenhausen (Mar- 
burg) 194. 

Koben. Siferd zu Ibernshausen 
230. 

Kodinbach s. Kadenbach. 

Kol. Wenzel zu Marburg 182. 185. 

Kölbe n. Marburg (Culbe, Kulbe). 
Einwohner : Kolhoppe. Heype. 
Ybecher. Lolhultz. Schefir. — 
villicatio 150. — Fischerei 196. 

— Flurnamen: am Abindrode 
189. under dem Heuge (Hoge) 
188. — von — s. Em ein, Omel 
zu Marburg. 

Kolbe zu Ebsdorf. Hermann 206. 
Kolbe zu Marburg. Henne 192. 

Mengoz u. Greta s. Frau 177*. 

Metze 184. 192. 
Kolhoppe zu Kölbe 196. 
Köln (Kollen). Hennichen von 

— 232. 

Colner. Hermann zu Marburg 219. 

Conbechir (Krombechir). Henne 
zu Marburg 188. 190. 

Königsberg nw. Gießen. Amt 157. 
164. s. auch v. Breidenbach. 
v. Sichertshausen. 

Konkel Glymen. 

Könne (Kunigunde) Engel. — Mole- 
ner. — Schade. — Schreiber. 

Konrad (Contze, Contzichen, Kun- 
kel, Kuno, Kurt) von Allna. — 
zu Beltershausen 173 (s. a. 



— 239 



Grebe). — Bolan. — Brockinman 
(Brugkeman). — Bruning. — Cal- 
cifex. — Kaldenbach. — Kleyn- 
doppen. — Combechir. — Kor- 
bir. — Dautphe. — Desche. — 
Durant. — Eidam des Andreas 
Grebe zu Ebsdorf 224 — Flamme. 

— Fredehelmir. — Frigkil. — 
Grebe. — Gul. — Gutgemude. — 
Lange. — Lobir. — Nuspickil. 

— Papst. — Rodenhausen. — 
Rodin. — v. Rotenstein. — Ru- 
dolfis. — Salwächter. — Schefir 
(Scheffir). — Schiebeknecht. — 
Schneider. — Smed. — Spenner. 

— Stoßil. — v. Treisbach. — 
Weber. — Wildener. 

Kontzln. Heinz zu Marburg 227. 

Korb bei Marienberg im Wester- 
wald (?). von Korben (Korber, 
Korpir) zu Marburg. Contze, 
Konrad 190. 191. 193. Henne u. 
Lutze s. Frau 229. 

Kougilnbach. Hille von der Burg 
zu Roßdorf 187. 

Kraft Diedenshausen. — Vogt v. 
Fronhausen. — v. Hatzfeld. — 
Rode. — v. Rodenhausen. — 
Schabe. 

Kragauer (die Kragauwern) zu Mar- 
burg 183. 

Kramberg a. d. Lahn (Kranporg, 
Krambach), v. K. : Johann Burg- 
mann zu Marburg 209. 

Crauwil zu Schönstadt 226. 

Cremer. Heinrich zu Marburg, Fre- 
derich Budelirs Sohn, Katharina 
s. Frau 183. 198. 

Krouchir Ölschläger. 

Crumbechir (Krombechir) zu Mar- 
burg 190. s. auch Gonbechir. 

Culbe s. Kolbe. 

Culbe s. Kölbe. 

Kulvnes. Heinzichen zu Marburg 
189. 

Kuno, Kuntz s. Konrad. 

Kuppersmed. Hans zu Marburg 
221*. 

Curia, ex, s. Imhof. 

Cz s. Z. 

D. 

Dade. Gumpracht zu Marburg 183. 

Dagobertshausen wnw. Marburg 

(Debrachtishusin, Debirtzhusen) 



189. Flurbexeichnunq : an der 
Hohenart 203. — Höfe 226. — 
Medem 203. — D. : Heinrich zu 
Kaldern 189. 

Dalhusen s. Thalhausen. 

Damm sw. Marburg (Damme, Tam- 
me) 221 u.* Qrebenfutter 204 

Damme (Tamme) Mulenbach. — 
v. Weitershausen. 

Damshausen so. Biedenkopf (Dems- 
husin, Demtzhusin, Demzhusen) 
221. 223. Einwohner: Andres 
220. Dume. Spenner. (von) D. 
zu Marburg: Heinz 191. 192. 
Henne 184. 

Dautphe s. Biedenkopf (Dudeffe). 
von D. : Conze zu Marburg 190. 

Debirzhusen, Debrachtishusin s. 
Dagobertshausen. 

Deynhart (Denhart) Duntzelshau- 
sen. Schneider. 

Demczhusen s. Damshausen. 

Derich Neuenhöfer. 

Dernbach onö. Herborn (Therin- 
bach). v. D. : Heydenrich Burg- 
mann zu Marburg 209. Johann 
162. 174 Volprecht 160. 162. 

Dersch (Terse). v. D.: Arnold 
(Nolde) Rentmeister zu Marburg 
168. 

Desche. Kontze zu Marburg 189. 

Dydenshusen s. Diedenshausen. 

Diedendorf. Wüstung bei Kappel 
s. Marburg (Diedindorf, Diedins- 
torff) 187. 228. Beivohner : Jo- 
hann (Henne) 187. 228. 

Diedenshausen onö. Berleburg 
(Dydenshusen). v. D. : Kraft u. 
Gerlach 173. 

Diemar (Dymar, Dyemor). Ludwig 
zu Marburg 191. 

Dyene s. Thine. 

Dietrich (Thyderich, Tile, Thiele- 
mann, Dietzej von Eckeishausen. 

— von Gundirghusen. — Imhof. 

— Rode. — Schütz. — Smed. 

— Spede. — Stingel. 
Dillenburg nnw. Wetzlar (Dyllen- 

berg). von D.: Hermann zu 

Marburg 192. 
Dilschhausen w. Marburg (Dyles- 

husen). Qrebenweixen 204 
Dympers zu Marburg 227. 
Dipilchen zu Marburg 190. — von 

Zelle. 



— 240 — 



Ditmar Beseler. — Brauer. 

Ditwin von Wehrshausen. 

Doppilsteyn (die Doppilsteynen) zu 
Schröck 173. 

Döring s. Toring. 
% Dorredesche zu Marburg 194. 

Drache. Hentz zu Marburg 175. 

Dreihausen [Ober-, Mittel- u. Unter- 
hausen] sw. Marburg (Husen, 
Obernhusin, Nedernhusin, Nie- 
dernhusin, Nidernhusin) 174 
Einwohner : Becker. Kese. Kleyn- 
doppen. Gyr. Hetzecho. Monster. 
Schindußen. Suß. Thomas. Türe. 
Ulnir. — Forsthafer 202. — 
Grebenweizen 204. — Die Töpfer 
(ulener) 195. 202. — Zehnter 198. 

— Zehntheu 197. 

Duborn zu Marburg. Andres u. 

Gele s. Witwe 175. Hermann 

u. Klaus 227. 
Dudeffe s. Dautphe. 
Dudinhusen s. Todenhausen. 
Dume zu Damshausen 223. 
Dume zu Marburg 190. 
Duntzilndorf s. Ginseidorf. 
Dunzelshausen Wüstung bei Bat- 

tenfeld nnö. Wetter, v. B. : Deyn- 

hart 173. 
Durant. Kontz u. Rufil zu Nieder- 

walgern 187. 
Durste (die Dursten) zu Marburg 

181. 
Dutze. Else zu Marburg 191. 193. 

E. 

Ebel (die Ebilsche) zu Marburg 

191. 193. 
Eberhard (Ebirhard) Eitershausen. 

— Schenk zu Schweinsberg. — 
Toring. 

Ebirtal. Rule zu Marburg 191. 

Ebsdorf ssö. Marburg (Ebestorf, 
Ebestorf, Ebilzdorf), Ebsdorfer 
Grund 152. 166. 184. 208*. 213. 
Bede u. Schätzung 175 u.*. 217. 

— Eigenbede 174. 218. — Eigen- 
hühner 213. — Einwohner: Aba. 
Andreas (Endres) Albrachts Bru- 
der. Bachis. Bodenbender. Bo- 
lan. Burnschure. Calcifex. Ka- 
peller. Kegeler. Contze. Kolbe. 
Korb. Faupel. Figelin. Getze. 
Grebe. die Hebirmeln. die Heyl- 
mennen. Mathies. Menger. Molnir. 



Mulenbach. Ospert. Porsch, 
Schelke. Schickeman. Schiintze. 
der Schmied 177*. Steindecker. 
Stephanis. Stubus. Thomas, von 
Wermertshausen. von Witteis- 
berg. Wolfrode. — Vogtgericht 
u. Vogtleuie, Zins davon 177. 179. 
194. 195. — Gefälle, kleines 179. 

— Gerichtsgefälle 156. 213. — 
Gerichtssprengel 150. 151. — Ger- 
trudisueizen 205. — Grebe: Al- 
bracht. Christian. Grebe. — 
Häuser, Höfe u. Güter 177*. 206. 
225. Großer u. Kleiner Vogthof 
177*. Elbracht Schelkis Gut 199. 
Hof in der Steingoßen 224. — 
Lämmerkauf 111. — Lämmer- 
zehnter 179. — Landschöffen 151. 

— Örtlichkeiten, Flurbezeich- 
nungen: Anger 177*. der Bal- 
dirscheid 224. Kirchhof 177*. in 
dem Vurberg 206. in dem Stogke 
206. — Pferdegeld 195. — Zehnter 
148. 197. — Zehntheu 196. 197. 

— v. E.: Mengot u. Wigand 
173*. — von E.: Henne zu Mar- 
burg 227. 

Ecichisberg, Eckerichsberg s. 
Meiches. 

Eckard (Echart, Eckart, Eghard, 
Ekard, Eckel) Bachis. — von 
Bauerbach. — auf dem Berge. 

— Bickel. — v. Bicken. — Bo- 
lan. — Kannengießer. — zu 
Kernbach 196. — . Fehirtzel. — 
v. Hohenfels. — Ölschläger. — 
Riedesel. — v. Röhrenfurt. — 
Stephan(Stephanis).— Nachtrave. 

— Weyner. — Wolf. — Wolfrode. 
Eckardes (Eghardes, Eckhardes). 

Hermann zu Seelheim 230. 

Eckeishausen so. Biedenkopf, 
(Eckoldishusen). Dietrich von—, 
Pfarrer, Schloßkaplan u. Rent- 
meister zu Marburg 162. 163 u.*. 

Ehringshausen s. Kirtorf. — v. E. 
s. Ubelacker. 

Eibenhart (Eubenhart) Berg bei 
Kölbe n. Marburg 187. 

Eichen (Eychen). Wüstung bei 
Oberweimar ssw. Marburg. Gre- 
benfutter 205. — von E.: Her- 
mann zu Marburg 180. 

Eylar [s. von Eylo]. Klaus zu 
Marburg 181. 



— 241 



Eilheid s. Adelheid. 

Eilo Wüstung w. Amöneburg bei 
Klein-Seelheim (Eylon). Wüster 
Hof 226. — von E. : Johann zu 
Marburg 181 (s. auch Eylar). 

Eyneckir. Fye 173. 

Eynolf zu Marburg 220. 

Eisenbach s. Lauterbach. vo?i E. : 
Johann zu Marburg 228. 

Elbracht s. Albert. 

Elheid s. Adelheid. 

Elisabeth die Heilige, Landgräfin 
von Thüringen. 

Ellnhausen ö. Marburg (Elinhusen). 
Einwohner: Caubach. Engels- 
gaube. Feldecker. Foipilchin. 
uerlach. (von) Mulsbach (Mols- 
becher). Pulir. die Zwigen. — 
Flurname: der Eppinberg 201. 
203. — Oüter 201. das Land- 
grebengut 186. — Medem 203. 

Ellnhausen. Henkeman zu Mar- 
burg 182. 

Elmshausen so. Biedenkopf (El- 
metzhusin). Einwohner: Heinz 
u. Elheid s. Frau 214. 

Else Amönauer. — Boneckir. — 
Bosewortis. — zu Damshausen 
landgräfl. Hörige 214. — Dutze. 

— Faupiln. — Geburis. — 
Homeistirn. — die lange zu 
Marburg 182. — Rode. — Schur- 
brand. — Spenner. — Uttendut. 

— Wener. — Zuckschwert. 
Eitershausen. Wüstung bei Batten- 

feld nnö. Wetter (Eltirshusen). 
(von) E.: Elbracht u. Eberhard 
192. Gele 190. Ingele u. Kathe- 
rine 182. 

Elwin zu Marburg. Henne (Jo- 
hann) 189. 192. Ludwig Pfarrer 
zu Kappel 189. 

Emeln. Henne von Kölbe zu Mar- 
burg 193. s. auch Omel. 

Emelud s. Imelud. 

Emmerich (Embrich) v. Vers. — 
v. Linden. 

Endres s. Andreas. 

Engel. Rukel zu Marburg 181. 182. 
185. Könne dessen Schwester 
185. 

Engelsgaube zu Ellnhausen 201. 

Eppenberg Berg bei Ellnhausen 
201. 203. 

Erbe v. Uffhausen. 

N. F. BD. XXIX. 



Erbenhausen s. Marburg (Erbin- 
husen). Orebenweixen 204. — 
Zehnter 198. — Zehntheu 196. 

Eringisheymer. Heinrich zu Mar- 
burg 188. die Eringisheimern 
188. 

Ernsthausen n. Wetter (Ernshusen, 
Ernsthusin) 217. Hafer 207. 

Erwin Schultheiß zu Marburg 160. 

Ettesberg s. Meiches. 

Etzelsmühle bei Damm sw. Mar- 
burg (Eczilmole) 218. 

F. 

Falsch. Henne zu Roßdorf 230. 

Faupel Scheffer. 

Faupel (Voupel, Foupil). Henne 
zu Ebsdorf 224. Else zu Mar- 
burg 194. S. auch Foipilchin. 

Fegehan zu Marburg 227. 

Fehirtzel. Eckard u. Gerlach zu 
Marbach 188. 

Veyst. Johann zu Marburg 181. 

Feldecker von Ellnhausen. Sipe 186. 

Feldeckir zu Haddamshausen 201. 

Feltdeckir (zu Marburg?) 188. 

Vers s. Kirchvers u. Altenvers. 
v. V.: Konrad u. Osterlind s. 
Frau 178*. Alheid, Johann u. 
Konrad ihre Söhne 178*. Em- 
merich u. Johann 178. Kraft 214. 

Fye s. Sophie. 

Figilin. Mengoz zu Ebsdorf 177*. 

Figilin zu Leidenhofen 228. 

Findeisen zu Marburg 227. 

Fischer (Fischir). Henne (Heyne) 
zu Kappel 188. 228 (s. auch 
Gerhard). Contzichen u. Eckel in 
Ibernshausen 195. Henne unterm 
Hofgesinde in Marburg 212. Win- 
rich zu Marburg 182. Henne zu 
Wehrda 196. Henne zu Weiden- 
hausen 195. 

Flamme, Flemme zu Marburg 190. 
193. 196*. Kontze 190. 

Flamme. Elheid zu Ginseidorf land- 
gräfl. Hörige 183. 

Fleckenbühl Hof nnö. Marburg 
(Fleckinboil, Flleckinbol). v. F: 
150. 194. Andreas der älteste 
198. Johann 151. 

Fleischhauer (Fleischauwir). Her- 
mann von Amöneburg zu Mar- 
burg 184. 

Flemme s. Flamme. 

16 



242 



Vogt (Voyd) v. Fronhausen. Kraft 
Amtmann zu Marburg 160. Kraft 
u. Wühelm 173. 

Foipilchin von Ellnhausen 186. 

Folkhard. Klaus zu Kehna 223. 

Folkwin (Folkewin) Priester zu 
Wetter 177*. 

Volpert (Volpertus, Volprecht, Fol- 
pracht) v. Dernbach. — Hein- 
zils. — v. Hohenfels. — Hose. 

— Riedesel. — Schabe. 
Vorst, der, Wüstung bei Rosen- 
thal am Wege nach Bottendorf. 
Hafer 207. 

Voupel, Foupil s. Faupel. 

Frankenberg n. Marburg 147. 216. 
Burgmann: v. Biedenfeld. — 
Schöffe : v. Battenberg. — Schult- 
heiß : Spuler. — Viceschuliheiß : 
Beseler. 

Frankenberg (, von) zu Marburg. 
Johann Rentmeister 168. Henne 
191. 

Frankfurt a. M. Karmeliterkloster 
187*. Konventual: von Butz- 
bach. 

Frantzen zu Marburg. Bechtold 
181. Hillichen 181. 

Frauenberg ssö. Marburg (Frauwin- 
berg). Altarist: Spede. — Burg 
u. Amt (Gericht) 150. 151. 152*. 
157. 159. 160. — Burgkapelle: 
176. 

Fredehelmir. Kontze zu Marburg 
220. 

Freiengoßfelden Wüstung bei Goß- 
felden nnw. Marburg (Fryengos- 
feldin). Hafer 206. — Weixen 
207. 

Freusburg a. d. Sieg nö. Alten- 
kirchen 171. 

Friedrich (Frederich, Fritzsche) 
v. Bicken. — Budelir. — Hobe- 
herr. — Rynnes. — Steindecker. 

— Wynnolt. 

Frye (Fryge). Wygil zu Marburg 
181. 282*. 

Frigkel. Contze zu Marburg 180. 

Fritzlar. Vicejudex : von Waldeck. 

Fronhausen a. d. Lahn ssw. Mar- 
burg (Fronhusin) 221 u.*. 222. 
Einwohner : Bickenir. Hackingeil. 
Schneider, von Stedebach. Stin- 
gel. — Flurname (?) : Poleisweg 
224. — Hof: 224. — von F. zu 



Marburg: Johannes 219. Lud- 
wig 154*. 

Fronhof, in dem. Werner zu Mar- 
burg 227. 

Fureres. Henne zu Marburg 193. 

Furster. Heinze zu Marburg 180. 

G. 

Gambach (Ganbach) zu Marburg 
189. Hentz 193. 221. Lotze 193. 

Gastknecht. Henne, Johann zu 
Marburg 190. 221. 

Gauwir zu Hachborn 225. 

Gebenhausen Wüstung bei Ernst- 
hausen n. Wetter (Gebichinhusen, 
Gebinhusen). Hafer 207. — 
Zehnter 216. 

Gebuer (Geburis) zu Marburg. Else 
181. Gerhard 188. Henne 181. 
Gelbrach s. Gilbracht. 
Gelud (Gele) von Ammenhausen. 

— Andresen. — Heymechins. — 
Mangenreder. — zu Oberweimar 
landgräfl. Hörige 214. — von 
Wiesenbach Frau RuprechtWeiß- 
gerbers. — Wilde. 

Georg (Jorge) zu Groß - Seelheim 

223. 
Gerbracht von Wehrda. 
Gerhard zu Kappel Fischer 195. 

— Gebuer. — von Seelbach. — 
Steindecker. 

Gerlach (Girlach) Becker. — Brauer. 

— v. Breidenbach. — Kese. — 
v. Diedenshausen. — zu Elln- 
hausen 201. — Fehirtzel. — zu 
Gisselberg 189. — Wächter auf 
dem Backhause des Schlosses 
zu Marburg 210. — Pyfirman. — 
Brauer. — Schade. — Tuker. 

Gernand v. Thusintbach. 

Getze (der rote) zu Ebsdorf 194 
206. 

Geuchel Ölschläger. 

Giese (Giisen) Paulus zu Marburg 
184. 

Gießen. Ami 157. von den O. zu 
Marburg: Heinrich 175. Sibolt 
181. 183. 184. 

Gilbracht (Gelbrach) v. Raden- 
hausen. — Riedesel. 

Gindirnahe s. Gönnern. 

Ginseidorf nö. Marburg (Gincziln- 



243 — 



dorff, Guntzilndorf). Forstkom 
u. -hafer 202. — Hörige: Flamme. 

Gise Rentmeister zu Marburg 166. 
S. auch Giese. 

Gisselberg s. Marburg (Gosilberg, 
Goißilberg,Gosselberg)189. Ein- 
wohner: Beyer. Kirßman. Ger- 
lach. Hermann. Hirte. — Vieh- 
geld 174. — Flurbexeiehnungen: 
das Gissichen. Steinposch 189. 
— Fbrstkorn u. -hafer 202. — 
Orebenfutter 205. — Hof der 
Alilchlinge 226. 

Gittingen s. Göttingen. 

Glaskopf. Hof bei Marburg (Glase- 
kopf, Glassekopp) 185. 199. 228. 
230. 

Glyme zu Ibernshausen 230. 

Glymen. Konkel zu Leidenhofen 
225. 

Gönnern ssw. Biedenkopf (Gindir- 
nae, Gindirnahe) 221*. 222. 
Einwohner: Halpmonch. — von 
0. : Gele zu Mornshausen land- 
gräfl. Hörige 213. 

Gosselberg s. Gisselberg. 

Gossen, unter der. Rule zu Mar- 
burg 186. 

Goßfelden nnw. Marburg (Gosfel- 
din). Fischerei 196. — Forsthafer 
202. — Hafer 206. — Weizen 207. 

Gottfried v. Hatzfeld. 

Göttingen ssö. Wetter (Gyttingen, 
Gittingen) 217. Fischerei 196. — 
Hafer 206. — Medem 215. — 
Weixen 207. 

Gottschalk zu Sarnau 196. 

Gotzo von Witteisberg. 

Graben, auf dem. Ludwig zu Mar- 
burg 186. 186. 

GrebezuBeltershausen. Contze 173. 

Grebe zu Caldern. Wigand 201. 

Grebe zu Ebsdorf. Andreas 169. 
194. 199. 224. 225. Kunz 167 * 179. 

Grebe zu Marburg. Kunz Rent- 
meister 166. 169. 170. 184. 223. 
225. Kunz, Kurt 184. 192. Else 
184. 

Grebe zu Ockershausen. Hermann 
229. 

Greta (Grede) Kolbe. — Magis. 

Grünberg ö. Gießen (Gronenberg, 
Graninberg) 147. 221*. 223. Amt- 
mann: Cluder. Schutzbar. — * 
Burglehen 217. — Rentmeister: 



Cluder. von Rudenhausen. Ste- 
phan. — S. auch Becker. 

Gudensberg 147. 

Gul. Alheid 178 u.*. Konrad — 
von Erde 178*. 

Gumpracht Dade. — v. Weiters- 
hausen. 

Gumprachtis. Henne zu Nieder- 
Weimar 228. 

Gundirghusen Wüstung bei Bieden- 
kopf, von O.: Peter, Elheit s. 
Frau, Wigand, Lotze zu Nieder- 
Walgern u. Dietrich s. Brüder 
landgräfl. Hörige 214. 

Gunpyn. Hermann u. Elheid zu 
Marburg 188. 

Guntir der Zimmermann zu Mar- 
burg 192. 

Guntram v. Hatzfeld. — Schenk 
zu Schweinsberg. 

Guntzilndorf s. Ginseidorf. 

Gurtz. Heinze zu Marburg 181. 

Gutgemude. Konrad zu Marburg 
182. 185. 

H. 

Habe. Johann zu Nieder- Wal gern 
187. 

Habemann zu Altenvers 179. 

Habestedir s. Hobesteder. 

Hachborn ssö. Marburg (Hache- 
born) 224.225. Einwohner: Gau- 
wir. Luckeln. von Schönbach. 
— Flurbexeiehnungen: Ybinrode. 
Krebisbach. Rodebach. Rud- 
hardisstruch. Santwiese 225. — 
Orebenweixen 204. — Nonnen- 
kloster 182. 196. 206. — Zehnter 
197. — Zehntlieu 196. 197. 

Hachen nö. Olpe. v. H. : Hermann 
196*. Wigand Küchenmeister 
zu Marburg 194. 229. 

Hackingeil. Gerlach zu Fronhausen 
221. 

Haddamshausen sw. Marburg (Ha- 
demshusen) 188. 201. Oreben- 
futter 205. — von H: Gimpel 
zu Ibernshausen 230. 

Hahnenstein bei dem Kreuz, dem 
Ort, wo Konrad von Marburg 
erschlagen ward, bei Moischt. 
Medem 203. 

Haina osö. Frankenberg (früher 
Aulisburg). Kloster 153. 177. 178*. 

Hainstein, Hanstein s. Hoinstein. 

16* 



- 244 — 



Halpmonch zu Gönnern 222. 

Hanenstein s. Hahnenstein. 

Hans s. Johann. 

Happel (Happilchin) auf dem Keller. 
— Hasenart. — Homeister. — 
Porsch. 

Happel. Mengel zu Leiden hofen 
179. 

Hart. Flurbezeichnung in der Ge- 
gend von Wetter 173. 

Hartleben, die Hartlebin, zu Mar- 
burg 192. 193. 

Hartmann von Caldern. — Mar- 
pecher. — Burgkaplan (u. Rent- 
meister) zu Marburg 156. 162. 
172. — Ricman. — Schindußen. 

Hase s. Hose. 

Hasehart. Happel zu Marburg 183. 

Hassenhausen s. Marburg (Hossen- 
husen). Mmoohner: Scheffir. — 
Orebenweixen 204t. — Zehnter 198. 
Zelmtheu 196. 

Hatzfeld a. d. Eder wsw. Batten- 
berg, v. H.: Kraft u. s. Söhne 
Guntram, Kraft u. Wigand 177. 
208 u. *. Gottfried officiatus in 
Marburg 160. Guntram u. s. 
Sohn Kraft 208. 209. —vonH.: 
Heingin zu Kirchhain 201. 

Hausen s. Dreihausen. 

Hebermel zu Ebsdorf 206. 

Heckeman s. Heinkeman. 

Hegir zu Kirchvers 178. 

Heidenrich v. Dernbach. — v. Rolls- 
hausen. — von Wehrda. 

Heiliges Kreuz (bei Moischt, wo 
Konrad von Marburg erschlagen 
ward) 219. 

Heylmann (die Heylmennen) zu 
Ebsdorf 205. 206. 

Heym zu Marburg 221. 

Heymechins. Gele zu Marburg 193. 

Heymersdorf Wüstung bei Langen- 
stein im Gericht Rauschenberg. 
Heinrich — Viceschultheiß in 
AmÖneburg 154. 

Heymichen der Bäcker zu Marburg 
190. s. auch Becker, Heyn- 
nichin. 

Heyne s. Heinrich. 

Heinkeman (Heckeman, Henke- 
man) landgräfl. Bodenbender zu 
Marburg (s. a. Ellnhausen) 175. 
182. 183. 220. Hermann zu Mar- 
burg 183. 



Heinkil s. Henkel. 

Heyneman zu Caldern 188. 

Heynnichin zu Marburg 192. 

Heinrich (Heintz, Heyntze, Hinze, 
Heyntzichin, Hentz, Heyne, Heyn- 
chin, Heynnichin, Henrich, Hein- 
ritze) Anshelm. — zu dem Aren. 

— Becker. — Graf von Beil- 
stein. — Bickel. — Bickenir. 

— Borggrebe. — Kadenbach. — 
zu Kappel 188. 189. — auf dem 
Keller. — Kern. — Kirchain. — 

[ Gontzln. — Cremer. — Kulynes. 

— Dagobertshausen. — Dams- 
hausen. — Drache. — Ellnhau- 

• sen. . — zu Elmshausen 214 — 
Eringisheymer. — Fischir. — 
Furster. — Gambach. — von 
Gießen. — Gurtz. — von Hei- 
mersdorf. — Heller. — Landgraf 
von Hessen. — Heurich. — 
Hoenberg. — v. Holz hausen. — 
Hornecke. — Hoße. — Judde. — 
v. Leimbach. — von Lohra. — 
Schultheiß in Marburg 153. — 
zu Marburg 188. — Pförtner im 
Deutschen Hause zu Marburg 
212. — von Meiches. — von 
Michelbach. — Mulsbach. — 
Graf von Nassau. — im Nieder- 
hof. — Ockershausen. — Pau- 
les. — Reimbolt. — von Rei- 
mershausen. — Riedesel. — v. 
Rollshausen. — Rosphe. — Ru- 
melengir. — Ruße. — Rutzelir. 

— Graf von Sayn. — Schefir. 

— Schenk zu Schweinsberg. — 
Schneider. — Schonepedir. — 
v. Schönstadt. — Smed. — Snul- 
dir. — Sondag. — Stergke. — 
Stunke. — Sure. — Landgraf 
von Thüringen. — v. Waldeck. 
Wancke. — v. Warolderode. — 
Wechter. — v. Weitershausen. 

— Wener. — Werner. — Wet- 
tirman. — Winck. — Winke. — 
Zimmermann. — Zöllner. — 
Zuckschwert. 

Heinczils. Folpracht zu Marburg 
192. 

Heype von Kolbe 189. 

Heisticheim, Heystinkeym, Heistin- 
keyn s. Heskem. 

Heller (Hellir). Heinrich zu Mar- 
burg 183. 



245 



Heisch zu Marburg 183. 

Henkel (Heinkil) Schneider. 

Henkemann s. Heinkemann. 

Henne s. Johann. 

Hentze s. Heinrich. 

Herborn nnw. Wetzlar. Der Graf 
von — s. Nassau. 

Hergershausen Wüstung bei Rosen- 
thal. Hafer 207. 

Hermann centurio 156. — v. An- 
zefahr. — Graf von Battenberg. 

— von Battenberg. — Breuning. 

— Bucking. — Kadenbach. — 
v. Cappel. — Kippe. — Sohn der 
Windrude zu Cyriaxweimar 188. 

— Cleybe. — Kolbe. — Colner. 

— von Dillenburg. — Duborn. 

— Eckhardes. — von Eichen. 

— Flamme (Flemme). — Fleisch- 
haner. — von Gisselberg 189. 

— Grcbe. — Gunpyn. — v. 
Hachen. — Herrn Cur des. — 
Landgraf von Hessen. — v. Ho- 
henfels. — Imhof. — Junge. — 
der Schwarze zu Marburg 175. 

— Moischt. — Monster. — Mu- 
lir. — Ospracht. — Rynnes. — 
Runpeler. — Schade. — Schön- 
bach. — Schuchart. — Schu- 
stabe. — Stetze. — Landgraf von 
Thüringen. — zu Ober-Weimar 
214 — Czoußils. 

Hermannstein bei Wetzlar. Amt 

157. 
Hermershausen wsw. Marburg. 

Grebenfutter 205. — r on H. : Sieg- 
fried zu Marburg 191. 
Herrn Curdes. Hermann Schultheiß 

zu Kassel 171*. 
Hertichin Muntselge. 
Herzhausen am Streichenberg n. 

Gladenbach. Einwohner: Luckel 

landgräfl. Hörige 213. 
Herzhausen Wüstung bei Leiden- 

hofon ssö. Marburg (Hirtzhusin) 

225. 
Herzhausen (Hertzhusin) zu Iberns- 

hausen 230. 
Heskem so. Marburg (Heisticheim, 

Heystinkeym, Heistinkeyn) 156. 

224. 225. Einwohner: Smed. — 
ffiurbezeichnungen : Herwise 226. 
uff dem Stockfelde. Wilhartswise 

225. — Orebenweixen : 204 — 
Zehnter 197. — Zehntheu 197. 



Hessen. Landgrafen: Heinrich II 
(„min herr") 148. 155. 159. 162. 
163. 164. 175*. 177*. 178*. 186. 
187. 196. Hermann II („min 
jungher") 149. 164*. 171. 175. 
177 u.*. 178 u.*. 186. 214. 217. 
229. Ludwig Bischof von Mün- 
ster 148. 150. 152. 162. 163. 190*. 
Ludwig I 159*. 168. 169. 170. 
Otto Sohn Heinrichs 1 148. Sohn 
Heinrichs II 159. 162. — Land- 
gräfl. Beamte : Schreiber 165. 
Synning. Kammermeister 
165. S. auch u. Marburg. 

Hette von Ammenhausen. — 
Rosphe. 

Hetzecho von Dreihausen 156. 

Heurich. Heinz zu Marburg 182. 

Hildeburg (Hilleburg) von Ammen- 
hausen. 

Hildegard v. Anzefahr. 

Hilla (Hille, Hylle, Hillichen) von 
Ammenhausen. — Frantzen. — 
Kougilnbach. — von Reimers- 
hausen. — Schönbach. — Ste- 
debach. 

Hiltwin Wener zu Marburg 181. 

Hinze s. Heinrich. 

Hirte. Peter zu Gisselberg 189. 

Hirte (Hyrte). Henne zu Marburg 
182. 

Hirtzhusin s. Herzhausen. 

Hirzenhain ssw. Biedenkopf (Hirt- 
zenhen, Hirtzinhein) 221*. 223. 
Einwohner: Schade. Weber. — 
von H.: Wigand 221*. 222*. s. 
Tochter Ymelude Schütz (die 
Hirtzenhenen) 194. 222. 

Höbe, in dem, s. Imhof. 

Hobeherr (v. Seelheim). Friedrich 
Rentmeister zu Marburg 166. 
167. 175. 199 

Hobesteder zu Marburg 181. 226. 

Hoenberg s. Homberg. 

Hohenacht. Henne zu Marburg 187. 

Hohenfels Burg ssö. Biedenkopf. 
v. H. : Arnold 174 * Eckard Pfar- 
rer zu Asphe 172. Volpert 151 *. 
172. Hermann u. Berloeck s. 
Frau 221 *. 

Hoinstein zu Marburg. Heynnichen 
192. Paul 192. 193. 

Holzappel v. Rollshausen. 

Holzförster. Johann zu Wetter 173. 

Holzhausen bei Stedebach ssw. 



246 — 



Marburg 218*. 221*. 222. Gre- 
benfutter 205. 

Holzhausen, Rauisch-, osö. Mar- 
burg (Holtzhusin by dem Schene- 
berge, Hulczhusin vor dem Sche- 
neberge). Grebenfuiter 205. — Hof 
221* 223. — v. H: Heinrich 
Amimann zu Witteisberg 150*. 

Holzhausen nnw. Gladenbach 
(Hulczhusin an dem Strichin- 
berge) 221*. 222. 

Holzschuher (Hultzschuwir). Wi- 
gand u. Emelud s. Frau zu Mar- 
burg 220. 

Homberg in Hessen 147. 

Homberg a. d. Ohm wsw. Alsfeld. 
Amtmann (Vogt, Rentmeister) : 
Cluder. von Rudenhausen. 
Schutzbar. Uffhausen. — Land- 
gericht 151 *. — von H. : Johann 
Kaplan zu Schweinsberg 173. 

Homberg (Hoenberg, Homburg). 
Heinz u. Wigand zu Marburg 
181. 182. 

Homeister. Eilheid, Else u. Happel 
zu Marburg 184. 

Hornecke. Hentz zu Marburg 183. 

Hose. Volpert Ritter 175*. 218. 
226. Juliane s. Frau 175*. 

Hossenhusen s. Hassenhausen. 

Hourich s. Heurich. 

Hulsbach. Lotze zu Marburg 220. 

Hultzschuwir s. Holzschuher. 

Hulczhusin s. Holzhausen. 

Husen s. Dreihausen. 

I, J und Y. 

Ybecher. Metze von Kölbe 188. 189. 
Oymel von Wehrda 188. 

Ibernshausen Wüstung s. Marburg 
(Ybernzhusen , Ybirtzhusen , 
Oberntzhusen , Obirneshusen) 
194. 195 u. *. 201. 230. Viehgeld 
174. — Forstkorn u. -hafer 202. 
— Landsiedel : von Asphe. Ko- 
ben. Glyme. vonHaddamshausen. 
Herzhausen. Linzern. Mergkel. 
Neuenhöfer. von Seiberg. Wey- 
ner. 

Ybinhart s. Eibenhart. 

Ybinrade Wüstung bei Hachborn 
s. Marburg 225. 

Yde von Reimershausen. 

Imelude (Ymelude, Emelud, Eme- 
lut, Oymel) Amönauer. Holz- 



schuher. Ybecher. Schütz. Sure. 
Wommelshausen. 

Imhof (ymme Höbe) zu Marburg. 
Albert 156. Dietrich Kanonicus 
des St. Stephansstiftes zu Mainz 
173 u. *. Dietrich Rentmeister 
zu Marburg 163. Johann 170. 
177*. 180. 191. 193. 194. 226. 
227. Ludwig, Luckelei 170. 190. 
193. 

Imhof zu Nieder-Walgern. Her- 
mann 187. 

Ingele Eitershausen. 

Johann (Johannes, Johan, Henne, 
Hennichen) Schüler (Schreiber) 
des Marburger Rentmeisters 
Heinrich von Meiches 172. 232. 

— v. Anzefahr. — Artz. — von 
Asphe. — Becker. — v. Breiden- 
bach. — Bürgeier. — von Butz- 
bach. — Kaie. — Kirßmann. 

— Klingenstein. — Kol. — Kolbe. 

— von Köln. — Gonbechir. — 
von Korben. — v. Kramberg. 

— Kuppersmed. — von Dams- 
hausen. — v. Dernbach. — von 
Diedensdorf. — von Ebsdorf. — 
von Eisenbach. — Elwin. — 
Em ein. — Falsch. — Faupel. — 
Veyst. — Fischer. — v. Flecken- 
bühl. — (von) Frankenberg. — 
von Fronhausen. — Für eres. — 
Gastknecht. — Gieses Sohn zu 
Wehrda 201. — Gumprachtis. — 
Habe. — Hirt. — Hohenacht. — 
Holzförster. — Homberg. — Im- 
hof. — unter der Linden. — v. 
Linden. — Linzern. — Lu ekeln. 

— Mardorf. — Meisbach. — 
von Moischt. — Molsbecher. — 
Mönch v. Buseck. — Moxkis. — 
Muntselge. — Pitzsch. — Probst. 

— Pulir. — Riedesel. — Rode. 

— v. Rollshausen. — Rule. — 
Graf von Sayn. — Sattler. — 
Schneider. — Schreiber. — v. 
Schwalbach. — von Seiberg. — 
Smed. — Smenkis. — Snade. — 
Graf von Solms. — Spuler. — 
Steindecker. — Stracke. — Wam- 
mesgans. — Wedrult. — Wüde. 

— Wyneke. — Wittekind. — 
Wommelshausen.— Zan. — Zuck- 
schwert. 

Jorge s. Georg. 



247 — 



Ysintrud (Ysindrud) Junge. — Ry- 
denheimer. 

Ysinwald zu Kirchvers 178. 

Judde. Henz zu Marburg 180. 

Juliana Hose. 

Junge von Bauerbach. Peter zu 
Marburg, Ysindrud s. Frau, Her- 
mann s. Sohn 170. 221 u. *. 
222*. 223. 

L. 

Lahn, das Land an der — = Ober- 
hessen. — Fischerei in der — i 
195. 

Lahnberg Berg bei Marburg 203. 

Lampertshausen. Wüstung osö. 
Marburg zwischen Schröck u. 
Rossdorf (Lamprachtishusen). 
Forstkorn u. -hafer 202. — 
Grebenfutier 205. — Grebenweixen 
204 

Landknecht. Martin zu Marburg 
181. 

Lange. Köntze zu Marburg 179. 
186. 

Langenstein onö. Kirchhain. Gut 
200. 

Lare s. Lohra. 

Leidenhofen ssö. Marburg (Lauden- 
habin, Laudenhobin, Ludenho- 
ben) 221 *. 222. 228. Einwohner : 
Kippe. Figelin. Glymen. Happel. 
Helferichs. Schemel. Stetze. — 
Flurnamen : Eschenstruit 179. 
Korbiswiese, Pauleswiese, zu 
den Stegen 225. — Grebenweixen: 
204. — Gütchen: Stangengut 226. 
— Hof 225. — Zehnter 197. — 
Zehntheu 197. — von L. : Happel 
156. 

Leimbach im Amt Ziegenhain? 
von L. : Heinrich Rentmeister zu 
Marburg 168. 

Lewe s. Low. 

Liederbach ssw. Alsfeld (Lydir- 
bach.) v. L. : Bertold landgräfl. 
Bottelirer 163. 

Linden ssw. Gießen, v. L.: Em- 
merich u. Else s. Frau 218. Jo- 
hann 149*. 209. 

Linden, unter (der). Henne zu 
Marburg 184. 192. 

Linczern zu lbernshausen 230. 

Lysel. Paul zu Marburg 229. 

Lobir. Kontze zu Marburg 228. 



Loche, auf dem. Siegfried zu 
Marburg 190. 191. 228. 

Lohra sw. Marburg (Lare). Bede 
175. 213. 218. — Buße 213. — 
Eigenbede 218. — Eigenhühner 
213. — Einwohner: Ortwin. — 
Gericht 150. 151. 213. 218. — Ge- 
richtshühner 213. — Grebenfutier 
204. — Gut 220. — Lämmerkauf 
213. — Landschöffen 151. — von 
L.: Heinrich zu Marburg 180. 

Loynbach der Koch zu Marburg 
192. 

Lolhultz (Lulhultz) zu Kölbe 196. 

Loneberg s. Lahnberg. 

Lotze s. Ludwig. 

Loubirbechir zu Nanzhausen 220. 

Low (Lewe). Erwin Burgmann 
zu Marburg 209. 

Lowir s. Lobir. 

Lukard (Luckel) zu Herzhausen 
landgräfl. Hörige 213. — aus 
der Marbach 188. — Molner. 

Luckeln. Henn zu Hachborn 225, 

Ludenhobin s. Leidenhofen. 

Ludwig (Lodewicus, Lodewig,Lotze, 
Lutze, Lutzchin) Schüler M. 
Dietrich Imhofs 173. — v. Allna. 

— Arnuldis. — Beckirs. — Bru- 
ning. — von Buchenau. — Burn- 
schure. — Kesselir. — Korbern. 
Diemar. — Elwin. — von Fron- 
hausen. — Gambach. — auf 
dem Graben. — von Gundirg- 
husen. — Landgraf von Hessen 
(Bischof von Münster). — Huls- 
bach. — Imhof. — Schultheiß 
in Marburg 154. — Messer- 
schmied. — Pastoris. — Siegeren. 

— Stoppelnberg. — Stintz. — 
Ubelacker. — Weimar. — von 
Wermertshausen. — Wilde. 

Lulhultz s. Lolhultz. 
Lützelburg Berg bei Marburg 
(Lutzeinborg). Medem 203. 

M. 

Magis. Grede zu Wehrda 188. 
Mainz Erzstift 215. 216. 217. — 

Stephansstift 148. 150. 172. 178*. 

Kanonikus: lmhof. 
Mangenredir. Gelud zu Marburg 

183. 
Manschin zu Marburg 193. 
Marbach wnw. Marburg (Marpach) 



— 248 



188. 190. 213. Bede 176. — Ein- 
wohner: Klingenstein. Eringis- 
heymer. Fehirtzel. Lukart. Snade. 
— Forstkorn u. -hafer 202. — 
Hof 180. 200. — Medem 203. 

Marbecher (Marpecher). Hartmann 
zu Marburg 188. 

Marburg (Marpurc, Marpurg). Amt 
(vülicatio) 150. 208*. — Amts- 
bezirk 150. 152 ff. — Beamte, 
landgräfliehe : Amtmänner u. 
Schultheißen (villici, offi- 
ciales, sculteti, Unter- 
amtmänner, Unterschult- 
heißen) 152 ff. 160 ff. v. 
Bicken. v. Breidenbach. Bruno, 
v. Buseck, v. Gappel. v. Dern- 
bach. Erwin. Vogt. v. Hatzfeld. 
Heinrich, v. Linne. Ludwig. 
Philipp, v. Radenhausen. Rau- 
stein. Reese. Rode. v. Roden- 
hausen, v. Rollshausen, v. Roten- 
stein. Sattler. Schabe. Scheuern- 
schloß, v. Seelbach. v. Sicherts- 
hausen. Stintz. Stoppelnberg. 
v.Thine. vonThusintbach. Weiß- 
gerber. Wynnolt. Zöllner. B o t - 
teurer v. Liederbach. Kell- 
ner 184 212. Rode. Förster 

189. 212. Hofgesinde auf 
der Burg 209. 210. 211. 212. 
213. Landvögte an der 
Lahn 159. v. Berlepsch. v. 
Breidenbach. Riedesel. Rode. 
Schenk zu Schweinsberg. v. 
Schwalbach. Rentmeister 
150. 161 ff. 213. Gluder. v. 
Dersch. v. Eckeishausen. Fran- 
kenberg. Gise. Grebe. Hart- 
mann. Hobeherr. Imhof. von 
Leimbach, von Meiches. Peter, 
von Rudenhausen. Sattler, von 
Schönbach. von Schönstadt. 
Spede. von Thusintbach. Wyn- 
nolt. Rentschreiber 171. 
172. 212. 213. von Reimers- 
hausen. — Bede 148. 149. 194. 
Brücken: Mittelste Brücke in 
Weidenhausen 227. Steinbrücke 
vor dem Spitale 191. — Brunnen 
(Kump) in der Wettergasse 180. 
183. — Burg 148. — Burgkapelle 
(KatharinenaUar das.) 176. 189. 
194. 201. — Burgkaplan: Hart- 
mann. — Burgmannen u. Burg- 



lehm 151. 159. 208. 209. 218. — 
Karmeliterterminei 187. — Kirch- 
hof 186. — Deutschorden, Deutsch- 
haus 182. 185. 191. 201. 212. 
215. 221. — Dominikaner (Pre- 
diger) 180. — Einwohner (ein- 
schliessl. Weidenhausen) : von All- 
na. Amenauer. vom (zum) Aren. 
Arnoides. Artz. von Bauerbach. 
Becker. Beltershausen. an dem 
Berge. Bickel. von Biedenkopf. 
Boneckir. Bornman, Burnmann. 
Bosewort. Bottenhorn. Brauer. 
Brockinman, Brugkeman. Bru- 
ning. vonBuchenau. Buchsack. 
Bucking. Biirgeler. Kadinbuch 
(Kadinbach). Kaldenbach. Kan- 
nengießer. Kapeller. Kenpichen. 
Kern. Kesselir. Ketzler. Kirch- 
hain. Kisil. Cleybe. Klinghard. 
Kneppichin. Knoblauch. Knor- 
chen. Knosse. Kol. Kolbe. Col- 
ner. Gonbechir. Kontzln. von 
Korb, Korbir, Korpif. Kragauer. 
Gremer. Krumbechir. Kulynes. 
Kuppersmed. Dade. von Dams- 
hausen, von Dautphe. von Dil- 
lenburg. Dymar. Dympers. Di- 
pilchen. Dorredesche. Drache. 
Duborn. Dume. Durste. Dutze. 
Ebel. Ebirtal. vonEbsdorf. von 
Eichen. vonEylon (Eylar). Ey- 
nolf. Elbracht. Ellnhausen. Else, 
die lange. von Eltirshusen. 
Elwin. Emeln. Eringsheimer. 
Faupel. Fegehan. Fehirzel. Veyst. 
Feltecker. Findeisen. Fischer. 
Flamme. Fleischhauer. von 
Frankenberg. Frantzen. Frede- 
helmer. Frye. Frigkel. von 
Fronhausen, in dem Fronhofe. 
Furers. Furster. Gambach. 
Gastknecht. Gebuer. Giese. von 
Gießen, unter der Goße. auf 
dem Graben. Grebe. Gunpin. 
Gunter. Gurtz. Gutgemud. Hart- 
leben. Hasehart. Heym. Heime- 
chins. Heinzeis. Heller. Heisch. 
Henkeman. schwarzer Hermann, 
von Herme rshausen. Heurich 
(Hourich). Hiltwins. Hirt, (von) 
Hirzenhain. Hobestedir. Hom- 
berg. Hohenacht. Hoinstein(Hain- 
stein, Hoenstein). Holzschuher. 
Homeister. Horneck. Hulsbach. 



249 — 



Hut. Imhof. Judde. Landknecht. 
Lange, unter der Linde. Lysel. 
Lobir (Lower). auf dem Loche, 
von Lohra. Loinbach. Mangen- 
redir. Manschin. Marbecher. 
Mardorf. Meinefeld. Messer- 
schmied, von Michelbach, von 
Moischt. Molner. Moxkis. Mud. 
Muntselge. Natirwortz. aus dem 
Niederhofe (Niederhöfer). Nolde. 
Nottich. Noitlich. Nuspickil. 
Ockershausen. Omel. Ospracht. 
Papst. Pastoris. Peter. Phile. 
Pifirman. Pytisch. Pitzsch. 
Probst. Quinsel. Radhose, von 
Reichenbach. von Reimers- 
hausen. Reinbult. Richards. 
Ricman. Rinke. Rynnes (Ren- 
nes). Rode. Rodichen. (von) Roß- 
bach. Rosphe. Rule. Rume- 
lenger. Ruße. Salwächter. von 
(den) Sassen. Sboencke. Schade. 
Schaf man. Scheffer (Schefer). 
Scherer. Schiebeknecht. Schnei- 
der. Schönbach. Schonepedir. 
Schurbrand. Schütz. Schwarz. 
Seilirs. Sinnich. Smed. Smenkis. 
Snade. Snelhard. Steindecker. 
Steinperf. Stergke. Sure. Ut- 
tendut. Wammesgans. Wanke. 
Wechter. Wechtirs. Wedrebir. 
vonWehrda. von Wehrshausen. 
Weiner (Wener). Weißgerber. 
Welker. Werner. Widerat. Wilde. 
Wilden er. Wymar. Wineke. 
Winke. Wolfram. Wommelshau- 
sen. Zan. von Zelle. Czeude. 
Zimmermann. Zirkel. Czoußils. 
Zuckschwert. — Entstehung der 
Stadt 147. -- Viehgeld 174. — 
Flurnamen, Berge, Örtlichkeiten 
u. s. tv. : das Byel 185. uff dem 
Bygen 180. 181. 182. 185. bei 
dem Kalandskreuz 186. Dam- 
meisberg (Dammersberg, Ta- 
mersberg) 179. 186. 229. Gal- 
genber$ 203. der Gultborn 181. 
der Hain (Burghain, Götzehain) 
180. 181. 182. 185. 186. 188. 191. 
227. 228. Haustatt, Hustad 184. 
186.188. Hey rinengarten(Hour en- 
garten) 186. Hunengrund 184. 
Huntzelbach 184. 188. Kirch- 
spitze (Gasseiburg) 203. unter 
dem Kniebreche 228. an der 



Kosseneiche 204. Lahnberg s. 
daselbst. Lamersbach 187. das 
Landgrebenstück 183. Lützel- 
burg (Weinberg, Augustenruhe) 
179. 185. 186. 203. 228. 229. 
Ortenberg s. daselbst, die Schnei- 
ße 230. Schützenpfuhl 196*. auf 
dem Werde 180. 181. 184. 185. 
186. der Wyden 229. — Fran- 
xiskanerkloster (Barfüßer) 219. — 
Franziskanerinnen (Süsternkon- 
vent) 190. — Fronhof 174. — 
Gericht 148, Gerichtsbezirk 150. 
151, Gerichts- (Stadt- u. Land) f 
schaffen 151. — Häuser u. Höfe: 
uffer Bunde (zu der Bunden) 
188. Kerner 185. 187. 194. Falk- 
haus unter der Burg 182. das 
gemalte Gadem beim Deutschen 
Hause 181. 226. 227. Hof der 
Burggräfin Agnes von Nürnberg 
203. Riedeselscher Hof 168. — 
JSospüal 182. 184. 191. 192. 193. 
— Michaeliskapelle 1 85. — Mühlen : 
Eltwinsmühle 191. 193. 203. 229. 
Mühle am Grün (Grintmühle) 
227. 228. Lohmühle 227. Neue 
Mühle gegenüber Ibernshausen 
201. — Münze 148. — Pfarrer 
148. 180. 193. 194. Werner. — 
Renthof 168. 184. — Schirnm : 
183. 186. Brotschirnen auf dem 
Markte 194. Fleischbank, Fleisch- 
schirn 181. 184. 195. Schuh- 
schirn 219. — Sehlagschatx 148 
u. *. 149. — Schmiede am Klin- 
gelberge 192. — Siechenhäuser 
227. 228. — Stadtkirche 180. 185. 
— Stadtschreiber 155. von Rei- 
mershausen. — Straßen, Plätze, 
Stadtteile: Barfüßerstraße 219*. 
vor den Barfußen 194. 220. 222*. 
223. Bodenbendergasse 175. 
Krämergasse 168. Femengasse 
222*. Viehmarkt 182. auf (unter) 
der Goßen 180. 183. 184. 222*. 
Am Grün (an dem Grynde, 
Grinte) 180. 181. 182. 184. 185. 
193.227. Herbstgasse 184. Hof- 
statt 226. Judengasse 222 u. *. 
Kappusgasse (in Weidenhausen) 
227. Kämpfrasen (kempwasem) 
181. 196*. 228. Ketzerbach 181. 
188. 190. 191. 192. 193. 227. 229. 
Klingelberg 182. 184. 189. 190. 



— 250 



191. 292. 219. Leckerberg 221. 
auf dem Loche 190. Neustadt 
180. 181. 186. 190. 222*. 226. 
Pilgrimstein (Bulchenstein) 180. 
183. 191. Untergasse 182. Wei- 
denhausen, Vorstadt (Widin- 
husen) 174. 181. 195. 226. 227. 
229. Wettergasse (Werdergasse) 
180. 183. 184. 222*. Zalbach 
(Zelbach) 175. 229. — Tor: 
Wehrderporte 189. 193. — Wehr 
229. — Urtgeld, Zoll 148 u. *. 
149 u. *. 

Marpecher s. Marbecher. 

Mardorf so. Marburg (Martdorf, 
Martorf) 156. Eigenbede 175. 

Mardorf (Martorf). Johann zu 
Marburg 186. 

Martin (Mertin) Landknecht. — 
der Schneider zu Marburg 184. 
S. auch Schneider. 

Mathies zu Ebsdorf 177*. 

Meffred der Schmied zu Marburg 
191. 

Meiches nnö. Ulrichstein (Ecichis- 
berg, Ettesberg, Eckerichsberg). 
Heinrich von — Pfarrer, Rent- 
meister zu Alsfeld und Marburg 
163. 164. 165. 172. 232. 

Meynefeld zu Marburg 181. 

Melnau (Melnhug). Flurbexeich- 
nungen bei — : an dem Dannen- 
berge (Dammberg?), an dem 
Gebichtenberge 215. 

Meisbach. Henne zu Marburg 229. 

Melsungen 147. Burgmann : v. Slut- 
winsdorf. Schultheiß: Kirchhain. 

Mengel (Mengil) Happel. 

Menger in Ebsdorf 177*. 194. in 
Marburg 227. 

Mengoz (Mengot) Kadenbach. Kolbe. 
von Ebsdorf. Figilin. 

Merenberg wnw. Weilburg. Herren 
von — 150. 

Mergkelin zu Ibernshausen 230. 

Mertin s. Martin. 

Messerschmied (Messirsmed). Lud- 
wig zu Marburg 186. 

Metze von Ammenhausen. — Kyp- 
pel. — Knibe. — Kolbe. — Korb. 
— Ybecher. — Rules. — von 
Wiesenbach. 

Michelbach nw. Marburg 175. 221 
u. *. Einwohner : Rydinheymer 
u. Frau Ysindrud. Zuckschwert. 



— Orebenfutter 205. — Greben- 
weixm 204. — Medem 203. — 
von M.: Reimbold u. Heinze zu 
Marburg 192. 

Michelbach Wüstung bei Hach- 
born s. Marburg. Grebenweixen 
204. 

Milchling. Geschlecht 226. 

Milchling Schutzbar. 

Mittelrosphe s. Oberrosphe. 

Moischt so. Marburg (Moschede r 
Muschede, Muschd) L94. Bede 
218. — Einwohner: Kaie. — 
Viehgeld 174. — Forstkorn u. 
-hafer 202. — Orebenfutter 205.— 
Grebenweixen 204. — Hof 226. 

— (von) M. zu Marburg : Henne 
183. 191. Hermann 192. 

Mölln bei Heskem so. Marburg 
(Mulen, Molen). Zehntheu 197. 

Molner (Molener, Molnir) in Ebs- 
dorf 177*. 

Molner. Lukart von Kirchhain 186. 

Molner zu Marburg. Könne von 
Wehrda 191. Rupichen 191. 193. 
s. auch Mulir. 

Molsbecher (Molspechir). Henne 
zu Ellnhausen landgräfl. Höriger 
214. 

Mönch (Moniche) v. Buseck. Jo- 
hann 218. 

Monchobir. Arnold zu Münch- 
hausen bei Wetter 216. 

Monichusen s. Münchhausen. 

Monster. Hermann zu Dreihausen. 
203. 

Mornshausen a. d. Dautphe n. Gla- 
denbach (Moroldishusen). Ein- 
wohner: von Gönnern. 

Moxkis. Henne u. Peter, Maler zu 
Marburg 190*. 

Mud Zimmermann zu Marburg 221. 

Mulen s. Mölln. 

Mulenbach. Tamme u. Wigand zu 
Ebsdorf 177*. 

Mulir. Hermann zu Marburg 192. 

Mulsbach, (von). Heinrich zu Elln- 
hausen 179. 201. 

Münchhausen n. Wetter (Mon- 
chusen, Monichhusen) 217. Ein- 
wohner: Monchobir. Rodin. — 
Hafer 206. — Bof 216. — Zehnter 
173. 

Münchhausen Wüstung w. Wei- 
poltshausen. Grebenfutter 204 



— 251 



Münster. Bischof Ludwigs. Hessen. 
Muntselge. Henne u. Hertichen 

zu Marburg 180. 
Muschd, Muschede s. Moischt. 



N. 

Nachtrave. Eckart zu Caldern 189. 

Nanzhausen sw. Marburg (Nan- 
dolshusin, Nandilshusen) 220. 
Einwohner: Loubirbechir. Schu- 
stabe. Zan. Orebenfutter 204. 

Nassau. Grafen: Heinrich 208*. 
Johann (der grebe von Herbern) 
151*. 

Natirwortz zu Marburg 229. 

Nedern-, Nedir- s. Nieder-. 

Neuenhöfer (Nuwinhabir). Derich 
zu Ibernshausen 280. 

Neustadt onö. Kirchhain (Nuwen- 
stadt). Eingesessene: von Ammen- 
hausen. Schultheiß: Spede. 

Nyderrosfe s. Unterrosphe. 

Niederhausen s. Dreihausen. 

Niederhof w. Marburg (Nidernhob), 
aus dem (ymme) (Niedernhober). 
Heinz zu Marburg 191. 193. 214. 

Niederwald wnw. Kirchhain (Ne- 
dernwald). Hof 200. — Wiesen- 
xelinter 199. — Zehnter 179. — 
von dem — s. Brockinman. 

Niederweimar s. Weimar. 

Niederwetter so. Wetter (Nyder- 
wettir, Niddirwetter). Hafer 207. 

— Medem 215. — Weizen 207. 
Noitlich (Nottich). Wigand zu Mar- 
burg 190. 193. 

Nolde s. Arnold. 

Noldin, die, zu Marburg 190. 

Nonnenhausen Wüstung bei Cal- 
dern wnw. Marburg (Nunnen- 
husen). Forstkorn u -hafer 202. 

— Hafer 206. — Medem 215. — 
Weixen 207. 

Nonnenhausen (Nunenhusen) zu 

Marburg 181. 
Nordeck ssö. Marburg, v. N.: 

A(dolf) 153. 
Nottich s. Noitlich. 
Nunenhusen s. Nonnenhausen. 
Nuspickil (Noßbickil) zu Marburg 

190. 
Nuwinhabir s. Neuenhöfer. 



0. 

Oberhessen 151*. 152. 
Oberntzhusen, Obirneshusen s. 

Ibernshausen. 
Oberrosphe onö. Wetter (früher 

Mittelnrosfe) 217. Hafer 207. — 

Weixen 207. 
Oberrosphe Wüstung onö. Wetter 

(Obirnrosfe). Hafer 207. 217. 
Oberwalgern s. Walgern. 
Oberweimar s. Weimar. 
Oberwetter Wüstung bei Wetter 

(Obirnwettir). Hafer 206. — 

Weixen 207. 
Oberhausen s. Dreihausen. 
Ockershausen sw. Marburg (Okirs- 

husen) 180. 183. 189. 219. 220. 

Forstkorn u. -hafer 202. — Hof 

199. — Hof Volpert Hoses 226. 

— Medem 203. 
Ockershausen gen. in. der Klause. 

Heinz zu Marburg 220. 
Odenhausen a. d. Lahn s. Marburg 

(Udinhausen) 224. Qrebenweixen 

204. — Heugeld 179. — ZeJinter 

199. 
Ohm (Arne). Fischicasser 187. 

196 u. *. 
Oymel s. Imelud. 
Ölschläger (Oleysleger) zu Mar- 
burg. Eckart, Geuche (Krouchir) 

181. 
Omel. Henne von Kölbe zu Mar- 
burg 192. s. auch Emel. 
Orsula s. Ursula. 
Ortenberg Berg onö. vor Marburg 

(Ortinberg). Medem 203. 
Ortwin zu Lohra 220. 
Ospert (Ospertus) zu Ebsdorf 156. 
Ospracht. Hermann zu Marburg 

188. 
Oszachtisstaden. Fischwasser in 

der Ohm 196. 
Otto Landgraf von Hessen. — 

von den Sassin. 



Paffe. Henne zu Nieder-Walgern 
200. 

Papst (Babist). Kontze zu Mar- 
burg 228. 

Pastoris von Gladenbach zu Mar- 
burg 186. 

Paul (Paulus, Pauwils) Giese. — 
Hoinstein. — Lysel. 



252 



Paules. Heintze von Wehrda 221. 

Peter (Petir, Pedir) von Bauer- 
bach. — von Gundirghusen. — 
Junge. — Rentmeister zu Mar- 
burg 166. 170. 232*. — der 
Meisterknecht zu Marburg 182 
(s. auch Beltershausen). — Mox- 
kis. — Py tisch. — Synning. — 
Snelhard. — von Treysa. 

Pfyfer. Wächter auf dem Back- 
hause des Schlosses zu Mar- 
burg 210. 

Phile (Pile, die Philen) zu Mar- 
burg 180. 183. 

Philipp, Schultheiß in Marburg 154. 

Pyfirman (Piffirman). Gerlach zu 
Marburg 180. 229. 

Pile s. Phile. 

Py tisch. Peter zu Marburg 221. 

Pitzsch. Henne, Schuhmacher zu 
Marburg 219. 

Porsch. Happilchen zu Ebsdorf 
199. 

Probst (Prabist). Johann zu Mar- 
burg 184. 

Pulir. Henne zu Marbach 201. 



Quinsil zu Marburg 192. 

R. 

Rabenau bei Londorf ssw. Mar- 
burg (Rabenauwe). Einwohner: 
Rutzelir. 

Radenhausen nw. Amöneburg 
(Radehusin). Einwohner: Bier- 
man. — v. R. : Gilbracht Land- 
vogt an der Lahn 161, Amtmann 
zu Kirchhain 200 u. * 

Radhose zu Marburg 220. 

Rau (Ruwe) v. Holzhausen. Ge- 
schlecht 22%. 

Raustein. Rudolf Schultheiß zu 
Marburg 153. 

Reddehausen so. Wetter (Redin- 
husen). Hafer 207. 

Reese. Ruprecht Schultheiß zu 
Marburg 161. 

Reichenbach ssö. Lichtenau, von 
R.: Bernhard zu Marburg 184. 
192 (anstatt Vichard). 

Reimbold von Michelbach. 

Reimbold. Heinrich zu Marburg 
192. s. auch von Michelbach. 

ü - ; mershausen ssö. Marburg (Ry- 



mershusen, Reymershusin) 149. 
M R. : Yde, Hörige 213. — 
zu Marburg 228. Heinrich Bür- 
ger, dann Rentschreiber, dann 
Stadtschreiber 172. 185. Hille 
182. 

Rennes s. Rynnes. 

Reizberg (Rotzberg). Gerichtsbe- 
zirk sw. Marburg 148. 150. 
Eigenleute 219. 

Rickshell Berg u. Wald bei Goß- 
felden n. Marburg (Rukishelde) 
202. 

Richard Zimmermann. 

Rychards. Henne von Seelheim 
zu Marburg 190. 

Ricman. Hartmann zu Marburg 
193. 

Rydenheymer zu Michelbach, Ysin- 
drud s. Frau landgräfl. Hörige 
214. 

Riedesel (Ridesyl). Eckart Land- 
vogt an der Lahn 157. 159. 161. 
178*. Gilbracht u. Heinrich 
196*. Henne (Johann) 168. 217. 
Volpert 217. 

Rimberg Berg bei Caldern 203. 

Rymershusen s. Reimershausen. 

Rymph. Johannes Pfarrer zu Mel- 
sungen landgr. Schreiber 165. 

Rinke (Rincke, Rynke) zu Marburg. 
Elbracht 181. 183. 184. 198. 
Katharine 183. 

Rinke zu Betziesdorf 151. 

Ringshausen Wüstung zw. Nieder- 
Asphe u. Simts hausen n. Wetter 
(Ringishusen, Ringenhusen). 
Hafer 206. — Weizen 208. 

Rynnes (Rynes) zu Marburg. Fried- 
rich 191. 193. Hermann 227. 

Roda nö. Wetter. Hafer 207. 

Rode, Rittergeschlecht. Andreas 
Burgmann zu Marburg 209. 
Kraft Schultheiß das. 160. Kraft 
Burgmann das. 208. Dietrich u. 
s. Frau Else 177*. 227. Dietrich 
Landvogt an der Lahn 161. 

Rode. Burkhard Kellner zu Mar- 
burg 168*. 

Rode zu Marburg. Elbracht 194. 
Henne (Johann) 180. 181. 

Rode s. Roth. 

Rodebach Wüstung bei Hachborn 
s. Marburg 225. 

Rodenbol (Rodenbul) zu Anzefahr 



— 253 — 



nö. Marburg. Eigenleute 176. 218. 
Rodenhausen sw. Marburg (Ruden- 

hausen). Orebenfutter 205. — 

v. R: Kraft 178. Kuno Land- 
vogt 157. 160. 
Rodenhausen Wüstung am Röders- 

berge bei Caldern (Rudenhusen). 

Hafer 206. — Weiten 207. — 

Einwohnet*: Wolmar. 
Rodheim a. d. Bieber. v. R. : Zabel. 

178*. 
Rodichin. Rufil zu Marburg 220. 
Rodin. Contzichin zu Münchhau- 

sen 216. 
Röhrenfurth n. Melsungen. v. R.: 

Eckar4 oberster Amtmann in 

Hessen 159. 

Roidoyge. Hartmann, Henne, Heinz, 
Kontze, Sype u. Lotze langräfl. 
Hörige 214. 

Role s. Rudolf. 

Rollynfach Fischwasser in der 
Lahn 196. 

Rollshausen sw. Marburg (Ruls- 
husen). Orebenfutter 204. — 
v. R,\ Heydenrich, s. Söhne 
Henne u. Holzappel 208 u. *. 
Heinrich Amtmann zu Marburg 
158. 160. 208. Henne s. Sohn 
208 u. *. 

Ronhausen s. Marburg (Ronhusen) 
201. Einwohner: Klaus. Stracke. 
Stunke. Welgsack. — Fischerei 
196. — Flurname: zu den Bou- 
men 229. — Orebenfutter 205. 

Rosenthal nö. Wetter (Rosindal). 
Hafer 207. 

Rosphe, Ober-, Mittel-, Unterrosphe 
s. diese. — Flurbexeichnungen: 
in dem Berintale, in deme Wickin- 
grunde 215. s. auch Roßdorf. 

Rosphe. Hette u. Henrich zu Mar- 
burg 190. 

Roßbach sw. Friedberg (Roisbach). 
(von) R.: Siegfried zu Marburg 

180. ias. 

Rossberg ssö. Marburg (Rosseberg). 
Zehnter 199. 

Roßdorf so. Marburg (Rostorff, 
Obirn Roistorff, Rosphe). Ein- 
wohner : Kougilnbach. Fälsch. 

Rotenstein, v., Konrad Schultheiß 
zu Marburg 153. 



Roth s. Marburg (Rode), von dem 
R. : Sibolt zu Marburg 184. 

Rotzberg s. Reizberg. 

Rotze (Ruetze) zu Wehrda 196. 201. 

Rukel Knoblauch. — Engel. 

Rukishelde s. Rickshell. 

Rudenhausen, von, Nolde Amt- 
mann (Schultheiß) zu Homberg 
a. Ohm u. Grünberg Rentmeister 
zu Marburg 167. 234*. 

Rudenhusen s. Rodenhausen. 

Rudenhusen Wüstung bei Caldern 
s. Rodenhausen. 

Rudolf (Rule) Raustein. — Bose- 
wort. — Ebirtal. — unter den 
Goßen. — Scheuernschloß. — 
von Schönbach. 

Rudolfis. Konrad zu Sterzhausen 
216. 

Ruetze s. Rotze. 

Rufil Durant. — Rodichin. 

Rule s. Rudolf. 

Rule zu Kappel 188. 

Rule. Metze von Haddamshausen 
188. 

Rule. Henne zu Marburg 186. 

Rule zu Walgern 200. 

Rulshusen s. Rollshausen. 

Rumelengir. Heinrich zu Marburg 
185. 186. 

Runpeler, Hermann, in Kirchvers 
178. 

Rupert (Rupracht, Rupichen). Mol- 
ner. — Reese. 

Rushart. Heyntze 178. 

Ruße (die Rußin) zu Marburg 193. 
Heinz 192. 

Rutzelir. Heinzchen in der Mühle 
bei Rabenau landgräfl. Hörige 
214. 

S. 

Sadeler s. Sattler. 

Sailwechtir s. Salwächter. 

Sayn n. Koblenz (Seyne). Grafen 
Heinrich 208. — Johann 171. 

Salwächter (Sailwechtir). Kontze 
zu Marburg 186. 

Sarnau . n. Marburg (Sarnauw). 
Eimvohner: Gottschalk. — Fi- 
scherei 196. — Forsthafer 202. 
— Hafer 206. — Weixen 207. 

Sassen, von (den), (Saßin) zu Mar- 
burg. Katharine 185. 190. 193. 
220. Otto 185. 189. 191. 192. 193. 



— 254 



Sattler (Sadeler, Sedeier). Johann 
(Henne) Rentmeister u. Schult- 
heiß zu Marburg 168. 169. 

Sboencke. Klaus zu Marburg 183. 

Schabe. Kraft Amtmann in Mar- 
burg 160. Volprecht Amtmann 
in Marburg 158. 160. 

Schade. Gerlach u. Hermann von 
Hirzenhain 222*. 

Schade. Könne zu Marburg 183. 

Schafmans. Wenzel zu Marburg 
181. 

Schafrule in Kirch vers 178. 

Scheffir (Schefir). Kontze von 
Kölbe 187. 

Scheffir. Faupel zu Hassenhausen 
landgräfl. Höriger 214 

Scheffir zu Marburg. Kontz 187. 
Heinrich 188. 

Schelke. Elbracht zu Ebsdorf 199. 

Schemel zu Leidenhofen 226. 

Schenk zu Schweinsberg. Eber- 
hard 174. 175. Guntram 201. 
209. Heinrich Landvogt an der 
Lahn 161. Wolf 209. 

Scheppe zu Bauerbach 228. 

Scherer zu Marburg. Elbracht 
220. Bechtold (Bertold) 183. 192. 

Scheurenschloß. Rudolf Schult- 
heiß in Marburg 160. 

Schibeknecht. Kontze zu Marburg 
186. 

Schikeman zu Ebsdorf 194. 

Schiintze. Simon zu Ebsdorf 225. 

Schindu.len. Hartmann zu Drei- 
hausen 203. 

Schneider (Snyder) von Lohra. 
Contze, Denhard u. Henkel Ge- 
brüder landgräfl. Hörige 213. 

Schneider zu Marburg. Hentz 184. 
Mertin 184. Wenzel von Bieden- 
kopf 189. Wigil von Fronhausen 
192. 

Schneider. Henne zu Groß-Seel- 
heim 223. 

Schönbach nö. Marburg (Schone- 
bach, Schonenbach). Oreben- 
futter 205. — {von) Seh. : Hille 
zu Marburg 226. Rudolf (Rule) 
Rentmeister zu Marburg 167. 
1H0. 181. 185. 186. 189. 214. 220. 
226. 227. 228. s. Bruder Her- 
mann 167. 225. 

Schönstadt nnö. Marburg (Scho- 
nenstad). Einwohner : Grauwil. 



— Flurnamen: s. Bürgein. — 
Gerieht 150. 151. 152. 222*. 223. 

— Oütchen 226. — Herbstbede 
219. — von Seh. : Heinrich Pfar- 
rer zu Alsfeld Rentmeister zu 
Marburg 151. 164. 166. 169*. 

Schorbrand s. Schurbrand. 

Schreiber (Schriber) Könne von 
Amönau 172. Johann zu Wetter 
213. 

Schröck so. Marburg (Schrickede, 
Schrigkede) 221 *. Einwohner : 
Bonensagk. Doppilstein. Wed- 
rult. — Forstkorn ti. -hafer 202. 

— Orebenfutter 205. — Heugeld 
179. — Zehntheu 197. — Zehnter 
198. 

Schuchart. Hermann von Wehrda 
zu Marburg 191. 

Schurbrand zu Marburg 193. Else 
185. 186. 

Schustabe. Hermann zu Nanz- 
hausen 220. 

Schütz (Schutze) zu Marburg. Diet- 
rich 195. 220. Gottfried 222*. 
223. s. Frauen 1. Ymelude von 
Hirzenhain 194. 222*. 2. Metze 
222*. 223. 228. Paul 196*. 

Schutzbar (Schutzber). Milchling 
Burgmann zu Marburg 208. 

Schwalbach ssw. Wetzlar, v. Seh. : 
Volpert Landvogt an der Lahn 
161. Johann 151. 152*. 

Schwarz (Swarze) zu Marburg 191. 

Schwarzenborn ö. Wetter (Swart- 
zenborne) Hafer 207. 

Schweinsberg ssö. Amöneburg. 
Altarist: von Homberg. 

Sedeier s. Sattler. 

Seelbach sw Marburg (Seibach). 
QrehmfuHer 205. 

Seelbach s. Siegen, v. S. : Gerhard 
Amtmann (Burgmann) zu Mar- 
burg 160. 209. 

Seelheim, Groß-, ö. Marburg (Sel- 
heym). Einwohner : Anshelm. 
von Bauerbach. Eghardes. Jorge. 
Schneider. — Flurnamen: die 
Atzbach, das Gewende, der Ro- 
denberg 223. — Orebenfutter 205. 

— Hof 223. 224. 230. — Seel- 
heimer Holz 203. — v. S.: s. 
Hobeherr. — von S.: Friedrich 
Bürger zu Marburg 167. S. auch 
Richards. 



— 255 



Seiler (Seylir). Elheid zu Marburg 

191. 
Seiberg, von. Henne zu Iberns- 

hausen 230. 
Seilin. Bechtold zu Nieder-Walgern 

187. 
Senand v. Buseck. 
Sibold (Sibult) von den Gießen. — 

zu Wetter 173. 
Sichertshausen a. d. Lahn s. Mar- 
burg, v. S.: Wigand Amtmann 

zu Marburg 160. 164. 
Siegfried (Syfrid, Syfred, Siferd), 

von Biedenkopf. — Bodenbender. 

— Koben. — von Hermershausen. 

— auf dem Loche. — Bäcker 
auf dem Schlosse zu Marburg 
210. 212. — (von) Roßbach. — 
Zimmermann. 

Simon Schiintze. 

Simtshausen, Ober-, Mittel- u. 
Nieder-, n. Wetter (Symeshusen). 
Hafer 206. 

Synchin zu Marburg 189. 

Sinnich zu Marburg 184. 

Synnichen zu Marburg 192. 

Synning. Peter landgräfl. Schrei- 
ber 220. 

Sipe auf dem Berge. — Feldecker. 

Sittich v. Berlepsch. 

Siegeren (Slegereyn). Ludwig 
Burgmann zu Marburg 209 u. *. 

Slutwinsdorf. Geschlecht, Burg- 
mannen zu Melsungen 170. 

Smed. Heinz zu Heskem 225. 
Konrad zu Marburg 183. Ditze 
das. 184. 189. 192. Fye das. 184. 
Heinz das. 190. Henne das. 184. 
192. Wigand das. 181. 222*. 

Smenkis. Henne zu Marburg 220. 

Snade. Johann aus der Marbach 
188. 

Snelhard. Peter zu Marburg 182. 

Snyder s. Schneider. 

Snuldir (Snoldir). Heinrich zu 
Nieder-Walgern 187. 

Solms bei Wetzlar. Grafen 204. 
213. Johann 208. 218. 

Sondag. Heinz zu Wetter (?) 215. 

Sophie (Fye) Eyneckir. — Smed. 
__ TJbelacker. 

Spede. Dietrich (Tile) Schultheiß 
in Neustadt, Rentmeister in Mar- 
burg 165. 166. 169. Tilemann 
Altarist auf dem Frauenberg 165*. 



Spenner. Kontze zu Damshausen 
u. Else s. Frau landgräfl. Hörige 
214. 

Spuler. Henne Schultheiß in Fran- 
kenberg 169. 

Stedebach ssw. Marburg 219*. 
v. St.: Gumprecht u. s. Frau 
Hylle 200. — von St. : Luckelei 
zu Fronhausen 222. 

Steindecker (Steyndeckir). Henne 
u. Bechte zu Ebsdorf 205. 206. 
Hermann das. 177 u. *. 179. 
Friedrich zu Marburg 184. Ger- 
hard das. 186. Gerlach das. 222*. 

Steinperfin, die, zu Marburg 182. 

Stephan zu Alsfeld. Bürgerfamilie 
164*. Pfarrer zu Alsfeld, Ka- 
plan auf d. Altenburg, Rent- 
meister zu Alsfeld u. Grünberg 
163. 164. 166. 

Stephan (Stephanis) zu Ebsdorf. 
Eckel 184. 225. 

Stergke. Heinz zu Marburg 220. 

Sternerkrieg 149. 165. 

Sterzhausen a. d. Lahn nw. Mar- 
burg (Steynartzhusen, Steynirtz- 
husen, Steynershusen) 217. Ein- 
wohner: Rudolfis. — Hafer 206. 
Hof 201. 216. — Weizen 207. 

Stetze. Hermann zu Leidenhofen 
222. 232*. die Stetzin 222. 

Stingel. Ditze zu Fronhausen 222. 

Stintz. Ludwig Schultheiß zu Mar- 
burg 161. 

Stoppelnberg. Ludwig Schultheiß 
zu Marburg 161. 190*. 

Stoßil. Contze zu Brücke, land- 
gräfl. Höriger 214. 

Stracke. Henne zu Ronhausen 201. 

Strube (die Struben) 173. 

Struch (die Struchin) zu Caldern 
189. 

Stubus. Heinrich zu Ebsdorf 177 
u. *. 194. 

Stuncke. Heinz zu Ronhausen 229. 
Heinz zu Weimar 189. 201. 

Sure zu Marburg. Emelut 184. 
Heinrich 181. 

Suß zu Dreihausen 195. 

Swarze s. Schwarz. 

T. 

Tamme s. Damme. 
Thalhausen Wüstung bei Rosen- 
thal. Hafer 207. 



— 256 



Theolonearius s. Zöllner. 

Therinbach s. Dembach. 

Thine (Dyene), v., Walther Schult- 
heiß zu Marburg 154. 160. 

Thomas zu Dreihausen 174. zu 
Ebsdorf 156. — Ulnir. 

Thüringen. Landgrafen: Elisabeth 
die Heilige 150. Hermann 148. 
153. Heinrich Raspe 153. 

Thusintbach, von, Gernand Rent- 
meister u. Schultheiß zu Mar- 
burg 168. 

Tyle, Thile, Thilemann s. Dietrich. 

Todenhausen n. Wetter (Dudin- 
husen). Hafer 206. — Weixen 
207. 

Tonius s. Anton. 

Toring. Werner u. Eberhard 174. 

Treffurt. Herren von — 151. 

Treysa (Treise). Heinrich Zimmer- 
mann v. — zu Marburg 181. — 
von T. : Peter zu Marburg 193. 

Treisbach wnw. Wetter (Dreys- 
bach, Treyspach) 173. Hafer 206. 
— Martinsxins von den Wiesen 
179. — Medem 215. — Weizen 
208. — v. T. : Konrad 151. 152. 

Tuker. Gerlach Schultheiß zu 
Kassel 171. 

Tz s. Z. 

U. 

Ubelacker v. Ehringshausen. Lud- 
wig u. Fye s. Witwe 200* 

Udendud s. Uttendut. 

Udinhusen s. Odenhausen. 

Uffhausen, v.. Erbe. Amtmann in 
Homberg a. O. 167 * 

Ulenflog (Uwelinflog). Heinrich u. 
s. Stiefsohn Konrad zu Marburg 
212 u. *. 

Ulershausen Wüstung am Ulrichs- 
berge bei Ebsdorf (Ulershusen), 
Grebenweixen 204. 

Ulnir. Thomas zu Dreihausen 203. 
s. a. Thomas. 

Unterhausen s. Dreihausen. 

Unterrosphe w. Wetter (Nedirn 

- Roisphe, Nyderrosfe) 217. Flur- 
bexeichnung: zu den Noxradirn 
215. — Hafer 207. — Medem 
215. — Weixen 207. 

Ursula v. Vers. 

Uttendut (Udendud) 192. Else 191. 

Uwelinflog s. Ulenflog. 



V siehe F. 

W. 

Wailberg s. Wollenberg. 

Waldeck, v. Heinrich u. Werner 
vicejudices in Fritzlar 154. 

Walgern, Nieder-, ssw. Marburg 
(Nyderwalgirn). Bede (Landbeae 
u. Eigenbede) 176. — Einwohner : 
auf dem Berge, auf dem Keller. 
Durant. Habe. Imhof. Lotze 
Bruder Peters von Gundirghusen 
Höriger 214. Paffe. Pastoris. 
Rule. Sellin. Snulder. Witte- 
kind. — Orebenfutter 205. — 
Qiiter 187. 200 u. * — Hof 199. 

— Medem 203. 

Walgern, Ober — , ssw. Marburg 
(Abirnwalgern, Obirnwalgirn) 
150. 213. 218 u. * Bede 175. — 
Flurnamen: die Grunauwe 205. 
unter dem Hultzpole (Hultzebale) 

200. — Orebenfutter 205. — 
Medem 2jg. 

Walgern, welches ? Dienstleute, 
Eigenleute, Ungenossen 175. — 
Gerichtsgefälle, Eigenhühner 213. 

Waleberg s. Wollenberg. 

Wallenstein, v., Geschlecht 170. 

Walther v. Thine. 

Wammesgans. Henne zu Marburg 
229. 

Wancke. Heinz zu Marburg 194. 

Warmeshusen s. Wormshausen. 

Warolderode, v., Heinrich Vice- 
schultheiß in Wildungen 154. 

Warzenbach w. Wetter (Warze- 
bach, Wartzebach). Flurbexeieh- 
nung: an deme Amenrade 215. 

— Hafer 206. — Weixen 207. 
Weber. Kontze von Hirzenhain 

222*. 

Wechter. Heinzchen zu Marburg 
228. 

Wedrebir. Schneider zu Marburg 
180. 

Wedrult. Henne zu Schröck 173. 

Wehrda nnw. Marburg (Werde). 
221. Bede 176. — Einwohner: 
Fischer. Giese. Ybecher. Magis. 
Paules. Rotze (Ruetze). Win- 
rich. — Fischerei 196. — Ge- 
richt 150 *. — Orebenfutter 205. 

— Medem 203. — Mühle 189. 194. 

201. — Schöffen 150*. 151. — 



— 257 — 



von W.: Gerbracht zu Marburg 
181. Heidenrich das. 191. s. 
auch Schuchart u. Molner. 

Wehrshausen w. Marburg (Wers- 
husen). Viehgeld 174. — von W. : 
Ditwin zu Marburg 220. 

Weidenhausen (Widenhusen, Wi- 
dinhusin) Vorstadt von Mar- 
burg s. das. Viehgeld 174. — 
Fischerei 195. 

Weiershausen wsw. Marburg (Wi- 
gershusen). von W.: Heinrich 
landgräfl. Höriger 213. 

Weifenbach nnw. Biedenkopf, von 
W.: Volpracht 173. 

Weimar, Nieder-, ssw. Marburg 
(Nydirnwimmar, Nedirwymar, 
Wymar) 183. 228. Amtmann 
IIb. — Bede 218. — Dienstleute 
175. — Eigenbede 218. — Eigen- 
leide u. Ungenossen 175. — Ein- 
wohner : Gumprachtis. Stunke. 

— Forsthafer 202. — Gericht 
(ungebotenes Ding) 150. 151. 175. 

— Orebenfutter 205. — Hof 189. 
201. — Schöffen 151. - Schult- 
heiß 219. 

Weimar, Ober-, ssw. Marburg 
(Mertinswimar). Einwohner : Her- 
mann u. Gele s. Frau 214. — 
Orebenfutter 205. — Pfarre 148. 

Weimar, von, s. Borggrebe. 

Weyner. Klaus zu Ibernshausen. 
230. 

Weiner (Weyner, Wenir, Weners) 
zu Marburg. Contz 219. Eckart 

190. Else 193. Heinrich (Heinz) 

191. 192. Hiltwin u. Gele 181. 
Weipoltshausen sw. Marburg (Wy- 

poldishusin, Wipuldishusin, Wy- 

pultzhusen) 149*. 221*. 223. 

Orebenfutter 204. 
Weißgerber (Wyßgerbir). Ruprecht 

Schultheiß zu Marburg 161. 170. 

171. 175. 178. 180. 183. 189. 190. 

194. 219. 221*. Gertrud (Gele) 

s. Frau 174*. 178*. 183. 221*. 

S. Kind 171*. Wenzel s. Vater 

171. 
Weitershausen w. Marburg (Wy- 

tirshusin). Vogtei 214. — v. W . : 

Damme Burgmann zu Marburg 

201. 209. 214. Gumpracht u. 

Heinrich 163*. 
Welgsack zu Ronhausen 201. 

N. V. BD. XXIX. 



Welker (die Welkirn) zu Marburg 
183. 

Wener s. Weiner. 

Wenkbach ssw. Marburg (Wenke- 
bach) 200. 

Wenzel s. Werner. 

Werde s. Wehrda. 

Werfloh Wüstung sw. bei Kirch- 
hain 209. 

Wermertshausen so. Marburg 
(Wernbrachtishusen, Wer mir s- 
husen). Qrebenivei%en 204. — 
Heugeld 179. — Zehnter 198. — 
von W.\ Ludwig 156. 

Werner (Wernher, Wentzil) Kan- 
nengießer. — Kol. — Korb. — 
in dem Fronhofe. — Pfarrer in 
Marburg 148. — Schafmans. — 
Schneider. — Weißgerber. — 
Toring. — v. Waldeck. 

Werner. Heinz zu Marburg 180. 

Wershusen s. Wehrshausen. 

Wesintfelt s. Wiesenfeld. 

Wesinbach s. Wiesenbach. 

Wetter nnw. Marburg (Wettir, 
Wettere) Stadt u. Grafschaft 148. 

152. 177* 179. 201. 208*. 213. 
Amt 177* — Bede 176. 177. 209. 

— Braugeld 176. 216. — Kloster 

153. — Eigenhühner 213. — 
Eigenleute 216. — Eimvohner: 
Priester Volkwin. Holzförster. 
Sybold. — Flurbexeichnungen : 
Hart 173. Hoynrade 215. an dem 
Rodenbache 215 (s. auch u. 
Mellnau). — Vogtbede 176. — 
Gerichtsgefälle 213. — Gülte, 
Güter, Medeme 214 ff. — Guide- 
hafer 214. — Hafer 206. — 
Hundegeld 176. — Landbede 176. 

— Weiten 207. 
Wetterau (Wederebia) 156. 
Wettirman. Heinrich 216. 
Wetzlar. Stift 150. 
Widenhusen s. Weidenhausen. 
Widerat. Wigand zu Marburg 184. 
Widrad Becker. 

Wiesenbach wsw. Biedenkopf, von 
W, : Katharine 174, deren Töch- 
ter Metze u. Gele (Weißgerber) 
174*. 

Wiesenfeld s. Frankenberg. Johan- 
niterkommende 215. 216. 

Wigand an dem Berge. — Bier- 
man. — Bruning. — Klinghard. 

17 



— 258 



— von Ebsdorf. — Grebe. — 
von Gundirghusen. — v. Hachen. 

— v. Hatzfeld. — Holzschuher. 

— Mulenbach. — Noitlich. — 
v. Sichertshausen. — Smed. — 
Widerat. 

Wygel (Wigil) Frye. — Schneider. 
Wilde zu Marburg. Gele 190. 

Henne 183. Lutze 181. 190. 

Tonius 190. 
Wildener. Kontze zu Marburg 183. 
Wildungen. Viceschultheiß s. v. 

Warolderode. 
Wilhelm Vogt v. Fronhausen. 
Willershausen sw. Marburg. Qre- 

benfutter 204. 
Winck. Heinz zu Kehna 223. 
Winke. Heinz zu Marburg 227. 

(s. auch Wineke). 
Windin s. Winnen. 
Windrude zu Cyriaxweimar 188. 
Wineke. Henne zu Marburg 184. 

192. 
Winnen ssö. Marburg (Windin) 225. 
Wynnolt (Wynold). Fritz (Fritz- 

sche) Rentmeister u. Schultheiß 

zu Marburg 168. 230. 
Winrich Fischer zu Wehrda 196. 
Wypoldishusen, Wypulczhusen s. 

Weipoltshausen. 
Wipracht von Biedenkopf. 
Wytirshusen s. Weitershausen. 
Wittekind Graf von Battenberg. 
Wittekind Henne Rulen Sohn zu 

Nieder-Walgern 200. 
Witteisberg so. Marburg (Wittils- 

berg, Wicztesberg) 152. 194. 

Ämtmann: v. Holzhausen. — 

Einwohner: Bußele. — Gericht 

150. — Qrebenfutter 205. — 

Orebenweixen 204. — Out 200. 

Liebengut 227. — Hof 226. — 

Hubenxehnter 198. 200. — von 

W. : Gotzo zu Ebsdorf 156. 
Witzenhausen 147. 
Wolf. Eckart 173. 
Wolf Schenk zu Schweinsberg. 
Wolfhagen 147. 



Wolfram zu Marburg 182. 
Wolfrode. Eckehard 156. 
Wolfshausen a. d. Lahn ssw. Mar- 
burg. Qrebenfutter 205. 
Wolkersdorf so. Frankenberg. 

Hafer 207. 
Wollenberg Berg bei Wetter (Wail- 

berg, Waleberg) 215. 216. Medem 

215. 
Wollmar nnw. Wetter (Wolmere). 

Medem bei Battenburg auf der 

Breide 215. — Zehnter 173. — 

v. W.: Ludwig 173*. 
Wolmar von Rodenhausen 188. 
Wommelshausen w. Gladenbach. 

(von) W.: Emelud 184. Henne 

zu Marburg 220. 
Wormshausen Wüstung bei Münch- 

hausenn. Wetter (Warmeshusen). 

Hafer 207. 

Y siehe I. 



Zabel v. Rodheim. 

Zan. Henne zu Marburg 183. Henne 

zu Nanzhausen 221. 
Czelbach s. Marburg, Vorstadt 

Zahlbach. 
Zelle so. Gießen (Celle), von Z. : 

Dipilchen zu Marburg 193. 
Czeude zu Marburg 193. 
Zimmer mann zu Marburg. Heinrich 

von Treysa 181. Richard 190. 

Siegfried 186. 
Zirkel (Czirkil). Klaus zu Marburg 

182. 
Zöllner (Theolonearius). Heinrich 

officialis in Marburg 160. 
Czoußils, Hermann zu Marburg 229. 
Zuckschwert (Czugkswert, Czucke- 

swert, Tzockeswert). Else zu 

Cyriaxweimar Heinz u. Henne 

ihre Söhne landgräfl. Hörige 214. 

Heinz zu Michelbach 221. Hentz 

zu Marburg 175. 
Zwige (die Zwigen) zu Ellnhausen 

landgräfl. Hörige 213. 



Des Antonius Coronas Schrift an den 
sächsischen Adel. 1 ) 



Von 
Albert Huyskens. 



|er Schultheiß Michel Bertholdt zu Witzen- 
hausen 2 ) verzeichnet in seinem Ausgaberegister für 
das Rechnungsjahr 1538/39 unter „Ußgabe meynß gene- 
digen hern reuße breiffen anno XXXVIII" neben dem 
verausgabten Boten- und Fuhrlohn zu allerletzt: 

„Item 4 gülden geiben hern Anthoniuß Corfinum uß 

x ) Paul Tsch ackert hat im 3. und 4. Bande der Quellen und 
Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens (1900) zwei grundlegende 
Arbeiten über Antonius Corvinus veröffentlicht: 1. Antonius Corvinus 
Leben und Schriften, 2. Briefwechsel des Antonius Corvinus. Weitere 
Corviniana als Nachträge zu Tschackert hat D e r s c h im vorigen (28.) 
Bande dieser Ztschr. gegeben (Landgraf Philipp und die Anfänge der 
Reformation in Hildesheim S. 253 ff.). Ich selbst habe ebenda (die 
ersten Marburger Prädikanten S. 334 ff.) die von K o 1 b e (die Einführung 
der Reformation in Marburg, 1871, S. 44) wiedergegebene, von 
Tschackert nicht beachtete Tradition beseitigt, als sei Corvinus 1527 
Pfarrer in Marburg geworden, während es sich in Wirklichkeit um 
Dr. Amandus handelt. Die im folgenden mitgeteilten Notizen habe 
ich bei Nachforschungen zur Geschichte der Wilhelmiten zu Witzen- 
hausen gefunden, wo Corvinus seit etwa 1530 als Pfarrer wirkte. Sie 
stammen aus dem Staatsarchiv Marburg (Hess. Kammerarchiv). 

8 ) Nach seinem Revers (M. A. Bestallungen) erhielt B. am 1. Jan. 
1540 eine Bestallung als Schultheiß zu W., bei der es sich wahr- 
scheinlich um die Erneuerung einer früheren handelt. Bertholdt ist, 
wie die Form Bertoldi zeigt, Patronymikon oder Abstammungsname 
und zwar wie ein Blick auf das Siegel des Trägers lehrt, nicht der 
ursprüngliche Familienname. Das Siegel Bertholdts zeigt nämlich nicht 
die Buchstaben M B, sondern M H. Da nun weder der Schultheiß 
selbst noch das von ihm geführte Siegel — im Bilde 2 in Form eines 
Andreaskreuzes über einander gebundene Äste — weiter bekannt sind, 
so sind wir für den Familiennamen auf Vermutungen angewiesen. 
Vielleicht war Michel Bertholdt der Sohn des Berit Hußerthun, der 
1530 unter den Ältesten von Witzenhausen genannt wird. 

17* 



— 260 — 

* 

"befel mins genedigen hern Schriften med seine fürstlicher 
genedigen hant underschreiben uff montachk Valentini." *) 

Die Belege für diese Ausgabe heftet der Schultheiß 
pflichtschuldig seinem Register an, einmal die aus einem 
gedruckten Kalender ausgeschnittene Quittung des Em- 
pfängers: „montags nach Valentini hab ich der pferner 4 
gülden von dem schultheissen Michel Bertoldi empfangen", 
dann die im Register angezogene eigenhändig unterzeich- 
nete Anweisung des Landgrafen Philipp, die uns über den 
Zweck der am 17. Februar 1539 an Antonius Corvinus aus- 
gezahlten Summe Auskunft giebt. Der Zahlungsbefehl 
lautet unter Fortlassung der Kurialien folgendermaßen: 
„Es wirdet unser pfarher bei dir, Anthonius Corvinus, ein 
ime bepholenes buchlin in truck ausgeben. Damit er dann 
solchs desto stadlicher thun mög, so ist unser bevelch, das 
du ime von unserntwegen vier gülden darzu zustellest" etc. 
Datum Ziegenhain am montag trium regum anno etc. 
XXXVIIII. 

Es kann nicht zweifelhaft sein, von welcher Schrift 
hier Philipp am 6. Januar 1539 spricht. Am 15. Januar 
schreibt Corvinus aus Witzenhausen an den ehemaligen 
Augustinerprior Johann Lange, den Freund Luthers, in 
Erfurt: Ego statim scribere ad nobilitatem saxonicam 
aggressus. Multis bonis viris, quibuscum magna mihi notitia 
intercedit, quatenus principem suum hac in re sequi debeant, 
ostendere volui. Vehementer landgravio nostro urgente, 
ut editionem eius libri maturarem, feci, quid in tanta tem- 
poris angustia potui. 2 ) Corvinus bat damals Lange für die 
schnelle Korrektur der Schrift Fürsorge zu treffen. Ihr 
Titel lautet: „Bericht, wie sich ein Edelmann gegen Gott, 
seine Obrigkeit, sonderlich in den jetzigen Kriegsläuften 
gegen seine Eltern, Weib, Kinder, Hausgesinde und seine 
Untersassen halten soll." 3 ) Die Schrift ist ein Glied in 
der Kette der zwischen Herzog Heinrich von Braunschweig 
und seinen Gegnern, Landgraf Philipp und Kurfürst Johann 
Friedrich gewechselten Streit- und Schmähschriften. Der 
Federkrieg nahm gerade damals seinen Anfang, als Philipp 
am Sylvestertage des Jahres 1538 Neujahrsbriefe des Her- 
zogs Heinrich an Mainz und den Vizekanzler Held abfing, 



*) Der Eintrag des Schultheißen „montachk Valentini" ist un- 
möglich, nach der Quittung des Corvinus muß es n a c h Valentini heißen. 

a ) Tschackert, Briefw. Nr. 60, die Interpunktion habe ich nach 
dem Sinn geändert. 

8 ) Ders., Leben u. Schriften etc., S. 56. 



— 261 — 

in denen ihn der Herzog mit reichlichen Schmähungen 
bedachte. *) Die Schrift des Corvinus, die sofort in Angriff 
genommen sein muß, war nun bestimmt, den nieder- 
sächsischen Adel von Herzog Heinrich ab auf die Seite 
der Protestanten und des Schmalkaldischen Bundes zu 
ziehen. 

In dem vom 6. Januar 1539 datierten Widmungs- 
brief 2 ) hat Corvinus die Vornehmsten des Adels genannt, 
an die sein Wort sich richtete. Wenn man nicht annehmen 
will, daß die Widmung vor der Schrift selbst geschrieben 
wurde, dann ist der 6. Januar als der Tag der Vollendung 
der Schrift anzusehen. Da nun auch die Zahlungsanweisung 
des Landgrafen dasselbe Datum trägt, so liegt es nahe, 
daß die Schrift sofort nach ihrer Vollendung Philipp vor- 
gelegt wurde. Der Landgraf gab darauf noch am gleichen 
Tage den Auftrag zum Druck und als Anerkennung und 
Unterstützung beim Druck zugleich die Anweisung auf 
die in Anbetracht der Verhältnisse nicht geringe Summe 
von 4 Gulden. Mitte Februar war der Druck der in Erfurt 
bei Melchior Sachse herausgegebenen Schrift beendet. 
Am 17. Februar hing nämlich Corvinus seiner Schrift noch 
den Sendbrief an Jost von Hardenberg 3 ) an. Der 
17. Februar bezeichnet also den Zeitpunkt, an dem Cor- 
vinus sich des von Philipp erteilten Auftrags entledigt hatte 
und das ganze Buch zum Teil gedruckt und wenigstens 
ganz im Text vorlag. 

Corvinus durfte daher mit vollem Recht an diesem 
Tage von der Anweisung des Landgrafen Gebrauch machen 
und die 4 Gulden sich von dem Schultheißen zu Witzen- 
hausen, wo er als Pfarrer wirkte, auszahlen lassen. Für 
uns ist es von besonderem Werte, aus der Abrechnung 
des Schultheißen erfahren zu haben, daß die Schrift an 
den sächsischen Adel nicht nur auf Drängen 
Philipps, sondern direkt auf seinen Befehl ge- 
schrieben wurde. 



^Koldewey, Heinz von Wolfenbüttel, Halle 1883, S. 8. 
(Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte 2.) 

2 ) Tschackert, Briefw. Nr. 58. 

*) D e r s., Briefw. Nr. 54, vgl. Leben u. Schriften S. 58. Die Auf- 
lösung des Datums des Sendbriefs bei Tschackert — „montag nach 
Valentini mit 13. Januar statt 17. Februar — ist irrig, Nr. 59 ist also 
hinter die nächsten Regesten zu rücken. 



— 264 — 

Vigelius auf Weigel, von Vinea auf Weingarten, von In- 
stitor auf Kauffmann, von Leskius auf Lesch, von Loriseca 
auf Riemenschneider, von Lucanus auf Lauck und Laucke, 
von Molitor auf Müller und Moller, von Pelargus auf 
Storch, von Praetorius auf Schultheyss, Schultz(e), Grebe 
und Richter, von Rasor und Rasorius auf Scherer, von 
Regulus auf König, von Rinander auf Nasemann, von 
Rodophantae auf Rossenweber, von Romanus auf Römer, 
von Scholasticus auf Schüler, von Smegmatopoeus auf 
Seifensieder, von Spina auf Dorn, von Studaeus auf Staud 
und Staude, von Wicelius außer Wizelius auch auf Weitzel 
u. s. w. Daß Falckenheiner diese Verweise unterlassen 
hat, beruht auch z. T. auf seiner nicht ausreichenden 
Kenntnis der hessischen und der deutschen Familien- 
geschichte überhaupt. Daher kommt es, daß wir nicht 
erfahren, daß die Frankenberger Lucanus und Lauck(e) 
identisch sind, daß der Pfarrer Rosenweber sich Rodophanta 
nennt, daß die Fritzlarer Weingarten und Vinea dieselben 
sind, um nur einige Beispiele herauszugreifen. Aus dieser 
mangelhaften Personalkenntnis stammen weitere Mängel: 
bei Clauer gehört v. Wohra zum Familiennamen, ebenso 
bezeichnet bei Schenk v. Nidegg das Nidegg nicht die 
örtliche Herkunft, sondern gehört zum Namen, desgleichen 
hätte der, wie Falckenheiner meint, aus Bubenheim stam- 
mende Picus suo loco als „Specht v. Bubenheim" eingereiht 
werden müssen, ebenso wie die Todenwart unter WolfF, 
die adelige Familie v. Reckerode steht fälschlich unter 
v. Rexrod, Johann Egenolph stammt aus Stein-Kallenfels 
und heißt mit Zunamen Egenolph, nicht v. Stein, die Fa- 
milie v. Tw r iste hätte unter T, nicht unter Zwiste eingefügt 
werden müssen. S. 167 Sp. 2 fehlt hinter Ulner: „Uloth", 
der, weil Vloth geschrieben, von Falckenheiner einsilbig 
gelesen und daher unter F und V geraten ist, v. Wald- 
dorff S. 169 Sp. 1 ist zu lesen v. WalderdorfF und eben- 
da auf Sp. 2 zu übertragen, Christoph v. Waldeck gehört 
nicht unter die Grafen von Waldeck, sondern zu der 
später bürgerlichen Familie Waldeck (den Nachkommen 
des Bischofs Franz v. Münster), während im Gegenteil 
der von Falckenheiner zu den bürgerlichen Waldeck ein- 
gereihte Philipp Waldeck (in der Matrikel „Philippus Wal- 
deccensis") doch wohl für den Grafen Philipp VI. ange- 
sehen w r erden muß, Christoph und Johann v. Wallerstein 
(S. 170 Sp. 1) heißen bürgerlich Wallenstein und gehören 
auf S. 169 Sp. 2. 



— 265 — 

Was mir von falsch gelesenen und deshalb z. T. 
auch an falscher Stelle stehenden Namen aufgefallen ist, 
führe ich jetzt an. S. 3 Sp. 2 lies bei Andreas: Eucharius 
statt ,.Zucharius !" S. 7 Sp. 1 ist Brenffius hinter Bamffius, 
dgl. S. 18 Sp. 1 der Artikel Brenffius zu streichen, S. 12 
Sp. 2 lies bei v. Bismarck: „Christophorus a". S. 25 Sp. 1 
lies Cellarius dictus Schlunckrawus, S. 27 Sp. 2 lies 
Cilicius statt Cilenius (vgl. 6 Zeilen tiefer), S. 30 Sp. 2 
ist der Artikel Kluberger zu tilgen und zu Ellen- 
berger (S. 48) zu übertragen, S. 41 Sp. 1 ist Demprian 
als Dampman zu lesen, S. 43 Sp. 1 Z. 20 v. u. lies 
Bickenbach, S. 48 Sp. 1 ist Eimershausen (weil Vorname) 
zu streichen, S. 66 Sp. 1 hätte statt „Gevelote [so!]" Ge- 
vecote gelesen werden müssen, S. 71 Sp. 2 sind die Zeilen 
11 und 26 zu streichen, S. 72 Sp. 1 wäre die Konjektur 
Gundelachius statt Gulachius anzubringen gewesen, S. 81 
Sp. 1 fehlt „Herden, Helft. (Marp.) 1548" (dieser steht 
auf S. 98 als Helfrich bezw. Herdenius v. Löwenstein [!]), 
der Vicekanzler Hermann Lersner steht einmal unter Leis- 
nerus, S. 115 Sp. 2 ist die Klammer „(secretarius Taurellus)" 
hinter Raphael (nicht Ralph) v. Nordeck zu streichen und 
zu S. 162 Sp. 1 hinter Z. 16 zu übertragen, S. 121 Sp. 1 
hätte das falsche Pfessersack doch unter Pfeffersack einen 
Verweis bekommen müssen, S. 122 Sp. 1 ist Piliger ver- 
lesen aus Prediger und zu S. 125 Sp. 2 zu übertragen, 
S. 132 Sp. 2 ist das „[so!]" hinter Rinander und S. 145 
Sp. 1 dgl. bei Schöneburg Spiegel überflüssig, S. 136 
Sp. 1 Z. 3 v. o. lies Homberg statt Höberg, S. 144 Sp. 2 
Z. 16 v. u. lies Schlunckravius. Zu Scotus (S. 150) sind 
die beiden verlesenen Sictus auf S. 153 nachzutragen, S. 153 
Sp. 2 Z. 6 v. u. ist zu setzen „Schutz" statt „Schulz [so !]", 
S. 161 Sp. 1 ist hinter Z. 13 ,Joh. Streuffius (Zweybruchen) 
1540" einzufügen (F. hatte ihn Brenffius gelesen), S. 164 
hätte vor Thoreus die Normalform Thorey gesetzt werden 
sollen, S. 170 Sp. 2 Z. 33 lies „v. Warensdorff, Sigm. a. 
(Silesius) 1608", S. 182 Sp. 2 lies Zuckschwerdt statt 
Zurkschwerdt. 

Bei manchen Familiennamen mit verschiedener 
Schreibung ist F. die Identität entgangen, sodaß sie jetzt 
an verschiedenen Stellen stehen, auch in anderen Fällen 
hätte er, wie schon oben bei den Verweisen von Huma- 
nistennamen auf die ursprünglichen Formen gesagt worden 
ist, etwas mehr tun können. Ich würde verweisen von 
Abel auf Appel und umgekehrt, von Armbroster auf 



— 268 — 

man, Henckel, Hoespergk, Hornberger, Lutz, Muth, 
Rickersfeld, Schrendeisen, Stirn, Wicelius, v. Wildungen, 
Winckelman, lauter Namen, die für Homberg in Hessen 
geradezu typisch sind und denen man die Herkunft ge- 
wissermaßen auf den ersten Blick ansieht Mehrfach steht 
sogar ausdrücklich Cattohombergensis oder Hessohomber- 
gensis in der Matrikel, „Homberg in Hessen 4 ' ist aber eine 
ganz feststehende und von Alters her übliche unterscheidende 
Bezeichnung für Homberg an der Efze im Gegensatze 
zu Homberg a. d. Ohm, denn Hessen ist hier nach altem 
Sprachgebrauch = Niederhessen. Einer, der aus Homberg 
a. d. Ohm stammt, würde nie als Cattohombergensis be- 
zeichnet werden können. — Ich will nun, wie oben bei 
den Personennamen, einige Nachträge und Verbesserungen 
zu den Ortsnamen geben. S. 186 Sp. 1 lies Großalmerode 
statt Kleinalmerode, Sp. 2 zu Altmark ist hinzuzufügen 
„Marchiacus" „v. Bismarck"; bei Amönau ist das „[so!]" 
zu tilgen, denn Omenau ist kein Schreibfehler, S. 187 Sp. 2 
letzte Zeile lies Völzberg statt Vogelsberg, S. 192 Sp. 2 
ist unter Brandenburg „v. Bismarck" zu tilgen, S. 194 
Sp. 1 ist der Abschnitt Bubenheim zu tilgen, dgl. S. 195 
Sp. 1 der Abschnitt Kallenfels, S. 195 Sp. 2 ist zu Cappel 
zuzusetzen: s. a. Waldcappel und die Namen BraeÜ = 
Breul, Faber, Reinman, Richius, Rose, Rudiger zu 
streichen, S. 196 Sp. 2 ist unter Cassel der Name „v. Wa- 
rensdorf" zu streichen, S. 197 Sp. 2 unter Klein-Almerode 
die Worte Almarodensis und Gundlach zu streichen, S. 
198 Sp. 1 zu Kleve vor dem Namen Sturio „Schenck v. 
Nideck" einzuschieben, S. 199 Sp. 1 ist unter Korbach 
Sictus zu streichen und dafür Scotus (= Schott) einzu- 
setzen, S. 199 Sp. 2 unter Kronberg lies Zuckschwerdt, 
S. 202 Sp. 1 lies „Dornberg, Kr. Groß-Gerau. Sensen- 
schmidt", alles übrige zu streichen, S. 203 Sp. 1 lies „Drin- 
gelburg s. Trendelburg", die Worte Dringenberg und 
Sartor zu streichen, S. 205 Sp. 2 zu Erfurt bei von der 
Märten zuzufügen von der Marckten. Der Artikel Er- 
nigeshausen, auf den S. 203 bei Ehrin gshausen verwiesen 
worden war, ist unter den Tisch gefallen. S. 207 Sp. 2 
unter Frankfurt lies „v. Bleichenbach" statt v. Bleibenbach, 
S. 208 Sp. 1 ist Reiss zu streichen und etwas tiefer zu 
Frankfurt a. M. zu setzen, S. 209 Sp. 2 ist unter Frons- 
kirchen der Name Dornseipf zu tilgen, ebenda Z. 23 v. u. 
lies Vuldensis statt des unverständlichen Vuldn, S. 210 
Sp. 1 sind unter Geismar zu streichen die Namen Fülhun, 



— 269 — 

Lamprecht, Portius, Richter, Streicher, Westermann> 
Wetzelius (vgl. Hofgeismar), S. 213 Sp. 1 ist zu Großal- 
merode zu ergänzen Almerodensis und Gundelach, S. 214 
Sp. 1 zu Gudensberg der Name Cotzenberger zuzufügen,, 
bei Guxhagen ist zu ergänzen „(Guxhain, Guckshain)" und 
„Petri. Petrus", Sp. 2 sind die ersten 3 Zeilen zu streichen, 
S. 218 Sp. 1 Z. 4 v. o. ist „von der Marckten" zu streichen, 
S. 219 Sp. 1 sind die Worte „Hoberge, Westfalen 
Ruckersfelden" zu streichen, Sp. 2 ist unter Hofgeismar 
der Name Lamprecht einzufügen, S. 220 unter Homberg 
ist außer dem oben Gesagten noch anzumerken, daß Ve- 
natorius zu Homberg a. O. gehört. S. 223 ist zu lesen 
Laufenseiden statt Laufenfelden, die Zeile Laufenseiden 
ist zu streichen, S. 228 Sp. 1 ist hinter Kürschner „Damp- 
man" einzufügen und dafür eine Zeile tiefer Demprius 
zu streichen, S. 229 ist zu Marchiacus auf Altmark zu 
verweisen, S. 234 sind die 2 Zeilen Nideggen zu streichen, 
S. 238 ist unter Peckelsheim der Name Spiegel zu streichen, 
S. 249 ist vor Steinfurt einzuschieben: „Stein-Kallenfels, 
Rheinpr. Egenolph". S. 25 Sp. 1 ist zu bemerken, daß 
der Ort im Kreise Ziegenhain Treysa, der im Kreis 
Giessen Treis heißt, Sp. 2 müssen die Ortsnamen heißea 
Treis a. d. Lumbda, Trais-Münzenberg und Treysa,. 
Kr. Ziegenhain. Zu Trendelburg ist einzuschalten Drin- 
gelburg und der Familienname Sartor. Die Zeile „Trep- 
toph s. Treptow" hat keinen Sinn, denn das ph entsteht 
nur in der Ableitung Treptophiensis, hinter Treptophiensis 
Pommeranus ist einzufügen Dreptoiensis. S. 254 Sp. 1 
sind die ersten 5 Zeilen zu tilgen, zu Volkmarsen ist die 
Lesart Wolckersheim und der Familienname Seiling zu er- 
gänzen. Bei Waldcappel ist die Form Cappel zu ergänzen 
und die Familiennamen Braell = Breul und Rose. S. 255 
Sp. 1 Z. 8 v. u. ist das „[so!]" überflüssig. S. 257 Sp. 
2 ist „Whara = Wohra" zu streichen. S. 259 Sp. 2 ist zu 
Wöllstadt hinzuzufügen Wölstet und Müller, die 2 Zeilen 
Wohra bis Clauer sind zu streichen, die 3 Zeilen Wolckers- 
heim sind zu tilgen und statt dessen zu setzen : „Wolckers- 
heim s. Volkmarsen". S. 260 Sp. 1 tilge die Zeile Worrha. 
S. 261 unter Zweibrücken ist zu streichen Brenffius und 
dafür 7 Zeilen tiefer einzuschalten Streuffius. S. 263 Sp. 1 
ist unter Cassel zu streichen „v. Kalkbrenner", S. 264 Sp. 1 
zu streichen „Demprian statt Demprius" und Sp. 2 die 
Zeile Peckelsheim. 

Gleichzeitig mit dem Register Falckenheiners er- 



— 270 — 

schien die „Festschrift des Königlichen Gymnasiums zu 
Marburg zu Ehren der 400 jähr. [!] Wiederkehr des Ge- 
burtstages Landgraf Philipps von Hessen. Inhalt: Das 
Album des akademischen Pädagogiums von 1653 — 1833 
nebst einem Anhang. Von Prof. Dr. Friedrich Aly, Kö- 
niglichem Gymnasialdirektor. Marburg, N. G. Elwert'sche 
Verlagsbuchhandlung. 1904." (IV und 38 SS.) Es verstand 
sich von selbst, daß auch das Marburger Gymnasium dem 
Andenken seines Stifters einen kleinen Tribut zollen wollte, 
und so war es eine recht passende Gelegenheit, diese 
neuerdings wieder zum Vorschein gekommene Matrikel 
abzudrucken. Sie bildet eine erwünschte Ergänzung und 
in gewissem Sinne auch eine Fortsetzung . der Universitäts- 
matrikel, da vor 1653 die Paedagogici in der Matrikel der 
Universität mitenthalten sind. x ) Diese Tatsache scheint dem 
Herausgeber Aly nicht unbekannt zu sein, denn er sagt 
in seiner Einleitung, Caesar habe die Schüler des Pädago- 
giums nicht regelmäßig berücksichtigt. Einige Zeilen tiefer 
behauptet er freilich, aus der Zeit von 1527 bis 1653 sei 
„leider nichts erhalten 44 . Leider ist dieser Widerspruch 
dem Herausgeber nicht aufgefallen. Der Abdruck selbst 
ist korrekt und übersichtlich. 



*) Vgl. die Ausführungen Falckenheiners im Vorwort seines Re- 
gisters und Edward Schröders Nachwort. 



■»• »■» ^ ♦♦ 



Verzeichnis 
neuer hessischer Literatur. 



Von 
Adolph Fey. 



Für Beiträge zu dem diesjährigen Verzeichnis sage verbind- 
lichsten Dank den Herren: Oberbibliothekar Dr. Brunner, Theater- 
Sekretär Bennecke, General Eisentraut, Bankier Fiorino, 
Oberlehrer Grebe, Bibliothekar Dr. Lange, Direktor Dr. Loh- 
meyer, Oberlehrer Dr. Pistor in Kassel, ferner den Herren Bibl.- 
Direktor Dr. Keysser in Köln, Rittmeister Frhr. von Lepel in 
Hofgeismar, Bibliothekar Dr. Losch in Halle, Oberlehrer Dr. Schoof 
in Detmold, Prof. Dr. Schroeder in Göttingen, Prof. Dr. Wenck 
in Marburg, Oberlehrer Dr. Wolff in Berlin. — Werke aus anderen 
Fächern, als den geschichtlichen, sind möglichst ausgeschieden worden. 
Bei der Einordnung der Titel habe ich mich meist nach der Berliner 
Instruktion gerichtet. 

Fey. 



Erscheinungen der Jahre 1903/5. 

1. [Ackermann. Direktor Dr. Ackermann f.] Dr. Karl Acker- 
mann. Biographie von L. Fennel mit Portr. in: Abhandlungen 
u. Bericht 48 d. Ver. f. Naturk. z. Kassel, Cassel 1903. 8. Oberreal- 
schuldirektor Dr. K. Ackermann f [Nachruf] von Knabe, Marburg. 
In: Zeitschrift d. Ver. f. hess. tresch. N. F. 27. 

2. Angersbach. Festschrift zur 18. Jahresvers, des Stenogr.- 
Bundes nach Stolze-Schrey 1904 in Kassel. Kassel, 1904. 8. Enth.: 
eine Geschichte des Vereins Stolzeana in Cassel. 

3. Ankel, Otto. Literatur zum Gedächtnis Philipps von Hessen. 
In: Frankf. Zeitung v. 13./XI. 1904. Frankf., 1904. 

4. Annalen und Akten der Brüder des gemeinsamen Lebens im 
Lichtenhofe zu Hildesheim. In : Quellen u. Darst. z. Gesch. Nieder- 
sachsens Bd. IX. Hannover (Hahn) 1903. 8. S. Das Personen- 
register unter Hessen, das Ortsregister unter Cassel, Marburg, 
Immenhausen. 

5. Anrieh, Gustav. Zum 400. Geburtstage Philipps v. Hessen. 
In: Strassb. Zeitung v. 15./XI. Strassburg, 1904. 



— 272 — 

6. Anschütz, Gerhard. Der Fall Friesenhausen. Noch ein 
Beitrag zum Lippeschen Thronstreit. Tübingen (Mohr) 1904. 8. 
Darin Hessisches: Dokumente zum Thronfolgestreit, 
als: Der Briefwechsel des Landgrafen Carl, Calckhoff, 
Berichte von E. v. Eyben, F. L. von Wülcknitz, v. Cann- 
giesser etc. etc. der Handstreich des Landgrafen Wil- 
helms IX. auf Bückeburg vom 17./II. 1787. 

7. [Apell, David von.] [Biogr.] von B.-[ennecke.] In: Hes- 
sen! and VIII. Nr. 4. Cassel, 1904. 

8. Archiv für hess. Gesch. u. Altertumskunde N. F. III 3. u. IV. 1. 
u. Ergänz. I. 4. II. 1. Hgg. von Ed. Anthes. Darmstadt (Bergstraesser) 
1903/4. 8. 

9. Archiv. Politisches Archiv des Landgrafen Philipp des 
Grossmütigen v. Hessen. Inventar u. Bestände hgg. y. Friedrich Küch. 
Bd. 1. A. u. d. T. : Publikationen a. d. preuss. Staatsarchiven 
Bd. 78. Leipzig (HirzelJ 1904. 8. Bespr. 1) im Schwab. Merkur 
V.23./XI. Stuttgart 1904. 2) in Deutsch. Litterat. -Ztg. Nr. 20 
Leipzig 1905. 3) in Quartalb 1. d. hist. Ver. f. d. Grossh. 
Hessen Bd. 3. Darmstadt, 1904. 

10. Armbrust, L. — Die Entführung der Landgräfin Elisabeth 
durch ihren Vetter Philipp (1518 . . In: Zeitschr. d. Ver. f. hess. 
Gesch. Bd. 38. Kassel (Dufayel) 1904. 8. 

11. Armbrust, L. — Landgraf Philipp von Hessen. . . . Ein 
Umriss s. Wesens. In: Hessenland XVIII Nr. 21/22. Cassel, 1904. 

12. Armbrust, L. — Unsicherheit in Hessen beim Regierungs- 
antritte des Landgr. Philipp. In: Hessenland XVIII Nr. 14. 15. 
Cassel, 1904. 

13. Arnim, Bettina v. — Die Günderode. Neue Tasch.-Ausg. m. 
Einl. v. Paul Ernst. 2 Bde. Leipzig (Inselverlag) 1904. 8. 

14. [Baidinger, E. G. — ] Dr. Ernst Gottfried Baidinger f 21. 
Jan. 1804. [Gedenkblatt in:] Cass. Tageblatt LI Nr. 35. Kassel, 1904. 

15. B a r d e 1 e b e n , F. von. Erinnerungen e. Husaren-Offiziers a. 
d. J. 1866—1871, Zusgest. von — . Frankfurt a/M. (Dr. von Maurer.) 
1904. 8. Nach Erinnerungen s. Vaters, der dem 1. Hess. 
Husaren-Reg. angehörte. Enthält eine unwahrscheinl. 
Anekdote v. d. Gefangennahme des Fürsten v. Waldeck 
durch die hess. Husaren. 

16. Barr os, Arana Diego. El doctor Don R. A. Philipp i su 
vita y sus obras. Obra escr. por encargo del Consejo de Instruccion 
Publica. Sequete de una bibliographia .'. par Don Carlos Reiche. 
[Mit Porträt.] 

17. [B a u m b a c h , Ludwig von.] Am 25. Febr. d. J. verstarb . . . 
der preuss. Landforstmeister a. D. . . . — [Nekrolog in:] Hessen- 
land VIII. Nr. 5. Cassel, 1904. 

18. Becker, Eduard. Geschichte des Kondominats zu Kürnbach 
bis 1598. In: Archiv f. hess. Gesch. N. F. IV. 1. Darmstadt, 1904. 

19. Becker, Heinz. Zum 400 jähr. Geburtstag Philipps des 
Grossm. — Ders. Luther u. die Doppelehe des Landgrafen. In: 
Reichsbote v. 12./XI. Berlin, 1904. 

20. Behlen, H. — Der Pflug u. das Pflügen b. d. Römern u. in 
Mitteleuropa ... DilJenburg (Seel) 1904. 8. Hierin Hessisches 
lt. Register: Rhön, Hess. Hinterland. 

21. [Beinhauer, Philipp.] Nachruf an Phil. Beinhauer (Teu- 
toniae Marburg) von Rieh. Andräe. Stuttgart, 1895. 8, 



— 273 — 

22. Beiträge zur hess. Kirchengeschichte, red. v. Wilh. Die hl 
u. W. Kohl er s. : Archiv f. hess. Gesch., Ergänzgsbd. I. II. 

22a. Bericht des Konservators der Denkmäler im Reg.-Bez. Cassel 
üb. s. Thätigkeit v. . . 1902 bis . . 1904 Marburg, 1904. 4. 

23. Bern er, Ernst. Die Brautfahrt d. Przn. Heinr. v. Preussen 
(1751). In:Hohenzollern-Jahrb. VIII. S. 75—82. Leipzig, 1904. 
8. [M. d. Porträt der Przs. Wilhelmine v. Hessen.] 

24. Bess, Bernhard. Landgraf Philipp von Hessen u. die An- 
fänge seiner Kirche. — In: Vossische Zeitung Sonntagsbeil. v. 
13./XI. Berlin, 1904. 

25. Biographie. Allgem. Deutsche Biographie. Leipzig (Duncker 
u. H.) 8. Bd. 48. 1904 enth.: Adolf Ebert — N. G. Elwert — 
A. v. d. Embde — Edelsheim — Aug. W. Eich ler — Wilh. 
Endemann. Bd. 49. 1904 enth.: Joh. Conr. G eisthirt — Karl 
Grebe — Fr. M. v. Günderode — Joh. Gundlach. Bd. 50. 
1904: v. Harnier — Ernst Henke — J. W. Henschel — J. F. 
Heusinger — Hey er. 

26. Birkenruth, Fanny. Persönliche Erinnerungen an M. v. 
Meysenbug. In: Die Zeit 1903. Nr. 216. Wien 1903. fol. 

27. Birt, Theodor. Anna v. Hessen. Ein tragisches Spiel. 
Marburg (Elwert) 1904. 8. B es pr. 1) in Chr. Welt v. 20./X. von 
Nithack-Stahn. 2) in Liter. Echo v. l./X. von Legband. 
3) in Hessenland 1904 Nr. 21/22 S. 319/20 von Schreckenbach. 

28. Bitterauf, Theodor. Geschichte des Rheinbundes. Bd. 1. 
München (Beck) 1905. 8. Darin vielfach Bezug auf Hessen. 

29. Blätter. Hessische Blätter für Volkskunde hgg. i. Auftr. d. 
hess. Vereinigung f. V. v. Adolf Strack. Bd. 2 Heft 1 u. 2 u. III. 1. 
Leipzig (Teubner) 1903/4. 8. Bespr. in Preuss. Jahrbücher 
Dez. 1904 von Bonus, Leipz. Zeitung v. 31./I. 1905 von H. T.-, 
Hist. Vierteljalirschrift VII. von G. Mogk. 

30. Bliemetzrieder , Fr. PI. — Konrad v. Gelnhausen u. 
Heinrich v. Langenstein a. d. Konzile zu Pisa (1409). In: Histor. 
Jahrb. d. Goerres Gesellschaft Bd. 25. München 1904. 

31. Blümlein, Carl. In der Homburger Fürstengruft. In: Frankf. 
Zeitung Nr. 132 III. Mrgnbl. Frankfurt a/M. 1904. fol. Betr. die 
Landgrafen von Hessen-Homburg 1622—1866. 

32. Bock, Alfred. Hochzeitsbräuche in Hessen und Nassau. In : 
Zeitschrift d. Ver. f. Volkskunde XIII H. 4. Berlin, 1903. 

33. Boehlau. Jobs. — Eine niederhess. Töpferei des 17. Jahr- 
hunderts. Mit Unterstützg. des Ver. f. hess. Gesch. Marburg (Elwert) 
1903. fol. Siehe: Mitteilungen d. Gewerbe-Museums. 

34. Bö Ische, Wilhelm. Der Strassb. Fischermeister Leonhard 
Baldner. In: Dtsche. Rundschau XXX. 10. Berlin, 1905. 8. 
Besprechung einer Reproduktion des Mscr. d. Casseler 
Landesbibl. 

35. Bohnenberger, Karl. Vorläufiges zur niederdtsch. Sprach- 
grenze vom Harz b. z. Rothaargebirge. (?) Darin Hess.: Sprach- 
grenzen im sächs. u. fränk. Hessengau. 

36. Boltenstern, Otto v. — Am Hofe König Jerömes. Erinne- 
rungen eines westfälischen Pagen und Offiziers. Berlin (Mittler) 1905. 8. 

37. Böse, Carl Emil v. — Die Familie v. Böse. Beiträge zu e. 
Familiengesch. ges. u. bearb. Nebst Stammtafel. Dresden (v. Zahn 
u. J.) 1904. 8. 

38. Bramer, Jeanette. Die Schwester des grossen Kurfürsten 
[Hedwig Sophie] auf Hessens Thron. In: Gass. Tagebl. L Nr. 472 
u. 74 Kassel, 1903. 

V. V. BD. XXIX. 18 



— 274 — 

39. [B ramer, Jeanette.] Elisabeth von Hessen u. Thüringen u. 
Sophie v. Brabant. Kurzer Ueberblick zweier Lebensbilder a. d. Vor- 
lesungen. In: Cass. Tageblatt LI Nr. 233. Kassel, 1904. 

40. Bramer, Jeanette. Hess. Fürsten u. Fürstinnen. Gassei 
(Vietor) 1904. 8. Bespr. 1) in Rundschau vom 18./IV. 1905 von 
F. Dahn. 2) i. d. Hess. Landeszeitung v. 9./IV. 1905. 

41. B-raun, A. — Glückliche Jugend. Erinnerungen a. d. Jugend- 
zeit. Cassel (Schulbuchhdlg.) 1904. 8. [Ist eine Selbstbiogr. 
des Rektors Adam Braun.] 

42. Braunhof. „Aus finsterer Zeit". (Rinteler Hexenpro- 
zesse.) In : Cass. A 1 1 g e m. Z e i t u n g XX Nr. 209—216. Cassel, 1904. 

43. Brecht, Walther. Die Verfasser der Epistolae obscurorum 
virorum. Strassburg (Trübner) 1904. 8. Darin zahlr. Briefe 
von Hütten. 

44. [B r e d e , Albrecht.] Albrecht Brede. Zu seinem 70. Geburts- 
tage [von Hermann G ehr mann.] In: Cass. Tageblatt LI Nr. 594. 
Kassel, 1904. 

45. B r e t h o 1 z , B. — Ueber die Geinhäuser Handschrift im Brünner 
Stadtarchiv. In: Neues Archiv d. Gesellsch. f. ältere dtsche. Ge- 
schichtsk. Bd. 29. Hannover (Hahn) 1904. 8. Betr. eine Hdschr. 
des Johannes v. Gelnhausen. 

46. Briefwechsel der Brüder Grimm mit E. v. d. Malsburg. 
Hgg. von Wilhelm Schoof. Halle (Waisenhaus) 1904. 8. S.-A. aus 
Zeitschrift f. dtsche. Philologie Bd. 36. 2. Enth. 18 Briefe von 
Grimm, 15 von E. v. d. Malsburg v. 1802—1823. Bespr. in 
Hessenland 18 Nr. 13 von Ph. L[osch.], in Lit. Zentralbl. 
1905 Nr. 11 u. Lit. Echo VII Nr. 18. 

47. Briefwechsel des Herzogs Christoph v. Wirtemberg. Im 
Auftr. d. Komm. hgg. von Viktor Ernst. Bd. 3 (1555). Stuttgart (Kohl- 
hammer) 1902. 8. Darin vieles Hessische. 

48. Brunner, Hugo. Der Marquis de Luchet. In: Tageblatt 
Nr. 108—114. Cassel, 1903. 

49. Brunner, H.[ugo.] Die Feier der Erhebung Hessen -Cassels 
zum Kur staat. (Ein Gedenkblatt z. 100. Jahrestag). In: Tageblatt 
L Nr. 226/27. Kassel, 1903. 

50. B r u n n e r , Hugo. Die kirchliche Verwaltung der Abtei Fulda 
zur Zeit hessen-kasselischer Oberhoheit (1632—1634). In: Beiträge 
zur hess. Kirchengesch. Bd. I Heft 4. Darmstadt 1903. 8. 

51. Brunn er, Hugo. Kassel von Okt. 1813 bis zu Okt 1814 
(Nach Mitteilungen der Brüder Grimm u. anderer gleichzeit. Quellen). 
In: Cass. Tageblatt 1903 Nr. 484. 87. 89. 91. 93—97. 

52. Brunner, H. — Kleine Beiträge zur Geschichte der Aerzte 
und Apotheker in Hessen, insbesondere in Cassel. In: Cass. Tage- 
blatt L Nr. 440—50. Kassel 1903. 

53. Brunner, Hugo. Die Landesbibliothek. In: Festschrift z. 
75. Versammlung dtsch. Naturforscher ... in Cassel. Kassel, 1903. 8. 

54. B r u n n e r , Hugo. Theophilus Neuberge r. Lebensbild eines 
Seelsorgers u. Superint. a. d. Zeiten d. SOjähr. Krieges (1593—1656). 
In: Zeitschrift f. Kirchengesch. (Brieger) XXIV. 3/4. Gotha, 1903. 8. 

55. Buchenau, H. — Der Brakteatenfund von Miederkaufungen 
bei Kassel. Ein Beitr. z. Gesch. d. mittelalterl. Münzwesens . . . S.-A. 
aus Bl ätter für Münzfreunde XXXVI u. XXXVIII mit Tafeln. Dresden 
(Thieme) 1903. 4. Besprochen: in Blätter für Münz fr. 1904 
Nr. 5, Hessenland XVIII. Nr. 16 von A. F.— [iorino.] 



— 275 — 

56. Buchwald, Max. Kaiser Wilhelm II. u. d. hlge. Elisabeth. 
In: Hess. Landeszeitung 24./VII. 1904. Marburg. 

57. Buecking, Frieda. Beim Probetanz. Ein Brief a. d. Schwalm. 
In: Frankfurter Zeitung J. XLIX Nr. 204.. Frankfurt a. M. 1904. 

58. [Büff, Ludwig.] Hessische Landgrafen und ihre Kanzler. 
Nach d. Vortrage im hess. Gesch.-Ver. In: Gass. Tageblatt LI 
Nr. 54. Kassel, 1904. 

59. Busse, Karl. Annette v. Droste-Hülshoff. Bielefeld 
(Velh. & Kl.) 1903. 8. Darin mehrfach hess. Beziehungen, 
so zu Jac, Wilh. u. Charl. Grimm, zu v. d. Malsburg, Joh. 
Hr. Wolff, Straube u. a. 

60. Gas sei. Die Residenzstadt Cassel am Anfange d. 20. Jahrh. 
Festschrift z. 75. Vers, deutsch. Naturforscher Sept. 1903. Cassel (Doli). 
(1903.] 8. 

61. Chroniken. Zwei Kasseler Chroniken des 18. Jahrh. Ein 
Beitrag zur Orts- u. Familiengesch. hgg. von Philipp Losch. Kassel 
(Vietor) 1904. 8. Enth.: Die Gunkel- u. Grassmederschen 
Chroniken, Gräfin Bernhold, Kasseler Stras sennamen. 
Bespr. in: 1) Hessenland 1904. 16. 2) Liter. Centralblatt 
190ö. 4. 3) Monatsber. f. St. u. L. 1905. 2. 4) Hess. Blätter 
Bd. 4. 5) Kreuzztg. v. 23./XI. 1904. 6) Allgem. Zeitung 1904 
Hr. 274. 

62. C o 1 1 m a n n , Oswald. Des Landgrafen Friedrich v. Hessen 
Todesritt von Posen nach Kosten. In: Zeitschrift d. Hist. Ges. f. 
d. Prov. Posen. XIX. 1. Posen (Decker & Co.) 1904. 

63. Dahm, Otto. Die Feldzüge des Germanrcus in Deutschland. 
... In: Westdeutsche Zeitschrift f. Gesch. u. Kunst. Ergänz. 
XI. Trier (Lintz) 1902. 8. Hierin der Feldzug gegen die 
Chatten p. 46. Der Streifzug gegen die Chatten p. 117 etc. 

64. Delbrück, Rudolph von. Lebenserinnerungen 1817—1867. 
2 Bde. Leipzig (Duncker & H.) 1905. 8. DarinBd. I Kapitel 11: 
Kurhessische Erinnerungen .... 

65. [Dellevie, Theodor.] Die hessischen Kriegsartikel vom 
Jahre 1753. Vortrag im hess. Gesch.-Ver. In: Cass. Tageblatt L 
Nr. 582. Kassel, 1903. 

66. Denkmäler. Die älteren Denkmäler Cassels — o— In: 
Casseler Tageblatt 1903 Nr. 4. Kassel 1903. 

67. Der seh, Wilhelm. Das Vorspiel der Reformation in Hers- 
feld. [Von demselben:] Landgraf Philipp u. d. Anfänge der Refor- 
mation in Hildesheim. In: Zeitschr. d. Ver. f. hess. Gesch. Bd. 38. 
Kassel (Dufayel) 1904. 8. 

68. [Die hl.] Martin Butzers Bedeutung für das kirchl. Leben 
Hessens. Vortrag a. d. Cass. Generalvers. d. Ver. f. Reformgesch. 
In: Cass. Tageblatt LI Nr. 166. Kassel, 1904. 

69. Die hl, W. — Geschichtl. Erinnerungen z. d. Thema: Hessen 
n. d. Los von Rombewegung in Oestreich. In: Die Wartburg v. 
11./XI. München, 1904. 

70. Diehl, Wilhelm. Neue Funde zur Reformationsgeschichte 
der Wetterau (Ober-Morles, Friedberg, Eckzeil, Rockenberg). In: 
Beiträge z. hess. Kirchengesch. Bd. 1. Darmstadt (Bergsträsser) 
1903. 8. 

71. Die mar, Hermann. Stammreihe des Thüringischen Land- 
zrafenbauses u. des Hessischen Landgrafenhauses bis auf Philipp d. 
Grossm. In: Zeitschr. f. hess. Gesch. XXXVII. Kassel, 1903. 

18* 



— 276 — 

72. Diemar, Hermann. Texte u. Untersuchungen zur verlornen 
Hessenchronik. In : Z e i t s c h r. f. hess. Gesch. XXXVII. Kassel, 1903. 

73. Di est, Gustav von. Aus dem Leben eines Glücklichen. Er- 
innerungen eines alten Beamten. Berlin (Mittler u. S.) 1904. 8. 
Darin Hessisches, als: Krieg von 1866. Einmarsch in 
Kurhessen — Marburg — Kirchhain — Kassel. — Kur- 
hessische Armee. 

74. D r a c h , Alhard von. Die Bildnisse Philipps des Grossmütigen. 
Festschrift z. Feier s. 400. Geburtstags. Bearb. von — u. Gust. Koen- 
necke. ... Marb. (Elwert) 1905. fol. Bespr. in Quartalb 1. des* 
Hist. Ver. f. d. Grossherzogt. Hessen III. Bd. Nr. 16 S. 536— 9 
von Fr. Back. 

75. Duhr, Bernhard. Aktenstücke zur Geschichte der Jesuiten- 
Missionen in Deutschland 1848—1872. Freiburg (Herder) 1903. 8. 
Mehreres Hessisches, darunter Fulda etc. 

76. [Ebert, Adolf.] Der Marburger Briefwechsel Adolf Ebert's. 
In: Berichte d. philol. - hist. Klasse d. Leipziger Gesellschaft d- 
Wissenschaften. Leipzig, 1899. 8. 

77. Egelhaaf, Gottl. u. Wilh. Diehl. Landgraf Philipp v. 
Hessen. M. Butzers Bedeutung f. d. kirchl. Leben in Hessen. In: 
Schriften d. Ver. f. Reform.-Gesch. Nr. 83. Halle (Niemeyer) 
1904. 8. 

78. [Egelhaaf.] Vortrag über „Philipp den Grossmütigen" auf 
der Gass. Generalversammlung d. Ver. f. Reformationsgesch. In: 
Cass. Tageblatt LI Nr. 163. Kassel 1904. 

79. Eilert, Johanna. Die Schwalm. Mit 10 Abbildungen. In: 
Die weite Welt, XXII Nr. 51 (14. Aug. 1903) Berlin (Scherl) 1903. 4. 

80. Eisenmann, O. — Die königl. Gemäldegalerie zu Cassel. 
Einltg. : Zur Geschichte der Galerie. München (Hanfstaengl) 
1904. fol. [72 ausgez. Photogravuren. In der Einl. werden Briefe 
Ldgr. Wilhelms VIII. an Oberst v. Haeckel mitgeteilt.] Bespr. 
in: 1) Repertor. f. Kunstw. 28. 1905. 2) in Gazette des- 
beaux-arts S. 433 u. f. 

81. Eisenmann, Otto. Erwiderung auf d. Kritik, siehe: Pro- 
pos du jour. 

82. Eisenmann, 0. — Über einige Bildnisse Philipps u. d. 
Beziehungen seiner Eltern zu Lukas Cranach. In: Hessenland 
XVIII Nr. 21/22. Cassel, 1904. 

83. [Eisentraut, Gust. — ] Berichte des Generals Schlüter 
üb. d. Belagerung d. Festung Ziegenhain im Febr. u. März 1761. Vor- 
trag im hess. Gesch.-Verein. In: Cass. Tageblatt L Nr. 481 u. 483. 
Kassel, 1903. 

84. [E 1 i s a b e t h - K i r c h e.] Von der Elisabeth-Kirche. In : Ober- 
hess. Z e i t u n g XXXIX Nr. 74. Marburg, 1904. fol. Betrifft: Die 
Glasmalerei-Fenster. 

85. Eltester, H. — Fulda zur Zeit des Mainfeldzuges. In: 
Fuld. Geschichtsblätter II. Fulda (Aktiendruckerei) 1903. 8. 

86. [Embde.] Emilie von der Embde f- [Nekrolog] in: Cass. 
Tageblatt LI Nr. 232. Kassel, 1904. Dsgl. in Hessenland XVIII 
Nr. 11 von E. G. 

87. Entstehung. Die Entstehung des Oktogons. [Besprechung 
von Neuber, Henkel, Rose u. Böhlau im Gesch.-Ver.] In: 
Cass. Tageblatt LI Nr. 236. Kassel, 1904. 

88. Erbvertrag der Riede sei Freiherren zu Eisenbach. Er- 
richtet am 23. Febr. 1893. Leipzig (Druck v. Drugulin) 1903/4. 4. 



— 277 — 

89. Erinnerungen. Allerhand Erinnerungen an den Kasseler 
Hof unter der Regierung des letzten hessischen Kurfürsten. In: 
<General-Anzeiger f. Dortmund 1905 Nr. 36. 2. Dortmund, 1905. 

90. Erinnerungen eines Husaren-Offiziers a. d. Jahren 1866 
— 71. Hgg. vom Verein ehemaliger 13er Husaren zu Frankfurt a/M. 
In: Casseler Tageblatt 1904 Nr. 235. Siehe: v. Bardeleben. 

91. Eschstruth, Reinhard. Eine alte deutsche Sondergemeinde 
IPfännerschaft zu Allendorf a. W.] In: Hessenland XVIII Nr. 23. 

. Cassel, 1904. 

92. Falckenheiner, Wilhelm. Personen- u. Ortsregister zu 
der Matrikel u. d. Annalen d. Universität Marburg 1527—1652 . . ; 
Mit einem Nachwort von Edward Schröder. Marburg (Elwert) 1904. 
8. Besprochen inTageblattNr. 25 vonPistor. Cassel, 1905. 

93. [Falk, Fr. — ] Beiträge z. Reconstruction d. alten Bibliotheca 
Fuldensis . . . mit e. Beilage des Fuldaer Hss.-Katalog aus d. 16. Jahrh., 
neu hgg. . . . von G. S c h e r e r. Besprochen in : Neues Archiv Bd. 28 
von P. v. W. und in Zeitschrift f. d. Alterth. Bd. 47. Anzeiger 29 
von L. Traube. 

94. Falke u. Frauberge r. Deutsche Schmelzarbeiten des 
Mittelalters. Frankfurt, 1904. fol. Darin Hessisches Seite 13: 
DieArbeitendes von Helmershausen. 

95. Feick, Johs. — Lichtenberg im Odenwalde u. Vergangenheit 
u. Gegenw. ... 2. Ausg. Darmstadt (Saeng) 1903. 8. 

96. Festgabe zum Bonifatius- Jubiläum 1905. I. Beiträge z. 
Gesch. d. Grabeskirche . . . von Richter. II. Die Codices Bonifatiani 
. . . von S c h e r e r. Fulda (Actiendruckerei) 1905. 4. 

97. Festschrift des Hanauer Geschichtsvereins z. 600 jähr. 
Jubiläum d. Erhebung Alt-Hanaus zur Stadt. [Hg. von Carl N e s s 1 e r.] 
Hanau (Selbstverlag) 1903. 8. 

98. Festschrift zur Einweihung Ä der neuerbauten Friedens- 
kirche zu Kesselstadt. Kesselstadt (Kittsteiner) 1904. 8. 

99. Festschrift zum Gedächtnis Philipps des Grossmütigen, 
Landgrafen von Hessen . . . Hgg. v. Verein f. hess. Gesch. Kassel 
-(Dufayel) 1904. 8. In: Zeitschrift d. Ver. f. hess. Gesch XXXVIII. 
Bespr. in : 1) N. Arch. f. sächs. Gesch. 1905 S. 349—51 von Trefftz. 
-2) Quartalbl. des hist. Ver. f. d. Grossherzogt. Hessen. XII. Bd. S. 531—3. 
3) Deutsche Lit.-Ztg. 1905 Nr. 8 G. Reimer. 4) Korrespbl. des Ges.-Ver. 
•der Gesch.-Ver. 1905 Nr. 6 von 0. Merx. 

100. Festschrift zur Feier des 100 jähr. Wiedererstehens d. 
evang. Gemeinde zu Fulda (1803—1903). Verf.: Johannes Hatten- 
<lorff. Fulda (Ludwig) 1903. 8. 

101. Festschrift zur Jubelfeier des 1150. Todestages des hl. 
Bonifatius in Fulda . . . Fulda (Aktiendruckerei) 1905. 8. 

102. Feyerabend, Karl. Bilder aus der englischen Kultur- 
geschichte. 1. Die Königliche Gabe. In: Grenzboten 1904. 1. 
S. 703 ff. Leipzig (Herbig) 1904. 4. Enthält Mitteilungen üb. 
•d. Reise des Ldgr. Otto von Hessen 1611 nach England 
nach der a. d. Landesbibl. befindl. ungedr. Reisebe- 
.schreibung. 

103. Fiorino, Alexander. Die Münzen Wilhelms IX. v. Hessen- 
Kassel a. d. J. 1800—1821. — Neue Schaumünze auf Landgraf Philipp 
•d. Gr. In: Blätter f. Münzfreunde v. 16./XI. Dresden, 1904. 

104. Fisenne, Lambert von. Die Marienkirche in Volkmarsen 
nebst Beiträgen zur Geschichte der Stadt u. benachbarten Orte. (Mit 



— 278 — 

11 Abbildgn.) In: Zeitschrift f. ehr. Kunst. Jahrg. 16. Düssel- 
dorf, 1903. 4 

105. Fisher, Herbert A. L. — Studies in Napoleonic States- 
manship. Oxford (Clarendon Press) 1903. 8. Darin: The Esta- 
blishment of the Westphalian Kingdom pag. 224. West- 
phalian Problems pag. 256. The Ruin of Westphalia 
pag. 288 

106. Franck, J. — [Bonn.] Die Ueberlieferung des Hildebrands- 
liedes. In: Zeitschrift f. deutsches Altertum u. d. Litt. Bd. 47 
Heft 1. Berlin, 1903. 8. 

107. Francke, Rudolf. Die christliche Liebestätigkeit in Kur- 
hessen. Kassel (Lometsch) 1904. 8. Besprochen 1) von A. H. 
in dem Casseler Tageblatt 1904 Nr. 197. 2) Literatur- 
zeitung Febr. 1905 von Achelis. 

108. Friedensburg, [Walter.] Landgraf Philipp von Hessen. 
In: die Wartburg v. ll./XL München, 1904. 

109. Friedensburg, Walter. Landgraf Philipp von Hessen. 
In: Frank f. Zeitung v. 11. u. 12./XL Frankfurt, 1904. 

110. [F r i t s c h , August.] Ueber die Gräflich von Bernhold' sehen 
und die von Frankenberg' sehen Stiftungen. Vortr. geh. am 26. Oct. 
1903 i. Hess. Gesch.-Ver. In: Casseler Tageblatt 1903 Nr. 530. 531. 
533. Cassel. 

111. Fuckel, A. — Eine Verschiebung der niederdtsch. Sprach- 
grenze in neuerer Zeit. Sprachproben aus Dörnberg. Aus Jahrbuch 
d. Ver. f. niederdeutsche Sprachforschung. Jahrg. 29. Norden (Soltau) 
1903. 8. 

112. [Fuhr, Lina.] Lina Fuhr. Von Sorgen und Sonne. Er- 
innerungen aus Kunst und Leben. Bearbeitet von Heinr. Hub. H o u b e n. 
Berlin (Behr) 1904. 8. Besprochen im Casseler Tageblatt 
1903 Nr. 590 v. 17./XII. von W. Bennecke. 

113. Gehren, Herrn, v. — Von Gehren. Familiengeschichte 
u. Stammbaum zsgest. u. bearb. nach archiv. u. anderen Quellen. 
Marburg (Friedrich) 1904. 4. 

114. Gemälde-Galerie. Die Königl. Gemälde- Galerie zu CasseL 
Einleitung: Zur Gesch. d. Galerie von O. Eisenmann. München 
(Hanfstaengl) 1902. fol. 

115. Genth, Ferdinand. Die Familie Genth aus Holland. Ein 
Familienbuch . . . bearb. v. — Thl. 1 Familie Genth — Hessen-Nassau. 
Cassel (Schlemming) 1904. fol. 

116. Gerland, Otto. Beiträge zur Geschichte der Brüder des- 
gemeinsamen Lebens (Kugelherrn) in Hessen. In: Hessenland 
XVIII Nr. 16—19. Cassel, 1904. 

117. Geschichtsblätter des deutschen Hugenotten-Vereins- 
Magdeburg (Heinrichshof en) 1903. 8. Heft 2. 3: Heussner, Alfr. 
— Die französische Colonie in Cassel. 

118. Geschichtsblätter, Fuldaer ... hgg. v. Jos* Karteis. 
Jahrg. 1. 2. 3. Fulda (Aktiendruckerei) 1902/4. 8. 

119. Geschichtsblätter f. Waldeck und Pyrmont ... Bd. 1. 
Mengeringhausen, 1901. 8. Bespr. in Mitteilungen a. d. hist. 
Literat, v. Hirsch J. 32 von Kl. Löffler. Berlin. 

120. Gild, A. — Hessisches Heimatsbuch. Ein Lesebuch f. jung 
u. alt . . . Kassel (Huhn) 1904. 8. 

121. Gilsa, Felix von und zu. Aus dem Kriegstagebuch eines 
hess. Offiziers i. d. J. 1756—1757. Mitgetheilt von — . In: Hessen- 
land J. XVIII. Nr. 1. 1904. 



— 279 — 

122. G i 1 s a , F. v. und zu. Baron. Die von S c h o 1 1 e y zu Mals- 
feld in ihrer Beziehung zu Philipp dem Grossm. In: Hessenland 
XVIII Nr. 13—15. Gassei, 1904. 

123. G o e b e 1 , Ed. — Gedichte aus jungen und alten Tagen. Fulda 
(Aktiendruckerei) 1903. 8. Es kommen viele Persönlich- 
keiten von Fulda und Orten der Nachbarschaft vor. 

124. Grassmeder, Johann Ernst. Eine kleine Hand-Cronica 
worinnen vielerlei geschehene Dinge enthalten sein aufgesetzt von G. — 
In: Hess. Blätter XXXII Nr. 2996 bis 3017. Melsungen, 1903. 

125. Grebe, Ed. Rud. — August Fr. Chr. Vilmar als Oberhirte 
der Diözese Kassel. Marburg (Elwert) 1904. 8. Bespr. in Lite- 
raturzeitung 1904 Nr. 37. 

126. [Grebe, Ed. — ] Die Schlacht am Speierbach [nach einem 
Vor tr. im Gesch.- Ver.]. In : Cassel. T a g e b 1. L Nr. 563/6. Kassel, 1903. 

127. [Grebe, Ed. — ] Familie Breithaupt, Vortrag geh. im 
Gesch.-Ver. In: Cass. Tageblatt LI Nr. 6. Kassel 1904. 

128. Grebe, Ed. Philipp der Grossmütige Landgraf von Hessen. 
Cassel (Vietor) 1904. 8. 

129. Grimm, Brüder. Briefwechsel siehe: Briewechsel und 
Steig. 

130. G u n d 1 a c h , Franz. Nachträge zum Briefwechsel des Landgr. 
Philipp mit Luther u. Melanchthon. In: Zeit sehr. d. Ver. f. hess. 
Gesch. Bd. 38. Kassel (Dufayel) 1904. 8. 

131. Gundlach, Franz. Neues zur Lebensgeschichte Wigand 
Lauzes. In: Zeitschr. f. hess. Gesch. XXXVII. Kassel, 1903. 

132. Gunkel. Chronik der Familie Gunkel zu Kassel hgg. von 
Philipp Losch. Kassel (Druck von Friedr. Scheel) 1903. 8. Er- 
weiterter Abdruck a. d. Hessenlande. 

133. [H., F. — ] Der Kasseler Friedrichsplatz und der Neubau 
des Hoftheaters. In: Frankf. Zeitung 1903. Nr. 296. V. Morgbl. 
Frankfurt a/M. 

134. Haberland, H. — Das reformierte Waisenhaus in Cassel . . . 
Cassel (Weber & W.) 1905. 8. 

135. Hafner, Phil. — Geschichte des Gymnasiums zu Hersfeld 
von 1817—1876. Progr. Hersfeld (Hoehl) 1904. 4. 

136. Hallenberger, J. — Kurze Geschichte . . . von d. Stadt 
Hersfeld. 2. Aufl. Hersfeld (Hoehl) 1904. 8. 

137. Handbuch der Prov.-Verwaltung der Prov. Hessen-Nassau. 
Amtl. Ausg. Cassel (Huhn) 1902. 8. 3 Tle. 

138. Happel, Ernst. Die Burgen in Niederhessen u. d. Werra- 
gebiet. Mit 67 Zeichnen. Marburg (Elwert) 1903. 8. 

139. [Hartwig, Otto fj [Nekrologe auf ihn] in: 1) Centralbl. 
f. Bibliothekswesen Jahrg. XXI H. 3 von A. Graesel. 2) Zur Er- 
innerung an Otto Hartwig . . . Marburg (Bauer) 1904. 8. Enth. 
Reden am Grab von Scheffer u. Varrentrapp. 

140. Hasenclever, Adolf. Die Politik Kaiser Karls V. u. Land- 

fraf Philipps von Hessen vor Ausbruch des schmalk. Krieges (Jan. bis 
uli 1546). Marburg (Elwert) 1903. 8. Bespr. von G. Wolf in 
Mitt. a. d. hist. Litt. 32. I. 

141. Hassel, Paul. Joseph Maria v. Radowitz. Bd. 1 1797 
—1848. Berlin (Mittler und Sohn) 1905. 8. Enth.: Eintritt in 
den hess. Dienst, Jugendzeit i. kurh. Dienst etc., bespr. 
1) v.W. B. in Hessenland 1905 Nr.21 S. 307/8. 2) in Tageblatt 
Nr. 79. 81. 83 von H. Brunner. Cassel, 1905. 



— 280 — 

142. [Hassen pflüg.] Der Process Hassenpflug. In: Hess. 
Blätter XXXIII Nr. 3059. 3061—65. Melsungen, 1904 [Akten- 
stücke üb. die berühmte Greifswalder Fälschung des 
verhassten Ministers.] 

143. Hattendorf, Johs. — Geschichte des evang. Bekenntnisses 
i. d. Stadt Fulda m. hauptsächl. Benutzung archiv. Materials bearb. 
Hamburg (Grand) 1903. 8. Besprochen in Theol. Literatur- 
blatt v. 5./II. 1904. 

144. Hausrath, Adolf. Luthers Leben. 2 Bde. Berlin (Grote) 
1904. 8. Darin: Das Marburger Religionsgespräch. . 

145. Hefner-Alteneck, J. H. von. Waffen. Ein Beitrag zur 
historischen Waffenkunde vom Beginn des Mittelalters bis gegen Ende 
des 17. Jahrh. 100 Tafeln . . . Frankfurt, 1903. fol. Hierin auch 
Hessisches: Tafel 10: Schild des Hochmeisters d. dtsch. 
OrdensKonradv. Thüringen u. Hessen. Tafel 17 : S c h i 1 d a. d. 
13. Jahr., welchersich i. d. Elisabethenkirche zu Marburg 
befindet. Tafel 18: Heinrich, Sohn des Landgrafen Hein- 
rich I. von Hessen etc. etc. 

146. [H e 1 d m a n n , August.] Seinen 70. Geburtstag beging . . . 
Pfarrer August Heldmann. In:Hessenland XVIII Nr. 23. Cassel, 1904. 

147. Heldmann, August. Dr. theol. Chr. L. Schwartzenau u. d. 
letzte Verpfändung d. Herrschaft Itter. In: Mitteilungen d. Ober- 
hess. Gesch.-Ver. N. F. 12. Giessen (Ricker) 1903. 8. 

148. H e 1 d m a n n , Karl. Die Rolandsbilder Deutschlands in 
300 jähr. Forschung und nach den Quellen .... Halle (Niemeyer) 1904. 
8. Darin hess. angebliche Rolandsbilder zu Fritzlar u. 
Fulda. Besprochen in Beilage z. Allgem. Zeitung Nr. 45 
von Hugo Brunn er u. Nr. 136 von Kl. Löffler u. in Hist. Vier tel- 
jahrschr. VIII v. Siegfr. Rietschel. 

149. [Henke, Ernst Ludwig Theodor.] [Biogr. von ihm] in: 
Braunschw. Magazin Nr. 9 (Sept.) von Johannes Beste. Wolfen- 
büttel (Zwissler) 1904. 

150. Henkel. [Fr. — ] Aus Kurhessen. (Baron v. Falkener. 
— Graf von Grebenstein.) In: Herold XXXV Nr. 4. Berlin, 1904. 

151. Henkel, Wilhelm. Erinnerungen an Gottfr. Kinkel. In: 
Kölnische Zeitung v. Mai u. Juli 1904. Wenig veränderte Wieder- 
gabe aus Hessenland 1900 Nr. 18. 

152. Heppe, Ludwig. Der Altenstein bei Allendorf a. d. Werra 
einst und jetzt. Ein Beitrag . . . Kassel (Lometsch) [1904]. 8. N 

153. Herget, Carl v. — Das landgräfl. Haus Hessen-Homburg. 
Homburg (Schick) 1903. 8. Aus: Internat. Revue f. d. ges. 
Armeen u. Flotten 1894. 

154. [Hermann, Karl Friedrich.] Karl Fr. Hermann (geb. 
1804, von 1832 — 1842 Professor in Marburg) von Max Schneidewin. 
In: Hann.-C o u r i e r v. 4. VIII. Hannover, 1904. 

155. Herrmann, Fr. — Hess. Reformationsbüchlein ... Auf 
Veranl. d. Oberkonsist. 1. u. 2. Aufl. Marburg (Elwert) 1904. 8. 

156. Herzfeld, Maria. Malwida v. Meysenbug. (Geb. zu 
Kassel 1816, gest. zu Rom 1903.) Persönl. Erinnerungen. In: Frank- 
furter Zeitung Jg. 47, Nr. 135. Frankfurt a/M. 1903. 

157. Hessenland. Zeitschrift f. hess. Gesch. und Literatur . . . 
Redig. . . . von Wilhelm Bennecke. Jahrg. XVIII. Kassel (Scheel) 
1904. 4. 

158. H e s s 1 e r , Carl. Siehe : Hess. Landes- u. Volkskunde. 



— 281 — 

159. Hessler, Carl. Professor Dr. Heinrich Möhl. Nach dem 
Vortr. geh. im Verein f. Erdk. In : Cass. T a g e b 1. L Nr. 602. Kassel, 1903. 

160. Heussner, Alfr. — Die franz. Kolonie in Kassel. S. Ge- 
schichtsblätter. 

161. Heussohn, H. — Beschreibung e. Denkmünze u. Biogr. v. 
G.E.Rumpf. In: Frankf. Münzz eitung III Nr. 25. 26. Frankf., 1903. 

162. Höpfner u. Blumenaue r. Plan d. Residenzstadt Cassel 
u. Umgebung. Angef. im Stadtbauamte. Masst. 1 : 10 000. Cassel 
(Huhn) 1904. 

163. Hoffmann. Das goldne Rad im Dome zu Fulda. In: Ful- 
daer Geschichtsblätter III. Fulda, 1904. 

164. Hoffmann. Kunstmaler Fuldas im 18. Jahrh. Vortrag . . . 
In: Fuld. Geschichtsblätter II. Fulda (Actiendruckerei) 1903. 8. 

165. Holtzmann, Robert. Kaiser Maximilian II. bis zu seiner 
Thronbesteigung (1527-1564). . . . Berlin (Schwetschke u. S.) 1903. 
8. Darin unter den Beilagen a. d. Archiven in Wien u. Marburg die 
Korrespondenz mit Philipp v. Hessen. Besprochen in: Deutsche 
Literaturzeitung 1904. Nr. 35 von Brand i. 

166. Hopfen, Hans. Mein Wien [Erinnerungen a. d. Verkehr 
mit Mosenthal, Dingelstedt etc.] In: Neue Freie Presse v. 
25./X. Wien, 1904. 

167. Hufnagel, J.W. Gfustav.] Gelnhausen. Gelnhausen (Kalb- 
fleisch) 1900. 8. 

168. Hufschmidt, Fritz. Versuch e. Gesch. des oberen Warme- 
tales, insbes. d. Stadt Zierenberg, der Dörfer Dörnberg, Ehlen, Burg- 
hasungen, des ehemal. Klosters Hasungen, der Kolonie Friedrichsaue 
. . . Wolfhagen (Börner) 1905. 8. 

169. Hundeishausen, E. von. Kurze Nachrichten über die 
ursprünglichen Besitzungen etc. der Familie von Hundeishausen. In: 
Tour. M i 1 1 e i 1 u n g e n XII Nr. 6. Cassel, 1903. 

170. Humboldt, Wilh. — Briefe an e. Freundin [d. i. Charlotte 
D i e d e]. Neue Ausg. m. e. Einleit. von Fr. v. Hohenhausen. 3. Aufl. 
Berlin (Cronbach) 1903. 8. 

171. Huyskens, Albert. Philipp d. Grossmütige u. d. Deutsch- 
ordensballei Hessen. [Von demselben:] Die ersten Marburger Prä- 
dikanten. In: Zeit sehr. d. Ver. f. hess. Gesch. Bd. 38. Kassel 
(Dufayel) 1904. 8. 

172. Jahrbuch. Biographisches Jahrbuch u. Deutscher Nekro- 
log .. . hgg. von Anton Bettelheim. Berlin (Reimer) 1903/5. Darin 
Hessen Bd. 5: Heinr. Böse, Prinz Heinrich und Wilhelm 
v. Hessen, Ludwig Mohr, Chr. Wilh. Stromberger etc. — 
Bd. 6: Karl Bartels, Ludw. Bickell, Adolf Buff, Georg Chr. 
Dieffenbach, Georg Th. Dithmar, Fr. Herrn. Grimm, Wilh. 
Orotefend, Eduard Habich, Theod. Otto v. Heusinger, Alois 
Lauer, K. J. T. v. Lorey, Frz. Emil Melde, K. W. D. v. Stam- 
ford, Eugen Traeger. — Bd. 7: J. F. v. Doernberg, Hans 
Fehrenberg, K. Ed. F ü r e r , Siegm. Gerechter, Ricardo Jor- 
dan, Otto R. Krätzschmar, Wilh. Vilmar, Hohenlohe- 
Schillings fürst, Lothar v. Schweinitz etc. etc. 

173. Jansen, Günther. Nordwestdeutsche Studien. Gesammelte 
Aufsätze. Berlin (Paetel) 1904. 8. [Enth. eine Biogr. des Feld- 
marschall v. Münnich, der 1706—16 in hess. Diensten war.] 

174. Jantzen, Hermann. Ist das Hildebrandslied deutsch oder 
englisch? In der Beilage zur Allgemeinen Zeitung 1903 Nr. 209. 
München, 1903. 



— 282 — 

175. Johann Casimir. Briefe des Pfalzgrafen Jon. Casimir mit 
verwandten Schriftstücken ges. u. hgg. von Frd. v. Bezold. Bd. III. 
1587—1892. München (Rieger) 1903. 8. Hierin zahlreiche 
Briefe an und von Landgrafen Wilhelm IV., Moritz, Phi- 
lipp, Georg und die Räte Hund, Malsburg, Meckbach, 
Meysenbug, Riedesel, Roishausen, Scheffer etc. etc. 

176. [Jordan] Sylvester Jordan. Aufsatz über S. J. u. seine 
Familie in Beilage z. Allgemeinen Zeitung Nr. 17. München 1903. 

177. Jordan, R. — Zur Schlacht bei Frankenhausen. In: Zur 
Gesch. der St. Mühlhausen. Heft 4. Mühlhausen (Danner) 1904. 8. 

178. Jostes, Franz. Westfälisches Trachtenbuch. Die jetzige 
u. ehemal. westfäl. u. schaumburg. Gebiete umfassend. Bielefeld 1904 
Ein Prachtwerk, das auch die hess. Grafsch. Schaum- 
burg berücksicht. u. insofern JustisTrachtenb. ergänzt. 

179. Is sie ib. Philipp der Grossm., Landgraf v. Hessen. In: 
Illustr. Zeitung v. 10./XI. 1904 Leipzig, 1904 

180. I s s 1 e i b , S. — Philipp v. Hessen, Heinz v. Braunschw. u. 
Moritz v. Sachsen i. d. J. 1541—1547. Wolfenbüttel (Zwissler) 1904 
8. Aus : Jahrb. d. Gesch.-Ver. f. d. Herz. Braunschweig, 2. 

181. Jung-Stilling. Dreizehn Briefe von Jung-Stilling. 
Mitgeteilt von Rudolf Homburg. In: Archiv f. Kulturgesch. v. 
Georg Steinhausen Bd. II Heft 3. Berlin (Duncker) 1904 8. Da- 
rin Briefe aus Marburg. 

182. Justi, Ferd. — Hess. Trachtenbuch. Siehe: Veröffent- 
lichungen. 

183. [K. — ] Ein Fürst der Reformationszeit [Philipp]. In: Berl. 
Lokalanzeiger v. 13./XI. Berlin, 1904 

184 Kalender. Hessischer Kalender 1904 m. Orig. - Lithogr. 
nach Studien a. Hessen-Nassau . . . von H. Meyer - Kassel in München. 
Kassel (Huhn) 1904 4 

185. Kalender. Marburger Akademischer Kalender. 15. u. 16. 
Ausg. S.-S. u. W.-S. Marburg (Elwert) 1903. 12. 

186. K a r t e 1 s , [Jos. — ] Bestrafung der Stadt Fulda wegen nicht- 
verhinderter Plünderung der Juden das. im Jahre 1591 ... In : Fuld. 
Geschichtsblätter II. Fulda (Aktiendruckerei) 1903. 8. 

187. Kart eis, Jos. — Chronikalisches über Herbstein. In: Fuld. 
Geschichtsblätter II. Fulda (Aktiendruckerei) 1903. 8. 

188. Kart eis, [Jos. — ] Fulda im 7 jähr. Kriege. Vortrag ... 
In : Fuld. Geschichtsblätter II. Fulda (Aktiendruckerei) 1903. 8. 

189. Kart eis, Joseph. Rats- und Bürgerlisten der Stadt Fulda. 
Im. Auftr. des Fuld. Geschichtsvereins hgg. Fulda (Aktiendruckerei) 
1904. 8. Besprochen in Fulda er Geschichtsblätter IL 
von Carl Scherer. 

1 90. Kaufmann. Geschichtliches über Wahlershausen von Post- 
sekretär K . . Cassel, 1904. 8. 

191. Kawerau, G. — Zur Erinnerung an Landgraf Philipp 
von Hessen. In: Deutsch-evangel. Blätter J. XXIX pag. 734—739. 
Halle (Strien) 1904. 8. 

192. Kehr, Karl Andreas. Ein verschollenes Karolingisches An- 
nalenwerk. In: Neues Archiv d. Gesellsch. f. ältere dtsche. Gesch. 
Bd. 28 Heft 2. Hannover (Hahn) 1903. 8. 

193. Kern, H. — Over Jacob Grimm en zyn Invloed op de Ont- 
wikkeling der Nederl. Taalwetenschap. In: Germania Tydschrift 
1903. 434. 476. Brüssel (Knoetig) 1903. 4 



— 283 — 

194. Kirchengesangbuch. Evangelisches Kirchengesangbuch 
f. d. Konsistorialb ezirk Cassel. Hgg. vom Konsistorium . . . Cassel, 
1902. 8. 

195. Kleinschmidt, Alb. — Aus Hessens Vorzeit. Erzählgn. 
f. Jugend u. Volk. IV Gundakar. A. d. Zeit Karls d. Grossen (779 bis 
785 n. Chr.) Giessen (Roth) 1903. 8. 

196. Knabe, K. — Plan einer in Cassel oder in Karlshafen ein- 
zurichtenden mathem. Tugend-, Kunst-, Werk- u. Weisheitsschule a. d. 
J. 1720. In : M i 1 1 e i 1 u n g e n 'd. Gesellsch. f. Erz.- u. Schulgesch. XIII. 
Berlin (Hofmann) 1903. 8. 

197. Knappert, L. — Die Märchen der Brüder Grimm. Nach 
einem Aufsatz „De Sprookjes van Grimm" von — i. d. Ztschr. „De 
Tijdspiegel" 1896, n. d. Holl. übersetzt von Heinrich Heu söhn. 
In : Hanauer Anzeiger Nr. 3. Hanau, 1905. 

198. Knetsch, Karl. Die hessische Erbhuldigung v. 7. Aug. 1567 
u. d. henneb. Erbhuldigung v. 13. Aug. 1568 zu Schmalkalden. In: 
Ztschr. f. Henneb. Gesch. H. 15. Schmalkalden o. J. 

199. Knetsch, Carl. Hessen, Waldecker und Frankfurter in Dan- 
zig. In: Zeitschrift des Westpreuss. Geschichtsvereins 1904 H. 46. 
Danzig (Sauwer) 1904. 8. 

200. Knetsch, Karl. Zur Schmalkalder Häuser- u. Familien- 
Geschichte. [Von demselben:] Burger die imm hehi zu Westfaln 
sint gewest. In: Ztschr. f. Henneb. Gesch. H. 15. Schmalkalden. 

201. Koch, Ernst. Die Badereisen des Grafen Georg Ernst zu 
Henneberg. [Von demseben:] Einige Nachrichten über das frühere 
Schloss zu Schmalkalden. In: Ztschr. f. Henneb. Gesch. H. 15. 
Schmalkalden. o. J. Bespr. von K. Wenck im Hessenland 
1905 Nr. 5 S. 71/72. 

202. Köhler, W. — Bonifatius in Hessen u. das hess. Bistum 
Büraburg. In: Zeitschrift f. Kirchengesch. Bd. 25 H. 2, Seite 197 
bis 232. Gotha (Perthes) 1904. 8. 

203. Köhler, Walter. Ueber den Einfluss Hessens a. d. Refor- 
mation in Waldeck. In: Mitteilungen d. Oberhess. Gesch.-Ver. 
N. F. 12. Giessen (Ricker) 1903. 8. 

204. Koennecke, Gustav. Siehe: Drach Bildnisse Philipps. 

305. Kofier, Frdr. — Neue Forschungen z. vorgesch. Zeit Hes- 
sens ... Aus: Archiv f. hess. Gesch. Darmstadt (Bergsträsser) 
1902. 8. 

206. Kolde, Theod. Philipp der Grossmütige Landgraf von 
Hessen. In: Realencyclopädie für protestantische Theologie und 
Kirche. 3. Aufl. Bd. 15 (1904). S. 297—316. Leipzig (Hinrichs) 1904. 8. 

207. [Kraus, Otto.] Kammerdirektor Otto Kraus. [Nekrolog in:] 
Hess. Blätter XXXII Nr. 2963. Melsungen 1903. fol. 

208. [Krause, Wilh. — ] Regierungs- u. Forstrath Krause f- 
[Nekrolog in:] Hessenland XV11I Nr. 1. 1904. 

209. Kretschmer, Konrad. Historische Geographie von Mittel- 
europa. München (Oldenbourg) 1904. 8. Darin Hessisches: 
Der Volksst. der Hessen. Die Landgrafschaft Hessen- 
Kassel. 

210. Kretzschmar, Joh. Gustav Adolfs Pläne und Ziele in 
Deutschland und die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg. In: 
Quellen u. Darstellungen z. Gesch. Niedersachsens. Bd. 17. Han- 
nover (Hahn) 1904. 8. 

211. Krüger, G. — Philipp d. Grossm. als Politiker. Fest- 
gabe. Giessen (Ricker) 1904. 4. [Schöner Druck u. Aus- 



— 284 — 

stattung. Am Schlüsse das neue hess.-darmst. Ge- 
sammtwappen.] Bespr. in: Christi. Welt Jan. 1905 von 
Walter Köhler. 

212. Küch, Friedrich. Politisches Archiv des Landgrafen Phi- 
lipp d. Grossm. v. H. . . . In : Publikationen a. d. pr. Staats- 
archiven Bd. 78. Siehe : Archiv. 

213. Küch, Friedrich. Landgr. Philipp u. d. Einführung d. Refor- 
mation in Hessen. [Von demselben:] Die Stellung des Landgr. 
Philipp zum Kirchenbann i. J. 1532. [Von demselben:] Landgr. 
Philipp a. d. Wormser Reichstage des Jahres 1521. In : Z e i t s c h r. 
d. Ver. f. hess. Gesch. Bd. 38. Kassel (Dufayel) 1904 8. 

214. Kunstchronik, Wochenschrift f. Kunst. XV 8. Juli. 
Leipzig 1904 4 [Fortsetzung d. Polemik zw. Eisenmann 
u. der Ghronique des Arts.] 

215. Kunz. Kriegsgeschichtl. Beispiele a. d. deutsch-franz. Kriege 
1870/71. Berlin (Mittler) 1903/4. 8. — H e f t 13—17 behandelt in 
sehr ausführlicher Weise die Schlach t b ei Wörth und 
die Beteiligung der hess. Truppenteile (Reg. Nr. 80, 82, 83 
J ä g e r b a t. N r. 11, H u s a r e n -R e g. N r. 13, 14 u. A r t i 1 1. - u. P i o n.- 
Reg. Nr. 11) daran. 

216. Kurth, G. — Wynfrith-Bonifatius, Deutschlands grosser 
Apostel (680—755). Mit Erlaubnis d. Verf. frei übertragen v. H. El- 
tester. Fulda (Aktiendruckerei) 1903. 8. 

217. Kurwürde. Die hessische Kurwürde. Auch eine Centenar- 
feier. In : Allgem. Zeitung XIX Nr. 134 Kassel, 1903. 

218. Landen. Aus fernen Landen. Geogr. u. geschieht 1. 
Unterhaltungsblätter m. bes. Berücksichtigung d. Kolonien. Nebst 
Nachrichten aus Wilhelmshof b. Witzenhausen. Red. v. A. Seidel. 
Jahrg. I Nr. 1—6. Berlin (Süsserott) 1903. 8. 

219. Landes- u. Volkskunde. Hessische Landes- u. Volks- 
kunde. Das ehemalige Kurhessen u. das Hinterland a. Ausg. d. 19. 
Jahrh. In Verbdg. m. d. Ver. f. Erdk. . . . hgg. von Carl Hessler. 
Bd. 2: Hess. Volkskde. Marburg (Elwert) 1904 8. Bd. 1 ist noch 
nicht erschienen. Besprochen in Literaturzeitung 1904. Nr. 33 von 
Elard Hugo Meyer und im Liter. Zentralblatt 1904. Nr. 35 von 
— g — 1. [Ludwig Fränkel.] in Hessenland XVIII. 9. von Schoof, in: 
Illustr. Zeitung Nr. 3169. 1904 von F. Seelig. 

220. Landgemeindeordnung für die Provinz Hessen Nassau. 
Mit Erläuterungen versehen von G. A n t o n i. 3. verb. Aufl. Marburg 
(Elwert) 1905. 8. 

221. Lange, Wilh. — Die Franken und ihr Siedlungssystem in 
Hessen. In: Hausfreund, Sonntagsbeilage d. Gass. Allgem. Zeitung 
Nr. 7—10. Gassei, 1905. 

222. [Lange, Wilh. Chr. — ] Prähistorische Funde in der Rhön. 
Vortrag im Hess. Gesch.-Ver. In : Cass. T a g e b 1. L Nr. 471 Kassel, 
1903 und Hessenland XVIII Nr. 13. 1904 

223. Lebensjahre. Die letzten Lebensjahre des Landgrafen 
Philipp v. Hessen von A. L. In: Schwab. Merkur v. 12./XI. 
Stuttgart, 1904 

224. Legband, Hans. Die Alsfelder Dirigierrolle. Göttinger 
Inaug.-Diss. S. A. aus Archiv f. hess. Gesch. N. F. III. 3. Darm- 
stadt (Selbstverl.) 1904 8. 

225. [Lehmann.] Geheimer Justizrat Prof. Dr. Lehmann f. 
[Nekrolog in:] Oberhess. Zeitung XXXIX Nr. 24 Marburg, 1904. 



— 285 — 

226. [Lehmann, Heinr. Otto.] Zur Erinnerung an Dr. Heims 
Otto Lehmann, Geh. Justizrat u. Prof. in Marburg. Giessen, 1904. 8. 

227. Lejeune, H. — Die Münzen d. Kaiserl. Burg Friedberg i/W. 
In: Berliner Münzblätter, 1904. 

228. Leimbach, Joh. Heinr. — Geschichtl. Entwickelung des 
Elisabeth-Vereins zu Marburg . . . Marburg (Koch) 1904. 8. 

229. [Lennep.] Zur Erinnerung a. d. hess. Oberappelations- 
gerichtsrat Lennep (t 12./V. 1864) von 0. In: Tageblatt LI Nr. 221. 
Kassel, 1904. 

230. L e x i s , W. — Der mittlere und niedere Fachunterricht im 
Deutschen Reich. Die Kgl. Zeichenakademie in Hanau. In: Unter- 
richt s w e s e n Bd. 4. Teil 3. Berlin, 1904. 8. 

231. Lexis, W. — Die Hochschulen für besondere Fachgebiete. 
Die Königliche Akademie der bildenden Künste in Cassel. In: Unter- 
richt s w e s e n Bd. 4. Teil 2. Berlin, 1904. 8. 

232. [Loewenstein, Ludwig von und zu. Lebensbild des hess. 
Generals August Schirm er nach e. Vortr. i. hess. Gesch.-Verein.] 
In: Casseler Tageblatt L Nr. 516. Kassel 1903. 

233. Lohmeyer, Th. — Die Hauptgesetze d. germ. Flussnamen- 
gebung . . . Kiel (Lipsius u. Fischer) 1904. 8. Besondere Bezug- 
nahme auf hessische Flussnamen. Bespr. in Peterm. 
Mitteilungen 1905. S. 32. 

234. [Losch, Philipp.] Siehe: Zwei Kasseler Chroniken des 18. 
Jahrh. 

235. [Lossberg, von.] Generalmajor z. D. von Lossberg f. 
Nachruf in Cass. Allg. Zeitung XIX Nr. 146. Kassel, 1903. 

236. Lotz, Philipp. Aus der guten alten Zeit. (Bürgergarde- 
geschichten.) Von — . (Frankfurt.) In : Frankfurter Zeitung 1903 
Nr. 100. 3. Morgenblatt. Enth. Gesch. aus Hanau, Schlüch- 
tern, Fulda etc. 

237. Luss, S. — Wurst wider Wurst. Kurhessisches aus ver- 
gangenen Tagen. In Frankfurter Zeitung Nr. 142 II. Morg.rAusg. 
v. 22./Ö. Frankfurt a. M., 1904. Enth. Guriosa a. d. Rechts- 
pflege. 

238. Lutz, Johann. Die Hauschronik des Johann Lutz von 
Salmünster. Hgg. von Karl Seh er er. In: Fuldaer Geschichts- 
blätter III Nr. 2—12. Fulda, 1904. [Von demselben:] Johann 
Lutz zu Salmünster (f 1693). Ein Nachwort zu dessen Chronik. In : 
Geschichtsbk III Nr. 9— 11. Fulda, 1904. 

239. Malkmus, Ferd. Chronik der Stadt Neustadt, Main- Weser- 
Bahn. Hgg. unter Mitwirkung der St. Neustadt. Kirchhain (Schröder) 
1904. 8. 

240. [Marburg.] Zur Geschichte d. Stadt Marburg. In: Ober- 
hess. Zeitung XXXIX Nr. 26 u. ff. Marburg, 1904. Betrifft: Syl- 
vester Jordan. 

241. Meisterwerke. Die Meisterwerke der Königl. Gemälde- 
Galerie zu Cassel. 209 Kunstdrucke n. d. Originalgemälden mit einl. 
Text von Karl Voll. A. u. d. T. Hanfstaengls Maler-Klassiker 
Bd. 6. München (Hanfstaengl) [1904]. 4. 

242. Mentz, G. — Ein 1525/26 geplantes Religionsgespräch z. 
Beseitigung des Gegensatzes zwischen Ernestinern und Albertinern. 
In: Bibliogr. d. Zeitschrift f. thür. Gesch. Bd. 22 Seite 229—38. 
Jena (Fischer) 1904. 8. Enthält einen hochinteressanten 
Brief Landgraf Philipps an Herzog Johann Friedrich 
v. 16./VI. 1516. 



— 286 — 

243. Merx, 0. — Der Bauernkrieg in den Stiftern Fulda u. Hers- 
feld und Landgr. Philipp d. Grossmütige. In: Zeit sehr. d. Ver. f. 
hess. Gesch. Bd. 38. Kassel (Dufayel) 1904. 8. 

244. Mettin, R. — Philipp d. Grossm., Ldgrf. v. Hessen. In: 
Ostpreuss. Zeitung v. 14./XI. Königsberg, 1904. 

245. Meyer, Theodor. Das Hochfürstl. Hessen-Hanauische Me- 
daillenkabine t. [Von demselben:] Der Kurh. Orden v. eisernen Helm. 
In: Hessenland VIII. 1904. 

246. Meyer, Theodor. Die schmalkaldischen Bundestaler Land- 
graf Philipps. In: Hessenland XVIII Nr. 23. Cassel, 1904. 

247. [Meysenbug, Malvida v. — ] [Biogr.] 1) in Westerm. 
Monatshefte Jahrg. 47 Nr. 6 von Anna Brunnemann, 2) in: 
Die Nation XX Nr. 31 von Sigmund Münz, 3) in : Tägl. Rundschau 
1903 Nr. 111. 112 von Paul Wiegler- Berlin. Siehe: Birkenruth, 
Herzfeld, Münz, Mono d. 

248. Mieckley, Eduard. Geschichte des Kgl. Hauptgestüts Beber- 
beck u. s. Zucht. Berlin (Schoetz) 1905. 8. 

249. Mitteilungen an die Mitglieder des Vereins f. hess. Ge- 
schichte u. Landeskunde. Jahrg. 1902. Kassel (Dufayel) 1903. 8. 

250. Mitteilungen der Gesellschaft f. dtsche. Erziehungs- u. 
Schulgeschichte . . . hgg. von Karl Kehrbach. Jahrg. XIII. Heft 3. 
Hessen-Nassau. Berlin (Hofmann) 1903. 8. 

251. Mitteilungen des Gewerbe-Museums zu Bremen. XIX. 
Nr. 1. Bremen (Hauschild) 1904. 4. [Als Nachtrag zu Boehlau's 
niederhessische Töpferei.] 

252. Mitteilungen. Touristische Mitteilungen aus beiden Hessen, 
Nassau, Frankfurt a. M., Waldeck. Illustr. Monatsschrift . . . Hgg. . . 
von Wilh. Lange. Jahrg. 12. Cassel 1903/4. 8. 

253. Möllenberg, Walter. Die Verhandlungen im Schmalkal- 
dischen Lager vor Giengen u. Ldgr. Philipps Rechenschaftsbericht. 
In: Zeit sehr. d. Ver. f. hess. Gesch. Bd. 38. Kassel (Dufayel) 1904. 8. 

254. Mo hl, Ottmar v. — Am japanischen Hofe. Berlin (Reimer) 
1904. 8. Darin Hess, als: Ueber den Tod des Landgrfn. 
Friedrich Wilh. v. Hessen. Besprochen in Hess. Blätter 
Nr. 3044. Melsungen, 1904. 

255. Monod, G. — Das Lebensende einer Idealistin (Malvida 
v. Meysenbug.) In: Die Zeit Nr. 267. Wien, 1903. 

256. Moritz v. Sachsen. Polit. Korrespondenz des Herzogs u. 
Kurf. Moritz v. Sachsen. Hgg. v. Brandenburg. Bd. 2. 2. Heft. 
Leipzig (Teubner) 1904. 8. 

257. [Müller, Aug. — ] 88 Jahre des Hotels zum Kurfürsten in 
Fulda. 1815—1903. Fulda (Aktiendruckerei) 1903. 8. 

258. Müller, Ludwig. Aus dem Tagebuche eines Marburgers 
1870/71. M. 4 Abbild. Marburg (Elwert) 1904. 8. Bespr. im Lit. 
Centralbl. Nr. 39. 1904. 

259. Müller, Ludwig. Beiträge zur Geschichte der Universität 
Marburg. In : Beilage zu Nr. 202 d. Oberhess. Zeitung. Marburg. 

260. Müller, L. — Zur Geschichte der Stadt Marburg. In : Ober- 
hess. Z e i t u n g XXXIX Nr. 56. Marburg, 1904. fol. Betrifft Ernst 
Gottfr. Baidinger. 

261. Müller, Ludwig. Begebenheiten von Marburg a. d. vorigen 
Jahrhundert, o. O. u. J. [1904.] 8. Enthält Biogr. von Syl- 
vester Jordan und Der erste Marb. Turnverein. 

262. Müller-Paul, C. H. — Zur Stammeskunde der pr. Provinz 
Hessen-Nassau. In: Tour. Mitteilungen XII Nr. 5. Cassel, 1903. 



— 287 — 

263. Münz, Bernhard. Literarische Physiognomien. Wien u. 
Leipzig (Braumüller) 1903. 8. Darin Hessisches: Seite 86—147 : 
Malvida von Meysenbug. 

264. Mützel, Hans. Fulda — das deutsche Rom. In: Berliner 
Tageblatt, August 1904. Berlin. 

265. Nachrichten. Urkundliche Nachrichten über die Ursprünge 
des Namens u. Wappens des als Erbtruchsesse . . . vorkommenden 
Geschlechts der Raben u. Herren von Pappenheim sowie deren 
Nachkommen. [Carlshafen (Meinhardt) o. J. 1904.] 8. 

266. [Neuber, Carl."| Das Hoftheater in Cassel. [Nach e. Vor- 
trag im hess. Gesch.- Ver.] In: Cass. Tageblatt LI Nr. 151/4. 
Cassel 1904. 

267. [Neuber, Carl.] Das Kastell in Cassel. (Nach d. Vortrage . . 
im hess. Gesch.- Ver.) In : Cass. T a g e b 1 a 1 1 LI Nr. 64. Kassel, 1904. 

268. Neuber, Karl. Sichelstein und Sensenstein. In : Hessen- 
land VIII Nr. 7.8. 10. 1904. 

269. Nietzsche, Friedrich. Gesammelte Briefe, Bd. 2. Berlin 
(Schuster) 1902. 8. Vielfach kommen die Personen Käst- 
ner, Lange, Meysenbug, Pinder (hess.Namen) darin vor. 

270. [N u h n , Kurt.] Nachruf siehe : R u n k e 1. 

271. Ol i vier, Jean- Jacques. Les ComSdiens francais dans les 
cours d'Allemagne au 18 e siecle. Serie IV. La Cour du Landgrave 
FrSderic II de Hesse-Cassel. Paris (SociSte franc;.) 1905. 4. 

272. [Pappenheim.] Siehe: Nachrichten urkdl. 

273. Pappenheim, Gust. Frhr. Rabe von. [Biogr.] Erinnerungs- 
blätter aus der Dienstzeit . . . Carlshafen (Druck v. Meinhardt). o. J. 
[1904.] 8. 

274. Peetz, Alexander von. Ueberfall der Römer auf Hessen- 
land. (Kulturbild a. d. J. 15 n. Chr.) In: Deutsche Monatsschrift 
f. d. Leben d. Gegenw. Besprochen in Hess. Blätter XXXII 
Nr. 2962 u. ff. Melsungen. 

275. Pf ist er, Albert. Die Amerikanische Revolution 1775—1783. 
Entwicklungsgesch. . . . unter Hervorhebung des deutschen Anteils. 
Stuttgart (Cotta) 1904. 8. 2 Bde. Darin die deutschen Miets- 
truppen etc. etc. 

276. v.Pfister-Schwaighusen ,Hermann. Alldeutsche Stammes- 
Kunde nach Mundarten mit genauen Grenzen aller Stämme. Berlin 
(Luckhardt) 1903. 8. Behandelt im 1. Abschnitte rheinische 
u. chattische Franken. — Dsgl. 2. Auflage. — 

277. Philipp d. Grossm., Beiträge z. Gesch. s. Lebens u. s. Zt. 
Hgg. v. d. Hist. Verein f. Grossh. Hessen. Marburg (Elwert) 1904. 8. 
Bespr. : 1) in Dtsch. Literaturztg. v. 25./II. 1905 von Reimer. 
2) in Frankf. Zeitung v. 19./II. 1905 von Ankel. 3) in Hist. 
Vierteljahrschr. Nr. 8 v. E. Brandenburg. 1904. 4) in N. 
Arch. f. sächs. Gesch. 1905 S. 349—51 von Trefftz. 5) in 
Korrespbl. des Ges. -Ver. der dtsch. Gesch. -Ver. 1905 Nr. 6 
von 0. Merx. 

278. Philipp d. Grossm. v. Hessen. In : Frankf. KleinePresse 
v. 13./11. Frankf., 1904. 

278a. [Philipp.] Landgraf Philipp von Hessen von C. W. In: 
Der Tag v. 12./ VIII. Berlin, 1904. 

279. Philipp von Hessen. In : Braunschw. Anzeiger v. 16./XI. 
1904. 

280. [Philipp.] Zum 400. Geburtstag Philipps von Hessen. 
In: Post v. 10./XI. Berlin, 1904. 



— 288 — 

281. [Philipp.] Zum 400. Geburtstage des Landgrafen Philipp 
von Hessen. In : Leipziger Neueste Nachrichten, Jahrg. 44. Nr. 314. 
Leipzig, 1904. fol. 

282. Philipp. Philipp d. Grossm., Landgraf v. Hessen von R. 
In: Darmstädter Zeitung v. 24./X. 1904. 

283. Philipp-Denkmalsweihe. Die Landgraf Philipp-Denk- 
malsweihe in Haina. (Eigenbericht.) In: Cass. Allg. Zeitung XX 
Nr. 208. Cassel, 1904. 

284. [Philippi, Rudolf.] Der zu Santjago in Chile verstorbene 
... Dr. Rudolf Philippi .. . [Nekrolog in:] 1) Hessenland XVIII 
Nr. 17. Cassel. 1904. 2) Tageblatt LI Nr. 360 von W. Kassel, 
1904. 

285. [Philippi, Rudolf Amandus f.] [Nekrolog auf ihn von:] 
Carl Ochsenius, Marburg. In: Deutsche Erde III 5. Gotha 
(Perthes) 1904. 4. 

286. P i d e r i t , Georg. In Frau Hollens Reich. Mit 8 Abbild. In : 
VomFelsz. Meer XXIII. S. 1492—96. Stuttgart, 1904. 

287. P litt, Franz. Vor 30 Jahren (1870— 1900). Rückerinnerungen 
eines Dreiundachtzigers ... 3. verb. Aufl. Kassel (Selbstverlag) 
1903. 8. 

288. [Preser, Carl.] Siehe: Traudt. 

289. Preser, C. — Aus Jean B o 1 1 s Leben. In : Cass. Tageblatt 
L Nr. 320. Kassel, 1903. 

290. Propos du Jour. In: Chronique des arts. Nr. 19. Paris 

7. Mai 1904. Enth.: Tadel über die schlechte Restauration 
Rembrandtscher Bilder in Cassel. Erwiderung da- 
rauf von O. Eisenmann in Kunst ehr onik Nr. 27 Leipzig 

3. Juni 1904. 

291. Prozess. Der Prozess Hassenpflug. In: Hess. Blätter 
XXXIII Nr. 3059, 61, 62, 63, 64, 65. Melsungen, 1904. 

292. Q u i 1 1 i n g , F. — Die Nauheimer Funde der Hallstatt u. Latene- 
Periode i. d. Museen zu Frankfurt a/M. u. Darmstadt. Ausgrabungs- 
Bericht auf Grund der G. Diefenbach'schen Protokolle . . . Frankfurt 
a/M. (Schirmer & Mahlau) 1903. 4. 

293. Rady, Johann Bapt. — Geschichte der Kathol. Kirche in 
Hessen v. h. Bonifatius bis zu der Aufhebung durch Philipp d. Gr. 
(722 — 1526) von — hgg. von Joh. Mich. R a i c h. Mainz (Mainzer Ver- 
lagsanstalt) 1904. 8. Bespr. 1) in Beiträge z. hess. Kirche n- 
gesch. II. 3. von Fritz Herrmann. Darmstadt 1905. 2) in 
Katholik Nr. 1 1905 von J. Schmidt. 

294. Rathaus. Das neue Rathaus in Kassel. Architekt: Karl 
Roth in Dresden. In: Zentralblatt d. Bauverwaltung XXV Nr. 37. 
Berlin (Ernst & Sohn) 1905. 4. 

295. Rats- u. Bürgerlisten der Stadt Fulda. Bearb. u. 
hgg. von Joseph Kart eis. In : 4. Veröfftl. d. Fuld. Geschichtsv. Fulda 
(Aktiendruckerei) 1904. 8. 

296. [Rechberg, Ludw. Graf von.] Tagebuch des Kgl. Bayer. 
Gouverneurs d. Bundesfestung Mainz vom 14. Juni bis 26. Aug. 1866. 
In: Darstellungen a. d. Bayer. Kriegs- u. Heeresgesch. XII. 2. 
München (Lindauer) 1903. 8. 

297. Reden. Marburger akademische Reden. Marburg (Elwert) 

8. Nr. 7. 1902, Nr. 8. 9. 1903, Nr. 10 bis 13. 1904. 

298. Renner, Friedrich. Denkschrift betr. die Erbansprüche . . . 
des Landgr. Alex. Fr. von Hessen . . . auf Horzowitz. Cassel (Scheel) 

4. Abdruck in Zeitschrift f. hess. Gesch. Bd. 39. 



— 289 — 

299. Richter, G. — Die ersten Anfänge der Bau- u. Kunst- 
tätigkeit des Klosters Fulda . . . Fulda (Aktiendruckerei) 1900. 8. 

300. Richter, G. — Die adeligen Kapitulare des Stifts Fulda 
seit d. Visitation der Abtei durch d. päpstl. Nuntius Carafa (1627 bis 
1802). In: Fuldaer Geschichtsblätter. Fulda, 1904. 

301. Richter, G. — Die Lage der Landbevölkerung in d. fürstl. 
fuldischen Aemtern a. Ende d. 18. Jahrh. In : Fuld. Geschichts- 
blätter III Nr. 9—11. Fulda, 1904. 

302. Riedel, Richard. Geschichte des Liberalismus u. d. dtsch, 
Reichsverfassung. Guben (Krollmann) 1891. 8. DarinHessisches: 
Die Affaire Hassenpflug pag. 220. 

303. Rinn, Heinrich. Landgraf Philipp von Hessen. In: Ham- 
burger Nachrichten. Lit. Beil. v. 6./XI. 1904. Hamburg, 1904. 

304. Rinn, Heinrich. Landgraf Philipp von Hessen u. die Schmal- 
kaldener. In: Allgem. Zeitung Beil. 15./XI. München, 1904. 

305. [Roch oll, Theodor.] [Nachruf] in Zeitschrift f. bild, 
Kunst N. F. XIV von Eduard D a e 1 e n. Leipzig (Seemann) 1903. 4. 

306. Rockwell, William Walker. Die Doppelehe des Landgrafen 
Philipp von Hessen. Marburg (Elwert) 1904. 8. Bespr. 1) in Theol. 
Literaturztg. v. 4. /IL 1905 von Virck. 2) Dtsche. Literatur- 
zeitung v. ll./II. 1905 von W. Köhler. 3) in Schweinfurter 
Tageblatt v. 9./II. 05 v. Dr— u— . 4) in Christi. Welt 1904, 22. VIL 
von Diehl. 5) in Z. f. hess. Gesch. N. F. 28 von Wenck. 6) in 
Lit. Centrbl. 1904 Nr. 51 von Bess. 7) in Theol. Litrbl. 1905 
Nr. 3 von F. Wiegand. 8) u. 9) in Histor. polit. Blättern 1905 
Hft. 5 und Hist. Jahrb. der Görresges. von N. Paulus.) 10) in 
Arch. f. kathol. Kirchenrecht 85 (1905) S. 398—404 von G. All- 
mang. 11) in Hist. Ztschr. 94 (1905) S. 385—411. 

307. Roeschen,A. — Vogelsberg u. Wetterau nebst den schönsten 
Teilen der Rhön ... Mit über 100 111., 4 Plänen u. 3 Karten. Giessen 
(Roth) 1904. 8. 

308. [Roques, Georg von.] Biographisches über denselben n. 
s. Tode. In: Berliner Neueste Nachrichten Jahrg. 24 Nr. 569. 
Berlin, 1904. 

309. [Rot he, Richard.] Dr. Richard Rothe. Lebens- u. Charakter- 
bild von R. Kern. Kassel (Röttger) 1904. 8. 

310. Rott, Hans. Friedrich II. von der Pfalz u. die Reformation. 
In: Heidelb. Abhandl. Heft 4. Heidelberg (Winter) 1904. 8. Darin 
Hessisches: Friedrichs Annäherung a. d. Schmalkaldener. 
Zusammenkunft Karl V. mit Friedrich v. d. Pf. u. Philipp 
von Hessen. 

311. Rubel, Karl. Die Franken, ihr Eroberungs- u. Siedelungs- 
system . . . Bielefeld (Velh. & Kl.) 1904. 8. Dazu : 2 Aufsätze dess. 
Verfassers in Allgem. Ztg., Beilage 1905 Nr. 97 u. 98. 

312. Rückblick. Statistischer Rückblick auf die Kgl. Theater 
zu Berlin, Hannover, Kassel u. Wiesbaden f. d. Jahre 1902/3. Berlin 
(Mittler) 1903/4. 8. 

313. Rumphius. Rumphius-Gedenkboock. 1702—1902. Uiteeg. 
door het Kolonial-Museum te Haarlem 15. Juni 1902. Amsterdam 
(Bussy) 1902. fol. Der grosse Naturforscher Georg Eberh. 
Rumpf (f 1702 als Statthalter auf Amboina) ist um 1627 
od. 1628 als Sohn einer alten Hanauer Familie i. d. Wet- 
terau geboren. 

314. Runkel, Ferdinand. Ein stiller Mann. [Nachruf an Kurt 
Nuhn.] In : Berliner Tageblatt, Jahrg. 31 Nr. 483. Berlin, 1902. fol. 

N. F. BD. XXIX. 19 



— 290 — 

315. Ruppersberg, Otto. Die hessische Landsteuer bis z. J. 
1567. Tüb. Inaug.-Diss. Bonn (Carl Georgi) 1904. 8. Bespr. in 
Quartalblätter Nr. 3 S. 579/80. 

316. Saget, P. — Adam Trab er t. Biogr.-literar. Skizze. In: 
Dichterstimmen d. Gegenwart XVI Nr. 11. Baden-Baden (Weber) 
1903. 8. 

317. Sardemann. Zum 400jähr. Geburtstag Philipps d. Grossm. 
[Derselbe:] Den Manen Philipps d. Grossm. In: Hess. Landeszeitung 
v. 13./XI. 1904 Marburg, 1904. 

318. [Saul, Daniel.] Erinnerungen an Dr. Daniel Saul. In: 
Frankfurter Kleine Presse 1903. 9. u. 11. Okt. Frankfurt a/M. 1903 
u. Casseler Tageblatt v. 2./11. 1903. 

319. [Schäfer, Willy.] [Nekrolog auf ihn von:] Walter Merkel. 
In: Hessenland XVIII Nr. 1. Cassel, 1904 

320. Scheele, Martin. Die Kinderheilanstalt zu Bad Sooden 
a. d. Werra in den ersten 25 Jahren ihres Bestehens. Eine Fest- 
schrift . . von — und Friedrich S i p p e 1 1. Allendorf (Druck von 
Bodenheim & Co.) 1904. 8. 

321. Schelenz, Hermann. Geschichte der Pharmazie. Berlin 
(Jul. Springer) 1904. 8. Darin Hessisches, siehe Sachregister 
unter Hessen, Kassel, Marburg, Hanau, Schmalkalden, 
Moritz, Wilhelm v. Hessen etc. etc. 

322. Schematismus der Diözese Fulda. Fulda (Maier) 1904. 8. 

323. Schenk. Das ehemalige Cisterzienserkloster u. nachher. 
Hospital zu Haina. Frankenberg (Kahn) 1903. 8. 

324. Schenk. Philipp der Grossmütige Landgraf von Hessen 
(1504—1567). Zur Denkmalenthüllungsfeier in Haina im Juli 1904. 
Frankenberg (F. Kahn) 1904. 8. 

325. Scher er, Carl. Zur Geschichte von Stadt und Land 
Fulda i. d. J. 1631 u. 1632. In:Fuld. Geschichtsblätter II. Fulda 
(Aktiendruckerei) 1903. 8. 

326. Schirp, Robert von. Polizei- Verordnungen u. sonst, polizei- 
liche Vorschriften f. d. Regierungsbezirk Cassel . . . Cassel (Gotthelft) 
1905. 8. 

327. Schlager, Patricius. Beiträge zur Geschichte der Kölnischen 
Franziskaner - Ordenspr. Nach meist ungedr. Quellen bearb. Köln 
(Bachern) 1904. 8. Bespr. vonEubel in Histor. Jahrb. der Gör- 
resges. 25 (1904) S. 861/2. 

328. Schmidt, Max Georg. Untersuchungen üb. d. hess. Schul- 
wesen z. Zeit Philipp d. Grossm. In: Mitteilungen d. Gesellsch. f. 
dtsche. Erziehungsgesch. Berlin (Hofmann) 1904. 8. Auch als 
Schulprogramm. 

329. [Schneider, Justus.] Am 8. Apr. starb zu Fulda der Geh. 
Sanitätsr. Dr. Justus Schneider. Von Hans Schoen. In: Hessen- 
land XVIII Nr. 9. Cassel, 1904. 

330. [Schneider, Justus.] Herr Geh. Sanitätsrat Dr. Justus 
Schneider f. [Nekrolog in:] Fuldaer Zeitung XXXI Nr. 79 u. 81. 1904. 

331. Schoen, Paul. Evangelisches Kirchenrecht in Preussen. 
Berlin (Heymann) 1903. 8. Darin Hessisches Bd. I: Die evang. 
Kirche in den neu erworbenen Landesteilen § 9 i. 3. 
Prov. H.-Nassau Seite 103—125. 

332. Schöner, Gustav. Spezialidiotikon des Sprachschatzes 
von Eschenrod (Oberhessen) . . . Giessener Inaug.-Diss. Heidelberg 
(Winter) 1903. 8. S.-A. aus : Zeitschr. f. hochdtsch. Mundarten 1902/3. 
Darin vielfach wichtige Nachträge zu Vilmar, Pfister 
und Crecelius. 



— 291 — 

333. Schoof, Wilhelm. Die dtsche. Dichtung i. Hessen. Studien 
z. hess. Lit.-Gesch. Marburg (Elwert). 8. Bespr. in Jahresber. 
f. d. dtsche. Lit.-Gesch. Bd. 12 von 0. F. Walzel. 

334. Schröder, Edward. „Kölsche" und „Wettereibische". 
Eine Münznamen studie. In d. „Frkf. Münzzeitung" 1904 Nr. 37. 
39. 40. 41. Frankfurt (Joseph) 1904. 8. 

335. Schröder, Edward. Urkundliches üb. d. hess. Münz- 
stätten der Kipperzeit zu Witzenhausen u. Bovenden. In: Blätter 
f. Münzfreunde Jahrg. 39. Dresden (Thieme) 1904. 4. 

336. Schulte, A. — Zwei Briefe Diether's von Isenburg. In: 
Quellen u. Forschungen a. ital. Archiven Bd. VI. Rom (Lerscher) 

1904. 8. 

337. Schulte, 0. — Die religiöse Volkskunde u. die Seelsorge 
m. bes. Berücksicht. der oberhess. altbäuerl. Frömmigkeit. Vortrag. 
In: Monatschrift f. d. kirchl. Praxis Jhrg. 4 Heft 4 u. 5. Tübingen 
(Mohr) 1904. 8. 

338. Schulwesen, Hessisches. Siehe: Max Georg Schmidt. 

339. Schulze, Arth. — Die Bankkatastrophen in Sachsen i. J. 
1901. Aus : Zeitschrift f. d. ges. Staatswiss. Ergänzg. 9. Tübingen 
(Laupp) 1903. 8. Betrifft den Zusammenbruch der Kas- 
seler Trebergesellschaft. 

340. Schuster, G. — Die Heimführung der Prinzessin Doro- 
thea von Brandenburg nach Cassel 1700. In Zeitschrift f. Kultur- 
gesch. hgg. v. Steinhausen Bd. IX Heft 1. Berlin (Felber) 1901. 8. 

341. [Schwarzkopf. Carl.] Alt-Cassel. Nach dem Vortrage 
im hess. Gesch.-Ver. In: Cass. Tageblatt L Nr. 471. Kassel, 1903. 

342. [Schwarzkopf, Carl.] Der Tod des Bürgermeisters 
Henkel am 28. Okt. 1853. Vortr. im Ver. f. hess. Gesch. In : Cass. 
Tageblatt L Nr. 506. Kassel, 1903. 

343. Schwarzkopf, Carl. Die Schlacht bei Lauffen am 13. Mai 
1534. In: Hessenland XVIII Nr. 21/22. Cassel, 1904. 

344. [Schwarzkopf, Carl.] Die Teilnahme der Kurhess. Hu- 
saren an d. Gefechte von Aschaffenburg am 14. Juli 1866. Vortrag 
im Ver. f. hess. Gesch. In: Cass. Tageblatt LI Nr. 148/154. Kassel, 1904. 

345. [Schwarzkopf, Carl.] Ueber den Bau der Friedrich-Wil- 
helms-Nordbahn [nach einem Vortrag im Gesch.-Ver.]. In: Cass. 
Tageblatt L Nr. 518. Kassel, 1903. 

346. S e e 1 i g , Fritz. Versuch einer krit. Uebersicht der gesamten 
Literatur über Philippum Magnanimum ... In: Hessenland XVIII 
Nr. 17—24. Cassel, 1904. 

347. Seelig, F. — Volksbräuche im Hessenland (mit Illustr.). 
In: Illustr. Zeitung Nr. 3169. Leipzig (Weber) 1904. fol. 

348. Siebert, Karl. Die künstlerische Entwicklung von Georg 
Comic elius. Inaug.-Diss. Freiburg i. B. (Druck v. Hochreuther) 

1905. 8. 

349. Siebert, Karl. Georg Cornicelius als Landschaftsmaler. 
In: Hessenland XVIII Nr. 1. Cassel, 1904. 

350. Simon, Karl. Die Kaiserpfalz in Gelnhausen. In: Frank- 
furter Zeitung 1903 Nr. 313 I. Morgenblatt. Frankfurt a. M. 1903. 

351. Sommer feldt, Gust. — Ueber die vermeintl. hessische 
Abstammung des Adelsgeschlechts v. Nolde. In: Jahrb. f. Gene- 
alogie 1903. S. 116—118. 1903. [Enth. eine Urkunde von Bür- 
germstr. u. Rath zu Spangenberg v. 14. Jan. 1616 über die 
Familie Nolde.] 



— 292 — 

352. [Span genb erg.] Schulinspektor Pfarrer Spangenberg f- 
[Nekrolog in:] Cass. Tageblatt LI Nr. 262. Kassel, 1904 

353. Statuta majoris ecclesiae Fuldensis. Ungedr. Quellen z. 
kirchl. Rechts- u. Verf. -Gesch. d. Benediktinerabtei Fulda. Hgg. u. 
erläutert von G. Richter. Fulda (Aktiendruckerei) 1904. 8. 

354. Steig, Reinhold. Achim v. Arnim 1820 in Schwaben, Kassel 
u. Weimar. In: Vossische Zeitung v. 18./IX. Berlin, 1904. 

355. Steig, Reinhold. Achim von Arnim und Jacob und Wil- 
helm Grimm. M. 2 Portr. Stuttgart (Cotta) 1904. 8. A. u. d. T. : 
Achim v. Arnim und die ihm nahe standen. Bd. 3. Bespr. 1) von 
M. Cornicelius in Nationalzeitung Nr. 625. Berlin, 1904. 
2) von Violet in Centralbl. LVI Nr. 10. 3) von Schoof in Hes- 
senland XVIII Nr. 9. Enth. zahlreiche hess. Beziehungen so 
z. B. zu d. Kurprinzessin Auguste, Fr. Creuzer, Phil. Engel- 
hardt, Kurprz. Friedrich Wilhelm, Henschel, v. d. Malsburg, 
Savigny, Strieder. 

356. Steig, Reinh. — Ein Besuch Wilh. Grimms in Steinau. 
In: Vossische Zeitung Nr. 325 v. 14./ VII. Berlin, 1904. 

357. Steig, Reinhold. Goethe und die Brüder Grimm (mit 
ungedr. Briefen von A. v. Arnim, Jac. u. Wilh. Grimm). In: Tägliche 
Rundschau, Festbeilage v. 24. Dez. 1903. Berlin. 

358. Steinau-Steinrück, Rieh. von. Die Verschwörung zu 
Steinau i. J. 1271. In: Zeit sehr. f. hess. Gesch. XXXVII. Kassel, 
1903. 

359. Steinau-Steinrück, R. von. Beiträge z. Geschichte 
Poppenhausens a. d. Lütter als Sitz d. Herren von Steinau gen. Stein- 
rück. In: Fuld. Geschichtsblätter II. Fulda (Aktiendruckerei) 
1903. 8. 

360. Steinhausen, Georg. Geschichte der Deutschen Kultur ... 
Leipzig (Bibl. Institut) 1904. 4. Darin viel Hessisches, siehe 
das Register unter: Cordus, Eobanus, Fulda, Hessen-Cassel 
und viele andere. 

361. Stern, Konrad. Der Heiligenborn (Helgenborn). Cassel 
(Becker & Rennert) 1904. 4. 

362. [Stolz el.] Exzellenz Dr. Stölzel. In: Kölnische Zeitung, 
1903 Nr. 511. Köln, 1903. 

363. Tangl, M. — Das Todesjahr des Bonifatius. In: 
Zeitschr. f. hess. Gesch. XXXVII. Kassel, 1903. 

364. Tangl, M. — Die Urkunde Ludwig d. Fr. für Fulda vom 
4. August 817, Mühlbacher 656 (642). In : Neues Archiv d. Gesellsch. 
f. Ältere dtsche. Geschichtskde. Bd. 27 Heft 1. Hannover (Hahn) 
1902. 8. 

365. Thiebault, de. Memoiren a. d. Zeit d. franz. Revolution 
u. d. Kaiserreiches. Bearb. v. F. Mangold. Bd. 1—3. Stuttgart 
(Lutz) 1902. 8. = [Memoiren Bibl. N. Ser. 1—3. Bd. 3. Enth. 
seine Erleb nisseals Gouverneur v. Fulda.] 

366. Thoma, Albrecht. Die Familie Wiederholt. In: Hessen- 
land XVIII Nr. 9. Cassel,- 1904. 

367. Thoma, Albr. — Konrad Wider holt, der Kommandant 
v. Hohentwiel. Mit 8 Abbild. . . . München (Lehmann) 1903. 8. 

368. Thomas, Eugen. Die Franzosenherrschaft im Fürstentume 
Fulda, i. J. 1806. Nach Aufzeichnungen des — mitgeteilt von K. Simon. 
In: Hessenland VIII Nr. 2. 1904. 

369. [Trab er t, Adam.] Biogr. siehe: Saget. 



— 293 — 

370. Traudt, Valentin. Zum 75. Geburtstage Carl Presers. 
In: Cass. Tageblatt L Nr. 600. Kassel 1903. 

371. Trauertag. Ein Trauertag Cassels von 0. [14./VIII. 1703.] 
Der Zusammenbruch der Fuldabrücke. In: Tageblatt L Nr. 378. 
Kassel, 1903. 

372. Tr eller, Frz. — Der Held von Trenton. Eine Erzählg. a. 
d. amerikanischen Unabhängigkeitskampfe. Stuttgart (Weise) 1903. 8. 

373. Trevelyan, Sir George Otto. The american revolution. 
London, 1903. 2 Bde. 8. Darin Hessisches Bd. 2 natürlich 
auch die üblichen Tiraden gegen den Soldatenhandel 
der hess. Grand-Dukes, Landgraves u. Electors. 

374. Troeltsch, W. — Die Königlich Preussische Universität 
zuMarburgi.H. In: „Unterrichtswesen im Deutschen Reich" 
von Lexis. Der Verfasser hat einen S.-A. herstellen 
lassen mit einem Vorwort, in dem er auf die willkürl. 
Veränderung seitens eines ministeriellen Censors hin- 
weist. Marburg, 1904. Siehe auch: Eine Geschichte der Universität 
Marburg mit ministerieller Zensur in: Hessische Blätter Nr. 3069. 

375. Unterrichtswesen. Das Unterrichtswesen im Deutschen 
Reich aus Anlass der Weltausstellung in St. Louis . . . hgg. von W. 
Lexis. Berlin, 1904. 8. Bd. I Nr. 9 Marburg siehe: Troeltsch. 
Bd. IV 2 Cassel, Academie siehe Lexis. Bd. IV 3 Hanau, 
Zeichenacademie siehe Lexis. 

376. Urkundenbuch der Stadt Friedberg. Hgg. von G. v. d. 
Ropp. Bearb. v. M. Foltz. Bd. I: 1216—1410. Marburg (Elwert) 
1904. 8. = Veröffentl. d. hist. Komm. f.Hessenu. Waldeck. 

377. Urkundenbuch des Klosters Kaufungen. Bespr. von 
Kunz v. Kauffungen in Mitteilung, a. d. hist. Literatur 
Jahrg. 31. Berlin (Weidmann) 1903. 

378. [Varrentrapp, C. — ] Landgraf Philipp v. Hessen u. d. 
Universität Marburg. = Marb. akad. Reden Nr. 11. Marburg (Elwert) 
1904. 8. 

379. Varrentrapp, C. — Meinungen in Kurhessen über das 
deutsche Kaisertum in den Jahren 1848 und 1849. In: Historische 
Z e i t s c h r i f t Bd. 94. München (Oldenbourg) 1905. 8. 

380. Von den Velden, A. — Die Vlamen und Wallonen in 
Hanau. Weimar 1901. 8. Besprochen in Deutsche Erde II. 
1. p. 25. Gotha (Perthes). 

381. Veröffentlichung des Fuldaer Geschichtsvereins 4. 
Fulda (Aktiendruckerei) 1904. 8. 

382. Veröffentlichungen der historischen Kommission f. 
Hessen u. Waldeck I 3. Marburg (Elwert) 1903 bis 4. fol. I. Justi, 
Ferd. : Hess. Trachtenbuch Lfg. 3 u. 4. (8 färb. Bl. u. Text). Lfg. 1. 2 
besprochen in Hessische Blätter II S. 165 von A. S. 

383. Vi 1 mar. Visitationsakten der Pfarrei u. d. Klosters zu 
Herrenbreitungen v. J. 1555. In: Ztschr. f. Henneb.-Gesch. H. 15. 
Schmalkalden o. J. 

384. [Vilmar.] Metropolitan Wilhelm Vilmar. Ein Wort dank- 
barer Erinnerung. In : Melsunger Missionsblatt 1904 Nr. 6. 

385. [Vilmar, Wilhelm.] Ein hessischer Gedenktag. [Z. 100 jähr. 
Geburtstage Vilmars.] In: Hess. Blätter XXXIII Nr. 3063. Mel- 
sungen, 1904. 

386. [Vogt, Gideon.] Gymnas. -Direktor Dr. Gideon Vogt (f 30. 
Apr.). [Nekrologe in :] Norddeutsche Allgemeine Zeitung v. 15. Mai 



— 294 — 

1904 [von Jul. Flach]. Vossische Zeitung v. 1. Mai 1904. Casseler 
Tageblatt LI Nr. 204 u. Hessenland XVIII Nr. 9. Cassel, 1904. 

387. [Volksschulen.] Wie in Kurhessen die Volksschulen kon- 
fessionell wurden [von Endemann]. In: Cass. Tageblatt LI Nr. 269 
[und Erwiderung darauf:] Waren in Kurhessen die Volksschulen kon- 
fessionell ? Von Fldr. [F 1 i e d n e r]. In T a g e b 1 a 1 1 1904 Nr. 273. 

388. Wäscher', Johanna. Die Kasseler Frauenvereine 1812— 
1904. Ein Beitrag zur Entwicklung der sozialen Frauenarbeit. . . . 
Kassel (Huhn) 1904. 8. Besprochen im Hessenland XVIII 
Nr. 14. Cass. Tageblatt LI Nr. 208 Bl. 2. 

389. [Wagner, Karl.] Professor Karl Wagner f- Nachruf von 
— i— in Zeitschrift f. hess. Gesch. N. F. 27, ferner in: Allgem. 
Zeitung XIX Nr. 104. Kassel, 1903. 

390. Wallmüller, Offizier-Stammliste des Kgl. Preuss. Infant.- 
Regiments von Wittich (3. Kurh.) Nr. 83. 1866—1903 Berlin, 

1903. 8. 

391. Wandgemälde. Die Wandgemälde von Peter Janssen in 
der Aula der Univ. Marburg. Geschichtl. Erläuterungen von [D r a c h]. 
Marburg (Elwert) 1904. 8. 

392. Weber, Paul. Die Iweinbilder a. d. 13. Jahrh. im Hessen- 
hofe zu Schmalkalden. Leipzig u. Berlin (Seemann) 1901. S. A. aus 
der „Ztschr. f. bildende Kunst". Besprochen 1) von Th. Hampe. 
In: Archiv f. Kulturgesch. Bd. 1. Berlin (Duncker) 1903. 
2) Von K. Wenck in Ztschr. f. dtsch. Altert. Bd. 46. (1902.) 
S. 287—9. 

393. Weinmeister, P. — Die Münzen der kaiserlichen Burg 
Friedberg i. d. Wetterau. In: Blätter f. Münzfreunde 1903 Nr. 617. 
Dresden (Thieme) 1903. 4. 

394. Weinmeister, Paul. Die Münzprägungen Philipps des 
Grossm. In:Hessenland XVIII Nr. 21/22. Cassel, 1904. 

395. [Weiss, Theodor.] Aus den Briefen eines Offiziers über 
Kurhessen i. d. J. 1829—1836. In: Hessenland XVIII Nr. 11—18. 
Cassel, 1904. 

396. Wenck, Karl. Die Ertränkung eines päpstl. Boten durch 
die von Löwenstein zu Fritzlar u. Kardinal Anibaldo-Ceccano. In: 
Zeit sehr. f. hess. Gesch. XXXVII. Kassel, 1903. 

397. Wenck, Karl. Landgraf Philipp der Grossmütige. [Von 
demselben:] Die Doppelehe Landgraf Philipps in neuer Beleuch- 
tung. In : Z e i t s c h r. d. Ver. f. hess. Gesch. Bd. 38. Kassel (Dufayel) 

398. Wenck, Karl. Landgraf Philipp der Grossmütige. Rede 
gehalten a. d. 7. Jahresvers. d. hist. Kommission 7. Mai 1904. Marburg 
(Elwert) 1904. 8. 

399. Widman. Widmans Chronica. Bearbeitet von Christian 
Kolb. In: Württembergische Geschichtsquellen Bd. 6. Stuttgart 
(Kohlhammer) 1904. 8. 

400. Wieg and, Friedrich. Die Stadt Cassel u. der Ablass von 
1517. In: Zeit sehr. d. Ver. f. hess. Gesch. Bd. 38. Kassel (Dufayel) 

1904. 8. 

401. Wieg and, Friedrich. Philipp der Grossmütige als evan- 
gelischer Christ. Festrede. Marburg (Elwert) 1904. 8. Bespr. in 
Christi. Welt vom 5./I. 1905 von Walther Köhler. 

402. Wild, Karl. Lothar Franz von Sohönborn, Bischof von 
Bamberg u. Erzbischof von Mainz 1693—1729. = Abhandlungen, 
Heidelberger, z. mit tl. u. neuerenGesch. Heidelberg, 19Ö4. 8. 



— 295 — 

403. Winckler, Axel. Chronik des Bades Nenndorf. Rinteln 
(Bösendahl) 1902. 8. 

404. Windscheid, Bernhard. Gesammelte Reden u. Abhand- 
lungen. Hgg. von Paul Oertmann. M. Portr. Leipzig (Duncker & H.) 
1904. 8. Sehr viel zitiert wird darin Bahr p. 337— 374, auch 
abgedr. Festrede z. Gedächtnis von Savigny p. 87—99. 

405. Winterstein, Alfr. — Von Brückenau in die südl. Rhön. 
Nebst einer Höhenschichtenkte., 2 Spezialk. u. 12. Ansichten . . . Würz- 
burg (Bauch) 1903. 8. 

406. Wintzer. Die Schule der Kugelherrn in Marburg um 1520. 
In: Mitteilungen d. Gesellsch. f. dtsche Erziehungs- u. Schulgesch. 
hgg. von Kehrbach, Jahrg. XIII, Hessen-Nassau-Heft. Berlin, 1903. 8. 

407. [Wissemann.] Die Hessen im siebenjährigen Kriege. Das 
Gefecht bei Sandershausen. In: Cass. Allg. Zeitung XX Nr. 206. 
Kassel, 1904. 

408. Wissemann. Festrede 'zur Landgraf Philipps Denkmals- 
weihe in Haina. In Cass. Allgem. ZeituugXX Nr. 211. Kassel, 1904. 

409. Wissemann. Philipp d. Grossm., Landgraf v. Hessen. 
Ein Lebensbild. =WartburghefteHeft27. Leipzig (Bund) 1904. 8. 

410. Wohle r, Emilie. Die Familie Wöhler. Biographische Skizzen 
u. Stammbäume . . . Als Mskr. gedr. o. 0. u. J. [Kassel (Scheel) 
1903.] 8. 

411. Wolff, Georg. Die Eroberung u. Sicherung der Wetterau 
durch die Römer. In: Mitteilungen d. Oberhess. Gesch.-Ver. Neue 
Folge 12. Giessen (Ricker) 1903. 8. 

412. Wollweber, V. — Heimatkunde des Reg.rBez. Cassel. 
4. Aufl. Frankfurt a/M. (Kesselring) 1904. 8. 

413. Zeitschrift des Vereins f. Hennebergische Geschichte u. 
Landeskde. in Schmalkalden. Heft 15. Schmalkalden (Selbstverl.) 
o. J. 8. 

414. Zeitschrift des Vereins f. hess. Geschichte u. Landes- 
kunde. Neue Folge. Bd. 27. 28 (gze. Folge 37. 38). Kassel (Frey- 
schmidt) 1903/04. 8. 

415. Zimmermann, Ernst J. — Hanau Stadt und Land. Kultur- 
geschichte u. Chronik e. fränk.-wetterauischen Stadt . . . Mit 840 
Abb. ... = Zimmermann, Hanauer Chronik Heft 10. Festnummer. 
= Hanau (Selbstverl.) 1903. 8. Bespr. im Litt. CentralbL 
Nr. 26 v. Ph. L. 1905. 

416. [Zülch, Edmund.] [Nekrolog auf ihn.] In: Hessenland 
XVIII Nr. 24 von C. S. Cassel, 1904. 



Berichtigungen und Nachtrag. 



S. 74 Anm. 1 lies 1904 statt 1903.. 

S. 90 Zeile 11 v. o. lies 1552 statt 1551. 

S. 143. In der Liste der Offiziere des 2. hessisch-französischen Regi- 
ments ist noch zuzufügen: 
Nr. 29 a. Fritsch, August Wilhelm, Leutnant, 1806 kurhessischer 
Premierleutnant im Regiment v. Biesenrodt, 1813 west- 
fälischer Bataillonschef im 2. Regiment, 1814 kur- 
hessischer Kapitain im Regiment Kurprinz, starb zu 
Kassel 1. November 1836 als Oberstleutnant. 

S. 161 Anm. 6 müssen die Daten lauten: 1406 Dez. 8 und 1408 Sept. 5, 

S. 192 e lies Bernhard von Richenbach statt Vichard. 



Stammtafel des Hess 

von Philipp dem 





Philipp der Grossmütij 

tl 


Wilhelm IV. (der Weise), 

t 1592. 

(Stifter der Linie Hessen-Cassel.) 

Moritz (der Gelehrte), 
t 1632. 


Ludwig:, 

(Hessen-Marburg.) 
f 1604 (kinderlos). 


Wilhelm V. (der Beständige), 
t 1637. 

Wilhelm VI., 

t 1663. 


Ernst, 

t 1693. 

(Stifter der Linie Hessen-Rotenburg, 

ausgestorben 1834.) 


Carl, 

t 1730. 

Wilhelm VIII., 

t 1760. 

Friedrich II., 

t 1785. 


(S 

Carl, 

t 1770. 

Wilhelm, 

t 1810. 



Landgraf Wilhelm IX., als Kurfürst L, Friedrich, 

f 1821. t 1837. 

I (Stifter der Linie Hessen- 

Rumpenheim.) 
m IL, | 

t 1847. Wilhelm, 

I t 1867. 

Friedrich Wilhelm (letzter Kurfürst), Friedrich Wilhelm, 

t 6. Januar 1875. t 1884. 



Ludwig:, 

t 1816. 



En 
Consta 



Carl, 

t 1868. 



Landgraf Friedrich 
Wilhelm, 

t 1888. 



Alexander 
Friedrich, Land- 
graf von Hessen. 



Friedrich Carl, 

Prinz von Hessen. 
I 



Ernst, Cai 

Landgraf Prii 

von 
Hessen-Philipps 



Friedrich Wilhelm, Maximilian, Philipp, Wolfgang, Richard, 

Prinzen von Hessen. 



sehen Fürstenhauses 

arossmütigen an. 



5, Landgraf von Hessen, 
37. 



Philipp IL, 

(Hessen-Rheinfels.) 
t 1583 (kinderlos). 



Philipp, 

t 1721. 
ter der Linie Hessen-Philippsthal.) 

Wilhelm, 

t 1761. 
(Stifter der Linie Hessen-Philippsthal-Barch- 
feld.) 



Friedrich, 

t 1777. 



Adolf, 

t 1803. 



tin, 



Carl, 

t 1854. 



Alexis, 

Landgraf 
von 



Wilhelm, 

t 1890. 



Georg L, 

t 1596. 
(Stifter der Linie Hessen- 
Darmstadt.) 

Ludwig (der Getreue), 
t 1626. 

Georg IL, 

t 1661. 

Ludwig VI., 

t 1678. 

Ernst Ludwig, 

t 1739. 

Ludwig VIIL, 

t 1768. 

Ludwig IX., 

t 1790. 

Ludwig (X.), 

als GrosshVrzog I., 

t 1830. 

Ludwig IL, 

t 1848. 



al. 



Hessen-Philippsthal- Chlodwig, Christian, 

Barchfeld. Landgraf Prinz 

t 16. August 1905. „ von 

Hessen-Philippstbal- 
Barchfeld. 



Ludwig III., 

t 1877. 



Karl (Prinz) 
f 1877. 



iristoph 



Wilhelm, 

Prinz von Hessen-Philippsthal-Barchfeld. 



Ludwig IV., 

t 1892. 

Ernst Ludwig, 

Grossherzog von Hessen 
und bei Rhein. 



Zeitschrift 



dos 



Vereins für hessische Gesehiehte 
und Landeskunde. 



Neue Folge. Neunundzwanzigster Band. 

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Kassel. 

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I >cr kedaktions-Auss- >& rie 

1. Dr. F. Grandla* : 

2. Geheimer fHjfcr-JUÄLiyrat Koppen, ilauau. 

3. Ui Sehn 

4. Stadtbibli'.'tii'rk.ir Prüfer 

5. Universltäts*i Dr. K bürg 



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